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Ausflug in den asiatischen Zoo

von Deckcreator16 am 06.12.2016 um 16:31 Uhr
Erstmal willkommen zu meinem ersten Artikel. Ich möchte diesen mit einem Themendeck beginnen mit dem vielleicht noch nicht jeder im Forum bewandert ist, auch wenn den Zahlen nach das Zoodiac Deck (auch bekannt unter Zodiac oder Yuunishishi) bekannt wie ein bunter Hund sein müsste. Aber hierzu eine Grafik von roadofthekings, welche dies sehr anschaulich verdeutlicht (einfach den Link in einem neuen Tab öffnen, der Bericht verwendet ein Zeit-Intervall von 1 Woche. der letzte Eintrag stammt von 01.12.)

http://roadoftheking.com/wp-content/uploads/2016/12/OCG201610-9.jpg

Für diejenigen welche mit dieser Grafik wenig anfangen können: Das Deck welches bis zuletzt über 50% des Teilnehmerfeldes vereinnahmt hatte war PePe oder Performapal-Performage. Nur welche Gründe sorgen dafür, dass dieses Deck so oft gespielt wird?
Was hat das mit dem Zoo zu tun?
Bevor ich aber zum Thema komme biete ich hier einen kurzen Einblick was das Themendeck überhaupt darstellt:
Es handelt sich bei allen Monstern um Tierkreiszeichen aus dem chinesischen Horoskop. Dieses umfasst regulär 12 Tiere, wovon im Set Raging Tempest bereits 9 erschienen sind. Alle Monster teilen dabei ihr Attribut Erde un den Typ Ungeheuer-Krieger sowie ist ihre Stufe/Rang mit 4 einheitlich. Sie verfolgen alle eine Strategie welche schon zuvor verwendet wurde, aber wesentlich zurückhaltender. Denn die Beschwörungsmethode bekannt unter dem Namen “Chaos-XYZ” zielt darauf hinaus, durch das Überlagern eines einzelnen existierenden Monsters mit allen seinen Materialien eine weitere XYZ-Beschwörung durchzuführen. Dieser Archetyp führt diese Mechanik weiter indem jedes themeninterne Monster auf diese weise überlagert werden kann, egal ob es ein Xyz-Monster ist oder nicht, mit der Einschränkung, dass jedes dieser XYZ-Monster nur 1x pro Spielzug auf diese Art beschworen werden darf. Doch dies reicht schon aus um mächtige Kombos über vereinzelte Monster zu ermöglichen.
Hierbei sollte speziell Zoodiac Marmorat aufgezählt werden, welche als XYZ-Material an einem Ungeheuer-Krieger-Monster diesem den zusätzlichen Effekt verleiht, eine weitere Marmorat aus dem Deck zu beschwören. Da dieser Effekt nicht auf eine Nutzung pro Spielzug limitiert ist, ermöglicht dies problemlos mehrere Kopien aufs Feld zu bringen und so 2 XYZ-Monster zum Preis von nur 1 Zoodiac-Monster zu bauen. Am Ende wird man mit großer Sicherheit eine Zoodiac Drancia mit Material hinlegen können, welche vergleichbar mit Fallenstellerin Rafflesia den Gegner in seinen Bemühungen ein eigenes Feld aufzubauen behindern wird, da sie jederzeit während der Spielzüge beider Spieler ein Material abhängen kann um eine offene Karte auf dem Spielfeld zu zerstören. Ein relativ starker Effekt.
Zoobesuche für alle
Schaut man sich einige Decks an, so fällt folgendes recht schnell auf: Der Kern des Decks ist relativ klein. Meist besteht der wichtigste Zoodiac-Anteil nur aus 3 Zoodiac Marmorat sowie 3 Elemental Triangle of the Zoodiac im Main, welche mit einer themeninternen, nicht die Normalbeschwörung verbrauchenden Einzelfeuerblüte vergleichbar ist, da sich die permanente Zauberkarte auch selbst durch ihren Effekt zerstören kann. Dafür wird im Extradeck der Platz relativ schnell aufgefüllt mit je 1-2 Kopien der 4 bisher verfügbaren Zoodiac-Xyzs.
