Yu-Gi-Oh! The Last Asylum

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      Meinungen?

      Hin- und Hergerissen zwischen "Och schon?" und "Yay, Staffelfinale" xD

      -Aska-

      Okay, das wäre dann doch ein gewaltiger Timeskip gewesen, wenn du die gepostet hättest. Von Spoilern gar nicht zu reden xD

      Vielleicht gibt es ja wieder einen Kommentar nach Ende der Staffel mit so ein paar Sachen, die unter den Tisch gefallen sind, wie damals nach Staffel 1? ^^

      "Anya und Kalis Bitchfight wird noch ziemlich spaßig." <- ich weiß xD (Oder bezieht sich das auf etwas in späteren als mir bekannten Szenen? ^^)

      Und immer gern, weißte ja =)


      Folge

      Ich denke es war sehr tapfer, widerum aber auch sehr souverän gelöst, wie du gleich ganze vier Hauptduelle parallel auflaufen lässt. Das hat dadurch auch wirklich etwas von einem großen Finale, zumal man ja jetzt auch spürt, wie die Handlung zunehmend konvergiert. So wurden einige über die Staffel hinweg aufgebauten Mysterien angeschitten, wie z.B. was das Ziel des Sammlers ist und wer hinter Kalis Maske stecken könnte. Mal schauen, wie weit wir da jeweils kommen werden.

      Gerade in Hinblick auf unseren nun auserkorenen "Bösewicht" und dem Anführer der Undying war es etwas schade, dass wir dort nicht mehr hin zurückgekehrt sind, aber angesichts der verschiedenen, sich im Gang befindlichen Duelle war das auch etwas schwierig, ohne irgendeines zu vernachlässigen. Dennoch versprach man sich denk ich bei den beiden am meisten die Chance auf Antworten. Aber selbst so wird das Duell ja noch weitergehen, insofern ist die Chance nicht ganz dahin, zumal sich in der Folge sogar noch ein paar neue Fragen zu ihm aufgetan haben ;)
      Das Duell seinerseits ging aber sehr gut los. Ricther legt unbeirrt los, während der Sammler ihn seinerseits geschickt ins Messer laufen lässt und den großen Undying praktisch mit dem Rücken zur Wand stellt. WIe sich das Duell entwickeln wird, ich bin da eigentlich ganz klar für Ricther, allein schon, weil ich sehen will, wie jemand, der schon bei einem Fussel angewidert ist, reagiert, wenn ihm eines seiner Kristallwesen mind. einen fetten Riss im Anzug spendiert. Andererseits seh ich beim Sammler ebenso stark den "Boss"-Bonus. Wird sehr spannend xD

      Anya und Kali machten nach ihrem fulminanten Start auf gleichem Niveau weiter, auch wenn es in der Summe glaube ich nur zwei Züge waren. Das kommt einem geschrieben so viel vor, und wenn man dann kurz zurückblickt, dann merkt man, dass die ganze Action auf so wenig Zügen passiert ist xD
      War auf jeden Fall sehr schön gewesen, wie Anya über ihre Pendel, sehr zum Schock von Kali ihren Heavy T herausbrachte und zurückschlagen konnte. Kali ihrerseits konnte dank des Eagles gleich im Anschluss wieder Anya unter Druck setzen und Anya in Zugzwang bringen. Aber eine Anya lässt sich bestimmt so schnell auch nicht kleinkriegen ;)
      Insgesamt bleiben Kalis Reaktionen, so lustig sie auch sind, auf Anya neue Techniken weiterhin mysteriös. Mal gespannt, ob da mehr dahintersteckt oder ob es sie wirklich "nur" kalt erwischt, wie Anya eine neue Karte nach der anderen seit dem Finale des Turniers aus dem Ärmel zaubert (nicht negativ gemeint)

      Inhaltlich denke ich hatte das nächste Viertel einen größeren Fokus gehabt, gerade wie der Pakt funktioniert und man auch die Artefaktkarte schließlich zu sehen bekam.
      Auch Claires Motive für den Pakt wurden angeschnitten, was ich sehr gut fand, ebenso wie Nigel Zanthe zurechtwies, dass es allein eine Sache zwischen ihm und Claire ist und ihn als Ausßenstehenden nichts angeht.
      Als Leser ist man da durchaus hin-und hergerissen. Einerseits kann man Zanthe verstehen, für den das alles unnatürlich ist und der meint, das Claires Wunsch von Nigel nur für seine eigenen Vorteile missbraucht wird und sie es deshalb wert ist, gerettet zu werden. Und andererseits eben, dass beide mit dem Pakt einverstanden waren (wobei man da halt einschränken muss, wie Claire das aktuell sieht. Weil eine echte Antwort von ihr ginge nur mit Emotionen, ohne wäre es ihr rational betrachtet sowieso egal) und beide inzwischen ihr eigenes Leben haben, was ohne diesen Pakt ins Wanken geraten oder gar zerbrechen könnte.
      Nigel hätte zwar seine Familie noch, aber ohne Emotionen könnte es fast so sein, als ob er keine hätte. Und Claires Gebilde der unbesiegten Duel Queen würde ebenso binnen kürzester Zeit in sich zusammenstürzen.
      Insgesamt stellt sich da aber schon, wie die befriedenste Lösung ausschauen soll? Irgendjemand scheint ja offensichtlich immer auf der Strecke zu bleiben, egal wie das Duell ausgeht. Und das macht es wieder spannend.
      Dennoch frage ich mich, was die Sache mit den Emotionen angeht, ob es da nicht vielleicht einen Zwischenweg gibt, dass nicht nur einer von beiden den vollen Umfang "Emotionen" hat, sondenr man die vielleicht, so absurd es klingt, 50/50 aufteilen könnte. Denn auch wenn Claire und Nigel bisher keine Glanzbilder waren, find ich nicht, dass sie ein Bad End verdient hätten. Sie verhalten sich zwar in gewisser Weise falsch, aber sie sind ja keine Bösewichte, so wie der Sammler hier als Antagonist auftrat.
      Aber naja, das wird man ja noch sehen, dennoch drück ich mal die Daumen.

      Was deren Duell anging, so war Zanthe ja momentan auf der einsteckenden Seite. Für jedes Mal wenn er es schaffte, etwas von Nigels Feldseite zu entsorgen, schlug der nur umso härter zurück. Und damit ist Zanthe auch der dritte, der aktuell mit dem Rücken zur Wand steht, ein schönes Motiv, wie sich das für alle aktuellen "Protagonisten" durch die Folge zieht ^^

      Und damit zum letzten Viertel, wo das nicht ganz so "düster" zum Ende werden sollte. Aber von Anfang an:
      Nachdem Valerie Matt davon überzeugt bekommt, wirklich nach dem Schwert zu suchen und dafür Stoltz zu beschwören, gibt es aber gleich die Hiobsbotschaft, dass sie jedoch zurückbleiben und notfalls Stoltz in ein Duell verwickeln würde, um Matt Zeit zu verschaffen. Klang für mich sehr nach einem Himmelfahrtskommando. Denn evtl kann sie Stoltz gar nicht in ein Duell verwickeln, ihre magischen Fähigkeiten dürften gegen Null gehen, um sich zu wehren, und selbst in einem Duell wären die Schäden von seiner Seite echt, während sie kaum austeilen könnte.
      Deshalb bin ich auch hin und her gerissen, es wäre nur umzu wahrscheinlicher, dass es zu einem Duell mit Valerie kommt, was ich auch sehr gerne sehen würde. Aber ich fürchte einfach um dem Ausgang. Denn sogesehen, Deathflag und alles wurden ja schon gehisst. Aber vielleicht kommt es ja auch nicht zum Schlimmsten. ^^§

      Matt seinerseits fand zwar das Schwert, konnte es aber nicht klauen, und wird dann auch noch wie erwartet von Zed gestellt, womit das letzte Duell begann. Auch hier ging es gleich vom Start weg zur Sache und Matt seine stärkste Karte rief. Dabei hat man denk ich gut gemerkt, wie mächtig Yggdrasil ist.
      Und ganz knapp wäre das Duell beinahe schonrumgewesen, aber Zed wird jetzt auch richtig auffahren und ihn iherseits unter Druck setzen wird. Umso mehr, nun da sie weiß, dass er einen Immateriellen o.ä. auf seiner Seite hat.
      Die "Mono"-loge mit dem Unsichtbaren an seiner Seite waren btw sehr sehr witzig (genau wie der Versuch, Ouro zu beschwören xD), selbst oder gerade weil man nur die eine Seite hört und aus den Reaktionen drauf schließen kann, was von anderer Seite gesagt worden ist. Hoffe auch, dass man da noch mehr erfahren wird, und welche Fraktion in diesem Konflikt jener bildet. Am Ende wäre ein Sieg von Matt gar nicht gut für Anya, denn wer weiß, was passiert, wenn der Immaterielle die Kontrolle erlangt UND im Besitz des mächtigen Schwertes ist.

      Rückblickend auf die ganze Folge gibt es aber auch eine interessante Sache. Richter suchte ja den Sammler auf, um seinem Treiben ein Ende zu setzen. Wie man vom Körper erfahren hat, wäre das Schwert wohl in der Lage, den Sammler zu töten. Ebenjenes befindet sich erwiesenermaßen nun ja aber im Besitz der Undying, also warum sollte Ricther auf so eine mächtige Waffe im Kampf verzichten. Deshalb denke ich, dass es da noch irgendeine Wendung oder einen Haken gibt. Entweder hat jemand nicht die ganze Wahrheit gesagt, oder die Regeln untersagen z.B. jemand wie Ricther, das Schwert zu führen. Andererseits nimmt er es in letzter Zeit mit den Regeln ja auch nicht 100% genau, bzw dehnt sie ein wenig, also vermutlich weniger eine Regel, als ein Fakt, dass er es vielleicht einfach nicht kann?

      Naja, spekulieren könnte ich denke ich noch sehr lange, und über so vieles, aber ich bin der Meinung, ich lasse mal die nächste Folge auf mich zukommen und sehe, in welche Richtungen es sich an den einzelnen Orten des Geschehens entwickelt. Von der Preview her könnte das dann ja wirklich ne Knallerfolge mit Antworten auf diverse Fragen werden (oder wenigstens ein paar) ;)

      PS.: Wie genial das am Ende klang "Anya hingegen nicht..." xD
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      .:: Cold Desire - Reboot in Arbeit ::.
      Mal wieder vielen Dank an euch alle. :)

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      Ja, das wäre ungünstig gewesen. Aber ich habs ja noch bemerkt. xD
      Wegen der Sache mit den ungesagten Sachen: Ich denke mal, ich mache wieder eine Ultimania bzw. update die alte. Da werden dann sicher auch ein paar Sachen angesprochen werden. Wenn ich bloß wüsste, wo ich die hochladen kann, ohne dass der Link gleich gelöscht wird. =/

      Zu Kali und Anya: Das weißt du doch. xD

      Ich hatte wegen der Duelle keine andere Wahl. Da das alles parallel abläuft, musste ich das so drehen. Aber schön, dass es trotzdem unterhält.
      Du weißt ja jetzt auch, dass das hier das Chapter mit dem Info-Overload ist. ^^
      Kali wird zwar überrumpelt, hat aber auch ein entsprechend starkes Deck, um trotzdem nicht unterzugehen.
      Was Claire angeht, hab ich nicht genug Platz gehabt, ihre Motive deutlicher hervorzuheben. Das kommt ein anderes Mal.
      Du würdest mich killen, wenn ich Valerie auf diese Weise aus der Fanfic schreibe. xD Nicht, dass ich davor Angst hätte. Du sollst ruhig zittern, deine Einschätzung ist da sehr akkurat.
      Was Matt angeht, bambst der halt mal mit Yggdrasil alles weg. Naja, 50 LP nicht. Und das ist schlecht. xD

      Übrigens ein sehr gut erkannt, dass Ricther Ragnarok nicht mitgenommen hat, obwohl das sinnvoll wäre.

      Mal sehen, was dir diese Folge an Erkenntnissen gebracht hat. ;)


      Da ich wieder am Zeichenlimit kratze, muss ich die Kartensektion -wieder- ausfallen lassen. Sorry. =/

      Turn 83 – Each Of Their Battles (3)
      „Dieses Monster kannst du nicht bezwingen“, versprach Nigel McPherson unheilvoll. Und schwang die Hand aus. „Sieh. Wenn Murciélago Karten durch Kampf oder seinen Effekt zerstört, wird er für jede um 1000 Angriffspunkte reicher.“
      Zanthe, auf dem Bauch liegend, sah erschrocken mit an, wie der schwarze Riesenstier von einem Blitz getroffen wurde und stolz aufheulte. Sein Rückenfell, das zu unzähligen Zöpfen geflochten war, flatterte wild aufgrund der Spannung. Seine Klingenhörner pulsierten in ihrem grellen, gelben Licht regelrecht.

      Murciélago The Thunderblade Bull [ATK/0 → 2000 DEF/0 (9)]

      „Du kannst gerne weiterkämpfen.“ Der rothaarige Manager von Claire Rosenburg zog die Hand zurück und verschränkte sie zusammen mit der anderen hinter seinem Rücken. „Nur zu.“
      Die blonde Weltmeisterin stand ein paar Meter von ihm entfernt und beobachtete alles aus ihren grünen, ausdruckslosen Augen. Ihr Blick und Zanthes trafen sich, doch von ihrer Seite erfolgte keine Regung. Sie war im Grunde nichts als eine leere Hülle, ein Instrument für Nigel, um ein besseres Leben zu führen.
      „Ich habe dir gesagt“, ächzte der Werwolf und setzte einen Fuß nach vorn, erhob sich langsam, „ich gehe nicht ohne sie.“
      „Dann gehst du gar nicht.“

      „Pah! Ich bin dran!“ Voller Schwung zog der Kopftuchträger.
      Eine kalte Brise wehte über den Hang, auf dem Nigels Haus stand, hinweg. Für einen kurzen Moment flackerte ganz Ephemeria City im Hintergrund auf, als gäbe es ein Problem mit der Stromversorgung, doch erstrahlte gleich wieder in seinem üblichen Glanz.
      „Was war das?“
      „Irgendetwas Mächtiges ist erschienen“, antwortete Nigel auf Zanthes Frage hin. Doch auch er klang überrascht. „Das hat jedoch nichts mit uns zu tun.“
      Da war der Schwarzhaarige sich jedoch nicht so sicher. Wenn da draußen Ärger lauerte, war Anya garantiert nicht weit. Er grinste. Was nicht von langer Dauer war, als er sein Blatt aus drei Karten betrachtete. Zwei Monster, [Constellar Siat] und [Constellar Acubens] und der leider nutzlose Zauber [Constellar Tempest].
      Zanthe überlegte. Er könnte mit den beiden Monstern [Constellar Praesepe] rufen, der mit seinem Effekt auf stattliche 3400 Angriffspunkte kam. Doch Murciélago war im Kampf unbezwingbar, mehr noch, nahm Nigel nicht einmal Kampfschaden, wenn das Biest kämpfte.
      „So ein Mist.“ Er nahm eine seiner Karten und legte sie horizontal in seinen Duell-Handschuh ein. „Das hier verdeckt. Zugende!“
      In vergrößerter Form tauchte der Kartenrücken vor ihm auf. Es war nicht viel, aber vielleicht hielt es den Bullen wenigstens für den nächsten Zug auf. Wenn nicht war Zanthe verloren.

      [Zanthe: 300LP / Nigel: 3300LP]


      Wortlos zog Nigel auf, verzog ärgerlich das Gesicht. Also kein Monster. Oder zumindest keines, das er beschwören konnte. Der Werwolf wagte es aufzuatmen.
      „Ich setze diese Karte verdeckt“, nahm der Bärtige jene und schob sie in sein rotes D-Pad, woraufhin sie zu seinen Füßen auftauchte, „und greife dein Monster an! Catastrophe Rampage!“
      Der Bulle scharte mit dem Vorderhuf aus. Dann schoss er wie ein Pfeil auf Zanthe zu. In seinem Rausch zog er eine ganze Reihe an Blitzen hinter sich her. Zanthes verdeckte Karte wirbelte herum und offenbarte einen weißen Krieger mit orange leuchtenden Scherenhänden, welcher gnadenlos überrannt wurde.

      Constellar Acubens [ATK/800 DEF/2000 (4)]

      Zwar versuchte Zanthe dem Biest noch auszuweichen, doch selbst seine Werwolf-Reflexe waren nicht gut genug, so großer Geschwindigkeit zu trotzen: Er wurde frontal gerammt und schreiend in die Luft katapultiert.
      „Da du nur eine Karte kontrollierst, hat Murciélago diese durch seinen Effekt zerstört. Das stärkt ihn nur weiter.“
      Aus dem Nichts erschien der Bulle vor Nigel und vibrierte regelrecht vor Elektrizität.

      Murciélago The Thunderblade Bull [ATK/2000 → 3000 DEF/0 (9)]

      Zanthe gelang es, sich in der Luft zu fangen und zumindest aufrecht zu landen, wodurch er in die Hocke sank. „Urgh!“
      Er spürte kaum etwas. Als das Biest ihn getroffen hatte, war sein ganzer Körper taub geworden.
      „Du bist dran.“
      Der Werwolf biss die Zähne zusammen. Eine schwarze Strähne, welche sich durch sein verrutschtes Kopftuch gemogelt hatte, hing ihm im Gesicht. Schwankend erhob er sich und verfluchte diesen Stier. Der war jetzt schon so stark, dass er jedem Monster in seinem Deck trotzen konnte. Ihm musste etwas einfallen, das Ding loszuwerden!

      „Draw!“, rief der Werwolf aus und zog schwungvoll. Und die Karte, die ihm das Schicksal geschenkt hatte, nahm er dankbar an. „Ich aktiviere [Constellar Star Cradle]! Die lässt mich zwar in diesem Zug nicht angreifen, dafür erhalte ich zwei Constellare vom Friedhof. Besser gesagt eins, denn das zweite ist ein Xyz-Monster und geht daher ins Extradeck zurück!“
      Er suchte sich zwei Karten von seinem Friedhof und zeigte diese vor. Es waren [Constellar Kaus] und [Constellar Pleiades], wobei Letzterer wie angekündigt in den Extradeck-Schlitz geschoben wurde. Zwei goldene Symbole, eine Art Pfeil und ein siebenzackiger Stern, stiegen dabei von dem Handschuh in den Himmel auf.
      „Da ich noch [Constellar Siat] auf der Hand halte und du ein Monster kontrollierst, kann ich ihn als Spezialbeschwörung rufen! Dazu noch Kaus als Normalbeschwörung!“ Zwei kleine Schlüssel materialisierten sich in seiner freien Hand, genau zwischen den Fingern. Er schwang beide zur Seite aus. „Open a door to the Water-Bearer! [Constellar Siat]! Open a door to the Archer! [Constellar Kaus]!“
      Zeitgleich entstanden zwei Portale neben dem Werwolf, aus mehreren Kreisen mit astronomischen Symbolen darin geformt. Beide zerbrachen und gaben einen kleinen, weißen Jüngling preis, welcher einen im Vergleich zu ihm riesigen Wasserkrug trug sowie einen gleichfarbigen, bogenschießenden Zentaur.

      Constellar Siat [ATK/100 DEF/1600 (1)]
      Constellar Kaus [ATK/1800 DEF/700 (4)]

      „Ich benutze den Effekt von Kaus! Er erhöht seine Stufe um 1. Danach kommt gleich Siats Effekt, welcher die Stufe von Kaus kopiert! Los!“
      Sein Zentaur richtete seinen Bogen gen Nachthimmel und feuerte einen goldenen Pfeil ab, welcher kurz darauf im steilen Sinkflug auf ihn herab sauste und in ihm verschwand. Analog dazu begoss sich der kindliche Sternenkundler mit schimmerndem Wasser aus seinem Krug.

      Constellar Kaus [ATK/1800 DEF/700 (4 → 5)]
      Constellar Siat [ATK/100 DEF/1600 (1 → 5)]

      „Wenn ich dein Monster nicht im Kampf bezwingen kann, dann eben anders!“ Zanthe richtete den Arm nach vorne, in dessen Hand sich ein goldener Schlüssel von der Größe eines Schwertes manifestierte. Diesen lehnte er gegen seine Stirn. „Open a gate to the Sacred Star Knights! To the Overlay Network!“
      Seine Monster verwandelten sich in gelbe Lichtstrahlen, die der Schlüssel absorbierte. „Aus zwei Stufe 5-Lichtern wird ein gleißender Stern! Rang 5!“
      Mit voller Wucht rammte der Schwarzhaarige diesen in die Erde. Um ihn bildete sich ein weiteres Portal, viel größer als die aufrecht stehenden zuvor. „Xyz-Summon! [Constellar Pleiades]!“
      Der Runenzirkel um ihn herum zerbarst in tausend Teile. Pleiades stieg aus dem Nichts vor Zanthe empor – ein stolzer, weißer Krieger mit einer schwarzen Schildplatte auf dem Rücken, welcher seine massive Klinge vom Heft an falsch herum, nach unten gerichtet, hielt. Dabei wurde er von zwei Overlay Units umkreist. Dabei dachte Zanthe sich, dass er nicht riskieren konnte, Pleiades im Angriffsmodus zu lassen, wenn nur ein Angriff des Bullen ihn auslöschen konnte.

      Constellar Pleiades [ATK/2500 DEF/1500 {5} OLU: 2]

      Eine davon wurde in ihrer Kartenform sofort unter der von Pleiades aus Zanthes Handschuh-Duel Disk hervor gerissen und entschlossen von diesem vorgezeigt. „Den Effekt kennst du sicher noch. Dein Stier macht jetzt einen Abstecher zurück in dein Extradeck! Los!“
      Sogleich löste sich die gleißende Sphäre aus ihrer Umlaufbahn und wurde von Pleiades' Schwert absorbiert, welches jener in die Luft warf, richtig herum auffing und in einer 360°-Drehung eine Schockwelle in Richtung Murciélagos zu schleudern gedachte – und prompt in wahnwitzigem Tempo von den Füßen hin bis zum Kopf zu Stein erstarrte.

      Constellar Pleiades [ATK/2500 DEF/1500 {5} OLU: 2 → 1]

      Sprachlos starrte der Werwolf seine neue 'Statue' an. Und bemerkte erst jetzt, dass eine Fallenkarte aufrecht vor seinem Gegner stand. Jener sagte: „Daraus wird nichts. [Gorgon's Eye] negiert den Effekt aller Monster in Verteidigungsposition für einen Zug.“
      „Das gibt’s doch nicht“, hauchte Zanthe erschüttert. Er sah seine letzte Handkarte an, seinen dummerweise nutzlosen Zauber. Zornig biss er sich auf die Lippen. „Zug beendet!“
      Die oberste Schicht des Steins platzte von seinem Sternenkrieger ab, sodass dieser wieder freikam.

      „Draw Phase“, rief Nigel die seine förmlich gelangweilt aus und zog eine Karte, seine einzige auf dem Blatt, welche er auch sofort ausspielte, „ich beschwöre [Phantom Beast Wild-Horn]!“
      Ein zwei Meter großer, aufrecht gehender Elchkrieger mit leuchtendem Geweih, welcher mit einer Handaxt bewaffnet war, tauchte neben dem riesigen Donnerstier auf. Er begann in weißer Aura aufzuleuchten, ausgelöst durch [Phantom Beast Cross-Wing] auf dem Friedhof des bärtigen Managers von Claire Rosenburg.

      Phantom Beast Wild-Horn [ATK/1700 → 2000 DEF/0 (4)]

      Zanthe weitete die Augen. „Moment mal, dieses Ding-!?“
      „Fügt durchschlagenden Kampfschaden zu, wenn es ein Monster angreift. Los, greife [Constellar Pleiades] an“, befahl Nigel und schwang den Arm aus.
      Der Werwolf wich erschrocken zurück, während das Ungetüm angestampft kam. So sollte das alles nicht laufen. Trotzdem musste er sich zur Wehr setzen, denn wenn ihn dieser Angriff traf …
      „Pleiades' kann seinen Effekt auch im gegnerischen Zug benutzen!“ Unzufrieden riss Zanthe das letzte Xyz-Material unter diesem hervor und deutete auf den Elchmann. „Der geht zurück auf dein Blatt! Los!“
      Die letzte um Pleiades rotierende Lichtkugel verschwand in dessen Klinge, welche jener in einer kompletten Drehung einmal ausschwang. Eine Schockwelle wurde von jener losgelöst, die Wild-Horn erfasste und mitriss, bis dieser sich auflöste. Nigel nahm ihn von seinem D-Pad.

      Constellar Pleiades [ATK/2500 DEF/1500 {5} OLU: 1 → 0]

      „Eigentlich hatte ich mir das für den da aufgehoben“, murrte der Werwolf und nickte in Richtung des Bullen, der unruhig mit einem seiner Vorderläufe scharte.
      „Ich weiß“, sprach sein Gegenüber, „bedauerlich, dass du keine andere Wahl hattest.“
      „Bedauerlich, dass du keine andere Wahl hast, als sie zu unterdrücken“, giftete der Werwolf zurück und richtete sein Augenmerk auf Claire, die regungslos da stand. War sie wirklich so leer in ihrem Inneren, dass sie auf nichts reagierte?
      „Sie hat bekommen, wonach sie sich gesehnt hat. Ich sehe nichts Verwerfliches darin.“
      „Dann hast du ihr Gewissen wohl nicht automatisch übernommen. Ich weiß nicht, was damals geschehen ist, aber sie lebt inzwischen ein gutes Leben.“ Zanthe verschränkte die Arme. „Denkst du nicht, sie hat es verdient, das auszukosten?“
      „Hast du eine Ahnung, was geschieht, wenn ich ihre Emotionen reaktiviere?“
      „Du verlierst deine?“
      Der Mann nickte. „Unter anderem. Ich werde meine Familie nicht mehr lieben können. Und …“
      Aber weiter kam er nicht, da Zanthe ihn harsch unterbrach. „Ist das alles? Ganz oder gar nicht!? Gibt es nicht auch ein Dazwischen? Emotionen sind doch nichts, das es nur in geringen Mengen gibt!“
      „Willst du damit sagen, ich solle … sie teilen?“
      Die Miene des Werwolfs hellte sich auf. „Das wäre ein Kompromiss, oder nicht?“
      „Angriff auf [Constellar Pleiades], Murciélago. Catastrophe Rampage!“
      Und verzerrte sich zu einer entsetzten Fratze, als Nigel eiskalt den Vorschlag ignorierte.Der Bulle scharte noch einmal mit dem Vorderhuf aus, ehe er erneut mit wahnwitziger Geschwindigkeit auf Zanthe und dessen Sternenkundler zuraste und dabei brennende Spuren im Gras hinterließ. Letzterer wurde gnadenlos überrannt und auch wenn Zanthe mit einem Hechtsprung versuchte auszuweichen, wurde er von den überall um Murciélago einschlagenden Blitzen erfasst. „Gahhh!“
      Dampfend fiel er bäuchlings auf den Boden, das Ungetüm erschien aus dem Nichts vor seinem Herrn. Welcher sagte: „Da mein Monster eine Karte zerstört hat, erhält es 1000 Angriffspunkte.“
      Das zu Zöpfen gebundene Rückenfell ebenjenes flatterte regelrecht unter der Spannung und den Entladungen, die um seinen Körper umher schlugen. „End Phase.“

      Murciélago The Thunderblade Bull [ATK/3000 → 4000 DEF/0 (9)]

      Schwer atmend richtete sich der Kopftuchträger auf, dessen Glieder unangenehm taub waren. Diese Killermaschine wurde stärker und stärker, ohne, dass er sich effektiv zur Wehr setzen konnte. Wenn er weiterhin defensiv spielte, würde [Phantom Beast Wild-Horn] auf Nigels Hand kurzen Prozess mit ihm machen. Und eine effektive Offensive war nahezu ausgeschlossen, da das Biest unzerstörbar im Kampf war.
      Dieser Idiot, fluchte Zanthe innerlich. Begriff er denn nicht, was er seinem Schützling damit antat? Oder war es ihm am Ende gleich, weil er sein eigenes Wohl vorzog? Dann wäre er wirklich menschlich …
      „Draw“, rief Zanthe demotiviert aus und riss eine Karte von seinem Deck. Wenigstens war es eine halbwegs brauchbare. „Ich aktiviere [Double Spell]. Indem ich eine Zauberkarte wie [Constellar Tempest] abwerfe, kann [Double Spell] den Effekt eines Zaubers auf deinem Friedhof kopieren.“
      „Und welcher soll das sein?“
      „Wenn du schon so eine seltene Karte wie [Pot Of Greed] besitzt, hast du sicher nichts dagegen, wenn ich sie mir auch mal ausleihe! So funktioniert teilen!“ Zanthes Zauber klappte vor diesem auf, zeigte kurz das Original-Artwork zweier gegeneinander kämpfender Magier, ehe dieses sich veränderte und zu einem grünen Topf mit einem hässlichen Grinsen wurde. Jener drang aus der Karte hervor. „Damit ziehe ich zwei neue Karten!“
      Energisch stockte Zanthe sein Blatt auf, das Gefäß verschwand im Anschluss. Die beiden neuen Karten ließen die Augenbraue des Werwolfs hochfahren. „Hmm?“

      Es dauerte einen Moment, aber ihm kam eine interessante Idee. Doch bevor er sich zu früh freute, wollte er überprüfen, ob sie überhaupt funktionierte. Daher drückte er eine kleine Taste in seinem Duell-Handschuh ein, wodurch ein stilisierter Spielplan vor ihm auftat, mit dem aktuellen Stand der Dinge. Zanthe tippte auf Murciélagos Karte, die sich daraufhin vergrößerte und den halben Spielplan verdeckte. „Was sagt denn sein Effekt?“
      Und tatsächlich! Da war sie, die Schwachstelle, die er vermutet hatte. Mit einem Wisch seiner Hand verschwand das ganze Hologramm wieder. Er nahm eine Karte aus seinem Blatt und legte diese in seinen Handschuh ein. Danach griff er nach einem Schlüssel, der vor ihm in der Luft auftauchte.
      „Open a door to the Spiral!“ Jenen richtete er gen Himmel. „[Constellar Sombre]!“
      Über ihm entstand der typische Symbolkreis der Sternenkundler und zerbarst nach oben, um eine weiß leuchtende Gestalt freizugeben. Ihr Helm war mit goldenen Hörnern bespickt, der Rücken mit gezackten, blau leuchtenden Flügeln, die wie die eines Schmetterlings wirkten. Elegant glitt die Kriegerin hinab und landete vor ihrem Besitzer.

      Constellar Sombre [ATK/1550 DEF/1600 (4)]

      „Mit Sombres Effekt kann ich einen Constellar von meinem Friedhof verbannen, um einen anderen von dort zu erhalten und gleich aus meiner Hand zu rufen!“ Zanthe nahm [Constellar Siat] und [Constellar Kaus] von seinem Friedhof, ließ Ersteren in der Hosentasche verschwinden, nur um Kaus dann auszuspielen. „Open a door to the Archer!“
      Den neuen Schlüssel, der zwischenzeitlich in seiner Hand aufgetaucht war, ausschwingend, ließ Zanthe neben sich ein weiteres Portal zerbersten, aus dem der Bogenschütze auf vier Beinen zurückkehrte.

      Constellar Kaus [ATK/1800 DEF/700 (4)]

      „Zwei Seiten einer Medaille“, wiederholte Zanthe nachdenklich. „Du und Claire. Ihr werdet nie gleichzeitig wahrgenommen werden. Ist es das, was du denkst?“
      Nigel drehte sich zu seinem Haus um. „Ohne meine Illusionen wäre sie nie so weit gekommen. Und ich hätte ohne ihre Emotionen nie ein normales Leben führen können. Wir müssen zusammenarbeiten, weil wir ohneeinander nur halb sind. Das ist der Sinn meiner Metapher.“
      „Ich kenne da die ein oder andere, die besser passt. Aber“, sprach Zanthe und sah Claire mitleidig an, „zumindest bist du ehrlich. Was nichts daran ändert, dass ich die Augen nicht vor deinem Egoismus verschließen werde!“
      Ruckartig stieß er die Faust nach vorne aus. „Ich nutze Kaus' Effekt dieses Mal gleich zweimal, um die Stufen meiner beiden Monster zu verringern!“
      Überrascht von dieser Aktion sah der rothaarige Mann auf, als der Zentaur zwei Pfeile in die Luft schoss, die kurz darauf abwärts rauschten und in Sombre und ihm verschwanden.

      Constellar Sombre [ATK/1550 DEF/1600 (4 → 3)]
      Constellar Kaus [ATK/1800 DEF/700 (4 → 3)]

      Entschlossen öffnete Zanthe die Hand und ließ in ihr einen riesigen, goldenen Schlüssel erscheinen, den er gegen seine Stirn lehnte. „Open a gate to the Sacred Star Knights! To the Overlay Network!“
      Seine beiden Monster verwandelten sich daraufhin in gelbe Lichtsphären, die vom Schlüsselbart absorbiert wurden. „Aus zwei Stufe 3-Lichtern wird ein gleißender Stern! Rang 3!“
      Schreiend rammte er das Schwert vor sich in den Boden. „Xyz-Summon! [Constellar Hyades]!“
      Der Schlüssel wurde von der Erde förmlich verschluckt, öffnete aber im Gegenzug einen weiteren Runenzirkel. Wie durch einen Aufzug kam aus diesem ein Krieger in weiß-goldener Rüstung nach oben gefahren. Die zwei Klingen in seinen Händen zeigten nach unten, wobei rot glühende Ringe am Schwertknauf befestigt waren. Der goldene Helm war ebenfalls mit Hörnern bestückt. Um Hyades kreisten zwei Lichtsphären.

      Constellar Hyades [ATK/1900 DEF/1100 {3} OLU: 2]

      Zanthe riss derweil schon ein Xyz-Material unter seinem Monster hervor. „Ich benutze Hyades' Effekt auch gleich, um dein Monster in den Verteidigungsmodus zu zwingen!“
      Jener überkreuzte seine beiden Klingen, absorbierte in dieser Haltung eine der Lichtkugeln und schwang seine Waffen im Anschluss weit aus, um ein grelles X in Richtung des riesigen Donnerstiers zu schleudern. Jener wurde am Kopf getroffen und von den Beinen gerissen, landete rutschend auf der Seite vor seinem erschrockenen Meister.

      Constellar Hyades [ATK/1900 DEF/1100 {3} OLU: 2 → 1]
      Murciélago The Thunderblade Bull [ATK/4000 DEF/0 (9)]

      „Mach sie wieder zum Mensch“, forderte der Werwolf, während er seine letzte Karte in seinen Handschuh einlegte, „bitte!“
      Nigel sagte nichts, sondern sah nur herüber zu seinem Schützling, welcher in seiner apathischen Haltung da stand und keinen Mucks von sich gab. Dann richtete er sein Augenmerk auf Zanthe. Und der Blick verdüsterte sich.
      Jener rief indes: „Ich aktiviere jetzt den mächtigsten Zauber der Constellar! [Constellar's Ultimate Magic – VRANO METRIA]!“
      Welche entgegen des Namens des Ausrüstungszaubers Urano Metria ausgesprochen wurde. Wie von Zauberhand wurde Hyades in die Luft gehoben, ein Ring aus insgesamt zwölf Symbolen tauchte um seine Hüfte herum auf. Es waren die Sternzeichen.
      „Urano Metria ist eine besondere Karte“, erklärte Zanthe, „denn je nachdem, wie viele Overlay Units das Ziel übrig hat, rüstet sie weitere Zauber von meinem Deck an es aus.“
      Die um Hyades kreisende Lichtsphäre begann grell zu leuchten. „Eine hab ich zum Glück noch und das reicht auch! Ich aktiviere von meinem Deck [Stoic Challenge]!“
      Jene wurde von Zanthes Handschuh ausgeworfen und sofort aktiviert. Was dafür sorgte, dass der Sternenkrieger selbst aufzuleuchten begann, in grellem Gold.

