Yu-Gi-Oh! PHOENIX (Serie 1 - Komplett)

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      Yu-Gi-Oh! PHOENIX (Serie 1 - Komplett)




      Hallo und herzlich willkommen zu meiner Yu-Gi-Oh! Fan Fiction! Sie heißt "Yu-Gi-Oh! PHOENIX" und ich werde sie ab jetzt exklusiv hier auf eTCG veröffentlichen. Ich schreibe sehr gern und habe dies auch schon immer getan. Und jetzt da ich mit der Schule fertig bin, würde ich gerne mehr daraus machen, als nur eine Tätigkeit über die ich mich immer gefreut habe, wenn ich sie in der Schule ausüben durfte. Ich bin auch am überlegen, ein Fernstudium im Bereich kreatives Schreiben zu machen, denn ich würde gern nicht nur Fan Fictions schreiben, sondern ich habe auch Ideen für völlig eigenständige Werke. Aber genau das war bisher immer mein Problem: Das alles waren immer nur Ideen. Denn Ideen hatte ich schon immer mehr als genug, an der Umsetzung ist es bisher jedoch immer gescheitert. Deshalb hoffe ich darauf dass ich, da ich nun erstmals eines meiner Werke veröffentliche, auch eine möglichst große Leserschaft haben werde, die mir einen Ansporn dafür liefert, endlich mal etwas durchzuziehen.
      Doch genug von mir. Was also ist "Yu-Gi-Oh! PHOENIX" überhaupt? Eine kleine Übersicht kriegt ihr in folgendem Tab-Menü:

      Zur Fanfic:
      Handlung
      Domino City, die Stadt der Legenden. Über zwanzig Jahre sind seit den Tagen des Königs der Spiele vergangen, der die Stadt so berühmt gemacht hat, dass sie zur Zuflucht für Duellfans aus der ganzen Welt geworden ist, die auf der Suche nach einem besseren Leben in die inzwischen zur Megacity angeschwollenen Duell-Metropole ziehen. Doch nur für die wenigsten von ihnen erfüllt sich dieser Traum auch. Denn die meisten tauschen nur ein Elend gegen das nächste aus und landen letztendlich in einem der sozial rückständigen Randbezirke, wo nichts für all die jungen Duellanten übrig bleibt, als sich an jene großen Namen von damals und heute zu klammern und sich auf den Straßen in Duellen zu messen. Denn in den Köpfen der meisten gibt es nur einen Weg, ihr langweiliges und von Geldsorgen geprägtes Leben gegen ein besseres in den Vierteln der Reichen einzutauschen: Die Profiliga. Doch wie sollen sie ohne Geld in einem Spiel bestehen, das vom Geld regiert wird?
      Eine dieser jungen Duellantinnen und Duellanten ist Alex Whitman, eine sechzehnjährige Schülerin deren Vater vor fast 10 Jahren in einer Fabrik ebenjenes Konzerns ums Leben kam, der die Karten vertreibt, denen sie all ihre Freizeit widmet. Genau wie ihre Mitschüler lebt Alex von und in dem Traum, die legendäre Duellakademie zu besuchen und eine große Duell-Karriere zu starten, jedoch hat sie jede Hoffnung darauf schon fast aufgegeben. Doch ein herber Schicksalsschlag und das Auftauchen eines mysteriösen Jungen an ihrer Schule wird Alex’ Leben für immer verändern…
      Charaktere
      Haupthandlung
      Alexandra „Alex“ Whitman

      Die Hauptprotagonistin. Ihr Vater ist bei einem Fabrikunfall gestorben, als sie sieben Jahre alt war und sie lebt in ärmlichen Verhältnissen in Newhaven, einem der äußeren Stadtbezirke Domino Citys. Charakterlich fällt sie meist durch emotionale Kälte und geringe Begeisterungsfähigkeit (z.B. Gegenüber Jungs oder der Schule) auf. Trifft sie jedoch auf Menschen, die ihre Überlegenheit anderen gegenüber ausnutzen um sich selbst zu bereichern, verliert sie schnell die Beherrschung, da ihrer Meinung nach genau solche Menschen für all das Elend verantwortlich sind, das den Alltag von ihrer Familie und Millionen anderer Menschen bestimmt. Deshalb stellt sie sich solchen egoistischen Menschen stets in den Weg, auch wenn sie sich selbst damit in Gefahr bringt, denn sie hat ein starkes Bedürfnis danach Gerechtigkeit zu schaffen in einer Welt, die ihrer Meinung nach äußerst ungerecht ist. Aus diesem Grund spricht ihre Mutter von ihr auch scherzhaft als „Ordnungspolizei Alex“. Nach dem Brand ihrer Wohnung, bei dem sie unter Einsatz ihres eigenen Lebens das ihrer Schwester rettet, entwickelt sie außerdem die Fähigkeit, mit ihren Tränen Wunden zu heilen und Flammen aus ihren Händen entstehen zu lassen, außerdem zieht sie sich zusehends zurück und ist sehr oft Gefühlskalt und abweisend. Ihr ganzes Leben dient ab diesem Moment scheinbar nur noch dem Zweck, genug Geld für Lilys Behandlung zu sammeln. Um dies zu erreichen nimmt sie an einem Duellturnier teil, auf dessen Sieg 10.000 Dollar Preisgeld stehen. Sie schafft es bis ins Finale und wird auf diese Weise unfreiwillig zu einem Symbol der Hoffnung und des Widerstands für die unterdrückte, arme Bevölkerung. Dies missfällt der Reichen und Mächtigen um Mr. Steele, wodurch sie deren Zorn auf sich zieht.

      Alter: 16 (Geburtstag: 27. September)

      Deck: Geflügelte Ungeheuer/Phönix-Themendeck

      Signaturkarte: Phönix der Wiedergeburt

      Lilian „Lily“ Whitman


      Alex’ kleine Schwester und wohl der Mensch, den Alex am meisten auf der Welt liebt. Sie ist ein sehr aufgewecktes Mädchen und bewundert ihre große Schwester für ihre Duellfähigkeiten, außerdem kann sie sehr gut zeichnen und trägt stets ihr geliebtes Kuriboh-Stofftier bei sich. Während des Brandes ihrer Wohnung erleidet Lily eine schwere Rauchvergiftung und muss in ein künstliches Koma versetzt werden, aus dem sie nur mit einer sehr teuren Spezialbehandlung erweckt werden kann.

      Alter: 11 (Geburtstag: 14. März)

      Deck: ???

      Signaturkarte: ???

      Caroline Whitman


      Ist die Mutter von Alex und Lily. Sie ist eine gute Köchin und besitzt einen Gemüseladen, in dem sie oft und lange arbeitet. Der Tod ihres Mannes vor ungefähr 10 Jahren hat sie schwer getroffen und seitdem war sie nur noch selten wirklich glücklich.

      Richard Steele Jr.

      Ist der Sohn des reichen Unternehmers Richard Steele und darüber hinaus Star-Student der Duellakademie und angehender Profiduellant, der eines Tages zu Besuch an Alex’ Schule kommt, um dort nach potenziellen zukünftigen Duell-Stars zu suchen. Genau wie Alex zeigt er sich für gewöhnlich gefühlskalt und schweigsam, was auch der Grund für die gegenseitige Faszination ist, die die beiden aufeinander ausüben.
      Nach dem Wohnungsbrand zeigt Alex sich zunehmend feindselig ihm gegenüber, während er weiterhin versucht, in Kontakt mit ihr zu treten, was schließlich damit endet, dass Richard die ohnmächtige Alex vor dem wütenden Nightmare beschützen und sie ins Krankenhaus bringen muss. Nach diesem Ereignis kommen die beiden sich näher und es stellt sich heraus, dass auch Richard übernatürliche Fähigkeiten erworben hat, nachdem er einem Mädchen das Leben rettete. Er besitzt übermenschliche physische Kräfte und kann kleinere Metallgegenstände allein mit der Kraft seiner Gedanken manipulieren. Er verpürt außerdem einen tiefen Hass gegenüber seinem Vater, weil dieser nie für ihn da war und Richards Meinung nach seine Frau (=Richards Mutter) verleugnet, indem er am Tag ihres Todes zu einem Geschäftsmeeting gefahren ist und sie nach ihrem Tod nie mehr erwähnt hat.

      Alter: 17

      Deck: Drachen

      Signaturkarte: Metallrüstungs-Drache

      Richard Steele Sr.

      Ist der reichste Mann Domino Citys, dessen Firma Steele Industries vor ca. 15 Jahren Industrial Illusions und die Kaiba Corporation aufgekauft hat und jetzt das Handelsmonopol über alles, was mit Duel Monsters zu tun hat, besitzt. Er ist machtgierig, kühl und berechnend, gibt sich aber in der Öffentlichkeit äußerst höflich und wohlwollend. In Wirklichkeit lebt er aber scheinbar einzig und allein für seine Arbeit und nach Ansicht seines Sohnes sieht er in diesem nur ein Mittel zu noch mehr Geld und Macht. Um dies zu erreichen, versucht er seinen Sohn in einem eigens dafür veranstaltetem Turnier als Profiduellant zu etablieren. Als Alex jedoch in ebendiesem Turnier immer weiter vorankommt, sieht er in ihr eine Bedrohung seines Plans und versucht, sie zu sabotieren.
      Während des Duells mit seinem Sohn kommt jedoch zum Vorschein, dass er durchaus familiäre Gefühle hegt. Er hat seine Frau sehr geliebt und ihr Tod vor ca. 15 Jahren hat ihn schwer getroffen. Er vermeidet seitdem den Kontakt mit seinem Sohn, weil dessen Augen ihn an seine verstorbene Fraue erinnern und widmet sich ganz seiner Arbeit.

      Alter: Mitte/Ende 40

      Deck: Qliphort

      Signaturkarte: Apoqliphort-Türme

      Christopher Allington

      Ist Profiduellant und hat gleichzeitig eine hohe Position bei Steele Industries inne. Genau wie sein ehemals bester Freund Evan hat er die Duellakademie besucht und galt dort als eins der größten Nachwuchs-Talente aller Zeiten. Bei einem Unfall hat er sein linkes Auge verloren, woraufhin dieses durch ein künstliches ersetzt wurde. Er ist äußerst ehrgeizig und agiert als Rechte Hand und engster Vertrauter von Mr. Steele, mit dem er viele Charaktereigenschaften teilt. Als Profiduellant wird er von vielen gefürchtet, was zum Einen an seinem entstelltem Äußeren liegt, zum Anderen an seiner wechselhaften und unberechenbaren Persönlichkeit, die zwischen wortgewand, höflich und zurückhaltend bis hin zu ausgesprochen Jähzornig oder gar aggressiv schwankt.

      Alter: 21

      Deck: Chaos-Drachen

      Signaturkarte: Drache des Lichts und der Finsternis; Zweiköpfiger Chaosdrache; Chaos-Imperatordrache, Gesandter des Endes

      Daniel Allington

      Ist Christophers jüngerer Bruder. Er hat keine besonderen Talente und steht deshalb stets im Schatten seines extrem erfolgreichen, älteren Bruders und seiner attraktiven, intelligenten und beliebten jüngeren Schwester. Er hegt einen großen Groll auf seinen Bruder und seinen Vater und zeigt sich für gewöhnlich wortkarg und feindselig.

      Alter: 17

      Deck: ???

      Signaturkarte: ???

      Lisa Allington

      Ist Christophers und Daniels jüngere Schwester. Als jüngstes Kind und einzige Tochter ihrer Eltern genießt sie eine gewisse Vorzugsbehandlung von ihren Eltern. Außerdem ist sie eine sehr gute Schülerin und ein Nachwuchs-Star im Tennis. Sie ist sehr freundlich und charmant und versucht stets, Daniels Selbstbewusstsein zu stärken.

      Alter: 15

      Deck: ???

      Signaturkarte: ???

      Evan Drake

      Ist ein Profiduellant und amtierender Meister sowie für seine zahlreichen Frauengeschichten berüchtigt. Zu seiner Zeit war er zusammen mit seinem damals besten Freund Christopher Allington Jahrgangsbester an der Duellakademie. Nach Alex' erstem Sieg im Turnier wird er zu einer Art Mentor für diese, damit sie sich in der Welt der Profis besser zurecht findet. Er kümmert sich auf diese Weise auch gleichzeitig um Richard. Evan ist ein sehr sozialer Mensch, der schnell Kontakte aufbaut und neue Freundschaften schließt, was einen krassen Unterschied zu seinem alten Freund und inzwischen verbitterten Konkurrenten Christopher darstellt. Obwohl er sehr wohlhabend ist, fühlt er sich mit den Menschen aus einfachen Verhältnissen verbunden, was sich unter Anderem in seiner Vorliebe für Erdnussbutter-Marmelade-Sandwiches wiederspiegelt.

      Alter: 20

      Deck: Drachen (Wasser und Feuer)

      Signaturkarte: Frost- und Flammendrache; Zweielemente-Drache

      Jessica Greengrass

      Eine Profiduellantin, deren atemberaubende Schönheit berüchtigt ist und ihr zahlreiche Werbeverträge verschafft hat. Sie ist bekannt dafür, dass sie während ihrer Duelle mit ihren männlichen Gegnern flirtet, damit diese es ihr leichter machen. Als sie auf diese Art von Weise vor etwa einem Jahr Evan besiegt hat, hat sie sich ernsthaft in diesen verliebt und war ein halbes Jahr lang mit ihm zusammen. Seit der Trennung hat sie sich gehen lassen und führt ein exzessives Partyleben, was schließlich in einer Sucht nach Schmerzmitteln resultierte. Sie steht dem System sehr kritisch gegenüber und ist äußerst unzufrieden mit sich selbst, weil sie glaubt, ihre eigenen Ideale zugunsten eines schillernden Promilebens aufgegeben zu haben. Als sie sich Alex anvertraut bezeichnet sie sich selbst als "das, was ich nie sein wollte".

      Alter: 23

      Deck: Nixenrüstung

      Signaturkarte: Nixenrüstung Abysskronos;

      Seiyou Takamoto

      Ein weiterer Profiduellant, der an der Hauptrunde der Duel Monsters Newcomer's Championship teilnimmt. Er ist hochbegabt und gilt als Genie. Sein Duellstil besteht darin, möglichst viel rechnerischen Vorteil zu erwirtschaften. Er lebt zurückgezogen und über sein Privatleben ist wenig bekannt. Er ist sich seiner mentalen Überlegenheit anderen gegenüber bewusst und spricht dies auch aus.

      Alter: Mitte 20

      Deck: Kampfroboter/Roboter-Modul (Selbst ausgedachtes Themendeck)

      Signaturkarte: Super-Kampfroboter Universum

      Mia Anderson

      Ist Alex’ beste (und zu Beginn einzige) Freundin. Meist ist sie sehr humorvoll und selbstbewusst, wenn sie aber engen Kontakt mit einem ihrer vielen Schwärme hat verliert sie schnell ihr Selbstbewusstsein. Neben Duellen und Jungs hat sie Vorlieben für Fußball und niedliche Tiere und genau wie Alex träumt sie davon, die legendäre Duellakademie zu besuchen und sich als Profiduellantin ein besseres Leben zu sichern. Nach einem Duell gegen Nick, das Sportass der Schule, für den sie schon länger eine Schwäche hat, kommen die beiden sich näher und werden schließlich ein Paar.

      Alter: 16

      Deck: Ungeheuer / Hundemanöver (Selbst ausgedachte Reihe von Ungeheuer-Supportkarten)

      Signaturkarte: Hunde-Trainingsgelände;

      Sarah Marshall

      Ist eine sehr arme junge Frau, die sich im Untergrund für Geld duelliert und sich dort unter ihrem Pseudonym "Rogue" einen Namen gemacht hat. Nachdem Alex sie im Duell besiegt hat, freunden die beiden sich miteinander an und Sarah wird daraufhin zu einer Art Beraterin für das Leben im Untergrund.

      Alter: 19

      Deck: Harpyien

      Signaturkarte: Trügerischer Spieldrache der Harpyien; Übelwollender Hätschler

      Devon Stone

      Ist nach allgemeiner Meinung neben Alex der beste Duellant der Schule und hält sich deshalb stets für etwas Besseres. Gegenüber seinen Mitschülern verhält er sich oft äußerst gemein. Nachdem Alex abgelehnt hat, bekommt er das Stipendium für die Duellakademie. Als er dies mit ein paar älteren Freunden in der Red-Eyes Bar feiert, sieht er zufällig bei einem von Alex' Untergrund-Duellen zu und erkennt, dass sie sich hinter der Maskerade der "Phoenix" verbirgt. Im weiteren Verlauf nutzt er dies als Druckmittel, um Alex zu erpressen und nachdem diese nicht an sich halten konnte und ihn im Duell besiegt, gibt er die Information schließlich an Christopher Allington weiter.

      Alter: 16-17

      Deck: Monarchen

      Signaturkarte: Caius, der Megamonarch

      Nick Fisher

      Ist der Sport-Star an Alex' und Mias Schule und dort sehr beliebt. Mia schwärmt schon lange für ihn und nach einem Duell kommen die beiden sich näher und werden schließlich ein Paar.

      Alter: ca. 17

      Deck: Ultraathleten (U.A.)

      Signaturkarte: U.A. Stadion

      Nightmare

      Ist ein sadistisch veranlagter Untergrundduellant, dessen Deck extra darauf abgestimmt ist, die Lebenspunkte des Gegners möglichst langsam auf 0 zu senken, sodass seine Gegner im Untergrund möglichst viele Stromschläge erleiden. Mit dieser Taktik foltert er Alex bei ihrem Duell bis zur Ohnmacht. Nachdem sie ihn jedoch besiegt schwört er auf Rache und geht einen Pakt mit Christopher Allington ein. Er soll für diesen Alex aufs Neue zu Duell herausfordern und so lange foltern, bis ihr Kampfgeist bricht. Als Gegenzug und Gleichzeitig Werkzeug für seine Dienste erhält er ein spezielles Deck mit Karten, die physische Schmerzen und Halluzinationen auslösen können.

      Alter: Unbekannt

      Deck: Eisenketten/Burn-Deck

      Signaturkarte: Finstere Kammer der Albträume; Albtraumherrscher

      Weihnachts-Special
      Lauren

      Ist eine Untergrund-Duellantin, die dort unter dem Namen "Venus" den Status einer Legende erlangt hat und für ihre geheimnisvolle Schönheit bekannt war. Sie hat oft jungen Duellanten dabei geholfen, sich im Untergrund zurecht zu finden und stand ihnen bei ihren Problemen zur Seite. Sie musste ihre Untergrund-Karriere jedoch abbrechen, weil die Stromschäge, denen sie jahrelang ausgesetzt war, ihr Herz nachhaltig geschädigt haben. In Sarah, deren erste Gegnerin sie war, hat sie eine Nachfolgerin als helfende Hand der Neulinge gefunden.

      Alter: ca. 26

      Deck: Verlockende Königin

      Signaturkarte: Verlockende Königin LV7; Übelwollender Hätschler

      Stephanie Greengrass

      Ist Jessicas jüngere Schwester. Im Alter von 13 Jahren wurde sie schwer krank und hat den größten Teil ihrer Teenagerzeit im Krankenhaus verbracht. Trotz ihrer Krankheit ist sie sehr humorvoll und lebensfroh. Um ihre Behandlung zu bezahlen, hat Jessica sich auf eine Karriere als Profiduellantin eingelassen.

      Alter: 17

      Deck: Meerjungfrauen-Mischdeck

      Signaturkarte: Jungfer des Wassers; Evigishki-Meergeist
      Anmerkungen
      - Für die Duelle gelten die Regeln aus den Yu-Gi-Oh! -Animes, das heißt beide Kontrahenten starten mit 4000 LP und können Monster als Normalbeschwörung in die offene Verteidigungsposition beschwören. Desweiteren gilt die neue Regel, dass am Anfang des allerersten Spielzugs eines Duells keine 6. Handkarte gezogen wird.

      - Gerade Serie 1 ist von einem düsteren Sozialrealismus und scharfer Kapitalismuskritik geprägt. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich damit auch meine eigenen politischen Einstellungen zum Ausdruck bringe. Dennoch ist es nicht wirklich ein politisches Werk. Die Hauptrolle spielen nach wie vor die Duelle. Ab Serie 2 (Wenn es dazu kommt) werden verstärkt Fantasy-Elemente auftreten.

      - Die Fan Fiction enthält weder explizite Gewalt- noch Erotikdarstellungen, weil diese meiner Meinung nach nichts in Yu-Gi-Oh zu suchen haben. Deshalb sollte sie inhaltlich problemlos von jeder Altersgruppe gelesen werden können.

      - Wer diese FF liest, sollte keine Abneigung gegenüber Emotionen haben. Lange und intensive Beschreibungen von Gedanken und Gefühlen sind mir sehr wichtig und meiner Meinung nach auch meine größte schreiberische Stärke. Entsprechend oft sind sie vorzufinden.

      - Typisch für meinen Schreibstil sind lange und komplexe Sätze. Das Lesen könnte deshalb etwas Konzentration erfordern.

      - Findige Leser finden im Charakter und in der familiären Situation Alex’ vielleicht starke Parallelen zu Katniss Everdeen, der Protagonistin der „Tribute von Panem“ Romane und Filme. Diese Parallelen sind jedoch nicht bewusst entstanden. Das Grundgerüst zu „Yu-Gi-Oh! PHOENIX“ stand schon, bevor ich diese Romane verschlungen habe, ich will jedoch nicht ausschließen, dass sie mich anschließend beim Feinschliff meiner FF unterbewusst beeinflusst und inspiriert haben.

      - Der Yu-Gi-Oh-Tradition folgend sind alle meine Charaktere in meiner Vorstellung Anime-Figuren. Wundert euch also nicht über komische Haarfarben oder Ähnliches.

      - Manchmal ändere ich die Namen und ganz selten auch die Effekte der Karten. Bei einer Namensänderung geschieht dies meist einfach, weil es besser klingt und eine Effektänderung sollte absolute Ausnahme sein und wenn dann dafür sorgen, das Duell übersichtlicher zu halten. In der Liste der verwendeten Karten werde ich auf solche Änderungen hinweisen.


      Sonstiges:
      Aufbau meiner Posts
      Ich werde bei der Veröffentlichung eines jeden neuen Kapitels einen Doppelpost anfertigen. Der erste Post wird das eigentliche Kapitel in einem Spoiler enthalten, der zweite dann zusätzliche Informationen zu dem Kapitel. (Liste der verwendeten Karten, persönliche Anmerkungen sowie eine kurze Preview der kommenden Folge und ggf. angehängt Bilder von neuen Karten)
      Die neue Spielmechanik - Die Titanen-Beschwörung
      In Yu-Gi-Oh! PHOENIX gibt es eine neue Spielmechanik, die es im echten Spiel nicht gibt. Sie heißt Titanen-Beschwörung und die dazugehörigen Monster Titanen-Monster. Titanen-Monster sind dunkelgrün bzw. türkis und werden im Extra Deck platziert. Sie haben außerdem eine neue Art von Stufe in Form von goldenen Sternen, die zentral über dem Artwork stehen. Titanen-Monster werden beschworen, indem man Monster von seinem Feld oder Friedhof ins Deck zurückmischt, die entweder in Attribut oder Typ mit dem Titanen-Monster übereinstimmen. Dabei müssen sowohl Attribut als auch Typ des Titanen-Monsters abgedeckt sein und jedes zurückgemischte Monster muss in mindestens einem der Werte mit dem Titanen-Monster übereinstimmen. Die Anzahl der goldenen Sterne des Titanen-Monsters gibt dabei Auskunft über die genaue Anzahl der Monster, die zurückgemischt werden müssen. Desweiteren können Titanen-Monster auch Doppel-Attribute haben. In diesem Fall müssen beide Attribut-Hälften abgedeckt werden. Titanen-Monster mit Doppelattributen gelten jederzeit als Monster beider Attribute.

      Neben Titanen-Monstern kommen auch andere nicht existente Karten in der Fan Fiction vor. Ich werde nach jedem Kapitel alle darin vorkommenden Karten posten und dabei eine genaue Erläuterung der nicht existenten Karten abgeben und gegebenenfalls Bilder anhängen. Bei der Mehrheit der gespielten Karten handelt es sich aber um offizielle und existierende Karten, wobei jedoch auch brandneue Karten und OCG-Onlys vorkommen können
      Kapitelliste & mehr

      Stand der Dinge
      Serie 1 ist beendet. Das Storyboard mit den Handlungen für alle voraussichtlich 21 Kapitel der zweiten Serie steht. Kapitel 2.1 ist in Arbeit. Die Grundhandlung für Serie 3 steht auch soweit fest.

      Master-Plan
      Geplant ist, die Fan Fiction in drei Serien à je ca. 20 Folgen zu veröffentlichen. Jede Serie wird dabei auf der vorherigen aufbauen und deren Charaktere weiterverwenden, jedoch einen anderen Handlungsstrang verfolgen und in sich abgeschlossen sein. Wahrscheinlich werde ich, sollte es zu Serie 2 und 3 kommen, jeweils einen eigenen Thread eröffnen, damit der alte datenmäßig nicht zu groß wird (das kann zu Serverschwierigkeiten führen). Was die Frequenz der Veröffentlichungen angeht, so hat auch mich das RL schließlich eingeholt. Deshalb musste ich das Ende der ersten Serie unregelmäßig veröffentlichen. Ich habe mir jedoch vorgenommen, mir vor der Veröffentlichung von Serie 2 einen großzügigen Vorrat an fertigen Kapiteln anzulegen, sodass die Veröffentlichung dann hoffentlich schneller und vor allem Regelmäßiger erfolgen kann.


      So, das war's erstmal. Viel Spaß beim Lesen und lasst mich unbedingt in euren Kommentaren eure Meinung zur FF wissen! Von mir aus auch nur in Form von Einzeilern, hauptsache Feedback. Denn so könnt ihr nicht nur im Interesse aller Leser dazu beitragen, die FF zu verbessern, so habe auch ich einen besseren Überblick darüber, wie groß meine Leserschaft tatsächlich ist. Denn gerade jetzt in der Anfangsphase liegt es auch an euch, ob und wie lange das ganze fortgesetzt wird!

      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

      Dieser Beitrag wurde bereits 21 mal editiert, zuletzt von Leseleff ()

      So, viel Spaß mit Kapitel 1!
      Kapitel 1.1 - Duellantin unter Strom

      Da standen sie wieder. Genau wie jeden Donnerstag, wenn die neuen Karten erschienen, waren die beiden Mädchen nach der Schule zum Kartenladen gegangen, um die Raritäten zu bestaunen, die in einer fest verriegelten Panzerglasvitrine mit ihren glitzernden Bildern von den Preisschildern rechts neben ihnen abzulenken versuchten. Gerade war eine neue Ladung Titanen-Monster erschienen.

      „Wow!“, sagte Mia, „Wäre es nicht supercool, eine davon zu haben?“

      „Allerdings“, antwortete Alex. Natürlich wäre es cool, denn um in diesem Spiel noch wirklich etwas zu erreichen, brauchte man Titanen-Monster. Doch um an welche zu kommen, brauchte man Geld. Und um das richtig dicke Geld zu machen, musste man Duelle gewinnen. Das war der Teufelskreis, in dem die armen Duellanten aus den äußeren Stadtbezirken gefangen waren. Dennoch machten sie immer weiter, denn ein Einzug in die Profiliga würde für sie alle ein besseres Leben bedeuten.

      „Siehst du die da?“, fragte Mia und deutete auf die Karte ganz oben in der Mitte der Vitrine, Zweielemente-Drache. „Weißt du noch, wie Evan Drake damit das Finale gewonnen hat?“

      Natürlich wusste Alex das noch. Im Finale der letzten Profi-Saison hatte der Star-Duellant Evan Drake Blizzarddrache von seinem Feld und Lavadrache und Sonneneruptions-Drache von seinem Friedhof ins Deck zurückgemischt, um Zweielemente-Drache als Titanenbeschwörung zu beschwören. Ein beeindruckendes Monster, halb rot und halb blau, zur gleichen Zeit ein Wasser- und ein Feuer-Monster. Anschließend hatte er für seine Effekte Blaster, Drachenherrscher des Infernos und Tidal, Drachenherrscher der Wasserfälle von seinem Friedhof entfernt, um das gegnerische Titanen-Monster zu verbannen und ihm obendrein noch 1400 Punkte Schaden zuzufügen, während Blaster und Tidal Blizzarddrache und Lavadrache zurückholten, anschließend reichte ein Angriff des Zweielemente-Drachen aus, um Evan Drake zum neuen Meister zu machen.
      Das waren die Züge, zu denen man fähig war, wenn man das nötige Kleingeld hatte und seine Eltern es sich leisten konnten, ihr Kind auf die Duellakademie zu schicken, und das waren die Züge, mit denen man die Liga gewann.

      Jetzt fing Mia an von Evan Drake zu schwärmen: „Ach, er ist so ein guter Duellant, und darüber hinaus noch total süß!“

      „Du verknallst dich doch echt jede Woche in einen anderen Typen“, sagte Alex und verdrehte die Augen.

      „Hey! Nur weil du so enthaltsam bist wie ne Nonne, muss das doch nicht jedem so gehen!“, konterte Mia. Da hatte sie wohl recht. Alex konnte sich noch nie so richtig für Jungs begeistern. Na ja, eigentlich für überhaupt keine Menschen, außer vielleicht ihrer kleinen Schwester Lily. Ihre Freundschaft mit Mia hatte sich eher über die Jahre ergeben.

      „Wie auch immer“, sagte Alex schließlich und deutete wieder auf den Zweielemente-Drachen. „Sie dir doch mal das Preisschild an. Die kostet mehr als unsere gesamte Monatsmiete.“

      „Hast ja recht. Welche würdest du denn nehmen?“, fragte Mia.

      „Siehst du die da, für 60 Dollar?“, fragte Alex und deutete auf ein Titanen-Monster unten rechts in der Vitrine, ein riesiger, schwarz-weißer Vogel. „Das ist Sturmvogel. Ich spar schon ewig auf den.“

      „Wie viel hast du schon?“, fragte Mia.

      „Wenn man bedenkt, dass ich mir und meiner Schwester gestern ein Eis gekauft habe: 15“, meinte Alex.

      „Und warum ausgerechnet der?“, fragte Mia.

      „Na ja“, meinte Alex achselzuckend. „Er ist vergleichsweise billig und passt gut in mein Deck.“

      „Ach komm schon, gib’ einfach zu, dass du auf Vögel stehst“, sagte Mia.

      „Na gut, Punkt für dich“, antwortete Alex. Mia hatte recht, Vögel faszinierten sie irgendwie. Wahrscheinlich gefiel ihr die Vorstellung so, einfach loszufliegen und sein altes Leben hinter sich lassen zu können, wann immer man wollte.
      „Wollen wir dann mal gehen? Bevor unsere Mütter sich noch sorgen machen.“

      „Na gut“, sagte Mia, sah sich noch ein letztes Mal seufzend die Titanen-Monster an und wandte sich dann von der Vitrine ab. Vor dem Verlassen des Ladens kauften sie sich noch von ihrem Essensgeld je eine Kartenpackung, die sie vor dem Laden sofort aufrissen.

      „Nicht schon wieder Twister. Davon habe ich doch schon vier! Hier, die kannst du haben“, sagte Alex und drückte Mia die Karte in die Hand, die sich bedankte und dann ihre eigenen Karten betrachtete.

      „Cool!“, sagte sie und zeigte Alex das Klanghühnchen, dass sie gezogen hatte. „Ist das nicht supersüß?“

      „Was willst du mit einer Karte, nur weil sie süß ist?“, fragte Alex. Mia zog eine Schnute.

      „Hier“, sagte Mia und gab Alex eine ihrer Karten; Kujakujaku, der die Gestalt eines Pfaus mit einem Schlangenmuster auf den Schwanzfedern hatte. „Weil die ja so gut in dein Deck passt“, schloss Mia ironisch und sie gingen weiter.

      „Was ist denn hier los?“, fragte Mia als sie um eine Straßenecke bogen und auf eine Zuschauertraube stießen.

      „Sieht aus wie ein Duell“, meinte Alex. Und tatsächlich, nachdem sie sich ein wenig durch die Zuschauer gekämpft hatten, sahen sie zwei Jungen mit Duel Discs an den Armen, einer groß und etwa in Alex’ und Mias Alter, der andere klein und schmächtig, höchstens zehn Jahre alt. Letzterer zitterte. Auf dem Feld waren die Hologramme zweier Monsterkarten.

      „Los Batteriemann industrielle Kraft!“, rief der größere Junge. „Greif seinen kleinen Schwertkämpfer von Aile an!“ Sein Monster, das aussah wie eine übergroße Autobatterie auf Beinen, machte kurzen Prozess mit dem anderen Monster, die Lebenspunkte des kleinen Jungen sanken auf 0.
      „Tja, du hast verloren,“ sagte der größere Junge. „Jetzt gib mir das Geld!“

      Der kleine Junge weinte jetzt. „Aber das ist mein ganzes Taschengeld!“, schluchzte er.

      „Oh, das wusste ich natürlich nicht“, spottete der größere Junge. „Was meint ihr dazu Jungs?“ Er nickte mit dem Kopf zu zwei muskelbepackten Kerlen hinter ihm, die bedrohlich mit den Knöcheln knackten.
      „Na also“, sagte der Junge. „Jetzt gib mir das Geld!“

      Der kleine Jugend zog eine Hand voll Münzen und Scheine aus seiner Hosentasche und warf sie dem anderen schluchzend vor die Füße, die beiden Muskelprotze machten sich daran, das Geld aufzuheben und dann wollte der kleine Junge wegrennen, aber nun hielt Alex es nicht mehr aus.

      „Hey!“, rief sie. Mia versuchte sie aufzuhalten und bat sie darum, sich rauszuhalten, aber Alex achtete nicht auf sie.
      „Leg dich gefälligst mit jemanden in deiner Größe an!“, rief Alex jetzt und schritt auf den Jungen zu.

      „Oh ho!“, machten die Jungen spöttisch. Alex war jetzt bei ihnen angekommen.

      „Gebt ihm das Geld wieder! Es gehört euch nicht!“, sagte Alex zornig.

      „Tja, tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen, Süße, aber der kleine und ich hatten eine Abmachung“, sagte der Anführer gelassen.

      „Abmachung?“, wiederholte Alex sarkastisch und musterte die beiden Muskelprotze hinter dem Jungen.
      „Habt ihn wohl eher erpresst. Typen wie ihr, die Duelle ausnutzen, um kleine Kinder abzuzocken, so was macht mich krank!“ Mia seufzte auf und schlug sich entnervt die Hand ins Gesicht.

      Jetzt kam der Junge näher und seine Worte waren eher ein bedrohliches Flüstern. „Für so ein kleines Mädchen hast du eine ganz schön große Klappe, Rotschopf. Nur leider können wir dich so krank machen, wie wir wollen. Ein Deal ist ein Deal.“

      Eine Weile lang funkelte Alex ihn zornig an, dann fuhr sie etwas ruhiger fort: „Gut, dann will ich dir auch einen Deal vorschlagen. Wir beide duellieren uns. Wenn ich gewinne, gibst du dem kleinen Jungen das Geld wieder. Aber wenn du gewinnst, verdopple ich den Einsatz.“
      Mia, die inzwischen nachgekommen war, wollte gerade den Mund öffnen, um etwas zu sagen, aber Alex brachte sie mit einer Handbewegung zum Schweigen.

      „Also gut, duellieren wir uns, Rotschopf. Das wird leicht verdientes Geld“, sagte der Junge und aktivierte seine Duel Disc. Alex holte ihre eigene aus ihrer Schultasche und tat es ihm gleich, nicht ohne vorher noch ihren neuen Kujakujaku in ihr Deck zu stecken.

      „Los, Duell!“, riefen Alex und der Junge gleichzeitig und zogen ihre Starthand von fünf Karten. Das Duell begann. (Alex: 4000 LP / Gegner: 4000 LP)

      „Ich fange an!“, sagte der Junge.

      „Klar, schließlich geht Alter vor Schönheit“, erwiderte Alex.

