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Top 10 COTD - Die besten Karten aus Code of the Duelist

von Leseleff am 04.08.2017 um 16:33 Uhr

Hallo alle zusammen! Es ist August und das heißt, dass ein neues Hauptset in den Regalen steht!
Seit gestern ist Code of the Duelist erhältlich und läutet eine ganz neue Ära für Duellanten ein. Als Eröffner der VRAINS-Zeit ist es das erste Hauptset, das Link-Monster enthält. Und auch, wenn ich sonst nicht mehr groß als Artikelschreiber aktiv bin, ich bin trotzdem weiterhin der Top 10-Heini des Teams und werde euch deshalb heute wieder meine persönliche Auswahl der besten und interessantesten Karten des neuen Sets vorstellen. Dabei setze ich Wissen darüber, wie die Link-Mechanik funktioniert und welche Regeländerungen mit ihrem Erscheinen in Kraft getreten sind, voraus. Sollte da auf eurer Seite noch Lesebedarf bestehen, empfehle ich den Artikel von Deckcreator16 oder den zugehörigen Thread im Forum.
Okay, genug geredet. Los geht’s mit Platz 10!

Platz 10 - Rettungsfrettchen




Es ist seit der ZEXAL-Zeit eine Tradition in Yu-Gi-Oh!, die in Code of the Duelist fortgeführt wird: Zu Beginn jeder neuen Anime- und Spielmechanik-Ära erscheint ein neues Mitglied der „Rettungs“-Squad in Gestalt eines possierlichen Kleintiers in Rettungssanitäter-Uniform, das die neue Mechanik unterstützt.
Die sehen nicht nur süß aus, sondern waren meist auch recht nützlich. Doch schande! Die Tradition kommt diesmal zu früh! Während Rettungskaninchen und Rettungshamster im jeweils zweiten Set ihrer Ära enthalten waren, kommt Rettungsfrettchen gleich im ersten. Wie könnt ihr nur?
Wie auch immer. Auch das Frettchen ist eine Karte, mit der man irgendwann mal bestimmt mächtig viel Unsinn anstellen kann. Wie seine Kollegen kann es im Austausch gegen sich selbst irgendwelche Monster vom Deck als Spezialbeschwörung beschwören. In diesem Fall sind es beliebig viele beliebige Monster in verlinkte Zonen auf dem eigenen Spielfeld, deren Stufe in Summe genau 6 betragen muss. Die beschworenen Monster bekommen ihre Effekte annulliert und werden in der End Phase zerstört. Das ist, wie ihr vielleicht gemerkt habt, nicht besonders eng umrissen. Zahlreiche Anwendungsgebiete kommen in Frage, was mir auf die Schnelle einfällt ist z.B. in einem Zombie-Deck Seuchenverbreitender Zombie und Goblinzombie holen, aus beiden Brionac, Drache der Eisbarriere bauen, mit Goblinzombie Mezuki vom Deck suchen, Brionacs Effekt aktivieren, Mezuki abwerfen, irgendeine Karte bouncen, Mezukis Effekt aktivieren, Goblinzombie zurück holen, Seuchenverbreitender Zombie mit seinem eigenen Effekt beschwören, mit ihm und Goblinzombie Korallendrache beschwören, noch einen Mezuki suchen, diesen für Korallendrache abwerfen, eine Karte zerstören, Ultimaya Tzolkin beschwören, eine Karte ziehen und damit, mit dem auf Ulitmaya in der Regel folgenden Kristallflügel-Synchrodrache und mit dem Mezuki im Friedhof noch mehr Spaß haben.
Interessant könnte ich mir das Frettchen auch in X-Säbel-Decks vorstellen, wo es XX-Säbel Dunkelseele und noch irgendein Stufe-3-Monster bei zwei freien Linkmarkern oder XX-Säbel Faultroll bei einem beschwören kann. Hier könnte man, da das Deck auch von Rettungskatze profitiert, sogar die ebenfalls neue Supportkarte Nötige Notrettungsrunde ausprobieren.
Problem bei der Sache ist, dass Rettungsfrettchen nur dann etwas macht, wenn man bereits ein Link-Monster kontrolliert, gleichzeitig aber auch die Normalbeschwörung braucht und es momentan noch recht schwierig ist, ohne Normalbeschwörung ein Link-Monster zu bauen (Wobei, solange Zoodiak-Sperrfeuer, Zoodiak-Rattpier und Gofu noch frei rumlaufen auch diese Herausforderung nicht soo hoch ist). Daher wird Rettungsfrettchen erstmal noch keinen allzu großen Impact haben und konnte auch nur Platz 10 ergattern.
Aber man muss eigentlich nur findig sein. Zum Beispiel kann man Räuberpflanze Ragwurzskorpion beschwören, Räuberpflanze Lilienkobra holen, Brillante Fusion suchen, Edelsteinritter Seraphnit beschwören, Künstlerzauberer Trick-Clown in den Friedhof schicken, Rettungsfrettchen beschwören, aus Seraphnit und den beiden Monstern rechts und links unter ihr Decodier-Sprecher bauen, dann den Effekt von Rettungsfrettchen aktivieren und… Ach, was mache ich eigentlich die ganze Arbeit? Lasst euch doch selbst was einfallen!