      Constellar Hyades [ATK/1900 → 2500 DEF/1100 {3} OLU: 1]

      „Neben einem 600-Punkte-Boost für jede Overlay Unit fügt Hyades auch noch doppelten Kampfschaden zu“, erklärte er, „was ihn jedoch am Ende des Zuges sein Leben kostet.“
      Nigel kommentierte: „Jede Macht hat ihren Preis.“
      „Richtig. Aber nicht jeder ist gerechtfertigt für das, was man bekommt“, kam die passende Antwort.
      „Hartnäckig … Du willst wissen, was geschieht, wenn ich ihr zurückgebe, was sie nie wollte!?“ Zornig funkelte Claires Manager seinen Gegner an. „Dann soll dein Wunsch in Erfüllung gehen!“
      Das Gras unter ihren Füßen wippte in einer sanften Brise hin und her. Es wurde verdächtig still. Erwartungsvoll betrachtete Zanthe Claire, die wie eingefroren da stand. Schlagartig packte sie mit beiden Händen ihren Kopf und begann wie am Spieß zu schreien.
      „Was!?“, stieß der Werwolf hervor. „Was ist mit ihr!?“
      „Sie erträgt es nicht“, rief Nigel über den manischen Schreien seines Schützlings hinweg, welcher sich vor beugte, die Finger im Haar verkrampfte. „Wer so lange ohne eigene Emotionen existiert, wird wahnsinnig, wenn er sie so plötzlich zurückerhält. Willst du ihr das wirklich antun?“
      „N-nein, aber-“

      „Beruhige dich doch.“
      Nigel stieß einen überraschten Laut aus. Hinter Claire tauchte schlagartig eine größere, drahtige Gestalt auf und berührte sie sanft an den Schultern, was deren Qual jedoch nur zu verstärken schien. Die Blonde stolperte nach vorn.
      Exa, der seinen Tarnzauber beendet hatte, streckte die Hand nach ihr aus. „H-hey.“
      „Wer bist du!?“, fauchte Nigel den unerwarteten Neuankömmling an.
      „Kümmere dich um sie“, wies Zanthe seinen Freund geistesgegenwärtig an, „ich beende das jetzt!“
      Der Blonde im karierten Holzfällerhemd nickte und hob den Daumen. „Alles klar!“

      Zanthe schwang den Arm aus. „Auch wenn ich Claire helfen will, bin ich auch wegen Anya hier. Es tut mir leid, aber ich muss dein Hüterartefakt an mich nehmen!“
      Er kniff zerrissen die Augen zusammen. Ein ehemaliger Hüter, der seinesgleichen bekämpfte. Aber Freundschaften hatten Priorität. Zanthe lächelte. Ja, so einer war er wohl … stellte das Leben seiner Freundin über die Sicherheit des Planeten. Dumm …
      „Angriff auf Murciélago, [Constellar Hyades]! Red Star Raid!“

      „Geh weg!“, fauchte Claire plötzlich, als Exa wieder nach ihr greifen wollte. Sie wirbelte mit ausgestrecktem, linken Arm zu ihm herum, was jener überrascht zur Kenntnis nahm und zurückwich. Doch was er nicht kommen sah, war die gezackte Klinge, die dabei in ihrer Hand auftauchte und wie ein Leuchtfeuer in der Dunkelheit strahlte.
      Zanthe hingegen bemerkte die Waffe sofort. Er rief noch: „Exa, pass' auf!“
      Doch es war zu spät. Wie ein Berserker stach Claire in die Richtung des nur einen Augenblick unaufmerksamen jungen Mannes und durchbohrte seine Brust mit dem Schwert.
      „Exa! Nein!“, schrie Zanthe aus vollen Lungen, als er mit ansah, wie dessen Mund sich öffnete und er seinem Freund einen verwirrten Blick schenkte, als wüsste er gar nicht, was eben geschehen war.
      Selbst Nigel gab einen überraschten Laut von sich.

      Nebenbei führte [Constellar Hyades] seinen Angriff aus, indem er wie ein Pfeil nach vorne schoss.

      ~-~-~


      Mit all ihrer Kraft stützte sich Zed in dem riesigen, leeren Hangar mit ihren Händen vom Boden ab. Das schwarze Haar der Undying fiel ihr dabei über Schultern und Rücken, war durcheinander geraten von der vernichtenden Attacke des Ungetüms auf Matts Spielfeldseite.
      „So leicht … wirst du mich nicht besiegen … Matthew Summers … niemals!“
      Keuchend erhob sich die Frau, deren weiße Robe sichtbare Schäden davongetragen hatte.
      „Es tut mir leid“, murmelte der Dämonenjäger aufrichtig, welcher mit ansah, wie sie sich zurück zu ihrer ursprünglichen Position in der Mitte des Hangars schleppte.

      Über ihm verharrte das riesige, dunkle Wesen, dessen Unterleib aus neun Drachenköpfen bestand, die wie Wurzeln in alle Richtungen wuchsen. Deren Enden waren um den Lendenbereich des humanoiden Torsos gewunden, der nicht nur schwarz wie die Nacht war, sondern auch sämtliche Merkmale eines Gesichts an seinem Kopf vermissen ließ.

      Primalswarm Yggdrasil [ATK/3050 DEF/1650 {12} OLU: 0]

      Von der schwarzen, an manchen Stellen immer mal wieder violett schimmernden Haut, zogen sich hier und da dünne Fäden ins Nichts.
      „Hmm. Yggdrasils Effekt kostet mich meine Battle Phase.“ Matt nahm zwei seiner drei Handkarten und legte sie in sein neues, schwarzes D-Pad ein. „Deshalb setze ich die hier und gebe ab.“
      Zischend materialisierten sie sich vor ihm auf dem Spielfeld.

      [Matt: 4000LP / Zed: 50LP]


      Nur noch ein Zug, ein winziger Treffer und Zed war besiegt. Doch würde das reichen, um sich genug Zeit für das Öffnen eines Portals zu verschaffen? Er hatte so etwas noch nie getan. Und was war mit dem Schwert Ragnarok, wegen dem er gekommen war? Die Waffe, die selbst den Sammler angeblich zur Strecke bringen konnte? Jetzt abzuhauen hieße mit leeren Händen zurückzukehren, das Ding war noch hinter diesem Thron eingeschlossen.
      „Verdammt!“, fluchte er leise. Wieder einmal war etwas, das er angepackt hatte, gründlich schief gelaufen.

      Zed kicherte bitterböse, als sie endlich ihre ursprüngliche Position eingenommen hatte. „Es gibt keinen Ausweg für dich. Ich ziehe!“
      Schwungvoll fügte sie ihrer Hand eine vierte Karte hinzu, nahm kurzerhand eine andere aus dem Blatt hervor und schob sie in ihre sichelförmige, silberne Duel Disk. „Ich aktiviere [Aura Rejuvenation], da mein Leben unter 1000 Punkten liegt. Damit stelle ich nicht nur den Ursprungszustand wieder her, sondern erschaffe gleichzeitig auch noch drei Aura-Spielmarken.“
      „Ursprungszustand?“, wiederholte Matt verwirrt.
      Doch er begriff mit Schrecken, was sie meinte, als eine goldene Präsenz um die Undying herum zu glühen begann. Ihre zerschlissene, weiße Robe wurde wie von Zauberhand zusammengeflickt, bis nicht ein Riss mehr darin zu sehen war. Das prächtige, lange Haar flatterte wild durch die Luft und legte sich angenehm glatt wieder über ihren Rücken. Und ihre hohe, die Augen verdeckende Maske, welche von Sprüngen übersät war, fügte sich zusammen, als wäre nie etwas geschehen. Dann schossen drei weiße Lichtkugeln aus Zeds Leib und positionierten sich wie kleine Flammen vor ihr.

      [Matt: 4000LP / Zed: 50LP → 4000LP]


      „Soul Aura“-Spielmarke x3 [ATK/0 DEF/0 (1)]

      „D-das ist doch ein schlechter Scherz“, stammelte Matt leichenblass. „All die Mühen umsonst!?“
      „Du vergisst, wen du vor dir hast“, belehrte seine Gegnerin ihn mit einem genüsslichen Grinsen auf den roten Lippen, „die Undying werden nicht vor einem Menschen wie dir in die Knie gehen, egal welcher Kräfte du dich bedienst!“
      Matt keuchte, als die Schwarzhaarige ihren Arm ausschwang. „Ich opfere zwei meiner Auren, um dieses hier als Tributbeschwörung zu rufen: [Demigod Of Blooming Nature, Cernnua]! Und da beide Tribute Spielmarken waren, darf ich dank seines Effekts sofort zwei Karten ziehen!“
      Buntes Gras spross vor der Undying aus dem Boden. In seinem Wachstum bewegte es sich immer weiter, bis ersichtlich wurde, woran das lag. Von unten nach oben wurden Hufe sichtbar, die zu dem schlanken Körper eines riesigen, eleganten Hirsches gehörten. An seinem prächtigen Geweih hingen Trauerweidenzweige, die im starken Kontrast zum silbernen Fell der Kreatur standen. Aus strahlend blauen Augen betrachtete diese den beeindruckten Matt.

      Demigod Of Blooming Nature, Cernnua [ATK/2400 DEF/2500 (10)]

      „Da wieder ein Demigod als Tributbeschwörung gerufen wurde, erhält [Advent Of The Demigods] eine weitere Zählmarke“, erklärte Zed derweil.
      Jene vor ihr aufrecht stehende Karte hatte Matt komplett ausgeblendet. Um die kreiste bereits eine kleine, weiße Flamme, die sich kurzerhand teilte.

      Advent Of The Demigods [Zählmarken: 1 → 2]

      Die Undying nahm eine weitere Karte aus ihrem Blatt und schob sie in ihre Sichel-Disk. „Nun statte ich mein Monster mit dem Ausrüstungszauber [Mark Of The Maker] aus, was nur bei Monstern der Stufe 10 oder höher möglich ist. Damit erhält es 500 Angriffspunkte.“
      Ein kompliziertes Symbol aus ineinander verlaufenden Kreisen, die zusammen eine Art Rose zeichneten, tauchte auf der Stirn des Hirsches auf. Rötlich leuchtend, begann es zu pulsieren.

      Demigod Of Blooming Nature, Cernnua [ATK/2400 → 2900 DEF/2500 (10)]

      „Indem ich die letzte 'Soul Aura' opfere, aktiviert ich den Effekt von [Demigod Of Blooming Nature, Cernnua]! Das verdoppelt bis zum Ende des Zuges seine Angriffspunkte!“
      Matt wurde aus seiner Faszination gerissen und weitete die Augen, als die letzte weiße Flamme in dem Hirsch verschwand und ihn in eine grüne Aura tauchte. An den Spitzen dessen Geweihs bildeten sich erst kleine Knospen, die sich zu prächtigen, weißen Blüten öffneten.

      Demigod Of Blooming Nature, Cernnua [ATK/2900 → 5800 DEF/2500 (10)]

      „Stell dich deinem Untergang!“, verkündete Zed und schwang den Arm aus. „Angriff!“
      Zuerst wunderte sich Matt, warum Zed von Untergang sprach, wenn [Primalswarm Yggdrasil] den Großteil des Angriffs abfangen konnte. Dann aber fiel ihm ein, dass jener nicht das einzige Monster war, das er kontrollierte – da war noch [Evilswarm Thunderbird]! Neben dem riesigen Ungetüm geriet der düstere Vogel mit den dornenbesetzten Tentakeln an der Stirn fast in Vergessenheit.

      Evilswarm Thunderbird [ATK/1650 DEF/1050 (4)]

      Der Hirsch legte den Kopf in den Nacken, sein Geweih begann in goldenem Licht zu erstrahlen.
      „So leicht wird das nicht! Permanente Falle aktivieren, [Infestation Infection]! Damit kann ich einen Schwärmer vom Feld ins Deck zurückschicken, um von dort einen anderen aufs Blatt zu bekommen!“ Matts Karte sprang rechtzeitig auf und tauchte den Vogel in einen finsteren Nebel, bis jener sich mit diesem vermischte und verschwand. „Ich wähle [Evilswarm Kerykeion]!“
      Noch während Matts D-Pad die genannte Karte ausspuckte, feuerte Cernnua von seinem Geweih ein ganzes Dutzend Lichtstrahlen ab.
      „Hmpf! Dann ist [Primalswarm Yggdrasil] das Ziel!“
      Wie von einem Regensturm wurde das riesige, schwarze Unwesen mit den neun Drachenköpfen am Unterleib getroffen und ging in zahllosen Explosionen unter. Matt hielt sich den Arm vors Gesicht, wurde von den Druckwellen regelrecht weggedrückt. „Urgh!“
      Schließlich wurde der Gegenwind zu stark und riss den Dämonenjäger von den Füßen. „Ahh!“

      [Matt: 4000LP → 1250LP / Zed: 4000LP]


      Hart schlug der Schwarzhaarige auf dem metallischen Boden auf und schrie schmerzerfüllt.
      Doch auch Zed stieß einen überraschten Laut aus. Denn als der Rauch der Explosionen sich lichtete, thronte Yggdrasil unversehrt mit verschränkten Armen über Matt.
      Jener presste mühsam hervor: „Überrascht? Inkarnationen können nur durch Xyz-Monster im Kampf besiegt werden. Als weise Undying solltest du das wissen.“
      „Willst du mich beleidigen, Matthew Summers? Natürlich verfüge ich über diese Informationen.“
      „Sah mir gerade eher nicht danach aus“, stichelte der jedoch belustigt und richtete sich auf, hielt sich den linken Arm, der den Aufprall am härtesten zu spüren bekommen hatte, zum Glück aber nicht gebrochen war. „Au!“
      „Erfreue dich an deinem Hochmut, solange du noch kannst. Ich beende meinen Zug.“
      Die Blüten an Cernnuas Geweih verwelkten und fielen wie Herbstlaub zu Boden.

      Demigod Of Blooming Nature, Cernnua [ATK/5800 → 2900 DEF/2500 (10)]

      „Mein Zug, Draw!“, verkündete Matt in einem derart forschen Tonfall, dass jener glatt von Anya hätte stammen können. Schwungvoll zog er auf und betrachtete sein Blatt. Doch nur für einen kurzen Augenblick, denn wieder zog der Demigod seine Aufmerksamkeit auf sich.
      Matt konnte es nicht beschreiben, aber irgendetwas erschien ihm seltsam an dessen Erscheinung. Diese Augen, so lebendig, so ausdrucksvoll. Ein Blick, der keinen Konflikt wünschte, aber dazu gezwungen wurde.
      Der Dämonenjäger schüttelte den Kopf. Was war mit ihm los, das war doch Unsinn!
      „Zuerst der Effekt von Yggdrasil, mit dem ich sofort ein Monster von meinem Deck als Overlay Unit an ihn anhängen kann! Ich nehme [Evilswarm Heliotrope]! Black Law!“
      Seine riesige Kreatur streckte den linken Arm aus, über der eine schwarze Sphäre entstand, die um sie zu kreisen begann.

      Primalswarm Yggdrasil [ATK/3050 DEF/1650 {12} OLU: 0 → 1]

      „Normalbeschwörung, [Evilswarm Kerykeion]!“, setzte Matt seinen Zug umgehend fort.
      Eine schwarze, engelsgleiche Gestalt tauchte vor Matt auf. Sie stieg mit gespreizten Schwingen in die Höhe und hielt dabei an einem großen Stab fest, um den zwei goldene Linien gewunden waren.

      Evilswarm Kerykeion [ATK/1600 DEF/1550 (4)]

      Violett-schwarzer Nebel bildete sich ohne Vorankündigung am Boden unter dem beflügelten Wesen, das mit dem Stab darauf deutete. „Kerykeion hat einen besonderen Effekt, mit dem ich einen Schwärmer vom Friedhof verbannen kann, um einen anderen von dort zu erhalten.“
      Matt zeigte bereits [Evilswarm Bahamuts] Karte vor und verstaute sie in der Innentasche seines Ledermantels, ehe sich ein vierbeiniger Mech aus dem Nebel erhob, halb weiß, halb schwarz.
      „Mit Kerykeions zweitem Effekt kann ich das erhaltene Monster auch sofort beschwören. Da [Evilswarm Golem] jedoch ein 5-Sterne-Monster ist, muss ich Kerykeion als Tribut anbieten.“
      Jener löste sich in blauem Licht auf und machte der metallischen, schlanken Gestalt Platz, deren schwarze Hälfte organisch, besser gesagt insektoid war. So wirkte er in seiner Haltung wie ein Grashüpfer.

      Evilswarm Golem [ATK/2150 DEF/1250 (5)]

      „Golem hat auch einen besonderen Effekt, den ich dir nicht vorenthalten möchte.“
      Ein roter Lichtpunkt tauchte plötzlich auf der Stirn des Hirsches auf, direkt in der Mitte des göttlichen Symbols. Er ging vom einzelnen Auge des Mechs aus.
      „Sofern es nicht gerade ein Finsternis-Monster ist, kann [Evilswarm Golem] das Ziel sofort zerstören, wenn es mehr als vier Stufensterne besitzt.“ Matt grinste verschlagen. „Ich mag vielleicht vom Pech verfolgt sein, aber duellieren kann ich mich ganz gut, schätze ich! Los!“
      Schon stieß die insektoide Maschine einen Laserstrahl aus dem Auge aus, welcher Cernnua glatt den Kopf wegfegte. Tränen rannen dabei aus seinen Augen. Matt bemerkte dies nicht, zu abgelenkt war er davon, dass das magische Wappen an Cernnuas Stirn nicht mit dem fallenden Gott verschwand, sondern sich in eine aufrechte Position begab.
      Zed war es, die höhnisch lachte. „Wie berechenbar.“
      „W-was wird das?“
      Die diversen Kreise, aus denen das Muster bestand, bewegten sich von dessen Mitte weg, während sie wuchsen und wuchsen. So wurde das Gebilde bald größer als Zed. In jedem der mindestens zwanzig Zirkel flackerte ein fremdartiger Buchstabe auf. Nur in der Mitte, dort flackerte ein kompliziertes Strichsymbol.
      „Wird ein mit [Mark Of The Maker] ausgerüstetes Monster von meinem Gegner zerstört, beendet dieser Zauber sofort seinen Zug.“
      „Was!?“
      „Aber das ist nicht alles. Auch alle Monster meines Gegners werden dabei vernichtet.“ Zed reckte den Kopf hoch. „Das ist die Strafe Gottes dafür, seine Schöpfung entweiht zu haben!“
      „Ah!“ Matt weitete die Augen, als alle Kreise zeitgleich wieder ineinander huschten und einen einzigen ergaben, aus dem ein gewaltiger, hellblauer Lichtstrahl geschossen kam. „Du willst es echt wissen, was!? Nicht mit mir! Verdeckter Schnellzauber, [Infestation Pandemic], schütze meine Monster!“
      Seine zweite gesetzte Karte sprang auf, wodurch sich beide Schwärmer komplett in finstere Partikel hüllten. Als sie von dem Lichtstrahl erfasst wurden, konnte dieser zwar diese zusätzliche Schicht zerfetzen, doch nicht die beiden Monster an sich. Matt atmete erleichtert durch und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Phew, das war knapp. Du bist gut darin, den Spieß umzudrehen.“

      Zed begann leise zu lachen.
      „Was ist?“, fragte Matt irritiert. „Das war ein Kompliment.“
      „Du rügst mich, nichts über die Immateriellen und ihre Inkarnationen zu wissen und siehst nicht einmal das Offensichtliche?“
      Jener verkrampfte. „Wovon redet sie …? … W-was? Sag nicht-!“
      Wie gelähmt starrte er die leere Stelle an, wo der Hirsch aufgeschlagen und verschwunden war. Seine Lippen bebten. „D-das sind … das waren … deine Monster, sie …“
      „Sind Immaterielle, ja.“
      Erstarrt wie er war, blickte Matt zu Zed auf. „Wie … wie ist das möglich?“
      „Aus welchem Grund sollte es nicht möglich sein? Es ist dasselbe Prinzip wie bei Anya Bauer und Levrier. Nur dass ich eine ganze Armee von Immateriellen kommandiere.“
      „Warum!?“, fauchte der Dämonenjäger und schwang dabei den Arm aus. „Das sind Lebewesen! Du kannst sie doch nicht einfach in Karten sperren!“
      Doch die Undying lachte weiter kalt und grausam. „Sie dienen einem höheren Zweck und das wissen sie. Niemand hat sie gezwungen. Alles geschieht freiwillig. Die Immateriellen leihen mir ihre Kräfte.“
      „Du als Undying brauchst die Kräfte von Immateriellen?“, fragte Matt ungläubig.
      „Nein, für gewöhnlich nicht. Im Gegenteil. Ihr Dasein ist konträr zur ewigen Ordnung.“

      Was meinte sie damit? Matt begann sich zu fragen, was genau die ewige Ordnung überhaupt sein sollte. Bisher waren sie alle davon ausgegangen, dass es ein Regelwerk der Undying war, um die Welt in gut und böse einzuteilen. Doch was hatten die Immateriellen damit zu tun?

      „Dein hilfloser Gesichtsausdruck ist Beweis dafür, dass du gar nichts weißt, Matthew Summers. Die Äthergeister sind dir ein vollkommenes Rätsel und da wagst du es, mich belehren zu wollen? Absurd.“ Die schwarzhaarige Undying lachte auf.
      Matt hingegen wurde aus seinen Gedanken gerissen. „Äther? Das ist doch nur einer von vielen Begriffen für die Macht, die Dämonen und übernatürliche Phänomene besitzen. Es ist nicht einmal erwiesen-“
      „Es ist die korrekte Bezeichnung für die Kraft, die alles ausmacht.“
      In Ermangelung einer klügeren Reaktion fragte Matt leise: „Was ist die ewige Ordnung?“
      „Du amüsierst mich. Die ewige Ordnung“, antwortete Zed ihm und verlor all ihren Hohn dabei, „ist den Ätherstrom so fließen zu lassen, wie es vorherbestimmt ist. Keine Änderung seiner Richtung zuzulassen. Und Immaterielle besitzen genau diese Kraft, denn sie sind nicht Teil des Ätherstroms.“
      Matt öffnete den Mund, aber sein Gegenüber kam ihm zuvor.
      „Du begreifst es nicht? Der Ätherstrom ist nichts anderes als die Zukunft.“
      „Dem Schicksal einen neuen Pfad hinzufügen … verändert den Ätherstrom?“
      Zed nickte.

      „Möchtest du es sehen?“, fragte sie plötzlich und griff nach ihrer Sichel-Disk. „Ich zeige es dir!“
      Das Dröhnen einer Maschine erklang. Matt wirbelte erschrocken herum und stellte fest, dass das Tor des Hangars, vor dem er sich duellierte, langsam seine Pforten öffnete. Die Kinnlade des jungen Mannes klappte herunter, als er sah, was sich hinter den zwei zur Seite schiebenden Toren befand.
      Das All. Ein Meer aus Sternen … das Versteck der Undying befand sich im Weltraum! Aber nicht das war es, was den jungen Mann so faszinierte. Es war dieser riesige, hellblaue Strom, der gut sichtbar an der Basis vorbei zog. Wie ein Kometenschweif.
      „Siehe, was Leben wirklich ist“, hörte er Zed hinter sich sagen.
      Seine Füße waren schwer wie Blei, als Matt sich in Bewegung setzte und zu der Schleuse ging, die dank eines aus dutzenden sechseckigen Waben bestehenden Kraftfelds immer noch abgeriegelt war. Als er jene erreichte, bemerkte er erst, dass der Ätherstrom weder Anfang noch Ende zu kennen schien. Aber er bewegte sich. In seinem schönen, geraden Verlauf leuchteten hin und wieder weiße Stellen auf, manchmal aber auch lösten sich einzelne Stränge auf oder färbten sich kurzzeitig schwarz. In seiner Mitte jedoch gab es schwarze Stränge, die ihre Farbe konstant beibehielten.
      Fassungslos drehte Matt sich um. „Ist das … wirklich 'Leben'?“
      Zed nickte. „Das ist, war wir als Undying beschützen. Der Strom darf nur in Ausnahmefällen verändert werden und das nur von den Undying.“
      „Kann … kann dieses Ding denn beschädigt werden?“, kam die nächste Frage eher plump daher.
      „Nichts kann sich dem Ätherstrom nähern. Was ihn berührt, vergeht, unabhängig davon, woraus es gemacht ist.“

      Zed griff nach ihrem Deck. „Ich zeige dir noch etwas. Das, was geschieht, -wenn- Einfluss auf den Ätherstrom gewirkt wird. Ich ziehe!“
      Matt spürte es sofort, ein grauenhaftes Stechen in seiner Brust, das ihn beinahe in die Knie zwang. Das gesamte Deck seiner Gegnerin leuchtete, als diese schwungvoll zog. „Sieh hin!“
      Der Aufforderung folgend, blickte Matt über die Schulter und erschrak. Ein dünner, roter Blitz schoss durch den Äther, ein einzelner Faden, der für einen Moment sichtbar blieb. Dann spaltete sich der Fluss vor seinen Augen. Und während die eine Hälfte von der Station wegbog und verging, wuchs die andere Hälfte an und floss ungehindert weiter, bis die ungefähre Form des Originals wiederhergestellt war.
      „Das ist die Macht der Immateriellen, 'dem Schicksal einen neuen Pfad hinzuzufügen'.“ Zed schnippte, die Schleuse schloss sich langsam.
      Womit Matt sich wieder aufrichtete, sprachlos von dem, was er erfahren und gesehen hatte. Als er wieder zu seinem alten Platz zurückkehrte, merkte er, dass sich seine Beine nun weich wie Pudding anfühlten.
      „Genug der Erklärungen“, sprach Zed streng und streckte die Hand aus, „ich benutze den Effekt von [Advent Of The Demigods] und schicke diesen Zauber auf den Friedhof, um meiner Hand genauso viele Demigods hinzuzufügen, wie Zähler auf ihm lagen.“
      Zwei Karten schoben sich aus Zeds Deck, welche jene aufnahm und damit insgesamt sechs in den Händen hielt. „Meine Wahl fiel auf [Demigod Of Eternal Winter, Northgrimm] und [Demigod Of Purging Fire, Efreet].“
      „Mehr Tributmonster?“ Matt schwante Böses.
      Was dann jedoch kam, damit hätte ier m Leben nicht gerechnet. Zed zeigte eine einzelne Karte vor, deren obere Hälfte orange-braun wie die eines Effektmonsters, die untere jedoch grün wie die eines Zaubers war. Ein Pendelmonster!
      „Siehe, welchen Pfad ich mit der Macht der Immateriellen erschaffen habe!“, rief Zed aus und hielt die Karte in die Höhe. „Ich aktiviere [The G.O.D. Pendulum]! Pendulum Scales set!“
      „Huh!?“, platzte es aus Matt heraus, der noch nicht ganz auf der Höhe war. „Moment, braucht man für einen vollständigen Pendelbereich nicht zwei Monster!?“
      Eine einzelne blaue Lichtsäule schoss hinter Zed aus dem Boden. Matt weitete beim Anblick des Wesens, das in ihr empor stieg, die Augen. Das Grundgerüst bildete ein einzelnes Zahnrad, an dem eine komplizierte Apparatur bestehend aus Rohren, Kesseln und anderen Behältnissen hing, aus denen kontinuierlich Dampf ausgestoßen wurde.
      „Das ist wahr“, antwortete Zed derweil auf Matts Frage, „wenn jedoch keine weitere Karte in meinen Pendelzonen liegt, besetzt [The G.O.D. Pendulum] beide.“
      Über dem flach liegenden, sich drehendem Zahnrad befand sich eine weitere Plattform, auf der ein riesiger Thron stand. Dort saß eine mechanische Kreatur, deren unglaublich lange Arme zu beiden Seiten ausgestreckt waren. In den goldenen Händen hielt sie zwei Pendel, aus blauem und rotem Kristall bestehend. Eines drehte sich im, das andere entgegen dem Uhrzeigersinn.
      „Aber selbst wenn es beide Pendelzonen benutzt, nützt das doch nichts!“, protestierte Matt. „Da man unterschiedliche Pendelwerte braucht, um-“
      „Verstehst du es nicht? Genau das zeichnet [The G.O.D. Pendulum] aus.“ Zed lachte arrogant. „Der blaue Pendelbereich ist 0, der rote dagegen 13. Abhängig davon, in welcher Zone mein Monster liegt, wird der entsprechende Wert aktiviert.“
      Matt begriff endlich, als die Gottheit ihren Höhepunkt am Dach des Hangars erreicht hatte. Von ihren schwingenden Pendeln strahlten blaue Lichtkegel hinab neben Zed.
      „Und da es theoretisch in beiden liegt …“, schloss der Dämonenjäger leise.

      <0> Zeds Pendelbereich <13>


      „So ist es. Mit nur einer Karte kann ich eine Pendelbeschwörung durchführen. Schwinge bis in alle Ewigkeit, Pendulum!““
      Zed streckte den Arm in die Höhe, wo ihre mechanische Kreatur verharrte. Das Zahnrad in ihrer Mitte begann sich schneller und schneller zu drehen, genau wie die Pendel in ihren Händen. Fast wirkte das humanoide Wesen auf dem Thron wie ein schwarzer Ritter, der schlief, während er die Pendel hielt. Und erwachte, als er den Kopf anhob.
      Unterhalb seines mechanischen Unterleibs öffnete sich ein Portal, um das sich dutzende Lichtellipsen schlossen.
      „Verdammt!“, fluchte Matt nervös.
      „Pendulum Summon!“, donnerte Zed dagegen und fuhr mit den fünf Karten ihrer Hand über ihre Sichel-Disk, um eine nach der anderen dort abzulegen. „Aus meiner Hand beschwöre ich die Demigods Efreet, Northgrimm, Bismarck, Luminez und Dremorah!“
      Voller Schrecken beobachtete Matt, wie ganze fünf rote Lichtstrahlen unterhalb des Gottes hinab zu Zeds Füßen schossen und sich eine Kreatur nach der anderen erhob. Zuerst ein aufrecht stehender, weißer Mannseber mit gewaltigen, schwarzen Klauen und Hörnern, daneben ein bis zur Decke reichender Riese, bewaffnet mit einer doppelköpfigen Axt. Der Bart des an einen Wikinger erinnernden Kriegers reichte sogar bis zum Boden. In der Mitte folgte ein weißer, fliegender Pottwal, ziemlich flach, dafür aber mit blauen Edelsteinen am Rücken bestückt. Besonderes Augenmerk verdienten aber die beiden Göttinnen neben ihm, eine engelsgleich mit acht weißen Flügeln, über deren Kopf eine grelle Sphäre schwebte und eine mit sechs ledrig-schwarzen Fledermausschwingen, in deren nackten Bauch ein schwarzes Loch prangerte. Beide waren nur dürftig durch weiße beziehungsweise schwarze Ledergurte an den wichtigsten Stellen bedeckt.

      Demigod Of Purging Fire, Efreet [ATK/2900 DEF/2300 (10)]
      Demigod Of Eternal Winter, Northgrimm [ATK/3000 DEF/2500 (10)]
      Demigod Of Ravaging Sea, Bismarck [ATK/2800 DEF/2200 (10)]
      Demigod Of Stellar Glow, Luminez [ATK/2700 DEF/2700 (10)]
      Demigod Of Crawling Darkness, Dremorah [ATK/2700 DEF/2700 (10)]

      Beim Anblick der fünf Halbgötter konnte der Dämonenjäger nur noch schlucken und einen Schritt zurück stolpern. „Das ist doch nicht wahr, oder?“
      „Dies ist die Realität. Und sie wird noch grausamer sein, als du es dir vorstellen kannst. Ich aktiviere den letzten Effekt von [Advent Of The Demigods] von meinem Friedhof und verbanne diese Karte, um die Werte meiner Monster um 400 zu erhöhen!“
      „Was!?“
      Die Augen eines Gottes nach dem andere, mit Ausnahme des gesichtslosen Bismarck, begannen so grell blau zu leuchten, dass man nicht lange hinsehen durfte, ohne dabei geblendet zu werden.

      Demigod Of Purging Fire, Efreet [ATK/2900 → 3300 DEF/2300 → 2700 (10)]
      Demigod Of Eternal Winter, Northgrimm [ATK/3000 → 3400 DEF/2500 → 2900 (10)]
      Demigod Of Ravaging Sea, Bismarck [ATK/2800 → 3200 DEF/2200 → 2600 (10)]
      Demigod Of Stellar Glow, Luminez [ATK/2700 → 3100 DEF/2700 → 3100 (10)]
      Demigod Of Crawling Darkness, Dremorah [ATK/2700 → 3100 DEF/2700 → 3100 (10)]

      Matt wusste sofort, was er tun musste. „Ich benutze den Effekt von [Infestation Infection]!“
      Seine vor ihm aufrecht stehende Falle leuchtete kurz auf und schon verwandelte sich [Evilswarm Golem] in pechschwarzen Nebel, der sich auflöste.
      „Damit schicke ich einen Schwärmer in mein Deck zurück und erhalte einen anderen. Ich fürchte, für diesen Kampf werde ich [Evilswarm O'lantern] brauchen …“
      Sein D-Pad spuckte die Karte aus, nachdem Matt die andere hineingemischt hatte.
      „Hör mal“, begann er mit erhobenen Armen. Beschwichtigend versuchte er auf die Undying einzureden. „Du musst das nicht tun. Wenn wir zusammenarbeiten, können wir den Sammler aufhalten. Es gibt so viele Fragen, die ich habe, die uns helfen würden, euch besser zu verstehen.“
      „Und ich werde keine davon beantworten. Deine Zeit ist beinahe um, Matthew Summers.“ Zed hob die Hand wie ein Schiedsrichter, der dabei war, sein Urteil zu verkünden. „Genieße, was dir noch vom Leben bleibt. Schmerz! All meine Monster, greift [Primalswarm Yggdrasil] gleichzeitig an!“
      Schweiß stand auf Matts Stirn geschrieben, als die Kreaturen sich eine nach der anderen bereit machten. Sein Monster würde die Angriffe zwar überstehen und er auch, doch dass das weh tun würde, stand völlig außer Frage.

      Primalswarm Yggdrasil [ATK/3050 DEF/1650 {12} OLU: 1]

      Er schluckte. Dann ging es los. Zuerst war der Riese Northgrimm an der Reihe, welcher seine gewaltige Axt horizontal in Yggdrasils Richtung schwang und dabei zwei der Drachenköpfe glatt abschlug. Der schneidende Wind zischte an Matt vorbei, hinterließ einen tiefen Schnitt vom rechten Oberarm an bis zur Schulter, der sich sogar über seine rechte Wange zog. Blut spritzte aus seiner Wunde, doch er hatte keine Zeit zum Durchatmen, als Efreet eine weiße Feuerkugel in der Luft entstehen ließ, die er mit einem Faustschlag auf Yggdrasil schleuderte. Zwar wurde Matt nicht von der Explosion getroffen, doch die daraus entstandenen, flammenden Winde machten ihm das Leben zur Hölle.
      „Argh!“, stöhnte er mit überkreuzten Armen vor dem Gesicht.
      Schon öffnete der flache Wal in der Luft sein riesiges Maul, was fast die Hälfte seines Körpers ausmachte und ließ eine Sturmflut aus seinem Rachen steigen. Jene riss Matt glatt von den Füßen.

      [Matt: 1250LP → 900LP → 650LP → 500LP / Zed: 4000LP]


      Meterweit wurde er von seinem ursprünglichen Standpunkt weggespült. Und das war längst nicht das Ende. Luminez, die engelhafte Göttin, schoss aus der Lichtsphäre über ihrem Kopf einen gewaltigen Strahl ab, der ein Loch in den Torso des ersten Schwärmers brannte und den liegenden Matt voll erfasste. „Gaaarh!“
      Parallel dazu lud die dämonische Dremorah in dem schwarzen Loch in ihrem Bauch eine dunkle Sphäre auf, die sie abschließend abfeuerte. Jener zerfetzte in ihrem Flug den halben Unterleib Yggdrasils und explodierte, als sie mit Matt Kontakt herstellte. Sein Schrei ging dabei unter.

      [Matt: 500LP → 450LP → 400LP / Zed: 4000LP]


      In einer Lache aus Blut lag der geschundene, junge Mann am Boden. Und während sich sein Monster durch das Absorbieren schwarzer Partikel in der Luft binnen kürzester Zeit regenerierte, die verlorenen Drachenköpfe nachwachsen ließ, hatte er nicht so viel Glück.
      Matt lag auf dem Bauch, konnte sich kaum rühren. Alles war vor seinen Augen verschwommen. Sein Blick ging an den Monstern von Zed vorbei ins Leere, zu der Tür, die aus dem Hangar führte.

      Und er ahnte nicht, dass auf deren andere Seite noch jemand war. Jemand, der unsicheren Schrittes durch den Gang zog. Die schwarzen Stiefel stoppten ruckartig, als der Lärm weiter voraus verklungen war.

      „Zug beendet“, kündete Zed autoritär an.

      ~-~-~


      Die Luft im Ballsaal vibrierte förmlich vor Spannung. Der Hüne Ricther in seiner gold-silbernen Rüstung stand da wie gelähmt im Antlitz der puppenhaften, grünhaarigen Drachenreiterin Winda, die an violetten Fänden hing. Durch ihren Effekt konnte er keine Monster mehr in diesem Zug spezialbeschwören, was sein Ende bedeutete, wenn er nichts unternahm. Nahezu unbemerkt lag weiter unter ihr eine horizontal liegende, verdeckte Monsterkarte, unter der sich ein schwarzer Falke befand.

      El Shaddoll Winda [ATK/3700 DEF/2300 (5)]
      Shaddoll Falco [ATK/600 DEF/1400 (2)]

      Ricthers Feld dagegen war komplett leer. Und auch wenn die Puppe es hauptsächlich ihrer Waffe, dem Ausrüstungszauber [Fusion Weapon], verdankte, dass sie so stark war, änderte das nichts an den Tatsachen.

      [Ricther: 3300LP / Collector: 4000LP]


      Das Licht des Kronleuchters über dem Saal flackerte kaum merklich. Wenn man ganz genau hinsah, konnte man über den Stufen der Wendeltreppen, die hinter dem rothaarigen Sammler hinauf zur oberen Ebene des Raums führten, ebenfalls Luftbewegungen erkennen. Irgendetwas geschah hier.
      Ricther, der mit dem Rücken zur riesigen Flügeltür stand, die aus dem Ballsaal hinausführte, keuchte und betrachtete sein aus vier Karten bestehendes Blatt.
      „Anstatt hier zu kämpfen, sollten wir nach einer Möglichkeit suchen, den Planet Eater zu vernichten, ehe er noch mehr Unheil anrichtet!“, richtete er seine Worte an den Mann im schwarzen Anzug.
      „Der Planet Eater?“, wiederholte der Sammler. Und lächelte dann. „Verstehe.“
      „Er ist, was die Immateriellen als 'wahren Feind' bezeichnen. Nachdem das Tor einer Welt geöffnet wurde, kommt er und verschlingt sie.“ Ricther schwang den Arm mit der Schwert-Duel Disk daran aus. „Erst vor Kurzem wurde der Heimatplanet eines Schützlings von mir vernichtet!“

      Sein Gegenüber schwieg und lächelte still. Der Undying kannte diese Haltung. Es bedeutete, dass dieser Mann mehr wusste. Doch das überraschte ihn nicht. Der Collector-Dämon war den Undying, was Informationsbeschaffung anging, inzwischen mindestens ebenbürtig. Sein Aufstieg zur Macht, so dachte Ricther, hätte keiner je für möglich gehalten. Was war mit ihm geschehen?

