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Der Blick in die Deckbox - Deckbau Anfang 2017

von Deckcreator16 am 25.02.2017 um 20:11 Uhr
Willkommen beim "Blick in die Deckbox". Diesmal hab ich mir vorgenommen, den Deckbau für das beginnende Format genauer zu betrachten, und es mit dem Deckbau im Jahre 2016 zu vergleichen. Hierbei versuche ich einen groben "Plan" zu geben, den man auf fast alle Decks anwenden kann, und nicht nur auf ein oder zwei Decks, welche aktuell sehr präsent sind. Wobei man natürlich diesen "Plan" dort wiedererkennen wird.
Wählen oder Nicht-Wählen, ist das überhaupt noch eine Frage?


Wenn ich an das Jahr 2016 zurückdenken muss, dann fallen mir neben einigen Karten unangenehme Monster wie Majespenster Einhorn - Kirin oder Kozmo Dunkelzerstörer[1] ein.
Was sie so unerträglich gemacht hat war dabei speziell die Eigenschaft, nicht als Ziel gewählt werden zu können. Somit waren Karten, die wählen, weniger stark, als Karten, die wie Trishula, Drache der Eisbarriere, Zündster-Prominence, der sprengende Drachobezwinger oder Erebus der Unterweltmonarch kein Ziel direkt wählen.
Auch Karten wie Schwarzes Loch oder Raigeki waren ungern gesehen, da diese zwar nicht zielten, aber meist ungewollte Float-Effekte hervorriefen und gegen Pendel relativ nutzlos waren.

Da aber unter anderem die beiden erstgenannten Karten nur noch je einmal im passenden Deck erlaubt sind, und es den ähnlichen Vertretern auf irgendeine Weise genauso ergangen ist, sieht man auch eine Rückkehr von einfachen Karten, die auch wählen.
Das fängt bei themeninternen Karten wie Zoodiak Drachzack an und hört bei Zwangsevakuierungsgerät[2] auf.

Dies hat natürlich auch ein designtechnischen Vorteil:
Die erste Reaktion bei neuen Karten im Jahre 2016, die zielten, war immer, dass sie zu schlecht wären, eben weil sie zielen. Zudem mussten Karten wie Cyber Drache Unendlichkeit oder Krötellig Umwerfend allgemeine Negierer werden, um auch diese Karten auszuschalten. Schaut man sich hingegen als sehr neues Beispiel Decode Talker an, welcher seine Negation auf zielende Karten beschränkt, so merkt man, dass der Negier-Effekt nicht mehr so krass sein muss und kein fünfzeiliger Text dafür erstellt werden muss, um diese Ausnahme hinzuzufügen.
Das Ende des Boards?


Zwar hat sich am Ende des letzten Jahres mit Metallfose schon ein gewisser Trend in diese Richtung gezeigt, doch prägte sich das Jahr 2016 noch durch Floodgate-Monster, welche das Spiel nach dem ersten Zug besiegelten.
Das heißt, man versuchte, mit seinen verfügbaren Karten Felder zu generieren, die den Gegner komplett daran hinderten, mitzuspielen.
Dadurch geriet der erste Spielzug weiter in den Vordergrund, da man nur dort sein Feld sicher aufbauen konnte, sodass der Nachteil der fehlenden sechste Handkarte komplett außer Acht gelassen werden konnte.