Platz 9 - Oberster König Drache Glasflügel




Auch ein paar Überreste der Arc-V-Zeit haben es noch ins Set geschafft. Die vielleicht interessanteste Karte darunter dürfte Oberster König Drache Glasflügel sein, der eines der stärksten Synchromonster überhaupt sein könnte, wäre da nicht der klitzekleine Makel, dass er für eine Beschwörung ein Pendelmonster als Material benötigt und Pendelmonster Link sei Dank irgendwie ziemlich tot sind. Doch bevor ich noch etwas mehr darauf eingehe, erstmal sein Effekt.
Wenn Oberster König Drache Glasflügel als Synchrobeschwörung beschworen wird, kann er erstmal alle offenen Monster des Gegners zerstören. Ein kleiner Raigeki also oder ein Schwarzer Rosendrache für Checker, der nicht das mühsam selbst erspammte eigene Feld beeinträchtigt.
Kämpft er anschließend gegen eines der fünftausend Monster, die der Gegner sich nach diesem Massenremoval wahrscheinlich erfloatet hat, kann er dieses ohne Schadensberechnung zerstören und dem Gegner stattdessen Schaden in Höhe seiner Grund-ATK hinzufügen, was gut für ein paar extra Schadenspunkte ist. Schlussendlich kann er sich, indem man zwei weitere Oberste Königsdrachen als Tribut anbietet, immer wieder selbst vom Friedhof beschwören.
Doch sind Pendelmonster wirklich so tot? Ich denke eigentlich nicht. Durch die neuen Link-Regeln haben sich zwei Dinge geändert: Es können nun nicht mehr beliebig viele Pendelmonster vom Extra Deck als Spezialbeschwörung beschworen werden, erst müssen Link-Monster beschworen werden, zum Anderen sind die Pendelzonen jetzt in die „gewöhnlichen“ Zauber- und Fallenzonen gerückt. Letzteres hat eigentlich nur zur Folge, dass das Qliphort- und das Majespecter-Deck ihre Helme etwas lockerer tragen müssen (welch schrecklicher Verlust für alle beteiligten…), gravierender ist da schon die Sache mit dem Extra Deck, was natürlich deutlich weniger Spam bedeutet. Doch auch, wenn manche das anscheinend anders sehen, glaube ich nicht, dass weniger Spam einem Todesurteil gleich kommt. Gerade im TCG, wo man, selbstverständlich ohne irgendwelche kommerziellen Hintergedanken (*hust*), kurzerhand noch Pendelruf, Künslterkumpel Schädelakrobatclown und Weisheitsaugen-Magier wieder vollständig entlimitiert hat, bevor die Link-Regeln in Kraft getreten sind, sollte man Pendelmonster und -Decks meiner Meinung nach noch nicht abschreiben. Von der Hand kann man immer noch beliebig viele Monster pendelbeschwören, dann kann man relativ bequem Link-Monster beschwören, deren Materialien dann aufs Extra Deck gehen, von wo aus man sie im nächsten Zug in die nun verlinkten Zonen beschwören kann. Pendel-Decks werden wahrscheinlich ein paar Änderungen durchmachen, statt auf Kombos wieder mehr auf Beatdown und ihren ehemaligen Best Buddy Nebeltal-Goldadler setzen (yeah…), aber spielbar sollten sie weiterhin sein.
Und dann kommt ein mächtiges Monster wie Oberster König Drache Glasflügel natürlich ganz gelegen, vor allem, wenn es mit Karten wie Harmonisierender Magier ziemlich leicht zu beschwören ist.