      „Das Lachen wird dir schon noch vergehen“, sagte der Junge.
      „Ich setze ein Monster verdeckt im Verteidigungsmodus. Ich setze dann noch eine Karte verdeckt und beende meinen Zug.“

      „Ist das alles, was du kannst?“, sagte Alex. „Ich bin dran! Ich ziehe!“
      Sie betrachtete die gezogene Karte und musste schmunzeln. Es war Kujakujaku, die Karte die sie eben erst ihrem Deck hinzugefügt hatte.
      „Ich aktiviere eine Zauberkarte! Sie nennt sich Ruf des Windes und erlaubt es mir, ein Windmonster der Stufe 4 oder weniger als Spezialbeschwörung von meiner Hand zu beschwören. Komm schon raus, Kujakujaku! (ATK: 1200) Aber das ist noch nicht alles! Ich biete ihn als Tribut an, um meinen Urmaterialfalken zu beschwören!“ (ATK: 2200)
      Der Pfau mit dem Schlangenmuster verschwand und stattdessen erschien das Hologramm eines gewaltigen Adlers mit vier Flügel auf dem Feld.

      „Ein paar Singvögel werden dich auch nicht retten“, meinte der Junge, doch Alex sagte nur:

      „Wir werden ja sehen. Wenn Kujakujaku als Tribut angeboten wird, aktiviert sich sein Effekt und ich kann meiner Hand ein Windmonster der Stufe 4 oder niedriger von meinem Deck hinzufügen. Und ich entscheide mich für… Jägereule!“
      Ihre Duel Disc schob die gewählte Karte hervor und Alex fügte sie ihrer Hand hinzu. Dann schritt sie zum Angriff über:
      „Los Urmaterialfalke! Greif sein verdecktes Monster an!“

      „Schönen Dank auch!“, rief der Junge fast manisch. „Denn dadurch hast du den Effekt meines Batteriemann Mikrozelle aktiviert! Zuerst darf ich eine Karte ziehen, und dann kann ich einen anderen Batteriemann von meinem Deck beschwören. Komm raus, Batteriemann AA! (ATK: 0) Aber warte mal, ich habe ja noch eine verdeckte Karte.“ Sagte er und deckte ebenjene auf.
      „Sie heißt Infernomissachtende Beschwörung und erlaubt es mir, da ich gerade ein Monster mit 1500 oder weniger als Spezialbeschwörung beschworen habe, noch zwei weitere Monster mit dem gleichen Namen wie das Monster als Spezialbeschwörung von meinem Deck beschwören!“ Zwei weitere Batteriemann AA erschienen, kleine Batterien mit orangenen Armen und Beinen.

      „Du hast drei Monster auf einmal beschworen?“, fragte Alex ungläubig.

      „Gut erkannt, Süße“, sagte der Junge. „Aber das Beste kommt noch! Wenn alle meine Batteriemann AA im Angriffsmodus sind, erhalten sie 1000 Angriffpunkte für jeden von ihnen!“

      „Moment mal…“, meldete sich Mia vom Rand des Feldes zu Wort.
      „…Dann haben sie ja 3000 Angriffspunkte!“, stellte sie schockiert fest.

      „Deine kleine Freundin hat’s erfasst!“, rief der Junge wie wild geworden. Seine Batteriemänner schienen sich jetzt elektrisch aufzuladen und glühten Gelb auf. „Diese Kombo wird dein Untergang sein!“

      „Freu’ dich nicht zu früh“, sagte Alex, doch im Grunde wusste sie, dass es eine leere Drohung war. Es sah wirklich schlecht für sie aus. Was sollte sie tun, wenn sie verlor? Wo sie doch um Geld spielte, das nicht existierte… Aber daran durfte sie jetzt nicht denken. Wenn sie richtig gerechnet hatte, konnte ihre Fallenkarte ihr noch einen weiteren Zug sichern…
      „Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug!“

      „Das ich nicht lache“, sagte der Junge.
      „Ich bin dran! Ich ziehe!“, er sah sich die gezogene Karte kaum an, sondern ging gleich zum Angriff über. „Los Batteriemann AA, kümmere dich um dieses Federvieh!“
      Einer der Batteriemänner sprang hervor und nahm ihren Urmaterialfalken in Angriff, doch Alex deckte ihre verdeckte Karte auf.

      „Ich aktiviere die Falle Verzauberter Speer! Dadurch erhalte ich Lebenspunkte in Höhe der Angriffpunkte deines Monsters!“ (Alex: LP 4000 -> 7000)

      „Sehr gut, Alex!“, rief Mia vom Spielfeldrand. „So kannst du seinen Zug überstehen!“

      Dies schien den Jungen zornig zu machen. „Das mag ja sein, aber mein Angriff geht trotzdem durch!“, sagte er und der Batteriemann attackierte den Urmaterialfalken mit einem elektrisch geladenen Hieb, woraufhin der Falke einen gequälten Vogelschrei ausstieß und sein Hologramm sich in Luft auflöste. (Alex: LP 7000 -> 6200)
      „Los Batteriemänner 2 und 3, greift sie direkt an!“ rief der Junge und seine beiden verbliebenen Monster schossen direkt auf Alex zu. (Alex: LP 6200 -> 200).
      „Ich beende meinen Zug“, sagte der Junge.

      „Gut, dann bin ich dran!“, rief Alex entschlossen. „Ich ziehe!“
      Sie atmete tief durch. Sie musste sich jetzt konzentrieren. Sie zog eine Karte und betrachtete sie eine Weile lang entgeistert. Dann fiel es ihr wie Schuppen von Augen.

      „Was ist los, Rotschopf?“, fragte der Junge spöttisch. „Hast du dich damit abgefunden, dass du verloren hast?“

      Jetzt war Alex entschlossen wie nie. „Das hättest du wohl gern!“, rief sie und klatschte die soeben gezogene Karte zornentbrannt auf ihre Duel Disc. „Da du mindestens zwei Monster derselben Eigenschaft kontrollierst, kann ich Alector, der Herrscher der Vögel als Spezialbeschwörung von meiner Hand beschwören!“ (ATK: 2400)
      Ein Wirbelsturm entfachte sich auf dem Spielfeld, und als er sich gelegt hatte, stand da ein beeindruckendes Monster. Alector hatte die Gestalt eines grimmigen Vogelmenschen mit Klauenbewährten Händen und roten Flügeln, der eine silberne Rüstung trug. Seine Augen waren Smaragdgrün, genau wie die Alex’.
      „Doch das ist noch nicht alles! Ich entferne Kujakujaku von meinem Friedhof aus dem Spiel, um Garuda, der Windgeist als Spezialbeschwörung von meiner Hand zu beschwören! (ATK: 1600) Außerdem beschwöre ich noch Jägereule als Normalbeschwörung!“ (ATK: 1000)
      Zwei weitere Hologramme gesellten sich zu dem Alectors. Eins in Gestalt eines braun-gelben Vogelmenschen, dass andere eine Eule mit Armen, die mit einer Art Spitzhacke bewaffnet war.
      Jägereule erhält für jedes Wind-Monster einschließlich ihr selbst auf meinem Feld 500 Angriffspunkte. Das heißt sie hat jetzt 2500!“, fuhr Alex fort und grinste. Eine beeindruckende Monsterarmee hatte sie da aufgestellt.

      „Und wenn Schon“, sagte der Junge. „Du hast ein paar Monster beschworen. Aber keins davon kann meinen Batteriemännern das Wasser reichen!“

      „Dann wollen wir das mal schnell ändern“, Antwortete Alex.
      „Ich aktiviere den Effekt von Alector! Einmal pro Spielzug kann er den Effekt einer deiner Karten bis zum Ende des Zuges annullieren. Und ohne seinen Effekt betragen die Angriffspunkte deines Batteriemanns genau 0!“

      „Unmöglich!“, rief der Junge.

      „Doch möglich!“, antwortete Alex. „Los, Garuda! Knöpf’ dir seinen Batteriemann vor!“
      Garuda, der Windgeist schoss auf den mittleren Batteriemann zu, der seiner Angriffspunkte beraubt wurde und mit einem wohl platzierten Klauenhieb löste sich dessen Hologramm in Luft auf. (Gegner: LP 4000 -> 2400)
      „Da du jetzt nur noch 2 Batteriemänner kontrollierst, sinken ihre Angriffspunkte auf 2000!“ Rief Alex. „Los, Jägereule! Schnapp dir den zweiten!“
      Die Jägereule machte einen gewaltigen Sprung und hob dabei drohend seine Spitzhacke, mit der er auf den zweiten Batteriemann einschlug, dessen Hologramm sich in Luft auflöste. (Gegner: LP 2400 -> 1900)
      „Jetzt hast du nur noch einen Batteriemann übrig! Das heißt, seine Angriffspunkte sinken auf 1000! Alles klar, Alector! Dein Einsatz! Silberkralle!“ Alector breitete seine Flügel aus und flog los. Mit seinen Klauen zerfetzte er den letzten Batteriemann. (Gegner: LP 1900 -> 500)

      „Na gut, du hast meine Monster zerstört. Aber du hast es nicht geschafft, mich zu besiegen! Einen Zug, mehr brauche ich nicht“, drohte der Junge und sah mit siegessicherer Miene in sein Blatt.

      „Wer sagt denn, dass ich fertig bin?“, fragte Alex und nun war es an ihr, heimtückisch zu grinsen.
      „Ich aktiviere einen Schnellzauber! Schwalbennest! Wenn ich jetzt meinen Garuda Tribut anbiete, kann ich ein anderes Geflügeltes Ungeheuer von meinem Deck beschwören, solange es die gleiche Stufe wie das als Tribut angebotene Monster hat!“
      Garuda, der Windgeist löste sich golden schimmernd in Luft auf, dafür schoss eine andere Karte silbern leuchtend aus ihrer Duel Disc in Alex’ Hand. Ein normales Monster, mehr brauchte sie nicht. „Ich beschwöre Glaubensvogel im Angriffsmodus!“, rief sie. (ATK: 1500)

      „Nein!“ rief der Junge entsetzt, doch es half nichts.

      „Los, Glaubensvogel, beende dieses Duell!“, rief Alex und der türkis-blaue Adler flog mit einem melodischen Kreischen direkt auf den Jungen zu und griff an. Der Junge schrie und sank auf seine Knie. (Gegner LP: 500 -> 0) Alex hatte das Duell gewonnen. Mia jubelte und lobte sie, doch Alex fuhr mit einer lässigen Bewegung ihre Duel Disc ein und blickte weiter zornerfüllt ihren Gegner an.

      „Du kleine…“, brachte dieser zornig hervor.

      „Sollen wir uns um sie kümmern?“ fragte einer seiner beiden Kumpane während der Andere wieder bedrohlich mit seinen Knöcheln knackte. Jetzt kam Panik in Alex auf. Sie konnte auch noch so mutig sein, in einer Schlägerei hätte sie keine Chance. Sie versuchte, ihre Furcht zu verbergen und machte einen Schritt rückwärts.
      Doch dann sprach der Anführer: „Nein", sagte er. „Ich habe verloren. Gut gespielt, Rotschopf.“
      Er warf das Geld des kleinen Jungen auf die Straße, sagte dann „kommt.“ zu seinen Kumpanen und schritt von dannen.
      Alex machte sich ans Aufsammeln. Der kleine Junge kam an. Alex gab ihm das Geld und er strahlte sie mit seinen verweinten Augen an.

      „Du bist so cool!“, sagte er. „Wie kann ich dir nur jemals dafür danken?“

      „Werd’ einfach niemals so wie die. Versprochen?“, antwortete Alex.

      „Versprochen. Wie heißt du?“, fragte er.

      „Alex.“

      „Ich bin Tim. Hier, diese Karte kannst du haben, weil sie auch ein Vogel ist“, sagte Tim und kramte nach einer Karte. Es war ein Fusionsmonster: Scharlachroter Sonnenvogel.

      „Das kann ich doch nicht annehmen“, sagte Alex.

      „Doch, kannst du. Du bist viel besser im Duellieren als ich. Bei dir ist sie sicher besser aufgehoben.“ Er gab Alex die Karte.

      „Danke. Ich werde immer an dich denken, wenn ich sie benutze.“

      ~

      Daraufhin trennten sich ihre Wege. Zusammen mit Mia, die angeregt plapperte, ging Alex nach Hause. Dort angekommen wurde sie auch gleich freudig begrüßt.

      „Alex!“, rief Lily, kam angerannt und umarmte ihre große Schwester. Die elfjährige Lily sah aus wie eine jüngere Ausgabe ihrer Mutter. Genau wie Alex hatte sie die dunkelroten Haare ihrer Mutter geerbt, anders als ihre ältere Schwester jedoch auch deren braune Augen. Alex jedoch hatte die Smaragdgrünen Augen ihres Vaters geerbt. An Lilys linkem Arm baumelte ihr heiß geliebtes Kuriboh-Stofftier, das sie immer bei sich trug.

      „Hallo Liebling“, sagte ihre Mutter jetzt. Sie stand im Küchenbereich des Wohnzimmers und rührte in einem Topf voll Pastasoße. „Du bist spät. Wo warst du?“

      „Hab mich noch gegen so ´nen Fiesling duelliert“, antwortete Alex beiläufig, schmiss ihre Schultasche aufs Sofa und roch jetzt an dem Topf mit Soße. Lily war ganz aufgeregt.

      „Und, hast du gewonnen?“, fragte sie.

      „Ja“, sagte Alex bescheiden. „Der Typ hat so ´nem kleinen Jungen das Taschengeld geklaut. Ich hab es zurückgewonnen. Dann hat er mir diese Karte geschenkt.“
      Sie zeigte den Scharlachroten Sonnenvogel vor. Lily bestaunte ihn begeistert.

      „Ordnungspolizei Alex“, sagte ihre Mutter schmunzelnd und rührte die Spaghetti um.

      „Du bist so cool! Wenn ich älter bin, möchte ich eine genau so gute Duellantin werden wie du!“, sagte Lily.

      „Sie schmeicheln mir, junge Lady“, witzelte Alex.

      „Hier, ich habe ein Bild von dir gemalt“, sagte Lily und zeigte Alex ein Blatt Papier. Darauf zu sehen war eine junge Frau mit roten Haaren, die eine Duel Disc am Arm trug. Vor ihr schwebte ein riesiger bunter Vogel. Lily konnte sehr gut zeichnen.

      „Das ist toll geworden“, sagte Alex. „Was ist das für ein Monster?“
      Lily erklärte Alex das Monster, dass sie erfunden hatte. Als Alex von dem Blatt aufsah, sah sie sich um. Wohnzimmer, Esszimmer und Küche waren in der kleinen Dreizimmer-Wohnung zu einem Raum zusammengefasst. Alex und Lily teilten sich ein Zimmer. Die Wohnung war zwar nicht perfekt ordentlich, aber sauber. Alex bewunderte ihre Mutter dafür, dass sie neben der ganzen Arbeit in ihrem kleinen Gemüseladen, in dem Alex oft aushalf, noch so viel Zeit für Hausarbeit hatte.
      Hier erfasste Alex stets das warme Gefühl von Liebe und Geborgenheit, dass nur ihre Familie ihr bieten konnte. Hier war sie zu Hause. Könnten diese Momente doch nur ewig anhalten…
      Dateien
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      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Leseleff ()

      Anmerkungen zur Folge
      - Dies ist die erste Folge. Sie dient hauptsächlich der Einführung in die Figuren und in die Grundsituation, Storytechnisch ist sie aber nicht weiter von Belang. Die eigentliche Story beginnt dann mit Kapitel 2.

      - Der allererste Satz ist zugegebenermaßen nicht ganz optimal. Aber mir ist wohl nichts besseres Eingefallen.

      - Das Ende mag euch etwas kitschig vorkommen, wenn ihr aber erstmal bei Kapitel 2/3 angekommen seit, werdet ihr den Sinn dahinter erkennen.

      Kartenliste
      Evan Drake:

      Blizzarddrache

      Lavadrache
      Sonneneruptions-Drache
      Blaster, Drachenherrscher des Infernos
      Tidal, Drachenherrscher der Wasserfälle

      Alex:

      Kujakujaku
      Urmaterialfalke
      verzauberter Speer
      Alector, der Herrscher der Vögel
      Garuda, der Windgeist
      Jägereule
      Schwalbennest
      Glaubensvogel

      Gegner:

      Batteriemann Industrielle Kraft

      Batteriemann Mikrozelle
      -EFFEKTÄNDERUNG: Der Zieh-Effekt kommt vor dem Beschwörungseffekt zur Geltung, nicht erst wenn er zerstört wird (Grund: Das Duell übersichtlicher halten)
      Batteriemann AA (3x)
      Infernomissachtende Beschwörung
      - EFFEKTÄNDERUNG: Kann auch im Damage Step benutzt werden. (Danke an Aska, hätte ich selbst gar nicht bemerkt)

      Tim:

      Kleiner Schwertkämpfer von Aile
      Scharlachroter Sonnenvogel

      Mia:

      Twister
      Klanghühnchen

      Neue Karten:

      Zweielemente-Drache

      Monster / Titan / Effekt / Wasser-Feuer / Drache / Gold-Sterne: 3 / 2900 Atk / 2300 Def

      Du kannst jeden der Effekte von Zweielemente-Drache bis zu einmal pro Spielzug benutzen:
      O Entferne 1 FEUER-Monster von deinem Friedhof aus dem Spiel; füge deinem Gegner Schaden in Höhe der Hälfte der Grund-ATK des entfernten Monsters zu
      O Wähle 1 WASSER-Monster in deinem Friedhof und 1 Karte, die dein Gegner kontrolliert; entferne die gewählten Ziele aus dem Spiel

      Sturmvogel

      Monster / Titan / Effekt / Wind / Geflügeltes Ungeheuer / Gold-Sterne: 2 / 2100 Atk / 1700 Def

      Einmal pro Spielzug; du kannst eine Karte abwerfen um 1 Karte zu wählen, die dein Gegner Kontrolliert; Mische das gewählte Ziel ins Deck zurück. Diese Karte kann in dem Spielzug, in dem du diesen Effekt aktivierst, nicht angreifen.

      Ruf des Windes

      Normaler Zauber

      Beschwöre 1 Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer der Stufe 4 oder niedriger als Spezialbeschwörung von deiner Hand. Du kannst nur 1 "Ruf des Windes" pro Spielzug aktivieren.

      Preview: Kapitel 1.2 - Das Feuer
      Die letzte Woche vor den Sommerferien hat angefangen. Doch statt Ferienvorfreude beschäftigt Alex und Mia etwas anderes in der Schule: Ein Duellakademie-Student, Millionärserbe und angehender Profiduellant besucht die Schule, um nach den Duell-Stars von morgen zu suchen und übt eine erstaunliche Faszination auf Alex aus, obwohl diese doch sonst nichts für diese „reichen Schnösel“ übrig hat. Doch die Gedanken über solche Banalitäten wie Jungs werden Alex nicht lange beschäftigen, denn als sie am Ende des Tages nach Hause kommt, sollte nichts mehr sein wie vorher…
      Bilder
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      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Leseleff ()

      Hallo,

      ich muss zugeben, doch etwas überrascht davon zu sein, dass du deine Fanfic schon so früh veröffentlichst. Hatte sich in deinem Post etwas anders angehört.
      Aber egal. Vielleicht hat es dir ja einfach zu sehr unter den Fingern gejuckt, völlig verständlich. ^^
      Du bist also mit den ersten drei Episoden fertig und machst sozusagen drei Staffeln á 15 Folgen? Klingt überschaubar, wobei ich persönlich immer dazu raten würde, erst einige Folgen im Voraus zu schreiben. Man weiß nie, was einem mal dazwischen kommt und vom Schreiben abhält. So hat man dann einen ausreichenden Vorrat und kann auch gut voraus - und manchmal auch rückwirkend - planen. Aber diese Erfahrungen wirst du selber machen.

      An dieser Stelle möchte ich eins vorab sagen: ich werde noch kein Fazit ziehen, einfach weil ich erstmal sehen möchte, wie sich das Ganze entwickelt. Also, wo fang ich an?

      Die volle Breitseite
      Erstmal finde ich dein Grundkonzept interessant. Eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Duellantenszene. Man könnte hier jetzt einen Vergleich mit 5D's ziehen, aber dazu weiß man auch zu wenig über die Hintergründe in deiner Fanfic. Sagen wir: 5D's hat das Potential, das sich bei so einer Thematik bot, nicht voll ausgenutzt. Vielleicht gelingt es ja dir, daraus etwas Tolles zu schaffen.
      Die erste Folge war, wie du schon geschrieben hast, als Einleitung gedacht, sodass man Alex und ihre engsten Vertrauten kennenlernt. Soweit ist das auch gelungen, auch wenn eine Folge dafür noch nicht ausreicht. Aber es lässt sich erkennen, in welche Richtung Alex' Charakter gehen könnte, nämlich jemand, dem Gerechtigkeit sehr wichtig ist. Von der von dir beschriebenen "Kälte" habe ich nichts mitbekommen. Da Mia relativ wenig Raum für Handlungen hatte, lässt sich über sie schwerlich etwas sagen, aber sie scheint gütig zu sein, hält sich aus potentiellen Schwierigkeiten aber lieber heraus. Mehr kann ich zu ihr nicht sagen. Lilian und die Mutter, zu denen lässt sich nichts sagen bisher.
      Die Handlung der ersten Episode ist relativ simpel gehalten. Mich hat es etwas erstaunt, dass der 'Bully' davon abgesehen hat, Alex und Mia zu verdreschen. Könnte das auf ein Wiedersehen schließen, in dem man erkennt, dass er vielleicht nicht ganz so übel ist? Schwer zu sagen. Dass Alex gewinnt war jedoch etwas vorhersehbar, aber das macht nichts. Wäre ja ein Unding, den Protagonisten gleich in der ersten Episode verlieren zu lassen. ;)
      Die Deckthemen gefallen mir soweit sehr gut. Hat etwas sehr Old School-haftes, das gut dazu passt, da ja anscheinend Domino der Handlungsort ist. Alles in allem fand ich die erste Episode ganz gut, jedoch hätte ich mir mehr Story gewünscht. Im Endeffekt muss man den Leser ja dazu animieren, weiterlesen zu wollen. Da du jedoch keine größeren Fragen oder Probleme aufgeworfen hast, könnte dies schwierig werden.
      Zum Duell im Speziellen: ich fand es zu kurz. Duelle zu schreiben ist nicht leicht, aber das waren drei Züge, in denen nicht mal viel passiert ist. Es ist wichtig, den Protagonisten in die Enge zu treiben, aber das hätte man auch über mehrere Züge verteilt und mit verzweifelten Gegenoffensiven, die scheitern, ausweiten können. Das Ende hingegen fand ich clever. Gut gemacht. Leider war aber ein Regelfehler drin: Infernomissachtende Beschwörung kann nur außerhalb des Damage Steps benutzt werden. Da die Beschwörung jedoch während ebenjenem Damage Steps geschah, hätte die Karte nicht aktiviert werden können. Ob du das ändern willst ist dir überlassen, ich könnte damit leben, wenn du es so lässt. Kleine künstlerische Freiheiten darf man sich ruhig nehmen. :)
      Zu den Titanen muss ich sagen: interessantes Konzept. Bin gespannt, wie sie in Aktion auftreten. ABER! Die Kartenbilder sehen nicht gut aus. Das sind einfach keine YGO-Karten. Wenn man ausgedachte Karten benutzt, sollte man es dabei belassen, sie zu beschreiben. Das macht viel mehr aus als angehangene Bilder. Und darauf kommt es auch viel mehr an, sich auf die eigene Fantasie zu verlassen.

      Was auch die perfekte Überleitung ist. Du beschreibst zu wenig und zu denkbar ungünstigen Zeitpunkten. Alex' Äußeres z.B. hättest du relativ am Anfang beschreiben sollen, denn dadurch wusste ich gar nicht, wie ich mir Alex vorstellen soll. Ich glaube, Mia hast du gar nicht beschrieben. Auch die Umgebung, Tageszeit, etc. könnten ein wenig mehr Liebe vertragen. Der Leser muss doch wissen, wo deine Charaktere sich befinden, wie es da ausschaut und so weiter. Show, don't tell sollte die Devise lauten.
      Das ist ein großer Kritikpunkt, allerdings keiner den man von heute auf morgen ausmerzen kann. Als Anfänger ist es immer schwer, die eigene Vorstellung aufs Papier zu bringen. Lass dir Zeit dabei, lies Bücher oder andere Texte, um zu lernen, wie andere Autoren das machen. Du musst es nicht sofort perfekt können, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

      Eine Sache solltest du allerdings schnellstens beheben: deine Formatierung. Zu erklären was ich meine würde den Rahmen sprengen, ich zeigs dir am Beispiel.

      So schreibst du es:

      „Wie viel hast du schon?“ Fragte Mia.


      So wird es richtig gemacht:

      „Wie viel hast du schon?“, fragte Mia.


      Man beachte das Komma und die Kleinschreibung von fragte.
      Wenn am Ende der wörtlichen Rede ein Punkt kommen würde, lässt man diesen weg.
      Also nicht:

      „Wie auch immer.“ Sagte Alex schließlich [...]


      Sondern:

      „Wie auch immer“, sagte Alex schließlich [...]


      Wenn du einen Satz der wörtlichen Rede mit der Inquitformel teilst, muss das so aussehen:

      „Was auch immer", sagte Alex schließlich mit verheißungsvollem Unterton, "du wünscht."


      Fängt ein neuer Satz bei der "Teilung" an, setzt man am Ende der Inquitformel stattdessen einen Punkt.

      „Was auch immer", sagte Alex schließlich mit verheißungsvollem Unterton. "Das interessiert mich nicht."


      Verstanden soweit?

      Ansonsten bitte! Bitte mehr Absätze. Wenn du etwas beschreibst, eine Handlung oder Hintergundwissen, NICHT in dieselbe Zeile wie die wörtliche Rede klatschen. Immer eine neue Zeile anfangen. So wie es jetzt ist, war gerade das Duell verdammt unübersichtlich und ein großer Textklumpen. Immer wenn ein neuer Gedankengang folgt: Absatz. Nie mehr als eine Person in einer Zeile reden lassen. Wenn jemand etwas antwortet, dann in der nächsten.
      Das musst du echt verbessern. Deine Rechtschreibung und Grammatik hingegen ist, bis auf ein paar Fehler bei der Interpunktion, sicher. Sehr schön!

      Zu guter Letzt eine kleiner Aufhänger meinerseits in der Folge: Alex hat wenig Geld und will auf den Titanen sparen, gibt dann aber Geld für ein Booster aus? Hm, gut es gibt Leute, die nicht sonderlich konsequent sind, aber von Alex hatte ich jetzt nicht den Eindruck. Aber das musst du wissen.
      Eine Frage möchte ich an dieser Stelle auch in den Raum werfen: die Leute können doch auch normal arbeiten gehen. Wieso klingt es dann so, als würden viele Duellanten am Hungerstuch nagen?

      Insgesamt fand ich es recht gut für einen Einstieg, auch wenn ich mir eine Art Grundstein gewünscht hätte, was die Story angeht. So kann man echt nur rätseln, wohin es gehen könnte.
      Mal sehen, was du noch draus machst.
      Erst einmal vielen Dank für deine "volle Breitseite". Ich werde einmal versuchen, auf möglichst viel davon einzugehen:
      Spoiler anzeigen
      @Zeitpunkt:

      Ich habe ja schon die ersten drei Folgen abgetippt. Insofern habe ich mindestens einen Zwei-Kapitel-Puffer. Ist vielleicht wirklich etwas wenig, ich werde versuchen, solange ich noch so viel Freizeit habe, meinen Vorsprung weiter auszubauen.

      @Handlung:

      Hast recht, Kapitel 1 ist sehr handlungsarm und man könnte es auch als "Kapitel 0" bezeichnen. Ab Kapitel 2 beginnt dann die eigentliche Story.

      @5D's:

      Gut erkannt, ich würde 5D's auch neben einem bestimmten anderen Werk (das ich noch nicht erwähne, weil die Parallelen dazu erst später auftreten) als mein größtes inhaltliches Vorbild bezeichnen.

      @Alex:

      Vielleicht ist "kühl" auch nicht der richtige Ausdruck. Ich meine damit nicht, dass sie gemein oder sowas sei (sie ist keine Anya ;) ), sondern dass sie, um gleich etwas tiefer in ihre Psyche einzudringen, sozusagen in einem "Käfig aus Eis" lebt und sich oft stärker und mutiger gibt, als sie wirklich ist, um sich selbst und ihre geliebten vor ihrem Elend zu beschützen. Weiß nicht, ob das so gut rüberkam, aber es das ist ja auch erst das erste Kapitel ;)

      @Bully:

      Das es keine großen Gewaltdarstellungen geben wird, habe ich schon angekündigt. Mit seinem Nachgeben wollte ich vielleicht darstellen, dass in jedem Menschen auch etwas Gutes steckt, keine Ahnung, habe mir nicht so viel dabei gedacht. Ein Wiedersehen ist auch nicht geplant, sonst hätte ich ihm wenigstens einen Namen gegeben. Und zu guter letzt ist sowas einfach typisch für Yu-Gi-Oh.

      @Duel or Die:

      Auch hier wollte ich wohl in erster Linie ein gängiges YGO-Stilmittel weiterverfolgen. Natürlich könnten sie auch normale Jobs machen, aber wenn man etwas tiefer geht, könnte man vielleicht sagen, dass die Duelle in den Augen dieser Jugendlichen die letzte Möglichkeit sind, den "American Dream" wahr werden zu lassen. In allen anderen Bereichen haben sie die Hoffnung auf ein Entkommen aus ihrer Lage schon aufgegeben. Auch könnte man sagen, dass sie in nach 20 Jahren so sehr von Duellen besessen sind, dass sie sich gar keinen anderen Lebensinhalt vorstellen können.

      @Grammar:

      Okay, das mit der Punktierung ist mir irgendwie neu. Ich werde versuchen, das bei den kommenden Episoden richtig zu machen, aber ich kann nicht verprechen, dass es auf Anhieb klappt. Wie gesagt, ist mir völlig neu.

      @Absätze:

      Da hast du tatsächlich auf Anhieb meine größte Schwäche erkannt, ich mache zu wenig Absätze. Das haben meine Lehrer auch immer angestrichen. Ich arbeite daran.

      @Karten:

      Für die Bilder kann ich nichts, sind halt Internet-Leaked und da gibt es nur eine beschränkte Auswahl. Aber die "echten" Burning Abyss Karten z.B. haben auch keine Lupenreinen YGO-Artworks.

      @Inferno Reckless:

      Okay, das wusste ich selbst nicht mal. Ich werde es als Effektänderung im after-Chapter-Post aufführen.

      @Beschreibungen:

      Das ist mMn einfach eine Frage des persönlichen Stils. Ich beschreibe eher wenig bzw. versteckt (Im Grunde habe ich Alex' Äußeres ja beschrieben, nur halt versteckt und über das Kapitel verteilt) und lasse dem Leser dabei viel Freiraum. Wenn ich ganz fies bin kann ich auch sagen, dass du mir in "The last Asylum" etwas zu viel beschreibst. Jedes mal aufs neue die Kleidung zu beschreiben, finde ich z.B. irgendwie unnötig. Aber du hast vielleicht Recht und in Kapitel 1 beschreibe ich noch besonders dürftig. Ich glaube auch, dass ich im heute fertiggestellten Kapitel 3 schon viel mehr beschrieben habe. (weshalb es auch 13 1/2 Seiten lang geworden ist :eek: )

      @Booster trotz Sparvorhaben:

      Was dir nicht alles auffällt... Aber warum sollte Alex, was Geld angeht, nicht inkonsequent sein? Es müssen ja nicht immer alle Aspekte eines Charakters perfekt zusammenpassen. Schließlich hat sie sich und Lily ja auch schonmal ein Eis gekauft :P

      Wie gesagt vielen Dank für das Feedback. Ich denke die kommenden Folgen werden dir besser zusagen ;)

      EDIT: So, habe das Kapitel jetzt in Sachen Absätze und Punktierung etwas überarbeitet.

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      Hmm ...

      Spoiler anzeigen
      Ich weiß nicht recht, ob wir bezüglich einer 'kühlen' Alex aneinander vorbeireden.
      Gemein und kühl sind zwei unterschiedliche paar Schuhe. So wie du es in deinem letzten Post beschreibst, ist sie in der Tat nicht kühl. Kühle Menschen verhalten sich, nun ja, abweisend bzw. kurz angebunden gegenüber anderen. Sie distanzieren sich, nehmen wenig Anteil an den Ereignissen um sie herum. Es entsteht der Eindruck, als interessiere sie das alles nicht.
      Alex scheint nicht so zu sein. Wie du es beschreibst ist sie eher jemand sehr Unsicheres, der sich nach außen hin taff gibt.

      Was diesen "American Dream" angeht, muss ich jetzt doch etwas widersprechen. Klar sollte es Ziel eines jeden Menschen sein, seine Träume zu erfüllen. Dennoch muss man sich selbst irgendwie erhalten und im Grunde tut Alex das ja auch, da sie ja scheinbar nebenbei jobbt. So wie du es aber im Startpost darstellst, scheint es fast so, als würden gescheiterte Duellanten in der Gosse landen. Vielleicht mache ich mir da mehr Gedanken als notwendig wäre, aber mMn kommt vor der Erfüllung eines Traums die Selbsterhaltung. Was im Endeffekt nicht ausschließt, dass man neben seinem Job besagten Traum erfüllen kann.
      Vielleicht geben die nächsten Folgen aber auch mehr Auskunft über diese ganzen Zustände und wie es dazu kam.

      Du hast recht, Burning Abyss etc. sehen auch nicht aus wie YGO-Karten vom Artwork her. Was aber nix an meiner Aussage ändert.

      Beschreibungen. Sicher ist das eine Frage des Geschmacks und Stils, da gebe ich dir recht. In deinem Fall solltest du aber bedenken, dass du die Figuren schon vor Augen hattest, alle anderen nicht. Erst vor dem Duell mit Rotschopf anzufangen war einfach zu spät und wie gesagt, meine anderen Punkte stehen auch noch. Aber wenn du selber sagst, das wird noch besser ... :)
      So oder so solltest du mal drüber nachdenken, das Kapitel zumindest ein wenig zu überarbeiten. Stichwort Absätze.

      Eine Sache bleibt aber noch, etwas, das ich in meinem Post vergessen habe anzusprechen. Also die Story spielt in Domino? Du weißt aber, dass Domino laut Canon in Japan liegt und dementsprechend mit Yen bezahlt wird? Ganz zu schweigen von der Nationalität deiner Charas, die dann nicht mehr passen würde.
      Etwas später als versprochen, aber immerhin.
      Erstmal zum allgemeinen Stil:
      Du solltest mehr beschreiben, das hat Aska schon erwähnt und ich muss ihr zustimmen. Fantasie hin oder her, du musst in der Lage sein im Kopf des Lesers dein Bild der Monster/Figuren zu erzeugen. Nicht dass am Ende jeder ein anderes Bild der Figuren hat. Das ist echt wichtig und muss immer bei der Einführung der Figuren geschehen.
      Allgemein ist dein Stil gut, die Formatierung hattest du schon geändert als ich es das erst mal gelesen habe und sie hat gepasst. Allerdings verlasse ich mich da eher auf Askas Urteil als auf meines, da ich auf dem Gebiet kaum bis keine Erfahrungen habe.
      Zu den Bildern muss ich sagen:
      Die Logos sind genial, da kann ruhig eins in den Startpost (wenn man schon mal eins hat), die Karten solltest du eher beschreiben und das genaue Design der Fantasie der Leser überlassen.
      Zum Inhalt an sich:
      Das Konzept mit der Zweiklassen-Gesellschaft gefällt mir sehr gut und im Gegensatz zu Aska stört mich die "Duel-or-Die-Situation" gar nicht, da es zum einen eine YGO-Fanfic ist und da nichts ohne duellieren geht und zum anderen ähnliche Situationen auch auf der realen Welt herrschen. So kann man den kaum möglichen gesellschaftlichen Aufstieg mit niedrigen Löhnen oder der mangelnden Bereitschaft der herrschenden Klasse diese Situation zu ändern begründen.
      Alles in allem kann man nach diesem "Kapitel 0" recht wenig zum Inhalt sagen, da dieser ja kaum existent ist.
      Das Konzept der Titanenmonster finde ich sehr gut und interessant, du hast es schon mal hier auf etcg vorgestellt, also hat es mich recht wenig überrascht als du diese Beschwörungsart beschrieben hast.
      Das Duell war kurz und knackig, allerdings hättest du Alex ruhig noch einen oder zwei Züge länger zappeln lassen können (mit Entkräftigungsschild und Defense Draw zum Beispiel, da sie am Anfang kein existentes Out hatte).
      Denke das ist alles was ich zur Zeit zu sagen habe außer dass ich auf die nächsten Kapitel warte.
      Spielerisch haben Raritäten auch Vorteile: Eine UMR Veiler negiert dich krasser

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      @Aska:
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      Alex:
      Tatsächlich ist deine Beschreibung von kühl das, was ich erreichen wollte. Kommt denke ich auch in den kommenden Kapiteln besser rüber, es wohl noch zu früh, um ein umfassendes Psychogramm über sie zu erstellen, zumal ihr Charakter recht Ambivalent ist/sein wird und dadurch schwer zu beschreiben. Als unsicher würde ich sie jetzt nicht sehen, eher als realistisch. Das man sich bewusst ist, das zwei Mädchen in einer Schlägerei keine große Chance gegen drei Schlägertypen haben oder dass man ein wenig in der Klemme sitzt, wenn man ohne Out drei Monster mit je 3000 Atk besiegen muss, hat denke ich nicht viel mit Unsicherheit zu tun.

