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Legacy Card Gaming - die verschiedenen Gesichter der Zoodiacs [Teil 2]

von nko am 13.03.2017 um 17:50 Uhr
Herzlich willkommen zum zweiten Teil des Artikels über die verschiedenen Zoodiac Variationen. Falls ihr den ersten Teil noch nicht gelesen habt, könnt ihr das hier nachholen.
In diesem Teil werde ich auf die drei verbleibenden Versionen eingehen, nämlich die in Kombination mit Infernoid, Paleozoic und Invoked.


Infernoid Zoodiac





Die erste Variante, die ich im folgenden Artikel näher betrachten werde, ist eine Kombination aus den Zoodiacs mit Infernoids. Diese Variante wird häufig mit einer Deckkartenanzahl von 60 gespielt, da hiermit die Karte That Grass looks greener, welche auch über Left Arm Offering suchbar ist, in ihrem vollen Potential verwendet werden kann. Der Fokus liegt bei dieser Variation eindeutig auf der Stärke der Infernoids, da gerade deren Effekte zum Verbannen einer Karte aus dem gegnerischen Friedhof gegen die meisten relevanten Zoodiac-Varianten sehr stark sind. Die Zoodiacs werden dabei hauptsächlich wegen ihrer Stärke und Verlässlichkeit unabhängig vom jeweiligen Rest des Decks integriert. Da die Normalbeschwörung außerhalb von Infernoid Decatron meist ungenutzt bliebe, kann diese Lücke durch Zoodiac Ratpier optimal gefüllt werden. Die Zoodiacs bringen allerdings auch eine gewisse Synergie in das Deck mit, welche nicht selten zum Einsatz kommt. Bujintei Kagutsuchi, welcher durch das Überlagern zweier Ratten gebaut werden kann, kann dem Deck in einigen Situationen durch den Mill deutlich weiterhelfen, wobei auch sein Schutzeffekt vor allem in diesem Deck nicht irrelevant ist. Ein weitere nicht zu unterschätzender Grund für das Integrieren der Zoodiacs ist das somit meistens vorhandene Out gegen Karten wie Anti-Spell Fragrance und Imperial Iron Wall.
Allerdings sind nicht nur Versionen mit 60 Karten konkurrenzfähig - auch 40-Karten-Versionen haben schon mehrfach Anwendung auf großen Turnieren gesehen, denn die Varianten mit 60 Karten haben teilweise enorme Probleme gegen das eigene Deck. Die Wahrscheinlichkeit auf That Grass looks greener oder Left Arm Offering auf der Starthand liegt nur bei knapp ca. 40%, weshalb das Deck in den anderen
Fällen deutliche Schwächen aufweist. In diesen Fällen ist es den Varianten mit 40 Karten meist deutlich unterlegen, da in der größeren Deckwahl mehr Infernoids gespielt werden müssen, um That Grass looks greener entscheident stärker zu machen. Dadurch kommen häufiger Hände zustande, welche fast ausschließlich aus Infernoids bestehen, wodurch der Spieler in sehr unangenehme Situationen aufgrund seiner unflexiblen Hand kommen kann. Zusätzlich wird in den kleineren Builds durch weniger Deckkarten und das integrieren von Karten wie Into the Void die Wahrscheinlichkeit auf die relativ neue Supportkarte Void Feast deutlich erhöht. Diese Karte ist unter anderem auch ein Grund dafür, dass Infernoid wieder als metarelevantes Deck angesehen werden kann. Die Frage nach der besseren Version lässt sich allerdings eindeutig beantworten: Fairy Tail - Snow. Allein dieser Karte ist eine deutliche Besserung des Match Ups gegen Zoodiac zu verdanken, da diese starke Probleme haben, falls ihre Schlüsselkarte Zoodiac Ratpier weder auf dem Feld, noch im Friedhof verfügbar ist. Durch die extreme Flexibilität von Fairy Tail - Snow lässt sich dieses Problem auch kaum umspielen, unter anderem weil auch Karten wie D.D. Crow kaum etwas ausrichten können, da ein Exemplar von Fairy Tail - Snow bei genügenden Friedhofskarten mehrfach in einer Kette gechaint werden kann. Der Vorteil liegt somit eindeutig bei der Variante mit 60 Karten, da Snow durch That Grass looks greener häufiger auf den Friedhof gelangt und dann dementsprechend auch genug Karten für die mehrfache Aktivierung des Effekts vorhanden sind.

