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Der Abschied vom Spiel
von soulwarrior am 28.05.2010 um 00:02 Uhr
Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für euch. Die schlechte: Ich schreibe heute leider nicht über das Thema, das ich letzte Woche angekündigt hatte – leider ergab es sich einfach nicht, dass ich mit meinem Interview-Partner zusammen kam, doch ich bin zuversichtlich, dass mir, bzw. uns das im Laufe dieser Woche gelingt. Die gute: Mir wurden tolle Themenvorschläge zugeschickt, so dass ich relativ mühelos über ein anderes Thema schreiben kann und die Kolumne nicht direkt in der zweiten Woche ausfallen muss. Das ist ja auch schon mal was!
So wenden wir uns heute der Frage zu:
Früher oder später kommt nahezu jeder Yu-Gi-Oh! Spieler an dem Punkt an, wo er sich fragt, ob er seinem Hobby auch weiterhin die Treue halten will. Ich kann euch direkt mal einen tollen Spruch mit auf den Weg geben, über den ihr ein wenig nachdenken könnt: Wir sind alt geworden, weil wir aufgehört haben, zu spielen." Diese zwei Sätze fassen im Grunde den Prozess treffend zusammen, den ganz, ganz viele Jungs (und manche Mädels) verspüren, wenn sie ein neues Spiel beginnen und dann erstmal mit Feuereifer dabei sind... nur um das neue Hobby wenige Tage / Wochen / Jahre später wieder fallen zu lassen. Ich selbst bin auch nicht ganz unschuldig und habe mir so 2 bis 3 Wochen einen heftigen Wettstreit mit RolfKaese geliefert, wer denn schneller in Mafia Wars für das iPhone levelt, als das Game zuerst raus kam. [1] Nun ist das bei Yu-Gi-Oh! glücklicherweise etwas anders. Das liegt sozusagen in der "Natur des Spiels". Anders als irgendein Game Boy [2] Spiel hat Yu-Gi-Oh! erstmal kein Ende im eigentlichen Sinne. Klar könnte man sich sagen, man spielt, bis man mal Weltmeister geworden ist, aber man muss mir erstmal den Weltmeister zeigen, der direkt nach seinem Sieg sagt: "Ich hab's jetzt durch, ich hör jetzt auf." [3] Folglich hat es üblicherweise einen anderen Grund, warum jemand sein Hobby an den Nagel hängt. Gehen wir diese einfach mal durch (über Ergänzungen im Feedback-Thread freue ich mich selbstverständlich):
Das sollten wohl die Top 3 der Gründe sein, warum jemand das Hobby an den Nagel hängt. Doch wie genau läuft das jetzt ab? Nachdem das "Trigger-Event" [5] statt gefunden hat, wird üblicherweise in Folge die Entscheidung getroffen, jetzt mal über kurz oder lang mit dem Spiel aufzuhören. Dann gibt es Communities, die wissen nicht so recht, wie sie mit dem Verlust eines Mitglieds umgehen sollten. Wie das häufig so ist, wenn (junge) Menschen etwas nicht verstehen, greifen sie zu Schutzreflexen. So geschieht es meist, dass der "beste Freund von gestern" zum "Spasti von heute" wird, denn wenn er etwas nicht mehr macht, was ich nach wie vor mache (Yu-Gi-Oh! spielen) und damit indirekt zum Ausdruck bringt, dass YGO ja gar nicht so cool ist, ich aber durchaus der Meinung bin, dass YGO ganz fresh ist, muss ich mich von seiner Meinung abgrenzen, was wiederum darin resultiert, dass ich ihn dumm von der Seite anmache. [6] Ich hoffe, ihr seid bei der Argumentationskette nicht ausgestiegen... ich mach's mal einfacher: Wenn man das so klar darstellt, dann wird auch ganz einfach und schnell klar, dass es sich bei solchen Angriffen um echte Armutszeugnisse handelt. Was jetzt leider nicht heißt, dass diese automatisch zur Seltenheit werden, denn das ist nicht der Fall... Genauso gibt es Spieler, die bisher mit ihrem Hobby relativ allein da standen. Sie sind üblicherweise nicht die Jungs mit der größten Klappe im Forum, aber auch sie sind treue Fans eures Lieblings-Hobbies. [7] So zocken sie allein oder mit ein paar Freunden in der heimischen Küche und sind damit auch ganz zufrieden. Es geht leider nur selten auf größere Events, so dass man mit der größeren Yu-Gi-Oh! Fangemeinde kaum in Berührung kommt. In vielen Fällen verfolgt man immerhin noch ein wenig das Forum, so dass man halbwegs auf dem aktuellen Stand bleibt, wenn es um brandneue Decks oder Sets geht, aber das ist einfach ein ganz anderes Verhältnis zum Spiel als das, das ein "Pro" wie Michel G. aus W. oder Piran A. aus B. hat. In den wenigsten Fällen "hört man einfach so auf" und sagt sich dann, dass das alles eigentlich viel cooler so ist. Vielmehr fehlt einfach "ein Stück", also ein kleiner Teil des eigenen Lebens. Denn auch wenn das jetzt lächerlich klingt, wenn ich es hier so darstelle, als