      Duel or Die:
      Vielleicht ist meine Darstellung im Startpost etwas irreführend. Ich werde gucken, ob ich da was daran ändern kann.

      Beschreibungen:
      Ich will dir als Autor sicher keinen Mangel an Kreativität vorwerfen, aber ich persönlich habe immer sofort ein recht klares Bild von einer Figur, auch wenn nur ihr Verhalten beschrieben wird. Deshalb empfinde ich zu genaue Beschreibungen eher als störend. Bspw. Anya stelle ich mir aufgrund ihres Verhaltens als typische Gothic/Punk-Braut vor (Schwarze Haare, fett Eyeliner, am besten noch Nietenhalsband - Klischeehaft, ich weiß, passt aber zu ihrem Verhalten), dass sie dann ständig als blonde, blauäugige Schönheit beschrieben wird, stört mein persönliches Bild von ihr und lässt die Figur dadurch in meinen Augen weniger real erscheinen. Wie gesagt, in Kapitel 2&3 beschreibe ich schon deutlich mehr, wenn dir das dann aber immer noch nicht reicht, werde ich mich aber vorerst nicht um Änderung bemühen, es sei denn, die anderen Leser bestätigen deinen Kritikpunkt. In den Harry Potter -Romanen z.B. (Ach ja, Kindheit :) ) werden die meisten Nebencharaktere über sieben Romane hinweg meist nur über ein oder zwei kleine Merkmale oder gar nicht beschrieben, und die Bücher funktionieren trotzdem.

      Domino liegt in Japan:
      Erzähl' das mal Joey Wheeler, Mai Valentine, Wheevil Underwood und Co. Was die Währung angeht, so sollte die eher ein fiktiver Dollar sein, kein US-Dollar und bei Yen weiß ich halt den Wechselkurs nicht. Ursprünglich wollte ich der Währung überhaupt keinen Namen geben, das habe ich aber wegen einer Stelle in Kapitel 3 verworfen, weil es dort sehr komisch gekommen wäre. Ich sehe da aber eigentlich keinen Änderungsbedarf, schließlich soll die Geschichte nicht in der realen Welt spielen, sondern in der fiktiven Yugiwelt. Wurde in einem offziellen YGO-Anime überhaupt mal eine Währung erwähnt?

      @Lenant:
      Spoiler anzeigen
      Wie gesagt, vielen Dank für den Kommi, habe schon befürchtet da kommt doch nix mehr, aber hey, besser spät als nie. Was die Beschreibungen angeht, so finde ich es überhaupt nicht schlimm, wenn jeder Leser sein eigenes Bild der Figuren hat, aber das ist wohl nur eine persönliche Meinung und ich werde natürlich daran arbeiten, mehr zu beschreiben. Ich habe jetzt auch mal Kapitel 2-4 überflogen und in denen beschreibe ich schon jede neue wichtigere Figur äußerlich und auch für die Duell-Beschreibungen gebe ich mir immer mehr Mühe. Also, es geht bergauf :)
      Die Logos sind ja bereits im Startpost, ich würde auch gerne eins in meiner Signatur haben, aber leider habe ich die privat mit einem Grafikprogramm erstellt und man kann Bilder vom eigenen PC soweit ich weiß nur über Dateianhänge auf eTCG hochladen :( Schön auf jeden Fall, dass sie dir gefallen. Im Original war der Schriftzug auch noch rot umrahmt (besser leserlich), das ist aber beim umwandeln in ein reguläres Bildformat verloren gegangen. Was die Kartenbilder angeht respektiere ich eure Meinung natürlich und werde das dann in Zulunft einfach lassen.
      Desweiteren war mir auch so, dass du damals im Titanen-Thread kommentiert hättest, aber ich war der Meinung, damals wäre dein Urteil (wie das der meisten) nicht so gut ausgefallen. Aber vielleicht irre ich mich da auch. Ich bin bei sowas ja auch nicht nachtragend :)


      EDIT (22.09.): btw habe ich heute das 4. Kapitel fertiggestellt. Da ich meinen Vorsprung also jetzt beibehalten habe, lade ich heute Abend noch Kapitel 2 hoch.

      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

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      So, viel Spaß mit Kapitel 2, denn mit dem und dem folgenden geht's erst richtig los!
      Kapitel 1.2: Das Feuer
      Am nächsten Montagmorgen saß Alex mit auf dem Arm abgestützten Kopf und leerem Blick im Matheunterricht. Vorne vor der Tafel schwadronierte Mr. Thomas über Logarithmen, aber das war ihr ziemlich egal. Warum machte der Kerl überhaupt noch Unterricht? Schließlich war dies die letzte Woche vor den Sommerferien, während denen die Schüler doch eh wieder alles vergessen würden. Neben Alex saß Mia und kritzelte ihr Heft voll. Das tat sie in letzter Zeit öfter. Alex glaubte, dass Mia sich nicht so recht damit abfinden konnte, dass die elfjährige Lily besser im Zeichnen war als sie. Alex starrte zur Uhr über der Tür; wie konnte eine Schulstunde nur so langsam vergehen? Plötzlich, fünf Minuten vor Ende der Stunde, schien Mr. Thomas das Thema zu wechseln.

      „Zu guter letzt…“, fing er an. „Wurde ich darum gebeten, eine Ankündigung zu machen. Ihr sollt euch gleich alle in der großen Pause in der Aula versammeln. Dort werdet ihr einen ganz besonderen Gast in Empfang nehmen. Ihr dürft gehen.“

      Ein lautes Stuhlrücken und Stimmengewirr entstand und als Alex und Mia kurz darauf das Klassenzimmer verließen, fragte Mia: „Was glaubst du ist das für ein Gast?“

      Alex zuckte mit den Achseln. „Keine Ahnung. Wahrscheinlich wieder so ein Poltik-Fuzzi.“
      Das letzte Mal, als ein vergleichbarer besonderer Gast ihre Schule besucht hatte, war es ein Typ vom Bildungsministerium gewesen, der versucht hatte, die Schüler für Politik zu begeistern.

      In der Aula angekommen wurden Alex und Mia als Zehntklässlerinnen geboten, weit hinten zu stehen, damit die jüngeren Schüler auch etwas sehen konnten, sodass Alex den Hals recken musste, um den Mann auf der Bühne zu erkennen. Wie ein Politiker sah er nicht aus. Er hatte lange dunkelbraune Haare, die er als Pferdeschwanz trug, außerdem trug er eine Sonnenbrille, einen großen Ohrring und eine blaue Jacke, die unterhalb der Hüfte abstand. Alex erkannte die Jacke. So eine trugen Obelisk Blue –Studenten der Duellakademie. Doch für einen Studenten wirkte der Mann viel zu alt.
      Jetzt füllte sich die Aula, und als Nick Fisher, die Schul-Sportskanone, sich neben sie und Mia stellte, fummelte Letztere plötzlich in ihrem hellbraunen und ebenfalls zum Zopf gebundenen Haar herum, lief leicht rot an und sagte: „Hi Nick.“
      Dieser erkannte sie und begrüßte sie freundlich, woraufhin Mia ein merkwürdiges Fiepen von sich gab. Alex verdrehte die Augen.

      Jetzt stand der Hipster-Typ auf der Bühne in deren Mitte am Rednerpult.
      „Hallo Schüler“, sagte er. „Mein Name ist Ben Maverick, aber ihr dürft mich Ben nennen. Ich bin Lehrer an der Duellakademie.“
      Bei diesen Worten schwoll ein wildes Getuschel an. Alle träumten davon, die Duellakademie besuchen zu dürfen, denn das war wie ein Ticket in die Profiliga. Als sich die Menge beruhigt hatte, sprach Professor Maverick wieder in sein Mikrofon:
      „Uns ist zu Ohren gekommen, dass einige begabte Duellanten und Duellantinnen diese Schule besuchen. Deshalb wurdet ihr als Schauplatz eines unserer Projekte ausgewählt, um die Duell-Stars von morgen zu finden.“

      Jetzt lag ein gespanntes Schweigen über der Aula.
      „Aber genug von mir“, fuhr der Hipster-Professor fort. „Ich freue mich nun, euren wahren Gast vorzustellen. Er wird euch erklären, wie das Projekt abläuft. So und jetzt einen kräftigen Applaus bitte, denn ihr werdet seinen Namen in Zukunft noch oft hören, denn er ist schon bald der hellste Stern am Duellantenhimmel.“
      Jetzt wandte er seinen Kopf nach rechts, wo hinter dem Vorhang verborgen wohl noch mehr Leute saßen.
      „Richard?“, sagte Professor Maverick.

      Ein Junge betrat die Bühne. Er war groß und schlank und hatte Dunkelgraue Haare und blassgrüne Augen. Auch er trug eine dieser modischen langen Jacken, die unter der Hüfte vom Körper abstanden, aber seine war dunkelgrau wie sein Haar.
      Einige der älteren Schülerinnen fingen an zu tuscheln und der Junge ließ seinen Blick über die Schülerschaft schweifen. Vielleicht bildete Alex es sich ein, doch sie hätte schwören können, dass der Blick des Jungen länger an ihr haften blieb als an den anderen Schülern.
      Jetzt übergab Ben seinem Schüler das Rednerpult und als dieser mit kühler, ruhiger Stimmer sprach, war seine Miene unergründlich:
      „Hi. Mein Name ist Richard Steele“, sagte er und wurde sofort von einem lauten Getuschel unterbrochen.

      „Richard Steele?“ Fragte Mia überrascht. „Der Chef von Steele Industries?“
      Auch Alex kannte den Namen daher. Steele Industries hatte vor langer Zeit Industrial Illusions und die Kaiba Coporation aufgekauft und war ein gewaltiger Konzern, der die Duel Monsters –Karten vertrieb. Alex’ eigener Vater hatte in einer der Fabriken gearbeitet und war gestorben, als diese explodierte.

      „Wohl kaum, der Typ ist doch höchstens siebzehn“, antwortete Alex, doch ihr Blick blieb an dem Jungen haften. Der wirkte jetzt ein wenig zornig, doch als das Getuschel erstarb, war seine Stimmer genau so ruhig und emotionslos wie vorher:

      „Richard Steele Junior, um genau zu sein. Der Geschäftsmann, von dem ihr eben gewiss gesprochen habt, ist mein Vater.“ Er klang nicht so, als wolle er damit angeben. Er klang nicht einmal stolz. Im Gegenteil: Als er den letzten Satz ausgesprochen hatte, meinte Alex einen bitteren Unterton herausgehört zu haben.
      Dieser Junge entsprach so gar nicht dem Bild, das Alex von diesen reichen Duellakademie-Schnöseln gehabt hatte.

      Der Junge sprach weiter: „Also, das ganze läuft wie folgt ab: Ich werde eine Woche lang eure Schule besuchen. Während dieser Zeit werde ich eure Duelle beobachten und einen Schüler oder eine Schülerin aussuchen, von dem oder der ich meine, er oder sie hätte das Potenzial, ein Profiduellant zu werden. Wer dies ist, werde ich am Freitag nach der Zeugnisvergabe verkünden und der- oder diejenige wird ein Vollstipendium an der Duellakademie erhalten. Bis dahin viel Glück euch allen, ich hoffe, ich werde ein paar gute Duelle sehen. Danke.“
      Beim aussprechen der letzten Sätze lächelte der Junge, doch als er das Rednerpult verließ, wich das Lächeln schnell wieder einem ernsten Gesichtsausdruck.

      Jetzt war die Schülerschar kaum noch zu bändigen. Alle tauschten sich begeistert über das soeben gehörte aus, denn das war die große Chance.
      Kaum jemand bemerkte, dass jetzt Rektor Timothy am Rednerpult stand. Als die Schüler sich doch noch ein letztes Mal beruhigten sagte der:
      „Ich erwarte von euch, dass ihr euch alle von eurer besten Seite zeigt. Heißt unsere Gäste bitte herzlich willkommen und lasst sie sich wie zu Hause fühlen. Jetzt geht bitte zurück in die Klassen, die Versammlung ist beendet.“

      In den folgenden Schulstunden waren die Schüler noch unkonzentrierter als sonst, da alle nur noch die Sache mit dem Duellakademie-Stipendium im Kopf hatten. Anfangs versuchte Mr. Johnson, ihr Englischlehrer, noch Unterricht zu machen, doch nachdem er zum dritten Mal jemanden drangenommen hat, der anschließend verwirrt aufblickte und um eine Wiederholung der Frage bat, hatte er es aufgegeben und unterhielt sich nun mit den Schülern in der ersten Reihe darüber, wer die besten Chancen hatte, das Stipendium zu bekommen, bis die Pausenglocke die Mittagspause einläutete.
      Alex und Mia holten sich in der Cafeteria Fischstäbchen mit Reis ab und setzten sich an ihren gewohnten Tisch in der Mitte des Schulhofs.

      „Die Duellakademie…“, begann Mia träumerisch. „Überleg’ doch mal, jetzt könnte für eine von uns der große Traum wahr werden.“

      „Wir sollten uns nicht zu große Hoffnungen machen. Immerhin wird nur einer von Hunderten ausgewählt“, antwortete Alex.

      „Hast ja recht“, sagte Mia. „Ich werde wohl noch zwei weitere Jahre hier rumgammeln, aber du, du könntest es schaffen!“

      „Ich?“, fragte Alex überrascht.

      „Na klar. Überleg’ doch mal, wie du neulich diesen Fiesling geschlagen hast. Du bist vielleicht die beste Duellantin der Schule!“

      „Und was ist mit Devon?“
      Devon Stone ging in die gleiche Klassenstufe wie Alex und Mia und war für seine Duellfähigkeiten berüchtigt. Ein Zustand, zu dem auch er selbst maßgeblich beigetragen hatte, denn er zögerte nicht, bei jeder sich bietenden Gelegenheit damit anzugeben. Außer seines treuen Fanclubs mochte ihn eigentlich niemand so recht.

      „Dieses Angeber?“, sagte Mia. „Den schlägst du doch locker!“
      Doch Alex zuckte nur mit den Achseln, denn nun fiel ihr Blick auf eine Gestalt in dunkelgrauer Jacke, die ein Essenstablett trug und an ihnen vorbeiging. Richard Steele setzte sich jetzt allein an einen Tisch in der äußersten Ecke des Schulhofs, trennte ein Stück Fischstäbchen mit seiner Gabel ab und musterte es misstrauisch. Achselzuckend steckte er es sich in den Mund.

      „Sieh mal“, sagte Alex belustigt und deutete mit ihrer Gabel auf ihn. „Sieht aus, als hätte er keine Ahnung, was Fischstäbchen sind.“

      Plötzlich tauchten drei aufgebrezelte Mädchen auf und belagerten den Duellakademie-Studenten.
      „Sind das nicht die, die sonst immer hinter Nick her sind?“, fragte Alex. Für sie selbst waren Natasha, Abigaile und Christie so was wie peinliche Witzfiguren, doch für Mia waren sie ernsthafte Konkurrentinnen.

      „Was für Schlampen“, sagte Mia und taxierte die drei feindselig.

      „Da hast du wohl recht“, sagte eine humorvolle Stimme hinter Alex. Nicks Stimme.

      „Nick?!“, rief Mia erschrocken und wirbelte herum, wobei ihre Gabel runter fiel. Sie lief Scharlachrot an bückte sich unter den Tisch.
      Als sie wieder hochkam, war sie immer noch rot im Gesicht und sagte: „Hi Nick. Was gibt’s?“ Mit der gleichen mädchenhaften Stimme wie vorhin in der Aula.
      Alex sah wieder zu Richard Steele herüber, der jetzt mit Mühe zu versuchen schien, seine Fangirls abzuwimmeln.

      „Ich wollte dich etwas fragen“, sagte Nick. Mia schien ein Kichern zu unterdrücken.

      „O-Okay“, sagte sie. „Was gibt’s?“

      „Hast du Lust auf ein Duell mit mir? Du weißt schon, wegen dieser Stipendiums-Sache“, sagte Nick.

      „Ein Duell? Klar, na-natürlich!“

      „Gut, gehen wir.“

      „I-Ist gut“, sagte Mia, stand übereilig auf und schmiss dabei wieder ihre Gabel runter. Alex löste ihren Blick von Richard, der jetzt wieder allein da saß, und folgte ihrer Freundin auf das Duellfeld.

      Kurze Zeit später standen sich Nick und Mia auf dem Duellfeld gegenüber, an den Armen ihre Duel Discs. Neben Alex waren noch ein paar weitere Zuschauer da, darunter auch Richard Steele, der sich in einiger Entfernung gegen eine Säule angelehnt aufhielt. Jetzt umzingelten ihn wieder Natasha, Abigaile und Christie.

      „Hey Richard“, sagte Natasha und spielte mit einer Strähne ihres blonden Lockenhaars. Richard verdrehte die Augen.

      „Hast du nach der Schule schon was vor?“, fragte Natasha jetzt. Richard atmete tief durch und sagte dann:

      „Hört mal, ich weiß genau was ihr vorhabt. Ihr könnt soviel mit mir flirten, wie ihr wollt, eure Chancen steigert es nicht. Für mich zählen nur Duelle.“
      Natasha wirkte beleidigt, hatte dem aber nichts entgegenzusetzen. Zusammen mit Abigaile und Christie entfernte sie sich und feuerte nun wieder Nick an. Alex lachte. Dies schien Richard zu hören und ihre Blicke trafen sich. Er schenkte Alex eines seines seltenen Lächelns und dann wandten sich beide möglichst rasch mit ernstem Blick dem Duellgeschehen zu.

      „Ich fange an.“, sagte Nick. „Ich beschwöre Football-Kämpfer im Verteidigungsmodus!“ (DEF: 2100)
      Ein Roboter in der Gestalt eines großen Footballspielers in Schutzausrüstung erschien auf dem Feld.
      „Du bist dran, zeig’ mir was du kannst!“

      „I-Ist gut.“ Mia schien immer noch aufgeregt. „I-Ich ziehe!“ Sie studierte ihr Blatt und sah hinüber zu Nicks Monster. Sie schien panisch.

      „Komm schon, Mia!“, rief Alex. „Mit so einem dummen normalen Monster wirst du doch wohl fertig!“

      „Natürlich“, sagte Mia und zog eine Karte aus ihrem Blatt. Etwas selbstsicherer sagte sie:
      „Ich aktiviere den permanenten Zauber Hunde-Trainingsgelände!“ Sie steckte die hellgrüne Karte in ihre Duel Disc und vor ihr erschien ein vergrößertes Hologramm der Zauberkarte, auf der eine grüne Wiese mit verschiedenen Trainingsgeräten zu sehen war; eine Wippen, ein Ball, ein Tunnel.
      „Ich aktiviere den Effekt meines Trainingsgeländes! Wenn ich dir jetzt ein Monster der Stufe 3 oder weniger vom Typ Ungeheuer in meiner Hand zeige, kann ich meiner Hand eine Hundemanöver-Zauberkarte von meinem Deck hinzufügen!“
      Sie zeigte Nick und dem Publikum eine Monsterkarte in ihrer Hand: Außergewöhnlicher Hund Marron, ein kleines braunes Schoßhündchen. Alex schmunzelte. Mia hatte ihr Deck tatsächlich aus kleinen süßen Pelztierchen zusammengebaut.

      Aber jetzt schien sie auf einmal vollkommen selbstbewusst.
      „Ich entscheide mich für Hundemanöver Fass!!“ Ihre Duel Disc schob die Karte hervor, sodass Mia sie greifen konnte. „Ich kann in dem Spielzug, in dem ich den Effekt von Trainingsgelände benutzt habe, keine Monster beschwören, außer Monster der Stufe 3 oder niedriger vom Typ Ungeheuer. Deshalb beschwöre ich jetzt Baumotter im Angriffsmodus! (ATK: 1200) Aber das ist noch nicht alles! Ich aktiviere Hundemanöver Fass!! Wenn jetzt mein Monster der Stufe 3 oder niedriger vom Typ Ungeheuer angreift, wird dein Monster sofort zerstört. Ohne Schadensberechnung! Los Baumotter, du weißt, was zu tun ist!“
      Das kleine Tierchen rannte los und machte einen langen Satz auf den Football-Kämpfer zu. Als seine Krallen dessen Schutzpanzer berührten, löste sich das Hologramm des normalen Monsters in Luft auf.
      „Ich setze zwei Karten verdeckt und beende meinen Zug!“, sagte Mia.

      „Gar nicht mal schlecht, aber wenn du glaubst, dass das reicht, um mich zu besiegen, irrst du dich. Ich ziehe!“ Rief Nick.
      „Ich aktiviere Stilles Verhängnis!“ er zog eine Zauberkarte aus seiner Hand und schickte sie auf den Friedhof. „Damit kann ich eins meiner normalen Monster als Spezialbeschwörung vom Friedhof als Spezialbeschwörung im Verteidigungsmodus beschwören! Du kennst doch noch meinen Football-Kämpfer?“, sagte er und der mechanische Quarterback erschien wieder auf dem Feld. (DEF: 2100)
      „Aber das ist noch nicht alles! Ich aktiviere den Feldzauber Stadion der Ultraathleten!“
      Das Fach für Spielfeldzauberkarten an seiner Duel Disc öffnete sich und er legte eine Karte hinein. Plötzlich färbte sich der Boden grün und Wände stießen aus dem Boden um sie her. Kurze Zeit später standen sie in einer Art futuristischem Baseball-Stadion.
      „Und jetzt wo sie im Heimvorteil sind, wird es Zeit meine wahren Stars zu benutzen! Ich biete Football-Kämpfer als Tribut an um Ultraathlet Perfekter Werfer zu beschwören!“
      Der Football-Roboter verschwand, an seine Stelle trat ein Monster in Gestalt eines überlebensgroßen Mannes in einer Art Roboter-Rüstung, dessen Hände in einem blauen Neonlicht leuchteten. (ATK: 1500)
      „Nun aktiviert sich der Effekt meines Stadions! Wenn ich einen Ultraathleten als Normalbeschwörung beschwöre, kann ich meiner Hand einen seiner Teamkollegen von meinem Deck hinzufügen!“
      Eine Karte wurde von seinem hervorgeschoben. Nick griff danach.
      „Doch das beste kommt noch! Wenn ich Perfekter Werfer auf die Hand zurückgebe, kann ich ihn auch gleich als Spezialbeschwörung beschwören! Dein Einsatz, Ultraathlet Mächtiger Schläger!“
      Der erste er Maschinen-Männer machte einen Sprung auf Nick zu und schien in dessen Blatt zu verschwinden, an seine Stelle trat jedoch ein anderer. Auch dieses Monster war überlebensgroß und trug eine mechanische Rüstung, die jedoch von rot leuchtenden Adern durchzogen war. Im Gegensatz zum ersten hatte er keine mechanischen Flügel, dafür aber einen Schläger aus rotem Licht, der aussah wie ein Laserschwert aus einem Science-Fiction-Film. (ATK: 2300)
      „Jetzt aktiviert sich der Effekt meines Stadions! Jedes Mal wenn ich einen Ultraathleten als Spezialbeschwörung beschwöre, erhalten alle meine Monster 500 Extra-Angriffspunkte!“ (U.A. Mächtiger Schläger: ATK 2300 -> 2800)

      „Waas?!“ rief Mia entsetzt, während sich der Schläger von Nicks Monster aufzuladen schien, wodurch er noch heller leuchtete.

      „Widerstand ist zwecklos! Wenn Mächtiger Schläger angreift, kannst du keine Karten oder Effekte aktvieren. Los jetzt, Überschall-Schlag!“, rief Nick.

      „Neein!“ schrie Mia, jetzt klang sie verzweifelt. Was immer ihre verdeckten Karten gegen Angriffe zu unternehmen wussten, jetzt waren sie sinnlos. Und ihr Baumotter und ihre Lebenspunkte waren schutzlos.

      Plötzlich schoss eine leuchtend blaue Plasmakugel aus dem Stadion. Nicks Monster schlug auf sie ein und als sein Schläger die Kugel berührte, gab es einen lauten Knall und Bruchteile einer Sekunde später traf die Kugel Mias Baumotter, dessen Hologramm sich in Luft auflöste. (Mia: LP 4000 -> 2400)

      „Ich aktiviere den Effekt von Ultraathlet Perfekter Werfer in meiner Hand!“, sagte Nick. „Wenn ich Mächtiger Schläger auf meine Hand zurückgebe, kann ich ihn als Spezialbeschwörung beschwören!“ (DEF: 2500)
      Da war es wieder, das Monster mit den blau leuchtenden Händen.

      „Sehr gut, Nick!“, rief Christie vom Spielfeldrand. „Mach sie fertig!“

      „Nicht den Mut verlieren, du bist dran“, sagte Nick freundlich und lächelte Mia an.

      „O-Okay. Ich ziehe“, sagte die und betrachtete die gezogene Karte, dann rief sie wieder voller Selbstvertrauen:
      „Ich aktiviere den Zauber Schildeinschlag! Die zerstört ein Monster im Verteidigungsmodus auf dem Feld. Du weißt, was das heißt: Dein Perfekter Werfer hat erstmal Spielpause!“
      „Ich fürchte, ich muss dich enttäuschen“ sagte Nick. „Ich aktiviere den Effekt von Perfekter Werfer! Einmal pro Spielzug kann ich, wenn ich eine Karte abwerfe, die Aktivierung einer deiner Karten annullieren und die Karte zerstören!“
      Nicks Monster streckte eine seiner leuchtenden Hände aus und fing den grünen Lichtstrahl auf, der aus dem Hologramm von Mias Zauberkarte schoss. Anschließend warf er den Strahl zurück, sodass der stattdessen seinen Ursprung zerstörte.

      „Waas?!“, rief Mia ungläubig. Jetzt schien sie verunsichert.

      „Komm schon Mia, du schaffst das!“, rief Alex ihr zu.

      Mia nickte und fasste sich wieder. „Okay…“, sagte sie. „Ich aktiviere den Effekt meines Trainingsgeländes, um meiner Hand Hundemanöver Sitz! von meinem Deck hinzuzufügen.“ Wieder zeigte sie Außergewöhnlicher Hund Marron in ihrer Hand vor und ihre Duel Disc schob eine Karte von Mias Deck hervor, nach der sie griff.
      „Als nächstes beschwöre ich Minenmaulwurf im Angriffsmodus! (ATK: 1000) Dann aktiviere ich Hundemanöver Sitz!. Damit ändere ich meinen Maulwurf in den Verteidigungsmodus nd ziehe eine Karte.“ (Minenmaulwurf: DEF 1200)
      Mia sah sich die gezogene an und wirkte einen Moment lang nachdenklich, dann schien ihr ein Licht aufzugehen. „Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug“, sagte sie.

      „Du brauchst schon ein bisschen mehr, um an meinen Ultraathleten vorbeizukommen! Ich bin dran! Ich ziehe!“, rief Nick. Ohne seine gezogene Karte groß zu beachten, wandte er sich seinem Monster zu.
      „Alles klar, Perfekter Werfer, du weißt, was zu tun ist!“ Wieder machte sein Monster ein Sprung in Richtung Nick, kurze Zeit später stand da wieder das Monster mit dem rot leuchtenden Schläger.

      „Ha!“, rief Mia siegessicher. „Ich aktiviere die Falle Geisteszersetzung! Jetzt darf ich einen Kartennamen nennen. Wenn sich die genannte Karte in deiner Hand befindet, musst du sie auf den Friedhof abwerfen! Und ich habe so ein Gefühl, dass sich dort Ultraathlet Perfekter Werfer befindet!“

      „Gar nicht mal schlecht“, sagte Nick, während er die Karte auf den Friedhof schickte. „Du hast meine Kombo unterbrochen. Aber ich habe immer noch Mächtiger Schläger! Da der gerade Spezialbeschworen wurde, erhält er jetzt dank meines Stadions 500 Extra-Angriffspunkte!“
      Wieder hielt das Monster seinen Schläger in die Höhe, der sich auflud und jetzt hellrot leuchtete.
      „Los jetzt, Mächtiger Schläger! Überschall-Schlag!“ Erneut gab es einen lauten Knall, als die leuchtende Kugel, die Nicks Monster wegschlug, die Schallmauer durchbrach. Als die Kugel Mias Maulwurf traf, entstand eine dichte Rauchwolke, doch als die sich legte stand dort eine grinsende Mia hinter dem Hologramm eines Maulwurfs mit Bauarbeiter-Helm und Spitzhacke. Nick schien verwirrt.

      „Ha! Einmal pro Spielzug kann Minenmaulwurf nicht durch Kampf zerstört werden!“, sagte Mia.
      „Gut, dann eben nicht“, sagte Nick. „Diese Runde geht an dich. Ich setze zwei Karten verdeckt und beende meinen Zug!“

      „Gut, dann bin ich dran!“, rief Mia. „Ich ziehe! Ich ändere Minenmaulwurf in den Angriffsmodus! (ATK: 1000) Als nächstes beschwöre ich Meereskoala im Verteidigungsmodus!“ (DEF: 1600)

      „Den Verteidigungsmodus kannst du dir sparen!“, rief Nick. „Ich aktiviere die permanente Falle Stufenbeschränkung – Gebiet A! Dadurch werden alle Monster der Stufe 3 oder weniger automatisch in den Angriffsmodus geändert und können ihre Kampfposition nicht ändern!“ (Meereskoala: ATK 100)

      „Gut, dann eben im Angriffsmodus. Sein Effekt aktiviert sich trotzdem: Wenn ich ein anderes Monster vom Typ Ungeheuer kontrolliere, kann ich damit die Angriffspunkte eines deiner Monster auf 0 senken!“

      „Waas?!“ Nun war es an Nick, ungläubig zu klingen.

      „Du hast richtig gehört. Los Minenmaulwurf! Greif’ Mächtiger Schläger an!“
      Der kleine Maulwurf buddelte sich blitzschnell unter die Erde und tauchte kurz vor Nicks seiner Angriffspunkte beraubten Monster wieder auf und schlug mit seiner Spitzhacke auf jenes ein, dessen Autogramm sich jetzt in Luft auflöste.
      (Nick: LP 4000 -> 3000)
      Mia sprang vor Freude in die Luft. „Ja! Jetzt sind seine beiden Monster weg vom Fenster! Los, Meereskoala, greif direkt an!“
      (Nick: LP 3000 -> 2900) „Ich beende meinen Zug“, sagte Mia.

      „Nicht schlecht, nicht schlecht. Aber wenn du glaubst, dass ich mich so leicht geschlagen gebe, irrst du dich! Ich bin dran! Ich ziehe!“, rief Nick.
      Diesmal studierte er die gezogene Karte genauer. Er schien begeistert.
      „Genau das, was ich brauchte! Ich aktiviere den Zauber Der lebendig heimkehrende Krieger! Damit kann ich meiner Hand ein Monster vom Typ Krieger von meinem Friedhof hinzufügen. Ich entscheide mich für Ultraathlet Mächtiger Schläger!“
      Seine Duel Disc holte die Karte vom Friedhof zurück und er fügte sie seiner Hand hinzu. „Doch das ist noch alles!“, fuhr er fort.
      „Ich aktiviere die Falle Ruf der Gejagten! Damit kann ein Monster von meinem Friedhof wählen und als Spezialbeschwörung im Angriffsmodus beschwören! Komm zurück, Ultraathlet Perfekter Werfer!“ Da war er wieder, der Maschinen-Mann mit den blauen Leuchthänden. (ATK: 1500 -> 2000)

      „Oh Mann…“, sagte Mia und schluckte.

      „Du weißt, was jetzt kommt!“, rief Nick. „Ich gebe Perfekter Werfer auf meine Hand zurück, um Ultraathlet Mächtiger Schläger als Spezialbeschwörung zu beschwören!“ (ATK: 2300 -> 2800)
      Der Mann mit den blauen Händen machte wieder dem mit dem roten Schläger Platz, der jetzt wieder seinen Schläger auflud.

      „Oh-oh…“, machte Mia.

      „Genug geredete!“, rief Nick. „Mächtiger Schläger, beende dieses Duell mit Überschall-Schlag!“
      Ein letztes Mal kam eine leuchtend blaue Kugel aus dem Stadion geschossen. Nicks Monster holte mit seinem Schläger nach ihr aus und schoss ihn mit voller Wucht auf Mias Meereskoala. Als er sein Ziel traf, gab es einen blendend hellen Lichtblitz und Alex schloss die Augen. (Mia: LP 24000 -> 0)

      Als sie die Augen wieder öffnete, stand sie wieder auf dem asphaltierten Duellfeld der Schule. Mia war auf die Knie gesunken, die Hologramme der Karten waren erloschen. Am anderen Ende des Duellfelds versuchte Nick seine Fangirls abzuwimmeln.
      „Oh Mann… Ich habe verloren.“, flüsterte Mia. Alex machte gerade einen Schritt auf ihre Freundin zu, um sie zu trösten, als die plötzlich schrie:

      „Das war sooo cool!“
      Alex schüttelte den Kopf. Typisch Mia.

      In der Zwischenzeit hatte Nick sich losgerissen und stand jetzt bei Mia.
      „Alles Okay bei dir?“, fragte er und bot Mia seine Hand an, um ihr hochzuhelfen. Diese ergriff sie schüchtern.
      „War ein gutes Duell“, sagte Nick.

      „Finde ich auch“, antwortete Mia. „Du bist echt stark.“

      „Du bist aber auch ganz in Ordnung“, sagte Nick. Mia, die nur noch Augen für Nick hatte lief wieder rosa an. Natasha, Abigaile und Christie am anderen Ende des Spielfelds wirkten beleidigt.

      „Ach.. Lange nicht so gut wie du. Ich hoffe, du gewinnst dieses Stipendium“, meinte Mia.

      „Lass’ das aber nicht Alex hören“, sagte Nick. Plötzlich wandte sich Mia wieder ihrer Freundin zu und grinste entschuldigend.

      „Schon Okay“, antwortete Alex lächelnd in Richtung Nick. „Notfalls machen wir das noch mal unter uns aus.“

      „Ich freu mich schon drauf“, versicherte Nick und während er und Mia wieder Süßholz raspelten, suchte Alex’ Blick nach Richard, doch sie bekam nur noch dessen Rücken zu Gesicht, als er wieder von dannen schritt. Es schien also zu stimmen, was er gesagt hatte. Für ihn zählten wirklich nur die Duelle…

      ~


      Den ganzen Nachmittag noch plapperte Mia angeregt über Nick. Über ihr Duell, darüber wie er danach mit ihr gesprochen hatte und darüber, dass offenbar auch er Alex als zukünftige Duellakademie-Studentin sah. Die hörte jedoch nur auf halbem Ohr zu, denn sie war in Gedanken versunken.
      Wer war dieser Richard Steele? Hatte sie es sich nur eingebildet, oder hatte er oft ihren Blick gesucht? Und warum interessierte sie das überhaupt so? Denn auch wenn es sie fertig machte, dass sie sich so über einen Jungen den Kopf zerbrach, so konnte sie nicht anders, als sich einzugestehen, dass irgendetwas an ihm sie faszinierte, aber was?
      Sein Aussehen konnte es nicht sein. So gut sah er nun auch nicht aus, außerdem hatte Alex sich noch nie für jemanden nur wegen seines Aussehens interessiert.
      Diese Frage beschäftigte sie so sehr, dass sie froh war, sich an einer Straßenkreuzung in ihr Wohnviertel von Mia verabschieden zu können. Und dann, als sie im Gedanken versunken zwischen den hässlichen grauen Wohnhochhäusern voller Graffiti hindurchging und sich Richards Ansprache in der Aula noch einmal vor Augen führte, wusste sie es: Er war wie sie.
      Diese kühle, emotionslose Art, das kurz angebunden sein, das genervt sein, wenn die Menge nicht still war und das offensichtliche Verachten gegenüber der Tatsache, dass er im Rampenlicht stand. Genau so würde auch Alex sich bei einer solchen Ansprache verhalten. Sie dachte weiter darüber nach, doch sobald sie an dem Wohnhochhaus ankam, in dem sich ihre Wohnung befand, wurde sie schlagartig aus ihren Gedanken gerissen.