Der Beginn von 2017 dreht sich hingegen vollkommen um "Break Boards", allem voran durch die hohe Zahl an Massenzerstörern wie Schwarzes Loch und Raigeki.
Zusätzlich zu diesen zeigt sich auch ein Trend von immer mehr Kaijus im Main-Deck, welche mit ihren drei Unterbrochener Kaiju-Schlummer die Zahl der Massenzerstörer auf insgesamt sechs Stück vergrößern.
Dabei lösen die Kaijus auf der Hand auch direkt die einzige Schwäche, die die Massenzerstörer haben: Nicht-zerstörbare Monster. Zwar sind auch diese mit den unwählbaren Karten größtenteils verschwunden, doch wird man immer noch vereinzelt einige antreffen.
Und obwohl man schon so viele "Removals" spielt, gibt es einige Spieler, denen dass zu wenig ist und die z.B. mit Reißender Tribut auf sieben Massenzerstörer aufstocken.
Außerdem entsteht ein neuer interessanter Effekt, welchen wir seit Jahren nicht so wirklich gesehen haben: Durch die Kaijus entsteht ein neues Potenzial fürs OTKen, wodurch der zweite Zug wieder besser wird und es sich aktiv lohnt, die sechste Handkarte einzusacken.
Während man vorher nämlich an zwei oder drei Floodgatemonstern hängen geblieben war, und sich erstmal solange durchbeissen musste, bis man nur noch genug Ressourcen hatte, um ebenso ein Floodgatemonster hinzulegen, ist das Clearen durch die Kaijus und den Massenzerstörern so gut, dass noch genug Ressourcen übrig bleiben, um einen OTK-Versuch starten zu können. Doch sollte man sich nicht so sicher sein, dass dies auch klappt. Aber dazu im nächsten Abschnitt...
Die Rückkehr der Fallen


Was in der ersten Hälfte von 2016 besonders auffiel, war die Spielbarkeit von Fallen.
Solange sie keine Floodgate-Wirkung erzielten, waren sie es meist nicht wert, gespielt zu werden.

Dies ändert sich hingegen im neuen Format: Die Zahl der Fallen steigt wieder auf durchschnittlich acht bis zwölf Fallen, von denen zwar auch viele auf dem Level von Floodgates sind (Feierlicher Schlag, Ernste Warnung, Dimensionsbarriere oder Leere der Eitelkeit), andererseits kommen auch alte Freunde wie Spiegelkraft und deren Abwandlungen sowie Reißender Tribut, Zwangsevakuierungsgerät und weitere zurück.
Dies sorgt unter anderem auch wieder dafür, dass die Spieler wieder mehr Respekt vor verdeckten Karten haben.
Schon einzelne Karten können sehr bedrohlich wirken, wenn sie lange nicht benutzt wurden oder wenn sie gerade erst verdeckt hinzu gekommen sind.
Die Zauber- und Fallen-Removals sind deshalb nicht mehr primär da, Pendel aufzuhalten, sondern tragen aktiv Wirkung im Spielgeschehen mit. Speziell auch die Wahl der inzwischen gigantischen Auswahl dieser[3].

Zwar hat sich ein ähnlicher Trend der vermehrten Nutzung von Fallen schon mit Palezoisch und Waboku sowie obigen Beispielen gezeigt, doch war dort meist der Fallencount von Natur aus übertrieben hoch, und das minimale Mindgame einer einfachen verdeckten Karte kam selten zustande.
Handfallen - Eine ewige Konstante?


Eine Karte, welche man in jedem Format im Main oder Side wiedersehen konnte, ist Maxx 'C'[4].
Doch auch die anderen Konsorten sind immer mal wieder zu sehen gewesen. Dabei scheint sich eine "Rotation" dieser durchzusetzen:

-Effektverschleierin kommt immer wieder, wenn die Monster wählbar sind und Effekte bei der Beschwörung haben. Im letzten Format wären da z.B. die Monarchen gewesen.

-Geisterschnitter und Winterkirschblüten erfreut sich hingegen an Phasen, wo Decks von einem spezifischen Extra Deck-Monster abhängig sind. Da wir bis jetzt nur Brennender Abgrund, ABC und Paleozoisch (mit Abstrichen) hatten, hat sie sich bis jetzt meist nur im Side Deck befunden. Doch auch dessen Phase wird irgendwann vermutlich kommen.