wäre das "children's card game" für uns alle ein ganz essentieller Bestandteil des Lebens, so hängt da dann doch eine ganze Menge mehr dran als uns im ersten Moment klar wird. Bekanntschaften mit einigen unserer besten Freunde wurden üblicherweise über das TCG vermittelt. Wir haben ganze Wochenenden damit verbracht, auf Events zu fahren, Deutschland zu sehen, Karten zu mischen, Decks zu testen oder uns neue Staples anzutauschen. Und wenn diese ganze Zeit plötzlich frei ist und man gar nicht mehr weiß, was man damit anfangen soll, so fehlt tatsächlich etwas. Natürlich kann man sich kurzerhand ein anderes Hobby suchen, doch ich denke, in den meisten Fällen – wenn man nicht komplett unzufrieden mit der eigenen Community ist – zahlt es sich aus, einfach ein paar kleine Änderungen vorzunehmen. Das heißt dann für manche Spieler, einfach mal auf ein paar größere Turniere zu fahren, um so auch mal in Berührung mit der größeren Community zu kommen. Oder im Forum aktiver zu werden, um auf diesem Weg Freundschaften zu knüpfen. Oder selbst etwas auf die Beine zu stellen, um so für einen zweiten oder sogar ersten Frühling von YGO im eigenen Dorf zu sorgen. Viele andere haben es vorgemacht, also macht es einfach nach! Das war es dann auch schon wieder für diese Woche und ich hoffe, dass es mir auch nächste Woche gelingen wird, euch rechtzeitig mit einem Artikel zu beliefern. Und dann vielleicht sogar über das Thema, das ich mir vorgenommen hatte. soul
Ausführliche VorbereitungenIch habe mittlerweile 7 Decks für die World of Warcraft TCG Europameisterschaft gebaut. Und leider bin ich immer noch nicht ganz so zuversichtlich, bei welchem Deck es sich um das mit ganz viel Abstand beste handelt... heiße Tipps sind natürlich wie immer willkommen. Last Minute ArbeitenEs gibt Dinge, die ändern sich... und es gibt Dinge, die ändern sich wohl nie. So bin ich zum Beispiel ganz glücklich darüber, auch weiterhin die Freitags-Kolumne zu haben, da ich früher in der Woche ja doch nichts mache und letzten Endes nur Freitag für mich in Frage kommt. ThemenvorschlägeIch würde mich sehr freuen, wenn der brandneue Trend aus der letzten Woche auch in dieser Woche fortgeführt werden könnte und man mir Themenvorschläge per PN oder von mir aus auch im Thread zukommen lässt. Nachdem meine PN Box jetzt über Monate hinweg einer Wüste glich, ist das eine halbwegs willkommen Abwechslung für mich, auch wenn ich meist nicht allzu schnell antworte. [1] Damit ist auch wieder der wöchentliche Anteil "Nerd-Bekenntnis" im Artikel... Wir waren natürlich SO nerdig, dass wir direkt auch den Bug des Games mitgenommen haben und uns auf irgendwelche 2xx Level hoch gespielt haben, bevor wir eingesehen haben, dass es dann doch irgendwie witzlos ist. Ich kann heute noch alles kaufen, was es in Mafia Wars für's iPhone gibt und ich bekomme schneller Geld als ich es ausgeben kann... Ich bin übrigens zuversichtlich, dass uns Mrbazil mittlerweile überholt hat. Und zwar ohne das Ausnutzen eines Bugs. [2] Oder wie Version 98.3 von Nintendos Handheld-Konsole auch immer heißt... DS oder so... mein Gott, bin ich alt geworden... [3] Zugegeben, wäre ziemlich witzig. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass man von Seiten Konamis allzu begeistert wäre, da sich das nur relativ schlecht vermarkten lässt. [4] Jetzt ist es also endlich raus... das "brokene" Design einiger Karten ist lediglich eine Arbeitsplatz-Beschaffungs-Maßnahme, die dafür sorgt, dass der "Banned Listen Ersteller" auch noch in ein paar Jahren so einiges zu tun hat. Ich möchte behaupten, dass es offensichtlich ist, dass der japanische Staat dahinter steckt. Die Lösung liegt damit ebenfalls auf der Hand: Wir sollten eine Invasion in Japan starten, um den Konami-Sitz nach Deutschland zu verlagern und so für ein noch ausbalancierteres Spiel sorgen (wobei man sich ja derzeit wirklich nicht beklagen darf, die Deckvielfalt ist ja spitze). [5] Ja, der Yu-Gi-Oh! Schiedsrichter steckt offensichtlich noch in mir! Der Slang ist jedenfalls noch da. [6] Ich hoffe, ihr hattet keine Zweifel daran, dass ich die Gobbo-Sätze nach wie vor aus den Ärmeln schütteln kann! [7] Seid mir nicht böse, aber ich grenze mich hier mal ganz bewusst aus. Ich bin derzeit ganz krass im WoW TCG Fieber, weil in 2 Wochen Europameisterschaft ist und ich dort abrocken will. Dementsprechend steht Yu-Gi-Oh! etwas hinten an.
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