      Eine große Traube ängstlich wirkender Menschen hatte sich vor dem Haus gebildet. Alex drängelte sich hindurch und als sie die Fassade erreichte, wusste sie, was los war. Rauch stieg aus einem der offenen Wohnungsfenster auf wie aus einem Fabrikschornstein.
      Sofort stieg Panik in Alex auf. Ein Feuer in ihrem Wohnhaus, das war alles andere als ein Grund zu feiern. Und noch schlimmer: Das Fenster, aus dem der Rauch drang, kam ihr unangenehm bekannt vor.
      Rasch zählte sie die Fenster durch. Zweiter Stock. Die Panik in ihr wuchs. Sie zählte die Fenster von links: Eins, zwei, drei…

      „Lily!“, schrie sie aus Leibeskräften, als sie erkannt hatte, dass es das vierte Fenster von links war und es in ihrem Gehirn „klick“ gemacht hatte.

      Obwohl ihr Kopf noch kurz zuvor voller Gedanken gewesen war, war da jetzt nur noch einer: Sie musste so schnell wie möglich in den zweiten Stock gelangen. Sie rannte los so schnell sie konnte und streifte dabei ihre Schultasche von der Schulter, sodass diese unsanft auf dem Gehweg landete.
      Sie ignorierte die Warnungen der anderen Leute und deren Versuche, sie an der Schulter zu packen, um sie zurückzuhalten und zwei Stufen auf einmal nehmend rannte sie durch das Treppenhaus und war sie schnell im Flur zu ihrer Wohnung angekommen.

      „Lily?“ Rief sie verzweifelt, aber ihre kleine Schwester war nirgends zu sehen. Es war, wie Alex befürchtet hatte: Sie musste die Wohnung betreten.

      Als sie die Tür aufstieß, schlug ihr sofort eine dichte Rauchwolke entgegen. Sie schlug sich den rechten Arm vor Mund und Nase, doch sie brauchte ihren Mund um zu schreien: „Lily?!“
      Sofort krümmte sie sich vor Husten und Würgen, doch diesmal bekam sie eine Antwort.

      „Alex!“, ertönte ein heiserer Schrei aus Alex’ und Lilys Schlafzimmer.

      „Lily!“, rief Alex, bekam erneut das Husten und Würgen und rannte los.

      Im Wohnzimmer war die Hölle ausgebrochen. Der dichte Rauch raubte Alex sämtliche Sicht, und hätte sie nicht jahrelang in dieser Wohnung gelebt, hätte sie den Weg zu ihrem Schlafzimmer womöglich gar nicht gefunden. Die Hitze war unerträglich, überall in der Wohnung standen Möbel und Dekoartikel aus Stoff und Holz in Flammen, Herz des Brandes schien die Küche zu sein.

      Alex rannte durch das Wohnzimmer und sprang über den Teppich in dessen Mitte, der lichterloh in Flammen stand. Die Tür zum Schlafzimmer, die bereits Feuer gefangen hatte, stand einen Spalt breit offen und Alex warf sich mit der Schulter voran dagegen, wodurch die Tür aufsprang.

      Das Schlafzimmer schien von den Flammen bislang unberührt, doch auch dieser Raum war voller Rauch.
      Alex entdeckte ihre kleine Schwester. Sie saß zusammengekauert mit tränenüberströmtem Gesicht in einer Ecke und presste ihr Kuriboh-Stofftier eng an ihren Körper. Ihre Pupillen waren so sehr geweitet, dass ihre Augen schwarz erschienen und ihr flacher Atem war schnell und rasselnd.

      „Lily!“, rief Alex.

      „Alex“, antwortete Lily, sie hatte ihre Stimme fast verloren.

      Alex rannte durch das Zimmer und nahm ihre Schwester huckepack, wobei die ihr Stofftier verlor.
      So schnell, wie es unter den Umständen möglich war, rannte Alex mit Lily auf dem Rücken durch die Wohnung. Als sie gezwungen war, den brennenden Teppich zu überqueren, spürte sie einen stechenden Schmerz und Brandblasen taten sich an ihren nackten Knöcheln auf.
      Ein paar Meter vor der Wohnung, deren offene Tür inzwischen Feuer gefangen hatte, legte sie ihre Schwester ab und kniete sich vor ihr nieder.

      „Lily… Lily… keine Sorge… ich rette dich…“, Alex sprach schnell und abgehackt. Lilys Gesicht verschwamm vor ihren Augen und wurde wieder scharf.

      „Alex?“ flüsterte Lily mit brüchiger Stimme und hustete schwach.

      „Lily“, antwortete Alex.

      „Alex… Kuriboh…“, brachte Lily mit letzter Kraft hervor.

      „Kuriboh?… natürlich…“ , sagte Alex, die jetzt ebenfalls schnell und flach atmete.

      Alex stand auf und wollte wieder die Wohnung betreten, als ein so starker Hust- und Würgekrampf sie packte, dass sie sich gegen eine Wand lehnen musste und sich schließlich auf den Fußboden erbrach.
      Als sie damit fertig war rannte sie erneut in die Wohnung, um Lilys Stofftier zu retten und als sie schon fast wieder draußen war, fiel ihr siedend heiß noch etwas ein.
      Sie kehrte um und suchte im Inferno des Wohnzimmers nach der Kommode. Als sie sie gefunden hatte, packte sie das gerahmte Foto, das darauf stand und verließ mit letzter Kraft das Innere der Wohnung.

      Draußen im Flur kniete sich Alex wieder vor Lily nieder, sagte ein paar Mal ihren Namen und versuchte, sie wachzurütteln, doch es war zwecklos. Lily waren die Augen zugefallen und sie rührte sich nicht. Dann brach auch Alex zusammen.

      Wie sie so dalag, den linken Arm merkwürdig abgespreizt, stieg ihr der Gestank von Rauch und Erbrochenem in die Nase. Sie rang nach Luft; ihr Atem war schnell und Flach und ihre Sicht verschwamm immer wieder und wurde wieder klar.

      Plötzlich geschah etwas Seltsames: Eine leuchtend orangene Stichflamme loderte direkt vor ihr auf und als sie erlosch hinterließ sie eine Art dunkelgrünes Stück Pappe. Eine Weile lang betrachtete Alex das Ding, doch sie wurde nicht schlau daraus. Dann verlor sie das Bewusstsein.

      Das letzte, was sie wahrnahm war das knarzende Geräusch der brennenden Wohnungstür, die sich aus ihren Angeln löste und der dumpfe Knall und der stechende Schmerz, als die Tür auf dem Boden aufschlug und Alex’ linken Arm unter sich begrub…
      Dateien
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      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

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      Anmerkungen zur Folge
      - Ich selbst wurde zum Glück noch nie Zeuge eines Wohnungsbrands und habe auch dahingehend keine Recherchen betrieben und weiß demnach nicht, wie sich so eine Situation auf Körper und Geist auswirkt. Ich schildere es hier also nur so, wie ich es mir vorstellen würde. Medizinische Genauigkeit nicht garantiert.

      - Bevor ihr in Frage stellt, dass Alex noch einmal die Wohnung betritt, nur um Besitztümer zu retten: Ich habe mir dabei durchaus was gedacht. Sicher ist es dumm und garantiert hätte auch Alex eine Stunde zuvor noch behauptet, dass sie so etwas nie tun würde. Aber ich bin der Meinung, dass, wenn man erst einmal in so einer Situation ist, dann vergisst man alles Rationale und was überwiegt ist die Erkenntnis, dass alles, was man jetzt nicht rettet, für immer verloren sein wird.

      - Jetzt wo das mit dem Brand aus dem Sack ist kann ich auch näher auf Alex' Charakter eingehen. Ich gebe zu, die versprochene "Kälte" spürt man in dieser und der letzten Folge wenig, aber der Brand wird Alex verändern.

      - Lustige Trivia: Jetzt im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass beide Karten in Mias Deck, die nicht ganz zum Deckthema passen (Namentlich Schildeinschlag und Geisteszersetzung) in ihrem englischen Namen das Wort "Crush" beinhalten (Shield Crush und Mind Crush). "Have a crush on somebody" heißt außerdem so viel wie "in jemanden verknallt sein", womit ein Bezug zu Mias Charakter hergestellt wird.

      Kartenliste
      Mia:

      - Marron, außergeöhnlicher Hund = Außergewöhnlicher Hund Marron
      - Minenmaulwurf
      - Baumotter
      - Meereskoala
      - Schildstoß = Schildeinschlag
      - Geisteszersetzung

      Nick:

      - Football-Kämpfer
      - U.A. Perfektes Ass = Ultraathlet Perfekter Werfer
      - U.A. Mächtiger Schläger = Ultraathlet Mächtiger Schläger
      - U.A. Stadion = Stadion der Ultraathleten
      EFFEKTÄNDERUNG: Einmal pro Zug - Klausel der Atk-Erhöhung aufgehoben. Grund: Eigentlich dürfte Ultraathlet Mächtiger Schläger bei seiner letzten Beschwörung keine Extra-Angriffspunkte bekommen, da in diesem Fall aber der Schaden seines Angriffs nicht ausgereicht hätte, um Mias Lebenspunkte direkt auf 0 zu senken, hätte ich noch ein weiteres Monster vorkommen lassen müssen. So bleibt das Duell übersichtlicher.
      - Stilles Verhängnis
      - Der lebendig heimkehrende Krieger
      - Stufenbeschränkung - Gebiet A
      - Ruf der Gejagten

      Neue Karten:

      - Hunde-Trainingsgelände

      Permanente Zauberkarte

      Einmal pro Spielzug, während deiner Main Phase 1, du kannst ein Monster vom Typ Ungeheuer der Stufe 3 oder niedriger in deiner hand vorzeigen; füge deiner Hand 1 "Hundemanöver"-Zauberkarte von deinem Deck hinzu. Du kannst in dem Spielzug, in dem du diesen Effekt aktivierst, keine Monster als Normal- oder Spezialbeschwörung beschwören, außer Monster vom Typ Ungeheuer der Stufe 3 oder niedriger.

      Hundemanöver Fass!

      Normale Zauberkarte

      Wähle 1 Monster vom Typ Ungeheuer der Stufe 3 oder niedriger auf deiner Spiefeldseite; während dieses Spielzugs, wenn das gewählte Monster ein Monster deines Gegners angreift, zerstöre das Monster sofort ohne Schadensberechnung.

      Hundemanöver Sitz!

      Normale Zauberkarte

      Wähle 1 Monster vom Typ Ungeheuer der Stufe 3 oder niedriger in offener Angriffsposition auf deiner Spielfeldseite; ändere das gewählte Ziel in die offene Verteidigungsposition und wenn du das machst; ziehe 1 Karte.

      Preview: Kapitel 1.3 - Verborgene Kräfte
      Als Alex im Krankenhaus wieder aufwacht, liegt ihre Welt in Trümmern. Nicht nur ist ihr eigener Arm bis zur Unkenntlichkeit entstellt, der Arzt teilt ihr auch noch eine Hiobsbotschaft mit, die Alex' Geldsorgen in eine ganz neue Dimension katapultieren. Doch als wäre das alles nicht genug taucht auch noch eine mysteriöse Karte auf und Alex beginnt, merkwürdige Fähigkeiten zu entwickeln...

      (Sorry übrigens für den Dreifachpost. Doppelposts mache ich ja zu jedem Kapitel, und der davor ist halt schon drei Tage alt)

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      Keine Kommis? :(
      Echt blöd, denn so habe ich keine Ahnung, ob überhaupt irgendwer Kapitel 2 gelesen hat. Ich kann euch also nur darum bitten, wenn ihr es gelesen habt, Feedback zu geben. Denn selbst ein konstruktives negatives Feedback ist besser als gar keins, da ihr mir so im Sinne aller Beteiligten helfen könnt, meine Fanfic zu verbessern.
      Wie auch immer, viel Spaß mit Kapitel 3. Dieses ist sehr wichtig, denn in diesem Kapitel:
      - Wird der Grundstein für die Haupthandlung endgültig gelegt
      - Wird die erste richtige Titanen-Beschwörung durchgeführt
      - Debütiert ein Monster, von dem ihr in Zukunft noch viel lesen werdet
      - Wird geklärt, woher die Fanfic ihren Namen hat
      Kapitel 1.3 - Verborgene Kräfte
      Als Alex ihre Augen aufschlug, schien alles um sie herum weiß zu sein. Sie schien am Leben zu sein, auch wenn sie sich nicht unbedingt so fühlte.
      Erst mit der Zeit gewöhnte sie sich an die Lichtverhältnisse und konnte den Raum um sie herum erkennen. Sie lag in einem weichen Bett mit weißer Bettwäsche, und in dem Raum selbst gab es neben dem Bett nur einen kleinen Nachttisch und einen unbequem aussehenden Stuhl. Gegen eine Wand gelehnt lag da auch Alex’ Schultasche. Alex’ linker Arm war komplett bandagiert und mit einer Schlinge um ihren Hals befestigt. Offenbar war sie im Krankenhaus.
      Wie war sie hier hergekommen? Langsam kamen in ihr die Erinnerungen hoch, und mit ihnen die Schmerzen. Rauch; Flammen; Lily, zusammengekauert in einer Ecke des Schlafzimmers und heiser schreiend; sie selbst, wie sie sich auf den Flur erbrach; Lilys schlaffer Körper auf dem Boden liegend; wieder sie selbst, wie ihre Arme und Beine nachgaben und sie neben ihrer Schwester zusammenbrach.

      Alles an ihrem Körper schmerzte. Stechender Schmerz in ihrem bandagierten Arm, immer wenn sie versuchte ihn zu bewegen und in ihrer Lunge, wenn sie tief einatmete und anschließend husten musste.
      Doch viel schlimmer als der Schmerz war die Angst. Wo war Lily? Was war mit ihr geschehen? Das letzte, an das Alex sich erinnern konnte, war wie Lily Schwester ohnmächtig im Flur lag.

      Alex musste sich ablenken. Wieder sah sie sich im Raum um. Ein gerahmtes Foto auf dem Nachttisch fing ihren Blick.
      Es dämmerte ihr; dieses Foto hatte sie aus der Wohnung gerettet. Es war rußgeschwärzt und das Glas war in der Mitte gesprungen, doch ansonsten schien es heil zu sein. Sie nahm das Foto mit ihrem intakten Arm und wischte das Glas an ihrer Bettdecke ab.
      Das Foto zeigte die Familie Whitman auf einem Ausflug zum Jahrmarkt. Alex sah ihrem siebenjährigen Selbst in die Augen, das lachend in die Kamera blickte, in der rechten Hand den Stiel einer großen rosa Zuckerwatte, die linke Hand fest in der Hand eines großen dunkelhaarigen Mannes mit Smaragdgrünen Augen.
      Dies war der Grund, aus dem sie das Foto hatte retten wollen, auch wenn sie dafür zum dritten Mal über den brennenden Teppich musste. Das Foto war einer der wenigen Beweise dafür, dass Alex mal einen Vater gehabt hatte, auch wenn sie sich kaum noch an ihn erinnern konnte, denn wenige Wochen nach diesem Ausflug war er gestorben.
      Alex starrte weiter auf das Foto. Rechts neben Alex’ Vater stand ihre Mutter mit einem strahlenden Lächeln, wie Alex es seither nicht mehr bei ihr gesehen hatte und schob einen Kinderwagen vor sich her, in dem die winzige zweijährige Lily saß und in die Kamera lachte. Bei diesem Anblick füllten sich Alex’ Augen mit Tränen, die sie jedoch unwirsch wegwischte.

      Rasch stellte sie das Foto wieder auf den Nachttisch und dabei fing etwas anderes ihren Blick ein: Auf dem Nachttisch lag ein dunkelgrünes Stück Pappe, das offenbar unter dem Foto geklemmt hatte; eine Duel Monsters -Karte.
      Alex hob sie auf und als sie die Karte ansah, passierte etwas Merkwürdiges: Ein komisches Gefühl pulsierte plötzlich in ihrem bandagierten Arm und erweckte in ihr für kurze Zeit das drängende Bedürfnis, den Verband zu entfernen. Doch sie widerstand dem Bedürfnis und starrte stattdessen die Karte an.
      Wie sich herausstellte, war es nicht irgendeine Karte, sondern ein Titanen-Monster, mit einem Hintergrund in einem dunklen Türkisgrün und zwei goldenen Sternen mittig über dem Kartenbild. „Phönix der Wiedergeburt“ war der Name der Karte, von der Alex noch nie etwas gehört hatte. Das Kartenbild zeigte einen großen orangeroten Vogel, der emporzusteigen schien und dessen Schwanzfedern, Rücken und Flügelspitzen in Flammen standen.
      Alex fragte sich, wo diese Karte her kam, doch dann erinnerte sie sich: Als sie dort im Hausflur neben ihrer Schwester vor Erschöpfung zusammengebrochen war, war das letzte, was sie gesehen hatte, eine Karte, die sich aus einer Stichflamme gebildet hatte. Hatte sie sich das ganze also doch nicht eingebildet? War das hier die Karte?

      „Ah gut, du bist wach“, sagte plötzlich eine Stimme von der Tür her. Alex erschrak, sie hatte gar nicht bemerkt, dass ein Arzt das Zimmer betreten hatte.
      „Ich bin Doktor O’Brian. Dein Arzt“, stellte der sich vor. Er wirkte erschöpft und ein Blick aus dem Fenster verriet Alex, dass es mitten in der Nacht war. Mit einem Blick auf die Karte in Alex’ gesunder Hand fuhr Doktor O’Brian fort:
      „Die wurde neben dir gefunden. Gehört die dir?“

      Sie schüttelte den Kopf.

      „Auch gut, aber da war sonst niemand, dem sie hätte gehören können. Von daher spricht wohl nichts dagegen, wenn du sie behältst. Das ist eine starke Karte. Unter anderen Umständen würde ich sagen, dass du Glück hattest.“

      „Wo ist Lily?“, fragte Alex rasch und versuchte, die Furcht aus ihrer Stimme zu verbannen.

      „Keine Sorge. Deine Schwester ist am Leben. Ihr Zustand ist stabil“, antwortete der Arzt.

      „Ich will zu ihr“, sagte Alex bestimmt und richtete sich auf, was einen stechenden Schmerz in ihrer Brust verursachte.

      „Alles zu seiner Zeit, erst muss ich dich über deinen Zustand unterrichten“, sagte Doktor O’Brian und bedeutete Alex, sich wieder hinzulegen. Widerwillig ließ Alex sich wieder in ihr Kissen sinken.
      „Die gute Nachricht ist, dass deine Atemwege keine bleibenden Schäden vom Rauch behalten werden. Du wirst vielleicht in der nächsten Zeit immer wieder Hustenanfälle haben, doch das sollte spätestens nach ein paar Wochen vorüber sein“, erklärte Doktor O’Brian.

      „Und die schlechte Nachricht?“, fragte Alex. Sie wirkte überhaupt nicht besorgt, das schien den Arzt zu irritieren.

      „Nun…“, sagte er und seufzte, es schien ihn einiges an Überwindung zu kosten, das folgende Auszusprechen.
      „Dein linker Arm lag etwa eine halbe Stunde lang und der brennenden Tür begraben und hat dabei schwere Verbrennungen erlitten. Der Schmerz wird zwar nach ein paar Tagen vorüber sein, aber wahrscheinlich wirst du deutlich sichtbare Narben davontragen und die Bewegungsfähigkeit der Finger wird eingeschränkt bleiben.“
      Er sah Alex mit mitfühlendem Blick an. Was erwartete er? Dass sie weinte? Panische Fragen stellte? Den Ärzten die Schuld geben würde? Doch sie hatte nichts dergleichen vor. Dass sie selbst wahrscheinlich für immer entstellt sein würde, interessierte sie gerade wenig, nicht so lange sie nicht wusste, was mit Lily war, denn das, was Doktor O’Brian gesagt hatte linderte Alex’ Befürchtungen nur wenig.
      Denn wenn es Lily gut ginge oder ihr nichts fehlen würde, hätte Doktor O’Brian das auch gesagt. Aber nein, er hatte Alex nur versichert, das Lily am Leben war.

      „Ich will zu meiner Schwester“, sagte Alex. Es war weniger eine Bitte als ein Befehl.

      „Natürlich“, sagte Doktor O’Brian. Er ließ eine Krankenschwester mit einem Rollstuhl kommen, die Alex darin ein paar Stationen weiter schob, wo Doktor O’Brian die Tür einer Station öffnete, in der eine rothaarige Frau mit leerem Gesichtsausdruck saß. Es war der Gesichtsausdruck tiefster Trauer, der das Gesicht von Alex’ Mutter zeichnete, so tief, dass nicht einmal Tränen ihr Ausdruck verleihen konnten.
      Als Alex in den Raum geschoben wurde, wandte sich ihre Mutter langsam der Tür zu und als sie erkannte, wer dort in dem Rollstuhl saß, sprang sie von ihrem Stuhl auf. „Alex!“ Rief die Frau und stürmte auf diese zu.
      Alex stand auf. Ihr war ein wenig schwindelig, doch ansonsten bereitete ihr das Stehen keinerlei Probleme. Caroline Whitman schloss ihre älteste Tochter fest in die Arme und legte ihr Kinn auf deren Schulter; jetzt flossen ihr die Tränen wieder wie Wasserfälle über die Wangen.
      „Alex, es geht dir gut! Ich habe mir solche gemacht! Es tut mir so leid, es ist alles meine Schuld, ich hätte euch niemals alleine lassen dürfen!“, schluchzte sie.

      „Ist schon gut, Mum. Du kannst nichts dafür, du musstest arbeiten“, antwortete Alex beruhigend. Dann löste sie sich aus der Umarmung und wandte sich dem Bett zu.

      Da lag sie, Lily, das rote Haar um sie herum auf dem Kissen verteilt, mit geschlossenen Augen und das Kuriboh-Stofftier neben ihr. Sie wirkte ganz friedlich, fast als würde sie schlafen, aber etwas trübte diesen Eindruck: Eine Atemmaske aus durchsichtigem Plastik war ihr über Mund und Nase gebunden und mehrere Schläuche endeten in ihrem Körper.

      „Lily?“, flüsterte Alex, doch sie wusste, dass sie keine Antwort bekommen würde.

      „Oh Alex, es ist furchtbar…“, sagte ihre Mutter mit erstickter Stimme hinter Alex. Sie klang, als würde sie gleich wieder in Tränen ausbrechen.

      „Was ist mit ihr?“, fragte Alex an Dr. O’Brian gewendet. Der hatte wieder seine Mitleids-Miene aufgesetzt.

      „Deine Schwester hat eine schwere Rauchvergiftung erlitten“, sagte er.
      „Wäre sie bei Bewusstsein, müsste sie ohne Unterbrechung husten und würde schließlich daran ersticken. Deshalb mussten wir sie in ein künstliches Koma versetzen.“

      „Wie lange dauert es, bis sie wieder aufwacht?“, hakte Alex nach. Ihre Mutter an Lilys Bett schluchzte.

      „Es ist unmöglich das zu sagen“, sagte der Arzt und als er Alex’ Gesichtsaudruck sah, fügte er hinzu: „Theoretisch könnten wir sie heilen, aber das würde eine Spezialtherapie erfordern, die ist jedoch größtenteils unerprobt und die Krankenversicherung wird die Kosten deshalb nicht übernehmen, zumindest nicht ihre Krankenversicherung.“

      Alex schluckte. In einem früheren Leben hatte sich ihre Mutter mal über das Gesundheitssystem beschwert; darüber wie ungerecht dieses sei und den armen Leuten keine Chance ließe.
      Damals hatte Alex dies nicht interessiert, sie hatte das politische Thema wie üblich mit ihrer trotzigen „Wir können eh nichts ändern“ -Einstellung abgetan. Doch nun kam das Gesundheitssystem ihr plötzlich wie die größte Frechheit der Menschheitsgeschichte vor.

      „Wie viel?“, fragte sie tonlos. Wieder schluchzte ihre Mutter.

      „Das Krankenhaus müsste sich neue Geräte anschaffen und extra anlehren, dass müssen Sie natürlich nicht gänzlich bezahlen, aber…“, fing Dr. O’Brian an, aber Alex unterbrach ihn.

      „Wie viel?“ , drängte sie.

      „Etwa achttausend Dollar“, sagte der Arzt knapp.
      Damit hatte Alex nicht gerechnet. Ihre bislang noch grimmigen Gesichtszüge erschlafften und wieder fiel sie ihrer Mutter in die Arme. Diese fing wieder an zu weinen, und diesmal weinte Alex mit ihr. Denn auch wenn sie es nicht aussprechen mochten, eins war den beiden Frauen klar, die so eng umschlungen in diesem Krankenhauszimmer standen und sich die Augen ausweinten: Achttausend Dollar würden sie nie zusammenkriegen.

      ~


      Eine halbe Stunde später saß eine äußerst schlecht gelaunte Alex in ihrem Rollstuhl und wurde von der Schwester zurück in ihr Zimmer gebracht. Dr. O’Brian hatte sie mit ihrer Mutter zwar zunächst anstandshalber allein in ihrem Elend gelassen, doch dann war er zurückgekommen und hatte darauf bestanden, dass Alex in ihr Zimmer zurückgebracht wurde, die jedoch lieber die ganze Nacht mit ihrer Mutter bei Lily bleiben wollte.
      Alex hatte protestiert, doch schließlich musste sie nachgeben. Die ganzen Weg zurück sah mit missmutigem Blick geradeaus und sprach auch kein Wort, während die Krankenschwester ihr ins Bett half, ihr Medikamente einflößte und das Licht ausschaltete.
      Doch sobald die Schwester das Zimmer verlassen hatte, überkam Alex wieder eine Woge der Trauer und Erschöpfung, in der sie über eine Stunde lang zu ertrinken drohte, bis sie es nicht mehr aushielt und ihre Nachttischlampe einschaltete.
      Sie sah sich im Raum um und erneut blieb ihr Blick an der Karte hängen, die auf dem Nachttisch lag. Alex hob sie auf, um sie sich genauer anzusehen und dann geschah es noch einmal: Es merkwürdiger und starker Impuls zog durch ihren verbundenen Arm und erzeugte das drängende Bedürfnis, die Bandagen zu lösen, als ob die Karte in ihrer Hand sie darum bitten würde. Und diesmal beschloss sie, dem Bedürfnis nachzugehen.
      Zuerst zog sie sich die Schlinge über den Kopf und als sie den verbundenen Arm lang machte, löste dies einen stechenden Schmerz in ihrem Oberarm aus. Doch Alex biss die Zähne zusammen und machte weiter. Sie fing damit an, an dem Klebeband und dem Knoten herumzufrimeln, mit denen der Verband an ihrer Schulter befestigt war. Als sie diese gelöst hatte, konnte sie die Bandagen in kreisförmigen Bahnen abwickeln.
      Mit jedem Zentimeter, den sie freilegte, wurde der sengende Schmerz stärker und Alex schloss die Augen. Als sie fertig war, schlug sie die Augen auf und schrak vor dem zurück, was einmal ihr linker Arm gewesen war.

      Das gesamte Gliedmaß war, von ein paar abgestorbenen weißen Flecken einmal abgesehen, wundrot. Überall hatten sich lange, wirr verteilte und unterschiedlich breite Geschwülste gebildet, die dem Arm ein zerfurchtes Aussehen verliehen. Hie und da waren offene Stellen mit widerlichen gelben Krusten bedeckt und die Finger ihrer linken Hand waren steif und in unterschiedlichen Winkeln gekrümmt und jeder Versuch, sie zu bewegen, verursachte unerträgliche Schmerzen.

      Alex konnte es nicht fassen. Früher hätte sie die Information, dass sie einmal einen Arm voller Brandnarben haben würde, nicht interessiert. Vielleicht hätte sie es sogar cool gefunden, auf diese Weise gezeichnet zu sein, auf eine Weise, die zeigte dass sie im Gegensatz zu den anderen Mädchen, die peinlich genau auf ihr äußeres achten, eine Kämpferin war.
      Doch der Brand hatte sie verändert und zum wiederholten Mal in dieser Nacht wurde ihr bewusst, was für ein dummes kleines Mädchen sie vorher gewesen war. Denn jetzt war ihr eins klar: Mit jeder Narbe war auch eine Erinnerung verbunden, eine Erinnerung an Schmerz und Elend. Und von nun an würde sie jedes Mal, wenn sie ihren linken Arm betrachtete, an das Feuer denken müssen, das Feuer, das all das vernichtet hatte, für das sie und ihre Mutter so lange gearbeitet hatten und an den Tag, an dem sie ihre Schwester vielleicht für immer verloren hatte.

      Nun konnte Alex es nicht mehr ertragen. Sie versuchte gar nicht erst die Tränen zurückzuhalten, die aus ihren Augen liefen; versuchte das Feuer, das in ihren Erinnerungen immer noch brannte, mit den Tränen zu löschen, die jetzt wie reißende Flüsse ihre Wangen hinunterliefen.
      So saß sie da auf diesem Bett im klinisch reinen Krankenhauszimmer und versuchte ihr Elend in Tränen zu ertränken, als sie plötzlich einen stechenden Schmerz auf ihrem linken Unterarm wahrnahm, als ob jemand heißes Wachs auf das wunde Fleisch getröpfelt hätte.
      Sie starrte den Arm an. Eine ihrer Tränen hatte das Fleisch getroffen und dort den Schmerz sowie ein Zischen wie auf einer heißen Herdplatte hervorgerufen. Alex hatte aufgehört zu weinen und sah dabei zu, wie die Träne in den wunden Arm einzusickern schien und der Schmerz nachließ. Stattdessen fing die Stelle, an der ihre Träne das Fleisch berührt hatte und eingesunken war, wie von innen an zu leuchten.
      War Alex jetzt völlig übergeschnappt? Nach kurzer Zeit hörte das Leuchten auf und Alex traute ihren Augen nicht: Dort wo eben noch die Träne eingezogen war, hatte diese ein glattes und makelloses Stück Haut hinterlassen, das aussah wie eine Oase inmitten der hässlichen Brandnarben.
      Entgeistert starrte sie auf das plötzlich verheilte Stück Haut. Wie war das möglich? Minuten vorher war diese Schwelle noch rot und vernarbt gewesen. Hatte ihre Träne das bewirkt? Auch wenn Alex es sich nicht erklären konnte, so musste es sein.

      Plötzlich fasste sie einen Entschluss: Unter Anstrengung und Schmerzen hob sie ihren entstellten Arm an und wischte sich damit über ihr Gesicht, sodass das wunde Fleisch die restliche Feuchtigkeit in ihren Augen und die Tränen auf ihren Wangen aufsaugen konnte.

      Der Schmerz war unerträglich. Alex’ ganzer Körper verkrampfte sich unter der Anstrengung, keinen Mucks von sich zu geben. Als der Schmerz allmählich nachließ und Alex ihre Augen öffnete, schien ihr gesamter linker Arm von innen heraus golden und blendend hell zu glühen.
      Als das Leuchten nachließ war es, als wäre ein Wunder geschehen. Die Finger ihrer linken Hand ließen sich problemlos und schmerzfrei bewegen und als Alex mit der rechten Hand über die Haut fuhr, war diese glatt und frei von Narben und das streicheln verursachte keine Schmerzen. Es war, als wäre nie etwas mit ihrem Arm gewesen.

      Plötzlich wich ihre Verzweiflung einer umso größeren Entschlossenheit und Alex stürmte aus der Krankenstation hinaus auf den Flur, um zu Lilys Zimmer zu gelangen.

      „Mum!“, rief sie als sie angekommen war und die Tür unsanft aufgestoßen hatte. Überrascht stellte Alex fest, dass ihre Mutter nicht allein neben Lilys Bett saß und weder schlief noch weinte. Neben ihr saß Dr. O’Brian und beide hatten dampfende Pappbecher mit Kaffee in den Händen.

      „Alex… Was ist los?“, fragte ihre Mutter verwundert, doch Dr. O’Brian beantwortete die Frage:

      „Dein Arm…“ Er stand auf betastete das auf wundersame Weise geheilte Gliedmaß.
      „Das ist unmöglich… Wie ist das passiert?“, fragte er.
      Alex erzählte es ihm mit dem Unterschied, dass sie so tat, als hätte sie das wunde Fleisch nur mit ihrer intakten Hand berührt. Sie merkte, dass Dr. O’Brian ihr nicht glaubte, allerdings schien er auch keine bessere Erklärung parat zu haben und rief deshalb eine Krankenschwester, die Alex mitnahm um alle möglichen Untersuchungen durchzuführen, mit dem Ergebnis, dass ihr Arm völlig gesund war. Als die Ärzte endlich mit den Untersuchungen fertig waren und Alex zurück auf ihr Zimmer brachten, begann draußen vor dem Fenster die Sonne aufzugehen. Alex war so müde, dass sie sich nur noch in ihr Bett fallen ließ und schlief ein, ohne einen weiteren Gedanken an Lily oder ihre eigene wundersame Heilung zu verschwenden.

      ~


      Als sie später an diesem Morgen aufwachte, saß ihre Mutter neben ihrem Bett und lächelte sie müde an.
      „Guten Morgen.“, sagte sie. „Dr. O’Brian sagt, dass du gehen kannst. Du scheinst völlig gesund zu sein.“
      Dann ging sie hinaus, damit Alex sich anziehen konnte und gemeinsam besuchten sie noch einmal Lily und sagten mehr zu sich selbst als zu ihr, dass alles gut werden würde. Dann verließen sie das Krankenhaus um zu ihrer Wohnung zu gehen.
      In der U-Bahn ergriff ihre Mutter dann das Wort:

      „Als du vorhin in Lilys Station geplatzt bist, was wolltest du mir da sagen?“

      „Das wir jetzt stark sein müssen“, antwortete Alex. „Es bringt nichts, jetzt in Selbstmitleid zu versinken. Wenn ich aus eigener Kraft all diese Brandnarben heilen konnte, dann schaffen wir beide es auch, achttausend Dollar zu sammeln.“

      „Du hast recht“, sagte ihre Mutter und fuhr Alex durch das lange rote Haar. „Ich bin so stolz auf dich“, fuhr sie fort und blickte dann rasch aus dem Fenster, da sie, wenn sie jetzt in Alex’ Gesicht und damit die Augen ihres verstorbenen Mannes blicken würde, wahrscheinlich wieder weinen müsste.

      Obwohl Alex und ihre Mutter sich auf das schlimmste gefasst gemacht hatten, war es dennoch ein Schock für sie, als sie die Überreste ihrer alten Wohnung betraten. Alex war froh, dass sie und ihre Mutter soeben beschlossen hatten, stark zu bleiben, denn andernfalls wäre es ihnen wahrscheinlich nicht gelungen, beim Anblick der Ruinen dessen, was einmal ihr Zuhause gewesen war, keinen Nervenzusammenbruch zu erleiden.
      Alles in der kleinen Wohnung war rußgeschwärzt, und selbst wenn etwas nicht den Flammen zum Opfer gefallen war, war es voll mit klebrigem weißen Löschschaum und völlig durchnässt. Hier würde niemand mehr leben können.

      Während des ganzen Wohnungsbesuchs schwiegen Alex und ihre Mutter und sprachen erst wieder miteinander, als sie schon lange hinaus waren und darüber berieten, wo sie jetzt unterkommen sollten und beschlossen, erst einmal zu Mia und ihrer Familie zu gehen.

      ~


      Eine Viertelstunde später klingelte Alex an einer Eingangstür eines großen Reihenhauses. Mr. Anderson arbeitete stets den ganzen Tag hart in einem langweiligen Bürojob und konnte seiner Familie deshalb diesen kleinen Reihenhausabschnitt in einem netten äußeren Stadtbezirk bezahlen.
      Mias Mutter öffnete die Tür. Sie trug eine Schürze und hatte ihr hellbraunes Haar unordentlich zurückgebunden.

      „Caroline… Alex… Was macht ihr denn hier?“, fragte sie.

      „Können wir reinkommen?“, fragte Alex. Mrs. Anderson schien ihren Tonfall so deuten, dass etwas Schreckliches geschehen sein musste und wirkte besorgt.