-Und die Karte, welche aktuell neben Maxx 'C' am meisten ( sogar teils im Main Deck) gespielt wird, ist Geisteroger und Schneehase, welcher davon profitiert, dass speziell Zoodiak ein einzelnes XYZ-Monster immer und immer wieder verwenden muss.
Nimmt man dieses hingegen durch einen Hasen weg, so wird er gezwungen das neu beschworene Monster für die XYZ zu verwenden. Anschließend wird es an der fehlenden Ratte mangeln und das anschließende Feld weniger bedrohlich sein.
Sowie wird es dann schwer, das Feld so vorzubereiten, dass man die Ratten-Kombo im nächsten Zug erneut durchführen kann.
Außerdem erfreut sich die Karte daran, z.B. Metallfose stark einschränken zu können, wenn man dessen Hand korrekt vorraussagt und den Hasen im richtigen Moment zündet.
Somit sollte man, wenn man noch Slots übrig hat, zwei bis drei Hasen Platz im Main Deck verwenden. Ansonsten sind sie aber im Side gesetzt.
Minima oder Maxima


Seit dem neuen Set haben wir eine Karte namens Nachbars Gras ist grüner. Diese sorgt dafür, dass Decks, die mehr als 40 Karten spielen und sofern der Gegner selber weniger Karten spielt, mit einer großen Menge an "Mills" belohnt werden.
Hier hat sich für viele Spieler schnell ein Standard von 60 Karten festgesetzt, da so die optimale Mill-Menge von bis zu 20[5] Karten Mill entsteht.
Dies lohnt sich aber nur für Decks, die mit dieser Karte eine Synergie entstehen lassen, und sollte nicht auf alle Decks angewendet werden. Zudem gelten hier auch viele der zuvor angegebenen Pflichtkarten nicht, da die speziellen Themen schon viel von ihrem Themendeck benötigen, um korrekt zu funktionieren.
Außerdem wollen Karten wie Feierlicher Schlag oder die einzelnen Kaijus ungern gemillt werden, weshalb man möglichst wenige davon spielen sollte. Dies würde ich persönlich auch als Maxima-Build darstellen.

Aber da sich das Thema dieses Artikels ja um die zuvor aufgezählten Karten drehen soll, und der Maxima-Build nur eine kurze Erwähnung findet, komme ich nochmal zum Minima-Build zu sprechen.
Denn wenn man sich die Menge der Karten zusammenrechnet, wird man schnell merken, dass das Deck schon recht voll ist.
Dies kommt daher zustande, dass man in den Decks Anfang 2017 keinen Wert auf große Themendecks mit vielen Karten setzt, sondern diese auf das Optimum verkleinert um ihn in dieses Grundgerüst einpflegen zu können. So wird trotzalledem versucht, mit 40 bis maximal 42 Karten auszukommen. Was hingegen aus dieser Optimierung resultiert, ist, dass Karten wie Topf der Begierden immer seltener gespielt werden.
Die Engines sind meist so sehr verkleinert, und jede einzelne Karte so essentiell, dass das Zünden des Topfes zum nahenden Autolose führen könnte, falls ein Komboteil getroffen werden könnte. Somit wird diese Karte auch immer weniger in den Decks verwendet, da dass Risiko meist höher ist, als es das +1 wert wäre.
Schlussendlicher Grundplan
Aus den ganzen Informationen generiert sich für mich folgender grober Core:

4-6x Kaijus *
2x Maxx 'C'
0-3x Geisteroger und Schneehase*

1x Raigeki
2x Schwarzes Loch
3x Unterbrochener Kaiju-Schlummer*
0-1x Buch des Mondes

0-3x Feierlicher Schlag
0-3x Dimensionsbarriere
0-1x Ernste Warnung
0-1x Reißender Tribut

Gesamtdeckgröße: 40-42 oder 60**

* alternativ verpflichtend im Side Deck.
** Bei 60 Karten kann der Aufbau noch extrem unterschiedlich sein.
Fazit
Auch wenn für viele das momentane Format ziemlich einseitig ausschaut, so verstecken sich doch viele kleinere Gimmicks in den Decks, die einem erst bei genauerer Betrachtung auffallen.
Außerdem ist die "Brickrate" relativ gering, da man sehr viele Karten spielt, die auch alleine genug auswirken, um einige Züge zu auszuhalten. Somit wird auch die Anzahl der Spielzüge wieder größer, da man nicht mehr nach wenigen Zügen sofort zusammenschieben muss, weil man keinen Ausweg mehr sieht.