Platz 8 - Ningirsu der Weltkelch-Krieger




Kommen wir nun zum ersten Link-Monster in diesem Ranking. Ningirsu der Weltkelch-Kriger ist das Bossmonster des neuen Weltkelch-Themendecks, auf das ich aber vielleicht, vielleicht aber auch nicht, bei einer späteren Platzierung noch zu sprechen komme.
Denn auch, wenn er in seinem eigenen Deck, wo man durch seinen ersten Effekt bis zu drei Karten ziehen kann, natürlich am chilligsten ist, brauchbar ist er in jedem sehr Link-affinen Deck. Denn mit seinem zweiten Effekt kann er einmal pro Spielzug eine Karte auf jeder Spielfeldseite auf den Friedhof schicken, was ihn gewissermaßen zu einem Nachfolger von Schrottdrache und Die Phantomritter des zerbrochenen Schwerts macht, der jedoch weder zielt noch zerstört, und damit lästige Resistenzen umgehen kann. Anschließend kann man ihn prima als Material für ein Link-Monster mit vier Link-Markern verwenden.
Komplizierter gestaltet sich jedoch seine Beschwörung. Denn für diese benötigt er mindestens zwei Link-Monster, was bisher, mit Ausnahme weniger Decks, nicht so ohne Weiteres machbar ist, zumindest so, dass es sich für die Beschwörung von Ningirsu lohnen würde. Damit gehört er wie Rettungsfrettchen zu den Karten, die zu diesem frühen Stand der neuen Ära noch nicht wirklich relevant sind, was sich jedoch ganz schnell ändern kann, sobald mehr und bessere Link-Monster und Support für die selbigen erscheinen.

Platz 7 - Revenschrecken Schlächter




Auch zwei neue TCG-exklusive Themendecks hält das neue Set bereit. (Du merkst, dass du alt wirst, wenn du nun schon über die dritte Generation TCG-Themen Top 10-Artikel schreibst…)
Das nach allgemeiner Meinung interessantere der beiden sind die Vendreads, zu Deutsch Venschrecken, schließlich gehören sie dem Everybody’s Darling –Typ Zombie an.
Mit der Spielstärke hat es aber wohl auch was zu tun. Denn auch, wenn sie nach bisherigem Stand nicht das Power-Niveau der Burning Abyss- oder auch nur der Kozmo-Karten erreichen, kann man schon etwas mit ihnen anstellen. Na ja, zumindest mit dem Ritualmonster und der zugehörigen Zauberkarte.
Der Effekt des Schlächters, er kann in der Battle Phase seine Angriffspunkte erhöhen, ist nicht wirklich der Rede wert, entscheidend ist die Synergie mit anderen Karten. Den Anfang macht der Ritualzauber Herkunft der Revenschrecken. Dieser kann zum einen auch Monster vom Friedhof als Ritualbeschwörung beschwören, was gut mit den vielen Abwerf- und vom-Deck-auf-den-Friedhof-schick-Effekten der Zombies zusammen harmoniert und Revenschrecken Schlächter indirekt durch Zombies des Gleichklangs, Gozuki und Konsorten suchbar macht. Zum Anderen kann man mit ihr, um den Tribut für die Ritualbeschwörung zu erbringen, auch Zombie-Monster vom Friedhof aus dem Spiel entfernen. Dieser Umstand, zusammen mit dem bereits erwähnten Boost-Effekt, für den man ebenfalls Monster vom Friedhof verbannen muss, sind für die hervorragende Synergie des Themas mit den Shiranui-Karten ausschlaggebend, deren Effekte sich aktivieren, wenn sie verbannt werden. Gut ist zum Beispiel Shiranui-Seelenmeister, der, wenn er verbannt wird, eine offene Karte des Gegners zerstören kann. Anschließend kann der Seelenmeister z.B. von Psi-Hüllenlord Omega zurück ins Spiel gebracht werden, oder indem man auch noch Shiranui-Solitär verbannt, der in diesem Fall ein anderes verbanntes Shiranui-Monster als Spezialbeschwörung beschwören kann.
Aber das Beste kommt erst noch. Denn was wäre heutzutage schon ein Ritualmonster, wenn man es nicht ein wenig loopen kann? Verlässt Revenschrecken Schlächter das Feld, z.B. als Synchromaterial für Psi-Hüllenlord Omega, kann man seiner Hand eine Ritualzauberkarte vom Deck hinzufügen. Unter der Voraussetzung, dass man nicht aus Spaß fünf verschiedene Ritualzauberkarten im Deck spielt und Herkunft der Revenschrecken wählt, kann man mit dieser einfach den soeben abgetretenen Revenschrecken Schlächter nochmal beschwören, vorausgesetzt, man hat genug Material übrig. Und dann kann der ganze Spaß von vorne losgehen! Übrigens, durch einen kleinen Nebensatz am Ende des Effekttextes der Ritualzauberkarte sind beide Karten durch Vor-Vorbereitung der Riten suchen. Dadurch sollte man sie also auch relativ effizient auf die Hand bekommen können.