      „Eines wissen wir inzwischen. Der Planet Eater frisst nicht wahllos nahegelegene Welten. Er geht einem System nach. Zuerst die Welt der Immateriellen, inzwischen ist er bei Exas Welt angelangt, einer, die einige der stärksten Hüter hervorgebracht hat.“ Ricther richtete seine Klinge auf den Sammler, hob seine Stimme. „Da dieses Wesen jedoch nicht wirklich lebendig ist, muss es jemanden geben, der es steuert. Ihm sein nächstes Ziel zuweist. Das Wurmlochnetzwerk, das wir den Nexus nennen, kennt.“
      Wieder ein geheimnisvolles Lächeln auf den Lippen des rothaarigen Briten. „Und du denkst, das wäre tatsächlich ich?“
      „Fest steht, dass nur sehr Wenige von den Toren wissen. Die Immateriellen sind damals geflüchtet und haben in jeder Welt, die sie erreichten, eines errichtet. Der Planet Eater kann diese nicht passieren und muss daher das All durchqueren, um eine Welt zu erreichen. Was Millennia dauert.“
      „Also öffnet jemand diese Tore für ihn, um den Prozess zu beschleunigen.“
      Ricther nickte. „Jemand, der alle sieben Hüterartefakte einer Welt zusammenträgt, öffnet ein Portal in den Narthex, von dem der Nexus gesteuert wird. Der Narthex vermag jedes der Tore zu öffnen, neue Pfade innerhalb des Nexus zu erschaffen und mehr noch, ist er der einzige Weg zur 'letzten Tür', aber das weißt du.“ Die Stimme des Undying bebte regelrecht beim letzten Satz. „Jemand, der nach der Kontrolle über den Narthex strebt, ist wahrlich ein Feind der ewigen Ordnung und mit aller Wahrscheinlichkeit auch die treibende Kraft hinter dem Planet Eater-“

      Doch der Sammler unterbrach ihn pikiert. Es war allzu offensichtlich aufgesetzt. „Willst du etwa immer noch damit andeuten, ich wäre derjenige, der dieses Wesen kontrolliert?“
      „Ich weiß nicht, was du wirklich bist. Nicht mehr.“ Ricther atmete tief durch „Du warst in die Geschehnisse des Turms von Neo Babylon verstrickt. Diese Sicherheitsmaßnahmen existieren nicht ohne Grund, aber du hast Anya Bauer dabei geholfen, sie zu umgehen. Beinahe wäre Eden geöffnet worden. Zu was macht dich das anderes, als den 'wahren Feind'?“
      Plötzlich lachte der Sammler. Leise, aber deutlich genug, um selbst Ricther für einen kurzen Moment erschaudern zu lassen. Denn als der Brite dabei sprach, klang er nicht mehr so gespielt freundlich, sondern düster wie die Nacht. „Wer weiß? Je nach Betrachtungswinkel mag dies durchaus zutreffen. Aber ist jeder gleich ein Feind, nur weil er seinen Pflichten nicht nachkommt? Denn wenn das so wäre, nun, Ricther, müsstest du dich selbst vernichten.“
      „Wie kannst du es wagen!?“
      „Wir beide sind in dieser Hinsicht sehr ähnlich“, redete der Sammler in seinem üblichen, geschwollenen Tonfall weiter. „Du und ich, wir haben das persönliche Begehren der Pflicht vorgezogen. Denn der Grund, warum du hier bist, ist ein persönlicher. Du sehnst dich nach dem, was ich besitze.“
      Voller Zorn stampfte Ricther auf, so stark, dass das Parkett unter seinen Füßen nachgab und in einen kleinen Krater verwandelt wurde. „Bist du schon so verkommen, dass du-!?“
      „Ich habe dich immer respektiert. Aber mir war stets bewusst, dass du eines Tages ein Hindernis wirst, das ich aus dem Weg räumen muss.“ Ohne Vorankündigung schloss sich das Loch im Boden wieder, das Ricther verursacht hatte. Für einen kurzen Augenblick kniff der Sammler die Augen fest zusammen. „Bedauerlich, dass dieser Tag so früh kommen musste.“
      „Du hast den Verstand verloren“, stellte Ricther erschrocken fest.
      „Nein, ich kenne lediglich die Tatsachen. Hier geht es nicht mehr nur um die ewige Ordnung, nicht wahr? Du willst Anya Bauer beschützen.“
      „Ich werde nicht noch einmal zulassen, dass sie ein tragisches Schicksal ereilt. Von allen müsstest du das am besten verstehen, Strife Carrington. Wieso bist ausgerechnet du es, der sie jetzt ins Verderben stürzen will? Seit jeher hast du ein Auge auf sie geworfen, hast Levrier zu ihr geführt und sie-“
      „-zu einer Kämpferin gemacht, ja. Dieses Mal wird sie nicht verlieren.“
      „Was nicht verlieren?“
      Aber der Sammler lächelte nur geheimnisvoll. Und schwieg.

      Ricther überlegte. War der Sammler tatsächlich der 'wahre Feind' oder zumindest einer seiner Jünger? Dieser Mann? Unvorstellbar. Doch seine Handlungen sprachen eine andere Sprache. Es gab keinen Weg daran vorbei, wenn er sein Streben nach den Hüterartefakten nicht aufgab, musste er eliminiert werden.

      „Du magst zwar meine Spezialbeschwörungen eingeschränkt haben, doch nur, solange dein Monster auf dem Spielfeld liegt!“ Entschlossen zog der Hüne eine Zauberkarte aus seinem Blatt und rammte sie in die stumpfe Seite seiner Klingen-Disk. „[Dimensions Collapse]!“
      „Hmm?“ Der Sammler sah sich erstaunt in dem Ballsaal um. Überall auf der abgerundeten Fensterfront hinter ihm bildeten sich ovale Portale aus violettem Nebel. „Interessant.“
      „Diese Karte lässt sich nur aktivieren, wenn zwanzig meiner Karten verdeckt verbannt sind und zerstört jedes deiner Monster.“
      Der Sammler nickte lächelnd. Dann geschah es schon. Aus den Portalen schossen gleichzeitig dutzende Blitze, die in seinen Monstern einschlugen und gewaltige Explosionen hinterließen.
      „Damit kann ich jetzt [Different Dimension Deity – Astellante] beschw-“
      „Nicht so schnell, bitte. Ich befürchte, du hast eine Kleinigkeit übersehen.“
      Der Rauch verzog sich so schnell wie er gekommen war – und [El Shaddoll Winda] verharrte nach wie vor über dem Sammler, auf ihrem chinesischen Drachen stehend. Und auch sein anderes Monster tauchte auf – der kleine, düstere Falke, über den sich seine eigene Karte legte und so unter sich begrub.
      „[El Shaddoll Winda] durch Karteneffekte zu zerstören ist leider unmöglich. Und bedenke, wenn [Shaddoll Falco] durch einen Karteneffekt auf den Friedhof gelegt wird, setzt er sich automatisch zurück aufs Feld.“ Der Sammler klatschte in die Hände, die Portale hinter ihm lösten sich auf.
      Und Ricther war keinen Schritt weiter als vorher.
      „Ich setze eine Karte und erkläre meinen Zug für beendet“, murrte der Undying notgedrungen, während die Falle sich zu seinen Füßen materialisierte.

      Der Sammler zog auf. „Sehr gut, Ricther. Dann zeige ich dir nun etwas. Ich wechsle [Shaddoll Falco] in den Angriffsmodus.“
      Sogleich wirbelte die eben erst erschienene Karte um die eigene Achse und drehte sich dabei in die Vertikale, was den kleinen, an violetten Fäden hängenden Falken aus ihr hervor lockte.

      Shaddoll Falco [ATK/600 DEF/1400 (2)]

      „Zwar kann jedes Nicht-Fusions-Shaddoll-Monster nur einen seiner beiden Effekte im selben Zug aktivieren, aber auch der Flippeffekt von [Shaddoll Falco] ist sehenswert. Er setzt ein anderes Monster dieser Art sofort in verdeckter Position vom Friedhof aufs Feld.“
      Der Vogel stieß einen schrillen, mechanischen Gesang aus, wodurch sich neben ihm ein kreisförmiges Portal auf dem Parkett bildete. Von der Decke des Ballsaals schossen violette Stränge und drangen in jenes ein, zogen eine bärtige Drachengestalt daraus hervor.
      „Siehe da, [Shaddoll Dragon] ist zurück“, sprach der Sammler genüsslich.

      Shaddoll Dragon [ATK/1900 DEF/0 (4)]

      Jener brüllte einmal, ehe sich seine eigene Karte wie eine Decke um ihn legte und er verschwand.
      „Nun rüste ich Falco mit [Nephe Shaddoll Fusion] aus. Dieser Zauber erlaubt es mir, sein Attribut zu ändern. Ich denke, Licht ist hier eine interessante Wahl“, sprach der Sammler und legte den Zauber in seine pechschwarze Battle City-Duel Disk ein. Die Fäden seines Vögelchens färbten sich gleißend gelb.
      „Aber das allein wird dem Begriff 'Fusion' im Namen natürlich nicht gerecht, nicht wahr?“ Wieder ein wissendes Lächeln auf seinen Lippen, das Ricther sofort vermittelte, dass ihn nichts Gutes erwarten würde. „Wohlan, ich benutze den anderen Effekt von [Nephe Shaddoll Fusion] und verschmelze [Shaddoll Dragon] und [Shaddoll Falco] vom Licht-Attribut auf meinen Spielfeld!“
      Über ihm, neben seiner Drachenreiterin öffnete sich ein Vortex, der pechschwarze Schatten in sich aufzog. Auch die beiden genannten Monster wurden von ihren Positionen gerissen und verschwanden in dem Sog.
      „Fusion Summon“, verkündete der Sammler und richtete den Arm nach vorne. „[El Shaddoll Construct]!“
      Der Strudel weitete sich aus. Und Ricther wich erschrocken zurück. Denn das, was ihm nun entgegen stand, füllte den gesamten zweistöckigen Ballsaal aus. Eine riesige, weibliche Puppe, um deren Hüfte eine Art Rock schwebte, aus glänzend violettem Metall. Von ihrem Rücken schossen unzählige rote Lichtfäden, die wie Flügel anmuteten und sich unruhig bewegten.

      El Shaddoll Construct [ATK/2800 DEF/2500 (8)]

      Ihr weißes Porzellangesicht war ausdruckslos. Doch kurz blitzten ihre pupillenlosen Augen auf, als der Sammler verkündete: „Zwei Effekte werden jetzt ausgelöst. Der erste gehört zu [Shaddoll Dragon]. Wenn er durch einen Karteneffekt auf den Friedhof gelegt wird, zerstört er eine Zauber- oder Fallenkarte meines Gegners.“
      „Urgh!“, stöhnte Ricther erschrocken, als aus dem Nichts die geisterhafte Silhouette des Drachens auf ihn zuschoss und seine gesetzte Karte ins Verderben riss.
      „Der andere gehört natürlich zu [El Shaddoll Construct]. Sie lässt mich ein beliebiges Shaddoll-Monster direkt vom Deck auf den Friedhof legen.“ Der Sammler griff nach jenem, fächerte es vor sich auf und zog die Karte seiner Wahl daraus hervor. „Nehmen wir doch [Shaddoll Beast].“
      Für einen kurzen Augenblick tauchte vor dem Rotschopf eine weiße Bestie auf, durch eine violette Panzerung an Rücken und Kopf gut geschützt. Der Tiger brüllte einmal mechanisch, ehe er sich auflöste. Und sein Meister zog auf. „Wird dieses durch einen Karteneffekt auf den Friedhof gelegt, darf ich meinem Blatt eine Karte hinzufügen, wie du siehst.“
      Im Anschluss richtete er die flache Hand wieder nach vorn. „Ihr Undying besitzt große Macht, das erkenne ich an. Doch durch eure fehlerhaften Körper stoßt ihr viel zu schnell an eure Grenzen. Die wahre Macht liegt in den Menschen, nicht in euch.“
      Ricther verkrampfte, als [El Shaddoll Winda] an ihrer riesigen Herrin vorbei flog und Kurs auf ihn nahm.
      Indes korrigierte der Sammler sich schmunzelnd. „Verzeih', in bestimmten Menschen. Direkter Angriff, [El Shaddoll Winda].“
      Der Drache unter jener schrie auf und erhöhte merklich das Tempo. Während das Gespann immer näher rückte, nickte der Undying. „Dem ist nicht zu widersprechen. Mein Limit ist jedoch noch längst nicht erreicht! Falle, [Dimensions Crossing] von meinem Friedhof!“
      Vor ihm öffnete sich eines der violetten Portale, aus dem die Karte hervor kam. „Ich kann sie vom Friedhof aktivieren und eine Different Dimension Deity von dort ins Deck zurückschicken, um den Angreifer auf ewig in den Verteidigungsmodus zu zwingen. Das funktioniert jedoch nur einmal.“
      Weitere Portale öffneten sich entlang Windas Flugroute, während Ricther besagte Falle und [Different Dimension Deity – Lastelise] von seinem Friedhof nahm und Letztere auf das Deck legte, welches sich durchmischte. Schlagartig schossen aus jeder der Öffnungen pinke Kristallsäulen, die der Drachenreiterin den Weg blockierten. Konnte sie den ersten noch ausweichen, war direkt vor Ricther Schluss, vor dem gleich drei über Kreuz auftauchten.
      „Mir war bewusst, dass es nicht so leicht wird, dich zu besiegen. Weshalb ich meinen Sieg auch noch nicht ausgerufen habe“, hielt der Sammler seelenruhig entgegen, während seine Winda erfolglos zu ihm zurückkehrte.

      El Shaddoll Winda [ATK/3700 DEF/2300 (5)]

      „Doch wie lange wirst du dich noch verteidigen können? Direkter Angriff auf seine Lebenspunkte, [El Shaddoll Construct]!“
      Nun war es an der riesigen Puppe, die Arme auszustrecken. Aus den Fingern ihrer Hände schossen dutzende roter Fäden, die den Undying erfassten und auf ihn einpeitschten, dass jener sich zusammenkauerte. Seine Rüstung konnte die Angriffe kaum abwehren, platzte an einigen Stellen sogar auf.

      [Ricther: 3300LP → 500LP / Collector: 4000LP]


      Der letzte Hieb traf den Undying am federbesetzten Helm, was dazu führte, dass Ricther von den Füßen gerissen und gegen die Wand neben dem Flügeltor geschleudert wurde. Jene brach beim Aufprall jedoch nicht etwa ein, sondern stieß den riesigen Körper wie einen Flummi von sich, sodass jener aufs Parkett donnerte und sich dort einmal überschlug.
      „Urgh!“
      „Tut mir leid, aber ich kann unmöglich zulassen, dass hier Unordnung geschaffen wird. Du als Undying verstehst das bestimmt“, stichelte der Sammler ob der magischen Wände, „Zug beendet.“

      Ricther erhob sich erstaunlich schnell. Aus einigen besonders tiefen Rissen in seiner Rüstung sprühte förmlich das Blut. Jedoch versiegte dieses mit einem Male, sodass nur noch das Rot auf dem Silber davon zeugte, dass jenes überhaupt geflossen war.
      Der Undying, der nun versetzt zu seiner ursprünglichen Position stand, schüttelte den Kopf. „Das ist zumindest von dir übrig geblieben.“
      „Ich bin immer noch dieselbe Person. Lass unseren Konflikt nicht darüber hinwegtäuschen.“
      „Der Strife Carrington, den ich kenne, würde so etwas niemals tun! Er würde nicht seine Freundin erpressen und dazu zwingen, die Drecksarbeit für ihn zu erledigen! Er würde den Hütern ihre Artefakte nicht entreißen, um den Narthex zu öffnen!“
      Der Sammler lachte auf. Kalt und unnahbar. „Das ist das Traurige an dir. Du konntest Menschen nie wirklich einschätzen.“

      Was Ricther verstummen ließ. Statt die Diskussion fortzusetzen, zog er eine dritte Handkarte und betrachtete sein Blatt. „Da ich diese Runde noch keine Spezialbeschwörung durchgeführt habe, kann nun auch deine [El Shaddoll Winda] mich nicht daran hindern, diese Kreatur zu rufen! Zehn Karten meines Decks müssen verdeckt verbannt werden!“
      Von der Unterseite seiner Klingen-Disk, aus dem Deckschacht, lösten sich nach und nach zehn Karten, die in einer Reihe vor Ricther in einem schmalen Dimensionsloch verschwanden, das sich kurz vorher geöffnet hatte.
      Insgesamt zehn giftgrüne Kristallsäulen brachen um den Undying herum aus dem Boden und schwebten in die Höhe, bildeten zwei Paare bestehend aus je vier Pfeilern, die Flügeln in jener Haltung nicht unähnlich sahen. Zwischen sie schoben sich die beiden verbliebenen, die senkrecht standen und zwischen sich durch rote Entladungen eine schmale Iris bildeten.

      Different Dimension Deity – Astellante [ATK/? DEF/? (10)]

      „Diese Gottheit erhält für jede verdeckt verbannte Karte 200 Punkte. Da bereits dreißig meiner Deckkarten auf diese Weise aus dem Spiel entfernt wurden, beläuft sich die Summe aus 6000!“
      Tatsächlich konnte man sehen, dass nur noch einige wenige Karten in seinem Kartenstapel verblieben waren.

      Different Dimension Deity – Astellante [ATK/? → 6000 DEF/? → 6000 (10)]

      Ricther streckte den Arm nach oben, zu seinem Monster. „Doch hier endet es noch nicht! Ich rüste [Different Dimension Deity – Astellante] mit [Dimensions Reach] aus, was ihm weitere 100 Angriffspunkte pro verdeckt verbannter Karte gewährt!“
      Die Entladungen um den Kristallgott wurden stärker, das Auge in dessen Mitte vibrierte.

      Different Dimension Deity – Astellante [ATK/6000 → 9000 DEF/6000 (10)]

      „Beeindruckend“, lobte der Sammler und verschränkte die Arme hinter dem Rücken. „Nichts anderes habe ich von dem Anführer der Undying erwartet.“
      „Erfahre dein Urteil, Strife Carrington, der Sammler!“ Ricther riss seine flache Hand hinunter. Er hatte seine Entscheidung getroffen. Dieser Mann musste vernichtet werden. „Das Ziel ist [El Shaddoll Construct]! Judgment of D!“
      Ruckartig richteten sich die acht Kristallsäulen, die Teil der symbolischen Flügel waren, nach vorne. Parallel dazu streckte auch die riesige Puppe ihre Hände aus und schoss zahllose rote Fäden ab. Wie Pfeile lösten sich die Geschosse der Dimensionsgottheit und rauschten durch das Fadenwirrwarr.
      „Das war die falsche Wahl, Ricther“, lächelte der Sammler, „denn [El Shaddoll Construct] zerstört jedes spezialbeschworene Monster im Kampf, ohne dabei zu Schaden zu kommen.“
      „Was!?“ Eine Säule nach der anderen wurde von den umherpeitschenden Fäden zerteilt und somit vorzeitig gestoppt. Ricther schwang den Arm aus. „Wenn das so ist, hast du auch etwas übersehen!“
      Schlagartig öffnete sich vor ihm ein kleiner Dimensionsspalt, aus dem zehn Karten der Reihe nach geschossen kamen und sich unterhalb seiner Duel Disk auf seinem Deck platzierten. „[Dimensions Reach] kann sich zerstören und zehn verdeckt verbannte Karten zurück ins Deck legen, um die Zerstörung eines Monsters zu verhindern!“
      Nur noch eine Säule war übrig, die zielgenau die Brust der riesigen Marionette ansteuerte.
      „Das kostet [Different Dimension Deity – Astellante] den Angriffsbonus sowie einige Punkte durch seinen eigenen Effekt. Doch dein Monster fällt trotzdem!“

      Different Dimension Deity – Astellante [ATK/9000 → 4000 DEF/6000 → 4000 (10)]

      Der letzte Kristall konnte der Gefahrenzone rechtzeitig entkommen und schoss durch die Brust der weißgesichtigen Puppe, brach aus ihrem Rücken hervor und prallte an den Fenstern des oberen Stockwerks ab. Während das Konstrukt rückwärts zu Fall kam, drehte sich der Sammler überrascht um und wurde von dem reflektierten Geschoss in seiner Gänze getroffen. Eine gewaltige Erschütterung suchte das Anwesen heim, das ganze Feld des Rotschopfs wurde in grünen Staub gehüllt.

      [Ricther: 500LP / Collector: 4000LP → 2800LP]


      Der Reihe nach entstanden an den aufrecht stehenden Säulen Astellantes je vier neue Kristallpfeiler mit spitzen Enden. Als der Rauch sich legte, klopfte sich der Sammler mit angewidertem Gesichtsausdruck etwas grünen Staub von der Schulter. „Ich muss schon sagen, dass deine Manieren zu wünschen übrig lassen. Man ruiniert nicht einfach den Anzug seines Gastgebers. Was, wenn ich allergisch auf dieses Zeug reagiere?“
      Ricther musste auflachen. Einer der alten Züge Strifes … was es umso bitterer machte, ihm als Feind gegenüber zu stehen.
      „Wie dem auch sei.“ Eine Karte schob sich aus seinem Friedhof, die er vorzeigte. „Wird [El Shaddoll Construct] zerstört, bekomme ich eine Shaddoll-Zauberkarte vom Friedhof zurück. Ich nehme [Shaddoll Fusion].“
      „[Dimensions Disturbance].“ Eine Zauberkarte stand bereits aufrecht vor dem Undying.
      Die zwanzig verdeckt verbannten Karten Ricthers tauchten gegen den Uhrzeigersinn wirbelnd aus einem kleinen Spalt vor diesem auf und bildeten einen Kreis.
      „Diese Karte erlaubt es einer Different Dimension Deity, bis zum Ende deines nächsten Zuges dein komplettes Blatt zu verbannen.“
      Zum ersten Mal erlebte Ricther eine nicht gekünstelte Reaktion des Sammlers, als dieser kaum merklich zusammenzuckte. Schon schossen die zwanzig Karten in Fünfergruppen auf den Sammler zu, verwandelten sich in spitze Obsidiane, die nacheinander die vier Handkarten ihres Opfers aufspießten und mit ihnen zerplatzten.
      „Ich kann dich nicht gewinnen lassen“, drohte Ricther düster, „Feind der ewigen Ordnung. 'Wahrer Feind' Strife Carrington!“

      ~-~-~


      Eagle negiert für diesen Zug die Effekte aller offenen Monster und auch die jener, die im Friedhof liegen!“, hallte Kalis Stimme durch das riesige, offene 'Ephemeria Bridge Stadium'. „Das bedeutet, dass auch dein [Kuriboss] dir nicht helfen können wird!“

      Na, dämmert's dir endlich?“ Kali verschränkte die Arme voreinander. Geradezu majestätisch zählte sie Anya die Fakten auf. „Ganz recht, [Conversion Fuse] verstärkt ein Maschinenmonster um 1000 Angriffspunkte. Eagle fügt Durchschlagschaden zu. Heavy Ts Verteidigung ist gleich 0 und Eagle bekommt noch 500 Angriffspunkte obendrauf dank [Banished Power Gear].“
      Die letzten Worte verließen voller Genuss ihre Lippen. „4000 zu 0. Sieht so aus, als würdest du gleich erfahren, was mich antreibt. Los, [Celestial Gear – Synthetic Eagle], greife ihren Megaschrotthaufen an und hol' mir den Sieg!“
      Voller Schrecken verfolgte Anya mit, wie der Maschinenadler seine Schwingen bis zum Maximum spreizte, um dann dieselben zwei Wirbelstürme zu entfachen.

      Celestial Gear – Synthetic Eagle [ATK/3500 → 4000 DEF/1000 → 1500 (4)]

      Panisch sah Anya auf ihr rotes D-Pad, doch da waren keine gesetzten Karten, die ihr hätten helfen können. „Fuck! Was jetzt!?“
      „Ganz einfach“, antwortete ihr Kali, „stirb, wie du es schon längst hättest tun sollen!“


      [Anya: 3700LP / Kali: 400LP]


      Anya schluckte beim Anblick der beiden grünlichen Tornados, die auf ihren riesigen, knienden Roboter mit dem silbernen T auf der Brust zusteuerten. Auch der Drache, der vor dem Titanen kraftlos am Boden lag, würde nicht helfen können.

      Gravity Impulse Titanium Guardian – Heavy T [ATK/3000 DEF/0 (10)]
      First Of The Dragons [ATK/2700 DEF/2000 (9)]

      Gib nicht so schnell auf! Denk' dran, dass nicht nur Monsterkarten auf deinem D-Pad liegen!

      Verwirrt von Levriers Hinweis starrte die Blonde auf den roten Apparat an ihrem Arm und erkannte, dass er die Wahrheit sprach. Sofort sah sie kämpferisch auf. „Nichts da, Miststück! Ich aktiviere den Effekt von [Gem-Tiger] in meiner Pendelzone!“
      Kali schaute erschrocken auf, zu den beiden blauen Säulen neben Anya, in denen sich ein Ritter in rötlicher Rüstung, welcher eine lange Hellebarde führte und ein weißer Tiger, von dessen Rückgrat bis zum Schweif eine Spur aus Diamanten gezogen war, befanden – [Gem-Knight Jasper] und besagter [Gem-Tiger].

      <2> Anyas Pendelbereich <8>


      Letzterer war es, der ein bedrohliches Heulen in Form einer Schockwelle von sich stieß. Anya erklärte dazu: „Wenn ich einen Gem-Knight wie Lapis vom Friedhof verbanne, kann ich einmal pro Zug einen Angriff abwehren!“
      Sie zeigte die gelb-umrandete Karte vor und stopfte sie in die Hosentasche, kurz bevor die beiden Wirbelstürme und die Schockwelle aufeinander trafen, nur um sich gegenseitig auszubremsen.
      „Willst du mich verarschen!?“ Die maskierte Kuttenträgerin ballte eine Faust. „Seit wann benutzt -du- solche Karten freiwillig!?“
      „Seit ich sie habe, Dumpfbacke. Aber das wirst du nie verstehen, denn du wirst 'solche Karten' nicht von deinen Freunden bekommen“, giftete Anya zurück. „Falls du überhaupt welche hast …“
      „Sollte dem so sein, dann habe ich sie wegen dir verloren.“
      „Was soll das denn heißen!?“ Die Blonde ballte eine Faust und schlug sich gegen die Brust. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen, solange ich nicht weiß, wer du überhaupt bist!“
      Kali lachte gedämpft hinter ihrer Maske auf. „Verlier' doch, dann findest du's ganz schnell heraus.“
      „Als ob!“
      „Zu dumm, dass ich da noch ein Wörtchen mitzureden habe! Ich greife mit [Celestial Gear – Synthetic Armored Finch] deinen Drachen an! Los! Und falls du denkst, dessen Effekt kann dich beschützen, irrst du dich. Dir ist es nicht aufgefallen, aber [Conversion Fuse] negiert während der Battle Phase die Effekte eines Monsters aus dem Extradeck.“ Gebieterisch hob Kali die Hand zum Signal. Blaues Licht drang dabei aus ihrem Metalladler, der es aus seinen Augen auf den Drachen strahlte.
      „Shit!“ Den gepanzerten Mechafink hatte Anya komplett verdrängt, nachdem sie beinahe Opfer des blöden Adlers geworden war. Und dann noch dessen blöder Ausrüstungszauber!

      Celestial Gear – Synthetic Armored Finch [ATK/2500 → 3000 DEF/0 → 500 (4)]

      Der vergleichsweise kleine Maschinenvogel zischte wie ein Pfeil nach vorne und krachte in [First Of The Dragons], welcher effektvoll explodierte. Anya knirschte mit den Zähnen, denn da sein Effekt unterdrückt wurde, war er auch nicht mehr im Kampf unzerstörbar. „Shit!“
      Ihre Miene verdunkelte sich. Denn sie hatte immer noch Heavy T …
      „Denkst du, so einfach lasse ich dich davonkommen? Vergiss es! Ich benutze jetzt den Effekt von [Conversion Fuse], mit der Eagle ausgerüstet ist!“
      Der stolze Metallalder begann regelrecht in blauem Licht zu pulsieren.
      „Damit kann ich jederzeit eine Ritualzauberkarte direkt aus meiner Hand spielen, was sonst nur während der Main Phasen möglich wäre.“ Kali zeigte die Karte vor. „[Celestial Gear Polymerization], los!“
      Aus dem Himmel schossen vier lange, metallische Stäbe, an deren Spitzen Kristalle angebracht waren, und landeten um Kali herum angewinkelt im Boden. Sie alle pulsierten im Einklang mit dem Mechaadler.
      Anya blinzelte verdutzt. „Warte, hast du nicht von Ritualzauberkarte gesprochen? Die da ist eine Fusionskarte-“
      „Sieh' genau hin. Es -ist- eine Ritualzauberkarte“, hauchte Kali bitterböse und tatsächlich war das Flammensymbol in der rechten, oberen Ecke der vor ihr aufrecht stehenden Karte zu sehen, „eine, die ebenso Rituale wie Fusionen durchführen kann. Ich wähle in diesem Fall Ersteres und biete meine beiden Monster als Opfer an, deren Stufen zusammen genau die benötigten acht ergeben.“
      Beide Vögel lösten sich schlagartig in blaue Stichflammen auf, die gleichmäßig aufgeteilt in die vier Kristallspitzen der Stäbe gezogen wurden. Vor Kali bildete sich ein Riss im Boden. „Erwache aus deinem Schlaf, [Celestial Gear – Synthetic Armored Swan]!“
      Anya keuchte erschrocken, als das Parkett letztlich aufbrach und ein riesiger Metallschwan mit erhobenen Flügeln daraus empor stieg. Der Übergang von Schnabel und Kopf war dabei transparent grau, zeigte das Innenleben der an der Brust besonders stark gepanzerten Kreatur.

      Celestial Gear – Synthetic Armored Swan [ATK/2900 DEF/2800 (8)]

      „Zerstöre ihren albernen Spielzeugroboter!“, befahl Kali mit einem Wink ihrer Hand.
      Angesichts der nicht existierenden Verteidigung des knienden Heavy Ts war es irrelevant, dass Kalis verbannter Zauber [Banished Power Gear] den Schwan während des Kampfes verstärkte.

      Celestial Gear – Synthetic Armored Swan [ATK/2900 → 3400 DEF/2800 → 3300 (8)]

      Jener öffnete seinen Schnabel und spie eine weiße Lichtflamme, die den Koloss hinter Anya binnen weniger Sekunden zum Schmelzen brachte. Die rümpfte nur wütend die Nase.
      Besonders da Kali noch nicht fertig war. „Wechsel in die Main Phase 2! Denn hier kann ich endlich Swans Effekt nutzen, um ein verbanntes Celestial Gear im Verteidigungsmodus spezialzubeschwören. Sollte es dabei seinen Rückbeschwörungseffekt in diesem Duell noch nicht genutzt haben, kann ich den sofort aktivieren.“
      Unter ihrem Metallschwan zeichnete sich mit Lichtlinien nach und nach ein schlanker Vogel mit spitzem Schnabel und kleinem Kamm auf dem Kopf, dessen Inneres durch magentafarbene Barrieren geschützt wurde. „[Celestial Gear – Synthetic Woodpecker]! Wird der rückbeschworen, verbannt er alle Karten auf deinem Friedhof!“

      Celestial Gear – Synthetic Woodpecker [ATK/1800 DEF/1300 (4)]

      „Was!?“ Anya sah das Vieh nur noch auf sie zustürmen und hob ihr D-Pad an, das letztlich wie von einem Presslufthammer bearbeitet wurde. „Shit!“
      All ihre Karten wurden aus ihrem Friedhofschacht ausgeworfen.
      „Ich lasse dich [Kuriboss] bestimmt nicht als letzten Notnagel benutzen!“ Kali sah mit verschränkten Armen dabei zu, wie Anya zähneknirschend den Stapel in ihrer Hosentasche verstaute. „Eine Karte verdeckt, Zug beendet! Leider kommt damit der negative Aspekt der Rückbeschwörung zum Tragen, welcher das Monster verbannt.“
      Hohl kreischend löste sich der eben erst gerufene Mechavogel wieder in blauen Lichtpartikeln auf. Gleichzeitig tauchte vor der selbsternannten Dämonengöttin ein vergrößerter Kartenrücken auf, was zur Folge hatte, dass sie keine Handkarten mehr besaß.

      Anders als Anya, die schreiend aufzog. „Draw!“
      Sie besaß nun immerhin eine, die sie auch sofort ausspielte. „Hell yeah, genau das habe ich gebraucht! Ich aktiviere [Brilliant Fusion]! Mit der benutze ich Gem-Knights von meinem Deck als Fusionsmaterialien, dafür verliert das beschworene Monster aber seine Angriffspunkte!“
      Kali zuckte zusammen. „Jetzt noch eine Fusion direkt aus dem Deck!?“
      Über Anya öffnete sich ein funkelnder Wirbel. „Ich verschmelze [Gem-Knight Garnet], [Gem-Knight Malachite] und [Gem-Knight Tiger's Eye] von meinem Deck!“
      Die drei genannten Monster tauchten nicht nur über ihr in Form eines bronzenen, grün-blau schimmernden und goldenen Ritters auf und wurden in den Vortex gezogen, nein, ihre Karten wurden auch aus dem Deckschacht geschoben, sodass Anya sie nur noch in den Friedhofsschlitz schieben musste. Dabei rief sie: „Herz, Seele, Gefäß! Vereint euch zur reinsten aller Ritterinnen, deren Klinge jeden Hoffnungsstrahl zerteilt! Fusion Summon!“
      „Was!?“ Kalis Stimme überschlug sich förmlich.
      „Strahle, [Gem-Knight Lady Brilliant Diamond]!“
      Aus dem Wirbel schoss eine Kriegerin, die in einer edlen Platinrüstung steckte und ein schlichtes, schmuckloses Schwert mit sich führte. Brustpanzer und Helm waren von schimmernden Brillanten bedeckt, von ihren Schultern hing ein kurzer, roter Umhang.

      Gem-Knight Lady Brilliant Diamond [ATK/3400 → 0 DEF/2000 (10)]

      „Langsam überrascht mich nichts mehr“, brummte Kali resignierend. „Fein, das wird mich auch nicht aufhalten.“
      Anya dagegen sah das anders. „Yeah, natürlich wird es. Es fängt schon damit an, dass Malachite und Tiger's Eye Effekte besitzen, die aktiviert werden, wenn sie für ein Gem-Knight-Fusionsmonster als Material benutzt werden. Malachite lässt mich zum Beispiel ziehen.“
      Mit allgegenwärtiger, grimmiger Mimik riss Anya die Karte von ihrem Deck, ohne ihr überhaupt Beachtung zu schenken.
      „Und dann ist da noch Tiger's Eyes Effekt. Sieh selbst.“
      Ihre stolze Ritterin hob die Klinge in die Höhe. Die ohnehin schon von dunklen Wolken verhangene Nacht gab ein Donnern Preis, das tatsächlich aber erst erklang, als schon ein Blitz in Lady Brilliant Diamonds Schwert eingeschlagen war. Jene richtete dieses auf den weißen Mechaschwan.
      „Nun, haste dich schon mal gefragt, wie gegrilltes Schwanenfleisch schmeckt? Nein? Dein Pech, gleich erfährst du's, denn ich kann jetzt eine Karte auf dem Spielfeld zerstören!“
      Unter einem Aufschrei schoss ihr neuestes Assmonster die Entladung ab.
      Kali aber kicherte nur finster. „Nett, aber mehr auch nicht. Ich kontere mit [Celestial Gear – Synthetic Armored Swans] zweitem Effekt! Im Austausch für 1000 seiner Angriffspunkte annulliert er einen Monstereffekt!“
      Der Schwan öffnete im Angesicht des nahenden Blitzes seinen Schnabel und stieß ein ekelhaft klingendes Fauchen aus, das die Entladung kurzerhand zum Verschwinden brachte.

      Celestial Gear – Synthetic Armored Swan [ATK/2900 → 1900 DEF/2800 (8)]

      „Willst du mich verarschen!?“ Anya zog die Stirn kraus und betrachtete nun endlich ihre Karte, schüttelte dann aber den Kopf. „Fein, wenn du es so haben willst, dann mach ruhig weiter! Ich habe noch was für dich!“
      Entschlossen richtete sie ihren Arm in die Höhe. „Schwinge bis in alle Ewigkeit, Pendulum!“
      Über ihr öffnete sich das von dutzenden Lichtellipsen umgebene Pendelportal, aus dem ein einzelner, roter Lichtstrahl schoss. „Pendulum Summon! Aus meinem Extradeck [Gem-Knight Pyrite]!“
      Jener gewann vor ihr an Form – ein weißer Ritter mit silbrigen, würfelförmigen Schulterplatten, an dessen Armen je eine Hälfte eines massiven Rundschilds befestigt war.