      „Na klar, kommt rein. Ich ruf’ eben in der Schule an und sage bescheid, dass Mia nach Hause kommen soll“, sagte Mrs. Anderson und Alex und ihre Mutter folgten ihr ins Wohnzimmer, wo achtlos Gegenstände an Orte gestellt wurden, wo gerade Platz war und ein Staubsauger an einer Wand lehnte. Offenbar war Mrs. Anderson gerade mitten im Wochenputz gewesen.
      Sie setzten sich und als Mrs. Anderson mit drei Gläsern und einer Karaffe Eistee aus der Küche zurückkam, sagte sie immer noch hoch besorgt:
      Mia müsste gleich da sein. Was ist denn passiert?“

      Mit tonloser Stimme berichtete Alex von den Ereignissen der letzten 20 Stunden, während ihre Mutter schweigend zuhörte. Als sie fertig war, lag der Kopf ihrer Mutter auf der Schulter von Mrs. Anderson und sie schien mit den Tränen zu kämpfen.

      „Mia kommt bestimmt gleich. Möchtest du in ihrem Zimmer auf sie warten?“, fragte Mrs. Anderson. Dankbar darüber, eine Ausrede zu haben um aus dieser Gesellschaft zu entkommen verließ Alex das Wohnzimmer und stieg eine Treppe empor.

      Obwohl Mia von ihrer Persönlichkeit her nicht viel Mädchenhafter war als Alex, sah ihr Zimmer genau so aus, wie man sich das Zimmer eines sechzehnjährigen Mädchens vorstellte.
      Auf dem Boden lagen Klamotten verstreut, auf dem Bett und der Fensterbank hatte sich eine beträchtliche Menge von Kuscheltieren gesammelt und die Wände waren voll mit Postern von Profiduellanten. Neben dem gleich mehrfach vertretenen Evan Drake waren dabei auch einige Poster von Legenden wie Zane Truesdale, Aster Phoenix oder dem König der Spiele, Yugi Muto, persönlich.
      Alex setzte sich auf das Bett und starrte zornig die Poster an. In diesem Moment hasste sie sie alle; diese einst großen Namen, wie sie dort vor ihren Lieblingsmonstern posierten, die jetzt jedoch nur noch irgendwelche Langweiler in den späten Dreißigern waren, die zurückgezogen in ihren Schickimicki-Appartements im Stadtzentrum lebten und keine Ahnung davon hatten, wie das Leben da draußen wirklich aussah.
      Sie alle könnten Lilys Behandlung zehnmal bezahlen und wahrscheinlich würden sie es nicht einmal merken. Doch keiner von ihnen würde es tun. Denn im Grunde waren sie genau wie all die anderen reichen Schnösel: Denen war egal, wie viele Menschen in bitterer Armut versauerten, solange nur sie selbst weiter ihr Luxusleben führen konnten…

      Ein paar Minuten saß Alex alleine und wütend auf dem Bett, bis eine hochbesorgte und schwer atmende Mia kam herein.
      „Alex?“, sagte sie. „Was ist los? Warum warst du nicht in der Schule?“

      Beim Anblick ihrer Freundin schwand Alex’ Zorn und die Trauer breitete sich wieder in ihr aus. Wortlos stand sie auf, ging auf Mia zu und viel ihr in die Arme. Mia hörte auf, Fragen zu stellen und legte ihr Kinn auf Alex’ Schulter.
      Wie so dastand in den Armen ihrer besten Freundin und die Tränen wieder flossen, fragte sich Alex, ob ihre Mutter und Mrs. Anderson eine Etage tiefer das gleiche taten.

      ~


      Einige Stunden später hatte sich Alex wieder gefasst und war zusammen mit Mia und ihren achtjährigen Zwillingsbrüdern Jimmy und Steven auf den Spielplatz gegangen.
      Während die beiden Kinder sich mit unsichtbaren Duel Discs duellierten, hatte Alex Mia den Phönix der Wiedergeburt gezeigt, den man neben ihr gefunden hatte.

      „Das ist ja so cool!“, sagte Mia begeistert. „Du hast jetzt tatsächlich ein Titanen-Monster!“

      „Sieht ganz so aus“, antwortete Alex. „Warum sollte man auch hunderte von Dollar für eins davon bezahlen, wenn man anscheinend nur seine Wohnung abzufackeln braucht.“

      „Du meinst also, dass das etwas mit dem Brand zu tun hat?“, fragte Mia.

      „Ach, keine Ahnung. Aber komisch ist es schon, dass in meinem Viertel einfach so ein Titanen-Monster rumliegt, meinst du nicht?“

      „Weißt du was ich glaube?“

      „Na da bin ich aber gespannt“

      „Meinst du nicht, das Universum könnte dir diese Karte geschickt haben, als Belohnung dafür, dass du Lily gerettet hast?“

      „Das Universum hat mir eine Karte geschickt?“, fragte Alex skeptisch. „Ich glaube du hast zu viele Battle City –Legenden gehört.“

      „Aber überleg’ doch mal“, fing Mia an. „Ist es nicht ein Wahnsinns-Zufall, dass es ausgerechnet ein Vogel ist? Und sagtest du nicht, die Karte sei aus dem Feuer entstanden?“

      „Da war ich komplett benebelt und voller Adrenalin. Ich habe überall nur noch Feuer gesehen“, redete sich Alex heraus, aber im Grunde log sie sich selbst an. Sie wusste genau, was sie gesehen hatte.

      Mia hatte jetzt ihre komische Verschwörungstheorie aufgegeben und sagte stattdessen: „Du warst schon vorher sehr stark, aber jetzt wo du diese Karte hast, da hast du dieses Stipendium so gut wie in der Tasche!“

      „Aber es ist ein Feuer-Monster. Wenn ich ihn spielen will, muss ich ein paar Feuer-Monster in mein Deck aufnehmen“, sagte Alex. „Und ohnehin, ich könnte dieses Stipendium doch unmöglich annehmen. Ich muss jetzt für Lily da sein und kann nicht einfach auf die Duellakademie abhauen.“

      Mia machte Anstalten, Alex zu trösten, aber dann wurden sie von dem lauten Geschrei der Brüder abgelenkt. Steven hatte gerade mit einer erfundenen Ausrüstungszauberkarte die Angriffspunkte seines Monsters auf Unendlich erhöht und damit das imaginäre Duell gewonnen.

      „Steven hat mich besiegt“, jammerte Jimmy.

      „Und das obwohl du fünf Slifers auf dem Feld hattest?“, fragte Mia belustigt.

      „Ja.“, antwortete Jimmy weinerlich.

      „Na kommt, was haltet ihr davon, wenn ich euch ein Eis kaufen gehe?“, fragte Mia. Ihre Brüder hörten sofort auf zu streiten und gemeinsam gingen die vier zum Kiosk in der Nähe des Spielplatzes.

      Als sie zurückkamen und Jimmy und Steven jeweils ein Eis am Stiel schleckten, bemerkten sie jedoch aus der Ferne etwas: Ein Junge in Alex’ und Mias Alter griff nach etwas, das auf der Bank lag, wo Mia und Alex eben noch gesessen hatten.
      Alex begriff: Das waren die Decks von Steven und Jimmy die sie dort hatten liegen lassen.

      „Hey! Die gehören dir nicht!“, rief Mia zornig, der Junge, der stachelige gelbe Haare hatte, schnappte sich die Decks und rannte davon. Sofort rannten Mia und Alex ihm hinterher.
      Eine Weile lang jagten sie einander über den Spielplatz, dann hatten Alex und Mia den Jungen vor einem Maschendrahtzaun in die Enge getrieben. Jimmy und Steven kamen hinterher.

      „Gib’ uns unsere Karten zurück!“, rief Jimmy tapfer.

      „Keine Chance! Selbst Schuld, wenn ihr die einfach so rumliegen lasst!“, sagte der Junge.

      „Idiot! Was fällt dir ein, einfach mit den Karten eines anderen abzuhauen?“, fragte Mia zornig.

      „Die lagen einfach da rum, deshalb habe ich sie angesehen und festgestellt, dass da ein paar wirklich gute Karten bei sind. Diese Gören wissen doch gar nicht, wie man damit umgeht! Sie haben es nicht verdient, diese Karten zu besitzen!“

      „Was soll das jetzt wieder heißen?!“, fragte Alex und ballte die Fäuste. Sie konnte sich selbst nicht erklären, warum sie so zornig war. Schließlich hatte sie es nicht zum ersten Mal mit solchen Spackos zu tun.
      „Das sind Kinder“, fuhr sie fort, „Natürlich sind sie noch nicht so gut im Duellieren. Das ist noch lange kein Grund für dich, sie zu bestehlen! Was gibt dir das Recht dazu?!“

      „Was mir das Recht dazu gibt?“, sagte der Junge verächtlich. „Ich sag’ dir mal was, Kleine: Hier gilt das Recht des Stärkeren. Wenn ich die Karten dieser Gören haben will, dann kann ich sie auch haben!“

      Jetzt konnte sich Alex nicht mehr halten. Ihr Zorn übermannte sie und sie packte den T-Shirt-Kragen des Jungen. Allmählich dämmerte ihr auch, warum sie so zornig war. „Das Recht des Stärkeren“, dieser Junge war die Verkörperung von all dessen, was sie an dieser Welt so hasste: Diejenigen, die ohnehin schon im Vorteil waren, nutzten diesen weiter aus um sich noch weiter zu bereichern.
      In diesem Moment wollte Alex all ihren Frust über diese Ungerechtigkeit an diesem Jungen auslassen, doch dann geschah etwas Merkwürdiges: Die Hand, mit der sie den Kragen des Jungen gepackt hatte, fing Feuer.

      Mia und ihre Brüder schrien spitz auf und Alex war so erschrocken über die Flammen, die plötzlich um ihre Finger züngelten, dass die den Jungen losließ.
      Erst ihre Tränen, mit denen sie ihren linken Arm auf mysteriöse Weise geheilt hatte, und jetzt das. Doch die Flammen verursachten keinen Schmerz an ihrer Hand, nur eine angenehme Wärme und das T-Shirt des Jungen schien auch unversehrt.

      „Was soll das?“, fragte dieser ängstlich und starrte auf Alex’ brennende Hand. Deren Besitzerin war jetzt wieder zornig und richtete die brennende Faust drohend auf den Jungen.
      „Ist ja gut“, sagte der Junge immer noch eingeschüchtert. „Ich geb’ die Karten zurück. Aber lass’ mich in Ruhe!“
      Mia und die Zwillinge strahlten, aber das war Alex noch nicht genug. So einfach würde sie diesen Kerl nicht davonkommen lassen!

      „Nein!“, sagte sie bestimmt. „Du glaubst an das Recht des Stärkeren, ja? Dann lass uns sehen, wer von uns der Stärkere ist! Wir duellieren uns, und wenn ich gewinne, gibst du die Karten zurück und schwörst, nie wieder unschuldige Kinder zu bestehlen!“
      Der Junge schien sich jetzt wieder gefasst zu haben und als er sprach waren sein Gesicht und seine Stimmer wieder voller Verachtung.

      „Wie du willst. Ich weiß zwar nicht, was für ein Freak du bist, aber im Duell hast du keine Chance gegen mich!“, sagte er.

      „Das werden wir ja sehen“, antwortete Alex.

      ~


      Kurze Zeit standen der Junge und Alex, die für ihre Duel Disc für solche Fälle immer dabei hatte, sich am Rande des Spielplatzes gegenüber.

      „Los, Duell!“ Sagten beide wie im Chor und zogen fünf Karten aus ihren Decks.

      „Ich fange an!“, rief der Junge. „Ich beschwöre ein Monster im Angriffsmodus! Komm schon raus, Beschwörer-Ordensritter!“
      Das Hologramm eines Ritters in Roter Rüstung tauchte vor dem Jungen auf, der in der rechten Hand ein krummes Schwert trug und von dessen linker Hand sich eine große Flamme ausbreitete (ATK: 1900). Welch eine Ironie, dachte Alex, wo der Typ doch eben noch so einen Schiss vor ihrer eigenen brennenden Hand gehabt hatte. „Ich setze noch eine Karte verdeckt und beende meinen Zug.“ Schloss der Junge.

      „Mehr hast du nicht drauf?“, fragte Alex und beschloss, etwas auszuprobieren. Bevor sie weiter sprach, versuchte sie noch einmal, ihren Zorn zu bündeln und in ihre Hand zu leiten. „Ich bin dran! Ich ziehe!“
      Und tatsächlich, als sie nach der obersten Karte ihres Decks griff und sie mit unnötig viel Schwung herauszog, loderten erneut Flammen an ihrer rechten Hand auf und zogen eine orange-rote Schliere durch die Luft.
      „Da du ein Monster kontrollierst und ich keine Karten kontrolliere, kann ich Kikeriki-Kikeriki von meiner Hand als Spezialbeschwörung beschwören, aber seine Stufe wird auf 4 gesenkt!“, sagte sie und legte eine Karte horizontal ausgerichtet auf ihre Duel Disc. Ein fettes und übergroßes weißes Zeichentrick-Huhn tauchte auf dem Feld gegenüber von dem roten Ritter auf (DEF: 2000).
      „Doch er wird nicht allzu lange bleiben!“, sagte Alex. „Ich biete Kikeriki-Kikeriki als Tribut an, um meine Troposphäre zu beschwören!“
      Diesmal klatschte Alex das Monster mit mehr Wucht auf die Duel Disc und erneut loderten Flammen an ihrer Hand auf. Der fette Gockel verschwand und machte stattdessen einem Monster Platz, das viel eher nach Alex’ Geschmack war. Aus einem grünen Wirbelwind erschien ein großer Vogelmensch mit blauem Gefieder und gelbem Schnabel, der ein weißes und goldenes Gewand trug. (ATK: 2400)
      „Los, Troposphäre! Knöpf’ dir seinen Beschwörer-Ordensritter vor!“, forderte Alex ihr Monster auf, das nun mit ausgestreckter Krallenhand auf den roten Ritter zuflog.

      „Nicht so schnell!“, rief der Junge und deckte seine verdeckte Karte auf. „Ich aktiviere die Falle Sakuretsu-Rüstung! Damit ist deine Troposphäre Geschichte!“

      „Oh, ich hätte dir noch etwas sagen sollen“, sagte Alex mit gespieltem schuldbewussten Unterton. „Meine Troposphäre ist immun gegen sämtliche Fallenkarten!“
      Der Junge wirkte grimmig, sagte aber nichts und Alex’ Monster verpasste dem roten Ritter einen saftigen Kratzer mit seiner Klauen und das Hologramm des Ritters löste sich in Luft auf. (Gegner: LP 4000 -> 3500).
      „Ich denke, das reicht fürs erste“, sagte Alex. „Ich beende meinen Zug!“

      „Gut, dann bin ich dran!“, rief der Junge. „Ich ziehe!“
      Er betrachtete die gezogene Karte und ein selbstzufriedenes Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus.
      „Ich aktiviere den Effekt von Treuer Krieger in meiner Hand! Wenn ich einen Ausrüstungszauber abwerfe, kann ich ihn als Spezialbeschwörung beschwören!“ Ein wild aussehender Krieger mit schwarzem Pferdeschwanz kniete sich vor dem Jungen hin und verbarg seinen Oberkörper hinter seinem Schild (DEF: 800).
      „Aber es kommt noch besser! Wenn ich Treuer Krieger als Tribut für die Tributbeschwörung eines Monsters vom Typ Krieger anbiete, kann er als zwei Tribute gezählt werden!“
      Alex sagte nichts, sondern zog nur die Brauen etwas zusammen. Was würde jetzt kommen?

      „Also los!“, rief der Junge. „Ich biete Treuer Krieger als Tribut an, um Gilford die Legende zu beschwören!“
      Das Monster des Jungen machte hielt sein Schwert in die Höhe wie für einen Schwur und verschwand anschließend. An seine Stelle trat das drei Meter hohe Hologramm eines furchteinflößenden Kriegers. Er hatte langes, wehendes, rotes Haar und trug einen langen braunen Umhang. Sein Gesicht war von einer schwarzen Maske umschlossen, durch die seine Augen nur noch als ein grünes Leuchten zu erkennen waren und zwei große gebogene Hörner waren neben den Augen an der Maske befestigt. In den Händen hielt der Krieger ein riesiges Schwert (ATK: 2600).

      „Jetzt aktiviert sich Gilfords Effekt!“, rief der Junge Siegessicher. Alex starrte grimmig auf sein Monster. Gegen diesen Typen hatte ihre Troposphäre keine Chance. „Wenn er als Normalbeschwörung beschworen wird, kann ich ihn mit beliebig vielen Ausrüstungszauberkarten von meinem Friedhof ausrüsten! Ich habe dort zwar nur eine, aber die wird dein Untergang sein! Los, Megawandler!“, rief der Junge.

      „Wie bitte?!“, fragte Alex. Sie kannte den Effekt von Megawandler und wusste, dass sie jetzt ein ziemliches Problem bekommen würde. Doch es war zu spät, schon glühte das Monster des Jungen in einem unheilvollen roten Licht auf.

      „Da ich gerade weniger Lebenspunkte habe als du, werden die Angriffspunkte meines Monsters durch Megawandler verdoppelt!“, rief der Junge.
      (Gilford die Legende: ATK 2600 -> 5200)

      „Oh Mann…“, sagte Mia am Rande des Spielfelds.

      „Und jetzt los, Gilford! Zeig es ihrer Troposphäre mit Mega-Schwert der Legende!“ Rief der Jung und der unheimliche Krieger hob sein gigantisches, im roten Licht des Megawandlers leuchtendes Schwert hoch über den Kopf und stürmte über das Spielfeld. Dann holte er aus und mit einem mächtigen kreisenden Hieb traf er seitlich in den Bauch von Alex’ Monster, das einen gequälten Vogelschrei ausstieß und sich anschließend in Luft auflöste. Die Schockwelle, die der Angriff auslöste, war so stark, dass sie Alex in die Knie zwang. (Alex: LP 4000 -> 1200)

      Sie stand auf und sagte dann: „Gut, dieser Angriff war ganz in Ordnung, aber ich habe eine schlechte Neuigkeit für dich: Jetzt hast du viel mehr Lebenspunkte als ich, deshalb werden die Angriffspunkte deines Monsters zum Halben seiner ursprünglichen Angriffspunkte!“
      Und tatsächlich, das rote Licht um den Krieger wurde lila und zwang den Krieger offenbar unter Schmerzen in die Knie. (Gilford die Legende: ATK 5200 -> 1300)

      „Dann wollen wir das mal schnell ändern!“, sagte der Junge und zog eine Karte aus seinem Blatt. „Ich aktiviere den Schnellzauber Wechsel der Waffen! Damit kann ich Megawandler zerstören und meinen Gilford stattdessen mit einem anderen Ausrüstungszauber von meinem Deck ausrüsten! Und ich entscheide mich für Angriffsschild!“ Der unheimliche Krieger stand auf und machte eine Bewegung, als wolle er die Ketten sprengen, mit denen er gefesselt war. Das violette Licht verschwand und stattdessen tauchte auf dem Spielfeld des Jungen ein Runder Schild auf, an dem fünf Eisendornen befestigt waren, mit dem der Krieger sich jetzt ausrüstete.
      (Gilford die Legende: ATK 1300 -> 3600)

      Angriffsschild kann nur ein Monster ausrüsten, das als Normalbeschwörung beschworen wurde! Es erhält dann 1000 Extra-Angriffspunkte und ich nehme keinen Kampfschaden aus Kämpfen mit dem Monster! Das war’s. Ich beende meinen Zug.“

      Na toll, dachte sich Alex, aber trotzdem fuhr sie selbstsicher fort: „Ist das alles was du kannst? Ich bin dran, ich ziehe!“
      Sie sah sich die gezogene Karte an und war enttäuscht darüber, die einzige Fusionskarte in ihrem Deck zu sehen, denn wenn sie mit Fusion mit geheimen Kräften ihren Gestraften Adler beschwören wollte, brauchte sie dafür Blaugeflügelte Krone. Deshalb sah sich die anderen Karten in ihrem Blatt an und ihr Blick blieb an einem anderen normalen Monster hängen: Roter Totenkopfvogel.
      Wo kam der denn her? Den hatte sie noch nie gespielt. Aber dann fiel ihr etwas ein: Damals vor fünf Tagen – es kam ihr vor wie in einem anderen Leben – Hatte sie diese Karte in ihr Deck integriert, nachdem ein kleiner Junge namens Tim, den sie vor einem anderen Fiesling beschütz hatte, ihr ein Fusionsmonster geschenkt hatte.
      Seitdem hatte sie sich nicht mehr duelliert und deshalb waren die Karten bei ihr wohl in Vergessenheit geraten. Aber nun würde sie Tims Geschenk endlich nutzen.

      „Ich beschwöre Roter Totenkopfvogel im Angriffsmodus!“, rief sie. Das Hologramm eines unheimlichen roten Vogels, der auf einem Totenschädel saß, erschien auf dem Kampffeld (ATK: 1550). Jetzt war die Zeit für ihre frisch gezogene Karte gekommen. Sie zog die Zauberkarte, auf der der Rotäugige Schwarze Drache vor einem roten Magiekreis zu sehen war, aus ihrem Blatt und rief: „Ich aktiviere den Zauber Fusion mit geheimen Kräften! Wenn ich jetzt eins meiner normalen Monster auf den Friedhof schicke, kann ich ein Nichteffekt-Fusionsmonster von meinem Extra Deck beschwören, solange es mein normales Monster als Fusionsmaterial auflistet! Ich schicke jetzt also meinen Roten Totenkopfvogel auf den Friedhof und beschwöre ein Fusionsmonster! Ein kleiner Junge hat mir diese Karte geschenkt, als ich ihn vor einem Typen wie dich beschützt habe, der ihm sein Geld abnehmen wollte, und nun wird dir dieses Geschenk zum Verhängnis werden! Erscheine, Scharlachroter Sonnenvogel!“

      Der unheimliche rote Vogel ging in Flammen auf und an seine Stelle trat an riesiger, wunderschöner roter Vogel mit gelbem Hals und Lila Flügeln, der majestätisch sang. (ATK: 2300)

      „Und wenn schon.“ Sagte der Junge abfällig. „Dein ach so tolles Geschenk hat trotzdem viel weniger Angriffspunkte als mein Gilford!“

      Alex starrte ihn nur hasserfüllt an, denn im Grunde wusste sie, dass er recht hatte. Wenn sie sich nicht bald etwas einfallen ließ, steckte sie ganz schön tief in der Tinte. Verzweifelt suchte sie ihr Blatt und ihre Duel Disc ab und da bemerkte sie etwas. Ein kleines Detail, das früher nie von belang für sie war, doch jetzt, wo sie ein Titanen-Monster besaß von entscheidender Wichtigkeit war: Scharlachroter Sonnenvogel war ein Feuer-Monster!
      Eine neue Woge von Entschlossenheit überkam sie und jetzt tänzelten dünne Flammen an ihren Armen entlang. Sie versuchte die Vorfreude über das, was sie jetzt tun würde aus ihrer Stimme zu verbannen und rief:
      „Warts nur ab, denn mein ach so tolles Geschenk hat mir ein Feuer-Monster aufs Feld gebracht!“

      „Moment… Heißt das…“, sagte der Junge verunsichert, aber Alex unterbrach ihn.

      „Ja, ich denke schon! Ich mische Roter Totenkopfvogel vom Typ Geflügeltes Ungeheuer von meinem Friedhof und Scharlachroter Sonnenvogel vom Attribut Feuer von meinem Feld ins Deck zurück!“

      „Unmöglich!“, sagte der Junge entsetzt, doch Alex hatte es bereits getan. Während sie eigentlich nur den Totenkopfvogel vom Friedhof holte und zurück ins Deck steckte und den Sonnenvogel ins Extra Deck zurücklegte, ließ ihre Duel Disc das ganze etwas spektakulärer aussehen: Scharlachroter Sonnenvogel stieg empor und verwandelte sich dabei zurück in eine lila Karte. Zu ihr gesellte sich die gelbliche Karte des Roten Totenkopfvogels und gemeinsam stiegen die Karten immer höher empor und umkreisten sich dabei anmutig.

      „Die Kraft des Feuers und die Kraft der Vögel, vereint euch und entfesselt eine neue Kraft!“, rief sie und griff mit brennenden Fingern in ihr Extra Deck, aus dem sie eine Karte zog, die sie hoch in die Luft hielt. „Titanen-Beschwörung! Erscheine, Phönix der Wiedergeburt!“

      Die Flammen an ihrer rechten Hand waren nun größer als jemals zuvor während dieses Duells und mit ihnen klatschte sie dunkelgrüne Karte auf ihre Duel Disc. Während sie das tat bildete sich in Sekundenbruchteilen eine leuchtende Sphäre um die beiden Karten in der Luft, aus der ein blendend heller Lichtblitz auf die Erde schoss und mit einem lauten Knall in den Asphalt einschlug.
      Geblendet schloss Alex die Augen und als sie sie wieder öffnete, war an der Einschlagstelle ein riesiges Feuer mit einer Art großer Kugel im Kern entstanden. Langsam breitenden sich aus der Flamme riesige brennende Schwingen aus, anschließend ein langer Hals mit einem geschnäbelten Kopf. Als Flügel und Hals sich voll ausgestreckt hatten, schoss das Geschöpf mit einem lauten Schrei in die Höhe, wobei der größte Teil der Flammen, die es umgaben, erlosch.
      Schwer beeindruckt starrte Alex in den Himmel, wo über dem Duellfeld ein riesiger roter und orangener Vogel schwebte, dessen Rücken, Schwanzfedern und Flügelspitzen in Flammen standen. (ATK: 2500)

      Mia und die Zwillinge jubelten. „Du bist die coolste!“, rief Mia.

      „Schön, dann hast du eben ein Titanen-Monster!“, sagte der Junge, der offenbar versuchte, unbeeindruckt statt neidisch zu klingen. „Nur ein Grund mehr für mich, dir dein Deck abzunehmen! Gegen meinen Gilford hat er trotzdem keine Chance!“

      „Abwarten“, sagte Alex. „Also los, greif seinen Gilford an!“
      Der riesige Vogel stieg höher empor und machte sich zum Sturzflug bereit. Der Junge jedoch lachte wie wahnsinnig.

      „Was ist los? Bist du so verzweifelt, dass du das ganze schnell beenden willst?“, fragte er hämisch.

      „Eher nicht“, antwortete Alex. „Ich aktiviere den Effekt meines Phönix! Wenn er gegen ein Monster kämpft, das mehr Angriffspunkte hat als er selbst, kann ich Lebenspunkte in der Höhe der Differenz bezahlen und meinen Phönix ebenso viele Angriffspunkte erhalten lassen! Also los, Flamme der Aufopferung!“

      „Waas?!“, rief Mia. „Bist du wahnsinnig, dann hast du doch kaum noch Lebenspunkte!“

      „Aber immer noch genug, um zu gewinnen!“, antwortete Alex. „Los jetzt, Phönix der Wiedergeburt, Brennender Zorn!“
      Der Phönix schoss hinab direkt auf den unheimlichen Krieger zu, wobei er Feuer fing und wie ein Komet einen Schweif aus Flammen hinter sich herzog.
      (Alex: LP 1200 -> 100 / Phönix der Wiedergeburt: ATK 2500 -> 3600)
      Der Krieger holte mit seinem Schwert aus und der brennende Vogel schoss direkt durch die Klinge hindurch auf die Brust des Kriegers zu. Beim Aufprall gab es eine laute Explosion und eine dichte Rauchwolke entstand. Als diese sich legte war das Feld komplett leer.

      „Gut, du hast meinen Gilford besiegt. Aber dein Monster ist dabei genau so draufgegangen und du hast nur noch 100 Lebenspunkte! Mein Sieg ist nur noch eine Frage der Zeit“, sagte der Junge.

      Alex achtete nicht auf ihn und sagte stattdessen: „Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug!“
      Der Junge wollte gerade wieder spöttisch lachen und einen Kommentar abgeben, doch Alex unterbrach ihn: „Jetzt aktiviert sich der Effekt meines Phönix!“

      „Wie bitte?!“ Fragte der Junge irritiert.

      „Du hast richtig gehört! Am Ende jedes Zuges, in dem Phönix der Wiedergeburt durch Kampf zerstört wurde kann ich ihn als Spezialbeschwörung vom Friedhof beschwören! Also los, kehre zurück zu mir, Phönix der Wiedergeburt! Flammende Rückkehr!“
      Erneut tat sich eine riesige Stichflamme auf dem Spielfeld auf, aus der der Phönix anmutig aufstieg und in der Luft stehen blieb. Alex sah hoch zu ihrem Monster, das, so könnte sie schwören, ihren Blick mit Schönen braunen Augen erwiderte. Augen, die ihr sehr bekannt vorkamen und die Alex mit einem interessierten Blick musterten.

      „Gut, dann bin ich dran!“, rief der Junge, aber er wirkte irritiert. Was immer er noch in der Hand hatte, hilfreich war es nicht.
      „Ich ziehe!“ Sagte er und als er die gezogene Karte betrachtete, grinste er zufrieden. „Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug!“

      „Gut, dann aktiviere ich die Falle Staubtornado!“ Antwortete Alex und drehte die Karte um. „Damit kannst du dich gleich wieder von deiner gesetzen Karte verabschieden!“
      Ein Wirbelsturm entstand aus dem vergrößerten Hologramm von Alex’ Fallenkarte und wehte über das Feld, auf dessen anderer Seite er das verdeckte Entkräftigungsschild des Jungen aufdeckte und zerstörte. Der Junge selbst sah zornig drein.

      „Ich bin dran, ich ziehe!“, rief Alex und zog mit brennender Hand eine Zauberkarte von ihrem Deck. Genau das, was sie jetzt brauchte.
      „Ich aktiviere den Zauber Heulender Wind! Damit erhält eines meiner Monster bis zur End Phase 1000 Extra-Angriffspunkte!“

      „Waas? Nein!“, rief der Junge, doch schon leuchtete der Phönix in einem grünen Licht auf, breitete die Flügel aus und stieß einen kräftigen Vogelschrei aus.
      (ATK: 2500 -> 3500)

      „Los, Phönix der Wiedergeburt! Beende dieses Duell mit brennender Zorn!“, rief Alex und stieß ihre brennende Faust in die Luft in Richtung des Jungen. Der riesige orange-rote Vogel stieg währenddessen in die Lüfte und machte begann einen Sturzflug auf den Jungen, den er anschließend mit brennenden Schwingen schlug, sodass dieser schrie und auf die Knie sank. (Gegner: LP 3500 -> 0)

      Alex fuhr ihre Duel Disc ein und ging hinüber zum Jungen, der wie gebannt auf Alex’ Hände starrte. Ohne große Widerworte gab er den Zwillingen ihre Decks wieder und sah zu, dass er vom Spielplatz wegkam. Alex ließ sich anschließend eine Weile von Mia und ihren Brüdern feiern und als diese schließlich wieder mit ihren Decks losrannten, um sich eine Revanche zu liefern, wandte Mia sich Alex zu.

      „Was war bloß mit deinen Händen los?“ Fragte sie und ihre Stimme war ein ehrfürchtiges Flüstern.

      „Keine Ahnung.“ Antwortete Alex wahrheitsgemäß.

      Noch auf dem gesamten Rückweg diskutierten Alex und Mia ergebnislos über Alex’ plötzlich erwachte Kräfte, als sie jedoch vor Mias Haustür standen stellte sich Alex nervös die Frage, in welcher Verfassung ihre Mutter mittlerweile wohl sein mochte.
      Doch schien sie sich wieder eingekriegt zu haben, denn als die beiden Mädchen und die Zwillinge den Reihenhausabschnitt betraten, stand Alex’ Mutter zusammen mit Mrs. Anderson in der Küche und half jener beim Kochen, wobei beide lautstark einen alten Popsong aus dem Radio mitsangen.
      Auch Mr. Anderson war inzwischen nach Hause gekommen. Er saß erschöpft und ausgelaugt in einem Sessel, wo er sofort von seinen Söhnen belagert wurde, die ihm aufgeregt von den Geschehnissen auf dem Spielplatz erzählten. Doch Alex hörte nicht richtig zu, denn sie war immer noch fest mit dem Nachdenken über die Geschehnisse der vergangenen 24 Stunden beschäftigt. Zuerst hatte ihre Wohnung gebrannt und eine Stichflamme hatte ein Titanen-Monster hinterlassen. Dann konnte sie ihre Brandnarben mit ihren eigenen Tränen heilen und schließlich konnte sie, wenn sie zornig wurde, plötzlich Flammen aus ihrem Körper sprießen lassen. Sehr merkwürdig war das alles…

      Ab nun hängt es dann von euch ab, wie es weitergeht. Denn ich habe beschlossen, erst Kapitel 4 zu posten, wenn ich etwas Feedback erhalten habe. Nicht etwa, weil ich so sauer bin, sondern einfach wil ich keinen Sinn darin sehe, meine Fanfic weiter zu veröffentlichen, wenn ich nicht einmal weiß, ob sie irgendjemand liest, denn dann kann ich sie auch für mich behalten. Ich werde auch trotzdem weiter schreiben, um meinen Vorsprung weiter auszubauen, ob diese neuen Kapitel dann veröffentlicht werden, liegt an euch.
      EDIT: Es tut mir leid, was ich hier geschrieben habe. Ich war beim Verfassen genervt und unsicher (siehe übernächster Post). Es halt sehr schwierig, jetzt in der Anfangsphase ohne Resonanz ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das, was man tut, aufgenommen wird. Deshalb bitte ich euch, euch nicht mit eurer Meinung zurückzuhalten, auch wenn ich natürlich niemanden zum Kommentieren zwingen kann. Weitergehen tut es trotzdem :)
      Dateien
      • Kapitel 3.pdf

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      Serie 1 / Serie 2

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      Anmerkungen zur Folge
      - Auch hier gilt wieder, dass ich weder Recherchen zu den Folgen von Bränden betrieben habe (Lediglich eine Google-Bildersuche unter dem Stichwort „Brandnarben Arm“) , noch eigene Erfahrungen diesbezüglich. Für die erste Hälfte des Kapitels (im Krankenhaus) ist medizinische Genauigkeit der Darstellungen also nicht garantiert.

      - Das Kapitel ist zugegebenermaßen etwas überlang geraten. Dies liegt daran, dass die Szenen im Krankenhaus viel länger geworden sind als ursprünglich geplant und ich trotzdem noch ein Duell unterbringen wollte. Dieses Kapitel ist als Din A4 –Word-Dokument 16 ½ Seiten lang, die meisten Kapitel werden so ungefähr bei etwa 10-12 Seiten liegen.

      - Das Duell (besonders dessen Ende) ist zugegebenermaßen keine Glanzleistung in Sachen Kreativität und Spannung. Das liegt daran, dass das Kapitel ohnehin schon überlang war und ein langes und wendungsreiches Duell den Rahmen noch weiter gesprengt hätte. In den kommenden Folgen (sollte es dazu kommen) werden die Duelle weiter in den Mittelpunkt rücken und auch deutlich an Länge und Spannung gewinnen.

      Kartenliste
      Alex:

      Kikeriki-Kikeriki

      Troposphäre
      Roter Totenkopfvogel
      Scharlachroter Sonnenvogel
      Staubtornado
      Heulender Wind

      Gegner:

      Beschwörer-Ordensritter

      Sakuretsu-Rüstung
      Megawandler
      Angriffsschild
      Entkräftigungsschild

      Neue Karten:

      Treuer Krieger

      Monster / Effekt / Erde / Krieger / Stufe 3 / 1300 Atk / 800 Def

      Du kannst 1 Ausrüstungszauberkarte von deiner Hand abwerfen; beschwöre diese Karte als Spezialbeschwörung (von deiner Hand). Diese Karte kann als zwei Tribute für die Tributbeschwörung eines Monsters vom Typ Krieger benutzt werden.

      Wechsel der Waffen

      Zauber / Schnell

      Wähle 1 Ausrüstungskarte, die du kontrollierst; schicke das gewählte Ziel auf den Friedhof. Danach kannst du das Monster, das mit der Ausrüstungskarte ausgerüstet war mit 1 Ausrüstungszauberkarte von deinem Deck ausrüsten.