Platz 6 - Weltvermächnis – „Weltkelch“




Okay, ihr habt mich erwischt: Es gibt tatsächlich noch eine zweite Platzierung für das Weltkelch-Deck. Weltvermächtnis – „Weltkelch“ heißt die Gute und ist damit der Namensgeber des ganzen Themendecks.
Das Themendeck selbst hat durch verschiedene apokalyptische Youtube-Videos, die seine immens langen Kombos sowie seine Fähigkeit, einen „Extra Link“ aufzubauen, also eine Brücke miteinander verlinkter Link-Monster, die die einzige Möglichkeit darstellt, beide Extra Monster Zonen zu besetzen, demonstrieren, schon einen gewissen Ruhm erlangt. Das ganze hat sich jedoch gewissermaßen als Luftnummer entpuppt, denn im OCG hat das Deck bisher nicht einmal die goldene Gießkanne gewonnen.
Nichtsdestotrotz ist es das erste wirklich funktionierende Link-Deck, das darüber hinaus auch vom zahlreichen, guten Support für normale Monster profitieren kann. Der Weltkelch, die Karte, für die ich mich als Platzierung entschieden habe, ist ein Monster vom Typ Maschine der Stufe 5 ohne Angriffs- oder Verteidigungspunkte. Er muss leider als Normalbeschwörung beschworen werden, um seine volle Kraft zu entfalten, das macht er aber locker mit seinem Effekt wett. Verlässt er, nachdem er als Normalbeschwörung beschworen wurde, das Feld, zum Beispiel, und ich weiß auch nicht, wie ich darauf komme, indem man ihn als Material für eine Link-Beschwörung verwendet, kann er zwei Weltkelch-Monster als Spezialbeschwörung vom Deck beschwören. Zum Beispiel Weltkelch-Wachdrache, den man, nachdem man ihn ebenfalls als Link-Marker verwendet hat, vom Friedhof aus den Spiel entfernen kann, um ein normales Monster vom Friedhof als Spezialbeschwörung zu beschwören.
Mit einem zweiten Effekt kann man ihn, allerdings nicht im selben Zug, in dem er auf den Friedhof geschickt wurde, von dort aus dem Spiel entfernen, um seiner Hand eine „Weltvermächtnis“-Karte von seinem Deck hinzu zu fügen. Neben einer neuen Kopie von sich selbst für den neuen Zug dürfte das Ziel der Wahl hierbei wohl „Herz des Weltvermächtnisses“ sein, eine Art Dunkle Fabrik der Massenproduktion für das Thema.
Zwei hervorragende Effekte also. Der einzige Dämpfer ist, dass man den Weltkelch als Tributbeschwörung beschwören muss. Aber auch das sollte kein großes Problem sein. Es gibt genug gute Karten, mit denen man Normale Monster als Spezialbeschwörung beschwören kann, z.B. Unerwarteter Dai, Schaukelnde Erinnerung oder Faustischer Handel. Gelinde gesagt broken ist in dem Deck außerdem Brillante Fusion, da das Deck mit Lee die Weltkelch-Fee (Die die alternative Platzierung gewesen wäre) nicht nur über ein exzellentes Licht-Ziel verfügt, das wie ein Elementarheld Stratos wirkt und sich vom Friedhof selbst auf die Hand zurückgeben kann, sondern sogar echten Nutzen aus Edelsteinritter Lazuli ziehen kann. Auch der beschworene Edelsteinritter Seraphnit kann hervorragend als Tribut für den Weltkelch verwendet werden.