      Gem-Knight Pyrite [ATK/0 DEF/2800 (6) PSC: <8/8>]

      „Und jetzt sieh her, was dieses neue Monster so Tolles kann! Ich aktiviere Lady Brilliant Diamonds Effekt und benutze Pyrite als einziges Fusionsmaterial, um einen Gem-Knight von meinem Extradeck zu beschwören!“ Anya streckte den Arm nach vorn. „Contradiction Fusion!“
      Hinter dem Mädchen öffnete sich ein Edelsteinwirbel, welcher den weißen Ritter in sich hinein zog. Doch nur ein Fauchen des Schwans reichte, um ihn wieder aufzulösen, bevor etwas Neues daraus entstehen konnte.
      „Als ob ich dich lassen würde! Effekt von [Celestial Gear – Synthetic Armored Swans]! Für 1000 seiner Angriffspunkte annulliert er deine Contradiction Fusion, da es ein Monstereffekt ist!“

      Celestial Gear – Synthetic Armored Swan [ATK/1900 → 900 DEF/2800 (8)]

      „Yeah, aber nochmal geht das nicht. Und ziemlich schwach ist er jetzt auch.“ Ein breites Grinsen bildete sich auf Anyas Lippen. „Praktisch prädestiniert dafür, von Lady Brilliant Diamond verkloppt zu werden.“
      Kali schnaubte. „Was redest du da, dein Monster hat nicht einen einzigen Angriffspunkt?“
      „Noch nicht. [Brilliant Fusions] negativer Effekt kann zeitweilig aufgehoben werden, wenn ich einen Zauber abwerfe.“ Keck grinsend zeigte Anya ihr Markenzeichen, die [Gem-Knight Fusion]-Zauberkarte, und ließ sie auf den Friedhof verschwinden. „Du bettelst doch regelrecht danach …“
      Die Brillanten an der Rüstung ihrer Kriegerin begannen gleißendes Licht auszustrahlen. Kali schnaubte, verzichtete jedoch inzwischen auf andere Reaktionen.

      Gem-Knight Lady Brilliant Diamond [ATK/0 → 3400 DEF/2000 (10)]

      „Das sollte reichen! Na, noch 'nen klugen Spruch auf Lager?“ Anya wartete die Antwort gar nicht erst ab, sondern streckte die Hand mit gespreizten Fingern nach vorn. „Nein? Sehr gut, dann friss kalten Strahl! Los, Lady Brilliant Diamond! Brilliant Fate Severing! Hol' mir den Sieg!“
      Ihre Kriegerin stürmte los. Statt zu laufen, schwebte sie wie ein Pfeil über das Spielfeld und holte mit ihrer Klinge weit aus. Die dunklen Wolken verzogen sich in diesem Moment vom Mond, sodass dessen Licht sie regelrecht glühen ließ.
      Kali schnalzte mit der Zunge. „Du willst in dein Verderben rennen? Gerne doch! Falle aktivieren, [Xyz Tuning]!“
      Jene klappte vor ihr auf, zeigte einen weißen Engelskrieger, der von der unteren Hälfte nur noch aus einem grünen Gerüst bestand, welches die auffälligsten Merkmale seines Körpers skizzierte.
      „Diese Karte lässt mich ein Xyz-Monster von meinem Friedhof verbannen“, erklärte Kali und zeigte dabei [Celestial Gear – Synthetic Armored Dove] vor, „um einen Empfänger von meinem Deck zu rufen, dessen Stufe sich mit dem Rang des Xyz-Monsters deckt! Ich beschwöre also [Celestial Gear – Synthetic Owl]!“
      Ein grünes Portal öffnete sich neben dem riesigen Mechaschwan. Aus diesem drang eine vergleichbar große Metalleule, deren offener Bauch von einem brauen Kraftfeld abgeschirmt war.

      Celestial Gear – Synthetic Owl [ATK/1000 DEF/1100 (4)]

      „Und was soll das jetzt? Ich greife trotzdem weiter an!“
      „Das sollst du auch!“, erwiderte Kali auf Anyas trotzigen Ausruf berechnend. „Aber nicht einen von den beiden. Denn [Xyz Tuning] lässt mich den beschworenen Empfänger sofort einstimmen auf eines meiner anderen Monster! Sieh her!“
      Ihre Stahleule zersprang in vier grüne Ringe, die in einer Reihe nach oben stiegen, über den Schwan hinweg. Welcher ihnen umgehend folgte. Dabei zitierte Kali: „Stufe 4 auf Stufe 8! Black light opens the gate to the nevermore! Reveal your eyes to the world!“
      Der riesige Vogel verwandelte sich in insgesamt acht grüne Lichtkugeln, die die Ringe passierten. Ein greller Lichtblitz schoss durch jene. „Synchro Summon! Control, [Celestial Gear – Synthetic Armored Raven]!“
      Rote Augen, die aufblitzten und die Dunkelheit durchdrangen. Anya gefror das Blut in den Adern beim Anblick des pechschwarzen Metallvogels, welcher sich dahingehend schon von den anderen unterschied. Der riesige Rabe jedoch wies auch keinerlei Öffnung auf, die durch Kraftfelder abgeschirmt waren, seine Panzerung war perfekt. Mit langsamen Schlägen seiner Schwingen ging er in den Sinkflug über, bis er kurz über Kali anhielt.

      Celestial Gear – Synthetic Armored Raven [ATK/3500 DEF/3000 (12)]

      „Ein Level 12-Synchro!?“, staunte Anya nicht schlecht, die einem solchen noch nie gegenüber gestanden hatte. „Shit ist der stark! Replay! Angriff abbrechen, Lady Brilliant Diamond!“
      Der pechschwarze Vogel ließ seine roten Augen noch einmal aufblitzen. Und statt ihrer Aufforderung zu folgen, hob die elegante Kriegerin die Luft ab, die Klinge im Flug hinter sich führend. Die Blonde verstand die Welt nicht mehr. „Huh!? Ich sagte aufhören!“
      „Da kannst du reden wie ein Wasserfall.“ Kali machte eine demonstrative Geste mit ihrer Hand, die dem Mechavogel über ihr galt. „Raven zwingt alle Monster dazu, ihn anzugreifen. Aus dieser Nummer kommst du nicht mehr raus.“
      Voller Schrecken sah Anya dem drohenden Unheil entgegen. Doch ihre Panik verwandelte sich umgehend in Tatendrang, denn noch war diese Schlacht nicht geschlagen. So schwang sie energisch den Arm aus. „Ach ja, meinst du? Dann hast du die Rechnung ohne [Gem-Knight Jasper] in meiner Pendelzone gemacht! Fusion Divider!“
      Der rote Ritter in der linken Lichtsäule neben Anya erhob seine Hellebarde und ließ sie in die Leere niedersausen. Mit verheerendem Effekt. Kurz bevor Lady Brilliant Diamond auf den Raben traf, welcher schon den Schnabel geöffnet hatte, zersprang sie in tausend Teile. Jene Partikel zischten in wahnwitziger Geschwindigkeit zurück zu Anya und materialisierten sich vor ihr zu drei niederknienden Rittern: Dem Flammenjongleur [Gem-Knight Garnet] in bronzener Rüstung, dem blau-grünen Stabschwinger Malachite und den mit einer Peitsche bewaffneten, dank seiner Helmform leicht animalisch wirkenden Ritter Tiger's Eye.

      Gem-Knight Garnet [ATK/1900 DEF/0 (4)]
      Gem-Knight Malachite [ATK/1000 DEF/1900 (4) PSC: <2/2>]
      Gem-Knight Tiger's Eye [ATK/1600 DEF/1600 (4) PSC: <2/2>]

      „Du hast die Fusion rückgängig gemacht“, erkannte Kali missmutig, „wie oft willst du deinen Kopf eigentlich noch aus der Schlinge ziehen?“
      „Solange bis deiner drin steckt!“, giftete Anya und verschränkte die Arme „Yeah, ich musste Lady Brilliant Diamond opfern, um Monster vom Friedhof zu beschwören, die ihr als Fusionsmaterialien dienen. Aber hey, im Verteidigungsmodus können die wenigstens nicht angreifen.“
      Ihre Gegnerin ballte eine Faust. „Kch!“

      Jetzt wäre der ideale Zeitpunkt für eine Xyz-Beschwörung! Ruf' mich und wenn sie mich nächste Runde zerstört, inkarnierst du mich!

      Anya fasste sich an die Stirn und überlegte einen Moment. Kein schlechter Plan. „Nope.“

      Warum!?

      „Schon vergessen? Sie steht auch auf der Liste. Also ist inkarnieren tabu. Außerdem könntest du dabei verletzt werden und ich brauch dich in Top Form.“

      Ist das dein Ernst, Anya Bauer? Das ist nicht der Zeitpunkt dafür, deine 'Pitchest Black'-Liste abzuarbeiten! Für genau diese Art von Duellen benötigst du mich in Top Form!

      „Yeah, yeah, was auch immer“, winkte die Blonde demonstrativ desinteressiert ab, „Zug beendet.“

      „Hätte ich mir ja denken können“, zischte Kali hasserfüllt und zog schwungvoll von ihrer roten V-Duel Disk auf. „Aber eins verspreche ich dir: Du wirst es bereuen, Levrier nicht beschworen zu haben!“
      Sie rammte ihre neue Karte förmlich in den entsprechenden Kartenslot. „Ich aktiviere [Gear Overlay Polymerization]! Damit kann ich Monster von meinem Friedhof verbannen, um eine Celestial Gear-Fusion durchzuführen! Albatross, Owl, Eagle! Verschmelzt zu einer Einheit!“
      Neben ihrem pechschwarzen Mecharaben öffnete sich ein grauer Vortex, in den drei weiße Lichtstrahlen gezogen wurden. Sah man genau hin, konnte man als Zentrum ein Zahnrad erkennen, durch dessen Loch die Essenzen ihrer Monster absorbiert wurden.
      Kali richtete den Arm nach oben. „Fusion Summon! Reiß' alles an dich, [Celestial Gear – Synthetic Armored Vulture]!“
      Ein langer Körper schob sich aus dem Wirbel. Anthrazitfarbend und damit etwas heller als der Rabe neben ihm, dafür aber auch wesentlich massiger. Der metallische Geier spreizte seine weiten Schwingen und reckte den gebogenen Hals zurecht, um Anya aus roten Augen anzufunkeln.

      Celestial Gear – Synthetic Armored Vulture [ATK/2700 DEF/2700 (8)]

      Die sparte sich inzwischen ihre Kommentare. Egal wie viele dieser blöden Federviecher sie auch vernichtete, Kali gelang es durch diverse Beschwörungsmethoden immer wieder, neue aufs Feld zu bringen. Eins musste Anya ihrer Feindin lassen, sie war vom Niveau her nicht weit von Isfanel entfernt. Doch …
      „… den hab ich längst überholt.“
      „Hast du irgendetwas gesagt? Nein?“, kopierte Kali die Masche ihrer Gegnerin. „Dann tu mir den Gefallen und bleib auch still! Vulture, greife ihre Monster an! Los!“
      Sogleich erglühte der Metallgeier in weißem Licht.

      Celestial Gear – Synthetic Armored Vulture [ATK/2700 → 3200 DEF/2700 → 3200 (8)]

      Anya glaubte sich verhört zu haben? Hatte sie gerade im Plural gesprochen!? Die Antwort kam vom Vogelvieh selbst, welches seine gespreizten Schwingen nach vorne ausschlug und einen Hagel an finsteren Lichtblitzen auf Anyas Spielfeldseite losließ. Überall um sie herum schlugen jene ein, zerfetzten erst Garnet, dann Malachite und schließlich Tiger's Eye. Über der Blonden öffnete sich das Pendelportal und zog letztere beide als rote Lichtstrahlen in sich auf.
      Doch Anya beachtete dies kaum im finsteren Blitzgewitter. „Was zur Hölle!?“
      „Ganz recht, Vulture kann sämtliche deiner Monster auf einmal angreifen. Und jetzt kommt das große Finale: Direkter Angriff, [Celestial Gear – Synthetic Armored Raven]! Lösche ihre Lebenspunkte mit einem Schlag aus! Los!“
      Die roten Augen des Raben blitzten auf und feuerten kurzerhand gewaltige Laserstrahlen auf das erschrockene Mädchen zurück.
      „Nix da!“, gewann die schnell genug die Fassung wieder. „Schon vergessen, [Gem-Tiger] kann einmal pro Zug einen Angriff stoppen, indem ich einen Gem-Knight von meinem Friedhof verbanne!“
      In der Hand hielt sie dabei [Gem-Knight Garnet], der bei den anderen aus dem Spiel entfernten Karten in ihrer Hosentasche landete. Der weiße Tiger in der rechten Lichtsäule brüllte bedrohlich und sendete damit eine Schockwelle aus, die auf die Laserstrahlen traf – und durch sie hindurch glitt.
      „Was!?“, stieß Anya noch erschrocken hervor, dann wurde sie auch schon getroffen.
      Die Explosion war so stark, dass sie das schreiende Mädchen wie eine Puppe durch die Luft schleuderte. Jene sah den wolkenverhangenen Himmel, dann prallte sie hart auf das nächstgelegene Spielfeld des Stadions auf. Die Luft wich aus ihren Lungen, raubte ihr die Fähigkeit zu atmen.
      Anya hustete unkontrolliert und rollte sich auf die Seite. Ihre Jeans waren zerfetzt, voller Blut, das aus tiefen Wunden an ihren Beinen sickerte, wie sie aus den Augenwinkeln bemerkte. Womit auch der Schmerz eintrat. „Argh!“

      [Anya: 3700LP → 1700LP / Kali: 400LP]


      Wie sie nach Luft schnappte, streckte Anya die zitternde Hand nach dem linken Bein aus. Es wollte sich nicht rühren. Sie konnte es nicht bewegen! Und das rechte auch nicht!
      „Überrascht?“, fragte Kali höhnisch beim Anblick ihrer aufgelösten Gegnerin.
      Die sah mit geweiteten Augen zu ihr auf.
      „Nun, du hast den Angriff zwar abgewehrt, das stimmt schon. Aber damit gleichzeitig auch Ravens Effekt ausgelöst“, erklärte die selbsternannte Dämonengöttin hinter ihrer weißen Porzellanmaske süffisant, „weil du einen Karteneffekt in meinem Zug aktiviert hast. Raven mobilisiert dann die Kräfte aller Celestial Gear-Monster auf meinem Feld und fügt dir Schaden zu, der im hundertfachen Verhältnis der Stufen und Ränge jener Monster steht.“
      Anya rechnete im Kopf nach. Stufe 8 und Stufe 12, das waren 20 mal 100, also ganze 2000 Punkte an Schaden. Angewidert presste sie hervor: „Du elende Schlange!“
      „Sauer, weil du endlich bekommst, was du verdient hast?“ Kali rümpfte die Nase. „Tut sicher weh. Aber tröste dich, deine Beine brauchst du sowieso nicht mehr. Also bleib einfach liegen.“
      Stöhnend legte das blonde Mädchen ihre Hand auf das Bein und schloss die Augen. Sie spürte den Schmerz, oh Gott, den konnte man gar nicht ignorieren. Aber sie konnte sie einfach nicht bewegen.
      „Komm schon“, würgte Anya förmlich hervor. Das konnte doch nicht sein. „Los.“
      Aber nichts. Die Oberschenkel konnte sie frei bewegen. Aber alles darunter war schlapp, leblos.
      „Eine wie du braucht keine Beine“, hörte sie im Hintergrund Kali sagen.
      Bittere Tränen der Wut traten aus den Augen der Blonden. Welche sie feindseliger denn je aufriss und schwor: „Bete, dass ich das nicht überlebe, denn wenn doch, werde ich dir so viel mehr brechen, als nur ein paar Knochen!“
      „Mein Herz zum Beispiel? Na dann, Glückwunsch, Dumpfbacke.“ Kali griff nach ihrer Maske, ließ jedoch wieder von ihr ab. „… nein. Die Belohnung gibt’s erst ganz zum Schluss. Deine letzte Erinnerung auf dieser Welt soll die meines Gesichts sein.“




      Turn 84 – This Asylum Where I Sleep
      Was heute nicht geschieht, ist morgen nicht getan,
      Und keinen Tag soll man verpassen.
      Das Mögliche soll der Entschluß
      Beherzt sogleich beim Schopfe fassen.
      ~ Johann Wolfgang von Goethe


      Spoiler anzeigen
      Nun, dann versuche ich mal diese vorletzte (?) Episode der zweiten Staffel TLA gebührend zu würdigen. In gewisser Weise kann ich Evil Bakura nur zustimmen, einerseits freut man sich, weil der finale Coup bevorsteht, andererseits ist es wie bei jeder guten YGO-Staffel, man fragt sich, wie man danach ohne auskommen soll. Was könnte helfen? Ritalin? Heroin? Ich weiß es nicht, aber es wird schwer, das weiß ich :(


      Die nächste Folge wird wahrscheinlich sehr lang werden, ich wette 10 zu 1, dass daher wieder die Kartensektion ausfallen wird, immerhin wird wohl noch so einiges passieren.


      Aber zur Folge: die Abhängigkeitskonstellation Claire-Nigel ist ein spannendes Verhältnis: Claire hatte keine Wahl, sie und alles was ihr wichtig war, war bedroht, sie stand vor dem Verlust ihrer Existenz, wo sie doch eh schon mit der Armut ihrer Familie Pech hatte.


      Ich würde an dieser Stelle eigentlich gerne mit einer Schlussfolgerung ankommen, welche die ganze Sache mit Claire und Nigel logisch auf den Lauf der Geschichte zurückführen würde, genau wie dieser eine Interpret in Goethes Faust das Auftreten des Mephisto als Verselbstständigung von Fausts Charakter gedeutet hat, nur durchschaue ich TLA längst nicht ausreichend, um das tun zu können. Die Beziehung die mir in Relation zu der bisherigen Geschichte am deutlichsten erscheint ist Anya´s Traum von einem Dasein als unbesiegbare, aus eigener Kraft aufgestiegene Duel Queen. Diese Rolle erfüllte Claire zumindest bis zur Aufdeckung der wahren Hintergründe ihres Erfolgs. Jetzt hat Claire das aber nur schaffen können, weil sie ihre Emotionen aufgegeben bzw. abgegeben hat. Der Paktrahmen als Grund dafür ist zwar eine in der Fiktion zulässige Erklärung, begibt man sich jedoch auf die Ebene der Einfühlung, muss da noch mehr dahinterstecken, weil doch die Frage offenbleibt wieso gerade das Verhältnis Emotionen gegen Unbesiegbarkeit den Pakt begründet, denn ich gehe davon aus, dass der Hintergrund keinesfalls willkürlich beschaffen ist. Unterstellt man also eine Logik, kommt man nicht umhin darüber nachzudenken, wieso der Mangel an Emotionen jemanden unbesiegbar machen sollte. Emotionen sind nicht direkt kontrollierbar, sie erden das fühlende Subjekt, binden es also in gewisser Weise, machen es von etwas abhängig und machen so alles bedeutend komplizierter. Man könnte also fragen, wieso nicht einfach sich von allem distanzieren, wieso nicht alle Emotionen verbannen um endlich reibungslos zu funktionieren, wie ein absolutistischer Monarch, der sein Parlament suspendiert um endlich frei schalten und walten zu können. Eine Abkehr von allen internen Problemen, von jeder Verwirrung durch Zweifel oder Ablenkung durch Begehren. Dann die Eskalation der eigenen Lebenssituation von ihr und ihrer Familie, da scheint der Tausch durchaus verständlich. Insofern scheint der Fall Claire ein Stück weit plausibel. Aber wie steht es mit Nigel? Er ist durch seine ursprüngliche Emotionslosigkeit denkbar unabhängig, und wünscht sich doch nichts mehr als sich zu binden, sein Herz an einige liebe Menschen zu hängen, weil alles was er hat ihm ohne Emotionen stets fernbleiben muss. Da er wohlsituiert zu sein scheint, aber dies alles ihm wertlos erscheinen musste, ergibt es auch von seiner Seite aus Sinn. Was nicht heißt, dass der Pakt gut so ist, wie er ist. Zanthe kritisiert zurecht, denn Claire hatte praktisch keine Wahl, und der Tausch ist für sie sehr von Nachteil, weil sie nichts von ihrem Erfolg hat. Anders gesagt, hat Nigel ihre Situation ausgenutzt, denn Ruhm als substantieller als Menschlichkeit zu betrachten, ist in meinen Augen ein deutlicher Fehlschluss. Aber auch die Funktionsweise der Unbesiegbarkeit finde ich interessant: im Prinzip ist es, wenn ich das richtig verstanden habe, der Glaube, der Claire ihre Unbesiegbarkeit gewährt, jeder Mensch biegt sich die Welt ein Stück weit zurecht, nur bei Claire ist dies auf magische Weise stärker ausgeprägt, das passt gut zu dem was ich selbst über Glaube denke.


      Aber zurück zur Handlung, mir ist war erst nicht ganz klar, wieso er die Emotionen zurückgibt, aber dann ist mir bewusst geworden, dass er so versucht die Sinnlosigkeit von Zanthes Wunsch quasi zu beweisen. Dass dann am Ende Exa getötet (?) wird, gibt dem scheinbar absehbaren Erfolg Zanthes neben Claires Problemen dann noch zusätzlich einen bitteren Beigeschmack, der Ausgang bleibt spannend.


      Die Undying dagegen wirken bis auf Ricther irgendwie kurzsichtig bis undurchschaubar, warum wollen sie Matt nicht helfen, warum müssen sie einen auf stur machen oder verstehe ich nur die Situation falsch? Die Herkunft von Matts Paktmonster ohne Pakt müsste auch noch geklärt werden, wenn ich mich nicht irre. Sehr interessant ist neben der Duellschlacht auch die Offenbarung bezüglich der ewigen Ordnung. Schon irgendwie episch. Aber wenn die Undying Immatierelle (=Äthergeister) kontrollieren, wie kommt es dann, dass diese Pakte mit Sterblichen eingehen? Und wieso haben sie eine eigene Welt?

      Der wahre Feind/Plante Eatter wird in seiner Funktion erklärt, wer ihn aber wirklich kontrolliert bleibt wohl die entscheidende Frage. Dass er Sammler der Sohn der Carringtons ist wurde ja auch aufgedeckt. Aber ansonsten bleibt er wohl der rätselhafteste aller Charaktere, so viele Fragen umgeben ihn, ebenso wie Fragen bezüglich der Welt, ich denke ich muss sie nicht alle noch mal erwähnen. Dass Ricther Anya retten will ist erstaunlich, ich kann den Gründe für diese Motivation nicht wirklich verstehen, wie es schon mal erwähnt wurde: die Undying geraten außer Kontrolle.

      Da fällt mir nebenbei die besondere personell abwechslungsreiche Beschaffenheit der Duelle auf:

      1. Mensch (Hüter) gegen Dämon
      2. Mensch gegen Undying
      3. Undying gegen Dämon
      4. Mensch gegen Mensch

      Das Duell Anya gegen Kali ist seitens letzterer recht Anspielungsreich und mach Lust auf die Auflösung wer sie ist. Irgendein Instinkt sagt mir (schon seit langem übrigens), dass es Anyas Mutter ist, doch im selben Moment kommt mir das dann wieder total dämlich vor…

      Wie Anya ihre Verletzungen überstehen wird bleibt fraglich, aber ich tippe auf Levrier. Nun ja, mal sehen.


      Die Ankündigung für die nächste Folge mit einem Goethezitat zu bestreiten ist mal eine tolle Idee. Ich denke ich verstehe den Ausschnitt recht gut, auf TLA bezogen kann er sehr viel bedeuten. Die Überschrift verheißt dabei gleichzeitig ein tiefgreifendes Statement über die Symbolik von TLA. Kommt am Ende vielleicht auch noch ein Goethezitat? Ich stelle mit Erstaunen fest, dass eines meiner Goethelieblingszitate hervorragend passen würde:


      Alles Vergängliche, ist nur ein Gleichnis

      Das Unzulängliche, hier wird Ereignis

      Das Unbeschreibliche, hier ist´s getan

      Das ewig Weibliche, zieht uns hinan


      Weiß nicht, inwiefern das Zitat nicht ohnehin auf sehr viel passt, aber der Bezug zu Anya in doppelter Hinsicht qualifiziert es schon durchaus über das gewöhnliche Maß hinaus!


      In dem Sinne danke für deine FF und frohe Weihnachten, -Aska- :)
      -Aska-

      Juhu zur Sache mit der Ultimania. Aber einen guten Hoster, wenn man nicht selbst Webspace oder Zugriff zu welchem hat, ist schwer. Einige Filehoster von früher gibt es gar nicht mehr, über andere sagt man besser gar nichts.

      Theoretisch hätte es auch die Variante gegeben, Duelle jeweils für sich abzuhandeln, oder vielleicht je 2 parallel und dann zeitlich zurückzuspringen und das nächste zu durchlaufen. So aber wie gesagt fand ich es deutlich gelungener, weil du an spannenden Punkten unterbrechen und zum Nächsten wechseln konntest.

      Du hast also keine Angst davor, dass ich dich killen würde? Verstörend, aber gut zu wissen xDDDDD

      Mal sehen, was dir diese Folge an Erkenntnissen gebracht hat. ;)
      Dass sie lang war? xD

      Nein, im Ernst, nicht genug. Es kann nie genug Erkenntnisse geben xDDDDD



      Folge

      Nach der Folge fühlt man sich erstmal geschafft, weil sie so lang ist xD Aber trotzdem fand ich sie auf jeden Fall wieder super. Alle vier Duelle waren weiterhin spannend, und man rätselt immer noch, wie die jeweils ausgehen werden (abgesehen von Zanthes Duell, denke das ist zumindest am meisten absehbar und bereits wie nahezu vorbei wirkt.) Die anderen drei könnten sich aber wirklich noch in jede erdenkliche Richtung entwickeln.

      Insgesamt bot die Folge wieder diverse Highlights und wirklich eine Menge inhaltliche Handlung. Auf der einen Seite hat man mehr von Nigel und Claire erfahren, und sogar bei der Demonstration Nigels gesehen, was mit Claire passieren wird, wenn sie unkontrolliert ihre Emotionen zurückbekommt. Das Exa da fatalerweise ins Kreuzfeuer geraten ist, war wirklich Pech. Das war nebenbei erwähnt so ein richtiger Schockmoment, ala "Wenn was schiefgeht, dann richtig".

      Bei Matt und Zed hingegen hat man mehr über den Ätherstrom und Immaterielle erfahren. Hier war die Tatsache überraschend, dass die Undying mit einigen Immateriellen sogar zusammenarbeiten. Denn eigentlich würde man ja meinen, als Feinde der ewigen Ordnung würden sie auch Feinde der Undying sein. Aber da sind sie wohl etwas nachsichtig, wenn die Immateriellen "für" die ewige Ordnung arbeiten und mit den Undying kooperieren. Lustigerweise scheißen sich bei Anya bisher alle außer Ricther ins Hemd, wo man grundsätzlich einen ähnlichen Ansatz sich vorstellen könnte.

      Richtig gespannt bin ich hier aber auf den Besitzer der Stiefel. Ich hoffe ja sehr, dass sich dahinter Valerie verbirgt, die es nicht ausgehalten hat und unter Tatendrang Matt gefolgt ist. ^^


      Am meisten denke ich aber ist, anders als noch in der letzten Folge, in dieser bei der Szene zwischen Ricther und dem Sammler herübergekommen. Was hier gesagt wurde, wird denke ich alles noch sehr wichtig sein, auch wenn man aktuell bei vielem noch nicht wirklich abschätzen kann, wie das gemeint gewesen ist.
      Gerade die seltsame Art des Sammlers, alles was Ricther von sich gab süffisant wissend zu belächeln, während er ihn gleichzeitig konfrontativ weiter provoziert, war sehr mysteriös. Und so kleine Details innerhalb der Unterhaltung werfen auch Fragen auf, so wie die zweite Schwingen oben auf der Balustrade und ob da nicht noch jemand anderes mitmischt.


      Das Duell zwischen Anya und Kali war wiederholt von WTF-Momenten der beiden Charas gespickt. Insbesondere Kali, die bei jeder Aktion Anyas denken muss, dass die sie völlig verarschen zu wollen scheint, und als ob sie sich die Karten förmlich aus den Ärmeln zaubert xD (Anders als Zed, wo man ja fast glauben möchte, dass die das wirklich mit ihrem Pendel gemacht hätte xDDD).
      Aber auch die selbsternannte Dämonengöttin hat sich mit ihren mechanischen Vögeln immer weiter selbst übertrumpft und so Anya keinen Moment zum Durchatmen lassen.
      Am Ende sah es so aus, als ob Anya nur noch bedingt kampffähig wäre mit ihren Verletzungen, aber eine Anya gibt bekanntermaßen niemals auf, auch wenn sie auf dem Zahnfleisch kriechen muss. Aber vielleicht kann sie ja doch Hoffnung auf irgendeine Wunderheilung oder andere Hilfe haben? Immerhin ist sie der MC xD

      Und natürlich fehlten sie in den Szenen wieder nicht, die kryptischen Phrasen, die andeuten sollen, wer sich hinter Kali wirklich verbirgt. Meine beiden Theorien kennst du ja bereits. Ich bin da wirklich gespannt, ob eine der beiden sich letztlich bewahrheiten wird oder zumindest daran kratzte.


      Die Vorschau zur nächsten Folge ist mal was anderes, ungewohnt, dennoch nett. Aber denke, auf die 'letzte' Folge kann man auch schlecht einen Ausblick geben, ohne was zu spoilern. Also dann, lass es 'knallen' (haha, zum Jahresende, ein Knaller xD)
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      .:: Cold Desire - Reboot in Arbeit ::.
      Erstmal wieder herzlichen Dank an alle, die sich mit dieser Fanfic beschäftigen. :)
      Ein letztes Mal dieses Jahr werde ich die Server von eTCG herausfordern. Ich wünsche euch allen schon vorab einen guten Rutsch ins neue Jahr.

      @Mcto

      Tja, ich würde ja sagen, lies eine andere YGO-Fanfic. Aber eh … gibt ja keine (mehr). <.<

      Deine Interpretation der Beziehung Nigel/Claire finde ich sehr interessant. Gerade die Bezeichnung der Emotionen als etwas Unkontrollierbares finde ich passend.
      Allerdings muss man dazu sagen, dass es nicht die Emotionslosigkeit ist, die Claire unbesiegbar macht. Oder doch? ;)
      Auf jeden Fall ein spannendes Thema, wenn man so will.

      Ich denke, kurzsichtig und stur passt zu Zed relativ gut. Sie weiß, worum es geht, weigert sich aber beharrlich, von dem ihr bekannten Weg abzuweichen. Natürlich hat das auch einen Grund, gerade was den Sammler angeht. Aber im Gegensatz zu ihr denkt Ricther wenigstens darüber nach.

      Die Undying kontrollieren nicht alle Immateriellen, haben jedoch eine starke Verbindung miteinander.

      In dem Sinne, lass dich mal überraschen, was diese Folge mit sich bringt. So viel kann ich schon mal verraten: Kein Goethe-Zitat. Zu oft und es ist nichts Besonderes mehr. :)

      Vielen Dank für deinen Post.

      PS: Deines kannte ich noch gar nicht. Finde es nicht schlecht. ^^

      @Evil Bakura
      Ich weiß echt noch nicht, wie ich das anstellen soll. Aber dazu muss ich die Ultimana 2.0 eh erstmal bearbeiten und das dauert sowieso seine Zeit. Zwei Duelle pro Folge wäre auch gegangen, aber dann hätte ich auch die doppelte Zahl an Finalfolgen gehabt. Oder versteh ich da was falsch?

      Was die Immateriellen angeht, gibt es vielleicht einen Grund, warum die gerade nicht Feinde der Undying sind. ;)

      Du weißt du längst, wem die Stiefel gehören. Es gibt nur eine Person, die den Walk of Awesomeness beherrscht. XD

      Tja, geknallt wird heute noch nicht. Aber vielleicht fällt ja wenigstens Kalis Maske?

      Auch dir herzlichen Dank für den Post. ^^


      Und wie Mcto richtig vorhergesehen hatte, reicht der Platz mal wieder NICHT für die Kartensektion. In dem Sinne werde ich die kompletten Listen des Finales in einem seperaten, zweiten Post veröffentlichen.
      Jetzt aber viel Spaß. ^^

      Turn 84 – This Asylum Where I Sleep
      Anyas Schmerzensschreie hallten durch das riesige, leere Ephemeria Bridge Stadion. Das Mädchen saß auf dem Hosenboden und hielt ihren blutenden Unterschenkel.
      „Denkst du, dass ich mich von deinem dämlichen Gehabe beeindrucken lasse?“, keifte sie. Sie legte eine Hand auf den Boden des Spielfelds #39 auf, welches sie benutzten. Vorsichtig zog sie das taube Bein an. „Du willst mir erst sagen, wer du bist, wenn ich schon am Abnippeln bin?“
      Nur mit zusammengebissenen Zähnen gelang es ihr, in eine hockende Position zu kommen. Der Schweiß auf ihrer schneeweißen Stirn rann ihr bis an die Wangen hinunter, als das Mädchen wie eine Sprinterin hockte und sich langsam erhob. „Ehrlich, wenn das so ist, kommen wir nie zu Potte!“
      Auf wackeligen Beinen stand sie und grinste die maskierte Kuttenträgerin an. „Also streng deinen Grips ein wenig an und denk dir was Besseres aus. Denn ich verliere- Urgh!“'
      Sie knickte förmlich weg und schlug hart auf der Seite auf. Kali verfiel in eine regelrecht hysterische, bösartige Lache.
      „Nanu, ist deine große Rede vom schwachen Fleisch unterbrochen worden?“
      Anya hielt sich den Schenkel und stöhnte.
      „Wie demütigend das sein muss, seinem Gegner nicht gegenüberstehen zu können. Für dich ganz besonders, das weiß ich. Du willst dich niemandem unterordnen, vor niemandem knien. Aber ich habe dich zu Fall gebracht.“ Kali verschränkte selbstherrlich die Arme. „Du wirst in deinem nur noch sehr kurzen Leben nie wieder aufrecht stehen. Deine letzten Atemzüge wirst du kauernd am Boden nehmen, da, wo ein Wurm wie du hingehört!“
      „Kch. Jetzt schnappst du völlig über, dämliche Pissnelke. Beende lieber deinen Zug.“ Anya musste vor Schmerz die Augen zukneifen. „Mach schon!“
      Ihr war schwindelig. Doch es waren nicht nur die Schmerzen, die ihr zu schaffen machten. Seit dem Angriff fühlte sie sich derart erschöpft, dass sie sich nur mit Mühe konzentrieren konnte. Das konnte doch nicht nur an dem Treffer an sich liegen. Irgendetwas hatte diese blöde Kuh mit ihr angestellt!

      Kali sah nach oben zu ihren beiden schwarzen, gepanzerten Metallvögeln. Der linke war ein schlanker Rabe, sein Partner dagegen ein großer, stattlicher Geier.

      Celestial Gear – Synthetic Armored Raven [ATK/3500 DEF/3000 (12)]
      Celestial Gear – Synthetic Armored Vulture [ATK/2700 DEF/2700 (8)]

      Weder sie noch Anya besaßen Karten auf der Hand, die Blonde dafür noch zwei Monster in den beiden hellblauen Lichtsäulen, die sich auf einiger Entfernung neben ihr befanden. In jenem befanden sich ein roter Krieger, der eine lange Hellebarde mit sich führte und ein weißer Tiger, dessen Rücken mit einer bis zum Schwanz reichenden Reihe aus Diamanten bespickt war – [Gem-Knight Jasper] und [Gem-Tiger].

      <2> Anyas Pendelbereich <8>


      „Nun, da du so nett gefragt hast, werde ich meinen Zug für dich beenden. Was willst du auch noch großartig erreichen? Levrier mit deinen Pendelmonstern beschwören? Wenn du ihn in meinem Zug inkarnierst, wird Raven dich sofort mit seinem Effekt bis zum Mond jagen.“ Kali kicherte. „Was lästig wäre, denn dann könnte ich die Maske nicht mehr vor deinen Augen fallen lassen. Also denk dir etwas Besseres aus. Oder lass es gleich ganz.“

      Anya schluckte. Das Miststück hatte Recht. Wenn sie in Kalis Zug einen Karteneffekt aktivierte, würde dieses beschissene Vogelvieh sofort Schaden rausdrücken, für jeden Stufenstern all ihrer Celestial Gears 100. Was nach momentanem Stand tödlich wäre.

      [Anya: 1700LP / Kali: 400LP]


      Mit der Pendelbeschwörung konnte sie Pyrite, Malachite und Tiger's Eye beschwören. Auf ihrem Friedhof lag noch [Gem-Knight Fusion]. Damit könnte sie Master Diamond rufen, doch der wäre nicht stark genug, um ausreichend Schaden für einen Sieg auszuteilen. Auch ihre anderen potentiellen Fusionsmonster waren zu schwach, um etwas zu reißen.
      „Crap!“, fluchte Anya und schlug mit der Faust auf das Parkett.
      Alles hing also von der Karte ab, die sie jetzt ziehen würde.

      Anya Bauer, noch können wir es wenden! Nutze meine Kraft und füge dem Schicksal einen neuen Pfad hinzu.

      Levriers Stimme in ihrem Kopf ließ das Mädchen aufhorchen. Aber sie schüttelte den Kopf. „Ne. Wenn ich nicht mal die ohne Hilfe besiegen kann-“

      Hör auf, ständig die Hilfe anderer abzulehnen! Deine Situation erlaubt es dir nicht, noch weiter wählerisch zu sein! Ohne Hilfe wärst du heute gar nicht hier!

      Erschrocken presste sich Anya die blutbeschmierten Hände gegen die Ohren. „Geez, schrei' doch nicht so!“
      „Wie erbärmlich. Die große Anya Bauer muss sich auf die Kraft eines verkrüppelten Immateriellen verlassen.“ Kali zuckte mit den Schultern. „Nur zu. Untermauere deine Schwäche ruhig noch ein wenig.“
      Anya weitete die Augen und griff nach ihrem Deck. „Pah! Mit dir werde ich auch so fertig!“

      Lass dich nicht provozieren!