      Fusion mit geheimen Kräften

      Normale Zauberkarte

      Wähle 1 Normales Monster, das du kontrollierst; lege das gewählte Ziel auf den Friedhof und Beschwöre als Spezialbeschwörung von deinem Extra Deck 1 Nichteffekt-Fusionsmonster, das das gewählte Ziel als Fusionsmaterial aufführt, indem du das gewählte Ziel als das Fusionsmaterial verwendest. (Diese Spezialbeschwörung wird als Fusionsbeschwörung behandelt)

      Phönix der Wiedergeburt

      Monster / Titan / Effekt / Feuer / Geflügeltes Ungeheuer / Gold-Sterne: 2 / 2500 Atk / 2000 Def

      Während des Spielzugs eines beliebigen Spielers, wenn diese Karte gegen ein Monster kämpft, dessen ATK höher sind als die ATK dieser Karte; du kannst Life Points in Höhe der Differenz bezahlen und wenn du das tust: Diese Karte nur während des Damage Steps ATK in Höhe der Menge an Life Points, di du bezahlt hast. Während der End Phase eines beliebigen Spielers, wenn sich diese Karte in deinem Friedhof befindet, weil sie in diesem Spielzug durch Kampf zerstört und dorthin gelegt wurde; Du kannst diese Karte als Spezialbeschwörung vom Friedhof beschwören.

      Preview: Kapitel 1.4 - Ein stahlharter Gegner
      Zurück in der Schule benimmt Devon sich, als wäre er der König des Schulhofs. Mit einer Horde von Kumpels geht er zu Alex, stellt diese bloß und fordert sie zum Duell heraus, da er in ihr die einzige mögliche Konkurrentin um den Titel des besten Duellanten der Schule sieht. Doch Richard Steele, der geheimnisvolle Duellakademie-Student, macht ihm einen Strich durch die Rechnung…

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      Serie 1 / Serie 2

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Leseleff ()

      Leseleff schrieb:


      Keine Kommis? :(
      Echt blöd, denn so habe ich keine Ahnung, ob überhaupt irgendwer Kapitel 2 gelesen hat. Ich kann euch also nur darum bitten, wenn ihr es gelesen habt, Feedback zu geben. Denn selbst ein konstruktives negatives Feedback ist besser als gar keins, da ihr mir so im Sinne aller Beteiligten helfen könnt, meine Fanfic zu verbessern.

      [...]

      Ab nun hängt es dann von euch ab, wie es weitergeht. Denn ich habe beschlossen, erst Kapitel 4 zu posten, wenn ich etwas Feedback erhalten habe. Nicht etwa, weil ich so sauer bin, sondern einfach wil ich keinen Sinn darin sehe, meine Fanfic weiter zu veröffentlichen, wenn ich nicht einmal weiß, ob sie irgendjemand liest, denn dann kann ich sie auch für mich behalten. Ich werde auch trotzdem weiter schreiben, um meinen Vorsprung weiter auszubauen, ob diese neuen Kapitel dann veröffentlicht werden, liegt an euch.


      Oh mein Gott, ehrlich jetzt?
      Nur weil du einmal keine Kommentare bekommen hast, erpresst du deine Leser gleich mit "Glüglüglü, wenn diesmal nix kommt, hör ich auf!", wirklich!? Hast du mal überlegt, wie das auf die Leser wirkt?
      Selbstverständlich ist das nicht schön, das verstehe ich auch. Dass du aber jetzt schon aufgeben willst und damit sogar deinen Lesern drohst, nur weils einmal nicht geklappt hat, find ich äußerst schwach. Wenn jeder so denken würde ...

      Und nur, weil keiner was geschrieben hat, heißt das noch lange nicht, dass es auch niemand gelesen hat. Niemand ist verpflichtet, etwas zu deiner Fanfic schreiben. Du kannst Lob und Kritik nicht "einfordern". In der Position bist du gar nicht.

      Ich hatte deine zweite Folge übrigens gelesen und fand sie wesentlich besser als die erste. Ob ich jetzt noch weiterlese weiß ich nicht, da ich mich nicht zum Kommentieren zwingen lasse und auch keine Lust habe etwas zu lesen, das womöglich gleich bei den ersten Komplikationen abgebrochen wird. Denk mal drüber nach.

      PS: Du kannst mir auch gerne eine PN schicken, dann können wir da weiterreden, falls Bedarf besteht.
      Hast ja Recht, tut mir ja auch leid :(

      Ich war halt genervt und ich hatte auch nie vor, aufzuhören, weiterschreiben wollte ich ja trotzdem. Erpressen wollte ich auch niemanden, tut mir leid wenn das falsch rüberkam.
      Es ist hat gerade in der Anfangsphase schwierig, sich ein Bild darüber zu machen, wie das, was man tut, aufgenommen wird, wenn niemand es einem mitteilt. Es hätte ja auch sein können, dass die Fanfic so scheiße ist, das niemand sie lesen will und jeder sie deshalb gepflegt ignoriert. Über sowas mache mir halt immer sofort Sorgen :(

      Von daher: :gnade:

      EDIT: Trotzdem vielen Dank für den Kommentar und dafür, dass du mir gezeigt hast, wie daneben ich mich benommen habe. Im Grunde ist dieser Post unmittelbar nachdem ich in diesem Thread geantwortet habe, auch genau das was ich brauchte: Ein Beweis dafür, dass er nicht in Gleichgültigkeit versunken ist. Wie gesagt, jeder negative Kommentar ist besser als gar keiner.

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Leseleff ()

      Sooo, dann melde ich mich hier auch mal (lang lang ists wieder)
      Ich hab alles gelesen, aber nach Kapitel 2 wollte ich erst mal nichts schreiben. da ich schlicht und ergreifend keine Lust hatte iwas langes zu verfassen. Hat sich inzwischen geändert und jetzt kommt mal wieder was von mir (wenn ich btw was in ne Fanfic reinposte dann versuch ichs möglichst in einen Post zu packen damit weniger "Kleinkram" entsteht.
      Das "Kommentiert oder ich höre auf" finde ich (wie Aska) schlecht, sehe es aber nicht ganz so dramatisch, da ich dich als Anfänger-Autor (so kann man das denke ich am besten ausdrücken) auch verstehen kann, da du ja die Qualität deiner FF hochhalten willst und unser Feedback dass die Story und dein Stil überhaupt ankommen. Einfordern kannst du es selbstverständlich nicht, aber ich verstehe dass du (wie drück ich das am besten aus...) dich zumindest am Anfang sehr nach Anregungen und Bestätigung richtest (das sollte es am besten ausdrücken, ich kann manchmal schlecht schreiben was ich denke, zumindest in Texten).
      Nun erst mal zu Kapitel 2:
      Spoiler anzeigen
      Da in Kapitel 1 kaum Story existierte beginnt sie hier so richtig. Richard bietet eine gute Chance dem tristen Leben des Slums zu entkommen und stattdessen eine Profikarriere einzuschlagen und er ähnelt Alex in seiner Abneigung vor anderen als "großer Held und Retter" dargestellt zu werden, was ich als sehr guten Charakterzug empfinde, um ihn bodenständig darzustellen.
      Dazu hast du die neuen Charaktere sofort bei ihrem ersten Auftreten beschrieben, was es leichter macht sich diese vorzustellen (ja, das hab ich bemerkt). Allerdings hast du es dann bei Nick wieder vergessen/unterlassen, was ärgerlich ist.
      Dann kommt eine Beschreibung wie verschiedene Leute versuchen Richard zu beeindrucken bis das Duell beginnt.
      Das Spiel an sich ist sehr gut gelungen, da der einzige Sinn war Mias Deck einzuführen und vor allem Nicks Stärke zu demonstrieren. Hier hat die Länge des Spiel genau gepasst, da so Nicks Deck gut vorgeführt wurde und er auch einen problemlosen, schnellen Sieg als klar besserer Spieler und Deckbauer einfahren konnte,was ihn so auch zu Alex "erster Hürde" auf ihrem Weg macht.
      Danach als großen Schnitt in Alex Leben das Feuer.
      Die Darstellung gefällt mir sehr gut, Alex und Lilys Handlungen sind in sich logisch und betonen schön den Charakter der beiden.
      Alex Zusammenbruch als Cliffhanger (das ist mir sogar ohne Google eingefallen) ist ebenfalls eine exzellente Idee und demonstriert auch dass sie nicht stark genug ist um das zu erreichen was sie sich vorgenommen hat. Ein sehr guter Abschluss eines schönen Kapitels.

      Machen wir gleich mit Kapitel Nummer 3 weiter:
      Spoiler anzeigen
      Dass Alex im Krankenhaus mit schweren Verletzungen (Bombenbeschreibung, woher sie kommt interessiert in dem Moment nicht) liegt war irgendwie zu erwarten, dass sie allerdings eine Möglichkeit findet sich selbst zu heilen nicht. Dass sie dazu noch Feuer mir ihren Händen entfachen kann ist natürlich extrem nice, allerdings hoffe ich dass diese Fähigkeiten nicht nur Schnickschnack sind, sondern einen wichtigen Teil der Story übernehmen, sonst wäre es schade um diese sehr schöne Fähigkeit.
      Dass noch das Problem mit Lilys Behandlung aufkommt setzt Alex verzweifelter Lage die Krone auf. Allerdings hat sie dadurch eine Titanenkarte erhalten, was ihre Hoffnung und ihre Chancen ein Profi zu werden steigert.
      Dass Alex und ihre Mutter danach ein bisschen von Mias Familie wieder aufgenommen und aufgebaut werden empfinde ich als sehr schönen Akt, um die Verbundenheit der Familien wieder zu demonstrieren.
      Dass Alex gegen den Dieb kämpft entspricht voll und ganz ihrem Charakter, allerdings ist das Duell wie das in Folge 1 wieder in meinen Augen zu kurz.
      Es ist zwar schön geschrieben und im Ganzen auch gut gemacht, allerdings könntest du versuchen Alex ein bisschen zittern zu lassen und sie noch stärker in die Ecke zu drängen.
      Das Ende ist jedoch wieder gut gelungen und sehr schön gemacht, die Einführung von Alex Phönix ist somit gelungen und die gesamte Situation von und um Alex hat sich wieder halbwegs normalisiert.

      Ich freu mich auf die nächsten Kaptiel, weiter so, man merkt du gibst dir Mühe die Kritik anzunehmen und dich zu steigern.
      Spielerisch haben Raritäten auch Vorteile: Eine UMR Veiler negiert dich krasser

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lenant ()

      Vielen Dank für das Feedback! :)
      Das ich zuletzt so nen Stress gemacht habe tut mir echt voll leid :( Ich war halt einfach unsicher, ob sich überhaupt noch jemand für diesen Thread interessiert. Ich denke auch gar nicht mehr daran, aufzuhören oder irgendjemanden zum Antworten zu nötigen. Versprochen.

      So, meine Antworten auf dein Feedback:
      Kapitel 2
      Schön, dass dir das Kapitel so gefällt. Ich persönlich, wenn ich das so behaupten darf, finde es auch recht gelungen. Dass ich Nick im Gegensatz zu den anderen Charakteren nicht beschrieben habe, tut mir leid. In Kapitel 4 kommt er auch wieder vor, vielleicht kann ich da ja noch vor der Veröffentlichung was einfügen. Was das Duell angeht, so würde ich nicht einmal behaupten, dass es nur dem Zweck dient, Mias Deck vorzustellen, es dient eher dem Zweck, ihre Beziehung zu Nick zu festigen, die ist so ne Art kleine Nebengeschichte in den kommenden Folgen, die noch in der Schule spielen bzw. dient es einfach dem Zweck, der Folge überhaupt ein Duell zu geben. Dass das Duell dir dann so gut gefallen hat, ist umso besser. Auch finde ich es gut, dass dir Richards Charakterzeichnung offenbar so gefällt, denn er wird noch zu einer wichtigen Figur heranwachsen...

      Kapitel 3
      Es war denke ich klar, dass ich meine Protagonistin nicht nach zwei Folgen sterben lasse ;) , dass sie im Krankenhaus landet, habe ich ja schon nach Kapitel 2 in der Preview gespoilert. Schön finde ich jedoch, dass ihre neuen "Superkräfte" offenbar eine Überraschung für dich waren. Und keine Sorge, diese werden nicht rein "dekorativ" sein, sondern schon noch eine größere Rolle einnehmen. Deren volles Ausmaß entfaltet sich jedoch erst in der geplanten Serie 2, wird aber auch schon innerhalb von Serie 1 thematisiert werden. Zum Duell habe ich ja selbst schon eingestanden, dass ich nicht ganz zufrieden mit diesem bin. Aber ein langes und wendungsreiches Duell hätte das ohnehin schon überlange Kapitel nur noch weiter in die Länge gezogen. Die kommenden Duelle halte ich persönlich da schon für deutlich gelungener. Du willst Alex in die Enge gedrängt sehen? Dann bleib' auf jeden Fall bis Kapitel 5 dran ;)

      Damit ich nicht zu viele aufeinanderfolgende Posts ansammle, editiere ich das nächste Kapitel einfach mal direkt hier rein. Viel Spaß!
      Kapitel 1.4 - Ein stahlharter Gegner
      Die Nacht kam und ging und als Alex am nächsten Morgen auf der alten Matratze aufwachte, die sie auf den Boden von Mias Zimmer gelegt hatten, war sie kein bisschen schlauer als am Abend zuvor. Noch immer gab es keine Erklärung dafür, warum ihre Tränen auf einmal Heilkräfte hatten oder dafür, warum auf diesem Spielplatz plötzlich ihre Arme und Hände Feuer gefangen hatten.
      Doch Alex gab es auf, sich wegen ihrer merkwürdigen Superkräfte den Kopf zu zerbrechen, wo Lily doch immer noch im Koma lag.
      Sie rüttelte Mia wach, die auf dem Bauch mit runterhängendem Arm auf ihrem Bett lag und schnarchte. Gemeinsam gingen sie hinunter zum Frühstück, wo Alex’ Mutter dieser anbot, sie für den Rest des Schuljahrs krankzuschreiben, doch mit der Begründung, ein wenig Ablenkung ganz gut gebrauchen zu können, lehnte Alex ab.

      Und so lieh sie sich ein schlichtes weißes Top und eine kurze Jeans von Mia aus, weil ihre eigenen Klamotten den Flammen zum Opfer gefallen waren und genau so wie sonst auch immer machten die beiden sich auf den Weg zur Schule.
      Es schien ein schöner Tag zu werden und obwohl es nicht einmal acht Uhr morgens war, als sie zwischen den hässlichen grauen Wohnhochhäusern hindurch gingen, war es schon sehr warm. Während des Weges erzählte Mia Alex von dem vergangenen Schultag. Offenbar hatte Devon Nick vor dem Unterricht zum Duell herausgefordert und nachdem Devon dieses gewonnen hatte, ließ er sich wie einen König feiern. Alex hörte hingegen nur auf halbem Ohr zu und starrte auf den rissigen Gehweg, während sie darüber nachdachte, wo sie das Geld für Lilys Behandlung hernehmen sollte.

      Als Alex und Mia schließlich bei den Biologieräumen ankamen fiel Alex’ Blick sofort auf eine hochgewachsene Gestalt in dunkler Jacke, die an einer Wand lehnte und aus dem Fenster starrte. Es war dieser Richard Steele, der die Schule besuchte, um nach Duelltalenten zu suchen und der offenbar wie alle Anderen auch den normalen Unterricht besuchen musste.
      Warum war Alex so erschrocken darüber, diesen Jungen hier zu sehen? War es, weil ihr alles, was vor dem Brand geschehen war, wie in einem anderen Leben vorkam, oder war es einfach die pure Anwesenheit eines Menschen, dessen Vermögen wahrscheinlich ausreichte, um sämtliche Komapatienten der Welt zu heilen?
      Als Alex und Mia den Gang betraten, blickte Richard kurz zu ihnen hinüber, wandte seinen Blick jedoch schnell ab, sobald Alex ihn erwiderte. Ein paar Meter weiter hatten Natasha, Abigaile und Christie die Köpfe zusammengesteckt und tuschelten miteinander. Offenbar überlegten sie sich Strategien um Richard anzusprechen, ohne dass er ihnen wieder einen Korb gab.
      Nick erschien in dem Gang und gesellte sich gleich zu Mia, die ihn freudig begrüßte woraufhin Natasha, Abigaile und Christie beleidigt zu den beiden hinsahen. Früher hätte Alex sich vielleicht dafür interessiert, ob zwischen den beiden jetzt irgendwas lief, aber nun war ihr das herzlich egal. Ihr war es sogar ganz recht, dass Mia beschäftigt war, denn ihr war eh nicht nach Reden zu mute. Und so ließ sie die beiden allein und tat es stattdessen Richard gleich und lehnte sich gegen irgendeine Wand und starrte dabei stur in eine andere Richtung als er.

      Als Mrs. Wentworth, ihre Biologielehrerin, endlich ankam, setzten sich Alex und Mia mit Nick im Schlepptau wie üblich in die hinterste Reihe des Klassenzimmers. Ebenfalls ganz hinten nahm Richard Platz, jedoch am anderen Ende des Raums und suchte während der Stunde immer wieder Alex’ Blick, die jedoch stur aus dem Fenster starrte und kein Wort von dem mitbekam, was Mrs. Wentworth vorne über Desoxyribo-Irgendwas faselte.

      In etwa so lief es auch während der restlichen Unterrichtsstunden. Während der Mittagspause schließlich hatte Nick Football- Lacrosse- oder was-auch-immer-Training und so machten sich Alex und Mia allein auf den Weg zu ihrem üblichen Tisch in der Mitte des Schulhofs, jedoch holte sie auf halbem Weg Richard Steele ein und suchte offenbar ein Gespräch mit Alex.

      „Hallo. Du bist Alex, richtig?“, fragte er ungewohnt freundlich, doch Alex ignorierte ihn und stapfte entschlossen in eine andere Richtung, auf einen Tisch in der hintersten Ecke des Schulhofs zu. Mia warf ihm daraufhin einen entschuldigenden Blick über sie Schulter zu, während sie ihrer Freundin folgte und Richard setzte eine griesgrämige Miene auf und lehnte sich am Rand des Schulhofs wieder gegen irgendeine Wand.

      „Das war wirklich nicht nett von dir!“, tadelte Mia Alex, als die beiden sich gesetzt hatten. „Er hat wahrscheinlich nur bemerkt, dass du wegen irgendetwas bedrückt bist und wollte wissen, was mit dir los ist.“

      „Und wenn schon. Ist schließlich nicht sein Problem“, antwortete Alex und stocherte lustlos in ihrem Kartoffelbrei herum.

      „Alex…“, fing Mia mit einer Stimme an, als wollte sie einem Kind erklären, dass Eins plus Zwei nicht Vier ergab, doch Gott sei dank wurde sie von ein paar Stimmen abgelenkt, die sich ihnen näherten. Alex’ Dankbarkeit über die Stimmen, die Mia unterbrachen, schwand jedoch, als sie erkannte, wem sie gehörten. Devon Stone näherte sich ihrem Tisch mit einem Gefolge aus ein paar Jungen, die gerade über einen Witz lachten, den Devon offenbar gerade gerissen hatte.

      „Na wenn das mal nicht Alex Whitman und ihre Freundin das Eichhörnchen sind“, sagte Devon und Seine Gefolgschaft lachte. Mia wirkte beleidigt und machte vor Wut dicke Backen, was Devons Beleidigung nur Nachdruck verlieh.

      „Verpiss dich, Devon“, sagte Alex und verdrehte die Augen.

      „Was denn? Darf man hier nicht mal mehr mit seinen Mitschülern reden?“, fragte Devon und ein fieses Grinsen zog sich über sein schmales Gesicht mit den schulterlangen, blonden Haaren.

      „Du hast sie gehört. Lass uns in Ruhe!“, sagte Mia aufgebracht. Devon näherte sich ihr und flüsterte verächtlich:

      „Wer hat dich denn gefragt, Anderson? Ich habe gestern deinen komischen Baseball-Freund besiegt und der hat vorher dich besiegt. Ich bin also sogar zwei Stufen besser als du.“ Mia verschränkte beleidigt die Arme und Alex ballte unter dem Tisch ihre Fäuste und versuchte angestrengt, nicht wieder in Flammen aufzugehen, denn das würde hier vor der halben Schule nur zu peinlichen Fragen führen.

      „Also, Whitman…“, begann Devon und wandte sich jetzt Alex zu.
      „Man sagt, du seist gut im Duellieren. Möglicherweise besser als ich. Das ist natürlich ein Gerücht, das ich so schnell wie möglich aus der Welt schaffen muss. Also, was ist? Wir duellieren uns“, schloss er.

      „Kein Interesse“, erwiderte Alex kühl.

      „Oh, Entschuldigung, habe ich es so klingen lassen, als ob du eine Wahl hättest?“, sagte Devon spöttisch. „Oder hast du etwa Angst?“

      „Nein, ich habe es nur nicht nötig, mich mit jemandem wie dir zu messen“, antwortete Alex und zwang sich dazu, ruhig zu bleiben.

      „Ach tatsächlich?“, fragte Devon unbeeindruckt. „Also ich bleibe bei meiner Theorie: Die angeblich doch ach so starke Alex Whitman ist im Grunde nichts als ein kleines ängstliches Kätzchen.“
      Einer von seinen Kumpels machte das miauen einer Katze nach und erntete dafür schallendes Gelächter. Alex schloss die Augen vor Anstrengung, nicht aufzuspringen und Devon mit brennender Hand an die Gurgel zu gehen.
      Der sah jetzt an Alex hinab. „Aber immerhin, du siehst ganz gut aus“, sagte er mit einem schmutzigen Lächeln. „Wenn ich dich erstmal fertig gemacht habe, können wir ja vielleicht auf anderer Ebene verhandeln.“

      „Du bist widerlich“, sagte Mia voller Verachtung zu Devon. Alex war jetzt kurz davor, zu platzen, doch dann ertönte eine laute, tiefe und zornige Stimme hinter Devons Rücken.

      „Hey du!“, rief die Stimme und Devon drehte sich mit gehässigem Blick um und wollte wohl gerade ein paar weitere hämische Bemerkungen machen, als er merkte, wer gesprochen hatte.
      Richard Steele kam mit langen Schritten auf den Tisch zu und sah so wütend aus, als hätte Devon ihn gerade persönlich beleidigt. Mit hasserfülltem Blick sagte er zu Devon: „So langsam habe ich dein Gehabe satt. Du stolzierst hier rum mit deinem Fanclub und tust so, als wärst du hier der King, nur weil du ein ganz passabler Duellant bist. Aber ich sag dir mal was: Du verbesserst deine Chancen auf das Stipendium nicht, indem du deine Mitschüler tyrannisierst. Wenn du mir beweisen willst, wie stark du wirklich bist, dann duellier’ dich gleich mit mir.“

      Devon wirkte auf diese Herausforderung hin zunächst etwas unsicher, dann verzog sich sein Gesicht aber wieder zu einem hämischen Grinsen.
      „In Ordnung, duellieren wir uns, Steele“, sagte er. „Und wenn ich dann mit dir fertig bin, wird niemand mehr daran zweifeln, wer hier wirklich der stärkste Duellant ist!“

      „Gut, so machen wir’s“, sagte Richard kühl und sah sich nach Alex um, doch die mied seinen Blick. Kurze Zeit später standen Richard und Devon sich auf dem Duellfeld gegenüber. Der gesamte Schulhof hatte sich um das Feld versammelt, weil alle unbedingt den mysteriösen Duellakademie-Studenten spielen sehen wollten und so war es für Alex einfach, sich unbemerkt in den hinteren Reihen an einen Baum zu lehnen.

      „Los, Duell!“, riefen Devon und Richard und zogen ihr Startblatt von fünf Karten auf.

      „Ich fange an!“, sagte Devon. „Ich beschwöre Baumfrosch im Verteidigungsmodus!“ (DEF: 100) Ein kleiner brauner und geflügelter Frosch mit schwarzen Streifen und einem Pflaster am Kinn erschien auf Devons Feldseite. Für so ein Großmaul wie ihn ein ziemlich lächerliches Monster. „Das war’s“, sagte Devon bedrohlich.

      Jeder andere Duellant hätte jetzt eine abfällige Bemerkung über Devons schmächtiges Monster losgelassen, doch nicht so Richard Steele.
      „Gut, dann bin ich dran. Ich ziehe“, sagte er nur. Er zog eine Karte von seinem Deck und eine Weile lang studierte er sein Blatt.
      „Ich aktiviere den Zauber Feindkontrolle“, sagte er schließlich. „Damit zwinge ich deinen Baumfrosch in den Angriffsmodus. (ATK: 100) Als nächstes beschwöre ich Alexandrit-Drache im Angriffsmodus!“ (ATK: 2000)
      Ein großer, aufrecht stehender Drache erschien auf Richards Spielfeldseite. Sein Körper war über und über mit grün und rosarot funkelnden Edelsteinen besetzt.

      „Gut, der hat eine ganze Stange Angriffspunkte, aber ein normales Monster?! Von unserem großen Duell-Genie hätte ich da aber etwas mehr erwartet!“, rief Devon hämisch, doch die Provokation schien an Richard einfach abzuprallen.

      „Rede nicht so über das Spiel deines Gegners, wenn du seine Strategie nicht kennst“, sagte er kühl, was auch erklärte, warum er sich jeden Kommentar über Devons Baumfrosch gespart hatte.
      „Los, Alexandrit-Drache! Greif seinen Baumfrosch an!“, fuhr Richard fort und sein Monster lief auf das Devons zu, warf seinen Kopf in den Nacken und schloss Devons Baumfrosch zwischen seinen Kiefern ein, woraufhin dessen Hologramm sich in Luft auflöste. Devon hielt sich den Arm mit seinen Handkarten schützend vors Gesicht, ließ sich den Schaden aber sonst nicht anmerken. (Devon: LP 4000 -> 2100)
      „Ich beende meinen Zug“, sagte Richard.

      „Alles klar, mein Zug! Ich ziehe!“, rief Devon. „Da ich keine Zauber- oder Fallenkarten kontrolliere, kann ich meinen Baumfrosch jetzt als Spezialbeschwörung von meinem Friedhof beschwören! (DEF: 100) Aber er wird nicht lange bleiben! Ich biete ihn als Tribut an, um Thestalos, der Feuersturmmonarch als Tributbeschwörung zu beschwören!“
      Der Baumfrosch verschwand und stattdessen erschien das Hologramm eines riesigen Mannes in einem blauen Umhang und rotgoldener Rüstung, deren Arme und Helm dornenbesetzt waren. Der schreckliche Helm verdeckte die Augen des Monsters, sodass es aussah, als wären diese verbunden. In seiner Hand hielt er eine Flamme. (ATK: 2400)
      „Wenn Thestalos, der Feuersturmmonarch als Tributbeschwörung beschworen wird, musst du eine zufällige Karte von deiner Hand abwerfen und wenn es eine Monsterkarte war, erhältst du 100 Punkte Schaden für jede seiner Stufen!“, rief Devon siegessicher und mit einem Blick auf Richards Handkarten fuhr er fort: „Und ich wähle die zweite Karte von links!“
      Richard zeigte genannte Karte vor. Es war eine Zauberkarte, auf der ein großer fliegender Drache zu sehen war.

      „Es war die Zauberkarte Flügelschlag des Drachengiganten, darum nehme ich keinen Schaden“, sagte Richard und schob die Zauberkarte in seinen Friedhof.

      „Dann hast du eben Glück gehabt, aber Thestalos kann trotzdem noch angreifen! Also los, flammendes Inferno!“, erwiderte Devon und mit brennender Faust schlug sein Monarch auf Richards Drachen ein, dessen Hologramm sich in Luft auflöste. (Richard: LP 4000 -> 3600)
      „Das reicht fürs Erste. Du bist dran, zeig mir, wie du da wieder rauskommen willst!“, schloss Devon.

      „Mit Vergnügen“, antwortete Richard. „Ich ziehe!“ Er betrachtete sein Blatt, zog dann eine Zauberkarte hervor und sagte:
      „Ich aktiviere den Zauber Schatz der Drachen! Wenn ich jetzt ein Monster vom Typ Drache der Stufe 4 oder weniger, aber mit 2000 oder mehr Angriffspunkten von meiner Hand abwerfe, kann ich zwei weitere Karten von meinem Deck ziehen!“ Er schob eine braune Monsterkarte von seiner Hand in seinen Friedhof und nahm sich zwei neue Handkarten.
      „Als nächstes beschwöre ich Drache, der in der Höhle haust als Normalbeschwörung!“ (ATK: 1300) Ein großer grüner Drache erschien auf dem Kampffeld vor Richard und legte sich auf den Boden, als würde er schlafen, hatte seine roten Augen jedoch offen. Ein hämisches Grinsen breitete sich wieder auf Devons Gesicht aus.
      „Doch bevor dich wieder über meine normalen Monster auslässt…“, sagte Richard, als hätte er Devons Gedanken gelesen, „Aktiviere ich den Zauber Symbole der Pflicht! Wenn ich jetzt eins meiner normalen Monster auf den Friedhof schicke, kann ich ein anderes Monster von meinem Friedhof wählen und als Spezialbeschwörung beschwören. Komm schon raus, Edelmetall-Drache!“
      Der grüne Drache verschwand und das Monster, das ihn ersetzte, glich eher einem Nashorn als einem Drachen. Es stand auf vier gepanzerten Beinen und sein ganzer Körper war bedeckt von riesigen abstehenden Schuppen aus glänzendem Metall. (ATK: 2400)

      „Und wenn schon! Dein Monster hat genau so viele Angriffspunkte wie mein Monarch. In einem Kampf werden sie also beide zerstört!“, rief Devon.

      „Deshalb rüste ich meinen Edelmetalldrachen ja jetzt auch mit meinem Drachenschild aus! Ein Monster vom Typ Drache, das mit dieser Karte ausgerüstet wird kann nicht durch Kampf oder durch Karteneffekte zerstört werden“, antwortete Richard und schob eine Zauberkarte in seine Duel Disc. Zusätzlich zur ohnehin schon lächerlich dicken Panzerung seines Drachen trug dieser jetzt auch einen braunen Panzer, der seinen Rücken bedeckte und Dornenbesetzte Schulterplatten.
      „Das heißt, in einem Kampf wird dein Monster zerstört, meines jedoch nicht!“, fuhr Richard fort. „Los jetzt, Edelmetall-Drache! Greif’ Thestalos den Feuersturmmonarchen an!“
      Der gepanzerte Drache stürmte mit gesenktem Kopf auf Devons Monster zu, das eine Hand voll Feuer nach ihm schleuderte, die jedoch ohne einen Kratzer zu hinterlassen an der Schulterplatte des Drachen abprallte, der Devons Monster jetzt auf das Horn nahm und sich dessen Hologramm in Luft auflöste.
      „Das sollte reichen“, sagte Richard. „Ich beende meinen Zug.“

      „Sehr gut, Richard!“ Rief Mia aus der Zuschauermenge. „Zeig’ diesem Angeber, wo es langgeht!“

      Devon sah sie zornig an, sagte dann aber wieder im drohenden Tonfall an Richard gewendet: „Schön, Eichhörnchen-Anderson hast du vielleicht beeindruckt. Aber mich noch lange nicht. Ich bin dran! Ich ziehe!“ Er fügte seiner Hand eine weitere Karte hinzu und als er sie ansah, breitete sich ein fieses und breites Grinsen auf seinem Gesicht aus und er fing an zu lachen.
      „Da ich immer noch keine Zauber- und Fallenkarten kontrolliere, kehrt Baumfrosch jetzt wieder auf mein Feld zurück!“, rief er und der geflügelte Frosch erschien wieder vor ihm.
      „Aber das ist noch nicht alles!“, fuhr er mit diebischer Freude fort. „Ich biete ihn als Tribut an, um Caius, der Schattenmonarch als Tributbeschwörung zu beschwören!“ Erneut verschwand der geflügelte Frosch und machte einem riesigen Mann Platz. Dieser trug eine dunkelgraue Rüstung und einen langen schwarzen und zerfetzten Umhang. An seinem Kopf hatte er zwei große Hörner und seine Finger endeten in roten Klauen.
      „Aber warte erstmal ab, bis du den Effekt von Caius siehst!“, rief Devon. „Wenn er als Tributbeschwörung beschworen wird, entfernt er eine deiner Karten aus dem Spiel! Du weißt, was das heißt: Sag deinem Edelmetalldrachen Lebewohl!“
      Devons Monster legte die Hände ineinander und als er sie wieder auseinander nahm, schwebte in deren Mitte eine schwarze und lilane Energiekugel, die mit wachsenden Abstand der Hände wuchs, bis sie einen Durchmesser von etwa einem Meter erreicht hatte und der Monarch sie auf Richards Drachen schleuderte. Dieser schien jedoch von der Kugel angezogen zu werden und wurde von dieser regelrecht eingesaugt, woraufhin die Kugel verschwand. Richard nahm die Karte von seiner Duel Disc und steckte sie sich in die Jackentasche.

      „Aber was sehe ich denn da?!“, rief Devon und konnte sich vor spöttischem Gelächter kaum noch halten. „Das wird ja immer besser! Dein Drache war ja ein Finsternis-Monster! Das heißt du erhältst durch den Effekt von Caius noch 1000 Punkte Schaden!“
      Einige der Zuschauer, die Devon um jeden Preis verlieren sehen wollten, machten erschrockene Mienen, doch Richard ließ sich nichts anmerken. Er ballte nur Faust und verengte zornig seine Augen, während der Schaden ihn traf.
      (Richard: LP 3600 -> 2600)
      „Und Caius kann immer noch angreifen!“, rief Devon. „Also los, zeig’ es diesem Streber mit Finstere Kralle!“

      Der finstere Mann näherte sich seinem Gegner und holte mit seinem Arm aus, anschließend hieb er mit durch eine finstere Energie verlängerten Krallen auf ihn ein, doch Richard steckte diesen Schaden genau so lässig ein wie den letzten.
      (Richard: LP 2600 -> 200)
      „Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug“, schloss Devon.

      „Zugegeben, das war nicht schlecht, aber ich bin immer noch hier. Ich bin dran“, sagte Richard ruhig.

      „Das ist ich nicht lache“, höhnte Devon und machte ebendies. „Sieh’ doch ein, dass du verloren hast, Steele! Du hast noch 200 Lebenspunkte, ich aber noch mehr als zehnmal so viel! Und dich nennen sie Duell-Star von morgen?“

      „Hochmut kommt vor dem Fall“, meinte Richard geringschätzig. „Ich ziehe.“
      Er betrachtete die gezogene Karte und lächelte verschmitzt.
      „Ich aktiviere den Zauber Spiegel des Drachen!“, rief er und steckte sie in seine Duel Disc. Ein riesiger golden umrahmter Spiegel und angedeuteten Drachenfüßen- und Flügeln erschien auf dem Kampffeld.
      „Damit kann ich ein Fusionsmonster vom Typ Drache als Spezialbeschwörung beschwören, indem ich Monster von meinem Feld oder Friedhof als Fusionsmaterial verwende! Ich verschmelze jetzt also die normalen Monster Alexandrit-Drache und Drache der in der Höhle haust von meinem Friedhof, um Der erste Drache als Fusionsbeschwörung zu beschwören!“
      In dem Spiegel erschienen die Spiegelbilder des grünen und des juwelenbesetzten Drachen, die ineinander verschwammen und nicht wenige der Zuschauer schrien, als sich der Spiegel auf bizarre Weise verzerrte und sich der Kopf eines gigantischen Monstrums hinauszwängte. Dem Kopf folgten gigantische Schwingen und darauf ein langgezogener über und über mit Dornen bedeckter Körper. Als sich das Ungetüm in den Himmel erhoben hatte, legte sich ein Schatten über den Schulhof.
      Richards Monster war mindestens dreißig Meter lang; der lange Schlangenhafte Körper wand sich in vielen Windungen im Himmel. Das Monster wandte seinen grausamen Kopf, der von einem Kragen aus gigantischen Hörnern umgeben war, die in alle Richtungen abstanden, Devons Monarch zu und stieß ein markerschütterndes Brüllen aus. Die meisten Zuschauer starrten das Monstrum im Himmel jetzt mit offenen Mündern an. (ATK: 2700)
      Der erste Drache!“, sagte Richard, den rechten Arm in die Luft gestreckt zu seinem Monster. „Vernichte Caius der Schattenmonarch mit Antike Flamme!“
      Panisch starrte Devon zu dem Kopf des Monstrums, in dessen Maul sich jetzt ein scharlachroter Feuerball bildete, der kurz darauf auf ihn und seinen Monarchen zuschoss, dessen Hologramm sich sofort in Luft auflöste. (Devon: LP 2100 -> 1800)
      „Soll es dir eine Lehre sein“, sagte Richard. „Ich setze eine Karte verdeckt. Du bist dran.“

      „Mit Vergnügen“, sagte Devon in seinem bedrohlichsten Tonfall. „Dein Monster ist beeindruckend, ich gebe es zu, aber du hast nur noch 200 Lebenspunkte! Deine Niederlage ist nur noch eine Frage der Zeit. Ich bin dran! Ich ziehe!“

      „Da du letzte Runde eine Zauber- oder Fallenkarte gesetzt hast, kannst du deinen Baumfrosch nicht mehr vom Friedhof beschwören. Deine Kombo ist also unterbrochen“, erklärte Richard kühl.

