Yu-Gi-Oh! PHOENIX (Serie 1 - Komplett)

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      Anmerkungen zum Kapitel
      - Dieses Kapitel ist wieder etwas länger geraten. Wie sich herausgestellt hat, ist es bis Kapitel 7 irgendwie immer abwechselnd ein längeres, handlungstragendes Kapitel und ein kürzeres Kapitel, das in der Schule spielt. Hat sich so ergeben.

      - Falls euch die Beschreibungen der Harpyien komisch vorkommen, das liegt daran, dass Vorlage für die Beschreibungen die unzensierten OCG-Artworks waren, nicht die hierzulande bekannten TCG-Artworks.

      Kartenliste
      Alex:

      - Kujakujaku
      - Icarus-Angriff
      - Windsturm der Phönixflügel
      - Spiritistische Feuerkunst – Kurenai
      - Feuervogel
      - Blaugeflügelte Krone
      - Mystische Lebensbarriere
      - Urmaterialfalke

      Sarah:

      - Zeichen der Hysterie
      - Cyberharpyie
      - Vornehmer Egoist
      - Harpyien-Schwestern
      - Doppelzyklon
      - Harpyien-Kanalisiererin
      - Harpyien-Königin
      - Harpyien-Tänzerin
      - Spieldrache der Harpyien
      - Standfester Verteidiger
      - Übelwollender Hätschler
      - Hysterische Party
      - Trügerischer Spieldrache der Harpyien

      Neue Karten:

      - Phönix der Wiedergeburt

      Monster / Titan / Effekt / Feuer / Geflügeltes Ungeheuer / Gold-Sterne: 2 / 2500 Atk / 2000 Def

      Während des Spielzugs eines beliebigen Spielers, wenn diese Karte gegen ein Monster kämpft, dessen ATK höher sind als die ATK dieser Karte; du kannst Life Points in Höhe der Differenz bezahlen und wenn du das tust: Diese Karte nur während des Damage Steps ATK in Höhe der Menge an Life Points, di du bezahlt hast. Während der End Phase eines beliebigen Spielers, wenn sich diese Karte in deinem Friedhof befindet, weil sie in diesem Spielzug durch Kampf zerstört und dorthin gelegt wurde; Du kannst diese Karte als Spezialbeschwörung vom Friedhof beschwören.

      Preview: Kapitel 1.6 - Kampf der Titanen
      Zurück in der Schule versucht Richard weiter, Kontakt mit Alex aufzunehmen, doch als die ihm weiterhin die kalte Schulter zeigt, entschließt er sich dazu, sie als letzte Option zum Duell herauszufordern. Wird es ihm im Duell endlich gelingen, den Käfig aus Eis zu schmelzen, den Alex um sich aufgebaut hat? Und wird Alex auch dieser Herausforderung gewachsen sein?

      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Leseleff ()

      Wie immer vielen Dank an alle Leser. Tut mir leid, dass das aktuelle Kapitel etwas verspätet kommt. Ich versuche ja immer, einen Vorsprung von zwei Kapiteln beim Schreiben zu halten und ich habe für Kapitel 7 unerwartet lange gebraucht und eine spontane Planänderung für Kapitel 8 hat das ganze noch weiter verlängert. Wie auch immer, viel Spaß mit Kapitel 6!
      Kapitel 1.6 - Kampf der Titanen
      „Wo bist du letzte Nacht gewesen?!“, fragte eine äußerst aufgebrachte und zersauste Mia früh am nächsten Morgen. Hundemüde, weil sie kaum vier Stunden geschlafen hatte, setzte sich Alex auf ihrer Matratze auf und rieb sich die Augen.

      „Es ist dir also aufgefallen, ja?“, fragte sie.

      „Natürlich ist es mir aufgefallen! Ich bin nachts aufgewacht und auf einmal warst du weg!“, antwortete Mia vorwurfsvoll.

      Auf einmal war Alex hellwach. Sie riss die Augen weit auf und fragte entsetzt: „Hast du’s meiner Mutter gesagt?“

      „Natürlich nicht, ich bin schließlich deine Freundin. Aber Alex… Ich habe mir Sorgen gemacht!“, sagte Mia.

      „Was dich aber nicht daran gehindert hat, wieder einzuschlafen“, erwiderte Alex trocken.

      „Lenk’ nicht vom Thema ab!“, meinte Mia zornig. „Wo zur Hölle warst du?“

      „Erzähl ich dir dann auf dem Weg zur Schule“, antwortete Alex gähnend und als sie Mias Gesichtsausdruck sah fügte sie hinzu: „Ich erzähl’s dir wirklich, okay?“

      Und das tat sie auch. Einige Zeit später, als Mia und Alex auf dem Weg zur Schule waren erzählte Alex ihrer Freundin alles von ihrem nächtlichen Ausflug in die zwielichtige Welt der Duelist Clubs, von ihrem Duell mit Rogue und dem darauf folgendem Gespräch mit deren wahrer Identität Sarah Marshall. Mia wirkte schwer beeindruckt.

      „Mensch Alex…“, sagte sie. „Dass du dir so was zutraust…“

      „Es geht hier schließlich um Lily, ich würde fast alles tun, um sie aufzuwecken“, antwortete Alex. „Aber es hat sich nicht gerade gelohnt, oder?“, schloss sie bitter in Erinnerung an ihre magere Ausbeute.

      „Na ja, fünfzig Dollar an einem Abend, das ist doch gar nicht so schlecht“, versuchte Mia Alex aufzumuntern.

      „Das würdest du aber anders sehen, wenn sie dich mit Stromschlägen traktiert hätten“, erwiderte Alex. Mia blickte auf einmal ernst.

      „Das ist echt abscheulich“, sagte sie. „Und darüber hinaus auch garantiert illegal.“

      „Und wenn schon“, meinte Alex. „Die Behörden wissen wahrscheinlich ganz genau, wie es da abläuft, und denen ist es trotzdem egal.“

      Eine Weile lang gingen sie schweigend weiter, dann ergriff Mia wieder das Wort:
      „Und? Wirst du das tun, was diese Rogue dir gesagt hat?“

      „Ihr Name ist Sarah“, korrigierte Alex sie. „Und was meinst du überhaupt?“

      „Na du weißt schon, dir ein Image verschaffen und so…“, antwortete Mia.

      „Ach das…“, meinte Alex. „Ach, keine Ahnung“, schloss sie abwehrend. Tatsächlich beschäftigte diese Frage sie sehr. Einerseits würde sie ihre Erlebnisse in der Red-Eyes Bar am liebsten so schnell wie möglich vergessen, andererseits kam es ihr dumm vor, eine Gelegenheit auf 150 Dollar die Nacht einfach so verstreichen zu lassen. Alex wollte sich erst selbst im Klaren über diese Frage sein, bevor sie mit Mia darüber redete, deshalb versuchte sie eilig, das Thema zu wechseln.

      „Warum bist du heute eigentlich so aufgedonnert?“, fragte sie mit Blick auf Mia, die sich heute vor der Schule das erste mal, dass Alex sich erinnern konnte, eine Schicht Make-up aufgelegt hatte und nicht wie sonst nur nach ihrem Pfirsichshampoo roch, sondern auch nach so etwas wie Rosenwasser.

      „Oh, das ist dir aufgefallen?“, fragte Mia, lief leicht rosa an und fuhr sich mit der Hand durch ihren hellbraunen Seitenscheitel. „Ich weiß nicht, mir war heute einfach mal danach, hübsch auszusehen…“

      Alex zog die Brauen hoch, hakte aber nicht weiter nach und schweigend ging sie mit Mia die letzten Meter bis zur Schule und als sie in dem Gang ankamen, wo der Geografieunterricht stattfand, meinte Alex den Grund für Mias neuen Look herauszufinden.
      Nick kam mit einem strahlenden Lächeln im hübschen Gesicht auf sie zu und begrüßte sie. Auch er sah aus, als hätte er sich heute besonders um gutes Aussehen bemüht, denn seine kurzen dunkelbraunen Haare waren sorgfältig zu einer perfekten Sturmfrisur verformt, die etwas zu steif daher kam, um natürlich zu sein.

      Offenbar hatte es nach ihrem Duell mächtig zwischen ihm und Mia gefunkt, denn jetzt küssten sie sich. Demonstrativ sah Alex in eine andere Richtung, nicht zuletzt, weil sich vor zwei Tagen endlich die Theorie bewahrheitet hatte, mit der Mia Alex schon aufzog, seit sie in Pubertät gekommen war, nämlich dass Alex eher ein Titanen-Monster beschworen als einen Jungen geküsst haben würde.
      Doch als Alex sich von den beiden Turteltauben abwandte, blickte sie natürlich direkt Richard Steele in die Augen, der gewohnt desinteressiert abseits vom Rest des Kurses an die Wand gelehnt auf den Beginn der Stunde wartete. Zorn stieg in Alex auf, der allmählich die Richtungen ausgingen, in die sie gefahrlos blicken konnte und die deshalb jetzt trotzig die Decke anstarrte.
      Unwillkürlich musste sie an das denken, was Mia gestern zu ihr gesagt hatte, nämlich das dieser Richard Steele ein Auge auf sie geworfen hatte. Stimmte es, was Mia gesagt hatte? Wäre Richard jetzt viel lieber hier bei Alex und würde ihr das Gesicht abschlabbern?
      Eine merkwürdige Mischung von Gefühlen machte sich bei dieser Vorstellung in ihr breit. Irgendwas zwischen, Ekel, Zorn und, sie musste es sich einfach eingestehen, auch Neugier. Und so war sie froh, als Mr. Johnson, ihr alter Geografielehrer, im Gang auftauchte und die Stunde einläutete, um seine Schüler in eine Welt der gepflegten Langeweile zu entführen.

      ~


      Den Rest des Vormittags verbrachte Alex gelangweilt und mit dem Gefühl, ihre Zeit zu verschwenden, in den hintersten Reihen der Klassenräume; mal im Halbschlaf, mal in Gedanken versunken und manchmal einfach damit, Papierfetzen mit der Kraft ihrer Gedanken zu verkokeln. Letzteres fand Mia überhaupt nicht lustig.
      „Hör’ auf damit, das ist voll gruselig“, pflegte sie dann immer zu sagen.

      Während der Pausen war in der Schule das Duellfieber ausgebrochen, schließlich würde Richard Steele schon morgen entscheiden, wer zum zukünftigen Duellakademie-Studenten wurde.
      Offenbar in der Hoffnung, damit wieder mehr Eindruck bei Nick schinden zu können, forderte Christie diesen in der Mittagspause zum Duell heraus, wurde aber genau so vernichtend geschlagen wie zuvor Mia. Nach ein paar weiteren langweiligen Unterrichtsstunden war der vorletzte Schultag vor den Ferien dann endlich vorbei.

      Nach der Schule wollte Mia noch mit Nick mitkommen und ihm beim Training zusehen und gerade wollte Alex sich allein auf den Weg zu ihrer Mutter machen, der sie versprochen hatte an diesem Nachmittag im Laden auszuhelfen, als Richard Steeles Stimmer hinter ihr ertönte:
      „Hey, Alex!“

      Nicht der schon wieder, dachte Alex, konnte der sie denn nicht in Ruhe lassen?
      Sie achtete nicht weiter auf ihn und beschleunigte ihre Schritte, doch Richard war um einiges größer als sie und mit ein paar langen Schritten hatte er sie eingeholt und packte sie an der Schulter.

      Alex wirbelte herum. „Was willst du?“, blaffte sie ihn an und blickte hasserfüllt in Richards blassgrüne Augen, der zuckte jedoch nicht mit der Wimper.

      „Ein Duell“, antwortete er ganz ruhig.

      „Kein Interesse“, erwiderte Alex und als sie gerade wieder auf dem Absatz kehrt machen und strammen Schrittes weitergehen wollte, ergriff Richard wieder das Wort.

      „Wie soll ich mir sonst ein Bild von deinen Duellfähigkeiten machen? Morgen muss ich jemanden auswählen und die Leute meinen du wärst gut. Vermutlich besser als dieser Devon“, sagte er und sah Alex tief in die Augen.

      „Und wenn schon“, entgegnete Alex. „Ich will gar nicht auf deine stinkende Duellakademie!“, schloss sie verächtlich.

      „Da hat mir deine Freundin Mia aber etwas anderes erzählt“, antwortete Richard ruhig.

      Alex war wütend. Mia, diese Plappertasche! Wann hatte die denn mit dem geredet?!
      „Das hat sie dir also erzählt, ja? Dann wollen wir es mal anders ausdrücken: Ich wollte vielleicht mal dahin, aber seit ich weiß, dass da Typen wie du rumlaufen, will ich es nicht mehr! Und, gibt es noch irgendwelche Aussagen von Mia, von denen ich wissen sollte?“, sagte sie verächtlich.

      Dies schien Richard schon härter zu treffen. Etwas an seiner Schläfe pulsierte und für kurze Zeit machte er einen gekränkten Ausdruck, der verschwand jedoch schnell und als er sprach war seine Stimme unverändert ruhig und kühl: „Sie hat gesagt, dass du momentan schwere Zeiten durchmachst und deshalb so unfreundlich zu mir bist.“

      Innerlich kochte Alex vor Zorn über Mia und Richard und angestrengt versuchte sie, nicht in Flammen aufzugehen. Als sie schließlich den Mund für eine Antwort öffnete war ihre Stimme ruhiger, dafür lag aber etwas Drohendes darin: „Nun, da hast du’s. Und jetzt lass’ mich allein in meinem Elend und zieh’ Leine! Mit Mia habe ich dann auch noch ein Hünchen zu rupfen.“

      Doch Richard machte keine Anstalten, Leine zu ziehen, sondern bedachte Alex mit einem Blick, in dem fast so etwas wie Enttäuschung lag. „Warum machst du das?“, fragte er.

      „Was?“, erwiderte Alex schnippisch.

      „Deinen Frust an Anderen auslassen, die es nur gut mit dir meinen“, antwortete er.

      Damit, dass Richard ihr einen Vorwurf machte, der so eine distanzierte und gleichzeitig exakte Beschreibung von Alex’ Verhalten darstellte, hatte sie nicht gerechnet. Darüber hinaus noch das Geständnis, dass er es nur gut mit ihr meinte…
      Zornig funkelte Alex zu Richard hoch, sagte jedoch nichts.

      „Ein Duell“, sagte er. „Dann lass’ ich dich für immer in Ruhe.“

      „Schön, wenn das alles ist, was du willst, dann duellieren wir uns. Du wirst diese Herausforderung schon noch bereuen“, sagte Alex schließlich.

      ~


      Kurze Zeit später hatten sich Alex und Richard in einiger Entfernung voneinander mit den Duel Discs im Anschlag vor dem Schuleingang aufgestellt. „Los, Duell!“, riefen sie im Chor und zogen ihre Starthände.

      „Ich fange an! Und ich beschwöre Blaugeflügelte Krone im Angriffsmodus!“, rief sie und der große blaue Vogel mit dem brennenden V auf der Stirn erschien vor ihr auf dem Kampffeld. (ATK: 1600)
      „Doch er wird nicht sehr lange bleiben, denn jetzt aktiviere ich den Zauber Fusion mit geheimen Kräften!“, fuhr sie fort und schob die Zauberkarte in ihren Friedhof. „Damit schicke ich meine Blaugeflügelte Krone auf den Friedhof, um ein Nichteffekt-Fusionsmonster zu beschwören, das sie als Fusionsmaterial auflistet! Komm schon raus, Gestrafter Adler!“
      Der blaue Vogel leuchtete in einem roten Licht auf und seine Silhouette begann, ihre Form zu verändern. Als das Leuchten erloschen war, war an seine Stelle ein riesiger und bösartig blickender blauer Adler mit einem roten Schriftzeichen auf der Stirn getreten, der einen Unheil verkündenden Schrei ausstieß (ATK: 2100)
      „Ich beende meinen Zug“, schloss Alex.

      „Gut, dann bin ich dran. Ich ziehe“, sagte Richard, der nicht im geringsten davon beeindruckt schien, dass Alex schon in ihrem ersten Zug ein Fusionsmonster beschworen hatte. Er fügte die gezogene Karte seiner Hand hinzu und zog dann eine Zauberkarte daraus hervor.
      „Ich aktiviere den Zauber Zweiter Drache! Jetzt kann ich ein Monster vom Typ Drache von meiner Hand auf den Friedhof schicken, um ein anderes Monster vom Typ Drache der Stufe 6 oder niedriger als Spezialbeschwörung von meiner Hand zu beschwören! Ich werfe jetzt also Alexandrit-Drache ab, um Edelmetall-Drache als Spezialbeschwörung zu beschwören!“, fuhr er fort und auf seinem Feld erschien der große nashornähnliche Drache mit dem Metallpanzer, den er auch schon gegen Devon eingesetzt hatte. (ATK: 2400)
      „Also los, Edelmetall-Drache! Greif’ Gestrafter Adler an!“, rief Richard und der riesige nashornartige Drache rannte auf Alex zu und nahm ihren Adler auf das Horn, woraufhin sich dessen Hologramm in Luft auflöste. (Alex: LP 4000 -> 3700)
      „Ich setze zwei Karten verdeckt und beende meinen Zug“, sagte Richard.

      „Wie du meinst. Ich bin dran! Ich ziehe!“, rief Alex entschlossen und nahm lächelnd zur Kenntnis, dass sie die Karte Windsturm der Phönixflügel gezogen hatte, und die hatte sich schon einmal gegen nervige Drachen durchsetzen können.
      „Ich entferne ein Wind-Monster von Meinem Friedhof aus dem Spiel, um Garuda, der Windgeist als Spezialbeschwörung zu beschwören“, sagte sie und holte den Gestraften Adler von ihrem Friedhof und steckte ihn sich in die Hosentasche, woraufhin das Hologramm eines gelben und braunen Vogelmenschen auf ihrem Feld erschien, sich hinkniete und die Flügel schützend vor den Körper hielt (DEF: 1200)
      „Dann setze ich noch eine Karte verdeckt und beende meinen Zug“, schloss sie.

      „Wenn das so ist… Ich bin dran. Ich ziehe“, sagte Richard. Offenbar war die gezogene Karte vorerst nicht besonders nützlich, denn er ging gleich zum Angriff über.
      Edelmetall-Drache, kümmere dich um ihr Monster!“, rief er und sein Drache stürmte auf Alex’ Monster zu.

      „Nicht so schnell!“, rief die und drehte ihre verdeckte um. „Ich aktiviere die Falle Windsturm der Phönixflügel! Wenn ich jetzt eine Karte abwerfe, kannst du dich von deinem Drachen verabschieden!“
      Sie nahm eine Karte aus ihrem Blatt und wollte sie gerade auf ihren Friedhof schieben, als Richard sie unterbrach:

      „Gut, dann aktiviere ich auch eine Falle! Fehlfunktion! Sie annulliert die Aktivierung deiner Falle und bringt sie in ihre ursprüngliche Position zurück!“, rief er und Alex drehte den Windsturm der Phönixflügel wieder um.

      „Doch das ist noch nicht alles!“, fuhr Richard fort. „Ich aktiviere außerdem die permanente Falle Drachenzorn! Wenn meine Drachen jetzt ein Monster im Verteidigungsmodus angreifen und ihre Angriffspunkte höher sind als die Verteidigungspunkte deines Monsters kriegst du die Differenz als Schaden ab!“, schloss er und während sein Drache noch immer auf Alex’ Monster zuraste, leuchtete er in einem orangenem Licht auf, bevor er den gelben Vogelmenschen auf sein Horn nahm und sich dessen Hologramm in Luft auflöste.
      (Alex: LP 3700 -> 2500)

      „Ich beende meinen Spielzug“, sagte Richard.

      „Wenn das alles ist, was du kannst, dann bin ich dran! Ich ziehe!“, rief Alex und dann geschah es wieder: Sie bündelte all ihren Zorn auf diesen Jungen, den sie sich selbst nicht richtig erklären konnte, in ihrer Hand, woraufhin diese in Flammen aufging und sie beim Ziehen eine orange-rote Schliere durch die Luft zog.
      Ausgezeichnet, dachte sie, als sie sah, welche Karte sie gezogen hatte, doch Richard starrte nur entgeistert auf Alex’ rechte Hand.

      „Seit wann kannst du das?“, fragte er ernst.

      „Das tut jetzt nichts zur Sache“, antwortete Alex. „An deiner Stelle würde ich mir mehr Sorgen um dein Monster machen! Du erinnerst dich doch noch an meine Falle Windsturm der Phönixflügel?“, sagte sie und drehte die Karte um. „Zum Preis einer meiner Handkarten macht dein Drache einen kleinen Ausflug zurück auf dein Deck!“
      Sie schob eine Karte in das Friedhofsfach ihrer Duel Disc und ein gelber Wirbelsturm entfachte sich aus dem vergrößerten Hologramm der Fallenkarte und riss das Hologramm von Richards Monster mit sich. Der starrte nur gedankenverloren hinüber zu Alex und nahm die Karte wortlos von seiner Duel Disc und legte sie oben auf sein Deck.
      Alex fuhr fort: „Als nächstes beschwöre ich Fushi No Tori im Angriffsmodus!“, rief sie und auf dem Kampffeld erschien das Hologramm eines großen rosa Vogels mit brennenden Flügeln und Schwanzfedern. (ATK: 1200)
      „Doch das ist noch nicht alles! Ich aktiviere den Zauber Heulender Wind! Damit erhält mein Monster bis zur End Phase 1000 Angriffspunkte!“, fuhr sie fort und der brennende Vogel leuchtete in einem grünen Licht auf.
      (Fushi No Tori: ATK 1200 -> 2200)
      „Und jetzt los, Fushi No Tori! Greif’ ihn direkt an!“, rief sie und während der grün leuchtende Feuervogel auf Richard zuflog schüttelte dieser den Kopf, als wäre er gerade aus einem Tagtraum erwacht und hielt sich dann schützend den Arm vors Gesicht, als der Vogel ihn mit brennenden Schwingen angriff.
      (Richard: LP 4000 -> 1800)
      „Aber wenn du glaubst, das war schon alles, irrst du dich! Denn wenn Fushi No Tori deinen Lebenspunkten Schaden zufügt, werden meine eigenen Lebenspunkte um den selben Betrag erhöht!“, schloss sie. (Alex: LP 2500 -> 4700)

      „Zugegeben, dass war gar nicht mal übel“, sagte Richard, den der Angriff aus seinen Gedanken gerissen hatte, gelassen. „Aber dein Monster ist ein Spirit-Monster, das heißt, er kehrt gleich auf deine Hand zurück und du stehst völlig schutzlos da.“

      „Das denkst du wohl!“, rief Alex, die sich wieder in Rage gespielt hatte. „Denn zufälligerweise ist Fushi No Tori ein Feuer-Monster!“

      „Moment, heißt das etwa…“, sagte Richard langsam.

      „Und ob!“, antwortete Alex und die Flammen an ihrer rechten Hand wuchsen und hüllten nun den ganzen Arm ein. „Ich mische Fushi No Tori vom Attribut Feuer von meinem Feld und Blaugeflügelte Krone vom Typ Geflügeltes Ungeheuer von meinem Friedhof ins Deck zurück!“, rief sie und während sie das tat, stiegen Holgramme der beiden Karten in die Luft und umkreisten sich anmutig, während sie immer höher stiegen. „Die Kraft des Feuers und die Kraft der Vögel, vereint euch und entfesselt eine neue Kraft! Titanen-Beschwörung! Erscheine, Phönix der Wiedergeburt!“, schloss sie und während sie die letzten Worte aussprach, schlug der gewohnte blendend helle Lichtblitz mit einem lautem Krachen in die Erde ein und hinterließ eine loderndes Feuer. Genüsslich sah Alex zu, wie der riesige brennende Vogel sich langsam aus diesem erhob und dann rasend schnell in die Luft schoss. (ATK: 2500)
      Sie sah zu dem Phönix empor und ein Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht breit. Immer wenn er das Feld betrat, erfüllte der Anblick Alex mit Hoffnung und Entschlossenheit. Entschlossenheit, diesem Angeber Richard Steele, der ständig versuchte, sich in ihr Leben einzumischen, endlich einmal zu zeigen, wo es lang ging.

      „Du hast ein Titanen-Monster?“, fragte Richard.

      „Überrascht?“, konterte Alex hämisch.

      „Nun, zumindest habe ich nicht damit gerechnet“, antwortete Richard gelassen. „Aber mir soll's nur Recht sein“, fuhr er fort. „Dann kann ich wenigstens auch endlich richtig loslegen!“, schloss er mit grimmigem Vergnügen. So voller Emotionen hatte Alex ihn noch nie erlebt.

      „Tu’ dir keinen Zwang an“, sagte Alex gleichgültig. „Ich beende meinen Zug.“

      „Mit Vergnügen“, sagte Richard. „Ich bin dran! Ich ziehe!“, rief er und beachtete die gezogene Karte gar nicht, weil er genau wusste, welche es war. Stattdessen zog er eine Zauberkarte aus seinem Blatt.
      „Ich aktiviere den Zauber Schatz der Drachen! Wenn ich jetzt meinen Edelmetall-Drachen abwerfe, kann ich zwei neue Karten ziehen!“, sagte er und schob die Karte des nashornartigen Drachen in seinen Friedhof. Dann nahm er sich zwei neue Karten von seinem Deck und als er diese studierte, lächelte er grimmig.
      „Als nächstes beschwöre ich ein Monster im Angriffsmodus! Komm schon raus, Vorhut der Drachen!“, rief er und auf seinem Feld erschien das Hologramm des zweibeinigen dunkelgrauen Drachen mit Schild und Speer. (ATK: 1700)
      „Und jetzt wirst du sehen, wozu ich wirklich in der Lage bin!“, fuhr Richard unheilverkündend fort. „Ich mische Vorhut der Drachen vom Attribut Erde und Edelmetall-Drache und Alexandrit-Drache vom Typ Drache von meinem Friedhof in mein Deck zurück, um eine Titanen-Beschwörung durchzuführen!“

      Während die drei Karten über Richard in die Höhe stiegen und sich anmutig umkreisten zog Alex die Brauen zusammen und in Erwartung auf schwere Herausforderungen stellte sie sich kampfbereit hin. Als die Erste von ihrer Schule würde sie gleich Richards wahres Ass zu sehen bekommen.

      „Die Kräfte der Erde und die Kräfte der Drachen, vereint euch und entfesselt eine neue Kraft!“, rief Richard jetzt. Das war so etwas wie der Standard-Spruch bei einer Titanen-Beschwörung. „Erscheine, Metallrüstungs-Drache!“, schloss Richard und eine große Lichtsphäre bildete sich um die drei Karten im Himmel und ein blendend heller Lichtblitz schlug krachend in die Erde ein. Doch dieser Blitz hinterließ keine riesige Flamme…

      Die Erde riss auf. Von dem Platz aus, wo der Blitz eingeschlagen war und einen kleinen Krater hinterlassen hatte breiteten sich lange Risse im Asphalt aus und scheinbar bildete sich ein kleiner Hügel dort, wo der Blitz eingeschlagen hatte.
      Fasziniert beobachtete Alex die Geschehnisse und erschrak sich fast zu Tode, als ein Monströser Kopf samt Hals sich aus dem Boden freikämpfte. Das Ungetüm brüllte und strampelte um sich und schließlich folgten gewaltige Schwingen aus dem immer größer werdenden Loch im Asphalt und schließlich die Arme.
      Nach ein paar Sekunden war alles vorbei. Die Risse, so stellte sich heraus, waren nur Teil einer ausgetüftelten Beschwörungsanimation und waren verschwunden. Stattdessen stand dort nun das Hologramm eines haushohen furchterregenden Drachen. Mit Ausnahme der gigantischen Flügel, die ledrig schwarz waren und zum Ende hin ins Rote übergingen war der gesamte gewaltige Körper des Ungetüms mit einem metallenen Panzer überzogen, aus dem immer wieder dornige Auswüchse hervorgingen. Der Kopf des Ungetüms war von einem Kranz aus metallenen Hörnern umgeben und auch sonst war das Monster von Kopf bis Fuß bewaffnet: Hals und Rücken waren mit meterlangen stählernen Dornen verlängert und schwertartige Klingen, jeweils mindestens einen halben Meter lang, wuchsen aus den Knöcheln der klauenartigen Finger hervor. Die Ellenbogen des aufrecht stehenden Ungetüms waren zu riesigen, sensenartigen gebogenen Klingen verlängert und auch die Spitze des langen gepanzerten Schweifs war von einem Kranz aus vier gebogenen beilartigen Klingen umgeben.
      In den sechzehn Jahren, die Alex nun schon mit Duel Monsters aufgewachsen war hatte sie ja schon so einiges an Monstern gesehen, doch noch nie war ihr so eine Zerstörungsmaschine untergekommen. Das einzige, was sich nicht ins Gesamtbild des Drachen einfügen wollte, waren seine Augen. Diese waren von einem schönen, klaren Blau und wirkten fast menschlich.
      Das Monstrum streckte sich jetzt und warf den Kopf in den Nacken, woraufhin er ein grausames, markerschütterndes Brüllen ausstieß. (ATK: 3000)

      „Gefällt dir mein Monster?“, fragte Richard.

      „Nicht ganz mein Fall“, erwiderte Alex bemüht gleichmütig. „War ja klar, dass einer wie du nicht ohne Titanen-Monster auskommt, aber offenbar musst du mit dem ein bisschen was überkompensieren.“

      „Falls du damit sagen willst, mein Vater hätte diese Karte extra für mich herstellen lassen, irrst du dich. Ich habe noch nie Karten von meinem Vater angenommen und meinen Metallrüstungs-Drachen habe ich gefunden“, sagte Richard kühl. „Und da bin ich denke ich nicht der Einzige“, fügte er mit einem Blick auf Alex’ Phönix hinzu. „Oder willst du mir etwa sagen, du hättest diese Karte gekauft?“

      „Es geht dich einen Dreck an, wo ich meine Karten herhabe!“, antwortete Alex rebellisch, innerlich beschäftigten Richards letzte Worte sie aber sehr. Wie war er darauf gekommen, dass auch Alex ihr Titanen-Monster einfach so gefunden hatte? Glaubte er wirklich bloß nicht, dass sie sich es leisten konnte, oder wusste er vielleicht mehr, als er zugab?
      Doch Alex hatte jetzt nicht die Zeit, um sich über solche Dinge Gedanken zu machen. Sie musste sich jetzt auf das Duell konzentrieren.
      „Und überhaupt, wenn du ein Titanen-Monster hast, warum hast du es dann nicht gegen Devon eingesetzt?“, fügte sie hinzu.

      „Ich mache das ganze hier nicht zum ersten Mal“, antwortete Richard. „Ich kenne Typen wie diesen Devon. Wenn ich ihn mithilfe von Metallrüstungs-Drache besiegt hätte, hätte er behauptet, ich hätte nur gewonnen, weil ich mir im Gegensatz zu ihm ein Titanen-Monster leisten kann. Aber genug geredet! Ich schlage vor, wir lassen stattdessen die Karten sprechen! Metallrüstungs-Drache, greif’ Phönix der Wiedergeburt an mit Umfassende Zerstörung!“
      Zu allem Überfluss bildete sich jetzt auch eine leuchtende blaue Energiekugel im Maul des Drachen. Alex’ Phönix stieg währenddessen höher in den Himmel.

      „Gut, dann aktiviere ich den Effekt meines Phönix! Wenn er gegen ein Monster kämpft, dass mehr Angriffspunkte hat als er selbst, kann ich Lebenspunkte in Höhe der Differenz bezahlen und dann erhält mein Phönix genau so viele Extra-Angriffspunkte! Also los, Flamme der Aufopferung!“, rief Alex heilfroh darüber, dass sie jetzt nicht jedes Mal eine gewischt kriegen würde, wenn sie diesen Effekt aktivierte. (Phönix der Wiedergeburt: ATK 2500 -> 3000 / Alex: LP 4700 -> 4200)
      In der Zwischenzeit hatte der riesige brennende Vogel zum Sturzflug angesetzt und Richards Drache schleuderte seine Energiekugel nach ihm, der Phönix wich dieser jedoch mit einem geschickten Flugmanöver aus und fing anschließend Feuer wie ein Komet, der auf die Erde zuraste.

      Richard schaltete blitzschnell. „Wenn das so ist, aktiviere ich einen Schnellzauber von meiner Hand! Halb geschlossen! Damit verliert mein Monster während dieses Zuges die Hälfte seiner Angriffspunkte, dafür kann es nicht durch Kampf zerstört werden!“, rief er, woraufhin der monströse Drache in einem blauen Licht aufleuchtete und die Arme vor seiner Brust verschränkte.
      (Metallrüstungs-Drache: ATK 3000 -> 1500) Alex’ Phönix schlug daraufhin mit voller Wucht auf seinen verschränkten Armen auf, wodurch der Drache ein paar Meter nach hinten geschoben wurde, den Angriff aber ansonsten unbeschadet überstand. (Richard: LP 1800 -> 300)
      „Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug“, sagte Richard, das blaue Leuchten um seinen Drachen verschwand und dieser breitete wieder seine Arme aus und brüllte zornig.

      „Gut, dann bin ich dran! Ich ziehe!“, rief Alex.
      Die gezogene Karte war ziemlich nutzlos, aber das interessierte sie nicht. Solange sie noch ihren Phönix hatte, brauchte sie keine anderen Karten. Deshalb schritt sie auch gleich zum Angriff über:
      Phönix der Wiedergeburt, greif’ Metallrüstungs-Drache an mit Brennender Zorn!“, rief sie und erneut stieg der riesige brennende Vogel hoch in die Luft und als er gerade zum Sturzflug ansetzte sagte Alex: „Du kennst das Spiel! Ich zum Preis von 500 Lebenspunkten werden die Angriffspunkte meines Phönix zu 3000! Flamme der Aufopferung!“
      (Alex: LP 4200 -> 3700)

      „Glaube ich nicht!“, rief Richard und drehte seine verdeckte Karte um. „Ich aktiviere die Falle Durchbruchfähigkeit! Damit wird der Effekt deines Monsters bis zur End Phase annulliert!“

      Alex zog zornig die Brauen zusammen, während sie zusah, wie ihr Phönix auf den monströsen Drachen zuschoss, dabei jedoch nicht in Flammen aufging und ein leichtes Opfer für das Monstrum war, das mit seinem Arm ausholte und den Phönix mit den Schwertartigen Klingen an seiner Hand traf, woraufhin sich das Hologramm des orange-roten Vogels in Luft auflöste (Alex: LP 3700 -> 3200). War ihr doch egal! Schließlich hatte Phönix der Wiedergeburt noch seinen letzten Effekt…
      „Ich beende meinen Zug, aber vorher aktiviert sich noch der Effekt von Phönix der Wiedergeburt in meinem Friedhof! Am Ende des Spielzugs, in dem er durch Kampf zerstört wurde, kann ich ihn als Spezialbeschwörung vom Friedhof beschwören! Also los, flammende Wiedergeburt!“, rief sie und in einer leuchtenden Stichflamme schoss der riesige Vogel wieder mit einem lauten Schrei in den Himmel.

      „Gut, dann kann der Kampf der Titanen ja weiter gehen!“, rief Richard. „Ich bin dran! Ich ziehe!“ Er betrachtete die gezogene Karte mit einem zufriedenen Grinsen, dann ging er zum Angriff über.
      „Zeit für Runde drei!“, rief er. „Metallrüstungs-Drache, greif Phönix der Wiedergeburt an mit Umfassende Zerstörung!“

      „Hast du nichts gelernt?“, fragte Alex höhnisch. „Ich bezahle 500 Lebenspunkte um die Angriffspunkte meines Monsters denen deines Monsters anzugleichen! Flamme der Aufopferung!“ (Alex: LP 3200 -> 2700)

      „Wer hat hier nichts gelernt?“, konterte Richard. „Während meines eigenen Spielzugs kann ich Durchbruchfähigkeit von meinem Friedhof aus dem Spiel entfernen, um ihren Effekt noch einmal zu aktivieren!“

      Alex schaute grimmig drein, während ihr Phönix hilflos der Energiekugel des Drachen auswich und anschließend mit voller Wucht von dessen klingenbewährter Schwanzspitze getroffen wurde, woraufhin sich sein Hologramm erneut in Luft auflöste. (Alex: LP 2700 -> 2200)
      „Wie lange willst du das noch durchziehen, Steele?“, fragte Alex. „Du weißt genau, dass mein Phönix immer wieder aus seiner Asche auferstehen wird!“

      „Das mag ja sein, aber vorher setze ich noch eine Karte verdeckt. Ich beende meinen Zug“, sagte Richard gelassen.

      „Du weißt, was jetzt kommt!“, rief Alex. „Phönix der Wiedergeburt kehrt jetzt wieder zurück auf mein Feld! Los, Flammende Wiedergeburt!“
      Zum dritten in diesem Duell schoss der riesige Vogel brennend und mit einem Schrei in die Höhe. (ATK: 2500)
      Alex, die der Anblick immer wieder bekräftigte, fuhr selbstsicher fort: „Ich bin dran! Ich ziehe!“
      Sie betrachtete die gezogene Karte, doch es war nur eine mäßig nützliche Fallenkarte.
      „Also los, Phönix der Wiedergeburt, du weißt, was du zu tun hast! Greif’ Metallrüstungs-Drache an mit brennender Zorn!“, rief Alex und grinste siegessicher. Dieses Mal würde keine nervige Fallenkarte ihren Angriff vereiteln, und dann würde Richards Drache endlich besiegt sein und es wäre nur eine Frage der Zeit, bis Richard ihm folgen würde.
      „Und bevor ich’s vergesse: Ich aktiviere den Effekt meines Phönix, um seine Angriffspunkte denen deines Monsters anzugleichen! Los, Flamme der Aufopferung!“, fügte sie hinzu und tatsächlich: Als der riesige zum vierten Mal zum Sturzflug ansetzte, fing er wieder wie ein Komet Feuer.
      (Alex: LP 2200 -> 1700 / Phönix der Wiedergeburt: ATK 2500 -> 3000)
      Der furchterregende Drache verteidigte sich zwar einer der Sensenartigen Klingen an seinen Ellenbögen, doch als der glühende Feuerball mit voller Wucht auf seinen Körper aufschlug, lösten sich beide Hologramme in Luft auf. In einer Geste des Triumphs machte Alex eine ruckartige Bewegung mit dem Ellenbogen. Noch vor Ende dieses Zuges würde ihr Phönix zu ihr zurückkehren und dieses Duell endgültig beenden. Richard schien dies jedoch nicht im Geringsten zu stören. Er stand ganz gelassen und mit ernstem Blick auf seiner Seite des Feldes.
      „Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug, aber davor kehrt mein Phönix wieder zu mir zurück! Los, Flammende Wiedergeburt!“, rief Alex und zum vierten Mal schoss der riesige Vogel in einer Stichflamme hoch in den Himmel, woraufhin Alex siegessicher grinste. (ATK: 2500)

      „Gut, dann aktiviere ich eine Fallenkarte!“, rief Richard. „Sie nennt sich Doppelte Wiedergeburt und ich kann sie aktivieren, wenn du ein Monster als Spezialbeschwörung von deinem Friedhof beschwörst! Ich darf dann auch ein Monster von meinem Friedhof als Spezialbeschwörung beschwören und dein Monster wird in den Verteidigungsmodus geändert!“
      Alex schluckte und auf Richards Feld erschien wieder der riesige, grausame Drache mit dem Metallpanzer, der zornig brüllte (ATK: 3000). Währenddessen landete Alex’ Phönix auf dem Boden und verschränkte die Schwingen vor seiner Brust.
      (DEF: 2000)

      „Was soll das, Steele?“, rief Alex zornig. „Warum siehst du nicht einfach ein, dass du verloren hast?“

      „Ich könnte dich das gleiche Fragen“, konterte Richard gelassen, woraufhin Alex spöttisch lachte.