Fazit


Infernoid ist ein Deck, welches viele gute Match Ups über Tier 1 und 2 hinweg hat, was das Deck für viele im ersten Spiel zu einer Art Angstgegner macht. Durch diese teilweise gerechtfertigte paranoide Einstellung der Spieler gegenüber diesem Deck sind die Side Decks dementsprechend stark für diese Begegnung gerüstet, was es vor allem nach dem ersten Spiel meist zu einer sehr schweren Aufgabe macht, diese Spiele für sich zu entscheiden. Karten wie Artifact Lancea und Imperial Iron Wall legen in den meisten Fällen (für einen Zug) das komplette Deck lahm, was durch die Zoodiacs zwar teilweise kompensiert werden kann, im Endeffekt meist aber trotzdem nicht ausreicht, um gegen einen normalen Start des Gegners zu gewinnen. Zusätzlich kommen enorme Konstanzprobleme hinzu, was das Deck zu einer eher unzuverlässigen Deckwahl für ein großes Turnier macht, wobei auch hier mit etwas Glück viel möglich sein kann. Auch der Faktor, andere 60-Karten-Decks durch tote That Grass looks greener zu schwächen, darf je nach Match Up-Verteilung nicht unterschätzt werden.


PaleoZoodiac







Auch das vermutlich beste Deck des letzten Formats bleibt sowohl mit, als auch ohne Zoodiac präsent und konnte sich kürzlich sogar YCS Atlanta sichern. Im Folgenden werde ich aber größtenteils auf die Variante mit den Zoodiacs und deren Vorzüge eingehen.
Allerdings muss man auch innerhalb des Hybrids mit den Zoodiacs noch einmal unterscheiden. Es gibt nämlich zwei zentrale Optionen - mit oder ohne Frösche. Ich werde zunächst näher auf einen Build mit Fröschen eingehen und anschließend den Gedankengang hinter einer Version ohne die genannten Frösche aufzeigen.
Eine solche Version ähnelt den Builds aus Bochum sehr stark, allerdings werden zusätzlich noch drei Zoodiac Ratpier und meist mindestens eine Zoodiac Whiptail in das Deck integriert. Zusätzlich findet auch Zoodiac Barrage häufig Anwendung, denn ein Start mit Zoodiac Barrage und Dupe Frog ermöglicht ein Feld bestehend aus der üblichen Zoodiac-Combo mit einer Toadally Awesome daneben. Dazu wird Dupe Frog mit Zoodiac Barrage zerstört, wodurch eine Ratte beschworen und ein Austauschfrosch der Hand hinzugefügt wird. Nun geht man das allseits bekannte Zoodiac Opening durch - nur wird mit Zoodiac Broadbull Mother Grizzly anstelle von Zoodiac Whiptail hinzugefügt. Über das Abwerfen von Mother Grizzly wird nun Austauschfrosch beschworen, welcher Ronin Toadin auf den Friedhof legt. Nun wird über die gemillte Kröte und Austauschfrosch Toadally Awesome beschworen. Neben ihr kommen nun noch Zoodiac Drident und Daigusto Emeral hinzu. Alternativ zu Daigusto Emeral kann auch auf Bujintei Kagutsuchi zurückgegriffen werden, um den Friedhof mit Paleozoics und Fröschen zu füllen. Auch wenn diese Eröffnung sehr stark ist, so kommt es doch recht selten vor, wodurch die durch die Kombination der beiden Engines entstehenden Probleme in den Vordergrund rücken. Sowohl die Frösche, als auch die Zoodiacs brauchen in den meisten Fällen die Normalbeschwörung, weshalb sich der Spieler für eine der beiden Themen entscheiden muss. Dies bedeutet nicht nur tote Handkarten, sondern hat gleichzeitig logischerweise auf weniger Fallen auf der Starthand zur Folge, was im fallenfixierten Thema Paleozoic doch zu Problemen im Spielaufbau führen kann. Zudem brauchen die Zoodiac in Main- und Extradeck relativ viel Platz. Im Maindeck wird somit meist auf eine geringere Froschanzahl zurückgegriffen, da so auch dem Normalbeschwörungsproblem entgegengewirkt wird. Zusätzlich wird häufig nicht mehr auf Pot of Desires zurückgegriffen, weil sich dieser mit den Zoodiacs beißt. Im Extradeck hatten die Paleozoics auch letztes Format platztechnisch keine wirklichen Probleme, weshalb man hier nicht auf wirkliche Hindernisse beim Deckbau stößt.
Anhand der genannten Probleme ist es gut ersichtlich, weshalb sich viele Spieler entschlossen haben, entweder auf die Zoodiacs oder auf die Frösche zu verzichten. Ersteres war auch in Atlanta zu beobachten, da die Frösche durch ihre Eigenschaft und ihr Level doch sehr viel Synergie mitbringen und zusätzlich die Schlüsselkarte Toadally Awesome noch stärker werden lassen. Allerdings bringt auch eine Version bestehend aus Paleozoic und Zoodiac - hier dann ohne Frösche - einige Vorteile mit. Allein das große Potential, den Gegner durch den enormen Kartenvorteil und Zoodiac Drident unter Druck zu setzen, während man sich selbst über den hohen Fallenanteil über die Paleozoics vor den meisten Aktionen des Gegners schützen und diesen gleichzeitig enorm behindern kann. Hier besteht kein Problem mehr aufgrund der Anzahl der Normalbeschwörungen, allerdings fehlt die allgemeine Synergie und vor allem Toadally Awesome wird durch den Verzicht auf Frösche deutlich geschwächt.