      „Damit magst du Recht haben, aber ich brauche ihn ja auch nicht mehr“ flüsterte Devon bedrohlich. Dann rief er laut und manisch: „Ich aktiviere die Falle Der erste Monarch! Wenn ich diese Karte aktiviere wird sie als Monster behandelt und als Spezialbeschwörung auf meine Spielfeldseite beschworen!“
      Ein unheimliches unförmiges schwarzes Gebilde mit unheilvoll glühenden ungleichen Augen auf einem Thron erschien auf Devons Feld. (DEF: 2400)
      „Doch es wird noch besser!“, rief der. „Wenn Der erste Monarch auf diese Weise beschworen wird, kann ich eine Karte abwerfen und eine Eigenschaft wählen. Meine Karte wird daraufhin zu der gewählten Eigenschaft und kann als zwei Tribute für ein Monster mit der gleichen Eigenschaft behandelt werden!“
      Devon schob eine Karte von seiner Hand in seinen Friedhof und fuhr dann fort: „Und ich bestimme, dass Der erste Monarch jetzt als Licht-Monster behandelt wird!“
      Das kleinere der Augen des Gebildes verfärbte sich gelb, während das größere rot blieb.
      „Und jetzt mach’ dich bereit für das Monster, das dein Untergang sein wird!“, rief Devon. „Ich biete Der erste Monarch als Tribut an, um Zaborg, der Megamonarch als Tributbeschwörung zu beschwören!“
      Während Devons bisherige Monarchen schon groß gewesen waren, setzte dieser allen die Krone auf. Haushoch und mit seiner futuristischen Rüstung ähnelte er eher einem Riesenroboter als einem Menschen. Sein gigantischer schwarz-gelb gestreifter Umhang schleifte hinter ihm auf dem Boden, an seinen Schultern ragten riesige rote Hörner in die Luft und um seine Hände knisterten gelbe Blitze.
      (ATK: 2800)

      „Wenn Zaborg der Megamonarch als Tributbeschwörung beschworen wird, kümmert er sich erstmal um ein Monster auf dem Spielfeld!“, rief Devon. „Also los, hol dieses hässliche Monstrum vom Himmel!“
      In der Hand des Monarchen bildete sich wie es schien ein elektrisch geladener Speer aus purem Licht, den das Monster dem im Himmel schwebenden Drachen an den Kopf schleuderte, wo sie jedoch nicht mal einen Kratzer hinterließ.
      „Was ist passiert?“, fragte Devon verärgert.

      „Tut mir leid, dass ich es dir verschwiegen habe, aber Der erste Drache ist gegen die Effekte aller anderen Monster vollkommen immun!“, antwortete Richard.

      „Gut, dann eben auf die harte Tour!“, drohte Devon. „Los, Mega-Zaborg, vernichte dieses Mistvieh mit Ultimativer Elektrischer Schlag!“
      Der riesenhafte Monarch richtete seine Hände auf den asphaltierten Boden und schoss Blitze auf diesen ab, woraufhin er in die Luft stieg und mit der Faust nach dem Kopf des Drachen ausholte, an dem sie jedoch genau so kläglich abprallte wie der elektrische Speer zuvor. Der gigantische Drache schlug daraufhin zornig mit seiner Schwanzspitze nach dem Monarchen aus und schleuderte ihn wieder zurück auf den Boden.

      „Du Trottel“, sagte Richard. „Der erste Drache ist nicht nur gegen die Effekte von Effektmonstern immun, er kann von ihnen auch nicht im Kampf zerstört werden!“

      „Das mag ja sein“, antwortete Devon hasserfüllt. „Aber du nimmst trotzdem Schaden!“ (Richard: LP 200 -> 100)

      „Ein schwacher Trost, würde ich meinen“, sagte Richard kühl. „Wenn das also alles ist, was du kannst, bin ich jetzt dran.“ Als Devon nichts erwiderte, sondern Richard nur zornig anfunkelte, fuhr dieser fort: „Ich ziehe.“

      Nun rang sich Devon wieder zu einem hämischen Grinsen durch. „Also wirklich, das einzige was an dir meisterlich ist, ist dein Optimismus! Mein Monster hat 100 Angriffspunkte mehr als deins und du hast noch 100 Lebenspunkte! Eine Runde noch, dann werde ich gewinnen!“, höhnte er.

      „Immerhin, rechnen kannst du. Nur leider wird es keine nächste Runde mehr geben. Ich beschwöre Vorhut der Drachen im Angriffsmodus!“
      Ein zweibeiniger dunkelgrauer Drache bewaffnet mit Schild und Speer erschien vor Richard auf dem Feld. (ATK: 1700)

      „Und wie soll dir dieser Schwächling helfen?“, fragte Devon spöttisch.

      „Indem ich ihn als Tribut für meine Falle Flammender Odem anbiete“, antwortete Richard und deckte die Karte auf.
      „Ich muss zur Aktivierung dieser Karte ein Monster vom Typ Drache als Tribut anbieten. Dann werden alle Monster zerstört, die weniger Verteidigungspunkte haben als mein Monster Angriffspunkte hatte. Und wenn ich mich nicht sehr täusche hat dein Monster nicht mehr als mickrige 1000 Verteidigungspunkte, mein Lindwurm hingegen hat 2000!“

      „Nicht möglich!“, rief Devon entsetzt, doch schon schoss ein Strom von Flammen aus Richards Fallenkarte auf Devons Monster, dessen Hologramm sich in Luft auflöste.

      „Und nun“, rief Richard und streckte seinen rechten Arm wieder in die Höhe. „Der erste Drache! Beende dieses Duell mit Antike Flamme!“
      Erneut bildete sich ein scharlachroter Feuerball im Maul des Monstrums und diesmal schoss er direkt auf Devon zu. Der schrie entsetzt und hielt sich schützend den Arm vors Gesicht, als der Feuerball ihn traf. (Devon: LP 1800 -> 0)

      Mit einer lässigen Bewegung fuhr Richard seine Duel Disc ein und trat ein paar Schritte auf Devon zu.
      „Da hast du’s. Und jetzt hör auf, deine Mitschüler zu tyrannisieren, du bist nämlich kein Stück besser als sie“, sagte er.

      Devon rappelte sich auf und sagte dann: „Gut, du hast mich besiegt. Gut gespielt, Steele. Aber merk’ dir eins: Am Ende dieser Woche wirst du trotzdem mich für dieses Stipendium auswählen, weil ich der verdammt noch mal beste Duellant dieser Schule bin!“ Mit diesen Worten machte er kehrt und ging zurück in die Traube seiner Kumpels, die ihm aufmunternd auf die Schulter klopften.
      Jetzt strömten Schüler, allen voran Natasha, Abigaile und Christie, aus der Zuschauermenge auf Richard zu, um ihre Bewunderung auszudrücken. Richard jedoch wimmelte sie ab und kämpfte sich frei, um sich nach Alex umzusehen, die das ganze Duell über wortlos an ihren Baum gelehnt zugesehen hatte und seinen Blick jetzt kühl erwiderte.
      Als die Schulglocke das Ende der Pause ankündigte, war Alex die erste, die ihre Schultasche schulterte und zurück in das Hauptgebäude ging…

      ~

      „War das nicht super edel, wie Richard dich beschützt hat?“, schwärmte Mia ein paar Schulstunden später, als sie und Alex gerade das Schulgebäude verlassen hatten um nach Hause zu gehen.

      „Als wäre ich nicht selbst mit diesem Vollpfosten fertig geworden“, erwiderte Alex.

      „Darum geht es doch gar nicht“, meinte Mia kopfschüttelnd und mit einem verschmitzten Lächeln, das üble Erwartungen in Alex hervorrief, fuhr sie fort: „Weißt du was? Ich glaube, er mag dich.“

      „Mich?“, fragte Alex erschrocken. „Warum sollte er?“

      „Ich weiß nicht“, fing Mia an. „Ich glaube, ihm gefällt, dass du anders bist als all die Anderen. Ihn nicht anders behandelst, als jeden Anderen auch, weißt du? Und mal ganz abgesehen davon hatte Devon mit einem natürlich auch nicht ganz unrecht: Gut aussehen tust du auch.“

      Alex war genervt. Im Moment gab es echt wichtigere Sachen, mit denen sie sich beschäftigen musste.
      „Und wenn schon, was soll ich denn mit so ´nem Duellakademie-Schnösel?“, fragte sie gereizt.
      Mia zog die Brauen hoch, als würde Alex sich absichtlich dumm anstellen. Alex begriff.
      „Nein“, sagte sie bestimmt. „Ich fang’ nichts mit irgendeinem reichen Kerl an, nur damit Lily schneller wieder wach wird! Dafür kann ich auch selbst sorgen!“

      „Aber Alex, darauf wollte ich doch gar nicht hinaus. Ich meine nur, du könntest ihm wenigstens eine Chance geben“, meinte Mia vorsichtig, doch Alex blieb es erspart, darauf zu antworten, weil sie in diesem Moment ihre Mutter erblickte, die vor der Schule auf sie wartete.

      „Mum?“, sagte Alex. „Was machst du denn hier?“

      „Ich dachte, ich komme dich von der Schule abholen und wir gehen zusammen Lily besuchen“, antwortete ihre Mutter.

      Alex schluckte. „Klar“, antwortete sie.

      Und so winkte Alex Mia zum Abschied und ging mit ihrer Mutter davon, die ihr in der U-Bahn erzählte, sie habe an diesem Tag mit der Feuerwehr und der Versicherung gesprochen. Die Feuerwehr habe ihre Wohnung für absolut unbewohnbar erklärt, die Versicherung würde zwar bis zum Ablauf des Mietvertrags die Miete übernehmen, ihnen sonst jedoch nicht entgegenkommen.

      Die ganze Fahrt über bereitete Alex sich auf das vor, was sie jetzt gleich wieder sehen würde, und doch war es ein Schock für sie, als sie ihre Schwester dort so liegen sah, mit geschlossenen Augen und Schläuchen, die in ihren kleinen Körper führten und diesen verließen, genau so wie schon vor zwei Nächten.
      Sofort verfielen Alex und ihre Mutter in ein Schweigen der Trauer und eine einzelne Träne kullerte Alex’ Wange hinunter, während sie durch Lilys dunkelrotes Haar strich, das ihrem eigenen so ähnlich war und ihrer Schwester versicherte, dass alles gut werden würde. In diesem Moment wurde Alex eins klar: Nichts war so wichtig wie das Lily so schnell wie möglich aufwachte und Alex würde fast alles tun, um das Geld für ihre Behandlung zu beschaffen. Sie hatte einmal von einem Ort gehört, wo verzweifelte Duellanten an Geld kommen konnten. Früher hatte sie so etwas immer für unter ihrer Würde gehalten, aber früher war Lily ja auch noch bei ihr gewesen…
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      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Leseleff ()

      (Das eigentliche Kapitel habe ich in meinen letzten Post reineditiert)
      Anmerkungen zum Kapitel
      - Die Story ist in diesem Kapitel zugegebenermaßen relativ dünn geraten. Es handelt sich um eine der wenigen Lückenfüller-Folgen und ihre Hauptfunktion war es, Richard und sein Deck genauer vorzustellen. Das nächste Kapitel enthält da schon deutlich mehr Handlung und ist auch wieder um einiges länger.

      Kartenliste
      Richard:

      - Feindkontrolle
      - Alexandrit-Drache
      - Flügelschlag des Drachengiganten
      - Edelmetall-Drache
      - Drachenschild
      - Drache, der in der Höhle haust
      - Symbole der Pflicht
      - Spiegel des Drachen
      - Lindwurm der ursprüngliche Drache (freie Übersetzung)
      - Vorhut der Drachen
      - Flammender Odem

      Devon:

      - Baumfrosch
      - Thestalos, der Feuersturmmonarch
      - Caius der Schattenmonarch
      - Der erste Monarch
      - Zaborg der Megamonarch

      Neue Karten:

      - Schatz der Drachen

      Normale Zauberkarte

      Wirf ein Monster vom Typ Drache der Stufe 4 oder niedriger mit 2000 oder mehr ATK ab; ziehe 2 Karten von deinem Deck.

      Preview: Kapitel 1.5 - Das Herz der Finsternis
      Verzweifelt auf der Suche nach Geld für Lilys Behandlung begibt schleicht sich Alex nachts aus dem Haus, um sich im Untergrund für Geld zu duellieren. Doch ist die raue Welt der „Duelist Clubs“ wirklich der Richtige Ort für ein sechzehnjähriges Mädchen?

      An dieser Stelle mal einen herzlichen Dank für alle meine Leser. Wie immer gilt, dass ich euch natürlich zu nichts zwingen kann, ich mich aber über jedes Feedback freuen würde :)

      EDIT: Habe btw mittlerweile herausgefunden, wie man direkt zu bestimmten Posts verlinkt. Falls also jemanden aufgefallen ist, dass die Links der Kapitelliste im Startpost nicht richtig funktionieren, das ist jetzt behoben.

      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Leseleff ()

      Hallo Leseleff,

      wir hatten ja per PN miteinander gesprochen und du sagtest ja, dass es okay für dich ist, wenn ich meine Kritik öffentlich an dich richte.
      Schauen wir mal, was mir da 'so unter den Nägeln brennt'. ;)

      Lob
      ich muss sagen, dass mir die Folgen 2 und 3 recht gut gefallen haben. Endlich gab es Story und man hat jetzt einen roten Faden, dem man folgen kann.
      Den Wohnungsbrand hast du ziemlich gut beschrieben und nachvollziehbar rübergebracht. Auch die Erschütterung danach, Lilys Schicksal und wie Alex langsam ihre Kräfte entdeckt, das war soweit gut rüber gebracht. Auch muss ich sagen, dass du wirklich besser geworden bist im Beschreiben. Wenn man das erste Kapitel in seiner Urfassung als Vergleich dazu zieht, ist das schon eine große Verbesserung. Sehr schön!
      Auch find ich, ist es dir jetzt besser gelungen, deine Charaktere facettenreicher darzustellen. Allen voran Alex, die jetzt endlich eine ausdrucksstarke Persönlichkeit hat.
      Die Länge der Kapitel ist soweit auch wunderbar. Oft ist es ja so, dass junge Autoren eher kurze Kapitel schreiben, in denen dazu nichts oder auch viel zu viel auf einmal passiert. Du hast da den Dreh schon wesentlich besser raus, es gibt immer eine Rahmenhandlung.


      Kritik
      Leider gibt es auch Sachen, die nicht so gut gelungen sind und wo Verbesserungsbedarf besteht.
      Allen voran leider etwas, mit dem sich viele Autoren schwer tun: Recherche. Die vermisse ich bei dir hin und wieder schmerzhaft. Leider hat eine deiner voran gegangenen Antworten auch den Eindruck bei mir erweckt, du würdest das ebenfalls vermeiden wollen.
      Ich habe dir ja gesagt, Domino City ist eine japanische Stadt, worauf du erwidert hast, die Namen der YGO-Charaktere würden anderes implizieren. Ist richtig, in westlichen Gefilden wurden die Namen der Figuren geändert, um sie zugänglicher für das westliche Publikum zu machen. Nicht geändert hat sich aber die Tatsache, dass Domino trotzdem in Japan liegt. Da du scheinbar das Original des ersten YGO-Animes nicht kennst, ist deine Reaktion nicht weiter verwunderlich, aber: Den Wechselkurs vom Yen kann man herausfinden, wenn man möchte.
      Da du ja jetzt schon weiter bist mit deiner Geschichte wird es schwer, da irgendetwas umschreiben zu wollen. Ich persönlich kann damit leben, wenn du Domino in Amerika lässt, aber ich bitte dich: Fang nicht damit an, jede Umstimmigkeit mit künstlerischer Freiheit zu erklären. Die gibt es, klar, aber zu oft genutzt, machst du dich selbst unglaubwürdig.

      Weitere Unstimmigkeiten waren zum Beispiel die Tatsache, dass du Alex als Zehntklässlerin bezeichnet hast. In Amerika ist das Schulsystem anders und ich bin mir sicher, es gibt einen treffenderen Begriff dafür.
      Bei der Sache mit dem Koma durch Rauchvergiftung weiß ich nicht, ob es tatsächlich eine Erkrankung gibt, die ein permanentes Koma erforderlich macht. Ich weiß, es gibt Fälle, wo Leute nach einer Rauchvergiftung ins künstliche Koma versetzt werden mussten, aber nach einiger Zeit wieder genesen sind. Da hätte ich mir gewünscht, dass du das Ganze etwas ... medizinischer aufgreifst. (Was zugegeben sehr schwer ist.)
      Ansonsten weniger Recherche, sondern mehr Logikprobleme sind so Sachen wie Ärzte, die das einfach mal so hinnehmen, dass Alex sich selbst geheilt hat. Es gibt Fälle spontaner Selbstheilung aber das Letzte, was so ein Arzt tun wird, ist die Patientin danach gehen zu lassen. Ebenso fand ich die Reaktion des Jungen, der sich nach dem Diebstahl der Decks gegen Alex duelliert hat unglaubwürdig. Die meisten Menschen wären abgehauen, statt sich auch noch sinnloserweise mit ihr zu duellieren. Ebenso würde ich als Alex alle Mitwisser dazu verdonnern, Stillschweigen über ihre Kräfte zu bewahren. Das hättest du deutlicher aufzeigen sollen, ich bin mir sicher, du hast schon dran gedacht. Aber der Leser muss das auch sehen, sonst fehlt ihm das, so logisch es auch erscheint.
      Die letzte Sache, die mir in diesem Bereich aufgefallen war, ist Richards 'Affektion' gegenüber Alex. Würdest du jemanden beschützen, der dich die ganze Zeit nur böse anstarrt und vermeidet? Ich nicht. Was nicht heißen soll, dass er dadurch keinen Grund hätte, sich mit Devon zu duellieren.
      Ich weiß, einiges davon ist sehr kleinkackerisch, aber trotzdem kannst du davon profitieren. Und darauf kommt es ja an.

      Was ich auch nicht so gut finde, nein, was ich ehrlich gesagt noch gar nicht gut finde, sind die Duelle.
      Irgendwie ist eines davon bisher belangloser als das andere.

      Das erste Duell Alex VS Namenlos - erstmal war klar wer gewinnt, dann war es viel zu kurz und wirklich was bei rumgekommen abseits des Kartengeschenks ist auch nichts.
      Das zweite Duell Mia VS Nick - man lernt die Decks der Charaktere und inetwa die Rangordnung der Duellanten hinsichtlich ihrer Stärke kennen, aber ansonsten nichts Wichtiges passiert.
      Das dritte Duell, das Debut von Alex' Ass-Monster, naja ... auch wieder ein namenloser Gegner. Ich find es zwar nachvollziehbar, wie es zustande gekommen ist, aber das Ass-Monster-Debut an einen Random zu verschleudern find ich extrem schade. Da hättest du mehr draus machen können. Und sollen.
      Naja und das vierte Duell war, wie du sagtest, auch eher als Filler und Vorstellung gedacht. Eine größere Problematik gab es hier auch nicht, obwohl Potential zumindest vorhanden gewesen wäre. Dadurch, dass die Folge auch zu 60% aus diesem Duell bestanden hat und sonst nicht viel passiert ist, war sie entsprechend langweilig mMn.

      Bei allen fehlen außerdem große Wendepunkte, harte Schlagabtäusche, einfach dieser Funke, dieses Bangen darum, ob X gewinnt oder nicht. Während der Duelle gibt es bis auf ein paar Zurufe auch keine tiefer gehenden Szenen, es liest sich einfach wie eine Liste von Zügen und gegenseitigen Sticheleien, die es abzuarbeiten gilt. Oder anders gesagt: die Duelle an sich sind momentan sehr trocken.

      Insgesamt schade, einfach weil man noch keinen wirklichen Grund hatte, mit einer bestimmten Figur zu bangen.
      Ich hoffe, im nächsten Duell ändert sich das, die Vorschau ist vielversprechend. Ein Gegner mit Name, Wiedererkennungswert und weiteren Auftritten ist jetzt genau das, was Alex verdient hätte.

      Ansonsten tauchen immer mal wieder kleine Fehlerchen auf. Vielleicht solltest du jemand anderes noch zusätzlich Korrektur lesen lassen, denn vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei.


      Soweit wars das erstmal von mir, wir sehen usn dann in ein paar Folgen wieder.
      Danke für die Antwort :)
      Ich finde es bemerkenswert, wie schnell du mit dem Lesen warst. Ich habe Kapitel 4 ja erst vor nicht mal zwei Stunden gepostet, und schon bist du damit fertig :eek:
      Vielen Dank außerdem für das Lob und natürlich auch für die Kritik. Folgendes habe ich dazu zu sagen:
      Spoiler anzeigen
      Was den Schauplatz und die Währung angeht, so halte ich das immer noch für ein wenig kleinkariert und ich stelle immer noch in Frage, ob die offziellen Yu-Gi-Oh-Animes wirklich im realen Japan spielen sollen. Ich habe das ganze immer für eine fiktive Welt gehalten und soweit ich weiß wurde nie eine Währung oder das Land, in dem die Serien spielen, erwähnt. Auch meine Dollar sollen keine US-Dollar sein. Meine Fanfic soll weder in Japan noch in Amerika spielen, sondern in ebenjener fiktiven Welt. Ich finde, hier muss man Realität und Fiktion voneinander trennen. Aber natürlich will ich nicht sämtliche Schuld von mir weisen. Für meine Fanfic und die Intenton dahinter wäre es das Beste gewesen, wenn ich eine komplett neue Stadt und Währung erfunden hätte. Ich bin halt nur furchtbar unkreativ, was die Namensgebung für solche Dinge angeht.
      Verteidigen möchte ich mich aber, was einige der genannten "Logiklücken" angeht. Der Arzt hat nicht einfach gesagt: "Dein Arm ist ja wieder heil, kannst gehen", sondern er hat erstmal "Das ist unmöglich..." (Zitat) gesagt und dann stundenlang irgendwelche Untersuchungen mit Alex machen lassen, bevor er sie entlassen hat. Auch wurde auf dien Gründe für Richards "Affektion" gegenüber Alex eingegangen. Er mag sie, weil er spürt, dass sie anders ist. Er ist streinreich und es entsprechend gewöhnt, alles zu kriegen, was er will. Deshalb reizt ihn die Tatsache, dass Alex jemand ist, den Geld nicht beeindruckt und um den man deshalb kämpfen muss. Er steht sozusagen auf Rebellentypen. Der Reiz des Unerreichbarem ist nichts Neues und ein beliebtes Motiv in der Literatur oder im Film. Die genaueren Hintergründe ihrer Beziehung werden in den kommenden Kapiteln auch noch weiter beleuchtet.
      Auch Namenlos #2 haut ja erstmal ab, wird dann jedoch in die Ecke gedrängt. Er duelliert sich aus Angst, weil Alex es von ihm will.
      Was den Vorschlag angeht, dass Alex die Mitwissenden um Stillschweigen bitten sollte, so gebe ich dir Recht damit, dass das eine gute Idee gewesen wäre, die auch echt gut gekommen wäre und zu ihrem Charakter gepasst hätte. Echt blöd, dass ich selbst nicht daran gedacht habe...

      Was die Duelle angeht, so habe ich ja selbst zugegeben, dass ich diese (insbesondere das in Kapitel 3) etwas lahm finde. Ich denke und hoffe, dass die Duelle in Kapitel 5 und insbesondere in Kapitel 6 eher deinen Ansprüchen entsprechen. Ich gebe mir allgemein immer mehr Mühe mit den Duellen und fertige zum Beispiel für jedes neue Duell erstmal eine komplizierte Skizze an.

      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2
      So, kann weiter gehen. Wie üblich vielen Dank an alle Leser und viel Spaß mit Kapitel 5!
      Kapitel 1.5 - Das Herz der Finsternis
      Kapitel 5: Das Herz der Finsternis

      Die Nacht war angebrochen und nachdenklich saß Alex in der U-Bahn. Sie hatte abgewartet, bis Mia eingeschlafen war und war dann mit ihrer Duel Disc im Gepäck aus dem Haus geschlichen, denn ihr war es lieber, wenn vorerst niemand davon erfuhr, was sie vorhatte.
      Müde und doch besorgt starrte sie aus dem Fenster auf die vorbeiziehenden leuchtenden Streifen an der Tunnelwand. Während man ihre normale Wohngegend schon als düster bezeichnen konnte, befand sie sich jetzt auf dem direkten Weg ins Herz der Finsternis; dem gefährlichsten und zwielichtigsten Teil Domino Citys.

      Als sie ausstieg befand sie sich auf einer zugemüllten Straße, in der die Wände der Gebäude voller Neonschilder mit den Namen der ansässigen zwielichtigen Clubs und Bars waren. Hie und da liefen ein paar Menschen herum, meist kleine Grüppchen lallender junger Männer, doch wirklich viel los war nicht. Hier war es wohl erst am Wochenende richtig voll.
      Alex mied jeden Blickkontakt zu den anderen Leuten und ließ ihren Blick über die Neonschilder schweifen, weil sie einen der berüchtigten „Duelist Clubs“ finden musste, und machte ein angewidertes Gesicht, als sie an einem besonders großen Club namens „Dark Magic“ vorbeikam, dessen blau-rosaner Schriftzug rechts und links von je einem Neonschild in Form eines obszön verunstaltetem dunklem Magier-Mädchen umgeben war.
      Dies war sicher kein Ort für ein sechszehnjähriges Mädchen, aber es half nichts. Von dem, was Alex so aufgeschnappt hatte war dies der beste Ort für talentierte und verzweifelte Duellanten wie sie um an Geld zu kommen.

      Schließlich fand Alex in einer Seitenstraße einen kleinen Duelist Club namens „Red-Eyes Bar“, dessen Schankraum sich offenbar im Keller befand und betrat ihn mit einem flauen Gefühl im Magen.
      Die Luft unten im Hauptraum war rauchgeschwängert und sofort machte sich ein Anflug von Panik in Alex breit, weil diese Atmosphäre schmerzhafte Erinnerungen an ihre brennende Wohnung hervorrief, aber Alex riss sich zusammen und sah sich um.

      Die Mitte des Schankraumes bestand aus einem großen erhöhten Podest, dass von einer Umzäunung aus Drahtseilen umgeben war, sodass es aussah wie ein Boxring. Um das Podest herum waren kleine Runde Tische verteilt, an denen ein paar Kunden, hauptsächlich Geschäftsmänner in Anzügen, aber auch eine knapp bekleidete und maskierte Frau, saßen. An der Bar, auf die Alex jetzt zuging, stand ein dicker Mann mit Schnurrbart und fettigem schwarzen Haar, der ein buntes und recht weit aufgeknöpftes Hemd trug.

      „Wir verkaufen nichts an Minderjährige“, raunzte der schmierige Typ, dessen in großzügigen Mengen benutztes Rasierwasser nicht ganz seinen Schweißgeruch zu überdecken vermochte, als Alex sich an die Bar stellte.

      „Deswegen bin ich nicht hier“, antwortete Alex kühl.

      „So, und weswegen dann?“, fragte der Mann gelangweilt.

      „Gehört dir der Laden hier?“, fragte Alex

      „Ja. Mein Name ist Turner“, antwortete der.

      „Gut. Stimmt es, dass man sich hier für Geld duellieren kann?“, fragte Alex weiter.

      „So, du willst dich duellieren“, sagte Turner. „Ja, das kann man hier. Und du bist?“

      „Tut das was zur Sache?“, fragte Alex angriffslustig.

      „Hör mal, Kleine. Wenn du dich duellieren willst, dann brauch ich deinen Namen. Also entweder du gibst ihn mir, oder du haust ab“, antwortete Turner und kam ihr jetzt näher. Alex funkelte ihn hasserfüllt an und sagte ihm ihren Namen.

      „Gut, dann wollen wir mal sehen, was du zu bieten hast“, fuhr Turner fort und sah an Alex hinunter. „Aber Hallo, für so ein junges Mädchen hast du einen guten Körperbau. Und ein wenig frisches Fleisch können wir immer gebrauchen.“
      Alex starrte Turner verächtlich an, doch der fuhr unbeeindruckt fort:
      „In Ordnung, du kannst gleich anfangen, Rogue sucht sowieso gerade einen Gegner“, sagte und nickte zu der maskierten Frau hinüber.
      „Aber erst…“, fuhr er fort und holte eine schwarze Maske und ein paar wie es schien winzige Kleidungsstücke unter dem Tresen hervor. „Ziehst du das hier an“, schloss er.
      Alex betrachtete die Kleidungsstücke, die sich als eine Art tief ausgeschnittenes schwarzes Bikinioberteil mit herunterhängenden Fransen und ein dazu passender Slip herausstellten.

      „Das ziehe ich nicht an“, sagte Alex entschieden.

      „Tja, leider hast du keine Wahl“, antwortete Turner gleichgültig. „Um optimale Unterhaltung für unsere männlichen Kunden zu gewährleisten gilt hier nun mal leider ein Dresscode. Also entweder trägst du das oder gar nichts“

      Alex legte noch einmal so viel Verachtung wie möglich in ihren Blick, dann krallte sie sich die Kleidungsstücke und die Maske und verschwand in eine Umkleidekabine am Rand des Schankraums.

      ~


      Kurze Zeit später stand Alex maskiert und in diesem schrecklichen Fummel am einen Ende des Duellfelds, das aussah wie ein Boxring, und versuchte mit ihrer Duel Disc die Sicht auf ihren Ausschnitt zu versperren, während sie versuchte, nicht daran zu denken, dass all diese alten Säcke ihr gerade zusahen.
      Alex gegenüber stand die maskierte Frau namens Rogue ebenfalls mit ihrer Duel Disc in Duellstellung. Sie war groß und dunkelhäutig und trug eine grüne und schwarze Maske, deren Nase zu einem langen und bedrohlichen Vogelschnabel verlängert war. Außerdem trug sie ein knappes und provokantes schwarzes Lederoberteil, das mit einem Nietenhalsband an ihrem Hals befestigt war und hochhackige schwarze Stiefel, die bis über ihre Knie gingen.
      Jetzt kam Turner zu Alex und legte ihr ein metallenes Armband an den Unterarm, mit dem sie ihre Duel Disc hielt, das durch eine Eisenkette mit einer Ecke des Rings verbunden war, wo sie in den Boden mündete.

      „Was ist das?“, fragte sie und versuchte abfällig statt misstrauisch zu klingen.

      „Oh, damit bringen wir etwas mehr Spannung in die Duelle“, sagte Turner während Rogue sich auf der anderen Spielfeldseite ihre Kette selbst anlegte, und mit einem schmutzigen Lächeln und ohne weitere Worte verließ er den ring und schloss diesen, indem er ein Drahtseil über dem Eingang spannte. Danach legte er irgendwo am Rand des Podests einen Schalter um, woraufhin ein elektrisches Summen sich über den Ring legte und verriet, dass Turner die Drahtseile, die die Duellantinnen einzäunten, unter Strom gesetzt hatte. Panik stieg in Alex auf, doch sie ließ sich nichts anmerken. Jetzt gab es kein Zurück mehr.

      „Dein erstes Mal hier im Untergrund?“, fragte Rogue mit tiefer, selbstbewusster Stimme.

      „Und wenn schon. Ich nehme es mit jedem auf!“, antwortete Alex.

      „Das werden wir ja sehen. Denn im Untergrund gibt es keinen Welpenschutz!“, sagte Rogue.

      „Meine Damen und Herren, willkommen zu einem weiteren Live-Duell hier in der Red-Eyes Bar!“, sagte Turner. Anscheinend pflegte er die Duelle über eine alte Mikrofonanlage zu kommentieren. „In der einen Ecke eine Duellantin, die sich durch ihren ungeschönten Kampfstil schon einen Namen im Untergrund gemacht hat: Rogue! In der anderen Ecke eine unbekannte Größe, die sich heute Nacht das erste Mal im Untergrund versucht. Im zarten Alter von Sechzehn: Alex! Duellantinnen: Lasst die Show beginnen!“

      „Los Duell!“, riefen Alex und Rogue im Chor und zogen je fünf Karten.

      „Ich fange an!“, sagte Rogue sofort. „Ich aktiviere den permanenten Zauber Zeichen der Hysterie!“ Sie schob die Zauberkarte in ihre Duel Disc und ein vergrößertes Hologramm der Karte erschien vor ihr.
      „Wenn Zeichen der Hysterie aktiviert wird kann ich meiner Hand eine Vornehmer Egoist –Zauberkarte von meinem Deck hinzufügen!“ Sie griff nach der Karte, die ihre Duel Disc hervorschob und fuhr fort: „Als nächstes beschwöre ich meine Cyberharpyie!“
      Eine große lilahaarige Frau mit Krallenfüßen und grünen Flügeln an den Armen erschien auf dem Feld. In ihrer rechten Krallenhand hielt sie eine elektrisch geladene Peitsche und sie trug einen freizügigen Metallpanzer, der mit einem Nietenhalsband an ihrem Hals verbunden war. Offenbar trugen Rogue und ihre Monster Partnerlook. (ATK:1800)
      „Da ich jetzt eine Harpyie kontrolliere, kann ich meine Zauberkarte Vornehmer Egoist aktivieren und meine Harpyien-Schwestern als Spezialbeschwörung vom Deck zu beschwören!“, fuhr Rogue fort und zu ihrer Cyberharpyie gesellten sich noch drei weitere der furchterregenden Vogelfrauen, eine mit denselben Magenta-Haaren wie die Cyberharpyie und mit einer Peitsche bewaffnet, eine mit kurzen organgenen und die dritte mit wilden blauen Haaren. Alle drei standen sie eng beieinander, verschränkten provokant ihre gefiederten Arme und trugen freizügige goldene Rüstungen. (ATK: 1950)
      „Dein Glück, dass ich im ersten Zug noch nicht angreifen kann. Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug!“, schloss Rogue. Nervös spähte Alex auf deren Feld hinüber. Mit einem hatte Turner wohl recht: Ihr Spiel musste äußerst offensiv sein, wenn sie schon im ersten Zug zwei so starke Monster beschwor.

      „Gut, dann bin ich dran!“, rief Alex. Sie sah in ihr Blatt und sofort wurde ihr klar, dass sie erst einmal in die Defensive gehen musste.
      „Ich ziehe!“, sagte sie und als sie die gezogene Karte sah, grinste sie zufrieden. Die Falle Icarus-Angriff was genau das, was sie jetzt gebrauchen konnte. „Ich beschwöre Kujakujaku im Verteidigungsmodus!“ Der Pfau mit dem Schlangenmuster erschien auf dem Kampffeld und setzte sich so hin, als würde er ein Ei ausbrüten.
      „Ich setze drei Karten verdeckt und beende meinen Zug!“, schloss sie und zuversichtlich steckte sie mit einer geübten Bewegung je eine Karte in die mittleren drei Zauber- und Fallensteckplätze ihrer Duel Disc, woraufhin deren holografisch vergrößerte Rückseiten auf dem Feld erschienen. Sobald ihr Zug vorbei war würde sie Kujakujaku für Icarus-Angriff als Tribut anbiete, zwei von Rogues Karten zerstören und könnte sich wegen Kujakujaku sogar noch ein Wind-Monster von ihrem Deck auf die Hand holen…

      „Nicht so schnell, Kleine!“, unterbrach Rogue Alex’ Gedanken. „Glaub’ ja nicht, du könntest dich hinter deinen ganzen verdeckten Karten verstecken! Ich aktiviere den Schnellzauber Doppelzyklon!“, rief sie und deckte ihre verdeckte Karte auf.
      „Damit zerstöre ich eine Zauber- oder Fallenkarte auf jeder Spielfeldseite! Ich zerstöre jetzt also deine verdeckte Karte ganz links und mein Zeichen der Hysterie!“
      Aus dem vergrößertem Hologramm der Zauberkarte entstanden je ein gelber und ein roter Wirbelsturm. Der gelbe erfasste Rogues permanente Zauberkarte, während der rote direkt auf eine von Alex’ verdeckten Karten zuschoss und natürlich ausgerechnet Icarus-Angriff erwischte.
      „Aber du irrst dich, wenn du glaubst, dass das schon alles wäre!“, fuhr Rogue fort. „Am Ende des Spielzugs, in dem mein Zeichen der Hysterie auf den Friedhof geschickt wurde, kann ich meiner Hand drei Harpyien-Monster mit unterschiedlichen Namen von meinem Deck hinzufügen!“

      „Wie viele?!“, fragte Alex entsetzt.