      Doch es war schon zu spät. Anya riss in ihrer halb liegenden Position eine Karte von ihrem Deck, ohne noch einmal darüber nachzudenken, Levriers Kräfte zu nutzen.
      Als sie ihre neue Karte sah, weiteten sich ihre Augen. Dann zeigte sie sie vor. „Na geht doch, ich aktiviere [Gem-Trade]! Damit verbanne ich ein Gem-Knight-Fusionsmonster von meinem Friedhof und ziehe für jede drei Sterne, die es besitzt, eine Karte.“
      Vor ihr stieg ein strahlender Brillant in die Höhe, da sie [Gem-Knight Lady Brilliant Diamond] gewählt hatte, und zerbarst in drei Teile. „Stufe 10 bedeutet dreimal ziehen. Aber auch dreimal hintereinander das normale Ziehen auszusetzen.“
      Anya bezweifelte jedoch, dass es noch eine weitere Runde für sie geben würde. Mit dem Fingernagel ihres Daumens fuhr sie über ihr Deck, bis genau drei Karten auf diesem auflagen.

      Das ist die perfekte Gelegen-

      Stur wie Anya jedoch war, würde dieses Duell genau über den Pfad verlaufen, der von Anfang an vorherbestimmt war. Sie zog drei Karten und fächerte sie vor sich auf. Nur um bei ihrem Anblick zu erschrecken.
      Denn es waren die Falle [Gem-Enhancement] sowie die beiden Zauberkarten [Pendulum Fusion] und [Mystical Space Typhoon]. Nutzlos …
      „Du hättest vielleicht doch besser auf Levrier hören sollen“, höhnte Kali, als Anya wie gelähmt aufsah. „Deine typische Selbstüberschätzung wird dich das Leben kosten. Versprochen.“

      ~-~-~


      Die gezackte, leuchtende Klinge in Claires Hand ragte aus Exas Rücken, welcher mit geöffnetem Mund in Zanthes Richtung blickte. Jener war starr vor Schreck und nahm gar nicht mehr wahr, dass sein weißer Krieger den riesigen, schwarzen Stier angriff.

      Murciélago The Thunderblade Bull [ATK/4000 DEF/0(9)]
      Constellar Hyades [ATK/2500 DEF/1100 {3} OLU: 1]

      Wie ein Komet schlug dieser in das am Boden liegende Wesen ein, das so massig war, dass Nigel es in dieser Lage gerade einmal mit dem Kopf überragte. Doch auch wenn der rothaarige, bärtige Manager der Weltmeisterin genauso erschrocken von den Geschehnissen war, bekam er sehr wohl mit, was in dem Duell geschah und wirbelte herum.
      In dem Moment explodierte Murciélago in einem heftigen Knall. Aus der Rauchwolken kamen nacheinander die zwölf Symbole der Tierkreiszeichen geschossen und begannen sich in einem Kreis um den Mann zu drehen.
      „Ah!“ Jener wich einen Schritt zurück, Richtung seines weißen Hauses. In ihrer Drehung rissen die glühend goldenen Zeichen die Realität regelrecht auseinander und erzeugten die Illusion, als befände sich Nigel im Weltall.
      „Exa!“, schrie Zanthe aufgelöst und begann in dessen Richtung zu rennen.
      Gleichzeitig lösten sich die Sterne aus dem All um Nigel und schossen von allen Seiten auf diesen zu, welcher erschrocken begriff. „Durchschlagschaden? Ah! Urano Metria!“
      Kreuz und quer, von oben und unten wurde er bombardiert. Und dann sah er ihn auf sich zukommen, den weißen Krieger, welcher einen flammenden Schweif hinter sich her zog und mit gezückten, rot leuchtenden Klingen bereit zum letzten Schlag war. Über Kreuz verpasste er dem Mann einen Hieb, welcher diesen zurückwarf.
      „Doppelter Kampfschaden durch [Stoic Challenge]“, fügte jener das Puzzle im Fallen zusammen, verfolgte mit seinem Blick Zanthe, der seinen Freund fast erreicht hatte. „Brillant.“
      Dann schlug er mit dem Rücken hart vor seiner eigenen Haustür auf.

      [Zanthe: 300LP / Nigel: 3300LP → 0LP]


      Hyades' Hologramm vor ihm verschwand in dem Moment, als Zanthe Claire und Exa erreicht hatte. Instinktiv machte der Werwolf mit seiner Hand eine wischende Bewegung, die die Klinge in der Hand der Blonden verschwinden und in einem grellen Lichtbogen in den Himmel aufsteigen ließ, welcher Richtung Ephemeria City davon zischte.
      Zanthe fackelte nicht lange und verpasste der jungen Frau einen Handkantenschlag gegen den Hals, welcher sie bewusstlos zusammenbrechen ließ. Exa legte die Hand auf sein kariertes Hemd und torkelte rückwärts, fiel und wurde gerade so von Zanthe aufgefangen.
      „Hey! Hey!“ Unbeholfen hielt der seinen Freund fest, welcher immer weiter hinab sank, bis er sanft auf den Boden gelegt werden musste.
      „Du darfst nicht sterben“, bat Zanthe den Tränen nah. „Bitte!“
      Doch ihm fiel etwas auf. Dort, wo sein Freund die Hände aufgelegt hatte, sickerte kein Blut heraus.
      Unsicher, was er davon halten sollte, berührte er die Finger Exas und schob sie mit sanfter Gewalt weg, nur um das Loch in seinem Hemd zu sehen. Tatsächlich, kein Blut.
      „Was …?“
      „Zanthe“, brachte Exa schwach hervor, „nicht.“
      Doch entgegen der Bitte riss der Kopftuchträger das Hemd auf und sah mit geweiteten Augen den Grund dafür, dass kein Blut geflossen war. Denn dort, wo das Herz seines Freundes schlagen sollte, war durch einen winzigen Spalt eine Pumpe zu sehen, mit einem tiefen Riss in dem Gummiballon darüber.
      „Exa, du, du bist“, stammelte er und strich mit dem Finger über seine Haut. Dort, wo das Schwert ihn durchbohrt hatte, war sie abgepellt und gab eine dünne Metallschicht preis.
      „Keine Maschine“, unterbrach sein Freund ihn. „Ich bin aus Fleisch und Blut. Zumindest größtenteils.“
      Zanthe sah ihn verwirrt an. „Aber dein Herz … wo ist es!?“
      „Fort. Schon lange. Du weißt doch, meine Welt war von Natur aus ein gefährlicher Ort. Da kommt es schon mal vor, dass man das ein oder andere wichtige Körperteil einbüßt.“ Er lachte bitter auf.

      Inzwischen gesellte sich auch Nigel zu den beiden und bückte sich nach Claire, die hinter Zanthe bewusstlos am Boden lag. Sanft strich er über ihre Wange. „Verzeih' mir.“
      „Verschwinde“, zischte Zanthe, ohne ihn anzusehen.
      „Du verjagst mich von meinem eigenen Grundstück?“ Der Rothaarige erhob sich wieder. „Ich müsste derjenige sein, der euch fortschickt. Doch das spielt keine Rolle mehr, du hast bekommen, was du so sehr begehrt hast. Ich hoffe, du bist jetzt glücklich.“
      Nun sah der Werwolf zornig funkelnd über seine Schulter. „Sehe ich so aus!? Das ist deine Schuld!“
      „Hmm. Dein Freund, er lebt, obwohl sein Herz durchbohrt wurde.“
      Mit einem gewissen Interesse kniete sich Nigel neben Zanthe und fuhr mit der Hand über Exas Haut, was dieser mit einem äußerst feindseligen Eindruck über sich ergehen ließ. „Diese Haut ist echt und das, obwohl sie über einer Metallschicht liegt. Interessant. Eine ganze Reihe von Organen ist synthetischer Natur. Ihm zu helfen wird nicht leicht sein.“
      „Tja, eure Ärzte können wohl kaum mein gebrochenes Herz behandeln“, erwiderte Exa scherzhaft, klang dabei aber ziemlich erbärmlich.
      Zanthe wusste nicht weiter. „Und was sollen wir tun? Wir können dich doch nicht sterben lassen!“
      „Die Nebenpumpen können mich noch ein paar Minuten versorgen, aber das Loch muss irgendwie geschlossen werden.“ Der junge Mann mit den blonden Braids schluckte. „Ich habe nur keine Ahnung womit.“
      „Einen Moment.“ Nigel sprang auf und schritt an ihnen vorbei um das Haus herum.

      Verwirrt fragte Exa leise: „Will er uns jetzt etwa helfen …? Ich sag dir, der Typ ist seltsam.“
      „Er ist ein Dämon.“ Zanthe seufzte und sah zu Claire herüber. Sein Herz pulsierte förmlich und er wünschte, dasselbe wäre auch bei seinem Freund der Fall. „Aber offenbar sieht er keinen Sinn mehr darin, uns zu bekämpfen.“
      Irgendetwas knallte hinter dem Haus.
      „Was macht der da?“, wollte Exa wissen. „Verschwinde lieber …“
      Und bekam von Zanthe ein Kopfschütteln als Antwort. Der betrachtete wieder das höchstens acht Zentimeter weite Loch in seiner Brust. Exa war also so etwas wie ein Cyborg? Aber bei näherer Betrachtung ergab es Sinn. Seine Welt war viel fortschrittlicher gewesen als die Erde. Auch wenn es am Ende nur noch wenige Menschen gab, wussten die sich zu helfen und ersetzten verlorene Organe und Gliedmaßen.
      „Wie hast du dein Herz verloren?“
      „Ich wurde von einem Hybrid aufgespießt, der sich als Mensch getarnt hatte. Es war ein Knochen, den er aus seinem Handrücken abgefeuert hat. Abartig, sag ich dir.“ Exa verzog das Gesicht, lächelte dann aber glücklich. „Naja, normalerweise lasse ich mich von sowas nicht treffen. Aber wäre ich nicht dazwischen gegangen, wäre eine gute Freundin gestorben.“
      Ein schwaches Lächeln bildete sich auf Zanthes Lippen. „Sieht dir ähnlich. Das wird dich nochmal umbringen.“

      Gespannt sah der Schwarzhaarige auf, als Nigel zu ihnen zurückkehrte. In seiner Hand trug er das Rad eines Fahrrads. Der eigentliche Reifen war bereits entfernt worden, womit der Schlauch freigelegt war.
      „Dieses Material sollte ausreichen.“
      „Simpel, aber gar nicht schlecht“, sprach Exa überrascht.
      „Aber wie sollen wir an die Pumpe rankommen?“ Zanthe sah seinen Freund nervös an, welcher die Augen schloss.
      „Ihr werdet mich aufschneiden müssen. Und das wird nicht einfach.“
      „Vielleicht sollten wir dich doch zu einem Arzt bringen? Irgendwie werden wir den schon dazu bringen, dich-“
      Nigel schüttelte den Kopf. „Dazu bleibt keine Zeit mehr. Der Zustand deines Freundes verschlechtert sich bereits. Wir müssen ihn reinschaffen und eine Operation durchführen. Meine Ehefrau ist Krankenschwester. Sie wird uns helfen.“
      „Das kann nicht dein Ernst sein!“, schoss es aus Zanthe. „Wie willst du das anstellen!?“
      Als hätte er ihn gar nicht gehört, beugte sich der Mann zu Exa und schob einen Arm unter dessen Schulter, um ihm aufzuhelfen. „Ich werde dich nicht betäuben können.“
      „Damit kann ich leben.“
      „Da deine Haut nicht synthetisch ist, wirst du große Schmerzen erleiden. Falls du das überhaupt überlebst.“ Der Rothaarige zog ihn förmlich aus Zanthes Armen, welcher mit weit aufgerissenen Augen beobachtete, wie der Dämon ihn Richtung Tür schleppte.
      „Ich habe schon Schlimmeres überstanden. Solange ihr nicht an meine echten Organe rangeht. Der künstliche Teil ist gut vom organischen abgetrennt, da kommen so schnell keine Bakterien durch.“
      Mit offenem Mund raffte Zanthe sich auf.
      „Du, kümmere dich um Claire“, wies Nigel ihn mit einem Blick über die Schulter an.
      „Warum tust du das für uns?“, wollte der Werwolf hilflos wissen und näherte sich der bewusstlosen Blonden, griff unter ihre Schulter und hievte sie hoch.
      Sein Gegenüber sah ihn eindringlich an. „Ich tue es für sie. Für meine Hilfe erwarte ich eine entsprechende Gegenleistung.“

      ~-~-~


      „Was ist los? Hat es dir die Sprache endgültig verschlagen?“
      Anya starrte Kali hasserfüllt an. Sie würde auf keinen Fall den Kopf senken, selbst wenn ihre Lage aussichtslos war. Alles was sie tun konnte, war, ihre Pendelmonster als Schutzschilde zu beschwören. Doch selbst das war sinnlos, da der Mechageier [Celestial Gear – Synthetic Armored Vulture] jedes ihrer Monster angreifen konnte und mit [Banished Power Gear] auf 3200 Angriffspunkte kam. Und weder Levrier noch ihre Fusionsmonster würden ihr etwas nutzen, denn sollte sie einen Karteneffekt in Kalis Zug aktivieren, würde deren pechschwarzer Maschinenrabe sie sofort mit seiner Fähigkeit umnieten.
      „Crap!“, fluchte Anya leise. Und brach in einem Anflug zorniger Verzweiflung in wütendes Geschrei aus. „Fuck, was ist dein Problem mit mir!? Ich bin vielen Leuten auf die Füße getreten, aber keinem so sehr, dass er einen Rachefeldzug startet!“
      Kali schnalzte mit der Zunge. „Das wag' ich mal zu bezweifeln, aber du hast Recht, ich gehöre nicht zu deinen Klassenkameraden. Doch wir kennen uns trotzdem. Und das schon sehr lange.“
      „Ach ja?“ Anya zeigte die Zähne. „Dann rück' endlich raus mit der Sprache! Bevor ich das wenige Interesse, das ich an dir habe, komplett verliere.“
      „Langweiliger Spruch. Du weißt, was zu tun ist, wenn du die Wahrheit hören willst.“

      Anya sah auf ihr rotes D-Pad. Natürlich, wenn sie den Zug beendete oder gleich aufgab, würde ihre verhasste Feindin endlich reden. Aber das war es nicht wert. Eine Anya Bauer gab nicht einfach so auf. Es musste etwas geben das sie tun konnte.
      „Fick dich!“, fauchte die Blonde garstig und streckte den Arm in die Höhe. „Schwinge bis in alle Ewigkeit, Pendulum!“
      Zwischen dem roten Ritter und dem weißen Tiger in den Lichtsäulen neben ihr öffnete sich ein riesiges Portal, umgeben von zahlreichen Lichtellipsen. „Von meinem Extradeck: [Gem-Knight Pyrite], [Gem-Knight Malachite] und [Gem-Knight Tiger's Eye]! Pendulum Summon!“
      Aus dem Riss schossen drei rote Lichtstrahlen, die vor der auf der Seite liegenden Anya einschlugen. In einer Reihe stellten sich vor ihr ein weißer Ritter mit würfelförmigen, silbrigen Schulterplatten, welcher die beiden riesigen Schildhälften aneinander legte, ein blau-grün schimmernder mit langer Stabwaffe in der Hand und letztlich ein gold-bronze gestreifter Ritter, der eine Kettenpeitsche schwang, auf.

      Gem-Knight Pyrite [ATK/0 DEF/2800 (6) PSC: <8/8>]
      Gem-Knight Malachite [ATK/1000 DEF/1900 (4) PSC: <2/2>]
      Gem-Knight Tiger's Eye [ATK/1600 DEF/1600 (4) PSC: <2/2>]

      Anya überlegte fieberhaft. Sie könnte auch nur Tiger's Eye mit einem der anderen beiden fusionieren, um mit dessen Effekt den schwarzen Metallgeier zu zerstören. Den dritten nutze sie dann, um [Angel Wing Dragon] zu rufen, welcher zumindest ein wenig Schutz bot. Nein, das ging ja nicht, da der seinen Effekt auch aktivierte, wenn er sich zum Ziel eines Angriffs machte. Und wenn sie stattdessen den rotäugigen Raben vernichtete, würde der Geier trotzdem all ihre Monster angreifen können.
      „Verdammte Scheiße!“, fluchte Anya lauthals. Egal was sie sich ausdachte, es scheiterte letztlich immer an einem kleinen Detail. Und wie sie bereits gesehen hatte, würden diese Mistviecher sowieso aufs Spielfeld zurückkehren, wenn sie zerstört wurden. Zwar nur bis zum Ende von Kalis nächstem Zug, was aber mehr als ausreichen würde, um sie komplett zu vernichten.
      „Hoffnungslosigkeit ist ätzend, nicht wahr?“, stichelte Kali ungehemmt weiter. „Hier wird dich niemand vermuten und retten kommen. Und ich habe auch nicht vor, deine Leiche hier rumliegen zu lassen. Wenn es überhaupt eine geben wird, bei dir weiß man das nicht so genau.“
      Anya schnappte gallig zurück: „Zanthe weiß wo ich bin!“
      „Und wie soll er dir helfen, wenn er so weit weg mit einem Hüter kämpft? Denkst du, der Zufall hat mich dazu gebracht, dich ausgerechnet heute Abend herauszufordern? Idiotin.“
      Also wusste Kali, dass sie und Zanthe eigentlich ein paar Hüter einstampfen wollten!? Dieses Miststück! Sie musste sie beide beobachtet haben, oder was auch immer.
      „Was soll das überhaupt heißen, du weißt nicht, ob es eine Leiche von mir geben wird!?“
      „Oh, jetzt kommen wir der Sache langsam näher. Du weißt wirklich gar nichts über dich, oder?“
      Irgendwie gefiel Anya nicht, wie Kali das sagte. Wenn ihr nicht sowieso schon ganz flau im Magen wäre, dann spätestens jetzt. „Was ist mit mir? Hat es was mit dem zu tun, was der Sammler mir angetan hat!?“
      „Nein. Das hat allein damit zu tun, wie du entst-“

      Kali reckte schlagartig den Kopf in die Höhe. Im hohen Bogen rauschte ein greller Lichtstrahl über das Dach des Stadions, machte eine Kurve nach unten und schlug direkt in Anyas rotem D-Pad ein.
      Die stieß einen entsetzten Schrei aus und hielt schützend die andere Hand vors Gesicht, um nicht geblendet zu werden.
      „Was war das!?“
      Es dauerte einen Augenblick bis Anya begriff. Sie sah auf den Bildschirm ihres D-Pads. Und als sie sich die Informationen dort durchgelesen hatte, kehrte ihr Kampfgeist zurück.
      „Pech für dich“, zischte sie bitterböse, „sieht so aus, als ob meine Freunde mir doch helfen.“
      „Moment! Das ist die Hüterkarte von-!“
      „Bingo!“
      Anya biss die Zähne zusammen und stützte beide Hände auf dem Parkett ab. Als sie in die Hocke wechselte, schmerzten ihre Beine bereits so sehr, dass es ihr ein leises Stöhnen entlockte, aber sie nahm all ihre Kraft zusammen und erhob sich langsam.
      „Mich bringst du nicht so schnell zu Fall wie du denkst“, presste sie schweißnass hervor und stand, wenn auch gefährlich schwankend, auf beiden Beinen. „Soll ich dir was sagen? Mir ist eigentlich völlig egal, warum du dich an mir rächen willst. Wenn du meinst, meine Feindin spielen zu müssen, nur zu. Aber das ist bisher niemandem gut bekommen!“
      Sie griff eine Karte aus ihrem Blatt und hielt sie entschlossen in die Höhe. „Ich aktiviere [Pendulum Fusion] und verschmelze Pyrite, Malachite und den Zauber [Mystical Space Typhoon] sowie die Falle [Gem-Enhancement] von meiner Hand!“
      Als sich über Anya das Pendelportal öffnete und sich in diesem wiederum ein blau-orangener Wirbel auftat, der zuerst den weißen und grün-blauen Ritter, dann die beiden letzten Handkarten des Mädchens absorbierte, verlor Kali die Beherrschung. „Eine Fusion von Monster, Zauber und Falle!? Ist das dein Ernst!? Warum kannst du dich nicht endlich deinem Schicksal fügen!?“
      „Weil ich das nie tun werde!“ Ein gewaltiger Blitz schlug vor dem Mädchen ein und hüllte ihr ganzes Spielfeld in Rauch. „Fusion Summon! Zerstöre, [Murciélago The Thunderblade Bull]!“
      Klingenbesetzte Hufe setzten vor ihr auf das Parkett auf. Der riesige, pechschwarze Stier röhrte so laut er konnte. Sein zu Zöpfen geflochtenes Rückenfell wurde durch die Entladungen, die ihn ohne Unterbrechung umgaben, regelrecht angehoben.
      „Hell yeah!“, grinste Anya über beide Backen, als sie die elektrischen Klingen an seinem Kopf bemerkte, welche wie Hörner gebogen waren.

      Murciélago The Thunderblade Bull [ATK/0 DEF/0 (9)]

      Anya warf einen Blick auf ihr D-Pad, wo sie die lila umrandete Karte platziert hatte. Seit er hier war, fühlte sie sich viel stärker. Und der Schmerz in ihren Beinen schien wie weggeblasen. Was auch immer dieses Artefakt bewirkte, es war verdammt cool!
      „Zeig ihr, was du drauf hast! Greif' [Celestial Gear – Synthetic Armored Raven] an!“
      „Ein Angriff?“, staunte Kali. „Das ist nicht gut.“
      Der Stier schabte mit seinem linken Vorderlauf und zischte wie ein Blitz über das Spielfeld, sprang kurz vor Kali in die Luft und krachte in den stählernen Vogel. Blitze regneten dabei über das gesamte Spielfeld der Kuttenträgerin, die von jenen und der anschließenden Explosion mitgerissen wurde. „Argh!“
      Noch ein Blitz zischte vom Himmel und schlug in den Geier ein, welcher ebenfalls lautstark in die Luft ging.
      „Das ist doch was!“ Anya verschränkte zufrieden die Arme. „Tja, nach einem Kampf kann Murciélago bis zu zwei deiner Karten zerstören, ohne dabei selbst einen Kratzer abzubekommen. Und er bekommt dann für jede noch 1000 Angriffspunkte.“
      Ein Lichtblitz vor ihr brachte den riesigen Bullen zurück, um den tosende Blitze schlugen.

      Murciélago The Thunderblade Bull [ATK/0 → 2000 DEF/0 (9)]

      „Wirklich? Du denkst, das reicht aus?“ Kalis Stimme drang selbstbewusst durch den Qualm auf ihrem Spielfeld. Welcher sich mit einer Handbewegung ihrerseits effektvoll verzog. Anstatt von den Trümmern ihrer Monster begraben zu werden, verharrten die Zahnräder und andere Reststücke um sie herum starr in der Luft. „Effekt von [Celestial Gear – Synthetic Armored Vulture]! Er bringt bis zum Ende meines nächsten Zuges alle Synthetic Armored-Monster, die ich gespielt habe, zurück aufs Feld!“
      Anya weitete erschrocken die Augen, als sich die Zahnräder von Kali wegbewegten und in fünf Gruppen aufteilten. Ein Trümmerhaufen nach dem anderen setzte sich zu einem eindrucksvollen Vogel zusammen. Es waren der etwas kleinere Fink, die vollschlanke Taube, der elegante Schwan, der Rabe und zuletzt der Geier selbst. Wie eine eiserne Mauer flogen die fünf Monster über Kali.

      Celestial Gear – Synthetic Armored Finch [ATK/2000 DEF/0 (4)]
      Celestial Gear – Synthetic Armored Dove [ATK/500 DEF/2500 {4}]
      Celestial Gear – Synthetic Armored Swan [ATK/2900 DEF/2800 (8)]
      Celestial Gear – Synthetic Armored Raven [ATK/3500 DEF/3000 (12)]
      Celestial Gear – Synthetic Armored Vulture [ATK/2700 DEF/2700 (8)]

      Im Antlitz dieser unaufhaltsamen Monsterarmee sank Anya fassungslos in die Knie und ließ den Kopf hängen. „… Zug beendet.“

      Kali, die wortlos aufzog und die neue Karte nicht betrachtete, bemerkte gar nicht, dass ihre verhasste Widersacherin in ihrer resignierenden Haltung tatsächlich grinste.
      „Selbst dein neues Monster kann nichts mehr ausrichten. Ich werde mir ein für alle Mal nehmen, was mir zusteht! Dein Leben!“ Kali streckte die Hand nach vorne und schrie: „Los meine Monster, greift an!“
      Mit Ausnahme der Mechataube begannen die Riesenvögel in weißer Aura aufzuleuchten.

      Celestial Gear – Synthetic Armored Finch [ATK/2000 → 2500 DEF/0 → 500 (4)]
      Celestial Gear – Synthetic Armored Swan [ATK/2900 → 3400 DEF/2800 → 3300 (8)]
      Celestial Gear – Synthetic Armored Raven [ATK/3500 → 4000 DEF/3000 → 3500 (12)]
      Celestial Gear – Synthetic Armored Vulture [ATK/2700 → 3200 DEF/2700 → 3200 (8)]

      „Selbst wenn dein Murciélago noch über einen Effekt verfügen sollte, würde dich dieser zerreißen, da [Celestial Gear – Synthetic Armored Raven] dir insgesamt 3600 Schadenspunkte zufügen kann!“
      Einem Pfeil gleich schoss zunächst der Fink auf den schwarzen Stier zu und krachte in ihn hinein, was eine mächtige Explosion auslöste. Gleich darauf öffnete der Schwan seinen Schnabel und feuerte eine weiße Lichtflamme in die Rauchwolke, was noch eine Explosion auslöste. Anyas Schreie waren daraus zu vernehmen.
      „Weiter!“, befahl Kali ungehalten.
      Die roten Augen des Raben blitzten auf und feuerten zwei mächtige Laserstrahlen ab, die die Blonde beim Treffer gequält aufheulen ließen. Zuletzt spreizte der schwarze Mechageier seine Schwingen und schleuderte daraus dutzende Lichtblitze mit der Gestalt von Federn in die Rauchwolke, wodurch mehrere kleine Detonationen durch das Stadion hallten. Anyas Schreie waren verklungen.
      „Ich hoffe, sie ist nicht vorzeitig gest-“, murmelte Kali vor sich hin, fasste sich dann aber plötzlich an die Stirn. Ihre Iriden hinter der weißen Porzellanmaske begannen unvermittelt in einem grellen, unnatürlichen Blau aufzuleuchten. „W-was ist das!? Wie-wieso-!? Ah!“
      Die Kuttenträgerin sank in die Knie. Gleichzeitig verzog sich die dichte Rauchwolke um Anya, die gelangweilt eine der langen Strähnen ihres Ponys um den Finger wickelte. Vor ihr der schwarze Stier, völlig unversehrt. „Endlich fertig? Hast du meine Show genossen?“
      „D-du! Ich habe es gesehen … du wirst …“, keuchte Kali beim Anblick ihrer Gegnerin.
      Welche sich wunderte, warum gar keine Fragen gestellt wurden. Verdammt, sie sollte jetzt fast einen Herzinfarkt kriegen, keine Kopfschmerzen!
      Anya nahm wankend ein paar Schritte vorwärts, gesellte sich neben ihr neues Monster, welches sie kumpelhaft tätschelte. „Na schön, wenn du nichts sagst, dann mach ich's. Murciélago ist während der Battle Phase unzerstörbar und wehrt auch jeden Kampfschaden für mich ab. Da das ein permanenter Effekt ist-“
      „-musste ich ihn nicht extra aktivieren, was heißt, dass dein dämlicher Rabe mir keinen Schaden zufügen kann. Dumm gelaufen.“
      Anya gefror das Blut in den Adern. Exakt diesen Wortlaut wollte sie verwenden! Woher wusste diese dämliche Schnepfe das, noch bevor sie den Satz beendet hatte!?
      „Ich weiß. Ich habe es gesehen. Nur leider zu spät.“ Kali lachte bitter auf. „Also -das- habe ich von diesem Ding bekommen. Lächerlich. Wie soll mir -das- jetzt noch helfen? Zug beendet. Frag einfach nicht.“
      Entgegen ihrer Aufforderung, als ein Vogel nach dem anderen in weißes Licht aufging und verschwand, lagen Anya bereits ein halbes Dutzend Fragen auf der Zunge.

      Es war ihr Zug, begriff sie. Aufgrund des negativen Effekts von [Gem-Trade] durfte sie keine Karte ziehen, was allerdings keine Rolle mehr spielte. Kali war vollkommen schutzlos. Sie hatte gewonnen. -Sie- hatte gewonnen!
      Langsam erhob sich die Maskierte wieder, atmete tief durch. „Es gibt nichts mehr zu sagen.“
      „Yeah. Ich habe auch keinen Bock mehr.“ Anya kniff die Augen fest zusammen, dass ihre Pupillen wie kleine, schwarze Perlen durch die Schlitze funkelten. „Murciélago, beende es.“
      Sie sagte es in einer Ruhe, die sie selbst überraschte.
      Ihr riesiger Stier scharte wieder aus und rauschte dann in wahnwitziger Geschwindigkeit über das Spielfeld, dass dabei flammende Spuren entstanden. Im Spurt zog er ein regelrechtes Blitzgewitter hinter sich. Kali breitete die Arme weit aus und wurde voll erfasst. Sie versuchte offensichtlich mit aller Kraft nicht zu schreien, als sie von dem Ungetüm gerammt wurde. So entglitt ihr ein gedämpftes Stöhnen, ehe sie im hohen Bogen von den Beinen gerissen wurde.

      Und dann geschah es. Im Flug löste sich die Kapuze ihrer Kutte, die Maske fiel von ihrem Gesicht, das Anya jedoch von ihrer Position aus nicht genau erkennen konnte. Was sie sah, war etwa schulterlanges, blondes Haar. Dann kam der Fall.
      „Was?“, murmelte Anya für den kurzen Moment, in dem sie die Züge ihrer Feindin erblicken konnte.
      Kali schlug so hart auf den Boden auf, dass man es knacken hören konnte.

      [Anya: 1700LP / Kali: 400LP → 0LP]


      „Nein!“, schrie eine männliche Stimme. Anya wirbelte erschrocken herum.

      ~-~-~


      Schwer atmete der schwarzhaarige Dämonenjäger durch und mobilisierte seine letzten Kräfte, um sich aus der Blutlache zu erheben. Dabei hielt er sich die besonders schwer verletzte, rechte Schulter.
      „Wow, das war fies“, scherzte er schwach im Angesicht von Zeds Götterarmee.
      Es stand einer gegen fünf. Matts finstere, humanoide Gestalt mit den neun Drachenköpfen als Unterleib, die von einer finsteren Lichtkugel umkreist wurde, war den zahlreichen Feinden hoffnungslos unterlegen. Zu diesen gehörten ein weißer, aufrecht gehender Eber, ein riesiger Wikinger mit doppelköpfiger Axt in der Hand und weißem, bis zum Boden reichenden Bart und ein ziemlich flacher, weißer Pottwal, der sich mit seinen Flossen in der Luft hielt. Neben diesem gab es dann noch ein Gespann aus Licht- und Finsternisgöttin, beide nur sehr spärlich mit weißen beziehungsweise schwarzen Lederriemen bekleidet. Über dem Haupt der Strahlengöttin befand sich eine riesige Lichtsphäre, wohingegen im Bauch ihrer düsteren Gefährtin ein Schwarzes Loch prangerte.

      Primalswarm Yggdrasil [ATK/3050 DEF/1650 {12} OLU: 1]
      Demigod Of Purging Fire, Efreet [ATK/3300 DEF/2700 (10)]
      Demigod Of Eternal Winter, Northgrimm [ATK/3400 DEF/2900 (10)]
      Demigod Of Ravaging Sea, Bismarck [ATK/3200 DEF/2600 (10)]
      Demigod Of Stellar Glow, Luminez [ATK/3100 DEF/3100 (10)]
      Demigod Of Crawling Darkness, Dremorah [ATK/3100 DEF/3100 (10)]

      Die Halbgötter waren allesamt noch durch einen Karteneffekt verstärkt worden, wodurch es Matt unmöglich war, sie im Kampf zu besiegen. Als wären die alle nicht schon riesig genug, thronte hinter ihnen noch [The G.O.D. Pendulum], eine Pendelkarte, die gleich beide Werte zur Verfügung stellte. Diese Gottheit bestand aus einem riesigem Zahnrad, auf dem sich ein Thron befand. Während darunter diverse Maschinen und Rohre in alle Richtungen Dampf ausstießen, saß auf besagtem Thron eine mechanische Kreatur, deren unglaublich lange Arme zu beiden Seiten ausgestreckt waren. In ihren Händen hielten sie ein rotes beziehungsweise blaues Pendel, die in unterschiedliche Richtungen ausschlugen.

      <0> Zeds Pendelbereich <13>


      Durch diese ganzen Ungetüme war die Undying in der weißen Robe gar nicht mehr zu sehen. Würden sie sich nicht in einem so großen, leeren Hangar duellieren, hätte sie vermutlich gar keinen Platz für all diese Götter.
      Matt schluckte beim Gedanken daran, dass sie sich irgendwo im All befanden. Und sich hinter der Schleuse, vor der er sich duellierte, das Phänomen mit dem Namen Ätherstrom, greifbar gewordene Zukunft, existierte.
      Ob in diesem Strom auch die seine festgehalten war? Über diese würde schon bald entschieden werden, da er nicht mehr lange durchhalten würde, wenn das so weiterging.

      [Matt: 400LP / Zed: 4000LP]


      „Mein Zug! Draw!“, verkündete er schließlich und riss eine Karte von seinem Deck.
      Damit hielt er vier in der Hand, Zed dagegen gar keine. Enttäuscht steckte der junge Mann seine neue zu den anderen. Wirklich viel war mit seinem Blatt nicht anzufangen. „Verdammt!“
      Auch die vor ihm aufrecht stehende Falle [Infestation Infection] war gerade von wenig Nutzen.
      Matt drehte sich zur Seite, betrachtete die Schleuse. Wo waren sie überhaupt? Wie weit von der Erde entfernt? Konnte er überhaupt ein Portal zurück nachhause öffnen, wenn Millionen von Lichtjahren zwischen ihm und dem Zielpunkt lagen?
      Er wandte sich Zeds Monstern wieder zu. „Verdammt …“
      Das Duell zu gewinnen würde schon schwer genug werden. Die Gesamtkraft dieser Wesen lag bei 16100. Um Yggdrasils Macht zu entfesseln würde er so einige Xyz-Materialien benötigen, weshalb er am besten gleich mit dem Sammeln anfangen sollte.
      „Ich benutze [Primalswarm Yggdrasils] Fähigkeit, sich einmal pro Zug eine Overlay Unit aus meinem Deck zu ziehen. Black Law!“
      Seine schwarze, an manchen Stellen violett schimmernde Kreatur streckte den linken Arm aus, über der eine weitere, düstere Lichtkugel entstand, die um sie zu kreisen begann.

      Primalswarm Yggdrasil [ATK/3050 DEF/1650 {12} OLU: 1 → 2]

      Matt hatte sich für [Evilswarm Golem] entschieden und dessen Karte unter sein Xyz-Monster auf dem schwarzen D-Pad geschoben. Damit hatte Yggdrasil 4100 Punkte kumuliert. Viel zu wenig, es musste mehr sein als die Gesamtkraft von Zeds Monstern, vorher konnte er den Effekt nicht nutzen.
      „Aber die kann man ja verringern“, sprach er seinen nächsten Gedankengang aus, „ich beschwöre [Evilswarm O'lantern] und benutze seinen Effekt!“
      Vor ihm materialisierte sich ein Hüne aus verhärtetem, violettem Magmagestein, um dessen Oberkörper und Beinen sich eine schwarze Panzerung schloss, die etwas Insektoides an sich hatte.

      Evilswarm O'lantern [ATK/1650 DEF/1250 (4)]

      „Ich biete O'lantern durch seinen eigenen Effekt als Tribut an, damit dieser eines deiner Monster vernichtet!“ Matt hob den Zeigefinger und deutete auf den Wikinger. In dem Moment wurde er sich wieder gewahr, dass da drin irgendwo ein Immaterieller steckte.
      Bevor er sich das Ganze noch einmal überlegen konnte, verwandelte sich sein Krieger bereits in eine aus schwarzen Partikeln bestehende Flamme, die in Richtung Northgrimms zischte und in den Brustkorb traf. Erst begann der Bart in schwarzem Feuer aufzugehen, dann die ganze Kreatur. Schreiend ging sie in die Knie und löste sich auf, machte den Blick auf Zed wieder frei.
      Matt stand mit offenem Mund da. „Es … es tut mir leid.“
      Die Undying mit dem glatten, schwarzen Haar schwieg schon seit zu Beginn seines Zuges beharrlich. Beschäftigte sie etwas? Sie schien gar keine Notiz mehr von ihm zu nehmen …
      Also widmete sich der Dämonenjäger wieder seiner Strategie. Es würde also noch eine ganze Weile dauern, ehe er Yggdrasils Macht entfesseln konnte. Doch diese Zeit konnte er sich erkaufen, denn zum Glück konnten Inkarnationen nur durch Xyz-Monster im Kampf besiegt werden. Was Zed wusste und längst eines beschworen hätte, besäße sie denn eines.
      „Ich wechsle [Primalswarm Yggdrasil] in den Verteidigungsmodus.“
      Matt drehte dessen Karte auf seinem D-Pad in die Horizontale. Gerade als das humanoide Wesen seine Arme vor der Brust kreuzte, hallte arrogantes Gekicher durch den Hangar. Doch es kam nicht von Zed, sondern deren Finsternisgöttin. Aus ihrem Schwarzen Loch im Magen schossen fünf violette Energiestränge, die Yggdrasil am Hals, den Armen, dem Unterleib und einem Drachenkopf fesselten. Kichernd zog sie damit seine Arme wieder weit auseinander.
      „Unmöglich. Solange [Demigod Of Crawling Darkness, Dremorah] das Spielfeld dominiert, kannst du die Position deiner Monster nicht ändern“, erklärte Zed.
      „Was!?“ Matt traute seinen Ohren nicht. „Aber für die Effekte der Demigods benötigst du doch Spielmarken, wie-!?“
      „Nicht für die Göttinnen des Lichts und der Finsternis. Sie funktionieren ein wenig anders.“
      Der Puls des jungen Mannes beschleunigte sich. Wenn er nicht in die Defensive wechseln konnte, würde er den Schaden abbekommen. Und auch wenn er Northgrimm außer Gefecht gesetzt hatte, reichte die Kraft der restlichen Halbgötter trotzdem noch aus, um seine Lebenspunkte auf 0 zu setzen.
      Panisch sah er seine drei Handkarten an, aber zwei davon nutzten ihm gar nichts und die dritte, seine Falle [Infestation Terminus], konnte zwar zwei Monster auf das Blatt ihres Besitzers zurückschicken, kostete ihn jedoch einen Schwärmer vom Feld. Und er hatte nur Yggdrasil!
      „Das kann nicht sein“, stotterte er fassungslos.
      „So wendet sich das Blatt, Matthew Summers.“ Zed fuhr sich durch das lange Haar. „Siehst du, was die Einflüsse der Immateriellen anrichten können? Den Ätherfluss zu verändern ist eine Sünde.“
      „Eine Karte verdeckt“, presste ihr Gegenüber mit Mühe hervor. Die Karte tauchte zu seinen Füßen in vergrößerter Form auf. „Das … das ist auch gar nicht, was wir wollen. Anya ist zwar ruppig, aber kein schlechter Mensch. Sie will-“
      Harsch wurde er unterbrochen. „Worte. Nichts als leere Worte. Entscheidend sind ihre Handlungen und die sprechen eine deutliche Sprache.“
      „Aber den Sammler zu beseitigen ist doch kein Verstoß gegen die ewige Ordnung“, protestierte Matt verzweifelt, „solange der Ätherfluss nicht verändert wird.“
      Doch anstatt zurückgewiesen zu werden, erhielt er gar keine Antwort.