      „Ich bitte dich!“, rief sie. „Du weißt genau, dass mein Phönix am Ende dieses Zuges zu mir zurückkehren wird und in meinem nächsten Zug wird er deinen Drachen dann endgültig vernichten!“

      „Nur, dass es für dich keine nächste Runde mehr geben wird“, sagte Richard kühl und formulierte es weniger als Drohung, sondern als Feststellung. „Ich bin dran! Ich ziehe!“
      Er beachtete die gezogene Karte gar nicht erst, sondern machte gleich mit dem Kampf weiter.
      „Los, Metallrüstungs-Drache! Vernichte Phönix der Wiedergeburt mit Umfassende Zerstörung!“, rief Richard und sein Drache setzte sich in Bewegung. Alex warf einen Blick hinüber auf Richards Feld und als sie das vergrößerte Hologramm seiner immer noch aktiven permanenten Falle sah, dämmerte es ihr, was er vorhatte. Blitzschnell fuhr ihre Hand zu ihrer verdeckten Karte.

      „Ich aktiviere die Falle Staubtornado!“, rief sie und drehte diese um. „Damit kannst du dich von deinem Drachenzorn verabschieden!“
      Ein grauer Wirbelsturm entstand aus Alex’ Fallenkarte und wehte hinüber auf Richards Feld, wo sich das Hologramm von dessen Karte in Luft auflöste.

      „Von mir aus“, sagte Richard gleichgültig, während sein Drache mit den langen Klingen an den Knöcheln auf den riesigen orange-roten Vogel einschlug, dessen Hologramm sich mit einem Schrei in Luft auflöste. „Ich brauchte die eh nicht.“

      Das verwirrte Alex dann doch. Sie ließ sich jedoch nichts anmerken und fragte spöttisch: „So viel dann also zu deinem Plan, dieses Duell noch in diesem Zug zu beenden!“

      „Oh, das war doch längst nicht alles. Oder hast du etwa gedacht, mein Drache hätte gar keinen Effekt?“

      Alex schluckte. Natürlich, welches Titanen-Monster hatte schon keinen Effekt? Was würde jetzt nur passieren?

      „Dann will ich dich mal aufklären“, fuhr Richard fort. „Wenn Metallrüstungs-Drache ein Monster im Verteidigungsmodus im Kampf zerstört, kann er gleich noch einmal angreifen!“

      „Waas?!“, fragte Alex entsetzt. Wenn das stimmte, dann war sie verloren.

      „Also los, Metallrüstungs-Drache!“, rief Richard. „Beende dieses Duell mit Umfassende Zerstörung!“

      Angsterfüllt sah Alex zu dem Ungetüm hoch, dass jetzt wieder seinen Kopf in den Nacken gelegt hatte und in seinem Maul eine blaue Energiekugel bildete. Als er diese direkt auf Alex schleuderte, hielt die sich schützend den Arm vors Gesicht und schloss die Augen, als der Schaden sie in die Knie zwang. Sie hatte sich tatsächlich von diesem Schnösel besiegen lassen! (Alex: LP 1700 -> 0)

      Als sie die Augen wieder öffnete, war das Hologramm des schrecklichen Drachen verschwunden und der Schulparkplatz sah aus wie immer. Zornig auf Richard und sich selbst stand sie auf und klopfte sich den Schmutz von den Knien. Richard kam auf sie zu.

      „Alex…“, sagte er vorsichtig und legte seine Hand auf ihre Schulter, die Alex jedoch unwirsch wegschlug.

      „Fass’ mich nicht an!“, fuhr sie ihn an. Richard wirkte enttäuscht.

      „Da hast du’s“, sagte Alex nun mit tonloser Stimme und fuhr ihre Duel Disc ein. „Jetzt weißt du, warum ich mich diese Woche nie duelliert habe“, schloss sie und kehrte Richard den Rücken zu. Der rief zwar noch einmal ihren Namen, doch Alex ignorierte ihn und ging weiter. Und diesmal versuchte Richard nicht, sie einzuholen...
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      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

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      Kartenliste
      Alex:

      - Blaugeflügelte Krone
      - Gestrafter Adler
      - Garuda, der Windgeist
      - Windsturm der Phönixflügel
      - Fushi No Tori
      - Heulender Wind
      - Staubtornado

      Richard:

      - Alexandrit-Drache
      - Edelmetall-Drache
      - Fehlfunktion
      EFFEKTÄNDERUNG: Keine 500 LP Kosten
      - Drachenzorn
      - Vorhut der Drachen
      - Halb geschlossen
      - Durchbruchfähigkeit

      Neue Karten:

      - Fusion mit geheimen Kräften

      Normale Zauberkarte

      Wähle 1 Normales Monster, das du kontrollierst; lege das gewählte Ziel auf den Friedhof und Beschwöre als Spezialbeschwörung von deinem Extra Deck 1 Nichteffekt-Fusionsmonster, das das gewählte Ziel als Fusionsmaterial aufführt, indem du das gewählte Ziel als das Fusionsmaterial verwendest. (Diese Spezialbeschwörung wird als Fusionsbeschwörung behandelt)

      - Phönix der Wiedergeburt

      Monster / Titan / Effekt / Feuer / Geflügeltes Ungeheuer / Gold-Sterne: 2 / 2500 Atk / 2000 Def

      Während des Spielzugs eines beliebigen Spielers, wenn diese Karte gegen ein Monster kämpft, dessen ATK höher sind als die ATK dieser Karte; du kannst Life Points in Höhe der Differenz bezahlen und wenn du das tust: Diese Karte nur während des Damage Steps ATK in Höhe der Menge an Life Points, di du bezahlt hast. Während der End Phase eines beliebigen Spielers, wenn sich diese Karte in deinem Friedhof befindet, weil sie in diesem Spielzug durch Kampf zerstört und dorthin gelegt wurde; Du kannst diese Karte als Spezialbeschwörung vom Friedhof beschwören.

      - Zweiter Drache

      Normale Zauberkarte

      Wirf 1 Monster vom Typ Drache von deiner Hand ab; beschwöre 1 Monster vom Typ Drache der Stufe 6 oder niedriger als Spezialbeschwörung von deiner Hand.

      - Schatz der Drachen

      Normale Zauberkarte

      Wirf 1 Monster vom Typ Drache der Stufe 4 oder niedriger mit 2000 oder mehr ATK ab; ziehe 2 Karten von deinem Deck.

      - Metallrüstungs-Drache

      Monster / Titan / Effekt / Erde / Drache / Gold-Sterne: 3 / 3000 ATK / 2500 DEF

      Wenn diese angreifende Karte ein Monster in Verteidigungsposition durch Kampf zerstört; sie kann sofort noch einmal anreifen.

      - Doppelte Wiedergeburt

      Normale Fallenkarte

      Du kannst diese Karte aktivieren, wenn dein Gegner ein Monster als Spezialbeschwörung von seinem Friedhof beschwört; Wähle 1 Monster von deinem Friedhof und beschwöre es als Spezialbeschwörung. Dann kannst du 1 Monster in offener Angriffsposition wählen, das dein Gegner kontrolliert; ändere das gewählte Ziel in die offene Verteidigungsposition.

      Preview: Kapitel 1.7 – Phönix aus der Asche
      Der letzte Schultag vor den Ferien hat begonnen, doch die Zeugnisse interessieren die Schüler von Alex’ Schule herzlich wenig, denn an diesem Tag wird Richard verkünden, wer in Zukunft die legendäre Duellakademie besuchen wird. Doch als es endlich so weit ist, kommt alles ganz anders als erwartet…

      Wie immer würde ich mich über Lob und Kritik in jeglicher Form freuen :)

      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2
      Heyho,

      damit du hier nicht x-mal hintereinander posten musst, geb ich hier auch noch mal meine Meinung zum besten.
      Das Duell zwischen Alex und Richard fand ich von allen bisherigen bisher am besten. Endlich kloppen sich die obligatorischen Protagonisten/Rivalenmonster die Schädel ein. Ich hab dir ja schon gesagt, dass ich vom Drachen mehr erwartet hätte, aber nun ja, man kann nicht alles haben.
      Ich bin mal gespannt, ob Alex jemals die Akademie betreten wird. Und ob es irgendwann mal einen Zweiteiler geben wird.

      Bis denne!
      @Aska:
      Spoiler anzeigen
      Vielen Dank für den Kommi. Mittlerweile mache ich mir zwar nichts mehr daraus, aber dennoch ist es natürlich schön, keinen 7-Fach Post verfassen zu müssen :D
      Das meiste haben wir ja schon per PN geklärt, deshalb gibt es hier wohl nicht mehr viel zu sagen. Zu den Zweiteilern: Da meine Kapitel nicht wie die Anime-Folgen an eine feste Sendezeit von 25 Minuten gebunden sind, habe ich bisher lieber die Kapitel verlängert als Doppelfolgen draus zu machen. Das liegt wohl auch daran, dass ich selbst schlechte Erfahrungen mit Doppelfolgen gemacht habe (Ich drucke mir z.B. von deiner Fanfic stets drei Folgen im Block aus, um sie dann "old school" auf Papier zu lesen, und die letzte der drei Folgen ist immer der erste Teil einer Doppelfolge :dozey: )
      Dennoch habe ich beschlossen, in Zukunft, sobald ein Kapitel 20 Seiten oder mehr umfasst, zwei daraus zu machen. Ich stecke gerade tief in der Planung zu Kapitel 10 und bei der Unmenge an Content, die dafür geplant ist, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass daraus der erste Zweiteiler wird. Serie 1 wurde eh schon offiziell von 15 auf 16 Kapitel verlängert, dann können auch ruhig noch mehr daraus werden.

      So für alle anderen Leser, viel Spaß mit dem nächsten Kapitel!
      Kapitel 1.7 - Phönix aus der Asche
      Kapitel 7: Phönix aus der Asche

      Noch nie hatten sich die Schüler an Alex’ Schule sich so wenig für ihre Zeugnisse interessiert wie an diesem Tag. Sonst war die Luft in den Klassenräumen während der Zeugnisvergabe immer zum Zerreißen gespannt und sobald die ungeliebten Dokumente ausgeteilt waren, tauschten sich die Schüler angeregt über ihre Noten aus.
      Doch nicht so an diesem Freitagvormittag. Die meisten Schüler sahen sich nur kurz ihre Zeugnisse an, seufzten erleichtert auf oder zuckten resignierend mit den Schultern und steckten die Dokumente dann rasch in ihre Schultaschen, denn ein anderes Ereignis raubte ihre gesamte Aufmerksamkeit.
      In wenigen Minuten würde Richard Steele in der Aula verkünden, wen er für das Duellakademie-Stipendium ausgewählt hatte und die Frage, wer dieser jemand sein würde, war das einzige, was die Schüler an diesem Tag beschäftigte.

      Zumindest die meisten Schüler. Denn Alex ging der ganze Rummel deswegen zunehmend auf die Nerven. Eben noch hatte sie ihr Zeugnis entgegengenommen und überrascht zur Kenntnis genommen, dass man ihre Leistungen immerhin noch als „durchschnittlich“ bezeichnen konnte und jetzt saß sie wieder missmutig dreinblickend und mit auf den Armen abgestütztem Kinn im Klassenzimmer. Die ganze Zeit über seit ihrem Duell am vergangenen Tag war sie in Gedanken versunken und die gestrige Niederlage steckte ihr immer noch in den Knochen.
      Mia hatte versucht, sie aufzuheitern und ihr versichert, dass auch die Besten mal verloren und irgendwann hatte Alex ihr zugestimmt, damit sie endlich ihre Ruhe hatte. Denn im Grunde war es gar nicht die Niederlage, die sie so beschäftigte. Es waren die paar Worte, die Richard ausgesprochen hatte, als er Alex’ brennende Hand das erste Mal gesehen hatte: „Seit wann kannst du das?“. Er hatte nicht gefragt, wie sie das mache, er hatte gefragt, seit wann sie das könne. Hieß das etwa, dass ausgerechnet dieser Duellakademie-Student, den sie im Grunde gar nicht kannte, neben Mia der einzige Mensch war, der ihr glaubte, dass die Flammen nicht bloß ein ausgetüftelter Spezialeffekt waren? Dieser Gedanke machte sie fertig. Wenn er ihr als Einziger glaubte, hatte sie ihn dann falsch eingeschätzt? Hätte sie ihn wirklich besser behandeln sollen?
      Aber dafür war es jetzt zu spät. In wenigen Minuten würde Richard seinen zukünftigen Mitkommilitonen auswählen und dann würde er für immer aus ihrem Leben verschwinden, denn nachdem Alex das einzige Duell, dass er von ihr gesehen hatte, verloren hatte, käme sie bestimmt nicht mehr für das Stipendium in Frage.
      Es ist am besten so, dachte Alex betrübt. So würde sie sich wenigstens nicht entscheiden müssen, ob sie das Leben führen wollte, von dem sie immer geträumt hatte, oder ob sie für Lily da sein wollte. Eigentlich war es gar keine Frage, dachte sie düster, die Duellakademie war nie eine Option für sie gewesen.

      Und so machte Alex sich, als der Lehrer das Ende der Stunde verkündet hatte, missmutig mit Mia auf den Weg zur Aula, wo Richard mit ernstem Blick zusammen mit Professor Maverick, diesem Hipster-Lehrer, auf der Bühne stand.
      Nach und nach trafen die einzelnen Kurse ein und innerhalb von wenigen Minuten war die Aula zwar gefüllt mit hunderten von Schülern, aber es herrschte trotzdem Totenstille. Alex erinnerten die Schüler an Soldaten, die eine Ansprache von ihrem Feldherrn erwarteten.
      Als auch der letzte Kurs eingetroffen war und sich in der Schülerschar eingereiht hatte, sprach Professor Maverick in das Mikrofon, das er in der Hand hielt:

      „Guten Morgen, Schüler“, sagte er munter. „Nun endlich ist der Moment gekommen, den ihr alle schon die die ganze Woche gespannt erwartet, denn nun wird sich entscheiden, wer von euch in Zukunft die berühmte Duellakademie besuchen wird! Doch bevor mein Freund Richard verkündet, wer dieser Jemand sein wird, habe ich mir von ihm sagen lassen, dass er die Zeit hier sehr genossen hat und auch Zeuge von ein paar guten Duellen werden durfte. Also Richard, hast du dich entschieden?“, fragte Professor Maverick an Richard gewandt, der am Rednerpult stand und seine blassgrünen Augen über die Schülerschaft schweifen ließ, die ihm gespannt an den Lippen hing.

      „Ja“, antwortete er schlicht.

      „Nun, dann ist es wohl das Beste, wenn du uns nicht länger auf die Folter spannst. Also, für wen wird der große Traum in Erfüllung gehen?“, sagte Professor Maverick.

      Die Luft war jetzt mit Spannung erfüllt, dass man sie mit einem Messer hätte schneiden können. Oben am Rednerpult holte Richard tief Luft, als würde ihn das folgende einiges an Überwindung kosten, und machte eine dramatische Pause.
      „Alexandra Whitman“, sagte er schließlich.

      ~


      Das war nicht möglich. Nein, das konnte nicht möglich sein! Erschrocken riss Alex die Augen auf und starrte mit offenem Mund hinauf zu Richard.
      Plötzlich wandten hunderte Augenpaare sich ihr zu und einige der Schüler tuschelten, wobei Alex jedes Wort verstehen konnte.
      „Alexandra Whitman? Dieses rothaarige Mädchen aus der Zehnten?“
      „Hat die sich diese Woche überhaupt mal duelliert?“

      „Alex?“, wiederholte Richard oben auf der Bühne.

      „Nun geh’ schon!“, zischte Mia ihr zu und gab Alex einen kleinen Schubs.

      Mühsam setzte die sich in Bewegung und ging in der schmalen Gasse zwischen den Schülern in der Mitte der Aula in Richtung Bühne, wobei es sich anfühlte, als würden ihre Füße einer anderen gehören. Noch nie hatte sie sich so fremd in ihrer Haut gefühlt.
      Als Alex endlich ihren Marsch auf die Bühne zwischen ihren starrenden Mitschülern hindurch beendet hatte, der ihr vorgekommen war, als hätte er eine Million Jahre gedauert, lächelte Professor Maverick sie freundlich an und fragte leise: „Alles klar bei dir?“
      Alex fühlte sich nicht in der Lage zu sprechen und schüttelte nur mit entsetztem Gesichtsausdruck den Kopf. Richard mied ihren Blick.

      „Keine Angst, du schaffst das schon“, versicherte ihr Professor Maverick, der offenbar glaubte, Alex sei nur nervös, und bugsierte sie zum Rednerpult. Dann sprach er laut in sein Mikrofon:
      „Nun, herzlichen Glückwunsch, Alex! Du wurdest von Richard ausgewählt und wirst demnach nach diesem Sommer die Duellakademie besuchen! Gibt es noch irgendetwas, das du deinen Mitschülern sagen willst?“

      Alex zitterte. Immer noch fassungslos starrte sie in die nicht minder verwunderte Schülerschar und holte tief Luft, während sie versuchte, das Bild von sich in einer blau-weißen Duellakademie-Uniform aus ihrem Kopf zu vertreiben. Das Folgende würde all ihre Überwindung kosten.
      Schließlich zwang sie sich zu sprechen und als sie das Tat, war ihre Stimme ruhig und verständlich: „Ich lehne ab.“

      Sobald sie zu Ende gesprochen hatte, drehte sie sich um und machte Kehrt, wobei Richard sie an der Schulter packte.
      „Alex…“, sagte er ungläubig, doch die schüttelte nur seine Hand ab und machte sich raschen Schrittes auf den Weg die Bühne hinunter und ging schnurstracks durch die Gasse in der Mitte der Aula auf deren Ausgang zu, wobei sie stur geradeaus blickte, um nicht in die bestürzten Gesichter ihrer Mitschüler blicken zu müssen.
      Das Letzte, was sie mitbekam, bevor sie die Aula durch die schwere Eichentür verließ, die sie hinter sich zuknallen ließ, war, wie Richard Devons Namen ausrief und dieser sich von seinen Kumpels feiern ließ…

      Kaum war Alex draußen angekommen, rannte sie los. Nichts wollte sie mehr, außer diesen Ort so schnell und so weit wie möglich hinter sich zu lassen. Sie rannte und rannte immer weiter und hatte schließlich in Rekordzeit das Haus der Familie Anderson erreicht, vor dessen Eingang sie gerade noch auf Mias Mutter traf, die einen leeren Weidenkorb für Einkäufe in der Hand hielt.

      „Alex? Was ist los mit dir?“, fragte sie überrascht und besorgt. „Müsstest du nicht in der Schule sein?“

      „Heute war doch Zeugnisvergabe. Wir konnten früher gehen“, sagte Alex schwer atmend.

      „Und wo ist dann Mia?“, fragte Mrs. Anderson verwundert.

      „Unternimmt nach der Schule was mit Nick“, log Alex. „Können Sie mich noch kurz reinlassen?“

      „Natürlich…“, antwortete Mrs. Anderson und schloss die Tür auf. „Ist wirklich alles in Ordnung mit dir?“, fügte sie besorgt hinzu.

      „Ja, mir fehlt nichts. Gehen Sie ruhig einkaufen.“

      „Na gut…“, meinte Mrs. Anderson verwundert und als Alex endlich allein im Haus war, lehnte sie sich mit dem Rücken gegen die Eingangstür und atmete ein paar Mal tief durch, wobei sie sich die Hände gegen die stechenden Seiten presste.
      Während ihrer Flucht aus der Schule hatte sie einen Entschluss gefasst: Gerade hatte sie das Leben, von dem sie immer geträumt hatte, aufgegeben, um für ihre Schwester da zu sein, deshalb würde sie jetzt alles in ihrer Macht stehende tun, um sie so schnell wie möglich aufzuwecken...

      Rasch marschierte sie in Mias und ihr Zimmer, wo sie sich die fünfzig Dollar Siegprämie aus ihrem Duell mit Sarah und ihre bisherigen fünfzehn Dollar Ersparnisse schnappte, anschließend ging sie hinunter in die Küche.
      Dort schnappte sie sich, erleichtert darüber, dass niemand aus der Anderson-Familie da war, den sie um Erlaubnis bitten müsste, eine Schere und eine Rolle Frischhaltefolie und im Wohnzimmer stopfte sie das Nähset von Mrs. Anderson in ihre Schultasche. Anschließend verließ sie das Haus mit der Absicht, in eine Straße mit Einkaufsläden zu fahren.

      Dort ging sie zunächst in einen Klamottenladen, wo sie ein kurzes rotes und schlichtes Nachthemd kaufte und nachdem sie durch verschiedene Trödel- und Bastelgeschäfte gebummelt war, hatte sie auch eine Maske mit gelbem Vogelschnabel, jeweils eine Rolle mit Draht und Angelschnur sowie ein paar Tüten mit roten und orangefarbenen Kunstfedern erworben.
      Als sie alles gefunden hatte, was sie brauchte, setzte sie sich wieder in die U-Bahn auf dem Weg zu einem Ort, an dem sie in Ruhe ihre Einkäufe verarbeiten könnte.

      Bei ihrer alten Wohnung angekommen, stieg sie über das gelbe Absperrband, das in den leeren Türrahmen gespannt war und sah sich um.
      Alles sah noch genau so aus, wie am Dienstagvormittag und war unter einem Teppich aus Asche und Löschschaum begraben. Dieser Ort war perfekt für das, was sie vorhatte. Nicht nur würde sie hier ungestört bleiben, es hatte auch einen symbolischen Charakter: Denn aus der Asche ihres alten Lebens würde ein Phönix auferstehen, und der würde in seinem Zorn jeden niederbrennen, der sich ihm in den Weg stellte…

      Und so machte sie sich ans Werk. Als erstes bedeckte sie ihren ehemaligen und nun traurig und verkohlt dastehenden Esstisch mit Fischhaltefolie, sodass sie ihre neuen Sachen nicht sofort mit Asche und Löschschaum versauen würde. Als nächstes machte sie sich mit der Schere über das Nachthemd her. Sie entfernte den Großteil von dessen oberen Teil und schnitt dabei absichtlich im Zickzack, sodass die Schnittkanten wie Flammen aussahen. Am Ende war von dem Nachthemd nur noch ein kurzer Rock und ein etwa eine Hand breiter Riemen übrig, der ihr quer über den Oberkörper gehen und auf ihrer rechten Schulter Aufliegen würde. An der Vorderseite war er geschnitten wie ein Ypsilon, damit ihr gesamter Brustbereich bedeckt sein würde. Die Abzweigung des Ypsilons befestigte sie anschließend mit einem unsichtbaren Träger aus Angelschnur am Rock, sodass ihre linke Schulter frei bleiben würde.
      Weil Alex seit der Grundschule nicht mehr mit Nähzeug hantiert hatte und auch sonst nicht viel für solche „Mädchendinge“ übrig hatte, erwies sich das Verarbeiten der Stoffreste als besonders zeitaufwändig. Sie flickte diese grob zusammen und befestigte sie unbeholfen am hinteren Ende des Rocks, anschließend präparierte sie so mit dem Draht, dass die Stoffreste unterhalb ihrer Hüfte von ihrem Körper abstanden wie bei den modischen langen Jacken, die sie in der City trugen. Oder eben wie die Schwanzfedern eines Vogels…
      Um dieses Bild zu verstärken, dekorierte sie das freizügige Kleidungsstück sowie die Maske noch mit den roten und orangefarbenen Kunstfedern.

      Endlich, nach über zwei Stunden konzentrierter Arbeit, begutachtete Alex ihr Werk und stellte fest, dass sie durchaus zufrieden mit dem Ergebnis sein konnte. Sicher, das Kostüm war nicht perfekt, aber das würde den Kunden bei all der nackten Haut, die sie zeigte, gar nicht auffallen, erst recht nicht bei der rauchigen Atmosphäre und dem schwachen Licht der Red-Eyes Bar. Schließlich verfasste sie noch eine kurze Nachricht auf einem Zettel an Sarah, in der Alex erzählte, dass sie sich heute Nacht wieder in den Untergrund begeben würde. Zu guter Letzt verstaute sie das Kostüm und das Bastelmaterial sorgfältig in ihrer Einkaufstasche und machte sich auf den Weg zu der Adresse, die Sarah ihr genannt hatte, um die Nachricht unter ihrer Tür durchzuschieben.

      ~


      Als Alex eine halbe Stunde später wieder in Mias Haus ankam, wartete die schon im Wohnzimmer.

      „Wo bist du gewesen?“, fragte Mia vorwurfsvoll.

      „Bei Lily“, log Alex, weil Mrs. Anderson in der Küche am Kochen war und die Tür offen stand, wobei es eigentlich gar keine Lüge war, schließlich war sie im Gedanken dauernd bei ihr.
      „Können wir hoch in dein Zimmer gehen?“, fragte Alex jetzt an Mia gewandt und mit einem Nicken n Richtung Küche gab sie ihrer Freundin zu verstehen, dass sie in Gegenwart von deren Mutter nicht offen sprechen konnte.
      Gemeinsam gingen sie hinauf in Mias Zimmer und als sie dort angekommen waren, hatte Mia einen weichen und mitleidigen Gesichtsausdruck aufgesetzt.

      „Alex… Wegen dieser Duellakademie-Sache…“, fing sie an.

      „Vergiss es. Ich konnte nicht zusagen. Ich muss doch für Lily da sein“, unterbrach Alex sie.

      „Aber Alex…“

      „Vergiss es“, wiederholte Alex mit Nachdruck. „Sieh dir lieber an, was ich wirklich heute Nachmittag gemacht habe“, sagte sie und holte das knappe rote Kleid aus ihrer Einkaufstasche. Mia starrte es fasziniert an.

      „Der Wahnsinn… Hast du das selbst gemacht? Was ist das?“, fragte Mia.

      „Mein Kostüm“, antwortete Alex.

      Plötzlich zog Mia die Brauen hoch. „Meinst du wirklich, du solltest bei deinen Haaren Rot tragen?“, meinte sie.

      Alex verdrehte die Augen. „Es ist mir doch egal, ob sich dieser Fummel mit meinen Haaren beißt oder nicht. Ich will wie ein Phönix aussehen, verstehst du?“

      Mia begriff. „Moment, heißt dass…“

      „Genau“, antwortete Alex. „Ich werde tun, was Sarah gesagt hat. Mir ein Image zulegen und wieder in den Untergrund gehen.“

      ~


      Und so geschah es. Gegen elf Uhr Abends, als Alex sich sicher war, dass alle anderen Bewohner des Hauses schliefen, schlich sie sich mit Hilfe Mias aus dem Haus. Sie hatte zuvor bereits unter dem staunenden Augen Mias ihr Kostüm angezogen und sich einen langen Mantel ausgeliehen, unter dem der freizügige Fummel nicht zu sehen war. Lediglich die angedeuteten Schwanzfedern lugten unter dem Saum des Mantels hervor, aber das war ihr egal.
      An der Tür verabschiedete sie sich flüsternd von Mia und ließ sie schwören, nichts Alex’ Mutter zu erzählen, sollte diese wach werden. Zunächst wollte Mia sie auch begleiten, aber Alex konnte sie schließlich dazu überreden, doch zu Hause zu bleiben. Es war schlimm genug, dass sie sich selbst den Risiken des Untergrunds aussetzte, sie musste nicht auch noch ihre Freundin unnötig in Gefahr bringen.

      Die Julihitze hatte etwas nachgelassen und die Nachtluft war angenehm kühl. In Windeseile ging sie zur nächsten U-Bahnstation und schnell war sie im zwielichtigsten Viertel der Stadt angekommen, wo die Straßen und Clubs voll mit Menschen waren, die den Beginn des Wochenendes feierten. Ohne zu irgendjemandem Blickkontakt aufzubauen ging sie strammen Schrittes durch die Straße hin zu der Seitengasse, wo sich die Red-Eyes Bar befand.

      Diese war im Gegensatz zu Mittwochabend proppenvoll und diesmal bestand die Kundschaft nicht nur aus Geschäftsmännern, sondern zum großen Teil aus lärmenden Gruppen junger Männer.
      Alex ging hinüber zur Bar, und als Turner sie erblickte, sagte er:
      „Na sieh’ an, wenn das mal nicht das kleine Mädchen ist, das Rogue besiegt hat. Hätte nicht gedacht, dass du wiederkommst.“

      „Nun, hier bin ich“, antwortete Alex kühl. „Ich will mich wieder duellieren.“

      „Nun, nur zu, Vanity hat heute einen Lauf. Er hat eben schon zwei Duelle nacheinander gewonnen“, sagte er und nickte zu dem Boxring, wo ein riesiger maskierter Mann stand, der einen Zylinderhut trug und dessen langer Umhang bis zum Boden ragte.

      „Du weißt ja, wo die Umkleiden sind“, fügte Turner hinzu.

      „Nicht nötig“, sagte Alex. „Ich habe meine Sachen schon an.“

      Turner sah sie genervt an. „Ich habe es dir doch schon letztes Mal erklärt. Hier drin gilt ein Dresscode für unsere weiblichen Duellanten.“

      „Oh, ich denke, mein Kostüm entspricht deinen Vorstellungen.“
      Alex öffnete ihren Mantel, sodass Turner ihr Kostüm milde beeindruckt bestaunen konnte. Es widerte Alex zwar an, so angeglotzt zu werden, aber sie hielt dem Blick stand.

      „Schön…“, sagte Turner mit einem schmutzigen Lächeln. „Wir sind uns einig. Du kannst es anbehalten. Noch was?“

      „Ja, ich will ein Pseudonym“, antwortete Alex.

      ~


      Minuten später hatte Alex die Maske aufgesetzt, stand oben im Ring und ließ ihren Blick über das Publikum schweifen. Nach kurzer Zeit erblickte sie eine große, dunkelhäutige junge Frau an einem der Tische. Sarah war also gekommen, um das Duell zu sehen. Sie streckte den Daumen nach oben, um Alex zu ihrem Kostüm zu gratulieren und bedeutete Alex mit einer Fingerbewegung, sich in Bewegung zu versetzen.
      Alex gehorchte. Sie machte einmal die Runde im Ring und interagierte mit den Zuschauern. Manchmal hob sie die Hand zum Gruß oder aber sie machte eine Art Hüftschwung und wandte den Kunden dabei wahlweise ihren Oberkörper oder ihre Schwanzfedern zu und wenn sie einen anerkennenden Pfiff erntete, zwinkerte sie dessen Urheber hinter ihrer Maske kokett zu.
      Doch dann, als sie ihre Runde um den Ring fast vollendet hatte, sah sie etwas, das ihr Herz irgendwo in die Gegend der Kniekehle rutschen ließ…
      Devon saß an einem der Tische, zusammen mit ein paar älteren Freunden, mit denen er anscheinend ausgelassen sein neues Duellakademie-Stipendium feierte. Offenbar war dies nicht die erste Bar, die sie heute besuchten, denn ihr Gelächter hatte bereits etwas Lallendes an sich.
      Rasch wandte Alex sich ab, damit Devon sie hoffentlich nicht erkannte und nahm mit hin- und herwippenden Schwanzfedern ihre Position ein, wo sie sich entschlossen den Metallring mit der Stromkette oberhalb ihrer Duel Disc anlegte und das elektrische Summen ihr verriet, dass Turner die Ringumzäunung unter Strom gesetzt hatte. Nun hatte das Duell offiziell begonnen.

      „Meine Damen und Herren, herzlich willkommen zu einem weiteren Untergrund-Duell hier in der Red-Eyes Bar!“, sprach Turner in seine alte Mikrofonanlage. „Auf der einen Seite des Rings haben wir einen Duellanten, der mit seinen wahrlich teuflischen Kombinationen heute Abend schon zwei Siege in Folge errungen hat! Der Maskierte Riese, Vanity!“

      Alex sah hinüber zu ihrem Gegner. Dieser war fast zwei Meter groß und durch Maske, Zylinderhut und den langen schwarzen Umhang erkannte man von seinem Gesicht lediglich das spitze Kinn und den schmalen Mund, der zu einem fiesen Grinsen verzogen war.

      „Und an der anderen Seite des Rings“, fuhr Turner fort. „Ein junges Duelltalent, die heute gerade einmal ihr zweites Duell hier im Untergrund bestreitet und dennoch schon einen Auftritt hinlegt, als hätte sie in den zarten sechzehn Jahren ihres Lebens nichts anderes getan! Phoenix!“

      Beim Klang ihres neuen Untergrund-Namens fühlte sich Alex bestärkt und entschlossen sah sie zu ihrem Gegner hinüber.

      „Duellanten, zieht eure Starthände und lasst das Duell beginnen!“, rief Turner.

      „Los, Duell!“, riefen die Kontrahenten daraufhin im Chor und taten wie ihnen geheißen.

      „Ich fange an!“, rief Alex. „Ich beschwöre Hiita mit ihrem Vertrauten im Angriffsmodus!“
      Vor ihr erschien ein zornig dreinblickendes, rothaariges Mädchen mit einem Zauberstab, das von einem brennenden Fuchs begleitet wurde. Eine der Karten, die sie erst vor kurzem ihrem Deck hinzugefügt hatte. (ATK: 1850)
      „Das sollte fürs erste reichen. Ich beende meinen Zug“

      „Ein Monster mit vielen Angriffspunkten wird auch nicht reichen, um deine Seele zu retten“, sagte der riesige maskierte Duellant düster. „Mein Zug.“
      Er betrachtete die gezogene Karte und seine schmalen Lippen verzogen sich zu einem unheilverkündenden Lächeln.
      „Auf meinem Feld erscheint Scarm, Grimmetatze des brennenden Abgrunds!“
      Der lächerliche Name des Monsters wollte so gar nicht zu seinem albtraumhaften Äußeren passen. Das Ungetüm hatte eine wilde graue Haarmähne und ein schreckliches, Augenloses Gesicht. Seine Arme waren überlang und die Klauen an seinen vierfingrigen Händen waren fast einen halben Meter lang, zusätzlich hatte das Ding auch noch ein paar ledriger Flügel. (DEF: 2000)

      „Ein paar grimmige Katzen werden dir auch nicht helfen“, sagte Alex spöttisch.

      „Sprich nicht über Dinge, die du nicht verstehst“, entgegnete Vanity verächtlich. „Grimmetatzen sind mächtige Gesandte des Abgrunds, die den Höllengraben bewachen! Aber das ist jetzt nicht weiter von Belang. Da ich keine Zauber- oder Fallenkarten kontrolliere, konnte Scarm, Grimmetatze des brennenden Abgrunds das Feld mit einer Spezialbeschwörung betreten! Deshalb kann ich ihn nun als Tribut anbieten, um ein viel mächtigeres Monster zu beschwören! Erscheine, Einbildungsunterweltler!“,

      Das grausige Monster verschwand und machte stattdessen dem Hologramm eines überlebensgroßen Mannes mit langen roten Haaren und arrogantem Gesichtsausdruck Platz. Dieser trug wie sein Besitzer einen langen schwarzen Umhang, der bis zum Boden reichte und außerdem eine Art schwarzer Maske, die eine Hälfte seines Gesichts umrahmte wie ein Gesichtstattoo. (ATK: 2400)

      Einbildungsunterweltler“, rief Vanity nun seinem Monster zu. „Greif’ ihr Monster an!“

      Der finstere Mann setzte sich in Bewegung und statt zu laufen schwebte er. Als er an Alex’ rothaariger Zauberin ankam, wehte sein Umhang beiseite und enthüllte was darunter lag: Nichts als ein mit rotem Fell überwucherte Arm, mit dem der Mann nach der Zauberin ausholte, deren Hologramm sich in Luft auflöste.
      Alex hatte sich zwar auf den Stromschlag gefasst gemacht, dennoch war sie überrascht, wie sehr er weh tat. Sofort war ihr linker Arm komplett taub. (Alex: LP 4000 -> 3450)

      „War das schon alles?“, stieß Alex zornig hervor und rieb sich den tauben Arm.

      „Noch nicht ganz“, sagte Vanity ruhig. „Ich aktiviere noch den permanenten Zauber Kartenhändler und dann beende ich meinen Zug“, schloss er und vor ihm erschien das vergrößerte Hologramm einer grünen Zauberkarte. Darauf zu sehen war ein maskierter Mann mit einem langen Schwarzen Umhang und Zylinderhut, der einen Stapel Karten hielt. Quasi ein Ebenbild Vanitys.

      „Gut, zeige ich dir jetzt, wie man richtig spielt!“, rief Alex. „Ich ziehe!“
      Beim Ziehen ließ sie wieder die Flammen an ihrer rechten Hand auflodern und das Publikum reagierte erschrocken bis begeistert. Alex wandte ihren Kopf kurz einer Gruppe von Männern zu, die nah am Ring saßen und zwinkerte neckisch.

      „Ich beschwöre Feuervogel im Angriffsmodus!“, fuhr sie fort und als sie die Karte mit brennenden Fingern auf ihre Duel Disc legte, erschien vor ihr das Hologramm eines großen Vogels, dessen Flügel, Hals und Schwanzfedern in Flammen standen. (ATK: 1000)
      „Und es kommt noch besser! Denn mit Feuervogel hat zufällig gerade ein Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer mein Feld betreten!“

      „Dein Wissen über das Wesen der Karten ist genau so schlecht ausgeprägt wie das über Literatur. Denn andernfalls würdest du wissen, dass, solange Einbildungsunterweltler offen auf dem Feld liegt, keiner von uns Spezialbeschwörungen durchführen kann! Solltest du also tatsächlich vorgehabt haben, eine Titanen-Beschwörung durchzuführen, so muss ich dich leider enttäuschen“, erwiderte Vantiy kalt.
      Zornig funkelte Alex zu ihm herüber. So langsam ging es ihr auf die Nerven, von ihm ständig als die Dumme dargestellt zu werden. Hätte sie doch nur irgendeine verblüffende Kombo parat, mit der sie Vanity und die Zuschauer vom Gegenteil überzeugen konnte…

      „Gut, dann beende ich meinen Zug“, schloss sie widerwillig.

      „Ich habe nichts anderes erwartet. Mein Zug!“, sagte Vanity und zog eine Karte von seinem Deck.
      „Ich aktiviere den Effekt meines Kartenhändlers! Ich kann eine Karte von meiner Hand ins Deck zurückmischen und dafür eine neue ziehen!“
      Gelassen legte er eine Karte von seiner Hand ins Deck zurück und wartete ab, während seine Duel Disc das Deck mischte, dann nahm er sich eine neue Karte.
      „Und jetzt los, Einbildungsunterweltler, vernichte ihren Feuervogel!“, fuhr er fort und streckte seine Finger in die Luft vor sich, woraufhin sein Monster den brennenden Vogel mit den Klauen seines fellbedeckten Arms zerfetzte. Diesmal war Alex besser vorbereitet und schaffte es den Stromschlag lautlos und mit geballter Faust zu überstehen, auch wenn sie hinterher etwas wacklig auf den Beinen war.
      (Alex: LP 3450 -> 2050)

      „Ich lach’ mich schlapp!“, rief sie kämpferisch und Flammen loderten ihren Arm empor.