Platz 5 - Trickstar-Reinkarnationelke




Vermisst jemand eine Elke? Hier ist nämlich eine, die nicht gebraucht wird. Doch Trickstar-Reinkarnationelke, mein Platz 6, kann mehr, als für dumme „die deutschen Übersetzer können nichts“-Witze her zu halten.
Ich mag Karten wie Trickstar-Reinkarnationelke, die ihre volle Macht nur in ihrem eigenen Themendeck entfalten, aber auch außerhalb von diesem spielbar sind.
Der erste Effekt ist nämlich sehr generisch. Mit ihm können sämtliche Karten in der Hand des Gegners verbannt und durch neue ersetzt werden. Die Hauptfunktion hierbei ist, das mühselig zusammen gesuchte Setup des Gegners mit einem Schlag zu zerstören, was in einer Zeit, wo sogar Kauz & Schlossvogel wieder in die Decks wandert, natürlich ein sehr wertvoller Effekt ist. Vor einiger Zeit wurde extra dafür sogar Artefakt-Durendal gespielt. Trickstar-Reinkarnationelke macht alles, was dieses kann, nur besser. Die eigene Hand ist unbetroffen, die gegnerischen Karten werden verbannt statt ins Deck zurück gemischt und sie braucht auch keine zwei Monster der Stufe 5, um sie zu beschwören. Besonders fies ist sie, da sie verbannt, außerdem, wenn der Gegner sich gerade eine limitierte Schlüsselkarte wie Fremdenführerin aus der Unterwelt zurecht gelegt hat, um diese komplett aus dem Spiel zu nehmen. Ganz nebenbei ist die Karte auch ein enormer Push für Deckzerstörungs-Strategien, was uns alle natürlich ganz besonders freut. Im eigenen Themendeck kann sie außerdem den Effekt von Trickstar-Lycoris triggern.
Das Trickstar-Deck ist, was turniertauglichkeit angeht, vielleicht das interessanteste Themendeck aus dem neuen Set, wenn man aber auf einem Turnier mit dem Deck antreten will, sollte man vielleicht vorher den Veranstalter fragen, ob aufgeklebte Troll-Faces auf den Hüllen zulässig sind, da sich ihre ganze Strategie rund um Burn-Effekte und Loops der selben dreht.
Trickstar-Reinkarnationelke besitzt noch einen weiteren Effekt, mit dem man sie vom Friedhof verbannen kann, um ein Trickstar-Monster vom Friedhof als Spezialbeschwörung zu beschwören. Ein ohne Zweifel guter Effekt, jedoch auch einer, zu dem man nicht viel sagen kann. Deshalb sollte es an dieser Stelle für diese Karte reichen.

Platz 4 - Zurück an die Front




Platz 4 geht an die vielleicht generischste Karte des neuen Sets. Seit Anbeginn des Spiels ist Ruf der Gejagten einer der größten Kartenklassiker und war seitdem immer, mal mehr, mal weniger, eine Staple und wurde in langsameren Formaten in vielen Decks gespielt.
Zurück and die Front ist im Prinzip dieselbe Karte, nur dass sie eine normale Falle ist und das Monster in die Verteidigungsposition beschworen wird. Letzteres ist in den meisten Decks egal, da die Monster eh als Material für irgendwelche Beschwörungen weiter verwendet werden, jedoch sollte beachtet werden, dass Link-Monster, die keine Verteidigungsfunktion besitzen, dadurch von der Beschwörung ausgeschlossen sind.
Der wesentliche Vorteil einer normalen Fallenkarte ist, dass sie nicht, wie Ruf der Gejagten von Mystischer Raum-Taifun oder anderen Fallenzerstörenden Schnelleffekten aufgehalten werden kann. Deshalb wird Zurück an die Front den Klassiker wohl leider in allen Decks ablösen, die nicht entweder auf die Angriffsposition angewiesen sind oder über Möglichkeiten verfügen, benutzte Kopien der permanenten Fallenkarte für Vorteil zu entsorgen oder erneut zu benutzen, etwa Magischer Pflanzer, Sternzeichen-Kundler Pleiaden oder Wandelsternritter Triverr.