Fazit



Die Versionen rund um die Paleozoics sind trotz dem Release der Zoodiacs immernoch relevant und können die Zoodiacs teilweise sogar für sich nutzen. Aufgrund der vielen Fallen behält dieses Deck trotz allem einen gewissen Anti-Charakter. Die defensiven Mittel gegen Zoodiacs in Form von Paleozoic Canadia und Paleozoic Dinomischus können diesem dabei empfindlich schaden. Die offensiven Möglichkeiten sind allerdings durch die gegnerischen Zoodiacs stark eingeschränkt, da Zoodiac Drident und Zoodiac Whiptail ankettbar sind und somit selten eine Beschwörung der paleozoischen Fallen vom Friedhof zulassen. Dieses Problem kann in gewissem Maße durch das Integrieren von Zoodiacs ins eigene Deck gelöst werden, allerdings entstehen dadurch wie oben schon geschrieben weitere Probleme. Diese Aspekte machen das Deck zu einem ernst zu nehmenden Gegner, welcher keinesfalls unterschätzt werden sollte.


Invoked Zoodiac






Auch die Invokeds dürfen unter den relevantesten Zoodiac-Varianten nicht fehlen. Diese werden zwar meistens in Verbindung mit Wind Witches und Artefakten gespielt, allerdings haben YCS Atlanta und auch das OCG schon gezeigt, dass auch eine Kombination mit Zoodiacs durchaus vielversprechend ist. Die zentrale Rolle spielt hierbei natürlich Aleister the Invoker, welcher mit Invocation die Schlüsselkarte des Invoked-Themas darstellt. Die zentrale Synergie zwischen den beiden Themen besteht in der Combo, welche als Start Photon Thrasher und Aleister the Invoker benötigt. Dabei werden die beiden beschworenen Monster in Zoodiac Broadbull überlagert, welcher Zoodiac Ratpier vom Deck auf die Hand sucht. Nun wird erst Zoodiac Boarbow und anschließend erneut Zoodiac Broadbull überlagert, welcher dann Zoodiac Whiptail sucht. Mit Invocation wird nun über Photon Thrasher im Friedhof Invoked Mechaba beschworen. Nun wird Whiptails Effekt genutzt, um sie an Zoodiac Broadbull anzuhängen, was mit Mechaba durch das Abwerfen von Zoodiac Ratpier negiert wird. Die abgeworfene Ratte kann nun durch Zoodiac Tigermortar wieder angehängt werden, wodurch nun die normale Zoodiac-Combo durchgeführt werden kann. Außerhalb dieser Combo hat dieser Hybrid allerdings starke Probleme, wenn es um die Normalbeschwörung geht. Auch hier kommt es dann wieder zu zusätzlichen toten Karten, da der Spieler häufig nur auf Zoodiac oder Invoked zugreifen kann. Zudem bringt Invoked auch so einige tote Karten mit, da Aleister durch die Feldzauberkarte und Terraforming in 9-facher Ausführung gespielt wird, weshalb nach dem ersten Aleister durch den Recyclingeffekt von Invocation viele vorerst unnütze Karten im Deck vorhanden sind.

Fazit


Invoked in Verbindung mit Zoodiac hat einen sehr starken Start, welcher einen großen Vorteil für den Rest des Spiels bietet. Allerdings ist dieser sehr anfällig gegen Fallen jeglicher Art und allgemein ist diese Variante außerhalb dieser Combo recht langsam und abhängig von der Normalbeschwörung, was das Deck für das aktuelle Format, welches vor allem auf Geschwindigkeit, Konstanz und Kartenvorteil setzt, eher ungeeignet macht. Trotz allem kann es bei einem gewonnenen Würfelwurf enorm stark sein und kann somit auch für einige Überraschungen sorgen.





Das war es soweit vom zweiten und letzten Teil des Artikels. Ich hoffe er hat euch gefallen und ich würde mich freuen, Kritik im Diskussionsthread zu erhalten.