      „Deine Worte sind genau so leer wie dein Feld“, antwortete Vanity kühl. „Ich beende meinen Zug.“

      „Gut, dann bin ich dran! Ich ziehe!“, rief Alex zornig. Dieses nervige Monster war ihr ein Dorn im Auge. Zwar würde Alector, der Herrscher der Vögel seinen Effekt aufhalten können, aber für den würde sie Tribut anbieten müssen. Daher musste sie sich wohl noch eine Runde gedulden. „Ich beschwöre Adlerauge im Verteidigungsmodus!“
      Vor ihr erschien das Hologramm eines braunen Adlers mit gelben Schwanzfedern, der seine Flügel vor seiner Brust verschränkte. (DEF: 1200)
      „Ich setze noch eine Karte verdeckt und beende meinen Zug!“, schloss sie.

      „Dich hinter deinen Karten zu verstecken, bringt dich auch nicht weiter!“, sagte Vanity.

      „Wer sagt denn, dass ich mich verstecke?“, konterte Alex.

      „Ich sage das!“, dröhnte der maskierte Hüne unbarmherzig. „Mein Zug! Ich ziehe und aktiviere den Effekt meines Kartenhändlers! Ich mische eine Karte von meiner Hand ins Deck zurück und ziehe dafür eine neue!“
      Als das geschehen war, ging er wieder zum Angriff über: „Einbildungsunterweltler, erledige diesen Vogel!“
      Der rothaarige Mann schwebte wieder auf das Alex’ Monster zu und der haarige Arm erschien unter seinem Umhang.

      „Nicht so schnell!“, rief Alex. „Ich aktiviere die Falle Undurchdringbarer Angriff! Damit verhindere ich, dass Adlerauge durch den Kampf zerstört wird!“
      Vanitys Monster fuhr mit seinem Angriff fort und langte mit seinen Klauen nach dem braun-gelben Vogel, doch dann erschien eine gelbe Lichtbarriere um den Vogel herum, an der der haarige Arm abprallte, woraufhin Vanitys Monster zu seinem Besitzer zurückschwebte.

      „Nun gut, diese Runde hast du deinen Kopf noch aus der Schlinge ziehen können, aber das wird dir nicht noch einmal gelingen! Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug“, drohte Vanity.

      „Na von mir aus“, sagte Alex betont gleichgültig. „Mein Zug! Ich ziehe!“
      Sie zog mit brennenden Fingern auf und betrachtete die Karte. Nichts besonders Nützliches, aber sie hatte ohnehin, was sie brauchte.
      „Ich biete Adlerauge als Tribut an, um Alector, der Herrscher der Vögel zu beschwören!“
      Auf ihrem Feld erschien das Hologramm des großen Vogelmenschen mit silberner Rüstung und smaragdgrünen Augen, die denen Alex' so ähnlich sahen. (ATK: 2400)
      Vanity musterte Alex und ihr Monster schweigend.
      „Ich aktiviere den Effekt von Alector! Einmal pro Spielzug kann er den Effekt eines deiner Monster annullieren! Und wenn der Effekt deines Einbildungsunterweltlers erst einmal annulliert ist, kann ich nach Lust und Laune Spezialbeschwörungen durchführen!“, rief sie nun und forderte mit den Fingern Beifall vom Publikum ein, den sie auch bekam. Vanity verzog seinen schmalen Mund unterdessen unzufrieden, während sein Monster in einem roten Licht aufleuchtete und unter seinem Umhang in die Knie ging, kommentierte das Geschehen jedoch nicht.

      „Und jetzt los!“, fuhr Alex fort. „Ich mische Hiita mit ihrem Vertrauten vom Attribut Feuer und Adlerauge vom Typ Geflügeltes Ungeheuer von meinem Friedhof ins Deck zurück! Die Kraft des Feuers und die Kraft der Vögel, vereint euch und entfesselt eine neue Kraft! Titanen-Beschwörung! Erscheine, Phönix der Wiedergeburt!“
      Anmutig stiegen die Karten in die Luft und als der blendend helle Lichtblitz in den Ring einschlug und eine Stichflamme hinterließ, aus der der riesige brennende Vogel hoch in die Luft schoss, stieg Hoffnung in Alex’ Brust auf wie eine wärmende Glut. Nun konnte Vanity einpacken... (ATK: 2500)

      „Meine Damen und Herren, endlich bekommen Sie das Monster zu sehen, dem Phoenix ihren Namen zu verdanken hat! Aber wird ein Titanen-Monster reichen, um Vanitys Siegesserie zu beenden?“, kommentierte Turner mit seiner alten Mikrofonanlage. Vanity selbst sagte nichts, aber Alex konnte erkennen, wie sich die Augen hinter seiner Maske zornig verengten.

      „Genug geredet!“, rief Alex schließlich. „Phönix der Wiedergeburt, greif’ Einbildungsunterweltler an mit brennender Zorn!“
      Der riesige orange-rote Vogel stieg hoch in die Luft und setzte dann zum Sturzflug auf den rothaarigen Unterweltler an. Als der Phönix diesen erreichte und mit brennenden Schwingen angriff gab es eine Rauchwolke und das Hologramm des Unterweltlers löste sich in Luft auf. (Vanity: LP 4000 -> 3900) Der maskierte Mann knurrte zornig, als der Stromschlag ihn traf, ansonsten ließ er sich jedoch nichts anmerken und als die Rauchwolke sich gelegt hatte, stand er mit ausgestrecktem Arm da, vor sich das vergrößerte Hologramm einer Fallenkarte.

      „Clever gespielt, Mädchen“, sagte er. „Aber dennoch zwecklos. Da eins meiner Monster im Kampf zerstört wurde, kann ich die Fallenkarte Das Grab der Wiedererweckung aktivieren! Jetzt wählen wir beide ein Monster von unseren Friedhöfen und beschwören es als Spezialbeschwörung im Verteidigungsmodus! Und ich entscheide mich für Scarm, Grimmetatze des brennenden Abgrunds!“
      Auf seinem Feld erschien wieder das grausige, augenlose Geschöpf mit den überlangen Armen und Krallen. (DEF: 2000)

      „Gut, dann wähle ich Feuervogel!“, sagte Alex und auf ihrem Feld erschien wieder der kleinere brennende Vogel. (DEF: 800)
      „Also los, Alector! Erledige dieses Vieh! Silberkralle!“
      Der große, gerüstete Vogelmensch flog los und zerfetzte Vanitys Monster mit seinen Krallen.
      „Ich beende meinen Zug“

      „Genieß nur deinen kleinen Moment des Ruhmes, solange er anhält. Aber Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall! Weil Scarm, Grimmetatze des brennenden Abgrunds in diesem Spielzug auf den Friedhof gelegt wurde, kann ich meiner Hand ein Monster vom Typ Unterweltler der Stufe 3 von meinem Deck hinzufügen! Finde deinen Weg zu mir, Cir, Grimmetatze des brennenden Abgrunds!“, sagte Vanity und griff nach einer Karte, die seine Duel Disc hervorschob. Darauf zu sehen war ein Gargoyle-artiges Wesen, an dessen Armen und Beinen die Reste von Ketten hinab baumelten.

      „Und jetzt…“, fuhr der maskierte Hüne fort, „Ist es mein Zug. Ich ziehe und lasse die Magie meines Kartenhändlers sprechen!“ Er tauschte eine Karte von seiner Hand gegen eine neue aus, dann grinste er unheilverkündend und zog eine Zauberkarte aus seinem Blatt hervor.
      „Ich aktiviere den Zauber Spezial-Wirbelsturm! Wenn ich jetzt Cir, Grimmetatze des brennenden Abgrunds von meiner Hand abwerfe, werden alle als Spezialbeschwörung beschworenen Monster zerstört!“
      Alex verengte hinter ihrer Maske zornig die Augen, sagte aber nichts, als sich ein Wirbelsturm aus Vanitys Zauberkarte entfachte und Alex’ Phönix der Wiedergeburt sowie Feuervogel erfasste, woraufhin sie gezwungen war, diese Karten in den Friedhof zu schicken.
      „Da Cir, Grimmetatze des brennenden Abgrunds in den Friedhof geschickt wurde, kann ich jetzt ein Monster des brennenden Abgrunds als Spezialbeschwörung vom Friedhof beschwören! Kehre zurück zu mir, Scarm, Grimmetatzte des brennenden Abgrunds!“.
      Das grausige Geschöpf mit den überlangen Krallen erschien abermals auf seinem Feld. (DEF: 2000)

      „Doch auch dieses Mal wird er nicht lange verweilen, denn erneut biete ich Scarm, Grimmetatze des brennenden Abgrunds als Tribut an, um ein viel mächtigeres Geschöpf zu beschwören! Erscheine, Majestätsunterweltler!“, fuhr Vanity fort.
      Auf seinem erschien der selbe Mann mit den langen roten Haaren wie vorhin, nur dass dieser einen goldenen Umhang trug und in einem hellen Licht erstrahlte. (ATK: 2400)

      „Und wenn schon!“, sagte Alex trotzig. „Dein Monster hat genau so viele Angriffspunkte wie meines! Was willst du also erreichen?“

      „Du bist mit Blindheit geschlagen!“, entgegnete Vanity kalt. „Denkst du wirklich, mein Handeln sei unbegründet? Du irrst dich! Ich rüste Majestätsunterweltler mit dem Ausrüstungszauber Schwarzer Anhänger aus, wodurch er 500 zusätzliche Angriffspunkte erhält!“
      Er steckte eine Karte in seine Duel Disc, woraufhin eine Kette mit einem schwarzen Medaillon in der Luft auftauchte, dass der rothaarige Mann mit einem unter seinem Umhang hervorlugenden Arm in goldener Rüstung auffing.
      (Majestätsunterweltler: ATK 2400 -> 2900)
      Alex schluckte. Nicht gut, dachte sie.

      „Und jetzt…“, sagte Vanity bedrohlich. „Majestätsunterweltler! Vernichte ihr Monster!“
      Der leuchtende Unterweltler schwebte auf Alex’ Seite des Felds zu, wobei sein Umhang aufwehte und einen schemenhaften, leuchtenden Körper enthüllte. Unter dem Umhang schossen nun goldene Lichtstrahlen hervor, die Alex’ Monster durchbohrten wie Laserstrahlen. Alex selbst ächzte vor Schmerz, als der Stromschlag sie traf, blieb aber auf den Beinen und verkniff sich einen Schrei.
      (Alex: LP 1550 -> 1050)
      „Ich beende meinen Zug, doch bevor ich das tue, aktiviert sich der Effekt von Scarm, Grimmetatzte des brennenden Abgrunds in meinem Friedhof und ich füge meiner Hand einen Unterweltler der Stufe 3 von meinem Deck hinzu… Und ich entscheide mich für Graff, Grimmetatzte des brennenden Abgrunds!“, schloss der Maskierte und griff nach der Karte, die seine Duel Disc hervorgeschoben hatte und auf der ein Dämon zu sehen war, dessen Kopf dem einer monströsen Fledermaus glich.

      „Du gehst mir allmählich ziemlich auf die Nerven!“, verkündete Alex zornig. „Ich bin also ‚mit Blindheit geschlagen’, ja?“ -sie äffte Vanity in einem affektierten Tonfall nach- „Du kannst dir deine ach so schlauen Ausdrücke sonst wo hinstecken! Dir zeig’ ich’s schon noch! Mein Zug! Ich ziehe!“
      Sie betrachtete die gezogene Karte und lächelte grimmig.
      „Ich betrete die Battle Phase!“, rief sie.

      „Und was gedenkst du, damit ohne Monster zu erreichen?“, fragte Vanity gelangweilt.

      „In der Battle Phase eines beliebigen Spielers kann ich den Schnellzauber Plötzliche Wiedergeburt aktivieren! Damit kann ich ein Feuer-Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer von meinem Friedhof als Spezialbeschwörung beschwören! Komm also zurück zu mir, Phönix der Wiedergeburt!“, entgegnete Alex und aus einer leuchtenden Stichflamme stieg der riesige orange-rote Vogel empor und erfüllte Alex’ Brust wieder mit Hoffnung.
      „Und wir befinden uns immer noch in der Battle Phase! Das heißt, Phönix der Wiedergeburt kann immer noch angreifen! Also los, Brennender Zorn!“

      „Was wird das?“, raunte Vanity misstrauisch.

      „Oh, tut mir leid“, erwiderte Alex spöttisch. „Ich dachte du wüsstest alles über das ‚Wesen der Karten’! Aber offenbar hast du dich da getäuscht: Ich aktiviere den Effekt von Phönix der Wiedergeburt! Wenn ich Lebenspunkte in Höhe der Differenz der Angriffspunkte unserer Monster bezahle, erhält mein Phönix genau so viele Angriffspunkte hinzu!“, rief sie und in Erwartung eines Stromschlags schloss sie die Augen. Doch da kam kein Stromschlag. Stattdessen hörte sie nur Vanity auf der anderen Seite des Spielfelds höhnisch lachen.

      „Und wieder einmal stellst du dir in deinem Hochmut nur selbst ein Bein“, sagte er. „Solange Majestätsunterweltler offen auf dem Feld liegt, können wir beide keinerlei Monstereffekte aktivieren!

      „Waas?!“, fragte Alex ungläubig und sah zu, wie der riesige orange-rote Vogel, auf den sie sich immer verlassen konnte, auf den Mann mit dem goldenen Umhang zuschoss, dabei jedoch nicht in Flammen aufging und direkt in seine ausgestreckte Hand mit dem schwarzen Medaillon raste, wobei sich sein Hologramm in Luft auflöste.
      Alex ärgerte sich über sich selbst. War doch klar, dass auch dieser Unterweltler einen nervigen Effekt hatte! Und nicht war dieser ganze Zug umsonst gewesen, sie hatte Vanity auch noch eine exzellente Gelegenheit geboten, sie wieder als die Dumme dastehen zu lassen!
      Der Stromschock indes kam völlig unvorbereitet. Alex schrie und sank auf die Knie, wobei ihr der Träger des selbstgeschneiderten Kleides von der Schulter rutschte und sie diesen rasch wieder zurecht rückte, um sich nicht vor der gesamten Kundschaft zu entblößen. (Alex: LP 1050 -> 650)
      Neben dem Zorn und der Scham machte sich nun auch Unsicherheit in Alex breit: Wenn Vanitys Monster verhinderte, dass sie Monstereffekte aktivierte, dann würde Phönix der Wiedergeburt am Ende des Zuges auch nicht zu ihr zurückkehren…
      Mühselig stand Alex auf. Der unsichtbare Träger aus Angelschnur schnitt ihr schmerzhaft in die Schulter und es sah nicht gut für sie aus. Aber noch war nichts verloren...

      „Ich aktiviere den Zauber Topf der Gier!“, rief sie und schob die Karte auf ihren Friedhof. Vor ihr erschien indes das berühmte Hologramm eines grünen Topfs mit einem hässlichen Gesicht. Eigentlich war Alex kein großer Freund dieser Karte, weil es sie störte, eine Karte zu benutzen, deren Name ‚Gier’ enthält. Aber es half nichts: Es war einfach dumm, diese Karte nicht in sein Deck zu tun, wenn man sie schon einmal besaß. „Damit ziehe ich zwei Karten von meinem Deck!“
      Sie betrachtete die gezogenen Karten mit grimmiger Zufriedenheit. Immerhin, damit konnte sie sich etwas Zeit kaufen.
      „Als nächstes aktiviere ich den Zauber Eine Feder vom Phönix! Zum Preis von einer Handkarte kann ich eine Karte von meinem Friedhof wählen und oben auf mein Deck legen! Und ich wähle Plötzliche Wiedergeburt! Dann setze ich noch zwei Karten verdeckt und beende meinen Zug!“

      „Der Gestank von Verzweiflung geht von deinen verdeckten Karten aus. Wann gestehst du dir deine Niederlage endlich ein?“

      „Nur dann, wenn ich keine Lebenspunkte mehr habe!“, antwortete Alex aufmüpfig, woraufhin der Maskierte wieder ein hämisches Kichern hören ließ.

      „Du amüsierst mich…“, sagte er. „Dann eben auf die harte Tour! Ich bin dran, ich Ziehe! Kartenhändler, lass’ deine Magie walten!“
      Mit offensichtlichem Genuss daran, seine Gegnerin zappeln zu lassen, tauschte er ganz langsam eine seiner Handkarten gegen eine neue aus. Dann ergriff er wieder das Wort:
      „Und jetzt… Majestätsunterweltler! Beende dieses Duell!“
      Vanity streckte seine Hand aus, während der rothaarige Mann mit dem goldenen Umhang auf Alex zuschwebte, wobei sein Umhang aufwehte und den schemenhaften leuchtenden Körper darunter enthüllte. Lichtstrahlen schossen nun unter dem Umhang hervor direkt auf Alex zu, die sich geblendet den Arm vors Gesicht hielt.
      Vanity lachte selbstzufrieden, als der finale Schlag seine Gegnerin traf. Doch kein schmerzerfüllter Schrei war von ihr zu hören und auch die Hologramme der verbliebenen Karten verschwanden nicht. Stattdessen schwebte der rothaarige Unterweltler wieder zurück zu seinem Besitzer und als sein goldener Umhang sich wieder zusammenfaltete, legte er für Vanity den Blick auf seine aufreizend gekleidete Gegnerin frei, vor ihr das vergrößerte Hologramm einer Fallenkarte.

      „Ich fürchte das Spiel geht noch ein bisschen weiter“, verkündete sie. „Denn vor deinem letzten Angriff habe ich die Falle Verteidigungsziehen aktiviert! Dadurch wurde der Schaden, den ich erhalten habe, zu 0! Außerdem kann ich noch eine weitere Karte ziehen!“

      „Du langweilst mich“, sagte Vanity verächtlich, während Alex ihre aufs Deck zurückgelegte Plötzliche Wiedergeburt aufzog. „Ich beende meinen Zug.“

      „Gut, dann bin dran!“, rief Alex. „Ich ziehe!“
      Sie sah die Karte an, die sie mit brennenden Fingern aufgezogen hatte und starrte eine Weile darauf. Es war noch eine Schnellzauberkarte, die sie erst vor kurzem ihrem Deck hinzugefügt hatte. Blitzschnell schaltete sie. Dies war die Lösung! Jetzt machte alles Sinn!
      „Battle Phase!“, rief sie und schob eine der Zauberkarten in ihren Friedhof. „Das heißt ich aktiviere Plötzliche Wiedergeburt, um meinen Phönix der Wiedergeburt als Spezialbeschwörung vom Friedhof zu beschwören!“
      Erneut stieg der riesige brennende Vogel mit einem Schrei hoch in die Luft und die Entschlossenheit, die dieser Anblick in Alex auslöste, ließ ihren gesamten Arm in Flammen aufgehen.
      „Als nächstes aktiviere ich den Schnellzauber Phönix-Angriff! Damit zerstöre ich eins meiner Feuer-Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer und eins deiner Monster und du erhältst Schaden in Höhe der Hälfte der Angriffspunkte, die dein Monster auf dem Feld hatte!“

      „Das kann doch nicht sein!“, rief Vanity fassungslos.

      „Und ob!“, erwiderte Alex und sah zu, wie der riesige Vogel abermals in einer Stichflamme aufging. Die Flamme veränderte daraufhin ihre Form und sah nun aus wie ein Paar gewaltiger brennender Schwingen, das auf dem Weg zu Vanity direkt dessen Monster passierte, woraufhin sich dessen Hologramm in Luft auflöste. Als der Schaden Vanity traf, machte dieser vor Schmerz zwar ein Geräusch wie ein wütender Stier, blieb aber auf den Beinen. (Vanity: LP 3900 -> 2450)

      „In deiner Zerstörungswut schadest du dir nur selbst!“, rief der Maskierte. „Denn zusammen mit Majestätsunterweltler wurde auch mein Ausrüstungszauber Schwarzer Anhänger zerstört! Und das heißt, du erhältst jetzt 500 Punkte Schaden!“ Alex ächzte vor Schmerz, als der Stromschlag sie traf, hielt ihm aber Stand.
      (Alex: LP 650 -> 150)

      „Wie gut, dass ich jetzt keine Lebenspunkte mehr brauche!“, entgegnete Alex und ein triumphierendes Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus.

      „Was soll das heißen?“, fragte Vanity misstrauisch und als er die Fallenkarte erblickte, die offen vor seiner Gegnerin lag, fügte er verunsichert hinzu: „Was ist das?“

      „Meine Fallenkarte Puzzle-Wiedergeburt natürlich!“, antwortete Alex. „Sie hat sich aktiviert, als mein Monster durch einen Karteneffekt zerstört wurde und erlaubt es mir, ebendieses Monster als Spezialbeschwörung vom Friedhof zu beschwören!“

      „Nein!“, rief Vanity entsetzt.

      „Doch! Phönix der Wiedergeburt, komm’ zurück zu mir und beende dieses Duell! Brennender Zorn!“, erwiderte Alex und in einer Stichflamme schoss der riesige Vogel ein letztes Mal in die Luft und setzte zum Sturzflug auf Vanity an. Dieser hielt sich schützend den Arm vors Gesicht, als der Phönix ihn mit brennenden Schwingen attackierte. Als der Stromschlag ihn traf und den Verlust des Rests seiner Lebenspunkte ankündigte, schrie er vor Schmerz auf und sank auf die Knie.
      (Vanity: LP 2450 -> 0)

      „Es ist unglaublich, meine Damen und Herren! Obwohl Vanity fast das ganze Duell dominiert hat, konnte Phoenix es tatsächlich schaffen, seine Blockaden zu durchbrechen, den Sieg einzufahren und damit die Siegesserie ihres Gegners zu beenden!“, kommentierte Turner.
      Als Alex ihre Duel Disc eingefahren und sich das metallene Armband abgenommen hatte, blickte sie ins Publikum und forderte mit Fingergesten Beifall ein, den sie auch in rauen Mengen bekam.
      Als das elektrische Summen des Rings verstummt war, verließ sie diesen und begann sie mit ihrer Runde um die Tische. Wenn sie in Reichweite der Kunden kam rieb sie dem Daumen ihrer linken Hand über Mittel- und Zeigefinger und wenn sie Trinkgeld bekam, zwinkerte sie neckisch oder hauchte den besonders großzügigen Kunden auch schon mal einen Kuss zu und im Weitergehen wackelte sie absichtlich mit ihren Schwanzfedern. Sie kam sich albern dabei vor und hasste sich für das Meiste, was sie tat, aber als sie an Sarah vorbeikam, gab diese Alex mit empor gestrecktem Daumen zu verstehen, dass sie alles richtig machte.
      Und so fuhr Alex mit ihrer Runde fort und ging an jedem Tisch vorbei, außer an dem, wo Devon und seine Kumpels saßen. Und es lohnte sich: Fünf, zehn, zwanzig, dreißig, fünfzig, fünfundsiebzig, achtzig, neunzig Dollar! Gerade wollte sie mit einem Hochgefühl zu Turner an die Bar gehen, um ihre reguläre Siegerprämie abzuholen, da ertönte hinter ihr eine Stimme.

      „Hey, Süße! Komm’ doch mal rüber zu uns und häng’ mit den coolen Kids ab!“, lallte Devon und versuchte, sie zu sich heranzuwinken.

      Ganz langsam wandte sich Alex um und ging dann raschen Schrittes auf Devon zu und als sie an seinem Tisch angekommen war und Devon gerade den Mund für eine weitere unangebrachte Bemerkung öffnete, ballte Alex ihre rechte Hand zur Faust und schlug nach dem arroganten, schmalen Gesicht aus, sodass ihre brennenden Knöchel nur noch einen Zentimeter von seiner langen Nase entfernt waren. Devon war so erschrocken, dass er seinen Drink verschüttete und Alex entsetzt anstarrte. Die wandte sich jedoch abrupt um und schritt von dannen.
      Doch das grimmige Vergnügen, dass sich nach diesem Akt des Dampfablassens in Alex ausbreitete war nur von kurzer Dauer. Denn neben Schreck und Entsetzen hatte sich da noch ein etwas anderes in Devons kalten grauen Augen abgezeichnet: Erkenntnis. Eins war sicher: Spätestens jetzt wusste Devon genau, wer sich hinter der Fassade von „Phoenix“ verbarg…
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      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

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      Kartenliste
      Alex:
      - Hiita mit ihrem Vertrauten
      - Feuervogel
      - Adlerauge
      - Undurchdringbarer Angriff
      - Alector, der Herrscher der Vögel
      - Topf der Gier
      - Eine Feder vom Phönix
      - Verteidigungsziehen
      - Puzzle-Wiedergeburt

      Vanity:

      - Einbildungsunterweltler
      - Majestätsunterweltler
      - Scarm, Grimmetatze des brennenden Abgrunds
      - Cir, Grimmetatze des brennenden Abgrunds
      - Graff, Grimmetatze des brennenden Abgrunds
      - Kartenhändler
      - Das Grab der Wiedererweckung
      - Spezial-Wirbelsturm
      - Schwarzer Anhänger

      Neue Karten:

      Phönix der Wiedergeburt

      Monster / Titan / Effekt / Feuer / Geflügeltes Ungeheuer / Gold-Sterne: 2 / 2500 Atk / 2000 Def

      Während des Spielzugs eines beliebigen Spielers, wenn diese Karte gegen ein Monster kämpft, dessen ATK höher sind als die ATK dieser Karte; du kannst Life Points in Höhe der Differenz bezahlen und wenn du das tust: Diese Karte nur während des Damage Steps ATK in Höhe der Menge an Life Points, di du bezahlt hast. Während der End Phase eines beliebigen Spielers, wenn sich diese Karte in deinem Friedhof befindet, weil sie in diesem Spielzug durch Kampf zerstört und dorthin gelegt wurde; Du kannst diese Karte als Spezialbeschwörung vom Friedhof beschwören.

      Plötzliche Wiedergeburt

      Zauber / Schnell

      Aktiviere diese Karte nur während der Battle Phase. Wähle ein FEUER-Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer in deinem Friedhof; beschwöre das gewählte Ziel als Spezialbeschwörung.

      Phönix-Angriff

      Zauber / Schnell

      Wähle ein FEUER-Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer, das du kontrollierst und ein Monster, das dein Gegner kontrolliert; zerstöre beide gewählten Ziele und füge deinem Gegner Schaden in Höhe der Hälfte der ATK des gewählten Monsters deines Gegners auf dem Feld zu.

      Anmerkungen
      - Wenn euch das Kapitel gefallen hat, ist das wohl auch zum nicht geringen Teil Aska's Verdienst. Er hat Korrektur gelesen und seiner Mühe und Gandenlosigkeit in Bezug auf das ausüben von Kritik (nicht böse gemeint ;) ) ist zu verdanken, dass ich das Kapitel noch einmal fast komplett überarbeitet habe, hoffentlich natürlich zum Positiven hin. Meinen herzlichen Dank noch einmal dafür!

      - Das kommende Kapitel wird das bisher mit Abstand düsterste und brutalste sein. Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, dass ich ein kleines Halloween-Special daraus zu machen ;)

      Preview: Kapitel 1.8 - Richards Geheimnis
      Als Alex erneut die Red-Eyes Bar besucht, um ein Untergrund-Duell zu führen, gibt es eine Überraschung: Richard Steele hat von ihrer geheimen Identität erfahren und ist nun gekommen, um ihr beim Duell zuzusehen. Fest entschlossen, ihrem Rivalen endlich zu beweisen, was für eine gute Duellantin sie ist, stellt Alex sich tapfer ihrem Herausforderer - Dem unheimlichen Nightmare. Doch wie sich bald zeigt, wird dies Alex' bisher größte Herausforderung sein...

      Puh... Spät geworden dieses Mal. Trotzdem an dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle Leser und noch einmal sei betont, dass posten in diesem Thread nicht verboten ist ;)

      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2
      So, heute mal tagsüber, damit ihr das Halloween-Special auch heute noch lesen könnt, wenn ihr wollt. Viel Spaß!
      Kapitel 1.8 - Richards Geheimnis
      Nach ihrem Sieg über Vanity ergriff ein Hochgefühl Besitz von Alex. Nicht nur hatte sie gewonnen, sie hatte auch noch 140 Dollar an einem Abend verdient! Nachdem sie ihre Siegprämie abgeholt und sich umgezogen hatte, ging sie wieder mit Sarah zu dem Platz über dem U-Bahnhof und redete noch lange mir ihr, wobei Sarah Alex immer wieder zu ihrem glänzenden Auftritt gratulierte.
      Dass Devon sie erkannt hatte, scherte Alex nur noch wenig. Und wenn schon! Sie hatten schließlich Ferien und danach würde Devon auf die Duellakademie gehen. Höchstwahrscheinlich würden sie sich nie wieder sehen.

      Doch Alex’ Hochgefühl flaute ab, als sie weit nach Mitternacht das Haus der Familie Anderson betrat und in der Küche eine recht schuldbewusst dreinblickende Mia zusammen mit Alex’ Mutter vorfand.

      „Wo bist du gewesen?!“, fragte letztere streng.

      „Ich? Ähm… nirgends“, antwortete Alex wenig überzeugend, woraufhin ihre Mutter skeptisch die Brauen hochzog.

      „Alexandra Whitman! Warum schleichst du dich mitten in der Nacht aus dem Haus? Kannst du dir vielleicht vorstellen, was für Sorgen ich mir gemacht habe?“

      „Mum… Mir geht’s gut“, versicherte Alex und als ihre Mutter weiterhin streng die Brauen hochzog, beschloss Alex, dass es keinen Sinn hatte, weiterhin auf unschuldig zu machen. Schwer seufzend kramte sie in ihrer Hosentasche und zog die Geldscheine heraus, die sie anschließend vor ihrer Mutter auf den Küchentisch legte. Die starrte mit offenem Mund das Bargeld an und während sie es rasch durchzählte, stotterte sie ein paar unvollendete Fragen.

      „Für Lilys Behandlung“, sagte Alex. „Habe ich heute Nacht verdient.“

      „Aber wie hast du…“

      „Das lass mal meine Sorge sein. Ich bin alt genug, um auf mich selbst aufzupassen. Ich tue das alles nur für Lily und wie du siehst lohnt es sich.“

      Caroline seufzte schwer und fasste sich an die Stirn. „Aber was bringt dir das, wenn du damit vielleicht dich selbst in Gefahr bringst?“, fragte sie vorwurfsvoll. „Alex, bitte… Es gibt Wichtigeres…“

      „Nein. Nichts ist wichtiger, als dass Lily so schnell wie möglich zurückkommt“, entgegnete Alex, aber auch damit konnte sie ihre Mutter nicht überzeugen. Und so diskutierten sie noch lange weiter und irgendwann erzählte Alex, die einfach nur schlafen wollte, ihrer Mutter, dass sie sich nachts aus dem Haus schlich, um sich für Geld zu duellieren, wobei sie jedoch wichtige Details wie die Stromketten oder ihre knappen Outfits ausließ. Endlich, nach knapp zwanzig Minuten und etlichen Versprechungen, auf sich aufzupassen, konnte Alex ihre Mutter überzeugen.

      Also gingen ihre Ausflüge in den Untergrund weiter. Unter der widerwilligen Toleranz ihrer Mutter verließ Alex in den kommenden fünf Tagen noch zwei Mal nachts das Haus und schaffte es, zwei weitere spektakuläre Siege einzufahren. Dadurch, mithilfe ihrer unvergleichlichen Mischung aus Charme, Zorn und Sex-Appeal und nicht zuletzt durch die Flammen an ihren Händen, die alle immer noch nur für spektakuläre Spezialeffekte hielten, stieg sie in der Beliebtheitsskala schnell auf. Sie erlangte so großen Ruhm, dass gelegentlich sogar Kunden extra in die Red-Eyes Bar kamen, nur um ein Duell von ihr zu sehen und Turner war so begeistert von seiner neuen Star-Duellantin, dass er ihre Standard-Siegprämie auf 75 Dollar erhöhte, nur damit sie nicht zur Konkurrenz ging.

      Und so ging Alex in der Nacht von Donnerstag auf Freitag routiniert durch eine der düsteren Seitengassen, damit sie nicht an den zwielichtigen Etablissements der Hauptstraße vorbeigehen musste, um sich einem weiteren Duell zu stellen. Doch dann traf sie vor dem Eingang der Red-Eyes Bar auf eine Person, deren Anblick das Blut in ihren Adern gefrieren ließ…
      Richard Steele stand da herum, wie gewohnt in dunkler Jacke mit den Händen in den Taschen an eine Wand gelehnt und starrte mit seinen blassgrünen Augen verdrießlich in die Nacht.

      „Hallo Alex“, sagte er, als er sie bemerkte.

      „Du!“, rief die zur Antwort zornig.

      „Ist auch schön, dich wiederzusehen“, erwiderte Richard kühl.

      „Was willst du hier?“

      „Ich habe von einer Untergrund-Duellantin namens Phoenix gehört, die Flammen mit ihren Händen erzeugen kann und ein Titanen-Monster namens Phönix der Wiedergeburt einsetzt und da habe ich eins und eins zusammengezählt“, meinte Richard, doch Alex glaubte sehr genau zu wissen, woher er das wusste.

      „Devon hat’s dir erzählt, stimmt’s?“

      „Und wenn es so wäre?“

      „Verdammter Mistkerl!“, fluchte Alex, womit sie Devon meinte. Dann fuhr sie an Richard gewandt fort: „Das beantwortet aber nicht meine Frage. Was willst du von mir, huh? Es gibt Milliarden Frauen auf diesem Planeten, und du hast wahrscheinlich genug Geld, um sie alle haben zu können! Warum also rückst du ständig mir auf die Pelle?“

      „Genau deshalb, weil du nicht bist wie alle anderen. Dich könnte ich nicht mit Geld kaufen, selbst wenn ich es wollte.“

      Richard entfernte sich von seiner Wand und schritt ganz nah an Alex heran. Er war über einen Kopf größer als sie und deshalb war sie gezwungen, den Kopf nach oben zu recken, um ihm weiter grimmig in die Augen zu blicken.

      „So? Stehst wohl auf Herausforderungen, was?“, meinte sie feindselig. „Aber ich sag’ dir mal was: Da hast du verdammt noch mal Recht! Mich kann man nicht mit Geld kaufen, also verzieh’ dich am besten gleich wieder!“

      „Nein“, antwortete Richard schlicht und da riss Alex der Geduldsfaden. Zornig stampfte sie auf den Boden und ballte die Fäuste.

      „Schön!“, rief sie. „Dann bleib’ eben hier und sie mir dabei zu, wie ich meinen Gegner fertigmache! Und dann wirst du verdammt noch mal sehen, dass ich auch sehr gut ohne dich klarkomme!“

      Mit diesen Worten ließ sie Richard, ohne diesen weiter zu beachten, stehen und stapfte rauchend vor Zorn die Treppe hinunter in den Schankraum der Red-Eyes Bar, um sich ihrem heutigen Herausforderer zu stellen.

      ~


      Ein paar Minuten später stand Alex also in voller Phoenix-Montur mit dem Arm an der Kette im Ring. Ihr Gegner war an diesem Abend ein Typ namens „Nightmare“. Groß und breit wie ein Wandschrank wie er war, hatte er einen Körperbau wie ein Wrestler. Außerdem lief er oberkörperfrei rum, was zusammen mit seiner Maske, die aussah wie ein silberner Totenkopf, Alex ungemein an ein Monster erinnerte, das sie aus alten Fernsehübertragungen von Aster Phoenix-Duellen kannte: Schicksalsheld – Dreadmaster.
      Richard hatte den Schankraum inzwischen betreten und sich einen Platz in der hintersten Ecke besorgt, von wo aus er Alex beobachtete, die jeden Blickkontakt mit ihm vermied. Kurz nach Richard betrat auch noch ein geheimnisvoller Mann mit Hut und Trenchcoat die Bar und setzte sich in die andere Ecke des Schankraums.

      „Meine Damen und Herren! Herzlich willkommen zu einem weiteren Untergrund-Duell hier in der Red-Eyes Bar!“, rief Turner in seine alte Mikrofonanlage. „Auf der einen Seite des Rings: Das Mädchen, deren Temperament mindestens genau so heiß ist wie ihr Outfit! Trotz ihres zarten Alters von sechzehn ist sie schon so etwas wie ein Star im Untergrund! Phoenix!“, verkündete er und das Publikum jubelte und applaudierte. Als die Gäste sich beruhigt hatten, fuhr Turner fort:
      „Auf der anderen Seite ein Mann, der Sie garantiert noch in Ihren Albträumen verfolgen wird: Nightmare! Duellanten, zieht eure Starthände und lasst das Spiel beginnen!“

      „Los, Duell!“, riefen Alex und Nightmare im Chor und taten wie ihnen geheißen.

      „Du machst mir keine Angst!“, verkündete Alex. „ Ich fange an! Und ich beschwöre Roter Totenkopfvogel im Verteidigungsmodus!“
      Vor ihr auf dem Kampffeld erschien das Hologramm des unheimlichen roten Vogels, der auf einen Totenschädel saß und die Flügel vor der Brust verschränkte.
      (DEF: 1200)
      „Das sollte fürs Erste reichen. Du bist dran.“

      „Mit Vergnügen“, sagte Nightmare mit unnatürlich tiefer, furchteinflößender Stimme.

      „Ich bin dran! Ich ziehe! Und hier habe ich eine besonders lustige Karte für dich!“, fuhr er mit sadistischem Vergnügen fort und steckte eine Karte in seine Duel Disc. Vor ihm auf dem Feld erschien unterdessen das vergrößerte Hologramm einer grünen Zauberkarte. Darauf zu sehen war die fackelbeschienene Wand eines dunklen Raums, auf der sich die Schatten einer gequälten Frau und ihres Peinigers abzeichneten.
      „Den Permanenten Zauber Finstere Kammer der Albträume! Damit erhältst du jedes Mal, wenn dir durch einen Karteneffekt Schaden zugefügt wird, noch einmal 300 Punkte Schaden dazu!“

      „Wie bitte?“, fragte Alex misstrauisch. Diese Karte gefiel ihr gar nicht. Denn jeder zusätzliche Schaden würde auch einen zusätzlichen Stromschlag bedeuten…

      „Ganz Recht“, erwiderte Nightmare. „Und es kommt noch besser: Ich beschwöre Eisenkettenmechaniker im Angriffsmodus! Los, greif diesen jämmerlichen Vogel an!“
      Auf dem Feld erschien das Hologramm eines fetten Mannes in einer Latzhose, deren Träger aus Ketten bestanden, bewaffnet mit einem riesigen Hammer. (ATK: 1600) Mit diesem holte er im Sprung nach Alex’ Monster aus und zerquetschte es darunter.
      „Jetzt aktiviert sich der Effekt meines Mechanikers! Wenn er ein Monster im Kampf zerstört, erhältst du 300 Punkte Schaden! Und vergiss nicht den Effekt meiner Kammer der Albträume! Also noch mal 300!“

      In rascher Folge trafen zwei Stromschläge Alex, die vor Schmerz ächzte, aber auf den Beinen blieb. Sofort war ihr linker Arm komplett taub. (Alex: LP 4000 -> 3400)

      „Geht es noch langweiliger?“, fragte Alex aufmüpfig und erntete dafür Beifall vom größten Teil des Publikums.