      Ohne dass der junge Mann Notiz davon nahm, öffnete sich hinter Zed die automatische Tür, die in den Hangar führte. Schwarze Stiefel schritten selbstbewusst einige Meter nach vorn, ehe sie einen Bogen um Zed und ihre Monster schlugen.

      Diese verbohrten Mumien, verfluchte Matt sie in seinen Gedanken. Wie konnten sie nur so taub gegenüber Argumenten sein? Sahen sie denn nicht, wer bei all dem die Fäden zog? Oder wollten sie es vielleicht gar nicht sehen?
      Er kniff die Augen zusammen, hielt sich die blutende Wunde. Reden war zwecklos. Er konnte jetzt nur noch seinen Zug beenden und damit sein Schicksal in die Hände der Undying legen. Und wie das enden würde, hatte sie bereits sehr deutlich gemacht …
      „Es … es tut mir leid, Leute“, murmelte er betrübt. „Mein Plan ist mal wieder gründlich nach hinten losgegangen. Sieht so aus, als müsstet ihr ab jetzt ohne mich weitermachen.“
      Um zumindest sein letztes bisschen Würde zu wahren, sah er zu Zed auf. „Zug beendet. Bevor du jetzt tust, was du tun musst, verrate mir eins. Gibt es so etwas wie den Himmel oder die Hölle?“
      „Viele Ebenen des Seins existieren. Welche die für dich nächste ist, entscheidet sich, nachdem du in den Äther zurückgekehrt bist. Mehr kann ich dir dazu nicht sagen, Matthew Summers.“
      Der schluckte und presste die Augen fest zusammen. Es war, als würde ihm jemand die Luft zum Atmen rauben. Dabei war es nur seine Angst. Er wollte nicht sterben.
      „Okay“, würgte er hervor, „danke.“
      Er wollte nicht sterben. Nichts von dem, was er sich für die Zukunft vorgenommen hatte, würde je in Erfüllung gehen. Da waren ja kaum genug Menschen, die sich langfristig an ihn erinnern würden.
      Matt sank in die Knie. „Bitte … beeil' dich.“
      Je länger er diese Gedanken hatte, desto unerträglicher wurden sie.

      „Hey, kein Grund zum Hetzen.“
      Diese Stimme! Das war nicht Zed, das war …
      Ihre Stiefel klackerten laut, wie sie gelassen zu Matt herüber lief. Valerie Redfield lächelte verschmitzt, wie sie den jungen Mann auf den Knien ansah.
      „Der zweite Eindringling“, betitelte Zed sie missbilligend.
      Während die Schwarzhaarige ihren Weg beschritt, ließ sie die blaue Duel Disk an ihrem Arm mit einem einfachen Schwenk ausfahren.
      „Duel Mode – Battle Royale. Entry Penalty charged“, tönte eine Computerstimme aus jener.
      In dem Moment erreichte die junge Frau ihren Freund und stellte sich schützend vor ihn. „Damit kann ich leben.“

      [Matt: 400LP / Valerie: 4000LP → 2000LP / Zed: 4000LP]


      „Was machst du hier!?“, überschlug sich Matt förmlich und sprang auf. „Wie kommst du überhaupt hier rein!?“
      Über ihre Schulter schauend, zwinkerte sie ihm zu. „Du hast dich wirklich unterschätzt. Das Portal stand so lange offen, dass ich irgendwann nicht mehr widerstehen konnte.“
      „Und Stoltz!?“
      „Immer noch an der Leine.“
      Matt fehlten glatt die Worte. Was war bloß mit ihr los, so tollkühn war Valerie nie gewesen?
      „Tja, da ich rechtzeitig eingestiegen bin, kommt mein Zug noch vor deinem“, adressierte die ihre Worte derweil an Zed und hob ihre Duel Disk an. „Das sind die 2000 Punkte Eintrittsstrafe wert.“
      Zed zischte nur verächtlich beim Anblick der jungen Frau, die gleich sechs Karten hintereinander zog und zufrieden lächelte.
      Auch wenn ihr Einschreiten ihm vielleicht das Leben retten würde, konnte Matt nicht zum Ausdruck bringen, wie sehr er sich um ihr Wohl sorgte. Valerie war ein normaler Mensch. Schon ein Treffer von Zeds Angriffen könnte sie umbringen. „Tu das nicht!“
      „Zu spät.“ Valerie fixierte sich einzig auf die Undying. „Zeigen wir ihr doch einfach mal, wie Teamwork funktioniert. Vielleicht lernt sie ja etwas daraus.“
      „Selbstherrliche Göre! Du wagst es mich belehren zu wollen!?“
      „Wer ist hier selbstherrlich? Wir“, betonte die Schwarzhaarige entschieden, „können die Welt in mehr als nur Schwarz und Weiß einteilen. Wir sind imstande, aus unseren Fehlern zu lernen. Aber ich habe keine Lust, dieselbe Diskussion mit noch einem Undying zu führen.“
      Sie griff nach zwei Karten in ihrem Blatt. „Außerdem lasse ich sowieso lieber Taten sprechen.“

      ~-~-~


      Kurz zuvor …

      Es war mucksmäuschenstill. Ein Lichtbogen schoss über die kleine Lichtung im Park hinweg. Der bandagierte Undying Stoltz rührte sich nicht, war gefesselt von gut einem Dutzend an leuchtenden Ketten, die von den umstehenden Bäumen ausgingen. Beinahe sein ganzer Körper war von ihnen bedeckt. Stoltz beobachtete, wie sich der Strahl Richtung des Ephemeria Bridge Stadions bewegte.
      Und zeigte sein hässliches Grinsen, die fauligen Zähne.

      Das ovale, schwarze Portal hinter ihm, das ebenfalls durch zwei Ketten aufgehalten wurde, die in seinem Inneren verschwanden, schrumpfte merklich. Unter einem leisen Klacken brachen die Fesseln schließlich, sodass es sich zusammenzog und verschwand.
      „Das Mädchen sehnt sich nach dem Tod“, mutmaßte Stoltz, zog die Schultern zusammen und brach mit ausgestreckten, langen Gliedmaßen von seiner Gefangenschaft frei, als wäre nichts leichter als das.
      Er drehte sich um, betrachtete die Stelle, an der das Portal sich geschlossen hatte.
      „Wird die Undying fallen? Wir werden sehen“, gluckste er, blickte dann nach oben in den Wolken verhangenen Nachthimmel. „Doch zuerst … Ricther.“
      Und vor ihm öffnete sich ein neues, pechschwarzes Portal, in das er seelenruhig hinein schlenderte.

      ~-~-~


      „Ich aktiviere die Effekte von [Gishki Vision] und [Gishki Shadow] auf meiner Hand“, verkündete Valerie entschlossen, die sich schützend vor Matt gestellt hatte und schob beide Karten in den Friedhof. Vor ihr tauchten die durchsichtigen Silhouetten zweier aufrecht stehender, mannshoher Amphibien in kunstvollen, dunkelblauen Roben auf. Eine hielt sich an einem langen Zauberstab fest. „Damit erhalte ich sowohl ein Ritualmonster des Attributs Wasser, als auch eine Gishki-Ritualzauberkarte von meinem Deck!“
      Beide Monster zerplatzten zeitgleich in Wasserblasen, die zurück in Valeries Deck gezogen wurden.
      „Ich wähle [Evigishki Soul Ogre] und [Gishki Aquamirror]!“
      Automatisch wurden die beiden Karten aus ihrem Deck geschoben, sodass die Schwarzhaarige sie geschickt hinausziehen konnte, wobei sie gleichzeitig schon eine neue Zauberkarte zwischen ihren Fingern hielt. „Allerdings brauche ich Vision und Shadow noch. Mit [Salvage] berge ich zwei Wasser-Monster mit maximal 1500 Angriffspunkten von meinem Friedhof.“
      Da Vision nur auf 700 Punkte kam und Shadow immerhin auf 1200, wurden sie sofort wieder aus dem Friedhofsschlitz ausgespuckt und landeten in Valeries vollem Blatt.
      Matt stand der Mund halb offen, wie souverän sie ihren Zug durchführte. Seine düstere Miene hellte sich auf. Vielleicht hatten sie zusammen eine Chance!
      „Natürlich möchte [Evigishki Soul Ogre] auch beschworen werden. Ich aktiviere [Gishki Aquamirror]!“ Die schöne, junge Frau schob den Ritualzauber in ihre Duel Disk.
      Vor ihr tauchte ein kreisrunder Spiegel mit goldener Umrandung auf. In ihm wurde die unbewaffnete Amphibie mit dem dunkelblauen Umhang widergespiegelt.
      „Normalerweise müsste ich Monster mit einer Gesamtstufe von 8 opfern, um Soul Ogre zu beschwören. Allerdings übernimmt [Gishki Vision] die vollen Kosten.“ Valerie hob die Hand in die Höhe. Aus ihrem Spiegel begann eine wahre Sturmflut zu laufen, die das Mädchen in einen Kreis aus Wasser einschloss. „Erscheine aus endlosen Kristallkaskaden!“
      Überall um sie herum schossen Fontänen aus dem Boden. „Ritual Summon! [Evigishki Soul Ogre]!“
      In jener direkt vor ihr tauchte ein riesiger, finsterer Schatten auf. Mindestens drei Meter groß, wurde die amphibische Kreatur erst sichtbar, als das Wasser verschwand. Von Kopf bis Schweif zog sich ein langer Kamm entlang.

      Evigishki Soul Ogre [ATK/2800 DEF/2800 (8)]

      Zu Matts Erstaunen kreuzte der Hüne seine mit Schwimmhäuten bedeckten Hände vor sein Gesicht.
      „Im Verteidigungsmodus? Kann sie etwa nicht … ?“
      Doch Valerie wirkte weiterhin zuversichtlich und schob gerade eine Handkarte in ihren Friedhofsschlitz. „Ich aktiviere [Evigishki Soul Ogres] Effekt und werfe [Gishki Shadow] ab, um eines deiner Monster ins Deck zu mischen. Ihn!“
      Sie deutete auf den aufrecht stehenden, weißen Ebergott. Sogleich zog ihre Unterwasserkreatur Luft ein und spie einen gewaltigen Strahl auf sein Ziel, welches fortgerissen wurde und verschwand.
      Damit kontrollierte Zed nur noch ihr Göttinnenduo und den fliegenden Pottwal.
      „Ich setze zwei Karten verdeckt. Nun bist du am Zug, Undying“, verkündete Valerie, zu deren Füßen die beiden Karten auftauchten, womit sie nur noch eine auf der Hand hielt.

      Jene zog auf und keuchte dann wütend im Angesicht der beiden aufsässigen Menschen. Es war offensichtlich, dass Valerie ihr die Möglichkeit genommen hatte, Matt in diesem Zug zu besiegen. Die drei Halbgötter waren zusammen nicht stark genug, all seine Lebenspunkte zu rauben.
      „Du hast einen fatalen Fehler begangen, dich hier einzumischen. Dafür wirst du mit deinem Leben bezahlen“, drohte Zed düster an.
      Keck hielt die junge Frau dagegen. „Daraus entnehme ich, dass du mich als Bedrohung erachtest? Vielen Dank für das Kompliment.“
      „Tch!“ Die Undying in ihrer ärmellosen, weißen Robe legte den Kopf in den Nacken. „Eine Bedrohung würde sicherlich länger als einen Zug durchhalten. Testen wir, wie gefährlich du wirklich bist. Effektaktivierung von [Demigod Of Stellar Glow, Luminez]! Sie zwingt dein Monster in den Angriffsmodus!“
      Zwar presste Valerie die Lippen aufeinander, gab aber keinen Laut von sich, als aus der gleißenden Sphäre über der spärlich bekleideten Halbgöttin sechs Lichtstränge schossen, die ihre Amphibie umschlungen.

      Evigishki Soul Ogre [ATK/2800 DEF/2800(8)]

      „Vernichte es, [Demigod Of Ravaging Sea, Bismarck]!“ Zed nickte dem Monster ihres Feindes zu.
      Der fliegende, flache Wal über ihr öffnete seinen riesigen Schlund und ließ eine Flutwelle in Richtung der beiden Menschen los.
      „Feuer sollte man mit Feuer bekämpfen. Und Wasser mit Wasser! [Poseidon Wave]!“ Die linke Karte Valeries klappte auf, zeigte den Gott Poseidon, wie er auf einer Welle mit erhobenem Dreizack ritt. Auch hinter Valerie entstand eine Welle, die ihren Weg gen Zed bahnte. In der Mitte des Spielfeldes trafen beide aufeinander.
      „Damit wird dein Angriff annulliert“, erklärte Valerie. „Aber das war noch nicht alles …“
      Denn die ihre wurde eins mit der schwächeren des Wals und schlug höher und höher, bis sie die Undying erreichte und über ihr niederging. Jene wich erschrocken zurück.

      [Matt: 400LP / Valerie: 2000LP / Zed: 4000LP → 3200LP]


      Da Valerie jedoch über keinerlei besondere Fähigkeiten besaß, ging Zed unbeschadet aus der Sache hervor.
      „Für jede Meereskreatur auf meiner Spielfeldseite erleidest du danach 800 Punkte Schaden.“
      „Ist das alles?“, wurde sie provoziert. „Nicht einmal einen Kratzer konntest du mir zufügen. Nieder mit dir! [Demigod Of Stellar Glow, Luminez], attackiere ihr Monster!“
      Valerie atmete tief durch. Die weiße Halbgöttin, die über Zed schwebte, schoss aus ihrer Lichtsphäre einen mächtigen Energiestrahl, der, als er auf [Evigishki Soul Ogre] traf, jenen vollkommen zersetzte. Mit standfestem Blick sah die Schwarzhaarige dem Licht entgegen, das auch sie erfasste.
      „Valerie!“, schrie Matt, als das Mädchen vor ihm getroffen wurde und aufschrie.
      Die Wucht des Angriffs warf sie so weit zurück, dass er sie mit seinem gesunden Arm an der Hüfte packen und auffangen musste, damit sie nicht noch auf dem Kopf aufschlug.

      [Matt: 400LP / Valerie: 2000LP → 1700LP / Zed: 3200LP]


      „Und jetzt verschwinde vom Antlitz dieser Welt!“ Zed hob die ausgestreckte Hand in die Höhe und ließ sie im Anschluss wieder niedersausen wie ein Henkersbeil. „Direkter Angriff auf ihre Lebenspunkte, [Demigod Of Crawling Darkness, Dremorah]!“
      „Valerie!“, rüttelte Matt an jener, doch die war zu benommen, um sich zu regen. Verzweifelt murmelte der Dämonenjäger. „Verdammt, es hilft nichts, ich muss meine Falle aktivieren.“
      Was ihn jedoch [Primalswarm Yggdrasil] kosten würde. Doch wenn es sie damit rettete …
      Die Halbgöttin in Schwarz begann damit, eine finstere Energiekugel in ihrem Bauch aufzuladen.
      „Ich aktiviere-!“
      „Nicht nötig“, unterbrach Valerie Matt plötzlich, griff seine Hand, die bereits den Auslöser an seinem schwarzen D-Pad betätigen wollte und befreite sich sanft aus seiner Umarmung.
      „Mir geht’s gut“, log sie dabei, obwohl ihre Kleidung deutlich zerfetzt und blutgetränkt war. Sie nahm ein paar Schritte nach vorn. Im selben Moment beendete Dremorah das Aufladen der finsteren Sphäre und feuerte diese auf die junge Frau ab.
      „Nicht so schnell!“, konterte jene und löste ihre eigene, zweite Falle aus. „[Torrential Reborn]!“
      Eine mächtige Wassersäule schoss vor ihr aus dem Boden und brachte [Evigishki Soul Ogre] mit sich, welcher den Treffer für Valerie entgegen nahm. Doch zunächst geschah gar nichts. „Mit dieser Falle kann ich zerstörte Wasser-Monster zurück aufs Feld rufen.“

      Evigishki Soul Ogre [ATK/2800 DEF/2800 (8)]

      „Wie hartnäckig!“, zischte Zed verächtlich.
      „Darüber hinaus musst du wieder Schaden einstecken, 500 für jedes beschworene Monster!“ In diesem Moment explodierte ihr Monster von Innen heraus. Dabei stieß der Kopf noch einen letzten Wasserstrahl aus, der durch Zed hindurch glitt.

      [Matt: 400LP / Valerie: 1700LP / Zed: 3200LP → 2700LP]


      „Für einen Menschen gar nicht schlecht, was?“ Valerie zwinkerte ihrer Gegnerin zu.
      „Närrin. Denkst du, ein bisschen Schaden anzurichten reicht dafür, mich zu besiegen?“
      Die junge Frau schüttelte den Kopf. „Nein, aber vielleicht ebnet es den Weg dorthin?“
      „Im Gegenteil!“ Zed rammte ihre gezogene Karte in ihre Sichel-Duel Disk. „Du hast geradewegs in meine Hände gespielt! Schnellzauber [Soul Retribution]!“
      Sie streckte beide Hände weit von sich aus, über denen weiße Flammenbälle zu brennen begannen.
      „Für jedes Mal, das ich in diesem Zug Schaden erlitten habe, beschwöre ich eine Seelenaura auf mein Spielfeld. Ha!“ Sie richtete die Arme nach vorn, schoss die Kugeln ab, welche sich daraufhin vor ihr positionierten.

      „Soul Aura“-Spielmarke x2 [ATK/0 DEF/0 (1)]

      „Das ist nicht gut“, stöhnte Matt nervös.
      „Ich biete beide Seelenauren als Tribut an für die Effekte von [Demigod Of Stellar Glow, Luminez] und [Demigod Of Crawling Darkness, Dremorah]!“ Zed rote Lippen formten sich zu einem düsteren Lächeln, als die beiden Göttinnen die Hand ausstreckten und je eine Flammenkugel zu sich beorderten. Kichernd zerquetschten sie diese kurzerhand.
      Plötzlich schlugen Blitze um Matts D-Pad. „Ah!“
      Aber nicht nur er war betroffen, auch sein Dämon, dessen neun Drachenköpfe am Unterleib wie die Wurzeln eines Baumes aussahen, wurde von Entladungen heimgesucht.
      „Der Lichteffekt verbietet es dir, mit all den Monstern, die du kontrollierst, anzugreifen“, verkündete Zed, „der Schatteneffekt hingegen unterbindet deine nächste Draw Phase, solange du Monster kontrollierst.“
      Der Dämonenjäger stieß einen entsetzten Schrei aus. „Was!?“
      Auch Valerie drehte sich zu ihm mit geweiteten Augen um. „Matt!“
      Kichernd legte Zed ihren linken Zeigefinger an die Wange. „Damit sind dir die Hände gebunden. Es ist dein Zug, Matthew Summers.“

      Fassungslos starrte der junge Mann auf sein schwarzes D-Pad. Wenn er nicht ziehen konnte, dann gab es nichts, was er für Valerie tun konnte. Sie mochte vielleicht vor Zed am Zug sein, aber ihre Ressourcen waren fast aufgebraucht.
      „Valerie“, sagte er zu dieser, „es tut mir leid. Ich kann … es ist meine Schuld.“
      Jene schüttelte den Kopf. „Nein.“
      „Doch … vergib mir.“

      ~-~-~


      Wie Pfeile schossen die spitzen Obsidiane auf den Sammler zu und durchbohrten seine vier Handkarten, die mit den kleinen Edelsteinen zusammen zerplatzten.
      „Ich kann dich nicht gewinnen lassen“, drohte Ricther düster, „Feind der ewigen Ordnung. 'Wahrer Feind' Strife Carrington! Ich erkläre meinen Zug für beendet.“

      [Ricther: 500LP / Collector: 2800LP]


      Noch immer umspielte ein geheimnisvolles Lächeln die Lippen des rothaarigen Briten, der in seinem eleganten schwarzen Anzug vor den Wendeltreppen des Ballsaals verharrte, welche zur oberhalb gelegenen Galerie führten. Ein verschwommener Nebel rann die Stufen hinab, waberte über den Boden an Ricther vorbei.
      Was dieser argwöhnisch zur Kenntnis nahm. Doch zu fragen, worum es sich hier handelte, erschien ihm im Angesicht einer wenig aussagekräftigen Antwort sinnlos.

      Wortlos zog der Sammler auf und hob eine Augenbraue an. „Wie enttäuschend.“
      Dank des Effektes von [Dimensions Disturbance] würde er seine verlorenen Karten erst zum Ende des Zuges wieder erhalten.
      „Ich setze eine Karte verdeckt“, sagte er, ließ jene vor sich erscheinen und sah von seiner Drachenreiterin Winda zu dem Kristallgott. Je vier grüne Kristallsäulen bildeten ein Flügelpaar, welche von den mittig gelegenen zwei Pfeilern abstanden. Zwischen jenen schlugen rote Entladungen um sich, die hin und wieder eine Iris aufblitzen ließen.

      El Shaddoll Winda [ATK/3700 DEF/2300 (5)]
      Different Dimension Deity – Astellante [ATK/4000 DEF/4000 (10)]

      „Und wenn ich enttäuschend sage, meine ich selbstverständlich unsere Differenzen.“ Sein Blick ging weiter zu dem prunkvollen Kronleuchter über ihnen. „Doch andererseits war nie etwas anderes zu erwarten.“
      Der Hüne, dessen Rüstung an einigen Stellen bereits aufgerissen und blutverschmiert war, erwiderte autoritär: „Deine Taten sprechen eine deutliche Sprache. Wenn Worte dich nicht davon abhalten können, deinen Feldzug zu beenden, müssen Taten unsererseits folgen.“
      „Ihr dürft mich nicht töten.“ Der Sammler räusperte sich mit vorgehaltener Hand. „Andererseits, wer will euch schon bestrafen? Ihr seid die Undying.“
      „Und als solche ist es unsere Aufgabe, diese Welt zu beschützen.“
      „Natürlich. Es ist nur so, dass sich dein Verständnis 'dieser Welt' grundlegend von dem meinen unterscheidet.“ Der Dämon breitete eine Hand zur Seite aus.
      Worauf der Undying erwiderte: „Und darin liegt die Quelle für diese Auseinandersetzung, jedoch nicht der Anlass. Willst du mir nicht sagen, was dich zu solchen Sünden bewegt?“
      „Nein. Was ich dir zu sagen habe ist, dass wir 'dieser Welt' auch verschiedene Bedeutung beiwohnen.“ Er ballte die ausgestreckte Hand zu einer Faust, in der die vier verschwundenen Karten auftauchten. „So einfach ist das. Zug beendet.“

      „Nichts in diesem Leben ist einfach, Strife“, entgegnete Ricther und zog schwungvoll von seinem Deck auf, „Entscheidungen können, einmal getroffen, nicht mehr rückgängig gemacht werden. Ich aktiviere [Dimensions Overlap]! Indem ich alle Karten, doch mindestens fünf von meinem Friedhof verbanne und dazu noch fünf verdeckt von meinem Deck, vermag ich zwei Karten zu ziehen.“
      Er rammte den Zauber in seine Armklingen-Duel Disk und streckte die leere Hand aus. Insgesamt elf Karten tauchten vor ihm auf, darunter die Fallen [Dimensions Foreboding] und [Dimensions Crossing], [Different Dimension Deity – Ubriq] sowie die Zauber [Dimensions Disturbance], [Dimensions Collapse] und [Dimensions Reach]. Unter sie mischten sich noch fünf, die mit dem Rücken zum Sammler zeigten. Alle zusammen kreisten sie wie ein Rad vor dem Undying und wurden in seine Handfläche gezogen, in der sich ein rötlicher Dimensionsriss gebildet hatte.
      Mit jener Hand, die komplett rot aufzuleuchten begann, riss der Undying zwei Karten von seinem Deck. „Ha!“
      Die Entladungen zwischen den Mittelsäulen seines Monsters wurden stärker.

      Different Dimension Deity – Astellante [ATK/4000 → 5000 DEF/4000 → 5000 (10)]

      „Ich fürchte, mir bleibt keine andere Wahl.“ Verheißungsvoll senkte der Hüne sein Haupt. „Dich zu töten schafft Chaos, doch dein Tun nicht weniger. Und die, die Chaos säen, werden vom Schöpfer persönlich bestraft. Ich aktiviere [Dimensions Molding]!“
      Zum ersten Mal erlebte er eine aufrichtige Emotion seines Gegners, die sich in einem völlig überrumpelten „Was!?“ äußerte.
      Der Hüne streckte einen Arm in die Höhe, über ihm verwandelte sich sein Kristallgott in einen grünen Lichtstrahl. „Ich verschmelze eine Different Dimension Deity von meinem Feld mit einer aus meinem Blatt. [Different Dimension Deity – Lastelise]!“
      Aus der Innenfläche seiner empor gestreckten Hand schoss ein pinker Lichtstrahl. Beide wirbelten umeinander und bildeten einen grellen Vortex. „Da sich nur noch fünf Karten in meinem Deck befinden, kann ich -es- rufen! Verkörperung der Parallelwelten, Schöpfer der Tore, Bote des Äthers!“
      „Das wagst du nicht!“, keuchte der Collector-Dämon und wich mit geweiteten Augen zurück. Sein Blick haftete an dem Vortex über Ricther, aus dem zunehmend intensiver werdende, weiße Entladungen gestoßen wurden. Die Erde begann zu beben.
      „Erwache aus deinem Schlaf!“, brüllte der Anführer der Undying gnadenlos weiter und ballte nun die seine Hand zu einer Faust zusammen. Das Beben verklang abrupt. Es war geradezu mucksmäuschenstill geworden. Langsam zog der Hüne seinen Arm zurück auf Brusthöhe, ehe er regelrecht flüsterte. „[The Face Of D].“
      Ganz langsam schob sich ein massives, schneeweißes Objekt durch den Vortex. Seine glänzende Oberfläche war transluzent, aus dem Inneren drang ein starkes Licht hervor.
      „Nicht von dieser Welt“, murmelte der Sammler beim Anblick der Kreatur.
      Oder besser gesagt im Antlitz des riesigen, kristallenen Gesichts, das ausdrucksloser nicht hätte sein können. Es glich einer unvollendeten Puppe, besaß keine Haare, dafür aber leere, pupillenlose Augen, die nahezu unbemerkt blieben, da sie sich farblich nicht von der Oberfläche abhoben. Der Mund des Gesichts war geschlossen. Eingebettet war der Kopf in eine längliche Tafel desselben Materials.

      The Face Of D [ATK/5000DEF/0 (12)]

      Der Nebel im Ballsaal wurde dichter und wuchs an, erreichte die Höhe der Fersen des Sammlers. Welcher sein wissendes Lächeln zurückgewann. „Du gehst also bis zum Äußersten. Interessant. Oder sollte ich sagen 'verzweifelt'?“
      „Wie auch immer du es nennst, es ist nicht von Belang.“ Ricther richtete den Arm nach vorne und rief: „Angriff auf [El Shaddoll Winda]! Absolute Judgment Gaze!“
      Sofort blitzten die Augen des Kristallkopfes auf. Instinktiv huschte die Hand des Sammlers zum Auslöser seiner gesetzten Karte, doch zog er sie sofort wieder von der schwarzen Duel Disk zurück.
      Dann zerplatzte seine Drachenreiterin schon in tausend Teile. Ricther befahl zeitgleich: „Divine Karma!“
      Als wäre das das Stichwort, schossen dutzende weißer Lichtstrahlen aus der Mini-Explosion hervor, visierten den überraschten Sammler an und durchbohrten seinen ganzen Leib. Die Wucht des Angriffs warf den jung wirkenden Mann so weit zurück, dass er gegen die Wand hinter ihm stieß. Blut schoss aus seinem Mund.

      [Ricther: 500LP / Collector: 2800LP → 600LP]


      Der Sammler torkelte mit herabhängendem Oberkörper nach vorn. Und kicherte. Als er sich erhob, war von den vielen Löchern an seinem Körper rein gar nichts mehr zu sehen. Ganz als hätten sie gar nie existiert.
      „[The Face Of Ds] Divine Karma fügt dem Gegner Schaden in Höhe des Original-Angriffswertes zu, sollte es eines seiner Monster durch einen Kampf zerstören“, erklärte Ricther gelassen, „was dich vorerst noch vor einer Niederlage bewahrt, denn [El Shaddoll Windas] liegt bei 2200.“
      Der Rest kam durch ihren Ausrüstungszauber [Fusion Weapon].
      „Wie ich sagte“, meinte der Sammler und griff nebenbei nach seinem Friedhof, „verzweifelt trifft es doch viel besser. Nun, da sie gefallen ist, erhalte ich eine Shaddoll-Zauberkarte von meinem Friedhof zurück.“
      Zufrieden lächelnd präsentierte der Rotschopf [Nephe Shaddoll Fusion], fügte sie in sein Blatt ein.
      Majestätisch verschränkte Ricther die Arme voreinander. „Der Lauf des Schicksals ist entschieden. Ich erkläre meinen Zug für beendet.“

      Insgeheim musste er sich um seine Fassung bemühen. Obwohl [The Face Of D] von absoluter Macht erfüllt war, hatte sein Angriff dem Sammler nichts ausgemacht. Nein. Er hatte ihn verletzt, doch die Wunden waren sofort wieder verschwunden. Selbst das Blut an seinem Mund.
      Ricther betrachtete den Nebel um sie herum, der einen zunehmend pink-gelben Schimmer gewann. War er dafür verantwortlich? Ihn beschlich ein unangenehmer Verdacht. Strife sollte nicht über die Kräfte verfügen, die er hier demonstrierte. Was heißt, dass das hier …

      „Ah!“
      Selbstsicher lächelte der Sammler und zog auf eine sechste Handkarte auf. „Draw.“

      ~-~-~


      „Gib nicht auf!“, mahnte Valerie den hoffnungslosen Matt hinter ihr. „Noch haben wir nicht verloren. Vergiss nicht, warum wir hier sind.“
      „Anya …“, murmelte der Schwarzhaarige und betrachtete seine beiden Zauberkarten. Sie halfen ihm einfach nicht. Verdammt!
      Doch Valerie schüttelte den Kopf. „Nicht nur für sie. Irgendjemand muss den Sammler stoppen, ehe er noch mehr Menschen ins Chaos stürzt. Sind es denn nicht schon genug?“
      „Du hast Recht.“ Er nickte, wenn auch nicht gänzlich überzeugt. „Aber … nein, du -hast- Recht.“

      Konzentriert blickte er noch einmal die beiden Zauberkarten in seiner Hand an, [Xyz Wall] und [Exchange]. Während Erstere die Verteidigung von Xyz-Monstern erhöhen und sie vor Monstereffekten immun machen konnte, wenn sie ihre Effekte aktivierten, konnte er mit Letzterer eine Handkarte von sich mit der eines Gegners tauschen. Aber das Problem an der Sache war, dass Zed keine Karten mehr besaß. Nein … er würde sich auf Valerie verlassen müssen.

      Die drehte sich zu ihm um und hob ihre einzig verbliebene Karte strahlend an. „Ich krieg' das schon gebacken. Wir sind schließlich ein Team.“
      Matt weitete seine Augen. Natürlich! Sie -waren- ein Team, zumindest hatten sie sich als solches gegen Zed verbunden. Aber theoretisch war die junge Frau eine eigenständige Duellantin in dieser Partie und somit …
      „Wir kriegen das hin. Zusammen!“, nickte er ihr, erfüllt von neuer Zuversicht, zu. „Ich aktiviere [Exchange]! Damit tausche ich mit Valerie eine Handkarte.“
      Zed gab einen überraschten Laut von sich. Voller Zuversicht drehte sich gleichzeitig die junge Frau zu ihm um und schenkte ihm ein verschmitztes Lächeln. „Geht doch.“
      Dann reichte sie ihm zwischen Mittel- und Zeigefinger ihre Handkarte. Matt nahm sie entgegen und berührte dabei mit seinen Fingerkuppen die ihren. Als er es bemerkte, zog er die Karte hastig aus ihrem Griff und reichte ihr seine.
      „Danke“, sagte er nach dem Tausch, ohne überhaupt nachgesehen zu haben, was er da erhalten hatte. „Alleine hätte ich bereits aufgegeben.“
      „Niemand ist alleine“, versicherte ihm die Schwarzhaarige ernst. „Du am allerwenigsten.“
      „Ja … danke.“

      Matt atmete tief durch. Auch wenn das Gefühl von Zusammenarbeit ihn beflügelt hatte, änderte es nichts daran, dass er jetzt derjenige war, der sie beide retten musste. Valerie waren endgültig die Hände gebunden und wenn ihre Karte ihm nicht weiterhalf …
      Seinen Kopf schüttelnd, verscheuchte er die Gedanken an die Konsequenzen. Er drehte die Karte zwischen seinen Fingern und musterte sie. Ein Zauber. „[Monster Reborn]?“
      Mit ihr konnte er ein Monster wiederbeleben. Doch keines auf dem Friedhof wäre den drei Halbgöttern gewachsen. Aber vielleicht war das auch gar nicht nötig, wie er mit überraschtem Blick auf die vor ihm verdeckt liegende Karte feststellte.
      Sein Blick gewann eiserne Entschlossenheit, als er zu Zed aufsah. „Was uns Menschen stark macht, ist, dass wir nicht alleine sind. Ihr als Undying solltet zumindest das anerkennen.“
      Doch jene rümpfte nur die Nase, anstatt ihm zuzustimmen.
      „Ich aktiviere den Effekt von [Primalswarm Yggdrasil], der es mit einer Overlay Unit von meinem Deck ausstattet. Black Law!“
      Der humanoide Teil seines Wesens streckte den linken Arm aus, öffnete die Handfläche und ließ eine schwarze Lichtkugel erscheinen, die ihn zusammen mit den anderen beiden zu umkreisen begann. Matt legte parallel dazu [Evilswarm Salamandras] Karte unter sein Xyz-Monster.

      Primalswarm Yggdrasil [ATK/3050 DEF/1650 {12} OLU: 2 → 3]

      „Du wirst uns anerkennen“, sprach Valerie die Undying an, „weil wir sehr beharrlich sein können, wenn wir wollen. Denn Zed, warum beschützt du die Welt und ihre Ordnung?“
      Überrascht sah die in Weiß gekleidete Undying auf.
      „Weil du sie liebst. Oder weil du es musst?“
      „Anders als wir, bist du zeitlos“, warf Matt ein, „wir müssen handeln, wenn du noch am Nachdenken bist. Obwohl Anya eine Bedrohung für euch ist, lebt sie noch.“
      „Nur der Richter entscheidet, welches Urteil zu welcher Stunde gefällt wird“, knurrte Zed provoziert von den Anschuldigungen, „wäre ich diejenige, die wählen muss, hätte das alles längst ein Ende.“
      Valerie drehte sich mit verschwörerischem Blick zu Matt. Der verstand und nickte.
      „Das könntest du“, sagte jener zur Undying, „aber wenn du dich beharrlich weigerst, müssen wir es tun. Ich aktiviere [Monster Reborn] und beschwöre [Evilswarm O'lantern] vom Friedhof!“
      Der am Arm mit einer Kanone bewaffnete, violette Magmahüne tauchte aus einem Loch im Boden wieder vor dem jungen Mann auf.