Somit lässt sich diese Engine durch ihren geringen Platzverbrauch sehr sehr gut in anderen, schon bestehenden Decks interagieren.
Suchen, das selbst Nekroz neidisch wird
Neben den oben aufgezählten Karten wird natürlich für ein vollwertiges Deck viel mehr gebraucht. Aber wie die Überschrift schon andeutet, besteht das Deck im Kern hauptsächlich aus Karten, welche die Ratte aus dem Deck sucht oder gar direkt spezialbeschwört. Da dieses Thema vollständig nur aus Ungeheuer-Kriegern besteht wird den ersten wohl direkt Feuerformation - Tenki in den Sinn kommen. Feuerformation - Tensu ist auch einen Blick wert da man so auch ohne Marmorat über einen beliebigen Zoodiac einen Bullhorn bauen kann, welcher wiederum die Ratte suchen kann, welche anschließend von der zweiten Normalbeschwörung profitiert. Aber auch Geschwindigkeitsroid Terrorkreisel findet zusammen mit Geschwindigkeitsroid Taketomborg und M-X-Säbel Beschwörer seinen Platz im Deck, indem der Kreisel über dieses Xyz-Monster direkten Zugriff auf die Ratte gewährt und die Normalbeschwörung weiterhin intakt bleibt. Auch ist es üblich Zoodiac Viper und seltener Zoodiac Thoroughblade zu integrieren. Viper ist ein Kampftrick welcher im Stile eines Schwarzflügel - Kalut der Mondschatten den Angriffswert des gewählten Xyz-Monsters durch Anhängen um 1200 erhöht und zusätzlich nach der Schadensberechnung das gegnerische Monster welches das Ziel angreift verbannt. Thoroughblade kann zwar nur auf normalen Weg unter ein Xyz gelegt werden, gibt aber mit 1600 mehr Angriff und lässt weitere Karten ziehen, durchschlagenden Kampfschaden gibt es noch obendrauf. Denn was es dem Deck an Konstanz und Suchbarkeit nicht mangelt, fehlt es ihm hingegen an hohen Powerwerten.
Was ist mit dem Bärenmensch?
Viele Spieler mögen vielleicht anfangs von der Kombo rund um den Coachkapitän Bärenmensch und dem XYZ-Monster Coachkönig Riesentrainer gehört haben, nur hat sich die Kombo schnell wieder erledigt. Der Grund ist relativ einfach: Sie verbietet eine Battle Phase als Zweiter und erzeugt eine mögliche tot nachziehbare Karte sowie brauch die Normalbeschwörung.
Schaut man hingegen in den Osten, so wird man relativ häufig Decks sehen, die lieber den 2. Spielzug bevorzugen und mit vielen Kaijus im Main spielen.
Dies resultiert aus folgender Kombo:
Zuerst aktiviert man den Unterbrochener Kaiju-Schlummer um das komplette Feld zu vernichten und Gameciel, der Kaiju der Meeresschildkröte plus einen anderen Kaiju mit mindestens 3000 Atk spezialzubeschwören. Anschließend beschwört man eine Marmorat und führt mehrere Xyz-Beschwörungen durch, mit denen man 2 weitere Ratten specialt, 1 Viper sucht, diese an eines der Monster anhängt und schlussendlich zu Drancia überlagert. Die beiden neuen Ratten werden dann entweder für eine bessere Defensive in z.B. Daigusto Emeral überlagert um das Deck wieder zu füllen und ein +1 zu generieren oder für einen aggressiven Schlag zu Gagaga Samurai. Da der Samurai selber 2x mit 1900 ATK angreifen darf, Drancia durch Viper 1200 ATK hat, der Kaiju mindestens 3000 ATK hat und der gegn. Gameciel in der Regel mit Drancias Schusseffekt zerstört wird werden schnell und zuverlässig über nur zwei Handkarten die 8000 ATK für den OTK erreicht.
