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Nicht der beste gewinnt immer...
Eintrag vom 24.03.2017, 23:38 Uhr

- 1 Person ist verbunden.

der Gewinner ist immer der beste.
So ähnlich geht ein Zitat vom "Kaiser" des deutschen Fußballs.

Aber warum benutze ich dieses als Eingang für meinen Blog?

Ganz einfach, weil mir bei Major Events innerhalb des letzten Jahres ein Trend aufgefallen ist.

So ist es inzwischen alles andere als ungewöhnlich, wenn das Deck, das am Anfang von Tag 1/Tag 2 am häufigsten gespielt wurde, das Event am Ende nicht gewonnen hat.
Nach der allgemeinen Logik benutzt man für solche Events doch das beste verfügbare Deck, wieso gewinnt dann eines von denen nicht das Event?

Darüber werde ich nun mal meine Gedankengänge ein bisschen darlegen.

Ich denke, ich nehme als Beispiel nicht mal die beiden aktuelleren YCS in Prag und Atlanta, sondern die, mit der ich mich im Vorraus und auch im Nachhinein am aktivsten beschäftigt habe: Die YCS Liverpool 2016.

Für alle, die nicht wissen, wie die Situation damals aussah: ABC war knapp 2 Wochen früher erschienen und hat die Regionals im Sturm erobert. Das Deck hat wortwörtlich so ziemlich alles gewonnen - außer die YCS.
Aber warum? Warum hat nicht das Deck, das seit seinem Erscheinen auf Turnieren immer die Top 8 zu größten Teilen (wenn nicht komplett alleine) gestellt hat, auf der YCS "versagt"?

Der Grund ist recht simpel - weil jeder wusste, dass es das beste Deck ist und man sehr oft darauf treffen wird. Deshalb haben ABC-Spieler sich zum größten Teil auf das Mirror vorbereitet und die anderen Metadecks einfach noch zusätzlich "abgedeckt", weil es scheinbar der beste Weg mit dem besten Deck war. Einige haben sich für das einzige Deck, das scheinbar eine Konkurrenz war entschieden und einfach Minerva gespielt.
Ein paar aber haben einen anderen Weg gewählt und sich zu großen Teilen auf ABC vorbereitet und massenhaft Antikarten in eine stabile und passende Engine gesplasht. Einer von denen war Thomas Rose, der mit seinem 50 Karten BA, das ganze 3 Chaos Hunter, 3 Cherrys und 3 Pot of Desires im Main hatte insgesamt nach eigener Aussage in 75% der Starthände einen Weg hatte, die extrem starke Turn 1 - Combo zu stoppen und somit das Deck schon halb lahmzulegen.
Aber gut, ABC war schon immer recht stark diskuttiert, weil es sehr linear war.
Gehen wir mal die Ereignisse an, die mich zu diesem Blog bewegt haben:

Die beiden aktuellen YCS aus Europa und Amerika, also die YCS Prag und die YCS Atlanta.

Hier gab es (was man auch bei unserem Tippspiel im Forum sieht) genau einen Favoriten, den fast jeder als Siegesdeck auf dem Zettel hatte - Zoodiac, sei es als purer Build oder als Engine.
Ich denke, seit langem war sich die Community nicht mehr so einig, dass es EIN Topdeck gibt.
Zoodiac war wirklich überall, es hat sich zum Teil auch in Decks festgesetzt, die eigentlich keine Synergie mit dem Thema hatten, einfach weil die Combo aus einer einzigen Ratte das beste One-Card-Play seit sehr langer Zeit war. Aus einer Karte 2 XYZ zu bauen, von denen eine sogar noch den Gegner unterbrechen kann UND eine Karte zu ziehen und zu suchen hat den konventionellen Kartenvorteil egalisiert.
Zudem hat man im puren Build mit der so genannten "Lunalight-Combo" ein Opening, dass sogar das berüchtigte ABC-Opening vor Neid erblassen lässt. Dabei tauscht man den Search der normalen Combo gegen zwei gezogene Karten mehr aus, hat also mit einer Karte insgesamt ein +4 erwirtschaftet und kann den Gegner noch mit Drachzack unterbrechen.
Dazu die schon lange nicht mehr da gewesen Konstanz des Decks, ja, Zoodiac hat nahe am Tier 0 gekratzt und wurde in den Augen vieler nur (neben ihrer Splashbarkeit) durch Nachbars Gras ist Grüner im Infernoid daran gehindert, diesen Posten auch einzunehmen.

Dennoch hat die beiden Turniere ein Deck gewonnen, das maximal im Extra Deck Zoodiacs gespielt hat - Paleozonisch Frosch.
Aber warum, das Deck ist doch auf dem Papier total unterlegen, hat kaum krasse Combos und so weiter?
Und genau hier ist das Problem - auf dem Papier.
In der Praxis hat Paleo-Frog nämlich ein sehr gutes Zoodiac-Matchup, da diese gegen die Vielzahl der Fallen immer mehr von ihrem anfänglichen Vorteil verlieren, während der Paleozonisch-Spieler durch seine zahlreichen Reborn-Effekte im Grindgame immer mehr Vorteil herausholt während Zoodiac seine Ressourcen an der Backrow lässt.
Sehr schön zu sehen ist dies im ersten Spiel von Joshua Schmidt im ersten Spiel seines Runde 11 Feature Match gegen pures Zoodiac, pilotiert von Alessio Giordani (Link: https://www.youtube.com/watch?v=YdfHOZwlc2g).