      „Das war ja auch erst der Anfang… Ich beende meinen Zug“, sagte Nightmare unheilverkündend.

      „Wie du meinst“, meinte Alex betont gleichgültig. „Mein Zug!“

      Sie zog eine Karte von ihrem Deck und schmunzelte, als sie erkannte, welche es war. Sie hatte die Strategie ihre Gegners längst durchschaut: Er wollte sie möglichst langsam mit seinen Effektschäden zugrunde richten. Deshalb musste Alex zusehen, dass sie das Ganze möglichst schnell für sich entschied…

      „Ich beschwöre Fushi No Tori im Angriffsmodus!“, rief sie und das Hologramm eines großen rosa Vogels mit brennenden Flügeln erschien vor ihr (ATK: 1200)

      „Aber es geht noch weiter! Ich mische Fushi No Tori vom Attribut Feuer von meinem Feld und Roter Totenkopfvogel vom Typ Geflügeltes Ungeheuer von meinem Friedhof ins Deck zurück! Die Kraft des Feuers und die Kraft der Vögel, vereint euch und entfesselt eine neue Kraft! Titanen-Beschwörung! Erscheine, Phönix der Wiedergeburt!“, rief sie siegessicher.

      Als der blendend helle Lichtblitz in den Ring einschlug und der riesige brennende Vogel in die Luft stieg, sprach Turner in sein Mikrofon: „Meine Damen und Herren, das muss ein persönlicher Geschwindigkeitsrekord für Phoenix sein! Schon in ihrem zweiten Spielzug beschwört sie das Monster, für das sie berühmt ist! Wird ihr Gegner dieser Herausforderung gewachsen sein?“ (Phönix der Wiedergeburt: ATK 2500)

      „Aber da kommt noch mehr!“, verkündete Alex. „Ich aktiviere den Zauber Rückenwind! Damit kann ich eins meiner geflügelten Ungeheuer wählen, das dich in diesem Spielzug direkt angreifen kann! Also los, kümmere dich um ihn mit Brennender Zorn!“
      Der riesige brennende Vogel stieg empor und setzte zum Sturzflug auf den Maskierten an, den er anschließend mit brennenden Schwingen attackierte (Nightmare: LP 4000 -> 1500).

      Mit den Fingern forderte Alex unterdessen Beifall ein, den sie auch bekam und Turner musste besonders laut in sein Mikrofon sprechen, damit man etwas verstand:
      „Unglaublich! Offenbar ist Phoenix heute Abend nicht nach Spielchen zumute, denn sie scheint entschlossen, kurzen Prozess mit ihrem Gegner zu machen! Aber was ist das? Nightmare scheint der Stromschlag gar nichts auszumachen! Im Gegenteil, er scheint den Schmerz regelrecht zu genießen!“

      Und tatsächlich: Auf der anderen Seite des Feldes verfiel der maskierte Muskelprotz ein wildes Gelächter.
      „Ha ha, das kitzelt!“, sagte er. „Wenn das alles ist, was du zu bieten hast, dann zeige ich dir jetzt, was wahrer Schmerz bedeutet! Ich bin dran! Ich ziehe!“

      Er zog und betrachtete sein Blatt, dann nahm er eine Zauberkarte daraus hervor und schob sie in seinen Friedhof.
      „Ich aktiviere die Zauberkarte Nachladen! Damit mische ich meine gesamte Hand ins Deck und ziehe genau so viele Karten, wie ich zuvor auf der Hand hatte!“, fuhr er fort und als er das getan hatte, zog er eine weitere Karte aus seinem Blatt.
      „Als Nächstes aktiviere ich den Zauber Emporkömmling Goblin! Damit ziehe ich eine weitere Karte und du erhältst 1000 Lebenspunkte hinzu… Und weil das so schön war, machen wir das Ganze doch gleich ein zweites Mal... Oh, was sehe ich da? Heute muss mein Glückstag sein! Noch ein Emporkömmling Goblin!“, rief er und zog so insgesamt drei Karten von seinem Deck. (LP Alex: 3400 -> 6400)

      „Was soll der Unsinn?“, fragte Alex. „War es dir das wirklich wert?“

      „Wer weiß?“, antwortete Nightmare geheimnisvoll. „Denn jetzt aktiviere ich den Zauber Stahlkäfig des Albtraums!“

      Er steckte eine weitere grüne Karte in seine Duel Disc, woraufhin sich ein riesiger quadratischer Käfig mit langen Eisendornen an den Schnittstellen der stählernen Streben über den Ring zog und die Duellanten in ihm einsperrte.
      Stahlkäfig des Albtraums verbleibt bis zu deiner übernächsten End Phase auf dem Feld und solange er offen auf dem Spielfeld liegt, kann keiner von uns angreifen!
      Als nächstes setze ich noch drei Karten verdeckt und beende meinen Zug!“

      „Mal wieder nichts als heiße Luft! Wo bleibt denn jetzt der versprochene Schmerz?“, fragte Alex spöttisch.

      „Oh, keine Sorge. Der kommt schon noch…“

      „Na von mir aus. Ich bin dran! Ich ziehe! Und ich aktiviere den Zauber Ruf des Windes!“, rief Alex. „Damit kann ich ein Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer der Stufe 4 oder niedriger als Spezialbeschwörung von meiner Hand beschwören! Komm’ zu mir, Feuervogel!“
      Auf dem Feld erschien das Hologramm des schwanengroßen Vogels mit brennenden Flügeln und Schwanzfedern. (ATK: 1000)
      „Aber gewöhn’ dich nicht zu sehr an ihn! Denn jetzt biete ich in als Tribut an, um meinen Fenghuang zu beschwören!“
      Der kleinere brennende Vogel verschwand und machte einem viel größeren Platz. Dieser riesige Vogel sah aus wie eine Mischung aus Pfau und Phönix. Sein Körper und seine Flügelspitzen waren rot, sein Rücken und seine Schwanzfedern grün, gemustert wie die eines Pfaus. Um den Kopf hatte er einen Kranz aus langen gelben und blauen Federn. (ATK: 2100)
      „Jetzt aktiviert sich der Effekt von Fenghuang und zerstört all deine gesetzten Zauber- und Fallenkarten!“, rief Alex, doch Nightmare lachte nur überheblich.

      „Und du glaubst, das kann mich aufhalten?! Dann will ich dir jetzt eine kleine Lektion in Sachen Ketten aufbauen erteilen! Die erste Karte in der Kette ist dein Monster, die zweite…“, sagte er und drehte einer seiner verdeckten Karten um, „ist Geschenkgutschein, die dir 3000 Lebenspunkte schenkt. Die dritte…“, er drehte eine weitere um, „ist Kettenschlag, was dir 400 Punkte Schaden für jede Karte in der Kette zufügt! Und da Kettenschlag die dritte Karte in der Kette war, macht das also 1200 Punkte Schaden! Und zu guter Letzt…“, seine letzte ehemals verdeckte Karte folgte, „aktiviere ich noch Kettendetonation! Also noch mal 500 Punkte Schaden für dich!“
      NIghtmare fasste das alles mit stetig wachsendem sadistischem Vergnügen für seine Gegnerin zusammen, der zunehmend bange wurde.
      „Jetzt wird die Kette von hinten aufgelöst!“, fuhr er seine Ausführungen fort. „Also erst einmal die 500 Punkte Schaden für Kettendetonation, die, da sie als Kettenglied 4 aktiviert wurde, direkt auf meine Hand zurückkehrt! Als Nächstes dann die 1200 Punkte Schaden für Kettenschlag! Und nicht vergessen, dank meiner finsteren Kammer der Albträume erhältst du für jeden Effektschaden noch einmal 300 Punkte Schaden!“

      Was dann folgte, war die reinste Folter. Den ersten Stromschlag steckte Alex noch fast wortlos weg. Der zweite entlockte ihr ein schmerzerfülltes Stöhnen und zwang sie in die Knie. Der dritte brachte sie noch einmal zum Aufstöhnen und sorgte dafür, dass ihre Beine endgültig nachgaben und sie flach auf dem Bauch im Ring lag. Doch damit nicht genug, der vierte Schlag traf sie, als sie schon auf der Erde lag und brachte sie dazu, einen spitzen Schrei auszustoßen.
      Als es vorbei war, spürte Alex, wie sich ihre Augen mit Tränen füllten. Die Welt bestand nur noch aus Schmerz. Ihre Glieder taten weh und ihre gesamte linke Körperhälfte war taub und kribbelte unangenehm. Und während sie schnell und flach atmend auf dem kalten Untergrund lag und am ganzen Leib zitterte, hörte sie Nightmare grausam lachen…

      „Aber ich will ja kein Unmensch sein“, sagte er mit gespieltem Mitleid.
      „Bevor der Effekt deines Vogels ins Leere schießt, weil ich keine gesetzten Karten mehr habe, erhältst du noch 3000 Lebenspunkte durch meinen Geschenkgutschein!“
      (Alex: LP 6400 -> 4100 -> 7100)

      „Es ist mir Rätsel, was Nightmare hier tut! Er schenkt seiner Gegnerin Lebenspunkte, obwohl es vollkommen seiner Taktik widerspricht! Was soll der Schwachsinn?“, kommentierte Turner und Alex fragte sich, ob er wirklich so dumm war oder sich nur dumm stellte, weil er sich andernfalls selbst in Schwierigkeiten bringen könnte. Alex jedenfalls wusste ganz genau, was Nightmare hier tat. Er hatte ihr nur all diese Lebenspunkte geschenkt, damit er sie länger quälen konnte, und diese Erkenntnis widerte Alex an. Obwohl die Anstrengung sie fast umbrachte, mobilisierte sie noch einmal ihre letzten Kräfte und rappelte sich auf.

      „Ich brauch’ keine Almosen von dir!“, rief sie mit ungeahnt kräftiger Stimme und das Publikum jubelte.

      „Und da steht sie wieder!“, kommentierte Turner. „Es scheint, als wären nur zwei Dinge unendlich: Das Universum und der Kampfgeist dieses Mädchens! Und nicht nur das, obwohl sie gerade Höllenqualen durchlitten hat, hat sie sogar noch einen frechen Spruch auf Lager! Das ist Phoenix, wie wir sie kennen und lieben!“

      „Weil Fenghuang ein Spirit-Monster ist, kehrt er in meiner End Phase auf meine Hand zurück!“, fuhr Alex fort und nahm die Karte von ihrer Duel Disc auf die Hand zurück, woraufhin das Hologramm des riesigen rot-grünen Vogels verschwand.
      „Ich beende meinen Zug.“

      „Wenn das so ist… Mein Zug!“, fuhr Nightmare fort und als er die Karte betrachtete, die er gezogen hatte, begann er wieder sadistisch zu lachen.
      „Na geht doch!“, sagte er. Offenbar hatte er genau die Karte gezogen, die er wollte.
      „Ich beschwöre Eisenketten-Sprenger im Angriffsmodus!“
      Auf Nightmares Feld erschien ein groteskes Monster. Es hatte die Gestalt eines Mannes in lila Rüstung, aber sein Rumpf bestand aus einem riesigen, kettenbewährten Kanonenlauf. (ATK: 1100)

      „Und jetzt mach dich auf seinen Effekt gefasst! Indem ich ihn als Tribut anbiete, erhältst du 800 Punkte Schaden!“
      Das Monster schoss aus seinem Kanonenlauf einen Feuerball auf Alex ab und verschwand dann. Alex selbst stöhnte schmerzerfüllt auf und ging in die Knie, als der Stromschlag sie traf.
      „Und vergiss nicht den Effekt meiner Kammer der Albträume!“, fuhr Nightmare mit grausamen Vergnügen fort. „Noch einmal 300 Punkte Schaden für dich!“

      Erneut schrie Alex auf und stützte musste sich auf den Händen abstützen, damit sie nicht wieder ganz zu Boden ging.
      Sie war jetzt auf allen Vieren und zitterte Alex am ganzen Leib, all ihre Nerven brannten. Sie hob den Kopf und blickte zu dem maskierten Muskelprotz auf der anderen Seite des Feldes. Hinter ihrer Maske liefen Tränen ihre Wangen herunter. (Alex: LP 7100 -> 6000)

      „Oh, sieh’ an, das kleine Mädchen weint“, spottete Nightmare.
      „Aber du irrst dich, wenn du glaubst, dass das schon alles war! Denn jetzt aktiviere ich den Effekt von Eisenketten-Mechaniker! Einmal pro Spielzug kann ich ein Eisenketten-Monster von meinem Friedhof wählen und als Spezialbeschwörung beschwören! Und ich entscheide mich für Eisenketten-Sprenger!“,
      Erneut erschien der lila Mann mit dem grotesken Kanonenkörper auf seinem Feld. (ATK: 1100)
      „Und da er jetzt wieder auf dem Feld liegt, kann ich seinen Effekt noch einmal aktivieren!“

      „Was?!“, rief Alex, die immer noch auf allen Vieren war, entsetzt und schon wieder schoss der Kanonen-Mann einen Feuerball auf sie. Der Stromschlag entlockte ihr einen spitzen Schrei und wieder lag sie flach auf dem Boden. Als der zweite sie traf, stieß sie noch einen, wesentlich qualvolleren Schrei aus und blieb von ihrem unkontrollierbaren Zucken einmal abgesehen reglos auf dem Boden liegen.
      (Alex: LP 6000 -> 4900)

      „Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug“, sagte Nightmare und vor ihm auf dem Boden erschien die vergrößerte Rückseite einer Karte. „Du bist dran… Oder willst du aufgeben?“

      „Nein“, erwiderte Alex am Boden mit schwacher Stimme. „Niemals!“, rief sie dann laut auf und stand überraschend schnell auf, wofür sie erneut Jubel aus dem Publikum erntete. An ihrem Arm loderten wieder Flammen hoch. „Mein Zug!“
      Mit brennenden Fingern zog sie auf und starrte gespannt die gezogene Karte an, wurde aber enttäuscht. Nichts. Die Karte brachte ihr rein gar nichts. Eine Weile lang stand sie einfach nur mit leerem Blick da, dann zwang sie sich mit tonloser Stimmer zu sagen: „Ich passe.“

      Einige Männer im Publikum seufzten und stöhnten enttäuscht auf oder sprachen Alex Mut zu, doch Nightmare lachte bloß schadenfroh hinter seiner schrecklichen Totenkopfmaske.
      „Wie schade“, sagte er mit gespieltem Mitleid. „Damit es nicht langweilig wird, aktiviere ich, bevor ich meinen Zug mache, noch meine verdeckte Karte! Du kennst doch sicher noch Kettendetonation?“
      Er drehte die Karte um und als der Stromschlag Alex traf, stöhnte diese schmerzhaft auf und sank wieder in die Knie.
      „Und vergiss’ nicht den Effekt meiner Kammer der Albträume!“, erinnerte sie Nightmare.

      „Nein…“, flehte Alex, doch schon traf der zweite Stromschlag sie und der Schmerz zwang sie wieder auf alle Viere. (Alex: LP 4900 -> 4100) Doch Alex zwang sich unter größter Anstrengung dazu, wieder aufzustehen, wobei ihr wieder Tränen die Wangen herunterliefen.
      „Das war meine zweite End Phase, deshalb wird dein Stahlkäfig des Albtraums jetzt auf den Friedhof geschickt!“
      Die Käfigstangen um sie herum verschwanden. Immerhin etwas. So konnte ihr Phönix in ihrem nächsten Zug wenigstens wieder angreifen.

      „Das mag ja sein. Aber erst einmal bin ich dran! Ich ziehe!“, erwiderte Nightmare und als er die gezogene Karte begutachtete, lachte er bösartig auf.
      „Ich aktiviere den Ausrüstungszauber Finsterfesseln! Damit rüste ich deinen Phönix der Wiedergeburt aus! Jetzt werden seine Angriffs- und Verteidigungspunkte zu 100! Außerdem kann er nicht angreifen und du erhältst während jeder deiner Standby Phasen 500 Punkte Schaden!“

      „Was?!“, keuchte Alex entsetzt, während einer schwere Kette sich über den Rücken des riesigen orange-roten Vogels legte und diesen auf den Boden zwang. Am Ende der Kette befand sich eine riesige Eisenkugel mit einem dämonischen Gesicht darauf. Alex’ Lage war verzweifelt. Immer, wenn ein Funken der Hoffnung in ihr aufloderte, erstickte Nightmare diesen im Keim unter einem neuen Folterinstrument. Wie sollte sie aus dieser Situation nur jemals wieder herauskommen?

      „Aber damit noch nicht genug! Ich aktiviere den Effekt von Eisenketten-Mechaniker! Damit beschwöre ich Eisenketten-Sprenger als Spezialbeschwörung von meinem Friedhof! Als Nächstes aktiviere ich den Effekt von Eisenketten-Sprenger, um ihn als Tribut anzubieten und dir 800 Punkte Schaden zuzufügen!“
      Das ganze Schauspiel wiederholte sich: Der fette Mann schlug mit seinem Hammer auf den Boden und neben ihm erschien der groteske Kanonen-Mann, der einen Feuerball auf Alex abschoss und dann verschwand.
      Diesmal hatte Alex damit gerechnet und sich auf die Stromschläge vorbereitet, doch es half nichts. Ihr Körper und ihr Geist waren zu geschwächt, um ihnen standzuhalten. Und so lag sie, als der zweite Stromschlag vorbei war, zusammengekrümmt und unkontrolliert zuckend flach auf dem Boden und ein heftiger Weinkrampf hatte Besitz von ihr ergriffen. (Alex: LP 4100 -> 3000)

      War dies das Ende? Würde sie in diesem Ring sterben, von Stromschlägen zu Tode gefoltert? Schnell und flach atmend, während sie immer noch auf dem Boden lag, ließ sie den Blick durch das Publikum schweifen. Ganz hinten in einer Ecke erblickte sie Richard, die blassgrünen Augen weit aufgerissen und mit leicht geöffnetem Mund entsetzt zu Alex blickend, die Finger scheinbar fest in die Tischplatte vor ihm gekrallt.
      Irgendwas an dem Anblick dieses Jungen weckte wieder Alex’ Kampfgeist. Er hatte sie schon einmal verlieren sehen, damals hatte er selbst sie besiegt. Doch noch einmal würde er sie nicht verlieren sehen! Sie würde ihm schon beweisen, dass er keinen Fehler gemacht hatte, als er zunächst sie für das Stipendium ausgewählt hatte!
      Als Nightmare mit einer verdeckten Karte an sie abgegeben hatte, sammelte sie noch einmal all ihre Kraft und rappelte sich unter Höllenqualen auf, wofür sie ehrfürchtigen Beifall aus dem Publikum erntete.

      „Ich bin dran!“, presste sie gedämpft hervor. „Ich ziehe!“
      Sie betrachtete die gezogene Karte und fasste wieder etwas Mut. Immerhin: Sie hatte ein Monster gezogen.

      „Immer noch nicht genug?“, fragte Nightmare bösartig. „Wenn das so ist, aktiviert sich jetzt der Effekt von Finsterfesseln und du erhältst 500 Punkte Schaden. Mit Kammer der Albträume also 800!“

      Die schwere Eisenkugel mit dem dämonischen Gesicht begann violett zu leuchten. Alex stieß einen spitzen Schrei aus und sank auf die Knie, als der Stromschlag sie traf. Als der zweite unmittelbar darauf folgte, stöhnte sie auf und musste sich mit den Händen abstützen. (Alex: LP 3000 -> 2200)
      Entsetzlicher Schmerz nagte an jeder Faser ihres Körpers, doch Alex würde nicht nachgeben. Sie würde dieses Duell zu Ende führen, auch wenn sie bei dem Versuch umkam! Vor ihren Augen teilte sich Nightmares gewaltiger Körper entzwei und fügte sich wieder zu Einem zusammen und als Alex sich aufrappelte, hielt sie nur der Wunsch nach baldiger Erlösung bei Bewusstsein.

      „Ich beschwöre Hiita mit ihrem Vertrauten im Angriffsmodus!“, rief sie.
      Das Hologramm der rothaarigen Zauberin, die von einem Fuchs begleitet wurde, erschien auf ihrem Feld. (ATK: 1850)
      „Los, greif’ Eisenketten-Mechaniker an!“
      Die rothaarige Zauberin schoss einen Strom Flammen auf den fetten Mann mit der Latzhose, dessen Hologramm sich in Luft auflöste. (Nightmare: LP 1500 -> 1250)

      Nightmare, der wieder nur gelacht hatte, als der Stromschlag ihn traf, sah zu der wieder aufrecht stehenden Alex hinüber und lachte nur noch ausgiebiger sein grausames Lachen.
      „Und du denkst, dass reicht, um mich zu besiegen?“, höhnte er. „Du irrst dich! Denn jetzt aktiviere ich meine Falle! Los, Michizure! Da du gerade eines meiner Monster im Kampf zerstört hast, zerstört diese Karte jetzt im Gegenzug eins deiner Monster! Sag also auf wiedersehen zu deiner kleinen Freundin!“

      Alex schluckte, als sich ein langer Spalt im Boden vor der rothaarigen Zauberin auftat. Aus der so entstandenen Schlucht kam ein Arm zum Vorschein, der Alex’ Monster packte und ins dunkle Nichts hinabzog, woraufhin sich der Spalt im Boden wieder schloss. Nun war Alex wieder vollkommen schutzlos, na ja, von ihrem nutzlos gewordenen Phönix einmal abgesehen. Aber immerhin: Ihr Zug war nicht völlig umsonst gewesen, denn jetzt wo Eisenketten-Mechaniker weg war, war Nightmares Endlosschleife unterbrochen und mit etwas Glück würde sie nächste Runde keine zwei schrecklichen Stromschläge ertragen müssen. Der Gedanke daran ermutigte sie.
      „Ich ändere Phönix der Wiedergeburt in den Verteidigungsmodus und beende meinen Zug!“ (Phönix der Wiedergeburt: DEF 100)

      „Gut, dann bin ich dran“, sagte Nightmare mit seiner tiefen, furchteinflößenden Stimme. „Ich ziehe!“
      Er betrachtete die gezogene Karte und ließ sein bisher grausamstes Lachen hören. „Na geht doch!“, sagte er abermals und zog die gezogene Karte hervor.
      „Ich aktiviere den Zauber Der lebendig heimkehrende Krieger! Damit kann ich meiner Hand ein Monster vom Typ Krieger von meinem Friedhof hinzufügen! Und ich wähle Eisenketten-Mechaniker!“

      „Was? Nein!“, entgegnete Alex regelrecht panisch mit einer Stimme, die um einiges höher war als ihre normale.

      „Du hast es erfasst“, erwiderte Nightmare. „Schon bald wird dein Albtraum weitergehen. Ich beschwöre Eisenketten-Mechaniker!“
      Der fette Mann mit der Latzhose erschien wieder auf seinem Feld und starr vor Angst sah Alex zu ihm hinüber. Nicht noch einmal… bitte… nicht noch einmal!

      Doch diese Gedanken waren sinnlos. Schon hatte Nightmare wieder das Wort ergriffen: „Du weißt, was jetzt kommt! Ich aktiviere den Effekt von Eisenketten-Mechaniker, um Eisenketten-Sprenger als Spezialbeschwörung von meinem Friedhof zu beschwören! Dann aktiviere ich den Effekt von Eisenketten-Sprenger! Ich biete ihn als Tribut an, um dir 800 Punkte Schaden zuzufügen!“

      Und ein weiteres Mal wiederholte sich das Schauspiel. Der fette Mann schlug mit seinem Hammer auf den Boden, der groteske Kanonenmann erschien, schoss einen Feuerball auf Alex und verschwand dann wieder.
      Alex schrie wie am Spieß, als der Stromschlag sie traf, sank auf die Knie und brach schließlich zusammen. Ein heftiger Weinkrampf packte sie wieder, als sie auf dem Boden lag und von irgendwoher hörte sie Nightmares unnatürlich tiefe Stimme:
      „Und vergiss nicht den Effekt von Finstere Kammer der Albträume...“

      „Nein…“, flehte Alex, doch es half nichts. Ein weiterer Stromschlag durchfuhr ihren Körper und sie begann wieder zu schreien. Sie schrie und schrie und als sie irgendwann verstummte, kostete die Erschöpfung sie fast das Bewusstsein. Sie lag da, schwer atmend und ihr liefen stumm Tränen die Wangen herunter. Sie sah nichts, obwohl ihre Augen offen waren. Sie war gefangen, irgendwo in dem Raum zwischen Leben und Tod, wo es nur Dunkelheit und Schmerz gab.
      (Alex: LP 2200 -> 1100)
      Dies war das Ende. Warum unternahm niemand etwas? War der Raum um sie herum nicht voller Menschen? Sahen die denn nicht, dass sie gerade dabei war, zu sterben? Sie könnten alle einschreiten. Turner, Richard…
      Richard… Der Name hallte in Alex’ Verstand wieder wie ein Echo in einer dunklen Höhle. Er war gekommen, um sie duellieren zu sehen und sie hatte ihm geschworen, ihren Gegner fertig zu machen. Sie musste ihm beweisen, dass sie gewinnen konnte…

      Alex riss die Augen auf und sah nur noch ihren Gegner im Tunnelblick. In diesem Moment war sie kein Mensch mehr, nur ein Tier, dem Leid zugefügt wurde und das jetzt die selbe Menge an Schmerz an ihren Peiniger zurückzahlen wollte…
      Überraschend schnell stand sie auf. Von irgendwo her hörte sie das Publikum jubeln und Turner in sein Mikrofon sprechen, doch sie nahm es kaum war. Wie von selbst entfachte sich das Feuer an ihrem rechten Arm und Alex schritt auf ihren Gegner zu, doch dann hielt ein Zug an ihrem linken Arm sie zurück. Sie blickte sich nach der Ursache des Zugs um und sah eine Kette, die ihr linkes Handgelenk mit dem Ring verband. Am selben Handgelenk war eine merkwürdige Armatur angebracht…
      Plötzlich erinnerte sie sich: Sie war ja gerade mitten in einem Duell!
      Auf einmal war ihr Kopf merkwürdig klar. Sie dachte und fühlte nichts mehr, sie wollte nur noch zerstören. Und genau das würde sie auch tun…

      „Ich bin dran! Ich ziehe!“, rief sie mit zorniger und doch klarer Stimme und zog mit lichterloh brennender Hand auf.

      „Gut, dann aktiviert sich jetzt der Effekt von Finsterfesseln!““, antwortete Nightmare und die schwere Eisenkugel zu Alex’ Füßen leuchtete lila auf, doch dieses Mal war sie schneller.

      „Glaube ich nicht! Du stehst doch auf Ketten, oder? Dann zeige ich dir jetzt mal was: Ich auf den Effekt deiner Fesseln kette ich den Schnellzauber Twister an! Zum Preis von 500 Lebenspunkten zerstört der deine Fesseln!“
      Sie sprach die letzten Worte aus, als ob sie nie etwas anderes vorgehabt hatte und bereitete sich auf den hoffentlich letzten Stromschlag dieses Duells vor, der aber gar nicht so sehr schmerzte, wie sie erwartet hatte. Abgestumpft und zornentbrannt wie sie war, stöhnte sie zwar vor Schmerz auf, blieb aber auf den Beinen.
      (Alex: LP 1100 -> 600)
      „Und jetzt pass gut auf, denn das Folgende habe ich von dir gelernt! Die Kette löst sich nämlich von hinten auf, dass heißt, erst werden deine Finsterfesseln zerstört und dann wird ihr Effekt nicht mehr aktiviert, weil sie nicht mehr auf dem Feld liegen!“
      Und so geschah es: Ein Wirbelsturm entfachte sich unter der dämonischen Eisenkugel und diese löste sich mitsamt der schweren Kette in Luft auf. Befreit von seiner Last breitete der Phönix erleichtert die Schwingen aus.
      (Phönix der Wiedergeburt: DEF 100 -> 2000)
      „Als nächstes ändere ich Phönix der Wiedergeburt in den Angriffsmodus und aktiviere den Zauber Heulender Wind, was ihm 1000 zusätzliche Angriffspunkte verschafft!“, fuhr Alex fort und schob die Karte mit brennenden Fingern auf ihren Friedhof, woraufhin der riesige orange-rote Vogel vor ihr grün aufleuchtete
      (Phönix der Wiedergeburt: ATK 2500 -> 3500)

      „Das kann doch nicht sein…“, entgegnete Nightmare zornig. „Wie kannst du immer noch zu so etwas fähig sein? Du solltest längst zu gebrochen sein, um überhaupt aufzustehen!“

      „Da kennst du mich wohl schlecht!“, erwiderte Alex. „Denn ich gebe niemals auf! Also los, Phönix der Wiedergeburt! Lass meinen Zorn durch dich sprechen und beende dieses Duell!“
      Der riesige brennende Vogel stieg hoch in die Luft und stürzte auf Nightmare’s Eisenketten-Mechaniker herab. Nightmare selbst brüllte auf, als der Stromschlag ihn traf und spannte seine Muskeln an. (Nightmare: LP 1250 -> 0)

      Das Publikum begann lautstark zu jubeln und Turner sprach etwas in sein Mikrofon. Alex genoss den Moment, doch allmählich erlosch ihr Zorn und sie begann wieder den Raum um sie herum wahrzunehmen.
      Ihre menschlichen Gefühle kehrten zurück, allen voran der die Erschöpfung und der dröhnende Schmerz in ihrem ganzen Körper.
      Stellen, wo das Gefühl in ihre tauben Gliedmaßen zurückkehrte kribbelten unangenehm, sie atmete schwer und zitterte am ganzen Leib. Aber dennoch: Sie hatte gewonnen! Sie hatte… gewonnen… sie hatte…

      Alex brach zusammen. Zu groß war die Macht der Realität, die sie jetzt überrollte wie eine gigantische Welle, sodass ihre Beine einfach nachgaben und sie wieder flach am Boden lag. Irgendjemand im Publikum rief ihren Namen, nicht ihren Untergrund-Namen, sondern ihren wahren Namen. Gleichzeitig sah sie aus den Augenwinkeln, wie Nightmare auf der anderen Seite des Rings an der Kette an seinem Handgelenk zog, woraufhin diese sofort aufgesprengt wurde.

      „Du Kleine…“, fauchte er angriffslustig und schritt auf Alex zu, als plötzlich eine lange dunkle Gestalt in den Ring sprang.
      Richard hatte sich an den Drahtseilen, die den Ring umgaben und nun nicht mehr unter Strom standen, empor gezogen und sprang nun mit der Schulter voran in Nightmares Seite, während dieser auf Alex zustürmte.

      Obwohl Nightmare wahrscheinlich fast doppelt so schwer war wie Richard, wurde der Maskierte von der Wucht des Aufpralls bis an den Rand des Rings geschleudert. Anschließend machte er ein Geräusch wie ein wütender Stier und holte mit der Faust nach Richard aus, der sie jedoch locker mit seiner eigenen Hand zu fassen bekam und zurück hielt. Wie war das möglich, fragte sich Alex. Wie konnte ein magerer Siebzehnjähriger nur so eine Kraft entwickeln?
      Doch damit nicht genug. Richard ballte seine freie Hand zur Faust und schlug damit in die Gegend von Nightmares Niere, woraufhin dieser aufbrüllte und sich vor Schmerz krümmte, wobei Richard ihn losließ.
      Gleich darauf holte Nightmare jedoch wieder mit seinen Fäusten nach seinem Gegner aus, der jedoch blitzschnell reagierte und Nightmares Handgelenke mit seinen Händen umklammerte. Im Anschluss verdrehte Richard seinem Gegner die Arme, presste sie ihm auf den Rücken und zum krönenden Abschluss hob Richard den maskierten Muskelprotz scheinbar mühelos hoch in die Luft und warf ihn im hohen Bogen aus dem Ring, wobei einem Großteil der Kunden im Umkreis ungläubig die Münder aufklappten.

      „Lass es dir eine Lehre sein“, rief Richard seinem Opfer nach, dann hastete er hinüber zu Alex, drehte sie sanft auf den Rücken, nahm ihr die Maske ab und kniete sich neben sie auf den Boden.

      „Alex…“, flüsterte er.

      „Richard…“, erwiderte die mit schwacher, brüchiger Stimme. „Wie hast du das gemacht?“

      „Lange Geschichte“, antwortete Richard knapp. „Geht es dir gut?“

      „Nein…“, antwortete Alex noch immer benommen und ihre Umgebung verschwamm wieder vor ihren Augen. Sie sah nur noch Richards besorgtes Gesicht mit den aufmerksamen, blassgrünen Augen über ihr.

      „Tut doch was!“, herrschte Richard jetzt lautstark die Menge im Umkreis an. „Sitzt nicht einfach so dumm rum! Seht ihr denn nicht, dass etwas mit ihr nicht stimmt? Tut etwas! Ruft einen Krankenwagen, irgendwas!“

      Die Zuschauer erwachten aus ihrem erschreckten Starren und ein Gewirr panischer Stimmen schwoll an.
      „Das war Turner, dieser Schweinehund!“, rief einer der Männer lauthals und übertönte damit die anderen. „Er hätte jederzeit den Strom abstellen können, aber hat er es getan?“

      Zustimmendes Gemurmel erhob sich und ein anderer Mann rief: „Kommt, den schnappen wir uns!“
      Die meisten Kunden schauten demonstrativ weg, blieben sitzen und taten so, als fühlten sie sich nicht angesprochen. Der Mann, der gerufen hatte schritt jedoch mit ein paar vereinzelten Mitstreitern auf die Bar zu.

      „Nein!“, schrie Alex gequält, doch die Männer hörten nicht auf sie und waren drauf und dran, Turner die Seele aus dem Leib zu prügeln. Alex jedoch sank erschöpft wegen des Schreis zurück auf den Boden und atmete schwer.

      „Alex…“, sagte Richard abermals und rüttelte dabei eine Erinnerung in ihr wach. Er erinnerte Alex an sie selbst, wie sie vor zwei Montagen im Flur vor ihrer brennenden Wohnung neben Lily gekniet und versucht hatte, ihre kleine Schwester bei Bewusstsein zu halten. Nur diesmal war sie selbst es, die mit der Bewusstlosigkeit kämpfte.

      „Richard“, flüsterte sie schwach und griff nach seiner Hand. Dann wurde es schwarz vor ihren Augen…

      ~


      Zum zweiten Mal in gerade einmal zwei Wochen wachte Alex in einem Krankenhausbett wieder auf und ihr war vollkommen elend zumute.
      Sie setzte sich auf und bemerkte, dass neben ihr noch drei weitere Frauen in dem Zimmer waren: Ihre Mutter, Mia und eine dunkelhaarige Ärztin mittleren Alters.

      „Alex!“, rief ihre Mutter und stürmte zu ihrem Bett, um sie in den Arm zu schließen. Sofort liefen ihr Tränen die Wangen herunter wie Wasserfälle.
      „Warum hast du dich darauf eingelassen? Wieso bringst du dich so in Gefahr?“, schluchzte sie.

      „Um Geld für Lilys Behandlung aufzutreiben.“

      „Oh Alex! Das ist es doch nicht wert! Du kannst doch nicht deine eigene Gesundheit dafür wegwerfen!“
      Eine Weile lang noch heulte ihre Mutter sich an Alex aus und erinnerte diese so lange immer wieder daran, wie dumm ihr Handeln gewesen war, bis Alex ihr hoch und heilig versprach, sich nie wieder auf irgendwelche Aktivitäten im Untergrund einzulassen. Schließlich hatte Caroline sich beruhigt und als sie sich wieder hingesetzt hatte, kam die Ärztin an Alex’ Bett.

      „Ich bin Doctor Neill“, stellte diese sich vor und gab ihrer Patientin die Hand. „Zunächst einmal kann auch ich nicht ausdrücklich genug betonen, dass dein Handeln äußerst dumm war. Nach dem zu urteilen, was dein Freund Richard berichtet hat, könntest du jetzt genau so gut tot sein. Stromschläge von so hoher Intensität sind äußerst gefährlich und können schnell zu Herzstillstand oder Lungenfehlfunktion führen“, fuhr sie kurz angebunden fort.

      „Aber Alex ist doch noch hier, heißt dass, jetzt kann ihr nichts mehr passieren?“, fragte Caroline hoffnungsvoll.

      „Ich wünschte, ich könnte das behaupten“, antwortete Dr. Neill betroffen. „Aber bei so vielen Stromschlägen, wie Ihre Tochter abbekommen hat, sind dauerhafte Herzfehler nicht auszuschließen. Deshalb müssen wir sie mindestens eine Nacht hierbehalten.“

      Alex’ Mutter hielt sich die eine Hand entsetzt vor den Mund und klammerte mit der anderen wie ein Schraubstock die ihrer Tochter.

      „Keine Sorge, Mrs. Whitman“, sagte Dr. Neill beruhigend. „Zumindest schwebt Alex nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Ich werde jetzt eben gehen und die notwendigen Armaturen zur Überwachung deiner Herzfunktion holen“, schloss sie an Alex gewandt.

      „Ist gut“, antwortete diese und ließ sich wieder in den Kissen sinken, während Doctor Neill das Zimmer verließ. Nach einem kurzen Schweigen, das nur von Carolines gelegentlichen Schniefen unterbrochen wurde, ergriff Mia das Wort.

      „Richard wartet draußen“, sagte sie. „Er sagt, er will dich allein sprechen. Soll ich ihn reinlassen?“

      Alex seufzte. Eigentlich hatte sie keine große Lust, jetzt mit Richard zu sprechen, aber er hatte ihr heute Nacht wahrscheinlich das Leben gerettet. Ein Gespräch war das Mindeste, was sie ihm schuldig war.
      „Klar, lass ihn rein“, antwortete Alex erschöpft, woraufhin ihre Mutter und Mia das Zimmer verließen. Kurz darauf trat Richard mit ernstem Gesichtsausdruck ein und setzte sich auf Alex’ Bettkante. Er hatte ein blaues Auge und in einem seiner Mundwinkel war die Lippe geschwollen.

      „Hallo Alex“, sagte er. „Wie geht es dir?“

      „Ging mir schon besser“, antwortete sie ehrlich.
      „Was… was ist passiert?“, fügte sie dann mit besorgtem Blick auf sein blaues Auge hinzu.

      „Ein paar deiner Fans haben diesen Turner angegriffen und ihn fast bewusstlos geschlagen. Ich bin dazwischen gegangen, bevor sie ihn noch umbringen und habe dabei ein bisschen was abgekriegt. Hier, das ist für dich.“
      Er kramte in seiner Jackentasche und holte dabei Hände voller Geldscheine hervor und drückte sie Alex in die Hand. Die blätterte das Papier durch, um den Wert zu schätzen. Es mussten ein paar hundert Dollar sein.

      „Was ist das?“, fragte sie skeptisch.

      „Das haben sie aus Turners Kasse geklaut, nachdem der sich nicht mehr wehren konnte. Sie wollten, dass du es kriegst. Sie meinten, du hättest es verdient“, erklärte Richard. Angewidert legte Alex das Geld beiseite und sah wieder zu Richard hoch.