Platz 3 - Schwerer Staubsturm




Ebenfalls nicht viel zu sagen gibt es zur nächsten Platzierung. Hand hoch, wer der Meinung ist, das Spiel brauche mehr generische Zauber- und Fallenremovals! Schließlich erschienen in den letzten 9 Hauptsets nur Galaxiezyklon, Zwillings-Twister, Kosmoszyklon, Nie endender Albtraum und Tornadodrache.
Okay, auch wenn sie nicht unbedingt nötig war, schlecht ist die jüngste Schicht Erde auf dem Grab von Mystischer Raum-Taifun ja nicht, deshalb soll auch sie kurz hier behandelt werden.
Schwerer Staubsturm macht im Prinzip das selbe wie Zwillings-Twister, nämlich bis zu zwei Zauber- und Fallenkarten auf dem Spielfeld zerstören. Sein Vorteil ist, dass man keine Karte abwerfen muss, um sie zu aktivieren. Der Nachteil ist, dass er eine Fallenkarte ist und daher erst verdeckt gesetzt werden muss, bevor man ihn aktivieren kann. Mit anderen Worten: Er ist im ersten Spielzug nutzlos.
So schnell, wie das aktuelle Format ist, hat Zwillings-Twister aus diesem Grund aktuell noch die Nase vorn, zumal der Abwurf als Kosten mitunter auch ziemlich praktisch ist, um wichtige Karten in den Friedhof zu bekommen. Schwerer Staubsturm ist eher ein Nischenprodukt. Doch für langsamere Decks, die außerdem Probleme damit haben, Handkarten zum Abwerfen zu entbehren, könnte er ein wahrer Segen sein.
Übrigens, nachdem man Schwerer Staubsturm entfesselt hat, kann man keine Battle Phase mehr durchführen. Diese Einschränkung ist jedoch zu vernachlässigen, da man die Falle auch einfach in der gegnerischen End Phase ausspielen kann, um sie zu umgehen.

Platz 2 - Magiebuch des Wissens




Allmählich wird’s heiß, denn wir sind schon bei Platz 2 angekommen, der gleichzeitig auch den Fallen-Lauf beendet.
Bei vielen Fans ist Support für alte, mehr oder weniger schwache, Deckthemen besonders begehrt. Code of the Duelist enthält in dieser Hinsicht z.B. Gehirnwäsche der Finsteren Welt, die für ihr eigenes Thema zwar durchaus brauchbaren Support darstellt, aber trotzdem bei weitem von Magiebuch des Wissens, meinem Platz 2, in den Schatten gestellt wird.
Mit ihrem Effekt kann man eine andere „Magiebuch“-Karte von seinem Feld oder seiner Hand oder ein Hexer-Monster vom eigenen Feld auf den Friedhof schicken, um zwei Karten zu ziehen. Für das eigene Themendeck ist ein suchbares Schicksalsziehen natürlich exzellenter Support, der ihm einen mächtigen Push verschafft. Doch auch in anderen Decks hat das neue Magiebuch großen Nutzen, was auch der Grund ist, warum ich es im Gegensatz zu Gehirnwäsche der finsteren Welt in den Top 10 erwähne.
Großartig ist es zum Beispiel im Invoked-Themendeck, wo es benutzt werden kann, um Aleister der Beschwörer effizient vom Feld auf den Friedhof zu schicken, wo er ebenso sehr als Fusionsmaterial für Beschwörung genutzt werden kann. Bisher hat man dafür Zauberstab der Wunder verwendet, der jedoch aufgrund der exzellenten Suchbarkeit von Magiebuch des Wissens mit dessen Release als ersetzt gelten dürfte. Um das Buch zu suchen gibt es zum einen Magiebuch der Geheimnisse, eine normale Zauberkarte, zum Anderen Magiebuch-Magier der Prophezeiung, der bei seiner Normalbeschwörung ein Buch suchen kann.
Wegen der wunderbaren Suchbarkeit ist Magiebuch des Wissens im OCG aber auch eine beliebte, generische Draw-Engine. Es werden zum Beispiel 3 Kopien von Magiebuch der Geheimnisse, 2 oder 3 Kopien von Magiebuch-Magier der Prophezeiung und 2 Kopien von Magiebuch des Wissens gespielt. Man sucht mit Magiebuch der Geheimnisse nach Magiebuch-Magier der Prophezeiung, beschwört diesen, woraufhin man Magiebuch des Wissens sucht und mit diesem den Magier wieder auf den Friedhof schickt, um zwei Karten zu ziehen.
Die Engine führt also zu einer Art suchbarem Kartenauto D, nach dem man weiterspielen kann und das in fast jedem Deck spielbar ist.
Wenn es nur nach dem Einfluss ginge, den eine Karte jetzt zum Zeitpunkt des Erscheinens auf das Metagame haben wird, wäre Magiebuch des Wissens womöglich Platz 1, jedoch glaube ich, dass es aus den Decks verschwinden wird, sobald diese entweder die Normalbeschwörung zu dringend brauchen oder schlicht keine 7-8 Karten Platz im Main Deck für die Engine haben. Zwar ist auch eine abgespeckte „3+1-Engine“ à la Geschwindigkeitsroid Terrorkreisel ohne Magiebuch der Geheimnisse denkbar, dennoch denke ich, dass die Engine sich langfristig nur in Hexer-Decks etablieren wird.
Platz 1 sollte jedoch noch eine ganze Weile relevant bleiben…