Somit kann ich für meinen Teil nur sagen, dass ich hoffe, das wir diesen oder einen ähnlichen Aufbau eine lange Zeit behalten können.

Was denkt ihr darüber? Bevorzugt ihr lieber das kürzere Spiel vom Jahre 2016 oder seid ihr ähnlich zufrieden mit dem etwas detailreicheren Format, welches sich jetzt 2017 zu etablieren scheint? Oder bevorzugt ihr gar ein komplett anderes Format?
Teilt es doch mit im Diskussionsthread.




[1] Bevor gleich noch Beschwerden kommen: Obwohl Kozmo selten Turniere gewonnen hat, so hat es doch häufig die Tops erreicht und war auch so schon oft genug auf Turnieren vertreten gewesen, sodass man gezwungen war, sich dafür im Side Deck vorzubereiten. Und meiner Meinung nach ist jedes Deck, auf welches man sich im Side Deck vorbereiten muss, Teil des Metas.

[2] Keine Sorge. Es sind nicht nur Karten betroffen, die mit "Z" anfangen.

[3] Nehmen wir eine kleine Auswahl:

-Zwillings-Twister: Sehr stark, um mehrere verdeckte Karten mit einem Mal wegzunehmen, und harmoniert je nach Deck auch mit dem Kartenabwurf. Leider können verdeckte Karten wie Dimensionsbarriere noch angekettet werden, zudem sowie können Karten, die sich im Friedhof aktivieren oder die Pendelmonster sind, noch weiter Unfug treiben.

-Nächtlicher Strahl: Schon gegen Paleozoisch hat man diese Karte häufiger mal gesehen, weil sie verhindert, dass Karten wie Dimensionsbarriere oder Tollkühne Gier angekettet werden können. Leider kann so nur eine einzelne Karte entsorgt werden und Pendelkarten als auch Karten, welche sich im Friedhof aktivieren, sind davon gänzlich unbetroffen.

-Kosmoszyklon: Hier haben wir für den Preis von 1000 Lebenspunkten eine Möglichkeit, Karten direkt zu verbannen, um Pendelkarten stark zu treffen und Effekte, die sich im Friedhof aktivieren würden, zu verhindern. Leider sind die Kosten für die Karte relativ hoch, wenn man sich auch noch auf Feierlicher Schlag und Verwandte verlässt. Außerdem können ankettbare Karten wie Dimensionsbarriere weiter sehr großen Schaden anrichten, was die Karte auf das Powerlevel eines einfachen mystischen Raum-Taifuns mit Kosten degradiert.

Je nachdem, für welche der drei Optionen man sich entscheidet, bekommt man ungewöhnlich viele verschiedene Situationen.

[4] Inzwischen sieht man ihn sogar so häufig, dass Konami ihn auf semi-limitiert setzen musste. Und so wie sich das Spiel weiterentwickelt, könnte es auch gut passieren, dass wir weitere verlieren. Wobei ich mir das persönlich nicht wünschen würde, auch wenn es beruhigend wäre, wenn man mal etwas Ruhe davor hätte.

[5] Wobei hier ja einige Spieler gewisse Rechnungen aufstellen, dass 46 und ähnliche Mengen optimal wären, um die beste Mischung zwischen "genug Mill" und "höchste Konstanz" zu bekommen. Aber ob dies so stimmt und ob man den Rechnungen trauen kann, muss jeder selber entscheiden.