      „Und dann?“, hakte sie nach. Richard zuckte mit den Schultern.

      „Keine Ahnung. Der Krankenwagen kam, um dich hierher zu bringen und ich bin mitgefahren.“

      Besorgt ließ Alex sich wieder in die Kissen sinken. Die fragte sich, was wohl danach in der Red-Eyes Bar passiert war und gleichzeitig, ob sie es überhaupt wissen wollte. Sie schob den Gedanken beiseite und wandte sich wieder Richard zu.
      „Es tut mir echt unendlich Leid“, seufzte sie.

      „Was tut dir leid?“

      „Dass ich immer so gemein zu dir war. Und du… Du hast mich trotzdem nicht aufgegeben und heute Nacht hast du mir sogar das Leben gerettet… Wie kann ich dir nur jemals dafür danken?“

      „Du brauchst mir nicht zu danken. Das war doch selbstverständlich.“

      „Aber irgendwas muss ich doch tun können…“ Etwas Flehendes lag bei diesen letzten Worten in Alex’ Stimme und sie setzte sich auf, damit sie mit Richard auf Augenhöhe war.

      „Na gut, wenn du mir wirklich helfen willst, dann lass’ mich Teil deines Lebens werden. Erzähl’ mir, wofür du so dringend Geld brauchst, dass du diese Folter über dich ergehen lässt.“

      Alex’ Gesichtszüge erschlafften und sie sank wieder zurück in die Kissen. „Das würdest du nicht verstehen“, sagte sie trübselig. „Dein Vater ist der reichste Mann der Stadt. Du musstest nie um deine Existenz kämpfen. Du weißt doch gar nicht, wie es ist, Geldsorgen zu haben.“

      „Stimmt, das weiß ich nicht“, entgegnete Richard. „Aber dafür weißt du nicht, wie es ist, sein Leben lang immer nur die zweite Geige zu spielen. Es gibt Dinge, die kann man sich nicht für Geld kaufen. Einen richtigen Vater zum Beispiel. Ich habe meinen in den ersten vierzehn Jahren meines Lebens kaum zu Gesicht bekommen, weil er immer gearbeitet hat.“

      „Wenigstens hast du einen Vater“, antwortete Alex niedergeschlagen. „Meiner ist gestorben, als ich sieben war.“

      „Genau wie meine Mutter. Sie ist gestorben, noch bevor ich richtig sprechen und laufen konnte. Und mein Vater? Der war zu beschäftigt damit, die Kaiba Corporation aufzukaufen. Er ist zu diesem Meeting gefahren, obwohl seine Frau im Sterben lag! Das hat mir mein Kindermädchen mal erzählt und seitdem hasse ich meinen Vater dafür. Dein Vater hat dich wenigstens sieben Jahre lang von ganzem Herzen geliebt. Ich wurde für meinen erst interessant, als ich mit Bestnote an der Duellakademie aufgenommen wurde, weil ich jetzt eine seiner Werbefiguren werden konnte, die du als Profis kennst.“

      Als Richard seine Geschichte zu Ende erzählt hatte, waren seine Augen feucht. Es war offensichtlich, dass er nicht oft darüber sprach.

      „Richard…“, sagte Alex mitleidig. „Ich hatte ja keine Ahnung.“

      Unwirsch wischte Richard die Tränen aus seinen Augen und fuhr dann wieder in seinem üblichen emotionslosen Tonfall fort: „Nun, jetzt weißt du’s.“

      „Aber warum ich?“, fragte Alex verzweifelt. „Warum erzählst du mir das alles? Ich bin doch nur irgendein dahergelaufenes Mädchen aus den äußeren Stadtbezirken…“

      „Nein, bist du nicht. Du bist etwas Besonderes, das weiß ich.“

      „Aber warum?“

      „Alex… versteh’ doch…“, sagte Richard und hob sanft Alex’ Kinn an, damit sie sich direkt in die Augen sahen. „Du kannst mich als Einzige wirklich verstehen, weil du als einzige… wie ich bist…“

      „Wie meinst du das?“, fragte Alex verwirrt.

      „Deine Kräfte… Das Feuer, das du mit deinen Händen entfachen kannst.“

      Damit hatte Alex nicht gerechnet.
      „Heißt das, du kannst auch…“, fragte sie erstaunt.

      „Nun, ich kann kein Feuer erzeugen, aber auch ich habe Kräfte, die ich nicht verstehe. Hier…“, sagte er und ging hinüber zur Tür.
      Verblüfft sah Alex zu, wie er seine Hände vor die Türklinke hielt und Bewegungen mit Fingern machte, als würde er ein unsichtbares Videospiel spielen. Nach einer kurzen Zeit gab es ein metallisches Klicken und Richard rüttelte an der Klinke, doch die Tür öffnete sich nicht. Er hatte die Tür gerade ohne Schlüssel abgeschlossen.
      Doch damit nicht genug: Erneut machte er in der Luft vor der Türklinke komplizierte Fingerbewegungen und es gab erneut ein Klicken, woraufhin er die Tür problemlos wieder einen Spalt weit öffnete.

      „Wie machst du das?“, fragte Alex und starrte ungläubig zu Richard hinüber.

      „Das Türschloss ist aus Metall“, erklärte er. „Ich kann alle kleineren Metallgegenstände mit meinen Gedanken manipulieren. Ich musste zwar erst lernen, wie ein Türschloss funktioniert, aber seitdem kann ich jedes Schloss öffnen, ohne einen Schlüssel zu haben. Aber nicht nur das…“,
      Er ging wieder hinüber zu Alex’ Bett. Mit den Händen fasste er unter die Bettkante und hob und senkte die Vorderseite des Betts, sodass Alex darin wie auf einer Wippe auf und ab hüpfte.

      „Lass das!“, lachte sie, Richard setzte das Bett sanft wieder ab und nahm wieder vor Alex auf der Bettkante Platz.

      „Ich kann fast alles hochheben, egal wie schwer es ist“, erklärte er. „Verstehst du jetzt, warum ich spätestens seit unserem Duell unbedingt Kontakt mit dir aufnehmen will? Ich glaube, wir sind auf irgendeine Weise miteinander verbunden…“

      „Ich verstehe es“, bestätigte Alex. Dann fügte sie hinzu: „Glaubst du es, es gibt noch mehr von uns?“

      „Ich weiß es nicht. Aber nach dem, was wir wissen, könnte es doch sein, oder?“

      Alex nickte nachdenklich und schwieg eine Weile, dann sagte sie: „Seit wann kannst du das?“, und wiederholte damit genau die Frage, die Richard ihr während ihres Duells gestellt hatte.

      „Erinnerst du dich noch an das Erdbeben, vor etwa einem Jahr?“, fragte Richard. Alex nickte. Die Behörden hatten das Erdbeben vorhergesehen und es hatte damals im Vorweg eine ganz schöne Panikmache gegeben. Letztendlich hatte die Erde aber nur ein bisschen gewackelt und es hatte kaum Schäden gegeben.

      „Ich war damals an der Duellakademie und uns hat das Beben viel stärker getroffen, als euch auf dem Festland. Ein Mädchen, Cathy Stevens, war in einem einstürzenden Teil des Gebäudes gefangen und ich bin reingerannt, um sie zu retten. Als ich wieder raus wollte, wurde ich von einem Trümmer K.O. geschlagen. Ich bin also im Krankenzimmer wieder aufgewacht und hatte plötzlich diese Fähigkeiten. Dann hat man mir den Metallrüstungs-Drachen gegeben. Sie meinten, er wäre neben mir gefunden worden. Außerdem habe ich das hier davongetragen.“
      Richard krempelte den rechten Ärmel seiner Jacke hoch und zeigte Alex eine lange Narbe, die von seinem Handgelenk bis zur Armbeuge verlief. Gedankenversunken starrte Alex darauf. Richards Geschichte kam ihr geradezu unheimlich bekannt vor. Fast genau so war auch sie zu ihren Kräften gekommen, nur das sie ihre Schwester aus der brennenden Wohnung gerettet hatte…

      Richard holte sie schließlich aus ihren Gedanken, als er sagte: „Das war jetzt meine ganze Geschichte. Erzählst du mir jetzt, wofür du all das Geld brauchst?“

      Alex seufzte. „Ist das hier das St. Marc’s Hospital?“, fragte sie und als Richard dies bestätigte, fügte sie hinzu: „Gut, dann komm’ mit.“

      Gemeinsam verließen sie das Zimmer. Vor der Tür wimmelte Alex Mia und ihre Mutter ab, die sie natürlich sofort fragten, wo sie hin wollten, indem Alex ihnen versicherte, dass sie gleich zurück sein würden. Eine Weile lang schlenderten sie und Richard schweigend durch die klinisch reinen Gänge, bis sie an Lilys Station ankamen und Alex die Tür öffnete. Drinnen starrte Richard entsetzt auf Lilys kleinen, leblosen Körper, der an all diesen Schläuchen hing.

      „Alex… ist das….“, fing er an.

      „Meine Schwester“, beantwortete Alex die unvollendete Frage. „Lily. Sie liegt im künstlichen Koma, seit ich sie aus unserer brennenden Wohnung geholt habe und die Ärzte können sie da nur mit einer achttausend Dollar teuren Spezialbehandlung rausholen. Seitdem habe ich auch meine Kräfte.“

      „Deswegen also…“, flüsterte Richard und als er bemerkte, dass Alex’ Augen feucht waren, legte er tröstend einen Arm um ihre Schulter. Und, so verrückt es auch war, wo sie ihn doch noch vor wenigen Stunden zornig angeschrien hatte, ließ Alex es geschehen und legte sogar ihren Kopf auf die seine.

      „Könnte ich es doch nur bezahlen…“, fuhr er bedauernd fort. „Aber auch ich kann nicht mal eben achttausend Dollar ausgeben, ohne dass mein Vater davon erfährt. Und der würde mir nie erlauben, sein hart erarbeitetes Vermögen aus dem Fenster zu werfen, um irgendeiner ‚Sozialschmarotzerin’ die Krankenhausrechnung zu bezahlen. ‚Wir sind nicht die Wohlfahrt’, das würde er sagen. Und das obwohl er wahrscheinlich sämtliche Kranke der Stadt heilen könnte“, schloss er mit unterdrücktem Zorn.

      „Ist schon okay“, meinte Alex. „Ich hätte eh nicht gewollt, dass du es bezahlst. Ich will nicht noch tiefer in deiner Schuld stehen.“

      Einen Moment lang sah es so aus, als wolle Richard ihr widersprechen, stattdessen nahm er jedoch seinen Arm von Alex’ Schulter und kramte in den Innentaschen seiner Jacke nach einem länglichen Stück Papier, das aussah wie eine Konzertkarte.

      „Dann möchte ich wenigstens, dass du das hier nimmst“, sagte er und drückte Alex das Stück Papier in die Hand. Darauf zu sehen war Jessica Greengrass, eine Profiduellantin, die für ihre atemberaubende Schönheit bekannt war und die für diverse Dinge Werbung machte. Auf dem Foto posierte sie mit ihrer Duel Disc vor einem ihrer Lieblingsmonster, Nixenrüstung Abyssmegalo. Oben auf dem Ticket war das Logo von Steele Industries zu sehen.

      „Duel Monsters Newcomer’s Championship…“, las Alex den Text auf der Karte vor. „Was ist das?“

      „Das ist ein Duell-Turnier, das mein Vater austragen lässt. Die meisten Teilnehmerplätze sind schon vergeben –verkauft an die Kinder von reichen und angesehenen Familien- aber diese eine Karte sollte ich mit auf meine Tour durch die Schulen nehmen und an einen würdigen Duellanten vergeben, sollte ich auf einen treffen. Und ich glaube, ich bin fündig geworden“, erklärte Richard.
      „In der Vorrunde treten sechzehn Newcomer in Vierergruppen gegeneinander an. Darunter ich… und jetzt auch du. Die besten vier treten dann in der Hauptrunde gegen vier Profis an. Ich glaube, mein Vater will, dass das mein großer Durchbruch als Profi wird. Aber stattdessen will ich… dass es deiner wird“, schloss er. Alex starrte die Teilnahmekarte in ihren Händen an.

      „Aber warum?“, fragte sie.

      „Der Sieger erhält zehntausend Dollar Preisgeld. Das reicht, um deine Schwester aufzuwecken und vielleicht für ein paar Monatsmieten in einer neuen Wohnung.“

      „Richard… wie kann ich dir nur jemals…“, fing Alex an, die Augen immer noch an das Papier geheftet, beflügelt von dem Gedanken an diese fantastische neue Chance. Richard fasste ihr sanft an den Oberarm, woraufhin sie sich wieder direkt in die Augen sahen.

      „Du brauchst mir nicht zu danken. Versprich’ mir einfach, dass du dein Bestes gibst.“

      „Versprochen“, flüsterte Alex und nahm seine Hand. Und während sie tief in die wachsamen, blassgrünen Augen blickte, eines davon violett geschwollen, wusste sie, dass etwas in der Luft lag. Sie wollte sich auf eine Art und Weise bei Richard bedanken, für die sie keine Worte brauchte. Sie rückte ein Stück näher an Richard heran und Nervosität angesichts dessen, was sie jetzt vorhatte, stieg in ihr auf, als es plötzlich leise an der Tür klopfte.

      Die Tür öffnete sich und Mia lugte aus dem Spalt. „Alex?“, fragte sie „Ich…“
      Doch als Mia Alex und Richard erblickte, wie sie Händchen haltend dastanden, lief sie leicht rosa an.

      „Oh… ´tschuldigung. Ich… Ich geh’ dann mal“, stammelte Mia peinlich berührt und war drauf und dran, das Zimmer wieder zu verlassen, als Richard sie unterbrach:

      „Nicht nötig. Ich sollte auch mal gehen“, sagte er, löste sich von Alex und schritt zur Tür.

      „Richard“, rief Alex ihm nach.

      „Ja“, sagte er, hielt an und drehte sich um.

      „Danke“, sagte Alex aufrichtig.

      „Keine Ursache“, erwiderte Richard. Und weg war er…
      Dateien
      • Kapitel 8.pdf

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      Serie 1 / Serie 2

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      Kartenliste
      Alex:

      Roter Totenkopfvogel
      Fushi No Tori
      Feuervogel
      Fenghuang
      Hiita mit ihrem Vertrauten
      Twister
      Heulender Wind

      Nightmare:

      Finstere Kammer der Albträume
      Eisenketten-Mechaniker
      Eisenketten-Sprenger
      Nachladen
      Emporkömmling Goblin (3x)
      Stahlkäfig des Albtraums
      Geschenkgutschein
      Kettenschlag
      Kettendetonation
      Finsterfesseln

      Sonstige:

      Schicksalsheld – Dreadmaster
      Nixenrüstung Abyssmegalo

      Neue Karten:

      Phönix der Wiedergeburt

      Monster / Titan / Effekt / Feuer / Geflügeltes Ungeheuer / Gold-Sterne: 2 / 2500 Atk / 2000 Def

      Während des Spielzugs eines beliebigen Spielers, wenn diese Karte gegen ein Monster kämpft, dessen ATK höher sind als die ATK dieser Karte; du kannst Life Points in Höhe der Differenz bezahlen und wenn du das tust: Diese Karte nur während des Damage Steps ATK in Höhe der Menge an Life Points, di du bezahlt hast. Während der End Phase eines beliebigen Spielers, wenn sich diese Karte in deinem Friedhof befindet, weil sie in diesem Spielzug durch Kampf zerstört und dorthin gelegt wurde; Du kannst diese Karte als Spezialbeschwörung vom Friedhof beschwören.

      Rückenwind

      Normale Zauberkarte

      Wähle 1 offenes Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer, das du kontrollierst; in diesem Spielzug kann das gewählte Ziel deinen Gegner direkt angreifen, aber andere Monster, die du kontrollierst, können keinen Angriff deklarieren.

      Ruf des Windes

      Normale Zauberkarte

      Beschwöre 1 Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer der Stufe 4 oder niedriger als Spezialbeschwörung von deiner Hand.

      Preview: Kapitel 1.9 - Vom Skorpion gestochen
      Drei Wochen sind es noch bis zum Beginn der "Duel Monsters Newcomer's Championship", doch wie Alex am eigenen Leib zu spüren bekommt, können drei Wochen verdammt schnell vorüber gehen und der Tag ihres ersten Vorrundenduells kommt schneller, als es ihr lieb wäre. Vorher bekommt sie noch durch eine Fernsehübertragung einen Eindruck von den Profis, mit denen sie es zu tun bekommen wird, sollte sie es in die Hauptrunde schaffen...

      Einen herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal für alle Leser. Ich muss an dieser Stelle leider bekannt geben, dass ich erst einmal eine etwas längere kreative Pause einlegen werde. Grund dafür ist, dass ich mit dem Schreiben stark in Rückschritt getreten bin und gerne etwas aufholen würde. Es wird also auf jeden Fall weitergehen, aber mit der Veröffentlichung des nächsten Kapitels werde ich mir wahrscheinlich 2-3 Wochen Zeit lassen. Kapitel 8 eignet sich auch gut, um danach einen kurzen Einschnitt zu machen, weil danach ein vollkommen anderer Handlungsabschnitt beginnt und es außerdem ziemlich genau die Mitte der ersten Staffel darstellt.

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      Hey, inzwischen habe deine Fanfic auch gelesen,
      und denke,
      ich sollte auch mal eine Kritik dazu abgeben
      (wollte zwar schon vorher, doch ich war im Urlaub)
      (ps. Ich habe die anderen Verbesserungsvorschlaege jetzt nur ueberflogen, weshalb sich hier etwas doppeln koennte):

      Positives
      Spoiler anzeigen

      1. Ich bevorzuge eigentlich(im Gegensatz zur Allgemeinheit) deine Art der Duellerzählung. Dies liegt unter anderem daran, das ich einen control-basierten Spielstil auch in RL bevorzuge, und diesen gerne in Fanfics lese(gutes Beispiel: in der Untergrundarena, als sie gegen Rogue/Sarah spielt, kann sie den "Autolose" gegen das XYZ-Monster überwinden, indem sie die Feuerkunst einsetzt, die sie, wenn anfangs auch nur als Bluff gedacht, und somit auf vorausschauendem Weg gewinnt[hier könnte man aber wieder damit argumentieren, das ein logisch agierender Spieler die Karte direkt dann eingesetzt hätte, wo dieser zur Verfügung stand, und nicht erst wartet, bis der Gegner womöglich eine Konterkarte auspackt. Doch dazu später mehr]).
      Zudem sind die Duelle kürzer, und somit fuer mich besser zu folgen(btw. Ich habe immer Schwierigkeiten, der Menge der verdeckten Karten/Handkarten auf beiden Seiten zu folgen, und kann somit keinen Schluss daraus ziehen, wie ich in dem Moment gehandelt hätte. Deshalb bin ich auch nicht der Fan von schriftlichen Coverages). Außerdem wird somit der Schwerpunkt mehr auf die Story gelegt/kann gelegt werden(auch hierzu später mehr).

      Ausserdem bin ich ein grosser Fan dieses <BadWorld>-Szenarios, auch wenn dieses bei 5ds nicht ganz so gut rüberkommt(zumindest war es ab Staffel 2 vollkommen irrelevant). Hier hatte ich zwar anfangs auch das Gefühl, dass das nicht sehr gut umgesetzt wurde, doch seit Kapitel 5, hat sich das stark geändert. Gerade die Idee der Untergrundduelle, welche eine eher dunkle Seite der Welt zeigt, finde ich als ein gutes Konzept(davon kann es ruhig mehr geben, auch wenn ich jetzt mal schwer vermute, dass gerade davon in nächster Zeit nicht mehr viel kommen wird).


      Negatives
      Spoiler anzeigen

      Gerade zu beginn lassen sich noch weitere Logikfehler finden, die schon gegen dem "normalen Menschenverstand" rebellieren. Hierzu habe ich drei Beispiele:
      1. Das der Vater durch einen Unfall verstarb, ist zwar btw. klischeehaft und somit ein gutes konzept, doch hat mich eine Sache gestört: Du erwähnst vorher dessen Firma, welche die ganzen Kartenfirmen aufgekauft hatte, und somit natürlich der Hauptproduzent der Duel Monsters-Karten wurde. Heißt, der Vater starb durch einen Unfall(Explosion) in einer Kartenproduktionsfabrik. Doch wie kann man in einer halbwegs todesunfallarmen Fabrik(weil Papierproduktion) sterben?
      Man könnte ja jetzt auch erwähnen, das diese Firma sich nicht nur auf Karten spezialisiert hat. Doch wenn man dies erst kurz zuvor beschreibt, dann wirkt das schon recht komisch, und zugleich als eine unwichtige Anekdote.

      2. Als Alex in das brennende Haus rennt, um ihre Schwester zu retten, konnte ich das noch gut nachvollziehen. Doch als sie dann erneut reinrennt, sich sogar Brandblasen dafür holt, nur um ein Kuscheltier und ein Foto zu retten, wirkte doch recht unpassend. Zwar ist gerade das Foto für sie wohl besonders wichtig, doch insbesondere, dass das Plüschvieh, welches ja als Hauptgrund für das betreten des brennenden Gebäudes aufgezählt wird, macht doch einen sehr unpassenden Eindruck.

      3. In dem Moment, während sie das Angebot für die Duellakademie ablehnt, und das Gebäude verlässt, sie dabei aber von niemanden aufgehalten wird, wirkte recht irritierend. Schliesslich würde dies doch erstmal eine richtig grosse Menge Aufmerksamkeit schaffen. Ausserdem hatte Richard sofort eine Alternative parat, was damit den anschein machte, es wären bei ihm zwei Kandidaten gewesen, welche eine gute Chance gehabt hätten. Doch das er sich mit großem Abstand für Alex entschieden hatte, ergab eigentlich nur Sinn(schliesslich erkannte er ja ihr Geheimnis) Es wäre also besser gewesen, das wäre im Nachhinein in dem Gespräch mit Mia erwähnt worden(So als kleine Randnotiz), anstatt direkt nach der Ablehnung Alex's. Zudem könnte ich mir vorstellen, das Richard direkt nach der Ablehnung erstmal sprachlos geworden wäre, und vielleicht die Ankündigung verschieben wollen würde. Doch da ich deine Pläne für die kommenden Kapitel nicht kenne(vielleicht ist es ja unbedingt notwendig, das Devon ein Stipendium bekommt), ist das nur schwer zu beurteilen.

      4. Auch die aus dem letzten Kapitel genannte Tatsache, das Mia scheinbar alles über ihre heimlichen Untergrundbesuche ausgeplaudert hatte, wirkte recht irreal. Denn erstens hatte es wohl keinen Einfluss auf die Story, ob Alex's Mutter von der Geschichte bescheid weiß, oder nicht, und zweitens wirkt es doch ziemlich unsinnig, dass ihre Mutter sie nach der ganzen Sache immer noch alleine zu den Duellen lässt. Du sagst zwar, das Alex bei der "Berichterstattung" vieles Ausgelassen hat, doch wenn ich mich nun in die Rolle der sorgenden Mutter versetzen würde, würde ich zumindest dafür Sorgen, das Alex weiterhin nicht alleine in die Red-Eyes-Bar geht(sprich entweder Mia, oder die Mutter selbst mitkommen soll/will). Doch das sie es, trotz langer Diskussion, einfach hinnimmt, würde ich als total unvorstellbar "abstempeln"

      Allgemein zu den Logikfehlern ein einfacher Tipp: nachdem du einen Absatz beendet hast, denk nochmal über den Abschnitt nach. Ergibt das Sinn? Würdest du genauso wie die Figur/Figuren handeln? bzw. passt das zum beschriebenen Charakter? Und wenn nicht, wieso? Vielleicht hilft es dir ja dabei, diese Schwächen zu verringern(Hat es zumindest bei mir).

      Nun zu den Duellen: Wie zuvor von mir angesprochen die Logik in den Duellen, nimmt manchmal doch sehr negative Beispiele an.
      Das beste Beispiel ist hierfür unter anderem die "feuerkunst-Szene": Jeder normale Spieler würde die zuvor gesetzte feuerkunst genau dann aktivieren, wenn der Gegner gezogen hat, und nicht erst warten, bis dieser einen mit seinem Monster direkt angreift. Ich kann mir zwar vorstellen, dass du so ein bisschen mehr Spannung aufbauen wolltest, über diese Karte, doch eignen sich Burnerkarten halt nicht sehr gut dafür.
      Auch hier wäre es wohl besser gewesen, nochmal über den Verlauf des Duells zu überdenken.
      Zudem war halt, wie auch andere schon erwähnt hatten, die erste Verwendung ihres Schlüsselmonsters an einen niemand nicht sehr gut gewählt. Hier wäre womöglich ein Kampf mit z.b. dem Brandstifter besser geeignet gewesen.

      Nun zu deiner Kapitelaufteilung:
      Wie ich ja schon erwähnte fallen die Duelle(zumindest in textueller Länge)etwas kürzer aus, als bei Aska(hier wird meist noch mehr von der aktuellen Umgebung/Gedankengänge der Duellierenden wert gelegt[wobei dies einem meist erst in den späteren Kapiteln ab 45 auffällt, doch hierzu lieber ein weiterer Spoiler:
      Spoiler anzeigen
      Denn hier werden meist Themendecks gewählt, die ein Duell in 1-2 Zügen beenden. (*Hust*Mermail*Hust*) Doch anstatt somit die Duelle auf die entsprechende Länge zu kürzen, wird hier dann mehr vom, im und um das Duell beschrieben
      ]), womit natürlich mehr Freiraum für Story wäre. In deinen späteren Kapiteln scheinst du das auch zu befolgen, nur wird da halt am Anfang recht sparsam mit umgegangen. Ich hoffe einfach mal, dass das nicht in den alten Zustand zurückfällt.


      Und zum Schluss noch ein paar Ideen, um dich vielleicht zu inspirieren:
      Spoiler anzeigen

      Was bei dir ja sehr schön ist, ist das die Charaktere sich nicht auf einen Archetype beschränken(also z.b. Gem-Knight), sondern sozusagen ihre eigenen erschaffen(bestes Beispiel ist einfach das "VogelDeck"). Somit kommen auch mal Vanillas wieder zurück in den Mittelpunkt(was auch gleich ein Symbol für die "arme" nicht-Profi-Gesellschaft ist). Was ich halt nur (noch) vermisse ist eine gewisse Variabilität der Beschwörungsarten. Du hast zwar einen starken nutzen von der Tribut und Titan-Beschwörung, sowie der "einfachen" Fusion, nur würde ich halt auch gerne alle Beschwörungen wiedersehen. Heisst mehr XYZ(1x ist zwar noch nicht schlecht, nur fehlt mir noch ein richtig schönes XYZ-Spam-Deck), Ritual und Synchro(was mich recht stark gewundert hat. Denn da du dich ja als 5DS-Fanboy ansiehst, hätte ich erwartet, dass du sehr häufig Synchros nutzen würdest). Zudem hätten bei deiner Spanne an Decks auch Underdogdecks ala Toon oder Spirit womöglich ein paar spannende Kämpfe zu bieten(Ok, gerade bei letzterem hast du in den letzten Duellen ein paar integriert, doch ein vollständiges Deck davon würde ich auch gerne mal als Gegner sehen).

      Was ich auch noch recht Vermisse ist der Bezug zur Schlüsselkarte, dem Phönix der Wiedergeburt. Denn sie hat keinen grösseren Bezug zu Alex, als die Tatsache, ihr erstes Titanenmonster zu sein, insbesondere auch, das es ein Vogel ist. Was ich noch vermisse ist z.b. sowas:
      Die Seele ihres Vater, welches bei dem Unfall gestorben ist, ist im Phoenix wiedergeboren/versiegelt worden, und versucht nun mit Alex Kontakt aufzunehmen, um das Geheimnis um seinen mysteriösen Tod, welches in Wirklichkeit z.b. nicht durch eine Explosion geschehen war, zu lösen. Dies könnte unter anderem der Grund sein, das der Vater versehentlich den Versuch einer neuen Beschwörungsart zu schaffen, welche Kraft aus irgendwas Bösen(z.b. aegiyptische Gegenstaende, etc.) bezieht, und die Titanenkarten übertreffen/weiterentwickeln sollten(und somit nur zugänglich für die besonders reichen Menschen), beobachtet hatte, und deshalb sterben musste.

      Und als letzter "Anhang":
      Ich hoffe mal, das wir nochmal ein Wiedersehen mit der "Untergrundphase" von Alex bekommen werden. Wie z.b. das sie auf dem Turnier alten "Freunden"(Arena-Feinden) begegnet, oder zumindest an ihre schlechte/traurige Zeit ihrer Untergrundzeit zurückerinnert wird(vielleicht ja sogar ein wiedersehen ihres Phönix-Fummels, welchen sie tragen musste). Denn gerade ich muss sagen, dass das meiste Potenzial innerhalb dieser Phase zu finden war, und es eigentlich schon fast wieder traurig ist, dass diese doch nach dieser kurzen Zeit wieder beendet ist(Besonders da die Vorschau auf das nächste Kapitel zumindest mir das Gefühl gibt, hier könnte es schnell den Bach wieder runter gehen. Hoffen wir mal, dass das nur unbegründete Angst ist).


      btw. zum letzen Kapitel:
      Spoiler anzeigen

      Ich bin jetzt zwar kurz mal zu Faul, um das nachzugucken, doch hast du irgenwann vorher schonmal erwähnt, das Richard in Wirklichkeit ein reicher Junge ist(bzw. sein Vater der Gründer der Kartenvertreibungsfirma ist)? Ich glaube nämlich nicht(btw. passiert mir auch manchmal, das ich gedacht habe ich hätte das, was ich mir im Kopf schon als fix ausgemalt hatte, schon in die Story miteingefügt, und sie somit als gegeben ansehe). Denn dadurch kam mir schon in den letzten Kapiteln ein ungewohntes Gefühl hervor.
      Denn Alex beschuldigt Richard ja immer, er wäre ein Typ gewesen, der alles "in den Arsch geschoben" bekommt, was man wohl auch dadurch vermuten kann, das er auf die Duellakademie geht, doch es vorher niemals erwähnt wurde. Somit kam das Irgendwie immer falsch bei mir rüber.



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      Tauschbörse VG

      Spieler aus Hameln/Minden und Umgebung?:
      ygohameln@gmail.com
      Hey, es gibt ja doch noch Leser :D

      Vielen Dank auf jeden Fall für den Kommi, ich freue mich riesig.

      Zum Thema Logiklücken:
      Spoiler anzeigen
      Hauptsächlich aus diesem Grund liest Aska mittlerweile jedes Kapitel vorher Korrektur und macht mich auf solche Dinge aufmerksam, wodurch schon einiges in Kapitel 7&8 eliminiert werden konnte. Die Diskussion mit der Mutter z.B. war vorher noch unglaubwürdiger. Btw, Ich kann Caroline in diesem Zusammenhang aber auch irgendwie verstehen. Schließlich liegt ihr Lilys Wohl mindestens genau so am Herzen wie Alex, deshalb kann ich mir vorstellen, dass sie auch mal widerwillig ein Auge zudrückt, wenn Alex so viel Geld für die Behandlung verdient. Und wie gefährlich und erniedrigend das, was sie tut, wirklich ist, verschweigt Alex ihrer Mutter ja zunächst. Noch einmal kurz zu zwei weiteren genannten Logiklücken:
      - Warum Alex noch einmal in die Wohnung rennt, um das Kuscheltier zu retten, habe ich schon in den Anmerkungen zu Kapitel 2 erklärt. In einer solchen Situation kann man glaube ich einfach nicht mehr klar denken und wenn deine Schwester dich darum bittet, ihr Kuscheltier zu retten, dann machst du es, egal wie dumm es ist.
      - Zu der Feuerkunst-Sache: Na ja, Alex hat schlicht vergessen, dass sie diese Karte gesetzt hat (die lag da ja schon seit der ersten Runde) und sie erst wieder bemerkt, als sie panisch ihre Duel Disc abgesucht hat.

      Zu deinen Ideen:
      Spoiler anzeigen
      Variabilität der Beschwörungsarten: Leider stehen für den Rest von Staffel 1 alle Gegner und deren Decks fest und da bleibt es noch hauptsächlich bei den Titanen. Für Staffel 2 kann ich mal sehen, ob ich mal mehr Abwechslung reinbringen kann. Es stehen auf jeden Fall schon zwei spätere Charaktere fest, die auch Synchros, Xyzs und Rituale einsetzen... im selben Deck!

      Natürlich gibt es eine Vorgeschichte und einen tieferen Sinn hinter dem Phönix. Nur wird meine Fanfic wenns gut läuft am Ende gut 50 Kapitel fassen, da wäre es doch unklug, die ganze Story schon in den ersten 8 auszuplaudern ;)
      Deine Vorgeschlagene Story erinnert mich irgendwie stark an den Plot von ZEXAL. (Yuma denkt, sein Vater wäre tot, tatsächlich lebt der aber nur in einer Parallelwelt und schickt seinem Sohn Astral, um Kontakt mit ihm aufzunehmen), sicherlich eine gute Story, die aber leider nicht dem entspricht, was ich vorgesehen habe.

      Schön übrigens, dass dir die Untergrund-Phase so gefallen hat. Ich bin aber der Meinung, dass alles irgendwann enden muss. Alex hat ja theoretisch noch zwei weitere Untergrund-Duelle geführt, die ich aber bewusst nicht weiter beschrieben habe. Irgendwann wird halt auch das langweilig. Die Befürchtung, dass ich mit dem Turnier einiges kaputt machen könnte, hat auch schon Aska geäußert und ich kann euch nur versichern, dass ich genau so sehr wie ihr darauf hoffe, dass diese Befürchtungen sich als unbegründet erweisen werden. Es wird auf jeden Fall weitere Handlungsstränge neben dem Turnier geben bzw. das Turnier wird nur eine Art "Klebstoff" sein, der die Nebelhandlungen miteinander verbindet. Auch das "Bad World"-Szenario werde ich weiterführen, wenn auch auf einer anderen Ebene und aus einem anderen Blickwinkel.

      Zu der Frage, ob schon vorher etwas über Richards Herkunft bekannt war:
      Spoiler anzeigen
      Siehe Kapitel 2:

      Richard: Hi, ich bin Richard Steele.
      Mia: Richard Steele? Der Chef von Steele Industries?
      [Ausführung darüber, was Steele Industries und wer Richard Steele ist]
      Alex: Wohl kaum, der Typ ist doch höchstens siebzehn.
      Richard: Richard Steele Junior, um genau zu sein. Der Geschäftsmann, über den ihr eben gewiss geredet habt, ist mein Vater.

      Danke auf jeden Fall für das Lob und auch für die Kritik. Ich nehme mir sie zu Herzen und werde tun, was ich kann, um sie umzusetzen.

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      Serie 1 / Serie 2

      Noch ein Leser :)

      Hi Leseleff,

      ich habe deine Fan Fic nun auch fast durch und möchte dir auch noch ein paar Anregungen und Meckerei geben ;)

      Zunächst einmal zu den Figuren:

      Spoiler anzeigen
      Also ich finde deine Charaktere zwar gut ausgedacht, allerdings würde es dem Leser sehr helfen, wenn du mehr auf das Erscheinungsbild der Figuren eingehst. So kann man sich mehr darunter vorstellen. Ich fange mal als Beispiel mit Alex an: Was ich bisher über sie weiß, sie ist 16, geht in die zente Klasse und scheint auch ein bisschen hübsch zu sein, dazu hat sie eine eher rote Haarfarbe. Vielleicht habe ich es ja überlesen, aber vielleicht fehlt zur Vorstellung noch die Augenfarbe oder andere details wie Länge der Haare oder Körperform.
      Auch wirken manche Figuren vom inneren Charakter her noch etwas oberflächlich. Besonders bei Mia finde ich es ein bisschen unpassend. Als fast ständiges Anhängsel von Alex würde ich mir schon eine etwas besser ausgearbeitete Figur mit mehr Mackel und Vorzügen wünschen. Sie wirkt oft ein bisschen sehr Naiv im Vergleich zu anderen Charaktern. Aber vielleicht ist das ja auch gewollt, weiß ich ja nicht. :)
      Noch etwas: Versuche mal deine Figuren im laufe der Geschichte weiter zu entwickeln; sprich; Sie langsam erwachsen denken und auch handeln zu lassen oder lass sie neue Charakterzüge annehmen, um zu markieren das bestimmte Ereignisse die Figuren geprägt haben.


      Zur Story:

      Spoiler anzeigen
      Also für eine Fan Fic kann man ja nicht sonderlich lange Beschreibungen wie in einem Roman erwarten, aber dennoch würde ich dir als Tipp noch auf den Weg geben wollen; Lass die Story nicht so schnell voranschreiten. Wenn du zu viele Storyelemente in einen Abschnitt packst, wird die eigentliche Handlung zu schnell abgespult und die Spannung bleibt auf der Strecke. So ging es mir bei der Szene zur Stipendiumsverkündung und das Abbrennen des Zuhauses von Alex.
      Die Idee für deinen bisherigen Handlungsverlauf gefällt mir übrigens sehr gut. Ich bin gespannt, ob Alex im Untergrund noch eine große Nummer wird. Überhaupt gefällt mir diese Idee wirklich gut. Eine Figur in den Abgründen der Gesellschaft nach Geld suchend hat aufjedenfall potenzial ;)

      Logikfehler:

      Spoiler anzeigen
      Man möchte meinen, bei Fantasy müsste man hier nicht so besonders auf die Logik achten, aber gerade bei dieser Art der Erzählung sollte man trotzdem aufpassen, welche Fähigkeiten man Figuren verleiht. So wäre mein erster Gedanke gewesen, wenn ich gewusst hätte, das meine Tränen heilende Kräfte haben, ob es nicht möglich wäre, Lily zu heilen.
      Auch handeln deine Figuren oft etwas merkwürdig. Bei Devon merkt man sofort, dass er kein netter Zeitgenosse ist, aber muss er sich deswegen zu jeder Zeit wie ein Idiot benehmen? Vielleicht könnte man noch einfügen, dass er sich nur in der Gruppe stark fühlt und sonst eher ein armer Wurm ist :)
      Auch die Szene im Lokal vor dem ersten Untergrundduell ließ mich ein bisschen erschaudern. Wieso verweigert man einer Person Alkohol und verlangt wenig später, dass sie halbnackt zur Unterhaltung besondere Kleidung tragen soll? Jugendschutz in Sachen Alkohol ist ja ehrenwert, fragt man sich an dieser Stelle allerdings, was ihn das kümmern sollte. Immerhin sind zahlende Kunden jedem Schankwirt recht, wenn er sich nicht vor dem Gesetz rechtfertigen muss, egal wie alt diese Kundschaft sein mag. Ich glaube an Stelle des Wirtes hätte ich draußen ein Schild aufgestellt, zutritt erst ab 18 oder sowas. :)

      Sprache:

      Spoiler anzeigen
      Es gibt eigentlich nur eine Sache, die mich hier gestört hat, nämlich die Zeichensetzung. Es stört den Lesefluss ungemein, wenn man über Kommafehler oder fehlende Wörter stolpert und den Satz noch zwei drei mal erneut lesen muss. Als Tipp, lass es vielleicht von anderen Personen probe lesen. Man selbst übersieht oft Formulierungsfehler oder anderen Klamauk, selbst nach 3 mal kontrollieren.