Wobei man unbedingt beachten muss, dass diese Kombo von einfachsten Karten wie Bodenlose Fallgrube, Ernste Warnung, Geisteroger und Schneehase, Dimensionsbarriere etc. aufgehalten werden kann. Auch bietet keine der Karten momentan irgend eine Form von "Floater", welche bei ihrem Abgang einen Ausgleich generiert und die Anfälligkeit weiter verstärkt.
Also ist es doch nicht broken?
Vergleicht man dieses Deck mit Themen welche in letzter Zeit erschienen sind so kann man wirklich denken, dass es nur überhypt wäre, und seine +50% nicht verdiene. Was dieses Deck aber seine große Stärke verleiht sind seine Flexiblität im Falle einer gestörten Kombo (selbst danach sind noch viele weitere Spielzüge möglich) als auch die Konstanz, sie von Zug 1 an durchführen zu können. Und durch Recycler-Karten wie Daigusto Emeral kann man diese Sequenz für den nächsten Zug erneut zur Verfügung stellen.
Außerdem scheint das Thema ziemlich anpassungsfähig zu sein. Nehmen wir bspw. die kürzlich erschienenen Eidolons, welche mit Merkabah eine Karte bieten die das Feld vor Unterbrochener Kaiju-Schlummer und somit dem gefährlichen OTK schützen können. Diese können relativ einfach selber ins Zoodiac-Deck integriert werden, indem man einfach Licht-Handtraps wie Geisteroger und Schneehase oder Effektverschleierin spielt.
Auch ist seit dem erscheinen der Zoodiacs ein großer Anstieg der Artefakt-Engines in den Decks zu verzeichnen, speziell auch im Zoodiac selber, welche den gegn. Zug durch Artefakt Sense oder Artefakt Moralltach so noch weiter einschränken können. Speziell die Artefakte sorgten auch wieder dafür, dass die ansonsten omnipräsenten Zwillingstwister gegen die fallenreicheren Zoodiacs öfters durch Kosmoszyklon ersetzt werden.
Zu allem Überfluss ist dieses Deck auch relativ immun gegen viele gern gespielte Sidedeck-Optionen, was die Wahl hierzu nur weiter verstärkt. Ein Antimagischer Duft oder eine Königliche Eisenmauer (welche wieder öfter erwägt werden, da die Infernoid-Decks durch eine neue Mill-Zauberkarte stark an Beliebtheit gewonnen haben) stören diese Decks wiederum sehr wenig. Was auch dafür sorgt, dass gern gepeinigte Decks(in diesem Falle Pendel und Infernoid) häufiger zur Zoodiac-Engine greifen.
Abschließende Worte: Auf einen baldigen Besuch des Zoos im Westen
Auch wenn dieses Deck auf viele bestimmt abschreckend wirkt so zeigt es doch zugleich, dass auch Ressourcen-orientierte Decks in Konamis Politik existieren dürfen.
Es setzt den Kampf um die Ressourcen wieder etwas mehr in den Mittelpunkt und ist durch seine Flexiblität und Anpassungsfähigkeit perfekt geeignet um die eigenen Ziele auch ohne einen OTK zu erfüllen, kann im richtigen Moment aber auch den Sack zumachen. Zumindest ich und vermutlich auch viele andere freuen sich über dieses Deck, welches weg vom “Du spielst nicht mit” geht und wieder zu alten Werten zurückkehrt. Ich hoffe ich konnte alle meine Gedanken verständlich vermitteln und würde mich über Kritik und Verbesserungsvorschläge im Diskussionsthread freuen. Ebenso würde ich gerne eure Meinung zu diesem Deck wissen. Seht ihr dieses Deck auch als richtige Richtung für das TCG an, oder seht ihr
es eher als das nächste overpowerte Metadeck an? Falls Letzteres zutrifft, hoffe ich, dass ihr zumindest durch diesen Artikel einen anderen Blick darauf werfen konntet, und nicht nur den unwissenden Hate-Prügelstab herausholt. Denn egal wie überstärkt es im Grunde erscheint, sollten auch die Schwächen ersichtlich geworden sein, welche fast noch mehr herausstechen.