Platz 1 - Firewall-Drache




Kommen wir also zum Höhepunkt dieses Rankings und gleichzeitig zu einer Besonderheit: Seit ich die Top 10-Artikel schreibe, hat es noch nie eine Coverkarte geschafft, Platz 1 zu erringen (Auch, wenn Kristallflügel-Synchrodrache es für Shining Victories im Nachhinein betrachtet verdient hätte…). In den letzten drei Rankings war die Coverkarte überhaupt nicht enthalten.
Allerdings hält Firewall-Drache für mich als Artikelschreiber auch eine Enttäuschung parat: Die deutschen Übersetzer haben es tatsächlich geschafft, seinen Namen gut zu übersetzen! Dabei hatte ich mir schon so viele tolle „Feuerwand-Drache“-Witze zurecht gelegt…
Na ja, muss ich eben mehr über den Effekt reden. Firewall-Drache ist das vielleicht generischste Link-Monster des neuen Sets. Seine Link-Marker sind kreuzförmig angeordnet, wodurch es sowohl in der Extra Monster-Zone (unter sich) als auch in den Main Monster-Zonen (rechts und links neben sich) neue Zonen erschafft, in die man Monster vom Extra Deck beschwören kann. Zur Beschwörung benötigt er zwei oder mehr beliebige Monster, wobei die vier Link-Marker aber abgedeckt sein müssen. Als Material kommen zum Beispiel alle vier Spielmarken von Sündenbock in Frage oder ein bereits vorhandenes Link-Monster, dessen Link-Marker ergänzt werden. Man könnte zum Beispiel, wenn man Dekodier-Sprecher mit Stapel-Wiederbeleber als Material beschwört, dessen Effekt nutzen, ein weiteres der Materialien wieder auf das Feld beschwören und dann zu Firewall-Drache aufstufen.
Doch wofür das alles? Weil auch sein Effekt erstklassig ist. Einmal, so lange er auf dem Feld liegt, kann er Karten in Höhe der Anzahl Link-Monster, mit denen er co-linked ist, vom Feld oder Friedhof auf die Hand zurück geben. Eine Art Sternzeichen-Kundler Ptolemy M7 auf Crack also, der entweder gegnerische Karten als Removal hochgeben kann (Da es ein Schnelleffekt ist sogar in seinem Spielzug) oder eigene Monster vom Friedhof, um sie erneut von der Hand verwenden zu können. In einem Co-Link mit Firewall-Drache können sich naturgemäß maximal drei Link-Monster befinden (eins in der Extra Zone über ihm, zwei rechts und links neben ihm), in einem schönen Link-Spam-Deck sind zwei Monster als standard-Anzahl absolut realistisch. Die die Aktivierungsanzahl betreffende Einschränkung bezieht sich dabei auf diese eine Kopie des Drachen, mit weiteren Kopien oder der selben, die zwischenzeitig das Feld verlassen hat, kann man den Effekt also auch mehrfach benutzen.
Gar keine Einschränkung hat hingegen der zweite Effekt. Mit diesem kann man, wenn ein Monster, auf das Firewall-Drache zeigt, durch Kampf zerstört oder sonst irgendwie auf den Friedhof geschickt wird, irgendein Monster als Spezialbeschwörung von der Hand beschwören. Wieder einmal fallen auch Link-Beschwörungen unter diese Kategorie, weshalb es nicht schwer sein sollte, den Effekt zu triggern. Und dafür, dass man auch Monster zum Beschwören in der Hand zur Verfügung hat, kann man zur Not mit dem ersten Effekt des Drachen sorgen.
Manch einer mag bei der Gestaltung der Effekte von Firewall-Drache von vielen Freiheiten, die einem gelassen werden, sprechen, andere mögen es Fahrlässigkeit nennen. Fakt ist: Das Covermonster ist eine Karte mit geradezu absurd hohem Kombo-Potenzial, zu der auch schon diverse unschöne Loops gefunden wurden. Wirklich effektiv spielbar ist er derzeit jedoch nur in einigen wenigen Decks, allen voran das Weltkelch-Thema. Doch ich bin mir sehr sicher, dass wir noch einiges von ihm zu erwarten haben, nicht zuletzt, da er gleichzeitig das Ass-Monster des neuen Anime-Protagonisten ist, so gesehen also das Erbe von Buntäugiger Pendeldrache antritt und noch jede Menge Support für ihn zu erwarten ist.