      So, ein bisschen ist doch zusammengekommen.
      Ich hoffe es hilft dir bei deiner weiteren Arbeit, bin gespannt, wie die Story nun weitergeht. :daumen:
      Alles Wissenswerte über das Deck rund um den Cyber Drache.
      Gibts hier zu lesen

      Wusstest du schon..

      Das einzige Land, das 0 Geburten im Jahre 1983 verzeichnete, war der Vatikan.



      @Yani Yugi: Auch dir vielen Dank für den Kommi. Ich freue mich über jeden Leser :)

      Zu den Figuren:
      Spoiler anzeigen
      Dass ich das Erscheinungsbild der Figuren besser beschreiben soll, wurde ja von Aska und Lenant gleich zu Beginn angemerkt und ich habe seitdem schon stark daran gearbeitet. Ich selbst bin ja kein großer Freund davon, gleich bei der Vorstellung einer Figur erstmal ellenlang deren Äußeres beschreiben. Irgendwie so: "Alex stand im Kartenladen vor der Vitrine mit den Titanen-Monstern. Sie war eine durchschnittlich große, schlanke Sechzehnjährige mit langen, dunkelroten Haaren und leuchtend grünen Augen. Bekleidet war sie mit einem ärmellosen weißen Top, einer kurzen Jeans und schwarz-weißen Turnschuhen". Sowas finde ich eher lästig, weil es den Lesefluss stört. Gerade bei Figuren, die andauernd vorkommen, bevorzuge ich eher versteckte und verteilte Beschreibungen. Aber natürlich, du bist bereits der dritte, der mich darauf anspricht und dann muss ich meine persönlichen Vorlieben auch mal zurückschrauben. Selbstverständlich arbeite ich daran. Wie gesagt, ich habe ja auch schon umgesetzt und tue dies auch weiterhin.
      Zu Mia: Es ist durchaus beabsichtigt, dass sie meist naiv, nervig und hibbelig rüberkommt. Sie ist in erster Linie eine Art Gag-Lieferantin. Devon ist zugegebenermaßen etwas platt geraten, aber auch er ist jetzt nicht soo wichtig. Die tatsächlichen Antagonisten haben dann schon etwas mehr Profil.
      Um eine charakterliche Weiterentwicklung der Figuren bemühe ich mich natürlich. Es sind ja auch erst acht Kapitel und innerhalb der Fanfic gerade mal zwei Wochen vergangen. Es gibt also noch viel Spielraum.

      Zur Story:
      Spoiler anzeigen
      Meinst du damit, dass ich die einzelnen Szenen stärker ausschmücken und länger machen soll (Also in deinem Beispiel die Szene des Brandes und der Stipendiumswahl) oder meinst du, dass die Frequenz dieser wichtigen Ereignisse reduzieren soll (Also mehr Folgen dazwischen einfügen)? Ersteres habe ich natürlich zur Kenntnis genommen und daran lässt sich problemlos arbeiten. Bei Letzterem wird es schon schwieriger. Da muss einem natürlich auch immer der Spagat zwischen Übereile und Langeweile gelingen. Wenn ich z.B. noch weitere fünf Folgen lang irgendwelche Random-Schulhofduelle geschrieben und danach nochmal diverse weitere Random-Untergrundduelle, wäre das auch langweilig geworden. In dieser Hinsicht bin ich mit meinem Tempo eigentlich recht zufrieden. So kommt es wenigstens fast nie zu austauschbaren Fillerfolgen.

      Zu deinen gefundenen Logiklücken:
      Spoiler anzeigen
      Heilkräfte:
      Um diese Frage mal zu klären: Alex' Tränen können nur offene Wunden heilen und wären somit gegen Rauchvergiftungen oder Stromschäden nutzlos. Ich war auch lange am überlegen, ob Alex versuchen sollte, Lily mit ihren Tränen zu heilen und habe mich letztendlich wegen der ohnehin schon extremen Länge des Kapitels dagegen entschieden. Jetzt im Nachhinein hätte ich es gerne hinzugefügt, zumal meine Längen-Standards eh mittlerweile höher liegen.

      Erste Untergrund-Szene:
      Tatsächlich ist das auch mir aufgefallen. Folgende Begründung habe ich mir dafür überlegt: Wenn du als Wirt eine 16-Jährige abfüllst, machst du damit wahrscheinlich nur wenig Gewinn, gehst dafür aber ein extrem hohes Risiko ein, dass die Eltern es mitkriegen und dich verklagen. Allerdings brauchst du Duellanten, die dein Lokal füllen und eine so junge und attraktive Kandidatin wie Alex solltest du nicht einfach so ziehen lassen. Da die Duellanten dabei vollkommen nüchtern bleiben, sich selbst für das, was sie tun, schämen und (wenn sie nicht gerade einen Psychopathen als Gegner haben) keine bleibenden Schäden davontragen, ist die Wahrscheinlichkeit viel geringer, dass die Eltern davon erfahren. Das Risiko/Gewinn-Verhältnis ist bei den Duellanten einfach ein Besseres. Oder glaubst du, ein Schmierlappen wie Turner schenkt aus moralischen Gründen keinen Alkohol an Minderjährige aus?

      Zum Thema Probelesen:
      Spoiler anzeigen
      Passiert bereits. Seit Kapitel 7 liest Aska jedes Kapitel zuvor Korrektur und weist mich insbesondere auf Logik- und Zeichensetzungsfehler hin. :)


      Danke nochmal an dich und natürlich auch alle anderen Leser. Gegen Ende der Woche geht es dann wohl auch endlich mal weiter. :)

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      So, endlich ist meine Pause beendet und es kann weiter gehen. Viel Spaß! :)

      Kapitel 1.9 - Vom Skorpion gestochen
      „Nicht zu fassen…“, sagte Mia kurz nach Richards Verschwinden beeindruckt, als Alex ihr in ihrem eigenen Krankenhauszimmer die Teilnehmerkarte für die Duel Monsters Newcomer’s Championship zeigte. Ihre Mutter hatte das Zimmer gerade verlassen, um ein Wort mit Doctor Neill zu wechseln und die beiden Mädchen saßen gemeinsam auf Alex’ Bettkante.

      „Erst wählt er dich für das Stipendium aus und kaum lehnst du ab, gibt er dir das hier… Ihm muss echt viel an dir liegen“, fuhr Mia fort.

      „Na ja, ich glaube, ich tue ihm leid“, erwiderte Alex schuldbewusst.

      „Natürlich tust du ihm leid, du kannst einem ja auch nur leid tun.“

      „Na schönen Dank auch.“

      „So war das doch gar nicht gemeint. Aber ich glaube nicht, dass es nur das ist. Ich bin mir sicher, er steht auf dich!“, sagte Mia und mit einem verschmitzten Lächeln fügte sie hinzu: „Und ich glaube, das beruht auf Gegenseitigkeit…“

      „Wie meinst du das?“, fragte Alex rasch.

      „Da lief doch was zwischen euch…“

      „Was? Nein! Da lief gar nichts!“, verteidigte sich Alex hektisch und fuchtelte abwehrend mit ihren Händen. Diese Mia hatte vielleicht Nerven…

      „Na hör mal! Ich bin doch nicht blind, und ihr wart eindeutig kurz davor, euch zu…“, sagte Mia, aber dann viel ihr offenbar ein, wer Alex und Richard daran gehindert hatte, es zu tun, und schuldbewusst fuhr sie fort:
      „Tut mir echt leid, dass ich einfach so reingeplatzt bin…“

      Doch Alex blieb es erspart, ihren Zorn über diese Sache in freundliche Worte zu verpacken, weil in diesem Moment ihre Mutter in Begleitung von Doctor Neill, der dunkelhaarigen Ärztin das Zimmer betrat. Letztere hatte eine Art kleinen, rechteckigen Computer mit langen, tentakelartigen Kabeln dabei.

      „Hallo Alex“, sagte Dr. Neill in ihrem üblichen kurz angebundenen Tonfall und als sie bemerkte, dass Alex fragend das Gerät in den Händen der Ärztin anstarrte, fügte diese hinzu: „Das ist ein Cardiometer. Damit überwachen wir deine Herzfunktion. Für Gewöhnlich würden wir es dir für einen längeren Zeitraum mit nach Hause geben und dich Protokoll über deine Aktivitäten führen lassen, aber dafür kommt deine Krankenversicherung nicht auf. Deshalb werden wir es zwölf Stunden lang stationär einsetzen.“
      Alex’ Mutter sah bei diesen Worten betrübt drein und setzte sich auf den Hocker neben dem Bett ihrer Tochter, offenbar hatte sie diesen finanziellen Aspekt eben mit Dr. Neill abgesprochen.
      Die Ärztin befestigte unterdessen die Messfühler an den Enden der Kabel an verschiedenen Stellen an Alex’ Körper und gab ihrer Patientin Anweisung, das eigentliche Gerät an ihrer Brust zu befestigen, wo es eine hässliche, rechteckige Beule im nicht weniger hässlichen Krankenhausnachthemd hinterließ.

      Zum Glück war Alex immer noch hundemüde, denn andernfalls, so dachte sie, hätte sie so verkabelt nie einschlafen können. Doch so verfiel sie relativ schnell in einen unruhigen Schlaf und genau wie Turner es seinem Publikum versprochen hatte, tauchte immer wieder Nightmare in ihren Träumen auf, wie er hinter seiner metallenen Totenkopfmaske grausam lachte.
      Gegen dreizehn Uhr am nächsten Tag entfernte Dr. Neill das Cardiometer und nahm es zur Auswertung mit, woraufhin Alex in ein Zimmer mit mehreren anderen Patientinnen verlegt wurde und dort noch stundenlang auf das Ergebnis warten musste.

      Sie verbrachte den Tag größtenteils damit, in ihrem Bett zu liegen und sich zu langweilen. Immer wieder ließ sie ihr Gespräch mit Richard Revue passieren. Sie war also nicht die einzige; auch er hatte besondere Kräfte. War es bloß Zufall, dass es ausgerechnet sie beide getroffen hatte? Oder waren sie irgendwie über das Schicksal miteinander verbunden? Und gab es noch mehr von ihnen?
      Sie beide, so überlegte Alex, hatten anderen Menschen das Leben gerettet. Waren die Kräfte und die Karten, die zusammen mit ihnen aufgetaucht waren, so etwas wie Belohnungen für heldenhaftes Verhalten? Aber nein, das konnte eigentlich nicht sein. Feuerwehrleute und Ärzte retteten täglich Leben und sie hatten nicht alle Superkräfte…
      Doch das war nicht alles, was Alex beschäftigte. Was war das gestern zwischen ihr und Richard gewesen? Sie hatte irgendetwas gespürt… eine tiefe Verbundenheit, ein dringendes Bedürfnis, ihm näher zu sein, ihm alles zu erzählen, was sie bedrückte. War sie bloß schwach gewesen? Hatte sie Trost in ihm suchen wollen? Und hatte auch er all das gespürt?
      „Du bist etwas Besonderes, ich weiß es“, hatte er gesagt. Hatte er damit nur ihre Kräfte gemeint, oder hat er versucht, damit seine wahren Gefühle gegenüber Alex auszudrücken? Und dann war da noch das Turnier. Schon bald würde sie sich gegen echte Profis beweisen müssen, wenn sie mit den zehntausend Dollar Preisgeld Lily endlich zurückholen wollte. Konnte sie das schaffen? War sie überhaupt stark genug dafür? Ein Bild entstand vor ihren Augen: Sie war in einem gigantischen Stadion und musste gegen Evan Drake antreten, um weiterzukommen…
      Bei diesem Gedanken wurde ihr übel. Sich maskiert vor den dreißig bis vierzig Männern zu duellieren, die an einem guten Abend die Red-Eyes Bar besuchten, war eine Sache, aber in das Steele-Stadion, in dem die Hauptrunde der Duel Monsters Newcomer’s Chamionship gewiss stattfinden würde, passten tausende von Menschen! Was würde passieren, wenn sie versagte? Wo würde sie das Geld für Lilys Behandlung herbekommen?
      Fragen über Fragen huschten durch Alex’ Gedanken, jede schwieriger zu beantworten als die letzte, und drohten damit, sie unter ihrer Last zu begraben. Und dann, am späten Nachmittag, als sich die Spirale der unbeantworteten Fragen und Sorgen so tief nach unten geschraubt hatte, dass Alex am liebsten einfach all das hinter sich lassen und losrennen wollte, auf das Dach des Krankenhauses, wo sie sich allein und unbemerkt die Lunge aus dem Leib schreien konnte, betrat Dr. Neill die Station, in der Hand ein Klemmbrett mit Alex’ Krankenakte.

      Alex’ Mutter, die den Gemüseladen an diesem Tag geschlossen ließ, um zusammen mit Mia bei ihrer Tochter zu sein und immer noch auf dem kleinen Hocker saß, sah panisch zu der Akte hinüber. Sie nahm die Hand ihrer Tochter, mehr um sich selbst als deren Besitzerin zu beruhigen.
      „Also Alex… Hast du dich gut erholt?“, fragte Dr. Neill und ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr sie fort: „Die Ergebnisse deiner Herzschlagmessungen sind da. Und glücklicherweise konnten wir keine Unregelmäßigkeiten feststellen.“
      Alex’ Mutter atmete erleichtert auf und lockerte ihren Griff ein wenig.

      „Heißt das, ich kann gehen?“, fragte Alex und setzte sich auf.

      „Ja, das heißt, du kannst gehen“, seufzte Dr. Neill, die die ergriffenen Maßnahmen offenbar immer noch für unzureichend hielt.
      „Allerdings sind zwölf Stunden stationärer Überwachung nicht besonders Aussagekräftig. Herzrhythmusstörungen als Folge von Stromunfällen können mitunter auch stark verzögert auftreten. Deshalb rate ich dir aber dringend von sämtlichen Aktivitäten ab, die deine Herzfunktion beeinträchtigen könnten. Duelle sollten gerade noch in Ordnung gehen, solange du dabei nicht an einer Stromkette hängst. Aber keine Achterbahnen, keine Horrorfilme und kein Leistungssport, klar? Und das du dich von sämtlichen unisolierten Stromquellen fernhalten sollst, muss ich wohl nicht noch extra betonen.“

      „Keine Sorge. Ich habe nichts von alledem vor“, versicherte ihr Alex.

      „Ich will es hoffen, denn sonst könnte es gut sein, dass wir uns viel schneller wiedersehen, als uns beiden lieb ist. Ich wünsche dir alles Gute.“

      Dr. Neill gab Alex und ihrer Mutter noch einmal die Hand, dann verließ sie die Station. Alex zog unterdessen die Vorhänge um ihr Bett zu und kleidete sich an, dann verließ sie zusammen mit ihrer Mutter und Mia das Krankenhaus.

      ~


      Am Haus der Familie Anderson angekommen, wurden sie sofort von Steven, einem von Mias kleinen Brüdern, begrüßt.

      „Mia, Mia! Komm’ schnell, Mr. Steele ist gleich im Fernsehen!“, rief er aufgeregt. Wenn Richards Vater im Fernsehen auftrat, kündigte er meist ein großes Duellturnier oder eine spektakuläre Neuerung in Sachen Duel Monsters an, deshalb waren seine Auftritte bei den Duell-Fans sehr beliebt.
      Steven rannte zurück ins Wohnzimmer, wo er sich neben seinen Zwillingsbruder Jimmy auf einen Sessel zwängte. Mr. und Mrs. Anderson hatten auf dem Sofa Platz genommen, ersterer wirkte wie üblich erschöpft von der vielen Arbeit.

      „Hallo Alex. Wie geht es dir?““, fragte Mrs. Anderson freundlich. Offenbar wusste auch sie schon, was passiert war.

      „Ach, so weit so gut“, antwortete Alex und es blieb ihr erspart, weiter darauf einzugehen, weil in diesem Moment die Sendung im Fernsehen begonnen hatte. Darum setzten sich Alex und Mia im Schneidersitz auf den Fußboden vor dem Sofa und starrten wie die anderen aufmerksam auf das alte Röhrengerät.

      Bei der Sendung handelte sich um eine Live-Ausgabe der „Gary Altman Show“, einer populären Talkshow, in der der für seine extravaganten Anzüge bekannte Moderator Gary Altman prominente Gäste interviewte. Heute trug er einen Lila Anzug mit einer Krawatte, die aussah, als wäre sie aus Duel Monsters-Karten geschneidert worden und moderierte gerade seine Gäste an.
      Kurz darauf betrat Richard Steele Sr. das Studio, begleitet von niemand geringerem als seinem eigenen Sohn, dessen Stylisten ganze Arbeit dabei geleistet hatten, sein blaues Auge zu kaschieren.
      Alex’ Herz machte einen kleinen Hüpfer und aufgeregt starrte sie in Richards Gesicht auf der Mattscheibe. Seine steife und gefühllose Mimik erinnerte Alex stark an seinen Auftritt in der Aula ihrer Schule. Auf einmal kam es ihr surreal vor, dass sie vor nicht einmal vierundzwanzig Stunden noch mit dem echten Richard gesprochen hatte und dass sie sich in Lilys Zimmer so nahe gekommen waren… und doch, dass Alex unter der dicken Schicht Make-up noch einen Hauch von violett um sein linkes Auge erkennen konnte, war der Beweis dafür, dass all das wirklich passiert war.

      Nun sah Alex zu Richards Vater hinüber, der gerade zusammen mit seinem Sohn auf einem Sofa Platz nahm. Seine dunkelblauen Augen waren genau so kalt wie seine Persönlichkeit, zumindest nach dem zu schließen, was Richard über ihn erzählt hatte. Sein schulterlanges Haar war wie das seines Sohnes grau, dabei aber etwas heller und er trug einen schwarzen Anzug ohne Krawatte. Sein Sohn war ihm bereits über den Kopf gewachsen. Alex fragte sich, ob all das stimmte, was Richard über seinen Vater gesagt hatte. Dass Richard ihn hasste, weil er, statt für seine sterbenskranke Frau da zu sein, zu einem Geschäftsmeeting gefahren war, um die Kaiba Corporation aufzukaufen. Dass er ständig arbeitete und dass er seinen eigenen Sohn nur als Werbefigur für seine Produkte ansah. Gleichzeitig fragte Alex sich, warum Richard das alles erfinden sollte…
      Unterdessen fragte Gary Altman Mr. Steele über die kommende Duel Monsters Newcomer’s Championship aus, die, so fand Alex jetzt heraus, in knapp drei Wochen beginnen würde. Er wiederholte dabei mehr oder weniger das, was Richard Alex schon letzte Nacht erzählt hatte. In der Vorrunde wurden die Sechzehn potenziellen Newcomer in vier Gruppen à vier Duellanten aufgeteilt, in denen jeder drei Duelle zu führen hatte. Die vier Erstplatzierten der jeweiligen Gruppen würden dann in der Hauptrunde nach dem K.O.-System gegen vier Profis antreten. Ziel des Wettkampfs sei, junge Talente zu fördern und der Profiliga neues Leben einzuhauchen.

      „Meine Güte!“, verkündete Gary Altman begeistert. „Das klingt ganz danach, als könnten wir uns schon bald auf viele spannende Duelle freuen! Aber keine Duelle ohne Duellanten! Deshalb begrüßen sie nun mit mir die vier Duell-Stars, auf die die jungen Talente in der Hauptrunde treffen werden! Die vier Gesichter, denen ganz Domino City zu Füßen liegt! Jetzt exklusiv hier im Studio! Evan Drake, Jessica Greengrass, Christopher Allington und Seiyou Takamoto!“
      Tosender Beifall breitete sich im Publikum der Show aus und die Zwillinge im Wohnzimmer der Andersons stimmten mit ein, als vier junge Erwachsene das Studio durch eine Tür am anderen Ende betraten.

      „Da sind sie!“, rief Mia aufgeregt und starrte zu den vier lebenden Legenden auf der Mattscheibe. Evan Drake, der breit lächelte und dem Publikum grüßend zuwinkte, war dank seiner wilden, roten Haarmähne mit den blauen Strähnen und der langen Narbe, die sich über sein rechtes Auge erstreckte, natürlich der mit Abstand Auffälligste. Aber auch Jessica Greengrass dicht hinter ihm machte mächtig was her. Ihr endlos langes, blondes Haar schlug wie das Meer Wellen, während es auf ihren Rücken fiel und ihre türkisgrünen Augen, so hieß es immer, waren tief wie der Ozean, wobei flach an ihr sowieso nichts war.

      Unterdessen war unter den Zwillingen ein lautstarker Streit darüber ausgebrochen, ob Evan Drake oder Christopher Allington cooler sei.
      „Ruhe da hinten!“, herrschte Mia ihre Brüder an. „Außerdem ist es doch wohl klar, dass Evan Drake tausendmal cooler ist! Ich mag diesen Allington nicht… der ist irgendwie unheimlich.“

      Mit dieser Ansicht war Mia nicht allein. Auch Lily hatte immer Angst vor Christopher Allington gehabt. Alex konnte die beiden verstehen, er konnte einem wirklich einen Schauder über den Rücken laufen lassen. Seine Haarmähne noch wilder als die von Evan und größtenteils rabenschwarz, aber der kleine Teil seines Haars, der links von seinem an der Schläfe sitzenden Scheitel verlief, war schneeweiß. Doch das wahrhaft Furchterregende an ihm waren seine Augen. Bei einem Unfall hatte er sein linkes verloren, seitdem war die Haut rundherum vernarbt und schrumpelig, das Auge selbst durch ein künstliches ersetzt worden. Dieses war jedoch nicht wie sein natürliches von einem leuchtenden hellblau, sondern der gesamte Augapfel war pechschwarz, wie der eines Haifischs.
      Die vier Profis nahmen auf Sofas im Studio Platz und wurden allesamt herzlich von Gary Altman begrüßt, den sie aus zahlreichen Interviews allesamt persönlich kannten. Als der Beifall aus dem Publikum endlich abflaute, startete Gary eine kleine Fragerunde, in der die Profis ihre Erwartungen und Hoffnungen zu dem Turnier äußerten. Evan Drake hoffte auf spannende Duelle und neue Freundschaften. Jessica Greengrass freute sich darauf, Menschen zu treffen, die genau so voller Ehrgeiz und Tatendrang waren, wie sie selbst es einmal gewesen war. Christopher Allington wiederholte im Prinzip nur, was Mr. Steele bereits gesagt hatte und Seiyou Takamoto, der mit seiner Brille und seinen kurzen schwarzen Haaren zwischen den anderen wie eine graue Maus wirkte, drückte sein Interesse dafür aus, wie die jungen Spieler tickten und wie sich das Spiel gewandelt hatte.
      Zu guter Letzt wandte Gary sich an Richard. „Also, Richard…“, sagte er. „Deine Aufgabe war es, junge Talente für das Turnier zu finden und du selbst nimmst auch Teil. Nun, da du einen Eindruck von den Menschen gekriegt hast, auf die die vier Finalisten in der Hauptrunde treffen werden, wie schätzt du da die Chancen für unsere Newcomer ein?“

      „Es wird auf jeden Fall nicht einfach werden“, antwortete Richard. „Schließlich seid ihr nicht ohne Grund zu Profis geworden“, er nickte den vier anderen Gästen zu, „Andererseits gibt es neben mir auch noch fünfzehn weitere exzellente Duellanten in diesem Turnier. Ich glaube, dass Duel Monsters ein Spiel der unendlichen Möglichkeiten ist. Jeder kann es zu etwas bringen, wenn er es nur will. Und wenn er ein Ziel hat, für das sich das Kämpfen lohnt.“

      Und bei den letzten Worten, so hätte Alex schwören können, hatte Richard ihr direkt in die Augen geschaut.

      ~


      Die nächsten Wochen verbrachte Alex mit intensiver Turniervorbereitung. Nachdem die übrigen Mitglieder der Familie Anderson den Schock überwunden hatten, dass Alex an dem Turnier teilnehmen würde, von dem sie eben im Fernsehen gehört hatten, fieberten sie alle mit ihr mit und unterstützten sie so gut wie möglich bei dem Vorhaben, es möglichst weit in dem Turnier zu bringen.
      Und so besuchte Alex am Tag nach der Fernsehübertragung mit ihrem Untergrundgeld den Kartenladen, um sich mit neuen starken Karten einzudecken, darunter ihren lang ersehnten Sturmvogel und in den kommenden Tagen duellierte sie sich zur Übung immer wieder mit Mia, Nick und Sarah.
      Inzwischen war in der ganzen Stadt das Duellfieber ausgebrochen. Alle freuten sich riesig auf das bald stattfindende Großturnier und die drei Wochen, während denen Alex und ihre Mutter immer wieder Lily besuchten, um ihr und sich selbst ermutigende Worte zuzusprechen, vergingen wie im Flug.

      Am letzten Tag vor dem Turnier musste Alex zum alten Duellstadion gehen, wo die Vorrunde stattfinden würde, um ihre Teilnahme offiziell zu bestätigten. Das Kuppelförmige Stadion war zwar viel kleiner als das brandneue Steele-Stadion, aber es kam Alex trotzdem riesig vor. Der Empfangsraum war großzügig gestaltet und hie und da waren Sitzgruppen und Duellanten mit ihren Familien verteilt.
      Alex, die in Begleitung von Mia gekommen war, ging hinüber zu einer Empfangsdame, reichte dieser ihre Teilnehmerkarte und sah sich um. Richard konnte sie nirgends entdecken. Die Empfangsdame reichte Alex wieder deren Karte mit der Versicherung, dass sie jetzt offiziell teilnahm, und wünschte ihr viel Glück.
      Als Alex sich umdrehte und den Schalter mit dem sicheren Gefühl verließ, genug trainiert zu haben, um zumindest die Vorrunde zu überstehen, kam schließlich Richard herein. Er wurde von einem Sicherheitsmann in schwarzem Anzug begleitet und hatte seinen üblichen ernsten Gesichtsausdruck aufgesetzt, der jedoch einem Lächeln wich, als er Alex erblickte.

      „Hallo Alex“, sagte er und machte eine nickende Bewegung mit dem Kopf, um sie an den Rand des Raumes zu beordern. Mia ließ sich anstandshalber eine Ausrede einfallen, wegzugehen und schritt davon, um ihnen nicht noch einmal dazwischenzufunken. Dies wäre aber gar nicht nötig gewesen, denn mit keinem Wort erwähnte einer der beiden das, was im Krankenhaus geschehen - oder nicht geschehen - war.
      „Du bist also gekommen“, fügte Richard hinzu.

      „Was denkst du denn? Dass ich kalte Füße kriege?“, erwiderte Alex.

      „Natürlich nicht. Wie geht es dir?“, fragte er besorgt und Alex wusste, dass er damit die Folgen der Stromschläge meinte.

      „Alles bestens. Und dir?“

      „Na ja, für einen, der in Gefangenschaft lebt, kann ich nicht klagen.“

      „Wie meinst du das?“, fragte Alex bestürzt und legte sich nervös die rechte Hand auf die linke Schulter.

      „Hausarrest“, antwortete Richard schulterzuckend. „Bis das Turnier beginnt, weil ich mich nachts in zwielichtigen Spelunken rumtreibe, um mich zu schlagen.“

      Der Sicherheitsmann hatte inzwischen auf die Uhr geschaut und schritt zu ihnen hinüber.
      „Mr. Steele“, sagte er. „Ich habe Anweisung von Ihrem Vater erhalten, mich nicht länger als unbedingt notwendig mit Ihnen hier aufzuhalten.“

      „Ist schon gut“, antwortete Richard.
      „Also gut, dann sehen wir uns im Finale“, fügte er an Alex gewandt hinzu und klopfte ihr ermutigend auf die Schulter.

      „Wenn du bis dahin nicht rausgeflogen bist…“

      „Keine Sorge, ich geb’ mir Mühe“, sagte Richard schmunzelnd und gemeinsam mit seinem Leibwächter ging er hinüber zum Schalter, um sich anzumelden.

      ~


      Doch Alex musste nicht lange warten, um Richard wiederzusehen. Schon am nächsten Morgen führte er als erster Teilnehmer der Gruppe A das allererste Duell des Turniers, welches er mit Bravur gewann. Alex selbst war die allerletzte Duellantin der Gruppe D und deshalb verbrachte sie diesen und den nächsten Tag damit, mit Sarah und Mia im Stadion zu sitzen, Popcorn zu futtern und die Duelle zu verfolgen, wobei ihr immer banger bei dem Gedanken an ihr eigenes erstes Duell wurde, welches das letzte am Dienstagnachmittag sein würde.

      Und so fand Alex sich wenige Minuten vor dem Duell im Wartezimmer für die Duellanten wieder, wo sie nervös auf und ab schritt. Zusammen mit ihr warteten Mia und Sarah, sowie Alex’ Mutter, Nick und Mias Brüder, die alle gekommen waren, um ihr beim Duell zuzusehen und deren Status als Angehörige Alex zuvor dem Sicherheitsmann vor der Tür bestätigt hatte.
      Gemeinsam lauschten sie der gedämpften Stimme von Allen McArthur alias „MC Arthur“, der die Duelle kommentierte und gerade das Publikum auf das kommende Duell heiß machte.

      „Begrüßen sie nun also mit mir den ersten Duellanten des letzten Duells an diesem schönen Dienstagnachmittag!“, verkündete MC Arthur und Alex’ Herz begann zu rasen.
      „Mit gerade einmal vierzehn Jahren ist er einer der jüngsten Teilnehmer dieses Turniers, und doch gilt er als eines der größten Nachwuchstalente an der Duellakademie! Billy Crawler!“
      Tosender Beifall schwoll im Stadion an, während Billy Crawler das Stadion betrat. Nach einer Weile hatte sich das Publikum beruhigt und zischend ging im Warteraum für die Duellanten die Doppelschiebetür auf, durch die Alex gleich das Stadion betreten würde. Eine Art Ampel war neben der Tür angebracht, die, wenn sie von rot auf grün umschlug, Alex das Signal geben würde, das Stadion zu betreten. Erneut ertönte MC Arthurs Stimmer, nun dank der offenen Tür viel lauter:
      „Und jetzt ist es an der Zeit, seine Gegnerin zu begrüßen! Sie ist die große Unbekannte in diesem Turnier und hat ihre Teilnahme niemand Geringerem als Richard Steele Junior persönlich zu verdanken! Aus dem Stadtteil Newhaven, Alex Whitman!“
      Alex, die während ihrer Anmoderation noch einmal rings herum ihre Freundinnen und ihre Mutter umarmt hatte, die ihr alle Mut zusprachen und Glück wünschten, erstarrte, als sie ihren künstlich langgezogenen Vornamen hörte. Entsetzt starrte sie zu der Ampel, die von rot auf grün umschlug und musste sich von Mia schubsen lassen, damit sie sich in Bewegung setzte.

      Genau wie damals, als Richard ihren Namen in der Aula aufgerufen hatte, fühlten sich Alex’ Füße an, als gehörten sie einer anderen und als sie hinaus in das strahlende Sonnenlicht des Stadions trat, wurde sie von einer Flutwelle aus Eindrücken überrollt. Die Zuschauer auf den Tribünen waren zu einer einzigen, gewaltigen, bunten Masse verschmolzen, die Alex zujubelte und applaudierte. Hoch in der Luft zeichneten sich gegen das strahlende Sonnenlicht und den blauen Himmel die Umrisse von kleinen, ferngesteuerten und mit Kameras ausgerüsteten Minihubschraubern ab. Innerhalb des gigantischen Stadions, das, wie sich Alex erschrocken erinnerte, immer noch viel kleiner war als das, in dem die Hauptrunde stattfinden würde, konnte Alex auf mehreren gigantischen Monitoren sich selbst dabei zusehen, wie sie mit weit aufgerissenen, leuchtend grünen Augen und leicht geöffnetem Mund in die Menge starrte.
      Bei diesem Anblick zwang sie sich dazu, einen entschlossenen Gesichtsausdruck aufzusetzen und strammen Schrittes die Stufen zum erhöhten Duellfeld emporzusteigen, auf dessen anderer Seite schon ihr Gegner bereitstand.

      „Nun da beide Kontrahenten das Kampffeld betreten haben, kann das Duell beginnen!“, tönte MC Arthurs Stimme. „Duellanten, gebt euch die Hand!“

      Alex und Billy überquerten das Feld und in dessen Mitte taten sie, wie ihnen geheißen. Nach all den Fieslingen, gegen die Alex sich für gewöhnlich duellierte, kam ihr heutiger, vierzehnjähriger Gegner ihr vor wie ein kleines Kind. Sein schwarzes Haar bildete über der Stirn eine gewaltige Tolle, die sein linkes Auge fast vollständig verdeckte und weit über sein Ohr hinausragte. Er trug eine schwarze Jacke und darunter eine Art Weste mit einem weißen Halstuch, was ihm in Alex’ Augen das Aussehen eines verzogenen kleinen Adelsjungen verlieh. Außerdem war er über einen Kopf kleiner als Alex.
      Offenbar hatte er viel weniger Probleme mit Lampenfieber als Alex, denn er hatte ein freches, kleines Grinsen aufgesetzt.
      Im Anschluss an diese Begrüßung nahmen Alex und der Junge wieder ihre Plätze an den Enden des Duellfelds ein. Auf den riesigen Monitoren im Stadion waren jetzt Porträtbilder von Alex und Billy zu sehen.

      „Los Duell!“, riefen diese, aktivierten ihre Duel Discs und zogen je fünf Karten von ihren Decks.

      „Meine Damen und Herren, bitte schenken Sie ihre Aufmerksam den Monitoren, denn jetzt wird der Zufallsgenerator entscheiden, welcher der beiden Duellanten den ersten Zug machen darf!“, verkündete MC Arthur. Auf den Monitoren wurden die Porträtbilder unterdessen in hoher Frequenz schwarzweiß und wieder farbig. Schließlich nahm die Frequenz ab und am Ende war es Alex’ Foto, das farbig blieb.
      „Und die Entscheidung ist getroffen! Anscheinend ist unser Computer ein echter Gentleman, denn er sagt eindeutig: Ladies first! Alex darf also den ersten Zug machen!“

      „Mein Zug!“, rief die und ihre Stimme halte durch das Stadion, verstärkt durch das Mikrofon, das man ihr im Warteraum an der Kleidung angebracht hatte. Sie betrachtete ihre Handkarten und musste unwillkürlich zum Lächeln. Na wenn das mal kein gutes Blatt war…
      „Ich beschwöre Kujakujaku im Angriffsmodus!“
      Auf Alex’ Feld erschien das Hologramm eines Pfaus, dessen Schwanzfedern ein Schlangenmuster hatten. (ATK: 1200) Im Anschluss zog sie eine Zauberkarte aus ihrem Blatt.
      „Als Nächstes aktiviere ich den Schnellzauber Schwalbennest! Damit biete ich eins meiner geflügelten Ungeheuer als Tribut an, um ein anderes als Spezialbeschwörung von meinem Deck zu beschwören, solange es dieselbe Stufe hat wie das Monster, das ich als Tribut angeboten habe! Ich biete also Kujakujaku als Tribut an, um Regenbogen-Phönix zu beschwören!“
      Der Pfau mit dem Schlangenmuster verschwand und an seine Stelle trat das Hologramm eines Phönix, dessen Gefieder in allen Farben des Regenbogens leuchtete. (ATK: 1300)
      „Da Kujakujaku soeben als Tribut angeboten wurde, kann ich meiner Hand jetzt durch seinen Effekt ein Wind-Monster der Stufe 4 oder niedriger von meinem Deck hinzufügen! Und ich entscheide mich für Blaugeflügelte Krone!“
      Sie griff nach der Karte, die ihre Duel Disc hervor schob und fügte sie ihrem Blatt hinzu. Dann fuhr sie voller Vorfreude fort:
      „Und da kommt noch mehr! Denn jetzt mische ich Regenbogen-Phönix vom Attribut Feuer von meinem Feld und Kujakujaku vom Typ Geflügeltes Ungeheuer von meinem Friedhof ins Deck zurück, um meinen Liebling zu beschwören! Komm schon raus, Phönix der Wiedergeburt!“

      Begeisterte „Ooohs“ und „Aaaahs“ waren kurz darauf aus dem Publikum zu hören, als der blendend helle Lichtblitz im Duellfeld einschlug und der riesige, brennende Vogel in die Luft schoss, um eine große Runde durch das Stadion zu drehen. Begeistert sah Alex ihrem Monster zu, wie es an den Tribünen vorbeiraste und in diesem Moment fiel sämtliche Nervosität von ihr ab. Sie nahm das Publikum und den Lärm kaum noch war und von nun an zählte nur noch das Duell. Und es lief nicht schlecht, im Gegenteil: Sie spielte besser denn je.

      „Ich beende meinen Zug“, sagte sie. [Hand: 4 / Backrow: 0]

      „Nun, allen Anschein nach hatte der Sohn von Mr. Steele seine Gründe dafür gehabt, dieses Mädchen ins Turnier zu bringen!“, verkündete MC Arthur. „Schon am Anfang ihres ersten Duells legt sie einen gut durchdachten Zug hin, nach dem sie mit einem Titanen-Monster und nur einer Handkarte weniger dasteht als zu Beginn des Duells! Wird es ihr gelingen, dieses Niveau zu halten?“

      „Ich muss schon sagen…“, sagte Billy auf der anderen Seite des Felds mit rauer Stimme. Offenbar war er gerade im Stimmbruch. „Als ich gehört habe, dass meine Gegnerin aus Newhaven kommt, habe ich das für einen schlechten Witz gehalten, aber vielleicht habe ich mich in dieser Sache doch geirrt.“

      „Was sagt meine Herkunft denn bitte über meine Fähigkeiten als Duellantin aus?“, konterte Alex aufgebracht.

      „Wir werden ja sehen, ob es einen Unterschied macht. Mein Zug!“, erwiderte Billy und zog eine Karte von seinem Deck.
      „Ich aktiviere den Zauber Monster-Rettungsmission! Weil du im Gegensatz zu mir ein Monster kontrollierst, kann ich mit dieser Karte zwei Normale Monster der Stufe 3 oder niedriger als Spezialbeschwörung von meinem Deck beschwören, solange sie den gleichen Typ und die gleiche Eigenschaft, aber unterschiedliche Namen haben! Ich hoffe, du magst Skorpione, denn hier kommen gleich zwei davon! Ich beschwöre Riesenskorpion der Tundra und Albtraumskorpion!“
      Er schob die Zauberkarte auf seinen Friedhof und kurz darauf erschienen auf seinem Feld zwei der hässlichsten Monster, die Alex je gesehen hatte. Es handelte sich um riesige Skorpione mit jeweils vier stachelbewährten Schwänzen, der eine blau (ATK: 1100) und der andere rot mit einem grausamen Gesicht. (ATK: 900) Alex konnte nicht wirklich behaupten, dass sie Skorpione mochte. Gegen Spinnen hatte sie nichts, die schlug sie andauernd für Mia tot, aber Skorpione?
      „Aber wie du dir vielleicht schon gedacht hast, werden die beiden nicht lange bleiben! Denn jetzt mische Riesenskorpion der Tundra und Albtraumskorpion vom Attribut Erde und vom Typ Insekt von meinem Feld ins Deck zurück, um eine Titanen-Beschwörung durchzuführen! Erscheine, Wüsten-Königsskorpion!“
      Vor Billy stiegen jetzt seine beiden normalen Monsterkarten in die Höhe und umkreisten sich anmutig. Am höchsten Punkt angekommen bildete sich eine leuchtende Lichtsphäre und abermals schlug ein blendend heller Lichtblitz auf dem Duellfeld ein.
      Vom Einschlagkrater des Blitzes begann sich nun ein Strudel aus Treibsand zu bilden und nicht wenige Zuschauer im Publikum schrien verängstigt auf, als sich aus diesem nach und nach die hässlichen Glieder eines gigantischen Skorpions erhoben.
      Das Biest hatte einen gegliederten schwarzen Körper, groß wie der eines Elefanten. Seitlich von diesem erstreckten sich drei lange, dünne Beinpaare, die nach hinten immer länger wurden und aus denen hin und wieder goldene Dornen sprossen.