      „Du hast richtig gehört. Und jetzt kommt zu mir, Harpyien-Königin! Harpyien-Tänzerin! Harpyien-Kanalisiererin!“, rief Rogue und nahm die drei Monsterkarten aus ihrem Deck und zeigte sie Alex. Die ließ sich zwar nichts anmerken, war aber besorgt. Jetzt war Rogues ganze Hand voller Monster und ihren Plan mit Icarus-Angriff konnte sie jetzt auch vergessen.

      „Da wir das geklärt haben… Ich bin dran! Ich ziehe!“, rief Rogue und fügte ihrer Hand die siebte Karte hinzu.
      „Komm schon raus, Harpyien-Kanalisiererin!“, fuhr sie fort und vor ihr erschien eine weitere der Vogelfrauen. Im Gegensatz zu ihren Kolleginnen trug diese jedoch keine metallene Rüstung, sondern ein an entscheidenden Stellen ausgeschnittenes weißes Kleid. Ihre Flügelartigen Arme waren schwarz wie die einer Krähe und sie hatte eine komplizierte rote Zopffrisur. In ihrer Hand hielt sie einen langen Stab mit einem gefiederten Ende. (ATK: 1400)
      „Ich aktiviere den Effekt von Harpyien-Kanalisiererin! Wenn ich eine meiner Harpyien abwerfe kann ich ein anderes Monster als Spezialbeschwörung von meinem Deck beschwören, solange sein Name Harpyie beinhaltet! Ich werfe jetzt also Harpyien-Tänzerin ab, um Spieldrache der Harpyien zu beschwören!“
      Rogue schob eine Karte von ihrer Hand in den Friedhof und zog danach eine andere Karte aus dem Deck, die sie selbstbewusst auf ihre Duel Disc klatschte. Auf ihrer Feldseite erschien daraufhin zusätzlich zu den fünf Vogelfrauen auch noch das Hologramm eines großen und hässlichen rosa Drachen. Abgemagert war er und hatte kleine verkümmerte Flughäute an seinen Armen. Hinter seinem schwarzen Kopf mit den langen Fledermausartigen Ohren trug er ein eisernes Halsband, an dem eine schwere Kette herabhing (ATK: 2000)
      Spieldrache der Harpyien erhält 300 Extra-Angriffspunkte für jede Harpyie auf meinem Feld!“, rief Rogue. „Und sowohl Cyberharpyie als auch Harypien-Kanalisiererin werden auf dem Feld als Harpyie behandelt! Das heißt mein Drache erhält 600 zusätzliche Angriffspunkte!“
      Der hässliche Drache stieß ein Brüllen aus und streckte seine Arme aus. (Spieldrache der Harpyien: ATK 2000 -> 2600) In unguter Vorahnung starrte Alex auf Rogues beeindruckendes Feld. Wie sollte sie dagegen nur ankommen? Diese Duellantin spielte wirklich in einer ganz anderen Liga als die ganzen Spielplatz-Rowdys, gegen die Alex für gewöhnlich antrat.

      „Und wieder einmal wurden wir Zeuge von Rogues beeindruckender Fähigkeit, das Feld zu fluten! Wird sich unsere Newcomerin gegen diese Monsterarmee durchsetzen können, oder sollte dies schon das abrupte Ende dieses Duells sein?“, kommentierte Turner.

      „Und jetzt zeige ich dir, wie das hier unten läuft!“, rief Rogue. „Harpyien-Kanalisiererin, vernichte diesen Singvogel!“
      Die rothaarige Harpyie machte einen großen Sprung und schlug mit ihrem Stab auf den Pfau ein, dessen Hologramm sich in Luft auflöste.
      „Als nächstes…“, fuhr sie fort. „Cyberharpyie! Greif’ sie direkt an!“

      Es geschah ganz plötzlich. Nachdem Rogues Monster auf Alex zugesprungen und mit ihrer Peitsche nach dieser ausgeholt hatte durchfuhr ein Schmerz ausgehend von ihrem linken Handgelenk Alex’ ganzen Körper, so stark, dass sie laut aufschrie und auf die Knie sank. Man hatte ihr einen Stromschlag verpasst, dafür waren die komischen Handfesseln also da. Jedes Mal, wenn einer der Duellanten Schaden erlitt, bekam er dies leiblich zu spüren. (LP Alex: 4000 -> 2200)
      Zornig über diese widerliche Praktik und beschämt darüber, dass das Publikum beinahe alles von ihr sehen konnte, wenn sie so auf allen Vieren im Ring hockte rappelte Alex sich auf und rieb sich den linken Unterarm. Dieser war taub und als langsam das Gefühl in ihm wieder zurückkehrte, prickelte es unangenehm. Hasserfüllt unter ihrer Maske blickte sie zu Rogue hinüber.

      „Ja, es tut weh, nicht wahr?“, fragte die. Anders als Alex es erwartet hatte klang sie dabei jedoch nicht grausam oder mitleidlos, sondern es klang eher so, als müsste sie sich dazu zwingen, tough zu bleiben.
      „Aber gewöhn’ dich besser dran! Denn so geht das hier im Untergrund nunmal zu!“, fuhr sie wieder etwas lautstärker fort.
      „Los Harpyien-Schwestern! Greift sie direkt an!“

      Die drei Vogelfrauen in goldener Rüstung machten einen Sprung und griffen mit ihren scharfen Vogelkrallen an, als sie Alex erreichten. Der Stromstoß war genau so schmerzhaft wie der letzte, aber diesmal war Alex vorbereitet. Sie spannte ihren ganzen Körper an, um nicht wieder auf den Boden zu sinken, aber den Schmerzensschrei konnte sie nicht unterdrücken. (LP Alex: 2200 -> 250)

      „Es ist erstaunlich, wie viel Kampfgeist unsere Newcomerin hier zeigt!“, kommentierte Turner in sein altes Mikrofon. „Nach dem zweiten Schock auf den Beinen bleiben, das schaffen nicht viele Duellanten! Und doch sieht es nicht gut aus für Alex. Wenn sie nicht noch irgendein Ass im Ärmel hat, wird Rogue sie wie viele andere vor ihr schon in nur zwei Runden besiegen!“

      „Das war’s dann wohl! Spieldrache der Harpyien, beende dieses Duell! Irgendwelche letzten Worte?“, rief Rogue.

      Während der hässliche rosa Drache brüllte und sich zum Angriff bereit machte, riss Alex sich noch einmal zusammen und rief mit lauter, selbstsicherer Stimme:
      „Ich wüsste da was! Ich aktiviere die Falle Windsturm der Phönixflügel! Wenn ich jetzt meinen Feuervogel von der Hand abwerfe, macht sich dein Spieldrache auf den direkten Weg zurück auf dein Deck!“
      Orangene Windböen schossen aus der Fallenkarte und ergriffen den hässlichen Drachen. Dessen Hologramm verschwand und Rogue nahm die Karte von ihrer Duel Disc und legte sie oben auf ihr Deck.

      „Immerhin, du bist tapfer“, sagte sie an Alex gewandt. „Nicht wenige betteln nach ein paar Stromschlägen nur noch darum, dass es schnell vorbei sein möge. Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug.“

      „Den Gefallen werde ich dir nicht tun!“, rief Alex entschlossen. „Ich bin dran! Ich ziehe!“
      Und als sie dies schnell und ruckartig tat passierte es wieder: Die Hand, in der sie die Karte hielt, ging schmerzlos in Flammen auf und beim Ziehen zog sie eine orangene Schliere durch die Luft. Einige der Männer im Publikum machten überraschte oder erschrockene Laute und flüsterten miteinander, doch Alex achtete nicht auf sie.
      „Ich beschwöre Blaugeflügelte Krone im Angriffsmodus!“, rief sie und klatschte das normale Monster mit brennender Hand auf ihre Duel Disc. Ein großer blauer Vogel mit roten Schwanzfedern und einer Art brennendem V auf der Stirn erschien auf dem Feld. (ATK: 1600)
      „Doch das ist noch nicht alles!“, fuhr sie fort und das Feuer an ihrer rechten Hand breitete sich langsam über ihren Arm aus. „Ich mische Feuervogel vom Attribut Feuer und Kujakujaku vom Typ Geflügeltes Ungeheuer von meinem Friedhof ins Deck ins zurück!“

      „Was wird das?“, fragte Rogue überrascht.

      „Du weißt ganz genau, was jetzt kommt!“, rief Alex und während sie die Monsterkarten aus ihrem Friedhof zurück ins Deck steckte, das sich automatisch mischte, stiegen Hologramme der beiden Karten in die Luft und umkreisten sich anmutig, während sie immer höher stiegen.
      „Die Kraft des Feuers und die Kraft der Vögel, vereint euch und entfesselt eine neue Kraft! Titanen-Beschwörung! Erscheine, Phönix der Wiedergeburt!“

      Als sie die letzten Worte aussprach und die dunkelgrüne Karte mit brennenden Fingern auf ihre Duel Disc klatschte bildete sich eine Lichtkugel um die beiden Karten, aus der ein blendend heller Lichtblitz mit einem lauten Knall in den Ring einschlug. Kurze Zeit später war da wieder der riesige brennende Vogel und schwebte über dem Ring und bei diesem Anblick wichen all die Sorgen, die Alex seit Beginn dieses Duells geplagt hatten wichen einem Gefühl von Hoffnung und Zuversicht. (ATK: 2500)

      „Es ist unglaublich!“, kommentierte Turner. „Unsere Newcomerin ist wirklich immer für eine Überraschung zu haben! Nicht nur hat sie es irgendwie geschafft, künstliche Flammen mit ihrer Hand zu erzeugen, sie besitzt auch noch eins der seltenen Titanen-Monster!“

      „Wo hast du den denn her?“, fragte Rogue.

      „Das tut jetzt nicht zur Sache!“, antwortete Alex. „An deiner Stelle würde ich mich eher dafür interessieren, was er jetzt mit deinen Harpyien-Schwestern macht! Los, brennender Zorn!“ Der brennende Vogel stieg höher und stürzte dann auf die Vogelfrauen in den goldenen Rüstungen zu.

      „Nein!“, rief Rogue und drehte ihre verdeckte Karte um. „Ich aktiviere die Falle Standfester Verteidiger! Damit kann ich deinen Angriff auf meine Cyberharpyie umlenken!“

      „Von mir aus, Phönix der Wiedergeburt ist da nicht wählerisch! Brennender Zorn!“, erwiderte Alex und erneut stieg der riesige Vogel in die Luft und stieß diesmal auf die Harpyie mit den magentafarbenen Haaren und der eisernen Rüstung zu, deren Hologramm sich beim Aufschlag in Luft auflöste.
      Als Rogues Handfessel ihr einen Stromschlag verpasste spannte die ihren ganzen Körper an und schloss hinter der Maske ihre Augen, machte aber keinen Mucks. (Rogue: LP 4000 -> 3300)
      „Und jetzt los, Blaugeflügelte Krone! Greif’ Harpyien-Kanalisiererin an!“, fuhr Alex fort und der blaue Vogel flog auf die rothaarige Harpyie zu und pickte mit seinem Schnabel nach ihr, woraufhin sich ihr Hologramm in Luft auflöste und nur noch die drei Vogelfrauen in den goldenen Rüstungen auf Rogues Feld übrigblieben.
      (Rogue: LP 3300 -> 3100)
      „Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug“ schloss Alex.

      „Gut, dann bin ich dran! Ich ziehe!“, rief Rogue und zog den Spieldrachen der Harpyien auf, den Alex’ Windsturm der Phönixflügel auf das Deck zurückbefördert hatte.
      „Wie du dich vielleicht noch erinnern kannst…“, fuhr sie fort. „Ist noch eine von den Harpyien übrig, die mein Zeichen der Hysterie mir auf die Hand geholt hat! Ich beschwöre jetzt also Harpyien-Königin im Angriffsmodus!“ Eine neue Vogelfrau erschien auf Rogues Feld. Diese hatte ein schönes Gesicht, grüne zum Zopf gebundene Haare und weiße Flügelartige Arme. Ihre Kleidung bestand aus nichts als ein paar Lederriemen, die die entscheidenden Stellen verdeckten. (ATK: 1900)
      „Aber es wird noch besser!“, sagte Rogue. „Ich rüste meine Schwestern mit dem Ausrüstungszauber Übelwollender Hätschler aus, was ihnen 700 zusätzliche Angriffspunkte verschafft!“
      Sie schob eine Zauberkarte in ihre Duel Disc und kurz erschien ein vergrößertes Hologramm dieser vor ihr. Auf der Karte war eine fies aussehende grüne Frau mit drei Augen zu sehen. Kurz darauf glühten die Harpyien-Schwestern in einem unheilvollen schwarzen Licht auf und ihre Klauenartigen Finger wurden von einer finsteren Energie verlängert. (Harpyien-Schwestern: ATK 1950 -> 2650)
      „Auch wenn du ein Titanen-Monster hast, gegen die geballte Angriffskraft meiner Schwestern kommt dein Phönix nicht an!“, rief Rogue. „Los, holt dieses Vieh vom Himmel!“

      „Nicht zu schnell!“, sagte Alex und es kostete sie all ihren Mut, weiter zu machen, weil sie genau wusste, dass ihre Handfessel ihr dann wieder einen Stromschlag verpassen würde.
      „Wenn Phönix der Wiedergeburt gegen ein Monster kämpft, das mehr Angriffspunkte hat als er selbst, kann ich Lebenspunkte in Höhe der Differenz zahlen und dann erhält mein Phönix genau so viele Angriffspunkte hinzu! Also los, Flamme der Aufopferung!“
      Ein drittes Mal durchschoss der Stromstoß Alex’ Körper. Sie ächzte vor Schmerz, zwang sich aber dazu, auf den Beinen zu bleiben.
      (Alex: LP 250 -> 100 / Phönix der Wiedergeburt: ATK 2500 -> 2650)
      So schnell wie er gekommen war ging der Stromstoß wieder vorbei und mit taubem Arm sah Alex empor. Der riesige orange-rote Vogel war wieder emporgestiegen und während des Sturzflugs ging er in Flammen auf und zog wie ein Meteor einen feurigen Schweif hinter sich her. Unten im Ring sprangen Rogues Harpyien-Schwestern die verlängerten Krallen voran in di Luft, genau auf den herabschießenden Feuerball zu und als die beiden Monster frontal zusammenstießen gab es einen lauten Knall und eine dichte Rauchwolke verhüllte Ring. Als die sich legte waren beide Holgramme verschwunden. Übrig blieben der blaue Vogel und die grünhaarige Harpyie.

      „Gut, das war nicht schlecht. Aber es hat trotzdem nicht gereicht, um dich zu retten! Denn wenn meine Königin jetzt deine Blaugeflügelte Krone angreift, reicht der Schaden aus, um dieses Duell zu beenden! Also los, zum Angriff, Harpyien-Königin!“, sagte Rogue.

      „Nicht so schnell! Du vergisst, dass ich immer noch meine verdeckte Karte habe!“, rief Alex und deckte jene auf. „Ich aktiviere Mystische Lebensbarriere! Wenn ich eine Karte abwerfe wird der Schaden, den ich erhalte gleich 0!“, rief sie und schob ihre letzte Handkarte in ihren Friedhof.

      „Und schon wieder hat Alex es geschafft, sich vor der sicheren Niederlage zu bewahren! Eins ist sicher: Dieses Mädchen kämpft immer weiter, egal wie hart es auch kommt!“, kommentierte Turner, während die Grünhaarige Harpyie den blauen Vogel mit ihren Klauen angriff und sich dessen Hologramm in Luft auflöste, wobei der Stromschlag jedoch ausblieb.
      Alex fühlte sich bestärkt. Sie sah zu Rogue hinüber und als die ihren Blick erwiderte, meinte Alex einen Ausdruck der Faszination in den dunklen Augen hinter der Maske zu erkennen. Doch dann sah Rogue in ihr Blatt und lächelte heimtückisch.

      „Ich setze eine Karte verdeckt und beende meine Zug“, sagte sie.

      „Wenn das so ist…“, fing Alex an. „Ich aktiviere den Effekt von Phönix der Wiedergeburt im Friedhof!“

      „Wie bitte?!“, fragte Rogue.

      „Du hast richtig gehört! Am Ende jedes Zuges, in dem er im Kampf zerstört wurde kann er aus seiner Asche wieder auferstehen und ich kann ihn als Spezialbeschwörung vom Friedhof beschwören! Also los, komm’ zurück zu mir, Phönix der Wiedergeburt! Flammende Rückkehr!“
      Erneut loderte eine riesige Stichflamme auf dem Feld auf und aus dieser schoss der riesige orange-rote Vogel mit einem lauten Schrei in Luft. (ATK: 2500)

      „Und da ist das seltene Titanen-Monster wieder!“, kommentierte Turner. „Damit ist unsere Newcomerin, was das Feld angeht zum ersten Mal seit Beginn dieses Duells gegenüber Rogue im Vorteil! Doch Rogue wäre nicht Rogue, wenn sie nicht noch irgendein Ass im Ärmel hätte!“

      „Mein Zug!“, rief Alex jetzt. „Ich ziehe!“
      Hoffnungsvoll starrte sie die gezogene Karte an, doch es war nur Urmaterialfalke, und der war nutzlos, weil sie für ihn Tribut anbieten müsste. Deshalb schritt sie gleich zum Angriff über.
      „Los, Phönix der Wiedergeburt! Greif’ Harpyien-Königin an mit Brennender Zorn!“, rief sie und der riesige Vogel machte einen Sturzflug auf die grünhaarige Harpyie, die dem Angriff nichts entgegenzusetzen hatte und deren Hologramm sich in Luft auflöste. (Rogue: LP 3100 -> 2500)
      „Ich beende meinen Zug“, sagte Alex, doch Rogue unterbrach sie:

      „Nicht so voreilig! Ich aktiviere die Falle Hysterische Party! Wenn ich jetzt eine Karte abwerfe kann ich so viele Kopien Von Harpyie wie möglich von meinem Friedhof beschwören! Und alle meine Monster werden im Friedhof als Harpyie behandelt!“

      „Waas?!“, rief Alex entsetzt, während Rogue ihren nutzlosen Spieldrachen der Harpyien von ihrer Hand in ihren Friedhof schickte.

      „Du hast richtig gehört!“, rief Rogue. „Kommt zurück zu mir, Cyberharpyie! Harpyien-Königin! Harpyien-Kanalisiererin! Harpyien-Tänzerin!“ Binnen weniger Sekunden war Rogues Feld wieder voller Vogelfrauen. Die mit der Metallrüstung und den Magenta-Haaren; die Rothaarige mit dem knappen weißen Kleid; die grünhaarige und dazu noch eine schöne blonde Harpyie mit weißen Flügeln, die wie Alex eine Art schwarzen Bikini trug.

      „Es ist unglaublich, meine Damen und Herren! Gerade hat ihre Herausforderin Rogues komplettes Feld freibekommen, und schon hat die mit nur einer Karte vier neue Monster beschworen! Das ist der Grund, aus dem sie in der ganzen Untergrund-Szene bekannt und gefürchtet ist!“, kommentierte Turner. Panik stieg in Alex auf. Mit vier Monstern würde Rogue es doch sicher irgendwie schaffen, ihrer Gegnerin die letzten 100 Lebenspunkte zu nehmen… Aber noch hatte Alex den Phönix der Wiedergeburt. Noch war nichts verloren…

      „Ich bin dran. Ich ziehe!“, sagte Rogue. Offenbar war die gezogene Karte keine große Hilfe, denn sie beachtete sie nicht weiter.
      „Du hast gut gekämpft, aber jetzt ist es an der Zeit, dieses Duell zu beenden! Ich überlagere die Stufe 4 Wind-Monster Harpyien-Königin, Harpyien-Kanalisiererin und Harpyien-Tänzerin!“, rief sie und besagte drei Monster wurden zu grünen Lichtsäulen, die von einem Roten Wirbel in der Luft eingesaugt wurden.
      „Mit dieses drei Monstern bilde ich das Überlagerungsnetzwerk und führe eine Xyz-Beschwörung durch!“, fuhr Rogue fort. Alex schluckte. Xyz-Monster waren eine veraltete Art von Monsterkarten, von der Alex kaum je etwas mitgekriegt hatte, weil sie in der Profi-Szene schon längst von den Titanen-Monstern abgelöst wurden, der durchschnittliche Straßenduellant konnte sie sich aber trotzdem nicht leisten konnte.

      „Komm schon raus, Trügerischer Spieldrache der Harpyien!“, rief Rogue und aus dem roten Wirbel erschien ein monströses Geschöpf, das langsam auf den Boden des Rings schwebte.
      Es war eine andere Version jenes hässlichen rosa Drachen, den Rogue zuvor schon einmal beschworen hatte, jedoch hatte dieser einen im Vergleich zum Körper viel größeren Kopf und ging auf allen Vieren, was ihm viel mehr als dem Vorigen das Aussehen einer Riesenechse verlieh. Der Schwanz des Geschöpfs wirkte jedoch auf eine seltsame Art und Weise verschwommen und Schemenhaft, als hätte er im Gegensatz zum Rest des Körpers noch keine klare Form angenommen. Um seinen Hals trug der Drache ein schweres Eisenhalsband mit einer langen Kette, deren Ende jetzt von Rogues verbliebener Harpyie, die mit den Magenta-Haaren und der blauen Metallrüstung, in die Klauen genommen wurde. Drei leuchtende Lichtsphären umkreisten den Drachen wie Planeten ihre Sonne und zogen leuchtende Lichtschweife hinter sich her. (ATK: 2000)
      „Solange er Xyz-Material hat kann Trügerischer Spieldrache der Harpyien weder als Angriffsziel gewählt werden, noch als Ziel für Karteneffekte. Außerdem kann er deine Lebenspunkte direkt angreifen, auch wenn du Monster kontrollierst!“

      „Waas?!“, rief Alex entsetzt. Nun war alles vorbei. Wenn dieses Vieh sie direkt angriff, würde ihr Phönix der Wiedergeburt ihr auch nichts nützen. Eine dumpfe Leere breitete sich in Alex aus. Das Nachts aus dem Haus schleichen, die Erniedrigungen, die Schmerzen, all das war umsonst gewesen.

      „Meine Damen und Herren, heute Abend werden sie Zeuge eines seltenen Anblicks!“, kommentierte Turner. „Offenbar hat sich unsere Newcomerin als würdig erwiesen, denn nur gegen solche Gegner setzt Rogue ihr stärkstes Monster ein!“

      „Also los, Trügerischer Spieldrache der Harpyien! Beende dieses Duell mit Trügerische Finte!“, rief Rogue nun und die Cyberharpyie ließ die Kette des Drachen los, woraufhin dieser einen Satz nach vorne machte und sich, noch bevor er wieder auf dem Boden aufkam, in rosa Nebel auflöste. Erneut machte sich Panik in Alex breit. In wenigen Sekunden würde der Drache direkt vor ihr wieder auftauchen und ihr den letzten Rest an Lebenspunkten nehmen. Hektisch suchte sie ihr Blatt und ihr Feld ab. Ihre verbliebene Handkarte war absolut nutzlos und auf ihrem Feld war nur noch der Phönix der Wiedergeburt und…
      Sie hatte noch eine gesetzte Karte! Alex erinnerte sich. Sie hatte diese Karte erst vor wenigen Stunden zusammen mit ein paar anderen Karten von Mia bekommen, um ihr Deck besser an ihr neues stärkstes Monster anzupassen und sie hatte sie gleich in der ersten Runde gesetzt; ein Bluff, ein gescheiterter Versuch, von ihrem Icarus-Angriff abzulenken! Doch genau jetzt war diese eine Karte der Schüssel! Es war so einfach… Warum hatte sie nicht früher daran gedacht?

      „Nicht so schnell!“, rief Alex entschlossen und das Feuer an ihrer rechten Hand, das zuvor erloschen war, leuchtete jetzt heller denn je.
      „Ich aktiviere eine Falle! Spiritistische Feuerkunst – Kurenai!“, fuhr sie fort und deckte die Magentafarbene Karte auf, auf der ein rothaariges Mädchen vor einem feurigen Hintergrund zu sehen war.

      „Was soll das werden?“, fragte Rogue misstrauisch. „Du kannst meine Monster nicht als Ziel für Karteneffekte wählen!“

      „Nicht deine, das ist richtig. Aber meins sehr wohl!“, antwortete Alex. „Spiritistische Feuerkunst – Kurenai erlaubt es mir, ein Feuer-Monster als Tribut anzubieten und dir dann Schaden in Höhe seiner Angriffspunkte zuzufügen!“

      „Nicht möglich!“, rief Rogue.

      „Ich fürchte doch!“, antwortete Alex und schlug mit ihrer brennenden Faust in die Luft. „Ich biete also Phönix der Wiedergeburt als Tribut an, und der hat 2500 Angriffspunkte!“
      Der riesige Vogel flog hoch in die Luft über die Mitte des Rings und ging dort lichterloh in einer riesigen Stichflamme auf, aus der sich Fußballgroße Funken lösten und wie kleine Meteore Feuerschweife hinter sich herziehend auf Rogue zuflogen. Die hielt sich schützend den Arm vors Gesicht und schrie vor Schmerz auf, als ein scheinbar mächtiger Stromschlag durch ihren Körper schoss, der selbst Rogue in die Knie zwang, sodass diese sich mit der rechten Hand abstützen musste, um nicht hinzufallen. (Rogue: LP 2500 -> 0)

      ~


      Das elektrische Summen verstummte und verriet Alex, das die Umzäunung des Rings nicht mehr unter Strom stand. Nachdem Turner Alex’ Sieg verkündet hatte, machte er den Eingang wieder frei und ohne weiter aufeinander zu achten verließen Alex und Rogue den Ring und gingen in die Umkleidekabinen. Nachdem Alex endlich wieder vernünftige Klamotten anhatte war die Red-Eyes Bar fast komplett leer und Alex ging zu Turner an die Bar, um sich ihren Gewinn abzuholen.

      „Eins muss ich dir lassen, Kleine. Du hast gut gekämpft. Hier“, sagte Turner und drückte Alex eine zerknitterte 50-Dollar-Note in die Hand.

      „Das ist alles?“, fragte die kühl.

      „Das ist die übliche Siegerprämie. Wenn du mehr willst, musst du mir schon eine bessere Show liefern“, antwortete Turner.

      „Ich habe gewonnen, was willst du mehr?“, erwiderte Alex.

      „Nun hör mal zu“, flüsterte Turner bedrohlich. „Zugegeben, das mit dem Feuer und dem Titanen-Monster war nicht von schlechten Eltern, aber ansonsten bist du nur ein stocksteifes kleines Mädchen, das gerade eine meiner besten und beliebtesten Duellantinnen besiegt hat, so was ist nun mal nicht gut fürs Geschäft. Und außerdem ich bin mir sicher, dass sich meine männlichen Kunden auch nicht beschwert hätten, wenn du ein paar mehr Ausflüge auf deine Knie gemacht hättest…“

      Daraufhin antwortete Alex nichts weiter, sondern sah Turner nur hasserfüllt an, stopfte sich die 50-Dollar-Note in die Hosentasche und verließ den Schankraum ohne weitere Worte. Als sie dann rauchend vor Zorn in einer düsteren Seitenstraße abseits der zwielichtigen Kneipen der Hauptstraße in Richtung U-Bahn ging, hörte sie eine Stimme hinter sich rufen:

      „Hey, Alex!“
      Alex wirbelte herum und sah einen langen Schatten am Ende der Straße, der auf sie zukam. Die Stimme kam ihr bekannt vor, zuletzt hatte sie sie gedämpft hinter einer Maske gehört…

      „Wer ist da?“, fragte Alex und versuchte, die Angst aus ihrer Stimme zu verbannen.

      „Erkennst du mich nicht?“, fragte der Urheber der Stimme und als er näher kam, erkannte Alex die Umrisse einer großen dunkelhäutigen Frau.

      „Rogue?“, fragte Alex verunsichert und erneut stieg Panik in ihr auf. Was wollte die von ihr? Sich dafür rächen, dass Alex sie besiegt hatte?
      Nicht sicher, ob sie wegrennen sollte starrte Alex weiter die sich nähernde Gestalt an, bis diese in das Licht einer Straßenlaterne trat.

      Im wahren Leben stellte sich Rogue als junge Frau um die 19 mit freundlichem Lächeln heraus, die ihr rabenschwarzes Haar zu einem langen Pferdeschwanz geflochten hatte.
      „Du kannst mich jetzt auch bei meinem echten Namen nennen. Ich bin Sarah Marshall“, stellte sie sich vor.

      „Was willst du?“, fragte Alex verunsichert.

      „Dir zu deinem Sieg gratulieren. Das war ein gutes Duell“, antwortete Sarah. „Komm mit, ich zeige dir meinen Lieblingsplatz“, fuhr sie fort und als Alex sie immer noch misstrauisch anstarrte, fügte sie hinzu: „Keine Angst, ich tu’ dir nichts.“

      Etwas am Lächeln dieses Mädchens brachte Alex dazu, ihr zu vertrauen, und wenn Rogue sie hätte angreifen wollen, hätte sie das schon längst getan. Deshalb folgte Alex ihr. Eine Weile lang gingen sie schweigend durch die düsteren Seitenstraßen, bis sie an Sarahs besagtem Lieblingsplatz ankamen.
      Sie standen offenbar mitten über dem Eingang eines breiten U-Bahn-Tunnels, hinter dem die Schienen überirdisch weiterführten. Ein stählerne Zaun trennte die beiden Mädchen von den Gleisen, die drei Meter unter ihnen in die schier endlose Finsternis der Nacht führten und auf denen ab und an mit lautem Rauschen ein Zug dahinglitt wie eine Riesenschlange aus purem Licht. Alex sah geradeaus und nach mehreren Kilometern Gleisen, die sich in der Finsternis verloren und wie ein Graben zwischen den hässlichen Wohngebäuden lagen, konnte Alex die bunten Leuchtfassaden der Wolkenkratzer erkennen, die die berühmte Skyline von Domino City bildeten und die wie ein winziger Leuchtender Fleck inmitten der vollkommenen Dunkelheit lagen.
      Fasziniert von dem Anblick lehnte sich Alex gegen den Zaun und starrte hinaus zu den Wolkenkratzern, sodass sie gar nicht bemerkte, dass Sarah sich direkt neben sie stellte.

      „Wunderschön, nicht wahr?“, fragte sie mit Blick in die Ferne.

      „Ja“, bestätigte Alex ohne ihren Blick abzuwenden.

      „Immer wenn ich hier bin, wird mir meine Rolle in dieser Welt bewusst“, fuhr Sarah fort. „Wann immer wir behaupten, wir würden in Domino City leben, dann lügen wir. Das Domino City, das man aus den Legenden kennt, ist da hinten. Das alles hier kam erst danach“, sagte sie und nickte erst in Richtung der Wolkenkratzer in der Ferne und dann zu den düsteren Betonbauten, die sie umgaben.
      „Unser Leben hier ist wie ein endloser dunkler Tunnel…“, fuhr sie fort. „…und das Licht am Ende des Tunnels, das ist die City. Immer wenn ich hier stehe, kommt sie mir vor wie unendlich weit weg“, schloss sie.
      Alex schwieg. So viel Wahrheit steckte in diesen Worten, dass kein weiterer Redebedarf bestand.

      „Also…“, sagte Sarah schließlich in einem Tonfall, der Alex zurück auf den Boden der Tatsachen holte. „Wofür brauchst du das Geld?“, fragte sie.

      „Woher willst du wissen, dass ich Geld brauche?“, erwiderte Alex.

      „Nun hör’ aber auf. Ich mache das ganze schon seit Jahren. Ich weiß, dass niemand in den Untergrund geht, wenn er nicht ganz dringend Geld braucht. Schon gar nicht jemand, der so jung ist wie du“, antwortete Sarah, doch als Alex weiter schwieg fuhr sie mit dem Blick wieder in Richtung der Wolkenkratzer in der Ferne fort: „Ich habe fünf jüngere Geschwister und mein Vater, der Idiot, hatte nichts besseres zu tun als abzuhauen und uns im Stich zu lassen. Seitdem duelliere ich mich im Untergrund, um an Geld zu kommen.“

      Erwartungsvoll sah Sarah zu Alex hinüber. Die hatte zwar eigentlich keine große Lust, darüber zu reden, aber schließlich war Sarah ehrlich zu ihr gewesen, und deshalb musste sie jetzt auch ehrlich zu ihr sein:
      „Ich habe eine kleine Schwester, Lily. Unsere Wohnung ist vor zwei Tagen ausgebrannt und seitdem liegt sie im Koma. Und rausholen können die Ärzte sie da nur mit einer achttausend Dollar teuren Spezialbehandlung.“

      Sarah sah Alex mitleidig an und mit einem Anflug von trockenem Humor sagte sie: „Na schön, hast gewonnen“, als wäre der Vergleich des Elends, in dem die beiden Mädchen steckten, eine Art Spiel.
      Eine Weile lang starrten sie schweigend hinaus zu den Wolkenkratzern, dann ergriff Sarah wieder das Wort: „Und, wirst du noch einmal wiederkommen?“, sagte sie, womit sie wohl den Untergrund meinte.

      „Ich weiß nicht“, antwortete Alex. „Ehrlich gesagt hätte ich für den Lohn auch Babysitten gehen können.“

      „Ja, das was Turner dir zahlt ist wirklich ein Witz“, meinte Sarah. „Die wahre Kohle machst du mit dem Trinkgeld.“

      „Trinkgeld?“, fragte Alex.

      „Bist du etwa gleich abgehauen und hast dich umgezogen? Nein, wenn du wirklich Geld machen willst musst du dir ein Image kreieren und am Ende noch die Runde an den Tischen entlang machen, ein bisschen mit den Gästen flirten, du weiß schon…“, sagte Sarah.

      „Ein Image kreieren?“, wiederholte Alex.

      „Na klar. Du kannst dir auch selbst ein Kostüm machen und dann das tragen. Turner ist das egal, solange dein Outfit nur heiß genug ist, er will nur eine gute Show. Du kannst dir auch einen Untergrund-Namen geben. Wenn du dann noch eine Richtig gute Show lieferst, kannst du schon mal 150 Dollar an einem Abend machen“, antwortete Sarah.

      „150 Dollar?“, wiederholte Alex beeindruckt.

      „Wenn es richtig voll ist, klar“, bestätigte Sarah. „Sorry übrigens, dass ich im Ring so grob zu dir war. Das ist halt dieses Rogue-Ding. Ich darf mein Image nicht gefährden, weißt du?“

      Erneut starrte Alex schweigend in die Ferne. Wäre sie dazu in der Lage, sich ein solches Image zu verschaffen und eine gute Show abzuliefern? Wenn sie es für Lily täte, bestimmt, dachte sie. Und dennoch: Würde sie für 150 Dollar diese Stromschläge in Kauf nehmen?

      „Gewöhnt man sich irgendwann daran?“, fragte Alex und rieb sich den linken Arm, der immer noch unangenehm kribbelte.

      „An die Stromschläge?“, fragte Sarah beiläufig. „Nein, so wirklich daran gewöhnen tut man sich nie. Man lernt, damit zu leben, das trifft es wohl eher.“

      Eine Weile lang starrte Alex weiter schweigend in die Ferne, aber dann ergriff sie wieder das Wort. „Es ist widerlich“, sagte sie.

      ~

      Noch eine lang standen Alex und Sarah gegen den Zaun gelehnt und schweigend da und genossen die Aussicht. Dann begleitete Sarah Alex zur U-Bahn, wo sich ihre Wege trennten.

      „Eine Frage habe ich noch“, sagte Sarah. „Wie hast du das mit dem Feuer gemacht?“

      „Ach das…“, antwortete Alex und versuchte hektisch, eine Ausrede zu finden. Als ihr nichts einfiel, beschloss sie jedoch, einfach weiter ehrlich zu sein. „Ich habe keine Ahnung. Immer wenn ich wütend bin, passiert das einfach.“

      Sarah schien nicht überzeugt. „Ist schon okay“, sagte sie. „Ich möchte nur, dass du weißt, dass du mir vertrauen kannst. Wenn dir mal was auf der Seele liegt und du nicht weißt, mit wem du reden sollst, dann bin ich für dich da. In mir hast du ´ne Freundin.“
      Alex nickte, verabschiedete sich und stieg in die U-Bahn und während sie so dahinfuhr dachte sie darüber nach, dass niemand ihr glaubte, noch nicht einmal ihre neue Freundin Sarah…
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      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

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