Honorable Mentions


Zu guter Letzt, wie es nun schon eine Weile Tradition ist, ein paar interessante Karten aus dem neuen Set, die es nicht in die Top 10 geschafft haben.
Stapel-Wiederbeleber z.B. ist generischer Link-Support nach Machart von Aufblühende Blumenzwiebel und dürfte eine der wichtigsten Karten des neuen Cyberse-Typs sein.
An weiteren Link-spezifischen Karten ist z.B. Schloss-Link zu nennen, der es einem ermöglicht, seine Link-Monster durch Verschieben zwischen den Monsterzonen besser zu organisieren, oder Missus-Strahler, ein Link-Monster mit hervorragenden Link-Markern, das leider nur in Erde-Decks spielbar ist.
Außerdem erschien weiterer Support für ältere Themen. Fallenstellerin Mantis stellt z.B. eine Art Elementarheld Stratos (Wie oft ich den in diesem Artikel schon als Vergleich verwendet haben muss…) für das Traptrix-Thema dar und es hat es eigentlich nur deshalb nicht in das Ranking geschafft, weil ihr Effekt nur bei der Normalbeschwörung funktioniert und sie bei der Spezialbeschwörung auch sonst nichts macht. Das aus dem OCG nachgeholte Fusionsmonster Schicksals-HELD – Dangerous hingegen stellt ein mehrfach benutzbares Törichtes Begräbnis für Schicksalshelden dar.
Erwähnen möchte ich außerdem noch Motivierender Hauptmann, ein Monster der Stufe 1, das bei seiner Normalbeschwörung ein Monster der Stufe 4 oder niedriger als Spezialbeschwörung vom Friedhof beschwören kann, was wohl insbesondere für Empfänger der Stufe 4 zur Beschwörung von Synchromonstern der Stufe 5 interessant ist, sowie natürlich für Link-Beschwörungen (z.B. ist ein Motivierender Hauptmann, der Löwenzahn-Löwe beschwört, ein sofortiger Firewall Dragon). Schlussendlich gibt es noch Boogiefalle, die wie Magische Steinausgrabung für Fallenkarten funktioniert und mit der sich bestimmt eine Menge Unsinn anstellen lässt…

Schlusswort


So, das war’s erstmal wieder. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen. Was haltet ihr vom neuen Set? Seid ihr mit meiner Auswahl an Karten zufrieden, oder habt ihr Karten vermisst? Wie hätte eure Top 10 ausgesehen? Lasst es mich im Diskussionsthread wissen!

- Leseleff -