      Angewidert starrte Alex zu dem Geschöpf hinüber, dessen Gesicht aus vier runden, schwarzen Augen und furchterregenden Greifzangen als Mundwerkzeuge bestand. Diese wirkten jedoch winzig im Vergleich zu den gigantischen goldenen Greifzangen an seinen vorderen Gliedmaßen. Das schlimmste war jedoch der Schwanz. Dieser war über den Rücken gebogen und mit drei riesigen, gebogenen, goldenen Stacheln bestückt, angeordnet wie bei einem Dreizack. (ATK: 2000)

      Angestrengt versuchte Alex sich daran zu erinnern, dass es sich bei dem Monstrum ihr gegenüber nur um ein Hologramm handelte, während MC Arthur wieder zum Publikum sprach: „Und tatsächlich! Auch Billy schafft es, in seinem ersten Zug eine Titanen-Beschwörung durchzuführen! Meine Damen und Herren, unsere Duellanten liefern gehen wahrhaft gleich zu Beginn aufs Ganze! Fragt sich nur, wie Billy mit seinem Monster gegen Alex’ Phönix der Wiedergeburt anspielen will, wo dieser doch viel mehr Angriffspunkte hat!“

      „Wieso gegen etwas anspielen, wenn man auch um es herum spielen kann?“, erwiderte Billy. „Ich aktiviere den Effekt von Wüsten-Königsskorpion! Einmal pro Spielzug kann ich ein Normales Monster der Stufe 3 oder weniger als Spezialbeschwörung von meinem Deck beschwören! Du kennst doch sicher noch Riesenskorpion der Tundra?“
      Der gigantische Skorpion stach mit seinem Schwanz in den Boden und kurz darauf erschien auf Billys Feld wieder der blaue Riesenskorpion mit den vier Schweifen, der im Vergleich zum König jedoch geradezu mickrig wirkte. (ATK: 1100)
      „Aber mein Königsskorpion kann noch mehr! Denn jetzt aktiviere ich seinen zweiten Effekt! Indem ich ein anderes Monster vom Typ Insekt als Tribut anbiete, erlaube ich es meinem Königsskorpion, dich in diesem Spielzug direkt anzugreifen!“

      „Wie bitte?!“, fragte Alex erschrocken, während der riesige Skorpion seinen kleinen Artgenossen mit einer seiner riesigen Greifzangen packte, der panisch zappelte, bevor sich sein Hologramm in Luft auflöste. Dieser Effekt klang gar nicht gut…

      „Du hast richtig gehört! Los, Wüsten-Königsskorpion, greif’ sie direkt an mit Urteil der Wüste!“

      Erneut tat sich ein Strudel aus Treibsand auf Billys Seite des Felds auf und das Ungetüm von Skorpion verschwand darin unter dem Erdboden. Panisch sah Alex sich um und wich zurück, während sie darauf wartete, dass das Ungetüm wieder auftauchte.
      Dies geschah dann auch recht rasch. Vor Alex entstand ein Strudel aus Treibsand und das hässliche Monstrum sprang daraus hervor. Alex, die vergessen hatte, dass es sich dabei nur um ein Hologramm handelte, schrie auf und versuchte zu fliehen, während Billys Monster mit einer seiner gigantischen Greifzangen nach ihr ausholte.
      (Alex: LP 4000 -> 2000)

      „Was ist denn?“, fragte Billy spöttisch, während sein Monster zu ihm zurückkehrte und Alex sich vor Peinlichkeit leicht rosa angelaufen wieder aufrichtete. „Angst vor meinen Krabbelviechern? Typisch Mädchen, würde ich sagen.“

      „Sagst du auch mal was, ohne ein Vorurteil zu äußern?“, fragte Alex zornig.

      „Tust du auch mal was, ohne ein Vorurteil zu bestätigen?“, erwiderte Billy frech, was Alex’ Zorn noch mehr anstachelte, sodass die Flammen an ihren Händen aufloderten, was sie eigentlich vermeiden wollte. Sofort hörte sie mehrere hundert Zuschauer erschrocken aufatmen. Alex reagierte rasch.

      „Schon okay!“, sagte sie peinlich berührt, hielt ihren brennenden Arm in die Höhe und ließ die Flammen verschwinden. Erleichtertes Aufatmen und schließlich Jubel folgten.
      „Kein Grund zur Sorge, sehen Sie?“

      „Unglaublich, meine Damen und Herren!“, verkündete MC Arthur. „Offenbar hat es sich unsere Duellantin aus Newhaven zum Ziel gesetzt, nicht so schnell vergessen zu werden, denn mit einem spektakulären Spezialeffekt schafft sie es, ihre Hände in täuschend echten Flammen aufgehen zu lassen!“

      Billy wirkte einen Moment lang beim Anblick von Alex’ Händen erschrocken, fasste sich aber schnell wieder und sagte: „Knallen und Rauch wird dir auch nicht viel bringen! Ich aktiviere den permanenten Zauber Vergessenes Insekt!“
      Vor ihm erschien das vergrößerte einer grünen Zauberkarte, auf der ein gelb leuchtender Käfig mit einem darin eingesperrten Käfer zu sehen war.
      „Dann setze ich noch zwei Karten verdeckt und beende meinen Zug!“
      [Hand: 2 / Backrow: 2]

      „Gut, dann bin ich dran!“, rief Alex. „Ich ziehe! Und ich beschwöre Blaugeflügelte Krone im Angriffsmodus!“
      Auf ihrem Feld erschien das Hologramm eines großen blauen Vogels mit einem brennenden V auf der Stirn. (ATK: 1600) Nun war es an der Zeit, zurückzuschlagen.
      „Los, Phönix der Wiedergeburt! Greif’ Wüsten-Königsskorpion an mit Brennender Zorn!“

      Der riesige, brennende Vogel stieg hoch in die Luft und setzte zum Sturzflug auf Billys Monster an, der sich daran jedoch nicht im geringsten Stören ließ.
      „Ich aktiviere den Effekt von Misshandeltes Insekt! Indem ich Riesenskorpion der Tundra von meinem Friedhof aus dem Spiel entferne, wird dein Angriff zunichte gemacht!“
      Er nahm die Karte von seinem Friedhof und steckte sie sich in Jackentasche, woraufhin in der Flugbahn des Phönix das geisterhafte Hologramm des blauen Riesenskorpions erschien und den Angriff abfing. Na toll, dachte Alex. Soviel dazu.

      „Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug“, sagte sie widerwillig und vor ihr erschien die vergrößerte Rückseite einer Karte. [Hand: 3 / Backrow: 1]

      „Nicht so schnell! Vorher aktiviere ich noch eine meiner verdeckten Karten!“, unterbrach sie Billy und drehte diese um. Auf der Karte zu sehen war ein Kamel, das in einem riesigen Loch voller Treibsand versank. „Die permanente Falle Bodenloser Treibsand! In jeder deiner End Phasen wird das Monster auf dem Feld zerstört, das die meisten Angriffspunkte hat! Sag also Lebewohl zu deinem geliebten Phönix!“

      Im Boden unter den Füßen von Alex Monster, das nach dem abgeblockten Angriff gelandet war, tat sich eine riesige Kuhle aus Sand auf, in der der riesige, orange-rote Vogel sofort mit den Füßen versank. Verzweifelt schlug er mit den Flügeln, doch der Sog des Treibsands war zu stark und mit einem gequälten Schrei wurde der Phönix endgültig verschlungen.

      „Ein nicht zu verachtendes Feld hat unser Youngster hier aufgebaut!“, kommentierte MC Arthur. „Sein Titanen-Monster kann Alex wann immer es will direkt angreifen und schickt dabei automatisch ein Insekt in den Friedhof, das, sollte es seiner Gegnerin tatsächlich gelingen, ein stärkeres Monster zu beschwören, für seinen Zauber Misshandeltes Insekt herhalten kann, um dessen Angriff zu annullieren! Und als wäre das alles nicht genug, zerstört seine Falle Bodenloser Treibsand auch noch jedes Monster, das stärker als das von Billy ist!“

      „Danke für die Zusammenfassung, MC! Du hast es erfasst, mein Feld ist wie Treibsand! Je stärker du dagegen ankämpfst, umso schneller versinkst du darin! Und das werde ich dir jetzt beweisen! Ich bin dran! Ich ziehe!“, rief Billy.
      „Da ich gerade weniger als fünf Karten in der Hand halte, würde Bodenloser Treibsand jetzt eigentlich zerstört werden. Aber das weiß ich zu verhindern, denn ich an den Effekt des Treibsands kette ich die Falle Tollkühne Gier an! Dadurch kann ich zwei weitere Karten von meinem Deck ziehen, dadurch habe ich dann fünf Karten in der Hand!“

      Er drehte seine übrig gebliebene Fallenkarte um, auf der ein Mann zu sehen war, der gierig vor einem auf einer Falltür platzierten Schatz stand.

      Tollkühne Gier verbietet es mir in den nächsten zwei Zügen zwar, meine Draw Phase durchzuführen, aber so lange wird das Duell eh nicht mehr dauern! Denn jetzt aktiviere ich den Effekt von Wüsten-Königsskorpion, um Albtraumskorpion als Spezialbeschwörung von meinem Deck zu beschwören!“

      Erneut stach der gewaltige Skorpion in den Boden und diesmal erschien neben ihm das Hologramm des großen, orangenen Exemplars mit vier Schweifen und einem grausamen Gesicht. (ATK: 900) Als Alex diesen missbilligend beäugte, fing ihr Gegner an zu lachen.

      „Genau deshalb liebe ich dieses Deck“, sagte er. „Es ist einfach zu schön, mit anzusehen, wie ihr Mädchen euch beim Anblick meiner Monster wegekelt!“

      „Mit der Einstellung wirst du aber nie eine abkriegen“, konterte Alex und erntete dafür schadenfrohes Gelächter aus dem Publikum.

      Billy auf der anderen Seite des Feldes lief rot an.
      „Und woher willst ausgerechnet du das wissen?“

      „Nun, zufällig bin ich ein Mädchen, daher weiß ich, was wir mögen. Und vorsätzlich weggeekelt zu werden gehört sicher nicht dazu.“

      „Und wenn schon, was interessiert mich das schon?“

      „Glaub mir, eines Tages wirst auch du dich für Mädchen interessieren, und dann wirst du bereuen, mal so ein Ekelpaket gewesen zu sein“, erklärte Alex. Das Verhalten dieses Jungen war ihr schleierhaft. Mit vierzehn sollte man doch wenigstens wissen, dass es keine Schande war, sich für das andere Geschlecht zu interessieren. Es kam ihr so vor, als würde er das alles extra machen. Als würde er eine Art Abwehrhaltung einnehmen…
      Sie beschloss, etwas auszuprobieren. Mit provokantem Grinsen fügte sie hinzu: „Oder gibt es etwa schon jemanden?“

      „Ach, halt doch den Mund!“, rief Billy beleidigt. „Ich biete Albtraumskorpion als Tribut an, um es meinem Königsskorpion zu erlauben, dich in diesem Zug direkt anzugreifen! Los, stopf’ ihr das vorlaute Maul!“
      Erneut hatte der riesige Skorpion seinen kleineren Artgenossen exekutiert und war in einem Strudel aus Treibsand verschwunden. Als dieser vor Alex wieder auftauchte und sich das Ungetüm daraus auf sie stürzte, zuckte die nicht mit der Wimper, sondern hielt sich den Arm mit ihrer Duel Disc schützend vor ihren Körper, was die riesigen Greifzangen des Monstrums mühelos zurückhielt, und stieß das Ungeheuer von sich weg.

      „Was ist passiert?“, fragte Billy bestürzt.

      „Es war dumm von dir, den einfachsten Weg zu wählen!“, erwiderte Alex. „Denn weil du mich mit einem Monster mit 2000 oder mehr Angriffspunkten direkt angegriffen hast, konnte ich Schützling des Phönix von meiner Hand abwerfen, um den Angriff abzuwehren!“
      Sie schob die Karte, auf der ein rothaariges Mädchen in einer Eierschale zu sehen war, schützend von den Schwingen eines Phönix umgeben, auf ihren Friedhof. Während der gewaltige Skorpion zu seinem Besitzer zurückkehrte, fuhr sie fort:
      „Doch es kommt noch besser! Da Schützling des Phönix auf den Friedhof geschickt wurde, kann ich meiner Hand jetzt ein Feuer-Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer von meinem Deck hinzufügen! Und ich entscheide mich für Kleiner Phönix!“
      Ihre Duel Disc schob eine Karte hervor und Alex griff danach. Darauf zu sehen war ein orangefarbener Phönix.

      „Gut, dann beende ich meinen Zug“, sagte Billy. „Damit hast du das Unausweichliche eh nur um einen Zug verschoben.“ [Hand: 5 / Backrow: 0]

      „Das wollen wir doch erstmal sehen“, erwiderte Alex. „Ich bin dran! Ich ziehe! Als Erstes aktiviere ich die Falle Icarus-Angriff! Indem ich Blaugeflügelte Krone als Tribut anbiete, werden deine beiden Zauber- und Fallenkarten zerstört!“
      Der große blaue Vogel ging in Flammen auf wie ein Komet und schoss auf die vergrößerten Hologramme der permanenten Zauber- und Fallenkarten zu. Kurz darauf waren alle drei Hologramme verschwunden.
      „Als Nächstes aktiviere ich einen Zauber! Instantfusion! Zum Preis von 1000 Lebenspunkten kann ich damit ein Fusionsmonster der Stufe 5 oder niedriger von meinem Extra Deck beschwören! Und ich entscheide mich für Mavelus!“
      Auf ihrem Feld erschien das Hologramm eines großen roten Vogels mit gelben Flügeln und Schwanzfedern. (ATK: 1300) (Alex: LP 2000 -> 1000)

      „Ein ganz schön hoher Preis für so einen Schwächling, findest du nicht?“, höhnte Billy.

      „Glaub’ mir, es wird sich schon lohnen“, erwiderte Alex. „Denn sowohl Mavelus auf meinem Feld als auch Blaugeflügelte Krone in meinem Friedhof sind Wind-Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer! Deshalb kann ich sie ins Deck zurückmischen, um eine Titanenbeschwörung durchzuführen!“
      Gesagt getan; Schon stiegen die violette Karte des Fusionsmonsters und die gelbliche Karte des Normalen Monsters hoch in die Luft und umkreisten sich anmutig.
      „Die Kraft des Windes und die Kraft der Vögel, vereint euch und entfesselt eine neue Kraft! Los, Sturmvogel!“
      Eine leuchtende Lichtsphäre bildete sich um die Karten in der Luft und kurz darauf schlug ein blendend heller Lichtblitz im Duellfeld ein. Dort entfachte er einen kleinen Wirbelsturm, der, als er sich gelegt hatte, das Hologramm eines monströsen Vogels hinterließ. Dieser hatte einen weißen Körper, während Rücken und Flügel schwarz waren. Seine Augen glühten orange, er spreizte seine Flügel und stieß einen markerschütternden Schrei aus. (ATK: 2100)

      „Unglaublich!“, verkündete MC Arthur. „Ausgerechnet unsere Duellantin aus dem nicht gerade für großen Wohlstand bekannten Stadtteil Newhaven besitzt nicht nur eins, sondern gleich zwei der seltenen Titanen-Monster! Aber wird dies auch reichen, um sie zum Sieg zu führen?“

      „Ich denke schon, denn hier kommt der Effekt von Sturmvogel!“, rief Alex. „Einmal pro Spielzug kann ich eine deiner Karten wählen, die du anschließend zurück ins Deck mischen musst! Sag’ also auf Wiedersehen zu deinem Wüsten-Königsskorpion!“
      Der gewaltige schwarz-weiße Vogel schlug mit seinen mächtigen Flügeln und gab einen weiteren heiseren Schrei von sich. Eine mächtige Windbö erfasste den monströsen Skorpion, der ein paar Meter zurückgeweht wurde und dessen Hologramm schließlich verschwand, als Billy die Karte zurück in sein Extra Deck steckte.

      „Jetzt, wo das geschafft ist, beschwöre ich Kleiner Phönix im Angriffsmodus!“
      Auf ihrem Feld erschien das Hologramm eines weiteren Vogels. Dieser war zwar kleiner als Phönix der Wiedergeburt, aber trotzdem noch recht groß. Sein schönes Gefieder war orange und seine Schwanzfedern hatten ein rotes Augenmuster, ähnlich dem eines Pfaus. (ATK: 1600)
      „Leider kann Sturmvogel in dem Spielzug, in dem er seinen Effekt benutzt hat, nicht angreifen. Das gilt aber nicht für Kleiner Phönix! Also los, greif’ ihn direkt an!“
      Der orangefarbene Phönix flog los, wobei seine Flügel in Flammen aufgingen. Er flog ein paar Bahnen rund um Billy und briet ihm schließlich eins mit seinem brennenden rechten Flügel über. (Billy: LP 4000 -> 2400)
      „Ich beende meinen Zug“, sagte Alex. [Hand: 2 / Backrow: 0]

      „In einem einzigen Spielzug konnte Alex das ganze Duell drehen!“, kommentierte MC Arthur. „Nicht nur hat sie ihr Feld mit zwei Monstern gefüllt, ihr Gegner steht auch noch komplett ohne Feld da!“

      „Abwarten“, meinte Billy. „Ich bin dran! Leider kann ich wegen meiner Fallenkarte Tollkühne Gier jetzt keine Karte ziehen, aber ich habe ohnehin schon, was ich brauche! Ich aktiviere den Zauber Stilles Verhängnis! Damit beschwöre ich ein normales Monster als Spezialbeschwörung von meinem Friedhof im Verteidigungsmodus! Freust du dich schon auf Albtraumskorpion?“
      Ein weiteres Mal erschien der hässliche rote Skorpion auf Billys Feld. (DEF: 800)
      „Aber er wird eh nicht lange bleiben! Denn jetzt biete ich Albtraumskorpion als Tribut an, um etwas viel besseres zu beschwören! Los, Millennium Skorpion!“
      Der rote Skorpion verschwand und machte einem viel größeren Exemplar Platz. Dieses Ungetüm hatte eine glänzende, schwarze Panzerung, deren Segmente golden umrandet waren, einen scheußlichen Mund und ein merkwürdiges goldenes Gebilde auf seiner Stirn. An seinen Vorderbeinen trug er merkwürdige, vierfingrige Greifzangen. (ATK: 2000)
      „Nicht schlecht, was? Los, greif’ Kleiner Phönix an! Millenniumschlag!“
      Der riesige Skorpion setzte sich in Bewegung und schlug mit einer seiner gewaltigen, vierfingrigen Greifkralle nach dem orangefarbenen Phönix aus, dessen Hologramm sich in Luft auflöste. (Alex: LP 1000 -> 600)
      „Aber es kommt noch besser! Weil Millennium Skorpion soeben ein Monster im Kampf zerstört hat, erhält er 500 Extra-Angriffspunkte!“
      Das Ungetüm glühte gelb auf und schlug mit seiner Greifzange auf den Boden. (Millennium Skorpion: ATK 2000 -> 2500)
      „Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug!“, schloss Billy.
      [Hand: 2 / Backrow: 1]

      „Gut, dann bin ich dran!“, entgegnete Alex. „Ich ziehe!“

      „Dann aktiviere ich jetzt die Falle Gesponnener Faden!“, rief Billy und drehte die Karte um, die er eben verdeckt gesetzt hatte. „Indem ich Albtraumskorpion von meinem Friedhof aus dem Spiel entferne, wird dein Sturmvogel durch diese Karte zerstört!“
      Aus dem vergrößerten Hologramm der Fallenkarte schoss ein Bündel weißer Spinnfäden auf Alex’ Monster, das einen Schrei ausstieß, als es in einem Spinnennetz gefangen wurde und sein Hologramm schließlich verschwand.

      „In diesem Duell geht es wahrhaft rabiat zu!“, verkündete MC Arthur. „Gerade einmal eine Runde, nachdem Alex das Feld ihres Gegners komplett geleert hat, steht sie selbst ohne Feld da! Doch im Gegensatz zu ihrem Gegner hat sie nur noch 600 Lebenspunkte! Es sieht also nicht gerade gut für sie aus…“

      Doch Alex schmunzelte nur. Eine hübsche kleine Karte war es, die sie soeben wieder gezogen hatte.
      „Ich beschwöre Regenbogen-Phönix im Verteidigungsmodus!“, rief sie und erneut erschien auf ihrem Feld das Hologramm des bunten Phönix, der seine Flügel vor der Brust verschränkte. (DEF: 900)
      „Ich beende meinen Zug.“ [Hand: 2 / Backrow: 0]

      „Du warst auch schon mal besser“, meinte Billy. „Mein Zug! Millennium Skorpion, greif’ Regenbogen-Phönix an! Millenniumschlag!“
      Erneut setzte sich das Ungetüm in Bewegung und holte mit seiner Greifklaue nach Alex’ Monster aus, dessen Hologramm sich bei dem Aufprall in Luft auflöste.

      „Schönen Dank auch!“, rief sie. „Denn wenn Regenbogen-Phönix im Kampf zerstört wird, kann ich ein anderes Feuer-Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer als Spezialbeschwörung von meinem Friedhof beschwören! Willkommen zurück, Phönix der Wiedergeburt!“
      Es gab eine gewaltige Stichflamme und mit einem Schrei erhob sich daraus der riesige orange-rote Vogel, der seine Flügel ausbreitete und hoch in die Luft schoss. (ATK: 2500)

      „Und das soll deine große Rettung sein? Falls du es schon vergessen haben solltest: Millennium Skorpion erhält jedes Mal, wenn er ein Monster im Kampf zerstört, 500 zusätzliche Angriffspunkte. Das heißt, er hat jetzt 3000 und das wiederum heißt, dass dein geliebter Phönix vollkommen nutzlos ist! Weißt du was: Ihr solltet wirklich lieber in der Küche bleiben!“, höhnte Billy und erntete dafür empörte Rufe aus dem Publikum, insbesondere von Frauen. (Millennium Skorpion: ATK 2500 -> 3000)

      Alex stutze. Dieser Spruch war selbst für Billys Verhältnisse daneben. Das konnte der doch unmöglich ernst meinen! Er musste doch wissen, dass sie nicht mehr im 19. Jahrhundert lebten…
      Warum nur musste der Typ ständig frauenfeindliche Bemerkungen machen? Und warum wurde er trotzdem so zornig, als Alex ihn fragte, ob es in seinem Leben ein Mädchen gab? „Stopf ihr das vorlaute Maul!“, hatte er sein Monster daraufhin angestachelt…
      Auf einmal musste Alex an sich selbst denken, wie sie Mia ankeifte, weil die der Meinung war, Alex würde etwas für Richard empfinden. Richard, den sie tagelang angeschnauzt und dem sie die kalte Schulter gezeigt hatte. Richard, der ihr das Leben gerettet hatte, der ihr sein Herz ausgeschüttet hatte, dem sie in Lilys Zimmer so unglaublich nahe gekommen war…

      „Wie heißt sie?“, fragte Alex.

      „Was meinst du…“

      „Das Mädchen, das du magst. Wie ist ihr Name?“

      „Was? Es gibt kein… Woher weißt du…“, stammelte Billy.

      „Ich weiß, was du hier tust“, erklärte Alex ruhig. „Es gibt jemanden, den du magst und das verunsichert dich. Deshalb bist du so gemein zu allen Mädchen. Du versteckst dich hinter deinem Macho-Gehabe, um deine wahren Gefühle zu verbergen, weil du Angst vor ihnen hast. Ich verstehe das. Mir ging es vor ein paar Wochen genauso…“

      „Ich…“, meinte Billy verunsichert, aber dann kehrte der Zorn in seine Stimme zurück: „Was gibt dir das Recht dazu, so über mich zu urteilen? Es geht dich nichts an, wie ich mich fühle! Ich beende meinen Zug!“ [Hand: 2 / Backrow: 0]

      „Wenn das so ist“, meinte Alex. „Mein Zug! Ich ziehe! Und jetzt zeige ich dir mal, wie nutzlos mein Phönix ist! Los, greif’ Millennium Skorpion an mit Brennender Zorn!“

      „Was geht hier vor? Obwohl ihr Monster weniger Angriffspunkte hat, als das ihres Gegners, hat Alex beschlossen anzugreifen! Aber ich denke, ich kenne sie mittlerweile gut genug um behaupten zu können, dass bestimmt etwas dahinter steckt!“, verkündete MC Arthur, während der riesige brennende Vogel hoch in den Himmel stieg und zum Sturzflug ansetzte.

      „Gut erkannt!“, rief Alex. „Denn jetzt aktiviere ich den Effekt meines Phönix! Wenn er gegen ein Monster kämpft, das mehr Angriffspunkte hat als er selbst, kann ich Lebenspunkte in Höhe der Differenz zahlen, damit Phönix der Wiedergeburt genau so viele Angriffspunkte dazu erhält! Los, Flamme der Aufopferung!“
      Im Sturzflug auf Billys Monster zurasend, fing der riesige Vogel Feuer wie ein Komet und als er direkt im goldenen Gebilde auf der Stirn des Skorpions einschlug, lösten sich beide Hologramme in Luft auf.
      (Phönix der Wiedergeburt: ATK 2500 -> 3000 / Alex: LP 600 -> 100)
      „Ich beende meinen Zug, aber bevor du dran bist, aktiviert sich noch der Effekt meines Phönix! In der End Phase des Spielzugs, in dem er im Kampf zerstört wurde, kann ich ihn als Spezialbeschwörung vom Friedhof beschwören! Also los, Flammende Wiedergeburt!“
      Erneut stieg der riesige brennende Vogel mit einem Schrei hoch in die Luft und das Publikum jubelte.

      „Meine Damen und Herren, endlich erleben wir, wozu Alex’ Lieblingsmonster wirklich imstande ist!“, kommentierte MC Arthur. „Nicht nur kann es, solange seine Besitzerin genügend Lebenspunkte übrig hat, jedes beliebige Monster im Kampf zerstören, es kehrt am Ende des Zuges auch noch zu ihr zurück!“

      „Und wenn schon!“, rief Billy zornig und zog ruckartig eine Karte aus seinem Deck. „Mein Zug! Dir werd’ ich’s schon zeigen, du kleine…“

      „Ich kleine was?“, raunte Alex. „Siehst du? Du tust es schon wieder! Du beleidigst dein Gegenüber, um deine wahren Gefühle zu verbergen. Aber das hast du nicht nötig! Bitte, ich weiß, wovon ich rede. Ich habe mich damals so in meinen Zorn hineingesteigert, dass ich niemandes Hilfe annehmen wollte. Ich habe mich in große Gefahr gebracht. Ich musste erst beinahe sterben, bis mir endlich die Augen geöffnet wurden und mir klar wurde, dass ich nicht all meine Kämpfe allein austragen muss. Bitte, lass nicht zu, dass dir das gleiche passiert…“

      Das Publikum war während dieser Ansage in ein gespanntes Schweigen verfallen. Billy wirkte verunsichert, doch in einem tapferen Versuch, seine Wut aufrecht zu erhalten, sagte er: „Was fällt dir ein… du… du hast keine Ahnung, wie ich mich fühle!“

      „Hey…“, sagte Alex in einem freundlichen, beschwichtigendem Ton. „Ich will dir nur helfen. Und nichts wird sich ändern, wenn du deine Gefühle so in dich reinfrisst. Also, sagst du mir jetzt endlich, ob es jemanden gibt?“

      „Na gut…“, gab Billy kleinlaut nach. „Es gibt da ein Mädchen… aber ich glaube, sie weiß nicht einmal, dass es mich gibt.“

      „Und das wird sich auch nicht ändern, wenn du dich nicht traust, mit ihr zu sprechen“, erwiderte Alex. Eine Weile lang sahen sich die beiden Duellanten nur über das Spielfeld hinweg schweigend in die Augen, dann ertönte MC Arthurs Stimme:

      „Na wenn das mal nicht ein Ereignis ist! Alex bleibt in ihren Versuchen, die Ursache für Billys unangebrachte Sprüche zu finden hartnäckig und bringt ihn tatsächlich zum Sprechen! Also Billy, verrätst du uns den Namen deiner Angebeteten? Wer weiß, vielleicht sieht sie dir ja genau in diesem Moment zu?“

      Billy sah zu Alex hinüber, die ermutigend nickte. Dann sagte er: „Also gut. Ihr Name ist Rachel Andrews. Sie geht mit mir zusammen auf die Duellakademie.“

      Eine kurze Pause entstand, während der Billy peinlich berührt seine Schuhe anstarrte, dann ertönte wieder MC Arthurs Stimme:
      „Gute Neuigkeiten, Billy. Wie man mir soeben mitteilt, befindet sich Rachel jetzt in diesem Moment im Stadion! Dann wollen wir sie mal überraschen!“

      Eine der Kamera-Drohnen flog los um und flog auf einen Punkt in den Zuschauertribünen zu. Offenbar hatte man ihr den Standort von Rachels Sitzplatz einprogrammiert, denn nach kurzer Zeit war auf den riesigen Monitoren im Stadion ein hübsches Mädchen mit dunkelblondem Lockenhaar zu sehen, das entsetzt in die Kamera starrte.

      „Gibt es etwas, was du ihr gerne sagen würdest?“, fragte MC Arthur freundlich.
      Alex, die meinte, in Rachels Mimik den typischen Ausdruck eines beliebten, arroganten Mädchens zu erkennen, sah zu Billy hinüber und schüttelte warnend den Kopf. Doch es war zu spät. Billy hatte offenbar Mut gefasst und war fest entschlossen, seine Gefühle endlich rauszulassen.

      „Rachel…“, sagte er nervös. „Ich weiß, wir haben bisher kaum miteinander gesprochen, aber für mich bist du das schönste Mädchen der Welt und ich kann an nichts anderes mehr denken als an dich. Ich würde gerne viel mehr Zeit mit dir verbringen.“

      Hoffnungsvoll starrte er auf einen der Monitore, doch es sah nicht gut aus. Rachel schüttelte entsetzt den Kopf, dann stand sie auf, schrie die Kamera an und brach in Tränen aus. Dann rannte sie mit vor das Gesicht gepressten Händen aus dem Bild und schüttelte die Hände ihrer Eltern ab, die neben ihr saßen und versuchten, ihre Tochter zurückzuhalten.

      „Oh, das hätte besser laufen können…“, verkündete MC Arthur mitfühlend. „Aber na ja, es wird wohl ein ziemlicher Schock für sie gewesen sein, auf einmal so im Rampenlicht zu stehen. Mach’ dir nichts draus, Billy, es kommen bessere Tage…“

      Billy unterdessen war vollkommen fassungslos. „Aber Rachel… ich… warum…“, stammelte er, dann wandte er sich seiner Gegnerin zu und in seinen tränengefüllten Augen stand der blanke Hass geschrieben.
      „Das ist alles deine Schuld!“, schrie er. „Warum musstest du dich auch in mein Leben einmischen? Hättest du mich nicht einfach in Ruhe lassen können? Ich… Ich hasse dich!“

      Mit diesen Worten deaktivierte er seine Duel Disc, begrub sein Gesicht in den Händen und rannte aus dem Stadion, eine desillusionierte Alex zurücklassend.

      „Nein, Billy… Bitte… Es tut mir leid!“, rief sie ihm hinterher, doch es war zwecklos. Schon war er verschwunden und Alex wusste, dass es zwecklos war, ihm hinterher zu rennen.

      „Nun ja…“, sagte MC Arthur in sein Mikrofon, um das betretene Schweigen im Stadion zu übertönen. Nach einer kurzen Pause fand er seinen gut gelaunten Tonfall wieder und fuhr fort: „Wie unser Regelexperte mir soeben mitteilt, wird dieser überstürzte Abgang als Niederlage durch Aufgabe gewertet. Somit heißt der Sieger dieses Duells Alex Whitman! Herzlichen Glückwünsch, Alex!“

      Zögerlich begannen ein paar Zuschauer zu applaudieren und schließlich wachte das gesamte Publikum auf und tosender Beifall schwoll an. Die riesigen Monitore im Stadion zeigten nun wieder Alex’ Gesicht in Nahaufnahme, wie es entsetzt ins Leere starrte. Allmählich erwachte sie aus ihrer Starre, zwang sich zu einem Lächeln und winkte zum Dank und Abschied. Anschließend machte sie sich mit gesenktem Kopf auf den Weg zurück in den Warteraum der Duellanten, wo sie sofort von einer äußerst aufgeregten Mia abgefangen wurde.

      „Du hast gewonnen!“, rief diese. „Du hast wirklich gewonnen! Natürlich, was denn auch sonst?“

      „Hab ich nicht“, erwiderte Alex niedergeschlagen, ging hinüber zu einer Bank, setzte sich und bedeckte ihr Gesicht mit der Hand. „Er hat aufgegeben…“

      „Hey…“, meinte Mia tröstend, setzte sich neben ihre Freundin und legte ihr einen Arm auf die Schulter. „Nimm dir das nicht so zu Herzen. Ich bin sicher, er hat es nicht so gemeint.“

      „Doch, hat er“, entgegnete Alex bestimmt. „Und er hatte allen Grund dazu. Ihm wurde gerade das Herz gebrochen, und ich bin schuld.“

      Plötzlich ertönte von hinter ihnen eine Männerstimme: „Gratulation zu deinem Sieg.“

      Wie ein Hund, der eine etwas gewittert hatte, stand Alex sofort auf und blickte hinüber zur Tür, von wo die Stimme gekommen war. Der leibhaftige Evan Drake stand dort, ein freundliches Lächeln auf dem vernarbten Gesicht.

      „Du bist Evan Drake!“, schrie Mia aufgeregt. „Ich bin Mia und ich bin dein größter Fan!“

      „Schön, dich kennenzulernen“, meinte Evan und schüttelte Mia die Hand.

      „Kann… Kann ich ein Autogramm von dir haben?“, fragte Mia schüchtern mit großen Hundeaugen.

      „Wenn du ein Stift und etwas zum Unterschreiben auftreibst, gerne.“

      In einem Zeichentrickfilm hätte Mia eine Staubwolke in Form ihres Körpers hinterlassen, so schnell sauste sie davon. Evan Drake schmunzelte und wandte sich wieder Alex zu. Die sah ihm jedoch nur misstrauisch in die gelblichen Augen.

      „Ich nehme an, Sie sind nicht bloß hier, um mir zu gratulieren. Also, was wollen Sie?“

      „Nicht lange um den heißen Brei herumreden, was?“, meinte Evan. „Gefällt mir. Ich bin hier, um dir zu sagen, dass dein Duellstil mich schwer beeindruckt hat, von deinem kleinen Auftritt als Kummerkasten ganz zu schweigen, schade, dass das so nach hinten losgegangen ist. Ich denke jedenfalls, dass in dir eine Menge Potenzial steckt.“

      „Danke“, sagte Alex kühl. „Und weiter?“

      Mia tauche keuchend wieder auf. Sie hatte es tatsächlich geschafft, eine Serviette und einen Kugelschreiber aufzutreiben. Evan signierte die Serviette und klopfte Mia freundschaftlich auf die Schulter. Dann nahm er wieder das Gespräch mit Alex auf.

      „Schon seit einer Weile agiere ich auf Wunsch von Mr. Steele als eine Art Mentor für deinen Freund Richard. Ich gebe ihm Tipps für das Bestehen in der Liga und bereite ihn auf das Leben als Profi vor. Und nun biete ich dir das Gleiche an“, sagte er und Mia klappte wieder ungläubig der Mund auf.

      „Hat Mr. Steele Sie auch dieses Mal darum gebeten?“, fragte Alex skeptisch, denn nach all dem, was Richard ihr über seinen Vater erzählt hatte, war dieser wohl der Mensch auf der Welt, dem sie am wenigsten traute.

      Evan lachte auf. „Mr. Steele? Natürlich nicht. Warum sollte er wollen, dass irgendjemand eine Konkurrenz für seinen Sohn darstellt? Und mal abgesehen davon hast du ganz offensichtlich einen viel zu starken eigenen Willen, als dass man dich gut als Profi vermarkten könnte.“

      „Soll das heißen, als Profi ist man nur eine willenlose Marionette von Mr. Steele?“, fragte Alex kühl und dachte scharf über diese Behauptung nach. Auch Richard hatte dies schon einmal angedeutet.

      „Nun, wenn es nach ihm ginge, gewiss“, antwortete Evan leise. „Aber zum Glück geht es nicht immer nur nach ihm. Aus dem, was du sagst, entnehme ich, dass du Mr. Steele nicht traust. Genau wie Richard. Und genau wie ich. Deshalb biete ich dir meine Hilfe an. Damit es gar nicht erst so weit kommt.“

      „Aber wenn Sie mir helfen, wäre das nicht ungerecht den anderen Teilnehmern gegenüber?“

      „Wirklich? Ausgerechnet du willst mir etwas über Chancengleichheit erzählen? Du bist die Außenseiterin in diesem Turnier. Deine Konkurrenten, das sind alles die Sprösse von reichen Familien, viele besuchen sogar die Duellakademie. Die können sich alle die besten Karten und die beste Ausbildung leisten. Die wurden im Gegensatz zu dir ihr Leben lang darauf vorbereitet. Und genau solche Leute sind es, die, wenn es nach Mr. Steele ginge, die erfolgreichen Duellanten werden sollen. Weil das den Leuten vermittelt, dass man all das braucht, um Erfolg zu haben. Und dann kaufen die Leute weiterhin schön brav die neuesten Karten und spülen all ihr hart erarbeitetes Geld in die Taschen von Mr. Steele...“

      Erschrocken von dieser pessimistischen Einschätzung blickte Alex Evan ins Gesicht und sah ihn fragend an.

      „Tja, so läuft es hier nunmal“, sagte er schulterzuckend. „Aber wenn du das Turnier gewinnen solltest, mit einem günstig zusammengestellten Deck und ohne besondere Ausbildung, dann fangen die Leute an, in Frage zu stellen, wie dieses Spiel funktioniert. Und dann steckt Mr. Steele in mächtigen Schwierigkeiten. Deshalb biete ich dir meine Hilfe an, denn Mr. Steele wird alles in seiner Macht stehende versuchen, um dich aufzuhalten. Verstehst du, gerade indem ich dir helfe, möchte ich Chancengleichheit schaffen.“

      Alex machte immer noch ein skeptisches Gesicht und war immer noch erschrocken über diese düstere Vorhersage.