So, das Deck ist also gerne ein Metacall gegen das Topdeck, aber reicht das?
Nun ja, zu einem Teil ja.
Man kann sich so auf das wahrscheinlich am häufigste Matchup gut vorbereiten und hat (vor allem in Formaten, in denen ein Deck recht dominant ist) ganz gerne in den Swiss-Runden 2-4 mal das beste Matchup, also einen halben Win, bevor das Game losgegangen ist.
Sollte man es dazu noch schaffen, dass das Matchup gegen den Rest des Metas mindestens 50:50 ist (wenn beide gleich gut ziehen und spielen), dann geht man mit einem Deck aufs Turnier, dessen schlechte Matchups kaum auftauchen, seine guten aber extrem häufig.
Klingt doch gar nicht so schlecht, oder?
Zudem hat man, zumindest in Teilen, den "Dark Horse-Bonus", weil der Gegner sein Side Deck natürlich gegen die häufigeren Decks auslegt und mit Glück eher weniger das eigene Deck (da dieses eher seltener erwartet wurde) enthält (gegen Paleo-Frog waren es z.B. nur Backrowhate in Form von 3 Twin Twistern und XYZ-Universum/Denko Sekka/Jinzo).
Gegen 2 dieser 3 Karten (End Phase Universe ist einfach Game) konnte man Mass Removal, Durchbruchfähigkeit und Ernste Warnung siden, womit nur noch die 3 Twin Twister problematisch waren, diese mussten aber zuerst gezogen werden.

Aber dass diese 2 Games am Stück klauen ist recht unwahrscheinlich, weil man sie insgesamt 2 mal ohne gegnerisches Out auf sie ziehen muss.

Beim Rest sah es ähnlich aus. Man hat sich auf das "Deck to beat" konzentriert und dabei die starken Engines, die mit Antikarten bestückt das Turnier am Ende gewonnen haben, zwar registriert, aber nicht in dem Maß ernst genommen, wie man es hätte tun sollen.

Allerdings muss ich hier meine eigene Theorie ("In Formaten mit einem dominanten Deck hat man mit diesem nicht zwangsweise die besten Chancen ein Major Event zu gewinnen") wieder etwas abschwächen.
Denn zumindest die beiden Paleo-Frogs aus Atlanta und Prag haben sich in mehreren Punkten gravierend unterschieden.
Während Corey Rocas Build aus Atlanta noch ein relatives Standard-Paleo-Frog war, wie man es mit wenigen Änderungen auch vor RATE gespielt hätte, war Joshua Schmidts (bzw CCGs, das Deck hat scheinbar die Arbeit des gesamten Teams vereinigt) Build 60 Karten und eine andere Ausrichtung, so hat er sich viel stärker auf Abolute King Back Jack fixiert und damit praktisch das Deck neu erfunden.

Aber das ändert wenig an der Tatsache, dass der Favorit nicht gewonnen hat, denn dieser war eindeutig Zoodiac.

Also, was denkt ihr zu diesen (zugegeben) vielleicht etwas wirr formulierten Gedankengängen und wie habt ihr die Rolle des Paleo-Frogs auf beiden YCS eingeschätzt?
Würde mich freuen, wenn ein paar Kommentare zustande kommen würden.

LG und schönes Wochenende

Lenant.

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Yani Yugi:
Ich denke nicht, dass nur dies das Problem vieler Spieler ist, sondern eher dass man oft do or die spielen muss. Viele Decks sind mittlerweile in der Lage aus dem nichts einen OTK zu zaubern. Es gibt allerdings nur sehr wenige Decks die Backrow und diese starke OTK Fähigkeit vereinen: Das derzeit spielbarste ist wohl Paleozoisch.

Wenn man im höchsten Maß vorsichtig spielt um eventuelle Backrow zu umgehen, ist man teilweise sehr angreifbar, da man selbst ja kaum Backrow spielt. Spielt man als offensiver Spieler weniger Ressourcen aus, ist der Gegner dran und überrennt den eigenen Krümmelkram und gibt einem dazu noch ordentlich Schaden. Plus, im falle von Paleo, auch noch die Kröte, die es auch noch zu überwinden gilt.

Am 05.04.2017 um 10:43 Uhr

BlackBurner1:
3. Durch das abartig schnelle Meta vor allem vor Zoodiac und auch jetzt noch, wo außer Strike und Barrier gar keine Fallen gespielt werden, können die Leute einfach nicht mehr gegen wirklich viele Fallen spielen. Man ist es nicht mehr gewohnt, dass man in seinen Kombos von Karten auf dem Feld an so vielen Stellen unterbrochen werden kann und das mehr als 1x pro Zug, da auch Zoodiac halt nur Strikes und Barrier spielt. Wenn dann aber zusätzlich noch ein Dinomischus Canadia usw kommt, überfordert das die meisten Spieler, die dann nicht mehr ihre Hand aufs Feld klatschen/ihre auswendig gelernte Kombo einfach durchziehen können.

Am 26.03.2017 um 20:09 Uhr

BlackBurner1:
Ich hab Paleo-Frog schon vorher recht stark eingeschätzt.

Und zwar weil
1. Zoodiac trotz seines enormen Plus ohne die bisher nicht vorhandenen True-King keine unbrechbaren Felder legen kann. Klar Drachzack ist nervig, aber das ist in der Regel eine einzige Karte. Alles andere, was Zoodiac auf das Feld legt, behindert den eigenen Spielaufbau nicht. Dazu kommt die sehr geringe Anzahl an Fallen, die vor allem im Falle von Dimensionsbarriere auf nicht so sehr weh tut, da man durch das gute Grind-Game den Zug auch einfach eine Runde später machen kann, was mich zu :
2. bringt. Es ist enorm schwer Paleo zu OTKen, da es so viele Schutzkarten in Form von Waboku, Dinomischus, Canadia zu den Striks und Barriers spielt. Irgendwas hat das Deck immer um 2-4 Runden zu überstehen und danach hat Zoodiac auch sein Pulver verschossen.


Am 26.03.2017 um 20:07 Uhr