      Evilswarm O'lantern [ATK/1650 DEF/1250 (4)]

      „Du willst noch eines meiner Monster zerstören? Nur zu“, forderte Zed ihn auf, „das wird nicht ausreichen, um den Effekt deines [Primalswarm Yggdrasil] aktivieren zu können.“
      Matt schüttelte den Kopf. „Zweimal falsch. Und wir alle kennen das Sprichwort dazu. Aber ich lasse lieber Taten sprechen! Fallenkartenaktivierung, [Infestation Terminus]!“
      Zed wich erstaunt einen halben Schritt zurück, als die Falle vor dem jungen Mann aufklappte. Sein Kanonier verformte sich von Kopf bis Fuß zu schwarzen Partikeln, die wie ein Insektenschwarm auf den Wal und die Göttin der Finsternis zugeschossen kamen.
      „Diese Falle verbannt einen Schwärmer“, erklärte Matt, während Zeds Monster befallen und zunehmend von den winzigen Insekten bedeckt wurden, „und schickt dafür zwei gegnerische Monster auf die Hand zurück.“
      Wie vom Wind wurden die Halbgötter der Undying fortgeweht und tauchten als Karten in deren Hand auf. Jene schwang den Arm aus. „Absurd! Dank [The G.O.D. Pendulum] kann ich sie in meinem nächsten Zug als Pendelbeschwörung zurückrufen!“
      Valerie betrachtete die seltsame Maschinenkreatur auf dem Thron über Zed. „Aber hast du nicht etwas dabei vergessen?“
      „Die Overlay Units von Yggdrasil, [Evilswarm Golem], [Evilswarm Heliotrope] und [Evilswarm Salamandra] besitzen zusammen eine Stärke von 5950“, erklärte ihr Matt tonlos, zeigte auf die spärlich bekleidete Lichtgöttin, die als einzige verblieben war.

      Demigod Of Stellar Glow, Luminez [ATK/3100 DEF/3100 (10)]

      [Matt: 400LP / Valerie: 1700LP / Zed: 2700LP]


      „'Zähle, Undying. Und zähle gut'“, zitierte Valerie beinahe bedauernd einen von Anyas Sprüchen.
      Jene öffnete erschüttert den Mund. „Unmöglich!“
      Matt senkte das Kinn zur Brust. In seinem rechten Auge flackerte ein Symbol auf, welches seine Partnerin erschrocken bemerkte. Eine Zwei, unter der ein weiterer Strich lag. „Matt!?“
      „[Primalswarm Yggdrasil]: Beende es!“
      Alarmiert drehte sich die junge Frau zum Geschehen um. Die drei schwarzen Sphären um den ersten Schwärmer zersetzten sich. Die neun Wurzeln in Form der Drachenköpfe öffneten ihre Mäuler und absorbierten die so entstehenden Partikel.
      Voller Inbrunst schrie Matt: „Blackening Infestation Stream Of Destruction!“
      Wodurch jeder einzelne Kopf einen pechschwarzen Strahl Richtung der entsetzten Zed abfeuerte. Auf ihrem Weg verschmolzen sie alle zu einem einzigen, der, als er auf die Lichtgöttin traf, alle Farben für kurze Zeit schwarz oder weiß werden ließ. Dann wurde sie wie vom Winde als Aschepartikel davon geweht. Das Farbspektrum normalisierte sich, Zed wurde von dem gewaltigen Strahl getroffen. Die nachfolgende Explosion riss sie von den Füßen, im Flug stieß sie einen gequälten Schrei aus.

      [Matt: 400LP / Valerie: 1700LP / Zed: 2700LP → 0LP]


      Voller Schrecken verfolgte Valerie das Schauspiel, wandte sich wieder Matt zu, dessen Yggdrasil über ihm sich als düstere Partikel auflöste. „Das in deinem Auge, das ist ein Paktsymbol!“
      Der Dämonenjäger blinzelte überrascht, schloss die Augen und öffnete sie wieder. Die Zahl war daraufhin verschwunden. Beschämt drehte er den Kopf weg. „Yeah …“
      „Warum … ?“
      Doch statt einer Antwort, erhielt Valerie nur betretenes Schweigen. Als klar wurde, dass ihr der Dämonenjäger nichts darüber verraten würde, fasste sie einen Entschluss. „Ok. Falls du jemals darüber reden möchtest, bin ich für dich da. Und solange das nicht der Fall ist, werde ich dein Geheimnis bewahren.“
      Erstaunt von dieser Aussage, sah er sie verwirrt an. Sie lächelte. Und so auch er. „Danke.“
      Doch seine Miene verdunkelte sich sofort wieder. „Ich muss ein Portal öffnen, damit wir hier wegkönnen- Valerie!?“

      Denn anstatt dass jene noch weiter zuhörte, wirbelte sie schlagartig um und rannte auf die Rauchwolke von Zeds Spielfeldseite zu.
      „Ist sie verrückt!?“, stieß Matt entsetzt hervor und eilte ihr hinterher.
      Gleichzeitig drang das Mädchen in den Qualm ein und suchte mit zusammengekniffenen Augen nach der Undying, die sie weiter weg auf dem Rücken liegen sah. Ihr ganzer Oberkörper war eine einzige, rote Masse, zerfetzt von dem Angriff der Inkarnation von Matts Paktmonster.
      Vorsichtig näherte sie sich Zed, wurde jedoch an der Schulter gepackt und weggezogen.
      „Was machst du da!?“, wollte ihr Begleiter aufgebracht wissen. „Wir müssen verschwinden!“
      „Nein!“, schüttelte sie sich frei. „Wir sind nicht den ganzen Weg gekommen, um mit leeren Händen zurückzukehren.“
      „Aber das Schwert ist eingeschlossen. Da kommen wir nicht ran.“
      Valerie sah ihn über ihre Schulter eindringlich an. „Doch.“

      Als Matt begriff, dass Widerrede zwecklos war, ließ er endgültig von der Schwarzhaarigen ab, welche ihren Weg zu der am Boden liegenden Undying fortsetzte.
      Vorsichtig kniete Valerie neben ihr nieder. „Es tut uns leid.“
      Sie wusste nicht, ob Zed bewusstlos war oder nicht, da ihre weiße Maske, die sich wie ein Hut über ihren Kopf erstreckte, die Augen komplett verdeckte. Aber es war ihr ein großes Bedürfnis, einige Dinge noch einmal klarzustellen. „Ich weiß, dass es unangebracht ist, das zu diesem Zeitpunkt noch einmal zu fragen. Aber bitte, Undying Zed, Beschützerin der ewigen Ordnung und unserer Heimat, der Erde – hilf uns.“
      Keine Regung.
      „Wir wissen nichts über euch. Vielleicht fällt es uns daher so schwer, eure Pflichten und Aufgaben zu verstehen.“ Valerie atmete tief durch. „Was aber deutlich geworden ist, ist, dass wir alle nur eines wünschen: Dass die Welt, wie wir sie kennen, fortbesteht.“
      „Valerie“, murmelte Matt überrascht von deren Rede, doch sie unterband weitere Einmischung seinerseits mit erhobener Hand.
      „Und für uns gehört Anya Bauer dazu. Ich will nicht entschuldigen, was sie getan hat, aber wir dürfen eines nicht vergessen. Sie ist nicht die Quelle des Übels, sondern nur das ausführende Instrument. Der Sammler ist unser gemeinsamer Feind.“ Die Schwarzhaarige machte eine Pause, doch sie konnte immer noch keine Reaktion seitens der Undying erkennen. Also sprach sie mit gedämpfter Stimme weiter. „Und wenn Anya tot ist, wer garantiert uns, dass er nicht eine neue Marionette für sein teuflisches Spiel erschafft?“

      „Es ist unmöglich.“
      Die beiden erschraken lautstark ob ihrer plötzlichen Worte. Ganz leicht drehte Zed ihren Kopf in die Richtung des Mädchens und dem Dämonenjäger hinter ihr. „Wir sind unlängst dahinter gekommen, wer im Hintergrund die Fäden zieht. Doch den Sammler zu töten würde bedeuten, den Ätherfluss maßgeblich zu verändern.“
      Da Valerie diese Aussage nicht einordnen konnte, drehte sie sich Matt zu. „Was meint sie damit?“
      „Den Undying ist es verboten, den Ätherfluss zu verändern. Jener ist sozusagen die Zukunft“, erklärte ihr dieser. Doch angeregt von Valeries Worten, fand er es nun an der Zeit, ein paar eigene an die geschwächte Zed zu richten. „Wir wissen, dass es viel verlangt ist. Aber was ihr tut, ist nichts weiter als wegzusehen. Erscheint es euch denn nicht widersprüchlich? Ihr sollt eine Zukunft beschützen, die vielleicht direkt ins Chaos führt?“
      Als die Frau in der weißen, ärmellosen Robe nichts sagte, fuhr er fort. „Du hast es doch bereits einmal getan. Du hast die Kraft der Immateriellen in deinen Monstern genutzt, um die Zukunft zu verändern. Noch einmal. Nur noch ein Mal.“
      „Das ist nicht zu vergleichen mit der Sünde, die ich begehen würde, wenn ich den Sammler töte.“

      Plötzlich reichte Valerie ihr entschlossen die Hand. „Dann tun wir es.“
      Ehe sie sich versah, ging Matt mit einem Bein in die Knie und reichte der Undying auch seine Hand. „Der maskierte Dämon sagte, euer Schwert habe die Macht dazu.“
      „Ihr seid dem 'Körper' begegnet!?“, fragte Zed erschrocken und richtete sich schlagartig auf.
      „Wird er so genannt? Ja.“ Matt nickte.
      Einen Moment verging, in dem kein Wort gesprochen wurde. Dann nickte die Undying. „Das ist also sein Begehr. Ich verstehe.“
      Sie sah wieder zu den beiden auf. „Wenn das so ist, solltet ihr eines wissen: Das Schwert Ragnarok kann nicht durch die Hand eines Undying geführt werden. Allein die Menschen vermögen es zu schwingen.“
      Sie griff mit jeder ihrer Hände nach einer der beiden ausgestreckten. „Nur dieses eine Mal werden die Undying den Menschen beistehen.“

      Überrascht von ihrem plötzlichen Entschluss, zogen Matt und Valerie die blutende Zed wieder auf die Beine. Doch ohne Vorwarnung wich der junge Dämonenjäger von ihr zurück. „Aber nur mal angenommen, etwas geht schief. Der Sammler würde uns bestrafen.“
      „Wie meinst du das?“, fragte seine Partnerin ihn irritiert.
      „Tara … und Marc. Sie sind nur wegen seines Handels …“ Voller Verzweiflung schüttelte er den Kopf. „Wir können das nicht tun! Wenn er erkennt, dass wir ihn umbringen wollen, wird er den Handel aufheben! Dann-!“
      „Matt!“, wollte Valerie ihn mit erhobenen Händen beruhigen, doch der wich von ihr zurück.
      Auch Zed war vom unerwarteten Sinneswandel des Schwarzhaarigen überrumpelt worden. „Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass Undying Ragnarok nicht führen können. Wenn ihr beide es nicht tut, dann niemand.“
      Matt aber blieb stur. „Das Risiko ist zu groß!“
      „Dann mach ich es allein“, murmelte Valerie mit gesenktem Haupt düster.

      ~-~-~


      „Also hast du es erkannt?“ Der Collector lächelte verheißungsvoll. „Das hat außergewöhnlich lange gedauert. Dabei gibt mein Titel als 'Sammler' es doch so offenkundig preis.“
      Ricther starrte die dichte Nebelschwade an, die ihm schon bis zur Mitte der Unterschenkel ging. Sein Helm verbarg seine Emotionen, doch nicht so seine Stimme. „Was hast du während all der Zeit getan, als wir geschlafen haben!?“
      „Ist die Frage rhetorischer Natur?“ Sein Gegner seufzte. Und streckte die Hände gen Boden aus. „Gehandelt natürlich. Und das ist mein Reichtum.“
      „Korrumpierter Äther … das ist …“, brachte Ricther abgehakt hervor.
      „Die Kraft desjenigen, der den Äther verformen kann. Und nun sag mir bitte nicht, dass das eine Sünde ist. Denn wenn dem so ist, hätte dein 'Herr' sie mir nie übertragen dürfen.“ Einer der Mundwinkel des rothaarigen Mannes zuckte hoch.

      Dann nahm er eine Handkarte und legte sie auf seine schwarze Battle City-Duel Disk. „Beschwörung des [Shaddoll Hounds].“
      Ein an violetten Fäden hängender, düsterer Schattenhund tauchte vor dem Sammler auf. Goldene Elemente verzierten das künstliche Wesen, in welchem Ricther eines von Exas Monstern erkannte.

      Shaddoll Hound [ATK/1600 DEF/900 (4)]

      „Diese Karten“, murmelte er, „alles willenlose Hüllen derer, die in deinem Spiel mitwirken …“
      „Du übertriffst dich heute wirklich selbst mit deinen Schlussfolgerungen“, kommentierte der Sammler auf seine indirekt direkte Weise und nahm eine weitere Karte aus seinem Blatt, „und bist du auch schon zu der Erkenntnis gelangt, warum ich einen Teil meines 'Reichtums' versammle?“
      Ricther hatte einen Verdacht, den er jedoch nicht laut aussprechen wollte.
      „Ich weiß, dass du es längst erkannt hast. In dieser Menge ist korrumpierter Äther selbst für einen Undying letal.“ Der Sammler lächelte wie eh und je. „Wir dürfen ja nicht vergessen, dass das hier kein Kaffeekränzchen ist. Denn die bedauerliche Wahrheit ist, dass ich dich niemals freiwillig zu einem Tee einladen würde.“
      Er schob eine Zauberkarte in seine Duel Disk. „[Nephe Shaddoll Fusion]! Ich wechsle [Shaddoll Hounds] Attribut zu Feuer-“
      „Word Of D!“
      Der kristallene Kopf über Ricther öffnete schleichend langsam den Mund und stieß eine kleine, aber präzise Schallwelle aus. Der Sammler weitete die Augen, wurde erfasst und um mit erhobenen Armen um etwa einen halben Meter zurückgeschoben. Sein aufrecht stehender Zauber zerplatzte dabei wie eine Seifenblase. „Was?“
      Eine Karte schob sich aus Ricthers Deck hervor. „Egal welchen Effekt du aktivierst, [The Face Of D] vermag ihn sofort zu annullieren, wenn ich eine Karte desselben Typs von meinem Deck verbanne.“
      Die unter seinem Arm aus dem Kartenschacht hervor stehende Zauberkarte, [Dimensions Reach], löste sich in roten Funken auf. Der Sammler gewann einen grimmigen Gesichtsausdruck, hob den Kopf jedoch stolz an. „Natürlich.“
      Unbeirrt griff er noch einmal in sein Blatt und zog [Pot Of Avarice] hervor. „Dann mische ich hiermit fünf Friedhofsmonster in mein Deck zurück, um zwei Karten zu ziehen.“
      „Word Of D!“
      Sofort stieß Ds Kopf noch eine Schallwelle aus, die erneut des Sammlers Zauberkarte vor dessen Augen zerfetzte. Aus Ricthers Deck schob sich ein Zauber namens [Dimensions Divergence] hervor und löste sich wie verbrennendes Papier auf.
      „Hartnäckig“, murmelte der Sammler und formte mit den Lippen dann stumm ein Wort. 'Drei'. Dann spielte er schon die nächste Zauberkarte aus. „[El Shaddoll Fusion]!“
      „Word Of D!“
      Die nächste Schockwelle zerfetzte auch den neuen Schnellzauber, der sich vor dem Sammler aufstellte. Wieder verbrannte eine Zauberkarte in Ricthers Deck, [Dimensions Seperate].
      „Zwei“, flüsterte der Sammler lächelnd, der genau so viele Karten in der Hand hielt. „Was meinst du, Ricther? Zwei Karten in meiner Hand, zwei in deinem Deck. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du auch meinen nächsten Versuch unterbinden kannst?“
      Der Undying schwieg jedoch.
      „Ich kenne die Antwort bereits. Und aktiviere [Shaddoll Fusion]!“
      Über dem Sammler öffnete sich ein Sog, in den kontinuierlich Schatten gezogen wurden. Fast wirkte es, als stammen sie aus dem Kopf des Sammlers, welcher abwartend die Arme verschränkte.
      Und nickte, als Ricther weiterhin nichts sagte. „Wie ich mir dachte, keine weiteren Zauberkarten mehr in deinem Deck. Dann werde nun Zeuge einer neuen Fusion. Allerdings …“
      Er hob belehrend den Zeigefinger, als sein [Shaddoll Hound] sich ebenfalls in einen Schatten verwandelte und in den Vortex gezogen wurde. „Du solltest wissen, dass [Shaddoll Fusion] einen nützlichen Nebeneffekt besitzt, wenn mein Gegner ein Monster aus dem Extradeck kontrolliert. Wie dein [The Face Of D].“
      Triumphierend lächelnd, hob er den Arm mit der schwarzen Duel Disk daran. Aus dem Kartenstapel darin schob sich eine einzelne Karte. „Dies ermöglicht es mir, direkt Monster aus meinem Deck als Fusionsmaterialien zu verwenden. Und ich verschmelze [Shaddoll Hound] mit [Apoqliphort Towers] vom Attribut Erde.“
      Ricther wich erschrocken zurück. „Was!?“
      Die Karte aus des Collectors Deck schoss in die Höhe und verschwand in dem Sog, aus dem kurzerhand eine gewaltige Erscheinung trat. Je vier Auswüchse besaß sie, die wie Beine wirkten – ein riesiges Flugobjekt. Darauf saß die mechanische Puppe, der Ricther schon in Form vom [El Shaddoll Construct] begegnet war. Violette Fäden verbanden sie mit ihrem Thron.
      „Fusion Summon: [El Shaddoll Shekhinaga]“, verkündete der Sammler süßlich und lächelte, anders als das weiße Porzellangesicht seiner Marionette, welche sich über ihm positionierte.

      El Shaddoll Shekhinaga [ATK/2600 DEF/3000 (10)]

      „Xiphos' Monster auch?“, fragte Ricther fassungslos, senkte dann aber seine Stimme. „Natürlich. Auch er ist Teil deines Plans, nicht wahr?“
      „Das überlasse ich ganz deiner lebhaften Fantasie.“ Der Sammler streckte die Hand nach vorne. Plötzlich tauchte vor ihm die durchsichtige Gestalt des Jagdhundes auf. „Tatsache ist, dass [Shaddoll Hound] über die Fähigkeit verfügt, die Position eines Monsters zu wechseln, wenn er auf den Friedhof geschickt wird.“
      Ohne Ankündigung begann das Biest zu rennen, setzte in der Mitte des Spielfeldes zum Sprung an und schoss mit geöffnetem Maul auf das Kristallgesicht über dem Undying zu.

      The Face Of D [ATK/5000 DEF/0 (12)]

      Ricther rümpfte die Nase. „Niemals. Word Of D!“
      Wieder öffnete sein Gott den Mund und schoss eine Schockwelle auf den nahenden Hund ab, welcher durch den Schall zurückgedrängt wurde. Die vorletzte Karte in Ricthers Deck, [Different Dimension Deity – Vistae], verbrannte.
      Doch zu Ricthers Überraschung verschwand die Marionette nicht. Im Gegenteil, seine Herrin hob die Hand und schoss dutzende, rot-violette Fäden aus deren Fingern ab. Binnen Sekunden umschlungen sie den Kristallkopf.
      „Das war bedauerlicherweise ein wenig zu berechenbar“, erwiderte der Sammler amüsiert und legte seine letzte Handkarte, [Shaddoll Squamata], auf den Friedhof. „[El Shaddoll Shekhinaga] kann jeden Monstereffekt auf Kosten einer Shaddoll-Karte annullieren-“
      „Word Of D!“, fauchte Ricther erzürnt.
      Sein Gott legte nach und spie noch eine Schockwelle aus, die nicht nur den Geisterhund endgültig zerfetzte, sondern ebenso die Fäden, mit denen die Puppe ihn zu fesseln gedachte. Die letzte Karte in Ricthers Deck, [Different Dimension Deity – Vem], flog als ein Haufen Asche an Ricther vorbei.
      „Nun“, stellte der Sammler lächelnd fest, „ich denke, das sollte alles sein. Der Spieler, der keine Karten mehr ziehen kann, wenn er es muss, verliert das Duell.“
      Der Undying wollte ihm schon ins Wort fallen, da übertönte der rothaarige Brite ihn jedoch autoritär. „Doch! So etwas würde ein Wächter der ewigen Ordnung gewiss nicht außer Acht lassen. Sollte ich also davon ausgehen, dass etwas 'Gutes' geschehen wird, wenn ich nun an dich abgebe?“
      „Wenn keine Karten mehr in meinem Deck sind und ich ziehen muss, wird [The Face Of Ds] letzter Effekt aktiv.“
      „Und schenkt dir automatisch den Sieg, statt einer Niederlage. Ganz wie es ein neuer Pfad im Netz des Schicksals tun würde.“ Der Sammler lachte. „So ist es doch, nicht wahr, Ricther?“
      Jener nickte mechanisch. Ihm gefiel nicht, wie wenig sein Gegner sich daran zu stören schien. Im Gegenteil, es klang eher so, als hätte er es die ganze Zeit gewusst. Was eigentlich nicht möglich sein sollte …
      „Das bedeutet, dass ich dieses Duell jetzt beenden muss.“

      Die Flügeltüren hinter Ricther flogen sperrangelweit auf. Der Undying wirbelte erschrocken um, anders als der Sammler, welcher keine Regung zeigte, als Kyon eiligen Schrittes durch den Saal zog.
      „Ein weiterer Eindringling hat diese Domäne betreten.“
      „Dessen bin ich mir bewusst“, nickte der Sammler, als sein Diener vor ihm Halt machte, „aber danke für den Hinweis.“
      „Noch hat er das Labyrinth nicht durchquert. Wenn Ihr es wünscht, stelle ich ihn“, bot der Mann mit dem schulterlangen, schwarzen Haar in der Butleruniform pflichtbewusst an.
      Anstatt einer Erlaubnis, bekam er jedoch ein Kopfschütteln als Antwort.
      „Meister?“
      „Nein Kyon. Im Gegenteil. Es wäre besser, wenn du diesen Ort jetzt verlässt.“
      Jener aber verstand nicht. Selten hatte jener seinen Herrn derart ernst erlebt, als der hinzufügte: „Willst du deine eigenen Ambitionen weiter verfolgen, rate ich dir zur Flucht.“
      Einen Moment sprachlos, verneigte sich Kyon schließlich. Hinter ihm öffnete sich ein schwarzes Portal. „Sehr wohl. Vielen Dank.“
      Mit einem Rückwärtsschritt trat er in die glänzende, dunkle Oberfläche, doch nicht, ohne Ricther einen letzten, eindringlichen Blick zuzuwerfen. Der zeigte keine Reaktion. Und Kyon verschwand.

      „Wer auch immer unser Störenfried ist, er hat einen denkbar schlechten Zeitpunkt für seinen Besuch gewählt“, sinnierte der Sammler, kaum dass sein Diener fort war. „Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, dieses Duell muss jetzt enden. Und das wird es. Ich befehle [El Shaddoll Shekhinaga], dein Artefakt antiquierter Denkweisen anzugreifen. Los.“
      Dieses Mal streckte seine majestätisch sitzende Marionette beide Hände nach vorne und schoss zahllose Fäden aus ihren Fingerspitzen ab. Gleichzeitig schossen von unterhalb ihres Throns, aus dessen 'Beinen' insgesamt vier grüne Laserstrahlen. Auf der anderen Seite schwang Ricther den Arm aus. „Gegenangriff, [The Face Of D]! Absolute Judgment Gaze!“
      Die leeren Augen seiner Kristallgottheit begannen grell aufzuleuchten.
      „Dann ist es jetzt an der Zeit“, sprach der Sammler feierlich und ließ seine ausgestreckte Hand über die vor ihm verdeckt liegende Karte fahren, „[Final Fusion]!“
      Die Falle klappte vor ihm auf, zeigte die Schlacht zweier Monster in einer nächtlichen Stadt, getreu den alten Godzilla-Filmen.
      „[Final Fusion]!?“, wiederholte Ricther ungläubig.
      In der Mitte des Spielfeldes bildete sich ein kleiner Wirbel, der wie ein schwarzes Loch all den orange-pinken Nebel absorbierte, welcher sich während des Duells gebildet hatte. Dabei drehte er sich schneller und schneller. Doch nicht nur das, auch die Fäden und Laserstrahlen Shekhinagas fing er ab, gar das Licht Ds. Alles wurde Teil des immer größer werdenden Stroms.
      „Diese eine Karte habe ich mir aufbewahrt, bis ich sicher war, dass du sie nicht aufhalten kannst“, erklärte der Sammler zufrieden.
      Sein Gegner gestikulierte wild mit den Händen. „[Final Fusion] fügt beiden Spielern Schaden in Höhe der Gesamtstärke zweier kämpfender Fusionsmonster zu.“
      „Richtig, das sind [The Face Of D] und [El Shaddoll Shekhinaga].“
      „7600 Punkte Schaden, ohne Ausweg. Ein Unentschieden? Ist es das, wonach du strebst!?“, verlangte Ricther zu wissen, während in der Mitte des Spielfeldes aus dem Vortex langsam eine pulsierende Lichtkugel wurde, die langsam anwuchs.
      Der Sammler lächelte kühl. „Hast du es denn nicht durchschaut? Hier zählt nicht mehr, wer gewinnt oder nicht. Mit dieser Karte entfessele ich meine mühsam zusammengetragene Kraft.“
      „Der korrumpierte Äther! Du willst ihn wirklich einsetzen!?“
      „Gab es daran denn jemals Zweifel?“ Der Dämon schloss die Augen besonnen, als die Sphäre wuchs und wuchs, bereits das ganze Spielfeld einnahm. „Hier überlebt nicht derjenige, der den meisten Schaden austeilt. Sondern der, der synchron mit dieser geballten Masse Schicksal einher geht. Und wer anderes könnte das sein, als derjenige, der es lenkt?“
      „Strife, nein!“
      „Doch!“, fauchte jener plötzlich zornig und riss die Augen auf, die genauso orange leuchteten wie der Äther, den er gesammelt hatte. „Hinfort mit dir, Anführer der Undying. Du wirst mir nie wieder im Weg stehen!“
      Mit einem zu einer wütenden Fratze verzerrtem Gesicht hob er den Arm mit der Duel Disk daran hoch und legte Mittelfinger und Daumen aufeinander. „Lebe wohl, Ricther.“
      Dann schnippte er.

      Ein ohrenbetäubendes Surren hallte durch den Ballsaal. Die Lichtsphäre breitete sich exponentiell aus, verschlang den Sammler und Ricther, fraß sich durch Wände und Dach, verschlang gar das ganze Anwesen. Dann folgte die eigentliche Explosion.
      Eine weiße Kuppel breitete sich binnen eines Herzschlags in der Großstadt Hollow City aus, tauchte die Stadt in ihr grelles Licht und vernichtete alles, was ihr in die Quere kam.

      Was folgte war Stille. Rauch hatte sich über die Stadtmitte gelegt. Erst geschah gar nichts. Dann, irgendwann, erklang das Schrillen von Sirenen. Selbst die Wolken, welche zuvor direkt über der Stadt gelegen hatten, waren fortgerissen worden. Im Himmel klaffte ein Loch und so auch auf Erden.

      Das Anwesen des Sammlers war nicht mehr.
      Der Rauch lichtete sich nach und nach. Halb Hollow City war nunmehr ein riesiger Krater, erschaffen von der Wucht eines einzigen Aufeinandertreffens. Nichts hätte dieses Aufeinanderprallen der Kräfte überleben können. Mit Ausnahme der Gestalt, die unversehrt inmitten des Kraters stand.
      Ein Lächeln zeichnete des Sammlers Lippen. Das jedoch unvermittelt schwand. Denn entgegen seiner Erwartungen gab es Überlebende.

      Ricther sackte keuchend in die Knie. Doch er war nicht allein. Vor ihm stand eine über zwei Meter große Gestalt, dürr, deren rechter, langer Arm in einem Stumpf endete. Sie war bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Aber sie stand aufrecht.
      „Stoltz!“, keuchte Ricther perplex.
      „Es ist des Undying Pflicht, die ewige Ordnung zu wahren“, sprach jener. Plötzlich öffnete sich oberhalb seines Bauches eine Naht, aus der dutzende Bandagen schossen und ihn umschlangen. „Und er ist die Verkörperung jener, der Richter.“
      Binnen weniger Sekunden hatte sich die ursprüngliche, mumienhafte Form des Undying wiederhergestellt.
      Der Sammler faltete vor sich die Hände ineinander. „Du bist also der unerwartete Besucher. Ich fürchte jedoch, ich kann dich nicht in mein Anwesen hineinbitten, Stoltz.“

      „Hast du in all deinen Jahren das Zählen verlernt?“, fragte Ricther plötzlich und lachte finster auf.
      So war der Sammler im Begriff den Mund zu öffnen, doch es verließ kein Laut seine Lippen. Stattdessen bäumte er sich auf. Blut rann seinen Mundwinkel herab.
      Still starrte er an sich herab und sah die lange Klinge, die aus seinem Brustkorb ragte.
      „Die Undying sind stets zu dritt“, hauchte hinter ihm Zed.
      Doch sie war nicht allein. Ihre Hände lagen um Valeries und Matts Hüften, welche den tödlichen Stoß zusammen ausgeführt hatten. Hinter ihnen verschwand ein ovales, schwarz glänzendes Portal. Voller Inbrunst erwiderten die beiden den manischen Blick des Sammlers, als dieser über seine Schulter sah.
      „Du hast dich mit den falschen Leuten angelegt“, belehrte Matt den Sammler, stieß seinen linken Fuß gegen dessen Rücken und zog die Klinge heraus. Eine Fontäne aus Blut schoss aus beiden Seiten der Wunde. Nur war sie nicht rot, sondern hellblau.
      „Un … möglich“, brach der fallende Dämon tonlos hervor.


      Verwendete Karten siehe Post #2
      Verwendete Karten Episode 81 – 84

      Spoiler anzeigen
      Anya

      Gem-Knight Garnet
      Gem-Knight Lapis
      Gem-Knight Alexandrite

      Gem-Knight Pyrite
      Monster/Normal/Pendel
      Fels/Erde
      ATK/0 DEF/2800 (6) PSC: <8/8>
      Pendeleffekt: Einmal pro Zug: Du kannst 1 "Gem-Knight"-Karte von deinem Deck auf den Friedhof schicken.
      Monstereffekt: Einer der verlorenen Edelsteinritter, die nach einer langen Reise zurückgekehrt sind. Doch die Welt, die sie einst ihre eigene nannten, ist nicht mehr.

      Gem-Knight Jasper
      Monster/Effekt/Pendel
      Pyro/Erde
      ATK/1800 DEF/600 (4) PSC: <2/2>
      Pendeleffekt: Einmal pro Zug, während des Zuges eines beliebigen Spielers: Wähle 1 Fusionsmonster auf deiner Spielfeldseite als Ziel; schicke das Ziel auf den Friedhof und beschwöre von dort genau so viele Monster als Spezialbeschwörung, die als Fusionsmaterialmonster des Ziels verwendet werden können und benötigt werden, um das Ziel zu beschwören.
      Monstereffekt: Wenn diese Karte als Fusionsmaterial für die Fusionsbeschwörung eines "Gem-Knight"-Monsters benutzt wird: Erhöhe die ATK und DEF jenes Monsters um 600.

      Gem-Knight Tiger's Eye
      Monster/Effekt/Pendel
      Donner/Erde
      ATK/1600 DEF/1600 (4) PSC: <2/2>
      Pendeleffekt: Einmal pro Zug: Du kannst 1 "Gem-Knight Fusion" von deiner Hand abwerfen; füge deiner Hand 1 Normales Monster von deinem Deck hinzu.
      Monstereffekt: Wenn diese Karte als Fusionsmaterial für die Fusionsbeschwörung eines "Gem-Knight"-Monsters benutzt wird: Wähle 1 Karte auf dem Spielfeld als Ziel; zerstöre das Ziel.

      Gem-Knight Malachite
      Monster/Effekt/Pendel
      Aqua/Erde
      ATK/1000 DEF/1900 (4) PSC: <2/2>
      Pendeleffekt: {????}
      Monstereffekt: Wenn diese Karte als Fusionsmaterial für die Fusionsbeschwörung eines "Gem-Knight"-Monsters benutzt wird: Ziehe 1 Karte.

      Gem-Tiger
      Monster/Effekt/Pendel
      Fels/Erde
      ATK/???? DEF/???? (?) PSC: <8/8>
      Pendeleffekt: Einmal pro Zug, während des Zuges eines beliebigen Spielers, wenn ein Angriff deklariert wird: Wähle 1 "Gem-Knight"-Monster von deinem Friedhof als Ziel; verbanne das Ziel und annulliere den Angriff.
      Monstereffekt: {????}

      Kuriboss
      Fee/Licht/Empfänger
      ATK/300 DEF/200 (1)
      Wenn einem Spieler Kampfschaden zugefügt wird, während sich diese Karte auf deinem Friedhof befindet: du kannst diese Karte verbannen, um den Schaden auf 0 zu setzen. Wenn du durch diesen Effekt Kampfschaden, den dein Gegner erleiden würde, annulliert hast: ziehe eine Karte; du kannst die ATK eines offenen Monsters um 300 erhöhen.

      Gem-Knight Fusion
      Brilliant Fusion

      Gem-Trade
      Zauber/Normal
      Aktiviere nur, wenn sich auf deinem Friedhof eine "Gem-Knight Fusion", "Particle Fusion", "Pyroxene Fusion" oder "Fragment Fusion" befindet. Wähle ein "Gem-Knight"-Fusionsmonster von deinem Friedhof als Ziel und verbanne es; ziehe für jeden Intervall von 3 in seiner Stufe eine Karte. Du überspringst dann eine Anzahl an Draw Phasen, die der Zahl der durch diesen Effekt gezogenen Karten entspricht.

      Pendulum Fusion
      Zauber/Normal
      Beschwöre 1 Fusionsmonster als Fusionsbeschwörung von deinem Extra Deck und verwende dabei Monster von deiner Hand oder deiner Spielfeldseite als Fusionsmaterial, darunter mindestens 1 Pendelmonster. Du kannst diese Karte von deinem Friedhof verbannen, um 1 Fusionsmonster in deinem Friedhof als Ziel zu wählen: Schicke es offen in dein Extradeck zurück und erhöhe bis zur End Phase den Pendelbereich eines deiner Pendelmonster um 4. Du kannst das Ziel in diesem Zug als Pendelbeschwörung beschwören.

      Polymerization
      Mystical Space Typhoon

      Gem-Enhancement

      Gem-Knight Lady Brilliant Diamond
      First Of The Dragons

      Gravity Impulse Titanium Guardian – Heavy T
      Maschine/Erde/Synchro
      ATK/3000 DEF/0 (10)
      "1 Empfänger-Monster" + "1 oder mehrere Nicht-Empfänger-Monster"
      Wenn diese Karte als Synchrobeschwörung beschworen wird: erhöhe ihre ATK für jedes verwendete Synchromaterialmonster um 500 bis zur End Phase. Wenn diese Karte ein Monster als Ziel eines Angriffs wählt: du kannst die Position des Ziels wechseln. Nach der Schadensberechnung, wenn diese Karte angegriffen hat: wechsle ihre Position. Jederzeit während den Zügen beider Spieler: biete ein Monster als Tribut an; wechsle die Position dieser Karte. Wenn du das tust: diese Karte bleibt von den Effekten von Monsterkarte bis zur End Phase unberührt und dein Gegner zieht eine Karte.

      Murciélago The Thunderblade Bull
      Monster/Fusion/Effekt
      Ungeheuer/Wind
      ATK/0 DEF/0 (9)
      "1 Monster der Stufe 5 oder höher" + "1 Monster der Stufe 4 oder niedriger" + "1 Zauberkarte" + "1 Fallenkarte"
      Muss erst als Fusionsbeschwörung beschworen werden. Während der Battle Phase bleibt diese Karte in offener Angriffsposition von Karteneffekten unberührt, kann nicht zerstört werden und du erleidest keinen Kampfschaden aus Kämpfen mit dieser Karte. Nach der Schadensberechnung, wenn diese Karte angegriffen hat: Wähle 2 Karten deines Gegners als Ziel; zerstöre die Ziele. Wenn diese Karte Karten deines Gegners durch Kampf oder ihren Effekt zerstört: Erhöhe die ATK dieser Karte um 1000 für jede von ihnen.

      Kali

      Celestial Gear – Synthetic Albatross
      Maschine/Licht/Empfänger
      ATK/500 DEF/0 (4)
      Wenn diese Karte kämpft: du erleidest keinen Kampfschaden. Wenn diese Karte zerstört und auf den Friedhof gelegt wird: füge sie deiner Hand hinzu und zeige sie dauerhaft vor. Wenn diese so vorgezeigte Karte beschworen wird, nur einmal während des Duells: ziehe 2 Karten; verbanne diese Karte während der End Phase.

      Celestial Gear – Synthetic Quail
      Maschine/Licht/Empfänger
      ATK/1600 DEF/1700 (4)
      Wenn diese Karte zerstört und auf den Friedhof gelegt wird: füge sie deiner Hand hinzu und zeige sie dauerhaft vor, dann kannst du die Karte zerstören, die diese Karte durch Kampf oder ihren Karteneffekt zerstört hat. Wenn diese so vorgezeigte Karte beschworen wird, nur einmal während des Duells: Du kannst 1 "Celestial Gear"-Monster von deiner Hand als Spezialbeschwörung beschworen.

      Celestial Gear – Synthetic Woodpecker
      Maschine/Licht/Effekt
      ATK/1800 DEF/1300 (4)
      Einmal pro Zug: Du kannst 1 Karte in deiner Hand zerstören. Wenn diese Karte zerstört und auf den Friedhof gelegt wird: füge sie deiner Hand hinzu und zeige sie dauerhaft vor. Wenn diese vorgezeigte Karte beschworen wird, nur einmal während des Duells: Verbanne alle Karten auf dem Friedhof deines Gegners.