      „Hey…“, sagte Evan. „Ich werde dir nicht dabei helfen, zu betrügen. Alles, was ich dir anbiete, sind freundlich gemeinte Ratschläge. Es liegt an dir, ob du diese annimmst oder nicht. Also, was sagst du?“

      Er bot Alex seine Hand an. Die zögerte einen Moment, doch irgendwas an Evan, sei es seine freundliche Art, sein Misstrauen gegenüber der Obrigkeit oder seine offene Ehrlichkeit, brachte Alex dazu, ihm zu vertrauen.
      „Ich sage ja“, versicherte sie und erwiderte den Handschlag.
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      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

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      Kartenliste
      Alex:

      - Kujakujaku
      - Schwalbennest
      - Blaugeflügelte Krone
      - Icarus-Angriff
      - Instantfusion
      - Mavelus

      Billy:

      - Albtraumskorpion
      - Riesenskorpion der Tundra
      - Vergessenes Insekt
      - Bodenloser Treibsand
      - Tollkühne Gier
      - Stilles Verhängnis
      - Millennium Skorpion

      Neue Karten:

      - Regenbogen-Phönix

      Monster / Effekt / Feuer / Geflügeltes Ungeheuer / Stufe 3 / 1300 Atk / 900 Def

      Wenn diese Karte durch Kampf zerstört und auf den Friedhof gelegt wird: Du kannst 1 FEUER Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer in deinem Friedhof wählen, außer „Regenbogen-Phönix“; beschwöre das gewählte Ziel als Spezialbeschwörung.

      - Phönix der Wiedergeburt

      Monster / Titan / Effekt / Feuer / Geflügeltes Ungeheuer / Gold-Sterne: 2 / 2500 Atk / 2000 Def

      Während des Spielzugs eines beliebigen Spielers, wenn diese Karte gegen ein Monster kämpft, dessen ATK höher sind als die ATK dieser Karte; du kannst Life Points in Höhe der Differenz bezahlen und wenn du das tust: Diese Karte nur während des Damage Steps ATK in Höhe der Menge an Life Points, di du bezahlt hast. Während der End Phase eines beliebigen Spielers, wenn sich diese Karte in deinem Friedhof befindet, weil sie in diesem Spielzug durch Kampf zerstört und dorthin gelegt wurde; Du kannst diese Karte als Spezialbeschwörung vom Friedhof beschwören.

      - Schützling des Phönix

      Monster / Effekt / Feuer / Hexer / Stufe 3 / 900 Atk / 1100 Def

      Wenn dein Gegner dich mit einem Monster mit 2000 oder mehr ATK direkt angreift: Du kannst diese Karte von deiner Hand abwerfen; annulliere den Angriff. Wenn diese Karte auf den Friedhof gelegt wird: Du kannst deiner Hand 1 FEUER Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer von deinem Deck hinzufügen. Du kannst jeden Effekt von „Schützling des Phönix“ nur einmal pro Spielzug aktivieren.

      - Kleiner Phönix

      Monster / Effekt / Feuer / Geflügeltes Ungeheuer / Stufe 4 / 1600 Atk / 1200 Def

      Einmal pro Spielzug, wenn diese Karte zerstört und auf den Friedhof gelegt wird (außer als Ergebnis eines Kampfes): Du kannst diese Karte als Spezialbeschwörung von deinem Friedhof beschwören.

      - Sturmvogel

      Monster / Titan / Effekt / Wind / Geflügeltes Ungeheuer / Gold-Sterne: 2 / 2100 Atk / 1700 Def

      Einmal pro Spielzug: Du kannst eine offene Karte auf dem Spielfeld wählen; mische das gewählte Ziel ins Deck zurück. Diese Karte kann in dem Spielzug, in dem du diesen Effekt aktivierst, nicht angreifen.

      - Monster-Rettungsmission

      Normale Zauberkarte

      Wenn dein Gegner ein Monster kontrolliert und du keine Monster kontrollierst kannst du diese Karte aktivieren. Beschwöre 2 Normale Monster der Stufe 3 oder niedriger mit dem gleichen Typ und der gleichen Eigenschaft, aber unterschiedlichen Namen, als Spezialbeschwörung von deinem Deck. Monster, die auf diese Weise spezialbeschworen werden, können nicht als Material für eine Synchro- oder Xyz-beschwörung verwendet werden. Du kannst in dem Spielzug, in dem du diesen Effekt aktivierst, keine Monster als Normalbeschwörung beschwören oder setzen.

      - Wüsten-Königsskorpion

      Monster / Titan / Effekt / Erde / Insekt / Gold-Sterne: 2 / 2000 Atk / 1800 Def

      Du kannst jeden der folgenden Effekte einmal pro Spielzug aktivieren:
      O Beschwöre 1 Normales Monster der Stufe 3 oder niedriger als Spezialbeschwörung von deinem Deck. Es kann nicht angreifen.
      O Biete 1 anderes Monster vom Typ Insekt als Tribut an; In diesem Spielzug kann diese Karte die Life Points deines Gegners direkt angreifen, aber andere Monster, die du kontrollierst, können keinen Angriff deklarieren.

      E-Mail Service
      Vor Kurzem hat Deckcreator16 im Thread zu Askas Fanfic zum Ausdruck gebracht, dass ein Problem des Fan Stuffs ist, dass es unangenehm sei, die langen Kapitel am PC zu lesen. Ich kann ihm in diesem Punkt nur Recht geben. Deshalb biete ich meinen Lesern ab jetzt folgenden Service an: Schickt mir eine PN, in der ihr mir eure E-Mail-Adresse mitteilt. Ich schicke euch dann die neuen Kapitel per E-Mail als Word-Dokument angehängt, welches ihr bequem ausdrucken könnt. Das ganze ist komplett freiwillig, ich werde die Kapitel weiterhin auch im Thread veröffentlichen. Solltet ihr das Angebot wahrnehmen und wollt etwas zu den Kapiteln sagen, fände ich es auch gut, wenn ihr weiterhin den Thread benutzt.

      Weihnachts-Special
      Ebenfalls auf Basis von Deckcreators Überlegungen zum Attraktivitätsgewinn des Fan Stuffs habe ich mir überlegt, in den kommenden Wochen neben den eigentlichen Kapiteln ein kleines von der Haupthandlung losgekoppeltes Weihnachts-Special zu verfassen. Dieses werde ich dann Termingerecht (also zu Weihnachten) veröffentlichen.

      Preview: Kapitel 1.10 - Das Meer der Lügen; Teil 1
      Kaum in die Hauptrunde der Duel Monsters Newcomer's Championship eingezogen, schon muss Alex an einem feierlichen Eröffnungsball teilnehmen. Ihr erster Ausflug in die intrigante und dekadente Welt der High Society, die der ihren so fremd ist wie nur irgend möglich...


      An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle Leser. Ich hoffe, ich kriege bis zum Ende der 1. Staffel eine regelmäßige Veröffentlichung hin. :)

      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Leseleff ()

      Wird mal Zeit für ein bisschen Kritik:
      @newChapter:
      Spoiler anzeigen

      Erstmal fährt die Story jetzt erstmal mit 1-2 Gänge runter. War ja nach dem Höhepunkt erstmal zu erwarten, und ist auch nichts verwerfliches dran.
      Leider muss ich auch noch sagen, hat mir diesmal nur das Ende gefallen. Und davon auch nur die letzten paar Zeilen(bei dem Gespräch mit Evan). Gründe dafür gab es viele.
      Zuerst einmal war ich nach deiner Preview doch ein bisschen angefixt, wie es denn weitergehen könnte. Zudem wirkte es doch so, aus der Beschreibung heraus, als würde noch etwas spannendes geschehen, bevor die Vorrunden beginnen. Doch das dies einfach nur eine Fernsehübertragung enthält, fand ich etwas schwach. Hier kann aber auch vieles an dem großen Abstand zum letzten Chapter gelegen haben, weshalb sich die Erwartungshaltung meinerseits auch noch weiter ausgebaut hatte.
      Zudem war das, was kurz vor dem Duellende geschah doch etwas unnötig. Ich weiss ja nicht, ob du darauf nachher nochmal zurückgreifen musst, doch während eines solchen Duells das zu bringen, wirkte doch recht unpassend. Hätte es nicht gereicht, wenn er sich nach dem Spiel in der "Lounge"/etc. ihr öffnen würde? Gerade das dadurch hervorgebrochene Ende wirkte recht desillusionierend. Aber da ich nicht weisst, ob du die Figur nochmal brauchst, halte ich erstmal alles noch mit einer Hand vor dem Mund...
      Und dann wie gesagt das für mich gute. Zuerst einmal ist es schön zu sehen, das nicht nur Menschen aus dem "Ghetto" sich gedanken um das Problem machen. Das dies aber wahrscheinlich nur eine Falle von Evan sein könnte, konnte man noch kilometerweit riechen. Ich meine, bei seiner Charaktergestaltung und seinen Aussagen hat man schon die ersten Bilder seines Charakters im Kopf. Aber auch hier erstmal alles vor zugehaltenem Mund. Zumindest zeigt sich auch durch solche kleinen Aussagen, das du deine Szenerie "YGO ist nur für reiche" immer noch im Hinterkopf hast.
      Was mir auch aufgefallen ist, das du jede Verbesserungsvorschläge akribisch übernommen hast. Dies ist zwar eigentlich sehr gut, doch wirkt es halt sehr übertrieben(fast provokativ), und nimmt somit deinen eigenen Charakter deine Story. Ein Beispiel: Seitdem dir der Tipp gegeben wurde, auch die Augenfarbe zu beschreiben, machst du dies sofort bei der Einführung neuer Charakter. Da du dies aber abarbeitest wie eine mathematische Formel, verliert sie viel von ihrer flexiblität. Hier kann ich dir nur den etwas mageren Rat geben: versuche diese eher versteckt in deiner Geschichte einzubauen. Somit wird deine Story wieder lebendiger, und auch flexibler. Aber das kann man dir leider nur schwer erklären, wann der rechte Zeitpunkt dafür ist, da es etwas ist, was man selber erkennen muss(ist so eine "Besonderheit von Literatur"-Regel). Aber um solche Sachen dann im Nachhinein nicht zu vergessen, wäre es vielleicht eine Möglichekeit, zu jedem neuen Charakter eine Art Profil-Skizze zu erstellen. Hier kann man immer sofort notieren, wann man was eingefügt hat(bspw. würde ich immer wieder vergessen, welche Augenfarbe ich dem Charakter gegeben habe. Wenn ich im nachhinein wieder darauf zugreifen will, hat man so schnell wieder einen Überblick und erspart sich nerviges suchen[Ich glaube gerade kann man gut erkennen, wie viel Aufwand hinter guten Büchern steckt -> Charakterprofile; Recherchen für bestimmte Dinge; ...])
      Nun aber mal zu dem "grammatischen": Mich würde echt interessieren, ob du dieses Kapitel noch nicht zur nachkontrolle geschickt hast, bzw. um welche Uhrzeit du sie geschriebn hast. Gerade dieses Kapitel enthielt zwar kaum existente Formfehler(Also sowas wie:"nach einem Satzzeichen immer DANACH eine Leerzeile, und NIE davor bzw. weglassen"; doch wie gesagt, zumindest ich habe keine solchen Fehler gefunden), doch dafür eine Unmenge an Wortdreher(wo also einzelne Worte im Joda-Style sind), Wortdoppelung(z.b. Man schreibt Worte gleichen Thesaurus genau hintereinander, vermutlich weil man das alte löschen wollte, weshalb es dann ein paar Satzkonstruktionsfehler gibt) und ähnliches gab. Ich habe, obwohl ich eigentlich immer die Person bin, die keine Fehler findet, in gefühlt jedem 3. Satz einen solchen Fehler finden können.
      Warum nun meine Frage wegen der Uhrtzeit? Meist ist es so, wenn man schreibt, das man bestimmte Uhrzeiten hat, wo man sehr produktiv schreiben tut(bei mir ist das z.b. immer ab 20 Uhr+). Schreibt man nun außerhalb der Zeit, schleichen sich schneller solche Fehler rein. Es gibt zwar noch andere Faktoren(z.b. man hat schwierigkeiten mit dem Thema; Gewisse Beschwerden wie Hunger oder Durst; sonstige Ablenkungen), doch habe gerade ich diese meist als weniger Beeinflussend in erinnerung.
      Was auch ein wenig stört, ist das du wohl innerhalb des Duells eine neues Notierformat eingefügt hast. Damit meine ich das hier [Hand: ?][Backrow: ?]. Ich finde es zwar gut, das du sowas einfügst(hatte mir auch schon dazu gedanken gemacht), doch du machst das auf einmal Abrupt mitten im Duell. Hättest du dies am Anfang des Duells gleich gemacht, wäre mir das nicht so negativ aufgefallen, doch so wirkt es halt so, als wären das noch Reste von irgendwelchen Notizen von dir. Somit irritiert das schon ganz schön stark. Wenn du sowas einfügen willst, ohne das es gleich solche Reaktionen wie mir erfahren willst, mach das entweder am Anfang des Duells, oder besser noch, gleich am anfang einer neuen Staffel, weil es so eher wie eine Neuerung wirkt(wie bsp. in einem 2. Titel eines Spiels), und nicht wie ein "On the Work"-Patch.


      @Services:
      Spoiler anzeigen

      Ist erstmal schön, das du meine Vorschläge nicht nur gelesen, sondern auch gleich umsetzen willst. Nur hätte ich hier eine kleine Verbesserung für dich:
      1. Warum sollte man sich eine Word-Version bei dir bestellen? Nimms mir nicht übel, doch z.b. Leute wie mich besitzen gar kein (Microsoft) Word. Denn der Standard der vorinstallierten Programme ging schon vor einigen Jahren verloren(zumindest für den Nicht-Standardkonsumenten). Deshalb entweder in einem Open-Source-Format liefern(z.b. Open Office; hier wäre das Programm dann der O.O. Writer), oder, was wohl am bequemsten ist, als PDF-Dokument. Dies ist nicht nur Standardisiert für alle Systeme(Adobe Reader ftW), sondern man kann auch nicht versehntlich etwas daraus löschen. Zudem sind sie gleich so präperiert, das man sie sofort nutzen kann auf allen Endgeräten(z.b. Smartphone). Falls du nicht weisst, wie man das macht: unter Datei sollte irgendwo ein Reiter sein, der exportieren oder freigeben(oder dergleichen) heißt. Meist ist dort sogar gleich ein "exportieren als PDF" als eigener Button integriert.
      Zudem kannst du auch so einige kleine Extras einbauen können, wie z.b. besondere Hintergründe, Deckblätter, etc.
      2. Wieso per E-Mail? Erstens sollte es in einem "leichten" Format(z.b. PDF) keine Größenprobleme geben, wenn du sie am entsprechenden Post anhängen willst(150kB sind zwar auch schon scharf an der grenze, doch sollte für ein Kapitel reichen. Ich habe zwar noch nicht getestet, wie groß so ein YGO-Chapter werden kann, doch meiner Schätzung nach sollte es ausreichen), und zweitens empfiehlt sich hier eher etwas, was die Leute nicht unbedingt machen müssen. Denn für viele ist "eine E-Mail schreiben", wie eine Last. Ist ja auch nicht zu verübeln: Postfach öffnet man gefühlt 1x pro Halbjahr, dann muss man es erstmal entmüllen, damit man dann auch irgendwann die Mail zurückbekommt, und dann muss man auch noch schreiben. Und dafür sind halt viele Menschen zu Faul.
      Ich würde es dann eher folgendermaßen lösen:
      -Erstelle dir ein(am besten neues, da man für sowas immer ein Extra-neutralen Account haben sollte) Google-Mail-Account
      -lade dann deine aktuellen Chapters in einen bestimmten Ordner(am besten als PDF)
      -gib die Freigabe so frei, das der Ordner öffentlich zugänglich ist, und man nur den Link brauch, um zum Dokument zu kommen.
      -Poste deinen Link in deinen Aktuellen Post zum Kapitel

      Vorteile:
      -Alles jederzeit auf einem Blick und schnell abrufbar
      -Bei vorheriger Einstellung(GANZ WICHTIG, sonst bauen Flamer/etc. viel mist), sollte es möglich sein, das deine Fans Kommentare zu bestimmten Zeilen abgeben können(glaub nur möglich, wenn man es als Google-Word-Document freischaltet)
      -Rechtschreibfehler können von jedem leicht gemeldet werden, da sie eben diese nur kommentieren müssen. Somit eine gute alternative Autokorrektur
      -Man erleichtert vieles für Probeleser. Denn wenn diese den Link zuerst bekommen, UND Bearbeitungsrechte bekommen(dann aber nicht davon abhängig machen lassen, sonst verliert dein "Werk" an eigenen Charakter, so wie ich ja schon zuvor beschrieb), dann wird einem viel arbeit erspart
      -10GB volumen. Das sollte genug Platz für FanFics für die nächsten 100 Jahre sein.




      Tauschbörse YGO
      Tauschbörse VG

      Spieler aus Hameln/Minden und Umgebung?:
      ygohameln@gmail.com
      Das Kapitel war bei mir in der Korrektur.
      Da ich teilweise erst spät nachts dran arbeiten konnte, kann es sein, dass ich das ein oder andere übersehen habe. Trotzdem würde ich gerne konkrete Beispiele für die Fehler in jedem, Zitat, dritten Satz haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich so ungründlich arbeite. Die einzige Erklärung wäre, dass es nachträglich eingefügte Szenen sind, die durch meine Hinweise während der Korrektur entstanden sind. Die habe ich nicht noch einmal vorher gesehen. Trotzdem, ein paar Beispiele wären für uns beide hilfreich.

      Zu Deckcreators Kritik
      Die Sache mit dem Duellende: Ehrlich gesagt finde ich die Art, wie das alles zusammenspielt, gar nicht schlecht. Es war diesmal nicht nur reines Duell. Bisher hat ja immer ein wenig der "Pepp" gefehlt, etwas, das das Ganze runder macht.
      Die Sache hat definitiv einen anderen Lauf genommen, als man es bei einem eher rnd-Gegner wie Billy erwarten würde. Es zeigt, dass Alex auch mal Fehler macht und was passieren kann, wenn man zum falschen Zeitpunkt den Mund aufmacht.
      Also nein: Ich persönlich kann deine Kritik da nicht nachvollziehen.

      Zu der neuen "Leiste". Die ist doch wirklich nicht sonderlich störend.
      Ich meine, erst ist es dir zu unübersichtlich wegen den verdeckten Karten, aber so etwas ist auch nicht gut? Na was denn jetzt?

      Nimm mir meine Worte nicht übel, aber da musste ich jetzt doch mal widersprechen.
      Vielen Dank ihr beiden (und natürlich alle anderen Leser) :)

      @Deckcreator
      Ein bisschen mehr Content vor der Vorrunde wäre gut gewesen, da gebe ich dir Recht. Allerdings hätte dies ein komplettes Umschreiben der Handlung erfordert und die Veröffentlichung noch einmal um mindestens zwei Wochen verzögert :/
      Ich wollte auch den Anteil an Fillerelementen möglichst gering halten, denn mit der eigentlichen Story geht es erst in der Hauptrunde richtig weiter.

      Die (Hinter-)gründe für Billys Nebengeschichte und das (bewusst) "desillusionierende" Ende hat Aska in seinem Post quasi erläutert. Alternatives Ende wäre gewesen, dass Billy einen Zug aussetzt, weil es ihm egal ist, was jetzt noch passiert, dann macht Phönix der Wiedergeburt ihn fertig, Billy verzeiht Alex und holt sich von ihr gleich den zweiten Korb des Tages ab... Mittlerweile sehe ich ein, dass dies eher blöd und unglaubwürdig gewesen wäre.
      Was mich gleich zu deinem nächsten Kritikpunkt führt: Das fast schon überstürzte/willenlose Umsetzen von Kritik. Das hat mich tatsächlich etwas zum Nachdenken gebracht. Ich werde versuchen, meinen eigenen Stil zu erhalten. Spätestens, wenn ich von Alex als "die Rothaarige" spreche, merken wir, dass der fremde Einfluss zu groß geworden ist ;)
      Aber an sich beschreibe ich Augenfarben schon immer. In Kapitel 1 noch nicht so richtig, aber in dem beschreibe ich ja generell so gut wie gar nicht. Auch Alex' Augenfarbe wurde schon lange vor Yani Yugis Kritik beschrieben. Dass die Personenbeschreibungen im letzten Kapitel ein wenig penetrant wirken, liegt vielleicht daran, dass darin viele wichtige Charaktere eingeführt werden (namentlich Evan Drake, Christopher Allington, Jessica Greengrass und Richard Steele Sr.) und wichtige Charaktere muss man natürlich etwas intensiver beschreiben. Und versteckte Beschreibungen sind mir auch nicht fremd und entsprechen viel eher meinem Stil als offensichtliche. Ich habe auch noch nie die Augenfarbe oder sonst irgendein körperliches Merkmal meiner Figuren vergessen, ehrlich gesagt verstehe ich nicht einmal, wie einem so was passieren kann...

      Zu den Services:

      Danke für die Vorschläge, mein eigener Entwurf ist wohl eher suboptimal, dafür aber herrlich einfach (also für mich). Leider bin ich nicht wirklich PC-versiert und verstehe von dem meisten, was du geschrieben hast, nur Bahnhof. ("exportieren als PDF" habe ich zum Beispiel nirgends finden können...) Aber wenn ich lernen konnte, mit HTML umzugehen (nur um es nach ein paar Wochen wieder komplett zu vergessen), dann kann ich auch solche Dinge lernen. Vielleicht lässt sich auch etwas über Dropbox oder vergleichbare Anbieter machen. Fakt ist jedenfalls: Könnte man an eTCG-Posts Textdateien anhängen, hätte ich das von Anfang an gemacht, aber es geht nur mit Bilddateien.
      So wie das klingt, ist das aber nichts, was sich von Heute auf Morgen einführen lässt. Vielleicht wird das ja die von dir angesprochene große Neuerung zur 2. Staffel. Ist vielleicht eh besser, wenn man sowas zu Beginn einer neuen Ära einführt, sodass der Service auch Neueinsteigern zu Gute kommt. Vielleicht zieht Staffel 2 ja dann ein größeres Publikum an, die Story wird zumindest auch um einiges mainstreamiger sein. (Weniger Politik, dafür mehr Fantasy, mehr Gewalt und mehr Teenager-Problematik...)

      P.S.: Sehr schmeichelhaft fand ich übrigens, dass du meine Leser als "Fans" bezeichnest. Freut mich. :)

      @Aska
      Danke, dass du mich verteidigst. Ich merk schon, dir liegt das Werk fast genau so sehr am Herzen wie mir :)
      Die Fehler sind denke ich auch in erster Linie in der "Post-Production" entstanden. Zwischen Rachels Abgang und dem Gespräch mit Evan liegt ja rund eine Seite komplett unkorrigierter O-Text. Kann gut sein, dass sich da noch einige Fehler eingeschlichen haben.

      Btw, leider wird es wegen allgemein schlechtem Zeitmanagement in Zukunft nur alle zwei Wochen weitergehen. :/ Das hat aber einige Vorteile, die sich postiv auf die Qualität auswirken könnten:
      - Ich habe mehr Zeit zum Schreiben und kann es mir leisten, nur dann weiterzumachen, wenn ich auch wirklich motiviert bin.
      - Aska hat mehr Zeit zum Korrekturlesen und ist nicht mehr dazu gezwungen, das spät in der Nacht zu machen.
      - Ich habe mehr Zeit für die Post-Production und kann noch einmal richtig über die endgültige Version drüberlesen, nicht nur so halbherzig, wenn ich auf eTCG die Kartennamen kursiv setze.

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      Serie 1 / Serie 2
      "@Aska"

      @Fehler:
      Ich habe mir das letzte Kapitel nun nochmal überflogen, doch kaum welche von meinen ersten genannten Fehlern wiedergefunden. Dafür bin ich aber auf ein paar andere(manche klein, manche etwas größer) gestoßen. Aber ich muss zugeben, mit der von mir gegebenen Wortwahl, war es doch etwas falsch ausgedrückt. Es war nicht durchgängig gewesen, ich weiß zumindet noch, das diese für einen kurzen Abschnitt fast hintereinander gekommen waren(kann aber nicht mehr sagen, ob das vor oder nach dem Duell war... Zumindest war es nicht ganz am Anfang, und nicht ganz am Ende). Aber hier mal die Sachen, wo ich ein paar kleine Fehler erkennen konnte(zumindest, die aus meiner Sicht Fehler darstellen):

      "Der Empfangsraum war großzügig gestaltet und hie und da waren Sitzgruppen und Duellanten mit ihren Familien verteilt."

      "Erneut ertönte MC Arthurs Stimmer, nun dank der offenen Tür viel lauter:"

      Hier haben wir kleine Abtippfehler. Diese sind weniger auffällig, weshalb sie mir jetzt, beim überfliegen, erst auffielen. Diese sind halt nicht verwerflich, da ich sie bestimmt auch viele male übersehen hätte.

      "Billy wirkte einen Moment lang beim Anblick von Alex’ Händen erschrocken, fasste sich aber schnell wieder und sagte: „Knallen und Rauch wird dir auch nicht viel bringen! Ich aktiviere den permanenten Zauber Vergessenes Insekt!“"
      Hier wird ja ein Sprichwort verwendet, welches eigentlich "Knall und Rauch" heißen sollte. Das diese nicht ganz so gut übertragbar sind, verstehe ich(wird ja meistens eher im Gesprochenem, und nicht im geschriebenen verwendet), weshalb es hier auch keine feste Norm gibt. Somit ist das zumindest Teil meiner Meinung

      "Eine mächtige Windbö erfasste den monströsen Skorpion, der ein paar Meter zurückgeweht wurde und dessen Hologramm schließlich verschwand, als Billy die Karte zurück in sein Extra Deck steckte."
      Das sollte wohl "Windböe" heißen. Aber ist wohl auch hier nur ein Mikrofehler. Auch diesen habe ich erst jetzt gefunden.

      "Der orangefarbene Phönix flog los, wobei seine Flügel in Flammen aufgingen. Er flog ein paar Bahnen rund um Billy und briet ihm schließlich eins mit seinem brennenden rechten Flügel über. "

      Jetzt mal keine Fehlerbemerkung, doch dieses Wort musste ich jetzt doch nochmal betonen, da es mir nun schon zum zweiten Mal Gedanken machen ließ: Ich glaube ich habe diese Schreibweise bei dem Wort noch nie gelesen, geschweige denn gehört. Liegt vielleicht daran, das es sich ja um ein metaphorisches Wort handelt, weshalb es selten eine Umformung erhält. Um es also nochmal zu betonen: DIESE Zeile ist keine Kritik, sondern viel eher eine Anmerkung, die mir sogar sehr gut gefallen hat(Ich hatte nach dem ersten Drüberstolpern echt gedacht, ob ich das nicht als positives Argument in meine erste Kritik einbauen sollte. Doch dann dachte ich, ist zu banal, um erwähnt zu werden). Ich hätte bei dem Wort bestimmt nochmal in den Duden geguckt, hätte ich es verwenden wollen. Das interessiert mich jetzt auch, ob du es mir gleich getan hast?

      "„Abwarten“, meinte Billy. „Ich bin dran! Leider kann ich wegen meiner Fallenkarte Tollkühne Gier jetzt keine Karte ziehen, aber ich habe ohnehin schon das, was ich brauche!"

      Also hier fehlte dieses Wort einfach. Bin dadurch halt kurz ins stottern geraten beim lesen. Deshalb viel es mir auf.

      "Der rote Skorpion verschwand und machte einem viel größeren Exemplar Platz."

      Ich glaube, das "Platz" in diesem Fall klein geschrieben werden sollte. Schließlich handelt es sich ja nicht um das Nomen "Platz", sondern eher um "platz" in Form von platz machen. Aber auch hier eher ein Fehler, der mir beim zweiten Durchsehen auffiel.

      "An seinen Vorderbeinen trug er merkwürdige, vierfingrige Greifzangen."

      Ich habe zwar gesehen, das meine Rechtschreibprüfung "vierfingrig" annimmt, genauso aber auch "vierfingerige". Und letzteres fand ich halt passender, da es halt das Wort flüssiger lesbar macht.

      "Aus dem vergrößerten Hologramm der Fallenkarte schoss ein Bündel weißer Spinnfäden auf Alex’ Monster, das einen Schrei ausstieß, als es in einem Spinnennetz gefangen wurde und sein Hologramm schließlich verschwand."

      Hier zwar kein Fehler im herkömmlichen Sinne, nur eher ein Logikfehler. Denn wenn Spinnfäden herausgeschossen kämen, müssten die sich erst zu einem Netz formen. Aber auch hier bemerkte ich es erst beim überfliegen.

      "Eine kurze Pause entstand, während der Billy peinlich berührt seine Schuhe anstarrte, dann ertönte wieder MC Arthurs Stimme:"
      Brauch ich viel dazu sagen? Billy ist doch ein Mensch und kein Objekt ;). Ist zwar auch erst in der 2.Prüfung aufgefallen, nur halt dann besonders stark.

      „Ich bin hier, um dir zu sagen, dass dein Duellstil mich schwer beeindruckt hat, von deinem kleinen Auftritt als Kummerkasten ganz zu schweigen, schade, dass das so nach hinten losgegangen ist. “
      Ich glaube da sollte eigentlich ein neuer Satz gebildet werden, und kein Komma. Aber das ist auch sehr schwer zu finden.


      @Duell:
      Ich fand es zwar auch schön, dass das Duell mal nicht als reines Duell anzusehen war, nur störte mich halt dieses künstliche/irreale Gespräch. Ich kann mir kaum vorstellen, das wenn man ein Duell führt, seinem Gegner mitten im Duell sowas fragt. Zudem: Falls das wirklich nur ein Random-Charakter bleiben soll, dann wurde da halt viel zu viel Aufwand getrieben. Gerade wenn man überlegt, das gerade erst ein "Handlungsstrang" abgeschlossen wurde, würde man schnell der Meinung sein, das mindestens die nächsten 3 Chapters diesem Szenario gewidmet sein werden. Aber vielleicht kriegen wir, falls er keine weitere Beachtung mehr bekommt, vielleicht ein 1-2 Chapter-langes Minispecial nachgereicht, was zeigt, wie Alex ihm doch noch aushelfen konnte(ich gehe einfach mal davon aus, das wenn man 2 Tage warten musste, bevor das eigene Duell losgeht, auch zwischen dem nächsten Duell noch einige Tage Zeit hat. Also perfekt für ein Minispecial).
      Naja, und als Reaktion auf diese Demütigung hätte ich eher erwartet, das er nochmal in sein altes Muster zurückfalle(-> Fluchtreflex im psychischen Sinne), und einen richtig heftigen Gegenangriff zurückwerfen würde, um sich sozusagen zu rächen. Das dies natürlich nicht möglich war, gab Leseleff nachträglich ja als Kommentar.

      @Leiste:
      Ich fand die Leiste eigentlich eine gute Neuerung. Ich überlege sogar, diese zu übernehmen :P . Es kam mir halt sehr überraschend vor. Aber nachdem ich das Kapitel nochmal überflogen habe, ist mir aufgefallen, das du das ja doch im ganzen Duell durchgehend verwendet hast. Ist mir halt nicht aufgefallen, da der erste Zug halt sehr lang ausgefallen war. Also entschuldige ich mich hier nochmal im nachhinein.

      Das ich deine Worte dir übelnehmen würde, kommt gar nicht in Frage. Wenn ich nochmal genau über meinen Beitrag nachdenke war er halt auch sehr provozierend gestaltet, was aber eher daran liegt, das die positiven Argumente so rar und zugleich so versteckt von mir gestaltet wurden. Das du dich außerdem ein wenig gereizt wegen der Fehlersachen fühlen konntest ist mir im nachhinein auch klar geworden. Denn mich würde es genauso reizen, wenn meine Hilfe, die ich womöglich noch nach einem harten Arbeitstag aus freundschaftlichen Gründen gemacht hätte, aufs heftigste kritisiert wird, wäre mir auch schlimm aufgestoßen. Zudem habe ich mich in meinem anderen Beitrag so benommen, als würde ich den ganzen Tag nichts anderes machen, und mich ein bisschen zu selbstsicher verhalten. Ich hoffe nur, du nimmst das was ich eben noch hinzugefügt habe nicht als zu starke Kritik an. Denn wie gesagt, viele der von mir genannten Fehler wären mir bestimmt auch nicht aufgefallen, wäre ich nicht zufällig drauf gestoßen. Wenn ich mir bspw. mein letztes Werk nochmal nachkontrollierte, um Kleinigkeiten zu ändern, habe ich auch kurz an mir gezweifelt, bei der Masse an Fehlern, die mir aufgefallen sind.


      "@Leseleff"

      @Alternative:
      Ja, da muss ich sagen, hattest du wohl das gleiche Problem wie das, was ich im Allgemeinthread gepostet hatte: das ich einfach nicht realisieren konnte, was ich eigentlich erreichen wollte mit dem Duell.

      @Beschreiben:
      Naja, das mit den Augenfarben fiel mir aber auch besonders auf. Denn wenn ich eine Person beschreibe, dann beschreibe ich wirklich alles(Aussehen, Haare, Kleider), doch egal wie oft, ich kann einfach nicht die Augenfarbe mitbeschreiben(ausgenommen es ist etwas besonderes, wie z.b. zwei unterschiedliche Augenfarben). Liegt aber auch daran, das ich diese im Alltag kaum mitbekomme.
      Und wie du ja schon geschrieben hast, ist besonders die Stelle, wo du wirklich alle Personen fast gleichzeitig beschreibst besonders auffällig. Hätte man hier hingegen jeden nur dann beschrieben, wenn er zu Sprechen beginnen würde, wäre es vielleicht nicht so "krass" gewesen. Sollte man vielleicht im Hinterkopf behalten, falls man mal wieder viele Charaktere auf einmal beschreiben will.

      @Merkmale vergessen:
      Oh, glaub mir, wenn man älter wird, dann wird es echt schwer, sowas zu behalten ;) ... Aber mal ehrlich: So richtig vergessen tue ich solche Kleinigkeiten auch nicht, nur bevor ich sie dann wieder aufgreife, nach längerer Abstinenz z.b., schaue ich lieber nochmal nach, das es auch wirklich so war. Lieber habe ich 10 min. mehr investiert, als nachher Spott wegen etlicher Fehler zu erhalten. Und gerade wo ich dabei bin: Ich sagte ja schon, im Allgemeinthread, das Namen echt nicht so mein Ding sind. Hier gucke ich auch gerne nochmal nach, ob der so auch wirklich richtig ist(also von der Schreibweise: z.b. habe ich Jannette wirklich mit tt UND nn geschrieben, sowie[bei anderen Beispielen] immer wieder i oder ie...)

      @Technik:
      Tut mir echt leid. Ich hatte mich schon bemüht, alles möglichst leicht verständlich zu machen. Das Beispiel mit GoogleDrive fiel mir auch nur ein, weil ich es viel für alles mögliche nutze.
      Zu der Sache mit der PDF-Version:
      Ich habe mal eben nachgeforscht. Laut Google hat Microsoft Word gar keinen eigenen Button dafür. Ein bisschen traurig, da selbst die schlechtesten Schreibprogramme ein solches haben. Hier mal eine Beschreibung laut I-Net, die für Word 2007 und neuerer gilt:
      Spoiler anzeigen


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      • Klicken Sie auf Standard (Onlineveröffentlichung und Drucken), wenn für das Dokument ein Ausdruck mit hoher Qualität benötigt wird.


      • Klicken Sie auf Mindestgröße (nur Veröffentlichung), wenn die Druckqualität weniger wichtig ist als die Dateigröße.


      [*]
      Klicken Sie auf Optionen, um den
      zu druckenden Seitenbereich festzulegen, um auszuwählen, ob Markup
      gedruckt werden soll, und um die Ausgabeoptionen auszuwählen.
      (Hyperlinks zu weiteren Informationen zu diesen Optionen finden Sie im
      Abschnitt Siehe auch). Klicken Sie auf OK.

      [*]
      Klicken Sie auf Veröffentlichen.

      Quelle: support.office.com/de-de/artic…7?ui=de-DE&rs=de-DE&ad=DE


      Und diese Datei sollte sich dann anhängen lassen, wie man es auch mit einem Bild machen kann. Das einzigste was man womöglich nicht kann, ist dass dann wie ein Bild in den Post einfügen.

      @"Schmeichelei":
      Vergiss niemals: "Aus Lesern werden bei sehr guter Arbeit auch schnell mal Fans" - Ist im Grunde der Motivationssatz für alle FanFics und sonstige Blogger/Webphenomäne/etc.

      @reaktion zu Aska:
      Als würde mir deine FanFic weniger bedeuten. Ich mache doch gerade den großen Aufwand, WEIL sie mir so wichtig ist. Aber keine Sorge, ich weiß wie das gemeint war ;) ...



      Tauschbörse YGO
      Tauschbörse VG

      Spieler aus Hameln/Minden und Umgebung?:
      ygohameln@gmail.com
      @Pfannkuchen:
      Spoiler anzeigen
      Och, wenn einem Leser mal nicht so viel Kritik einfällt, ist das auch nicht schlimm :angel:
      Freut mich auf jeden Fall, dass du jetzt auch dazu gestoßen bist. Und wenn du noch recht weit am Anfang bist und es jetzt schon "solide" findest, dann sei gesagt, dass die Kapitel tendenziell eher besser werden ;)

      @Deckcreator:
      Spoiler anzeigen
      Nichts für ungut, aber die meisten der gefundenen Fehler sind gar keine. Ein paar Beispiele:

      - "Hie und da" (-> Duden) und "Knallen und Rauch" sind wie gesagt Redewendungen. So habe ich die nunmal gelernt, ich kenne sie gar nicht anders.

      - "Windbö" -> Duden

      - "briet": Ist die korrekte Vergangenheitsform von "braten". Kommt also von "ihm eins überbraten" -> Duden

      - "Ich habe, was ich brauche" = "Haben, was man braucht": Kann man doch sagen. Ist eine Simplifizierung um einen alltäglichen (umgangssprachlichen) Sprachgebrauch darzustellen.

      - "Eine kurze Pause entstand. während der Billy...": Das "der" bezieht auf die Pause. Etwas plump hätte ich auch schreiben können: "Eine kurze Pause entstand. Während der Pause starrte Billy seine Füße an".

      Zu den Augenfarben: Da sind wir wohl etwas anders gestrickt. Für mich sind die Augen gewisserweise die "Fenster zur Seele", ich beschreibe sie deshalb gerne. Was bei dir die Augen sind ist bei mir dafür die Kleidung. Die beschreibe ich eigentlich nie oder nur ganz kurz, außer eben sie ist besonders auffällig oder in irgendeiner Form relevant. (Wie z.B. Phoenix-Dress, Anzug von Gary Altman, typische von der Hüfte abstehende YGO-Jacken als Zeichen von Wohlstand...) So sind wir eben alle unterschiedlich :)

      Vielen Dank übrigens für die Technik-Anleitung. Ich sehe sie mir dann irgendwann mal in Ruhe durch. Nur leider habe ich noch Word 2003 :/
      Aber da wird sich schon eine Möglichkeit finden lassen. Der PDF-Download wird ja wie gesagt wahrscheinlich erst ab Staffel 2 eingeführt.

      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2