      Celestial Gear – Synthetic Eagle
      Maschine/Licht/Effekt
      ATK/2500 DEF/1000 (5)
      Indem du ein offenes Monster von deiner Spielfeldseite verbannst: beschwöre diese Karte von deiner Hand als Spezialbeschwörung; die Stufe dieser Karte wird zu der des verbannten Monsters. Diese Karte fügt Durchschlagschaden zu. Wenn diese Karte zerstört und auf den Friedhof gelegt wird: füge sie deiner Hand hinzu und zeige sie dauerhaft vor. Wenn diese vorgezeigte Karte beschworen wird, nur einmal während des Duells: die Effekte aller gegnerischen Monster auf dem Spielfeld und im Friedhof werden annulliert und können nicht aktiviert werden bis zur End Phase; verbanne diese Karte während der End Phase.

      Celestial Gear – Synthetic Owl
      Maschine/Licht/Empfänger
      ATK/1000 DEF/1100 (4)
      Kann nur als Synchromaterialmonster für die Beschwörung eines "Celestial Gear"-Synchromonsters verwendet werden. Einmal, solange du diese offene Karte kontrollierst: du kannst 1 "Celestial Gear"-Monster als zusätzliche Normalbeschwörung beschwören. Wenn diese Karte zerstört und auf den Friedhof gelegt wird: füge sie deiner Hand hinzu und zeige sie dauerhaft vor. Wenn diese vorgezeigte Karte beschworen wird, nur einmal während des Duells: beschwöre 1 "Celestial Gear"-Monster von deinem Friedhof als Spezialbeschwörung; verbanne es und diese Karte während der End Phase.

      Celestial Gear – Synthetic Albatross
      Maschine/Licht/Empfänger
      ATK/500 DEF/0 (4)
      Wenn diese Karte kämpft: du erleidest keinen Kampfschaden. Wenn diese Karte zerstört und auf den Friedhof gelegt wird: füge sie deiner Hand hinzu und zeige sie dauerhaft vor. Wenn diese so vorgezeigte Karte beschworen wird, nur einmal während des Duells: ziehe 2 Karten; verbanne diese Karte während der End Phase.

      Celestial Gear – Synthetic Armored Swan
      Maschine/Licht/Ritual
      ATK/2900 DEF/2800 (8)
      Muss erst mit "Celestial Gear Polymerization" als Ritualbeschwörung beschworen werden. Wenn dein Gegner während seines Zuges einen Monstereffekt aktiviert: Du kannst die ATK dieser Karte um 1000 verringern und den Effekt annullieren. Einmal pro Zug: Beschwöre eines deiner verbannten Celestial Gear-Monster; falls dieses Monster in diesem Duell noch nicht seinen Effekt eingesetzt hat, der nur einmal im Duell benutzt werden kann, aktiviere ihn.

      Celestial Gear Polymerization
      Zauber/Ritual
      Kann für die Fusionsbeschwörung von "Celestial Gear"-Fusionsmonstern benutzt werden, indem du die benötigten Fusionsmaterialen von deiner Hand oder Spielfeldseite verbannst. Kann für die Ritualbeschwörung von "Celestial Gear"-Ritualmonstern verwendet werden, indem du Monster von deiner Hand verbannst, deren Gesamtstufe der Stufe des Ritualmonsters entspricht. Für diesen Effekt kannst du die benötigte Summe an Stufen für jede deiner verbannten Zauberkarten um 2 verringern.

      Gear Overlay Polymerization
      Zauber/Normal
      Kann für die Fusionsbeschwörung von "Celestial Gear"-Fusionsmonstern benutzt werden, indem du die benötigten Fusionsmaterialen von deinem Friedhof verbannst. {????}

      Destructo Gear
      Zauber/Normal
      Verbanne eine Zauberkarte von deinem Deck.

      Banished Power Gear
      Zauber/Normal
      Wenn diese Karte aktiviert wird: verbanne eine Zauberkarte in deiner Hand. Wenn diese Karte verbannt ist: "Celestial Gear"-Monster erhalten 500 ATK und DEF während des Damage Steps.

      Conversion Fuse
      Zauber/Ausrüstung
      Rüste nur an ein Monster vom Typ Maschine aus. Das ausgerüstete Monster erhält 1000 ATK. Während der Battle Phase: Die Effekte von Monstern, die aus dem Extradeck deines Gegners beschworen wurden, werden annulliert. Nur einmal während deiner Battle Phase: Du kannst 1 Ritualzauberkarte von deiner Hand aktivieren.

      Gear Crushing
      Falle/Normal
      Zerstöre 1 "Celestial Gear"-Monster in deiner Hand und erhöhe deine Life Points in Höhe ihrer Grund-ATK.

      Xyz Tuning
      Zauber/Normal
      Wähle 1 Xyz-Monster in deinem Friedhof als Ziel; verbanne das Ziel und beschwöre 1 Empfänger-Monster, dessen Stufe dem Rang des Ziels entspricht von deinem Deck als Spezialbeschwörung und danach kannst du sofort eine Synchrobeschwörung durchführen. Zerstöre das beschworene Monster während der End Phase.

      Celestial Gear – Synthetic Armored Finch
      Maschine/Licht/Fusion
      ATK/2000 DEF/0 (4)
      2 x "Celestial Gear"-Monster
      Wenn diese Karte als Fusionsbeschwörung beschworen wurde, füge deiner Hand 1 "Gear"- oder "Synthetic"-Zauberkarte deiner Hand hinzu. Wenn diese Karte zerstört wird, nur einmal während des Duells: beschwöre sie als Spezialbeschwörung mit einer Grund-ATK von 2500; während der End Phase verbanne sie.

      Celestial Gear – Synthetic Armored Vulture
      Maschine/Licht/Fusion
      ATK/2700 DEF/2700 (8)
      3 x "Celestial Gear"-Monster
      Kann alle Monster deines Gegners einmal angreifen. Wenn diese Karte zerstört und auf den Friedhof gelegt wird: Beschwöre sie und sämtliche deiner verbannten und auf dem Friedhof liegenden "Synthetic Armored"-Monster als Spezialbeschwörung. Verbanne während deiner nächsten End Phase alle Karten, die durch diesen Effekt beschworen wurden.

      Celestial Gear – Synthetic Armored Raven
      Maschine/Licht/Synchro
      ATK/3500 DEF/3000 (12)
      "1 Empfänger" + "1 oder mehrere "Celestial Gear"-Monster"
      Während seiner Battle Phase muss dein Gegner diese Karte mit all seinen Monstern angreifen. Einmal pro Zug, wenn dein Gegner während deines Zuges einen Karteneffekt aktiviert: Füge ihm Schaden in Höhe der Summe der Stufen/Ränge aller offenen "Celestial Gear"-Monster x 100 zu. Wenn diese Karte zerstört und auf den Friedhof gelegt wird: Beschwöre sie als Spezialbeschwörung, aber verbanne sie während deiner nächsten End Phase.

      Celestial Gear – Synthetic Armored Dove
      Maschine/Licht/Xyz
      ATK/500 DEF/2500 {4}
      2 oder mehr (max. 5) Stufe 4-Monster
      Wenn diese Karte als Xyz-Beschwörung beschworen wurde: beschwöre ein zu ihren Xyz-Materialien passendes Fusionsmonster von deinem Extradeck als Fusionsbeschwörung. Einmal pro Zug während des Zuges eines beliebigen Spielers, indem du ein Xyz-Material von dieser Karte abhängst: Wähle 1 anderes offenes Monster auf dem Spielfeld; erhöhe seine ATK um 500.

      Zanthe

      Constellar Pollux
      Constellar Rasalhague
      Constellar Siat
      Constellar Kaus
      Constellar Alrescha
      Constellar Antares
      Constellar Acubens
      Constellar Sombre

      Constellar Alrakis
      Donner/Licht/Effekt
      ATK/1200 DEF/1500 (4)
      Indem du diese Karte während des Zuges eines beliebigen Spielers von deiner Hand abwirfst: wechsle die Position eines "Constellar"-Monsters auf deiner Spielfeldseite. Indem du diese Karte von deinem Friedhof verbannst: in diesem Zug musst du für die Tributbeschwörung eines "Constellar"-Monsters keine Tribute anbieten.

      Constellar Star Chart
      Constellar Star Cradle
      Constellar Tempest

      Constellar's Ultimate Magic – VRANO METRIA
      Zauber/Ausrüstung
      Rüste nur an ein "Constellar"-Xyz-Monster aus. Einmal pro Zug kannst du Ausrüstungszauberkarten von deinem Deck bis zu der Anzahl an Xyz-Materialien des ausgerüsteten Monsters an offene "Constellar"-Monster, die du kontrollierst, ausrüsten. Das ausgerüstete Monster fügt durchschlagenden Kampfschaden zu.

      Stoic Challenge
      Double Spell

      Constellar Meteor
      Draining Shield

      Constellar Hyades
      Constellar Omega
      Constellar Pleiades
      Constellar Ptolemy M7

      Nigel

      Gazelle The King Of Mythical Beasts
      Berfomet
      Phantom Beast Cross-Wing
      Phantom Beast Thunder-Pegasus
      Phantom Beast Wild-Horn x2
      Phantom Beast Rock-Lizard x2

      Phantom Beast Luster-Unicorn
      Monster/Effekt
      Ungeheuer-Krieger/Licht
      ATK/400 DEF/1700 (4)
      In dem Zug, in dem diese Karte beschworen wurde: Du kannst 2 "Phantom Beast"-Monster mit derselben Stufe von deinem Deck wählen: Nimm 1 davon auf die Hand und lege das andere auf den Friedhof. Du kannst diesen Effekt von "Phantom Beast Luster-Unicorn" nur einmal pro Zug aktivieren.

      Polymerization
      Fusion Sage
      Pot Of Greed
      Spiritual Forest

      Phantom Illusion
      Falle/Konter
      Wenn ein Monster vom Typ Ungeheuer-Krieger als Ziel eines Karteneffekts gewählt wird: Der Effekt jener Karte wird zu: O Zerstöre das Ziel und diese Karte; dein Gegner beschwört 1 Monster vom Typ Ungeheuer-Krieger von seinem Friedhof als Spezialbeschwörung, dessen Grund-ATK niedriger ist als die Grund-ATK des Ziels.

      Horn Of The Phantom Beast
      Fusion Reserve
      Mirror Force
      Gorgon's Eye

      Chimera The Flying Mythical Beast

      Phantom Beast Ascension-Patron
      Monster/Fusion/Effekt
      Ungeheuer-Krieger/Licht
      ATK/2000 DEF/2500 (6)
      "Phantom Beast Luster-Unicorn" + "Phantom Beast Cross-Wing"
      Diese Karte erhält die Effekte aller Ungeheuer-Krieger-"Phantom Beast"-Monster auf deinem Friedhof (auch während sie auf dem Friedhof liegt) und jener, die verbannt sind.

      Murciélago The Thunderblade Bull
      Monster/Fusion/Effekt
      Ungeheuer/Wind
      ATK/0 DEF/0 (9)
      "1 Monster der Stufe 5 oder höher" + "1 Monster der Stufe 4 oder niedriger" + "1 Zauberkarte" + "1 Fallenkarte"
      Muss erst als Fusionsbeschwörung beschworen werden. Während der Battle Phase bleibt diese Karte in offener Angriffsposition von Karteneffekten unberührt, kann nicht zerstört werden und du erleidest keinen Kampfschaden aus Kämpfen mit dieser Karte. Nach der Schadensberechnung, wenn diese Karte angegriffen hat: Wähle 2 Karten deines Gegners als Ziel; zerstöre die Ziele. Wenn diese Karte Karten deines Gegners durch Kampf oder ihren Effekt zerstört: Erhöhe die ATK dieser Karte um 1000 für jede von ihnen.

      Matt

      Evilswarm Heliotrope
      Evilswarm Kerykeion
      Evilswarm O'lantern
      Evilswarm Castor
      Evilswarm Thunderbird
      Evilswarm Mandragora
      Evilswarm Golem
      Evilswarm Coppelia
      Evilswarm Salamandra

      Infestation Pandemic

      Xyz Wall
      Zauber/Dauerhaft
      Jedes Mal wenn eines deiner Xyz-Monster durch seinen eigenen Effekt ein Xyz-Material abhängt: erhöhe die DEF aller deiner Monster in Verteidigungsposition um 1000. Solange du diese offene Karte kontrollierst: Monster in Verteidigungsposition können nicht durch Effektmonstereffekte zerstört werden.

      Exchange

      Infestation Infection
      Infestation Terminus

      Evilswarm Bahamut

      Primalswarm Yggdrasil
      Monster/Effekt/Xyz
      Pflanze/Finsternis
      ATK/3050 DEF/1650 {12}
      3 x Stufe 12-Monster
      Du kannst diese Karte auch während der Züge beider Spieler als Xyz-Beschwörung beschwören, indem ein "Evilswarm"-Xyz-Monster, das nicht in diesem Zug als Spezialbeschwörung beschworen wurde, als Xyz-Material verwendest. Wenn diese Karte als Teil einer Kette beschworen wurde: Annulliere die Effekte aller anderen Karten in jener Kette und zerstöre sie. Kann nicht durch Kampf zerstört werden außer durch Xyz-Monster. Einmal pro Zug kannst du jeden der folgenden Effekte aktivieren:
      O Wähle 1 Monster von deinem Deck; lege es unter diese Karte als Xyz-Material.
      O Während der Main Phase 1 hänge alle Xyz-Materialien dieser Karte ab: Zerstöre alle Monster deines Gegners (falls er Monster kontrolliert) und füge ihm anschließend Schaden in Höhe der Summe der Grund-ATK des abgehangenen Xyz-Materials minus der Summe der ATK der durch diesen Effekt zerstörten Monster zu. Wenn der zugefügte Schaden unter 0 liegen würde, füge stattdessen keinen Schaden zu. Überspringe in diesem Zug deine Battle Phase.

      Valerie

      Gishki Shadow
      Gishki Vision
      Evigishki Soul Ogre

      Gishki Aquamirror
      Monster Reborn

      Poseidon Wave
      Torrential Reborn

      Zed

      Demigod Of Straining Desert, Ramses
      Monster/Effekt
      Göttliches Ungeheuer/Göttlich
      ATK/2600 DEF/3200 (10)
      Wenn für die Tributbeschwörung dieser Karte ausschließlich Spielmarken verwendet werden: dein Gegner kann bis zu seiner nächsten End Phase keine Karten setzen. Einmal pro Zug, indem du eine Spielmarke von deiner Spielfeldseite als Tribut anbietest: Karten, die du kontrollierst, bleiben von Monstereffekten deines Gegners unberührt.

      Demigod Of Blooming Nature, Cernnua
      Monster/Effekt
      Göttliches Ungeheuer/Göttlich
      ATK/2400 DEF/2500 (10)
      Wenn für die Tributbeschwörung dieser Karte ausschließlich Spielmarken verwendet werden: ziehe 2 Karten. Einmal pro Zug, indem du eine Spielmarke von deiner Spielfeldseite als Tribut anbietest: verdopple die ATK dieser Karte bis zur End Phase.

      Demigod Of Purging Fire, Efreet
      Monster/Effekt
      Göttliches Ungeheuer/Göttlich
      ATK/2900 DEF/2300 (10)
      Wenn für die Tributbeschwörung dieser Karte ausschließlich Spielmarken verwendet werden: füge den Life Points deines Gegners 1500 Punke Schaden zu. Einmal pro Zug, indem du eine Spielmarke von deiner Spielfeldseite als Tribut anbietest: alle offen Monster, die du kontrollierst, können bis zur nächsten End Phase deines Gegners nicht als Ziel für die Effekte von Zauber- und Fallenkarten gewählt werden.

      Demigod Of Eternal Winter, Northgrimm
      Monster/Effekt
      Göttliches Ungeheuer/Göttlich
      ATK/3000 DEF/2500 (10)
      Wenn für die Tributbeschwörung dieser Karte ausschließlich Spielmarken verwendet werden: annulliere die Effekte aller offenen Monster deines Gegners. Einmal pro Zug, indem du eine Spielmarke von deiner Spielfeldseite als Tribut anbietest: in diesem Zug kannst du Monster der Stufe 5 oder höher beschwören, ohne Tribute anzubieten.

      Demigod Of Ravaging Sea, Bismarck
      Monster/Effekt
      Göttliches Ungeheuer/Göttlich
      ATK/2800 DEF/2200 (10)
      Wenn für die Tributbeschwörung dieser Karte ausschließlich Spielmarken verwendet werden: {????}. Einmal pro Zug, indem du eine Spielmarke von deiner Spielfeldseite als Tribut anbietest: du kannst nach deiner Main Phase 2 eine zusätzliche Battle Phase durchführen, aber deinen Gegner während jener Battle Phase nicht direkt angreifen. Außerdem, wenn während jener Battle Phase ein Monster deines Gegners zerstört wird: schicke eine Anzahl von Karten entsprechend der Stufe des zerstörten Monsters vom Deck deines Gegners auf den Friedhof.

      Demigod Of Stellar Glow, Luminez
      Monster/Effekt
      Göttliches Ungeheuer/Göttlich
      ATK/2700 DEF/2700 (10)
      Einmal pro Zug: Du kannst ein Monster deines Gegners als Ziel wählen; ändere seine Position. Einmal pro Zug, indem du eine Spielmarke von deiner Spielfeldseite als Tribut anbietest: Monster, die dein Gegner zum Zeitpunkt der Aktivierung dieses Effekts kontrolliert, können während seines nächsten Zuges nicht angreifen.

      Demigod Of Crawling Darkness, Dremorah
      Monster/Effekt
      Göttliches Ungeheuer/Göttlich
      ATK/2700 DEF/2700 (10)
      Dein Gegner kann die Position seiner Monster nicht ändern, außer durch Karteneffekte. Einmal pro Zug, indem du eine Spielmarke von deiner Spielfeldseite als Tribut anbietest: Wenn dein Gegner während seiner nächsten Draw Phase Monster kontrolliert, muss er die Draw Phase überspringen.

      The G.O.D. Pendulum
      Monster/Pendel/Effekt
      Göttliches Ungeheuer/Göttlich
      ATK/???? DEF/???? (?) PSC: <0/13>
      Pendeleffekt: Wenn du keine Karte in deiner anderen Pendelzone kontrollierst, behandle diese Karte, als würde sie auch in deiner leeren Pendelzone liegen.
      Monstereffekt:{????}

      Aura Dominion
      Zauber/Spielfeld
      Einmal pro Zug: schicke die oberste Karte deines Decks auf den Friedhof; beschwöre 3 "Soul Aura"-Spielmarken (Fee/Licht/1/ATK 0/DEF 0) als Spezialbeschwörung. Zerstöre diese Spielmarken während der End Phase. "Soul Aura"-Spielmarken können nicht als Tribut angeboten werden, außer für die Tributbeschwörung von Monstern der Stufe 10 oder höher und sie können nicht als Synchromaterialmonster benutzt werden.

      Advent Of The Demigods
      Zauber/Dauerhaft
      Jedes Mal, wenn du ein Monster der Stufe 10 oder höher als Tribit anbietest: Lege eine "Demigod"-Zählmarke auf diese Karte. Du kannst diese Karte auf den Friedhof legen; füge deiner Hand von deinem Deck "Demigod"-Monster mit unterschiedlichem Namen hinzu, deren Anzahl gleich der "Demigod"-Zählmarken ist, die auf dieser Karte zum Zeitpunkt der Aktivierung dieses Effekts gelegen haben. Indem du diese Karte von deinem Friedhof verbannst: Alle offenen Monster der Stufe 10 oder höher erhalten 400 ATK und DEF.

      Aura Rejuvenation
      Zauber/Normal
      Wenn deine Life Points 1000 oder niedriger sind: Deine Life Points werden zu 4000; danach kannst du 3 "Soul Aura"-Spielmarken (Fee/Licht/1/ATK 0/DEF 0) als Spezialbeschwörung beschwören.

      Mark Of The Maker
      Zauber/Ausrüstung
      Rüste nur an ein Monster der Stufe 10 oder höher aus. Das ausgerüstete Monster erhält 500 ATK. Wenn das ausgerüstete Monster während des Zuges deines Gegners vom Spielfeld entfernt wird: Beende seinen Zug und zerstöre alle Monster, die er kontrolliert.

      Soul Retribution
      Zauber/Schnell
      Für jedes Mal, das du in diesem Zug bereits Schaden erlitten hast, beschwöre 1 "Soul Aura"-Spielmarke (Fee/Licht/1/ATK 0/DEF 0) als Spezialbeschwörung.

      Ricther

      Different Dimension Deity – Lastelise
      Göttliches Ungeheuer/Göttlich/Effekt
      ATK/3000 DEF/3000 (10)
      Kann nicht als Normalbeschwörung beschworen oder gesetzt werden. Muss von deiner Hand als Spezialbeschwörung beschworen werden, indem du die 10 obersten Karten deines Decks verdeckt verbannst, während du keine Monster kontrollierst. Du kannst keine anderen Monster außer diesem kontrollieren. Wenn diese offene Karte das Spielfeld verlässt: wähle zufällig eine deiner verdeckten verbannten Karten und zeige sie vor; füge anschließend eine Karte von deinem Deck mit demselben Namen deiner Hand hinzu, wenn möglich.

      Different Dimension Deity – Astellante
      Göttliches Ungeheuer/Göttlich/Effekt
      ATK/? DEF/? (10)
      Kann nicht als Normalbeschwörung beschworen oder gesetzt werden. Muss von deiner Hand als Spezialbeschwörung beschworen werden, indem du die 10 obersten Karten deines Decks verdeckt verbannst, während du keine Monster kontrollierst. Du kannst keine anderen Monster außer diesem kontrollieren. Die Grund-ATK und DEF dieser Karte entspricht der Anzahl an verdeckt verbannten Karten x 200.

      Different Dimension Deity – Ubriq
      Göttliches Ungeheuer/Göttlich/Effekt
      ATK/0 DEF/3500 (10)
      Kann nicht als Normalbeschwörung beschworen oder gesetzt werden. Muss von deiner Hand als Spezialbeschwörung beschworen werden, indem du die 10 obersten Karten deines Decks verdeckt verbannst, während du keine Monster kontrollierst. Du kannst keine anderen Monster außer diesem kontrollieren. Du kannst diese Karte als Tribut anbieten; füge deiner Hand 1 "Different Dimension Deity"-Monster von deinem Deck außer "Different Dimension Deity – Ubriq" hinzu.

      Different Dimension Deity – Vem
      Göttliches Ungeheuer/Göttlich/Effekt
      ATK/500 DEF/0 (10)
      Kann nicht als Normalbeschwörung beschworen oder gesetzt werden. Muss von deiner Hand als Spezialbeschwörung beschworen werden, indem du die 10 obersten Karten deines Decks verdeckt verbannst, während du keine Monster kontrollierst. Du kannst keine anderen Monster außer diesem kontrollieren. Nur einmal während des Duells: Füge deinem Gegner Effektschaden in Höhe deiner verdeckt verbannten Karten x 100 zu. Einmal pro Zug, wenn einem Spieler Effektschaden zugefügt wurde: Erhöhe die ATK dieser Karte um die Summe des Effektschadens.

      Different Dimension Deity – Vistae
      Göttliches Ungeheuer/Göttlich/Effekt
      ATK/???? DEF/???? (10)
      {????}

      Dimensions Reach
      Zauber/Ausrüstung
      Ein mit dieser Karte ausgerüstetes Monster erhält ATK in Höhe der Anzahl an verdeckt verbannten Karten x 100 und fügt durchschlagenden Kampfschaden zu. Wenn das ausgerüstete Monster zerstört werden würde, kannst du diese Karte zerstören und 10 verdeckt verbannte Karten ins Deck ihres Besitzers zurückschicken. Wenn du diesen Effekt aktivierst: das ausgerüstete Monster kann bis zur End Phase nicht durch Kampf oder Karteneffekte zerstört werden.

      Dimensions Collapse
      Zauber/Normal
      Aktiviere nur, solange mindestens 20 deiner Karten verdeckt verbannt sind: Zerstöre alle Monster, die dein Gegner kontrolliert.

      Dimensions Divergence
      Zauber/Schnell
      Wenn mindestens 15 deiner Karten verdeckt verbannt sind: Wähle einen Spieler; bis zur End Phase wird jeder Kampf- und Effektschaden, den der gewählte Spieler erleidet, stattdessen seinem Gegner zugefügt und wenn der gewählte Spieler seine Life Points erhöhen würde, werden stattdessen die Life Points seines Gegners erhöht.

      Dimensions Disturbance
      Zauber/Normal
      Aktiviere nur, solange du 1 offenes "Different Dimension Deity"-Monster kontrollierst und mindestens 20 deiner Karten verdeckt verbannt sind: Verbanne die Karten auf der Hand deines Gegners bis zu seiner nächsten End Phase.

      Dimensions Overlap
      Zauber/Normal
      Verbanne alle Karten von deinem Friedhof (mind. 5), dann verbanne 5 Karten von deinem Deck verdeckt verbannt; ziehe 2 Karten.

      Dimension Molding
      Zauber/Normal
      Benutze je 1 "Different Dimension Deity"-Monster von deiner Spielfeldseite und von deiner Hand als Fusionsmaterial für die Fusionsbeschwörung von "The Face Of D". Solange diese Karte auf dem Friedhof liegt, kann "The Face Of D" nicht durch Karteneffekte zerstört werden.

      Dimensions Seperate
      Zauber/????
      {????}

      Dimensions Foreboding
      Falle/Normal
      Aktiviere nur, wenn mindestens 5 Karten verdeckt verbannt sind. Wähle eine Karte in deinem Friedhof als Ziel und zeige dann deine verdeckt verbannten Karten vor: ist unter ihnen eine Karte mit demselben Namen wie das Ziel, füge das Ziel deiner Hand hinzu. Solange diese Karte auf deinem Friedhof liegt: Monster, die auf den Friedhof gelegt werden würden, werden stattdessen verbannt. Während der dritten End Phase, nachdem diese Karte auf den Friedhof gelegt wurde: verbanne sie verdeckt.

      Dimensions Crossing
      Falle/Normal
      {????} Wenn dein Gegner einen Angriff deklariert, während diese Karte auf dem Friedhof liegt: Wähle 1 "Different Dimension Deity"-Monster von deinem Friedhof als Ziel; schicke das Ziel zurück in dein Deck und wechsle die Position des angreifen Monsters. Dein Gegner kann seine Position nicht ändern, solange es auf dem Spielfeld liegt, außer durch Karteneffekte. Du kannst diesen Effekt von "Dimensions Crossing" nur einmal pro {Duell?} aktivieren.

      The Face Of D
      Monster/Fusion/Effekt
      Göttliches Ungeheuer/Göttlich
      ATK/5000 DEF/0 (12)
      2 x "Different Dimension Deity"-Monsters
      (Wird immer als "Different Dimension Deity"-Monster behandelt)
      Kann nicht als Spezialbeschwörung beschworen werden, außer durch eine Fusionsbeschwörung, wenn sich 5 oder weniger Karten in deinem Deck befinden. Wenn diese Karte ein Monster durch Kampf zerstört: Füge dessen Grund-ATK deinem Gegner als Schaden zu. Wenn dein Gegner eine Karte oder einen Effekt aktiviert, kannst du eine Karte derselben Art (Monster-, Zauber-, Fallenkarte) verdeckt verbannen, um die Aktivierung zu annullieren. Wenn du während deiner Draw Phase keine Karten in deinem Deck hast und mindestens 30 deiner Karten verdeckt verbannt sind: Du gewinnst das Duell.

      Collector

      Shaddoll Falcon
      Shaddoll Dragon
      Shaddoll Beast
      Shaddoll Hound
      Shaddoll Squamata
      Apoqliphort Towers

      Shaddoll Fusion
      El Shaddoll Fusion
      Nephe Shaddoll Fusion
      Curse Of The Shadow Prison
      Hidden Armory
      Fusion Weapon
      Pot Of Avarice

      Final Fusion

      El Shaddoll Winda
      El Shaddoll Construct
      El Shaddoll Shekhinaga

      Das sind circa 18 Seiten an Karteninhalt, allerdings mit Seitenumbrüchen. Eh ja. xD
      Ich hoffe, die Folge hat euch gefallen. ^^
      Spoiler anzeigen
      Nun, angekommen im neuen Jahr wünsche ich dir ein frohes neues Jahr und versuche die letzte Folge von TLA möglichst angemessen zu würdigen. Ich verstehe ich immer noch vieles nicht, aber solange TLA nicht mein Studienfach ist, wird das wohl auch so bleiben. Meine Vermutung bezüglich Kali´s Identität hat sich höchstwahrscheinlich bestätigt, und auch wenn da noch eine Menge offenbart werden muss, bekomme ich dazu langsam den Verdacht, dass Anya´s Mutter von deren Vater möglicherweise vergewaltigt wurde. Das wäre eine plausible Möglichkeit, warum Kali sagt, dass es Anya nie hätte geben sollen. Jetzt scheint das alles einen Sinn zu ergeben. Ob der Mann, der am Ende hinzukommt, Anya´s Vater ist erscheint zwar wahrscheinlich, ist aber nicht endgültig sicher, genauso wie, dass Kali sich das Genick gebrochen hat und tot ist. Mann mann, eigentlich kann TLA noch nicht zu Ende sein, wo noch so viel geklärt werden muss, die anderen Fäden der Geschichte mal ausgenommen, welche eine Fortsetzung mühelos ebenso begründen könnten.

      Aber zurück zur Folge: Nigel operiert Exa, der mit Verweis auf seine Herkunft sein Ableben gerade noch mal vermeiden konnte, und der dann unerwartet von Nigel Hilfe erhält. Im Prinzip glaube ich habe ich verstanden, wieso Nigel das alles tut: weil er eben über Emotionen verfügt kümmert bzw. berührt ihn das ganze Geschehen, die wenigsten Menschen können auf die Dauer die sich leicht verselbstständigende Macht ihrer Gefühle einfach so mit Verweis auf egal welche Gründe unterbinden. Zanthe hat durch seine hartnäckigen Bemühungen Nigel damit sogar dazu gebracht viel umfangreicher zu kooperieren, als ursprünglich geplant, er hat Exa gerettet und zusätzlich auch noch Anya, wobei das genaue Prozedere unbekannt bleibt.

      Meiner Überzeugung nach aber ist eine Folge sowieso nicht logisch aufgebaut, sondern der Autor drückt sich selbst aus und Charaktere und Objekte bestehen nur dem Schein nach, auch wenn eine Wechselwirkung zwischen diesem Schein und der Entwicklung des Selbstausdrucks des Künstlers vorliegt, im Rahmen der Spielräume, die das Innenleben des Autors mit sich bringt; und weil die Produkte des Verstandes diesen rückbeeinflussen (Materialismus vs. Idealismus in Miniatur).

      Konkret angewandt versuche ich einen Abriss dieser Folge:

      Die Eingangssituation gründet sich darauf, dass Anya kurzfristig von ihrer Mission des Sammlers abgelassen hat, um sich Kali zu stellen. Dadurch tritt der familiäre Konflikt mit der Maskierten ins Zentrum des Erzählgeschehens. Wie ich schon erwähnt habe, allerdings nur vorgeblich, denn die Geschichte folgt dem Erzähler und nicht umgekehrt. Der Konflikt verkörpert relativ offensichtlich einen grundlegenden Zweifel, und zwar an Anyas Existenz, an der Basis ihres Seins. Woher dieser kommt spielt nicht die oberste Rolle, aber wie schon so oft treibt er sie an einen Punkt, der ausweglos erscheint, allerdings diesmal vollkommen und ohne duelltechnisch begründbare Hintertüren, wobei der physische Aspekt hier zusätzlich so stark hinzukommt wie schon lange nicht mehr bzw. vielleicht sogar noch nie. Das Faktum der üblen Situation setzt sich in der Erzählung fort, nichtdestotrotz verweigert Anya gleich doppelt einen möglichen Ausweg durch Levrier‘s Kräfte, und als der Hauptcharakter setzt sie damit das Startsignal für einen Wandel, für eine Intiiative die sich verzögert durch die Erzählebenen zieht und die du in ihrem Wesen im Prinzip in dem Spoiler mit dem Goethegedicht bereits hinreichend beschrieben hast. An der entscheidenden Stelle bricht diese Ebene ab, doch das erwähnte Signal, treibt die Handlung weiter an und kulminiert in Zanthes Sieg, einem Ausweg für Exa inklusive einer sehr weitreichenden Kooperation Nigel’s, so als ob der Geist von Anyas Entscheidung ihn unmittelbar beflügelt hätte, sodass auf einmal alles schon mal viel besser erscheint.

      Die Erzählung wechselt zurück zu Anya, die zunächst alle ihre verbliebenen Möglichkeiten ausschöpft (Pendel) und die Lage spitzt sich weiter zu, bis der positive Trend einsetzt und nach einigen bedeutenden sowie spannenden Schwankungen hin und her die Oberhand gewinnt, Anya übersteht den Angriff auf ihr Sein und nachdem das Kräftemessen vorbei ist, kommen die Hintergründe, wenn auch nur andeutungsweise, in den Vordergrund, die zu all dem geführt haben und nach der erkämpften Entscheidung eine entsprechende Richtung einschlagen. Dass die Hilfe von der anderen Erzählebene von Zanthe usw. kommt, sehe ich als starken Beleg für meine Ausgangsthese, wobei die Karte Nigels dessen Macht (assoziiert mit seinem Pakt mit Claire) repräsentiert, die Zanthe stellvertretend errungen hat (und die sich weiter verselbstständigt). Wenn man vorgreift könnte man von einer Portion korrumpierter Äther sprechen.

      Nachdem die unmittelbare Bedrohung abgewendet wurde, kommt der Kampf um die Bewältigung der prinzipiellen Bedrohung wieder ins Spiel, wenn auch nur an einem Ausläufer, auch wenn das die Wichtigkeit der darin enthaltenen Handlung nicht schmälert. Gegenüber Matt’s unnatürlicher Kraft durch Yggdrasil, die in ihrer Herkunft bis zuletzt ungeklärt bleibt, opponiert Zed mit purer Undying-Macht und der ihr eigenen Sturheit. Auch hier eskaliert die Lage duellantisch eindrucksvoll (die Details zu analysieren würde den Aufwand mindestens vervierfachen, so genau will ich dann doch nicht werde, ich bin doch recht froh, die Folge so abhandeln zu können).
      Ich will an dieser Stelle betonen, dass das Muster, dass sich durch die Handlung zieht keineswegs offensichtlich ist, der genaue Ablauf ist hochspannend und ich vereinfache hier stetig.

      Bei dieser Erzählebene tritt wieder prinzipiell der selbe Effekt auf: es kommt Hilfe von einer weiteren Ebene hinzu, Valerie schließt sich dem Duell an und unter vollem Einsatz ihrer Kapazitäten können sie scheinbar einen gewissen Fortschritt erreichen.

      Es folgt ein kurzes Zwischenspiel mit Stoltz, welches Zweifel säht, war doch dieser Undying bis jetzt immer bösartig und geradezu irre dahergekommen.

      Es geht weiter mit Matt und Valerie, wobei jene sich optimistisch zeigt und ihrem Menschsein schließlich offensichtlich wirksam etwas Positives abgewinnt. Dennoch kommen sie an einen Punkt, an dem sie nicht mehr weiterkommen. Ich deute dies als eine besondere Härte der prinzipiellen Problematik und als Fortsetzung des Zweifels aus der Szene mit Stoltz.

      An dieser Stelle würde ich gern einige Ausführungen dem Sammler widmen, den ich jetzt endlich verstehe (oder zumindest eine Erklärung habe, die mir plausibel erscheint). Der Sammler sammelt im Grunde genommen und in ihm gipfeln damit Anyas Defizite und Selbstzweifel. In Ausnahmesituationen bietet er Lösungen an, im Gegenzug für mehr Macht für ihn selbst bzw. noch mehr Zweifel, weil die Charaktere auf ihn anwiesen waren. Dass er kleine Verschmutzungen seines Anzugs etc. fürchtet, sehe ich als Hinweis darauf, dass er jeglichen Widerstand gegen das unausweichliche Überhandnehmen der Gründe die seine Macht füttern, sehr penibel wahrnimmt und diese ihn irrtieren. Die dadurch gesammelte Macht wird vom korrumpierten Ätherstrom repräsentiert, das gesamte System, die Welt von TLA spürt bzw. ist sich dieses Prozesses bewusst, denn sie hat ein Bewusstsein, denn sie IST (auf abstrakte Weise) -Aska- und setzt ihrer Gegenmechanismen in Gang, die in sich eine außerordentliche Macht tragen, stark repräsentiert durch die Undying und die Karte „The Face of D“. Dass der Sammler die Welt anders deutet, wie er im Dialog sagt, dass der Sinn den er darstellt pervertiert ist, fügt sich gut in die Interpretation ein. Jedenfalls kann dieses urtümlichste aller Mächte auch der Sammler nicht verleugnen und es folgt ein Kampf der Giganten.
      Die Erzählebene wechselt wieder, die von Anya losgelöste positive Dynamik verwandelt sich in die Gewissheit um den Sinn des Widerstandes im Kampf gegen Zed. Zeds Sturheit, die du ja in deiner Antwort bestätigt hast, deute ich als die Macht der Routine über den Menschen bzw. jeden Menschen und damit über dich und damit wiederum über deine Welt. Das klingt vielleicht weit gegriffen, aber die Abläufe im Verstand zu ändern kostet Energie, und solange sich diese nicht durchsetzt regiert der bisherige Ablauf in Form von Routinen, und diese können sehr stark sein. Dagegen deutet ich Matt und Valerie als Menschen als die oberen Ebenen des Bewusstseins die sich viel schneller wandeln und die daher viel flexibler für die Interessen des Gesamtsystems Mensch eintreten können. Mit vereinter Kraft überwinden sie Zed, wenn auch nur um auf sie zurückzukommen (= Integration des Veränderungsimpulses in die relevanten Grundlagen). Damit erreicht der Vorstoß zur Rettung die höchste Ebene, auf der er sich aber wieder mit der Macht des Sammlers messen muss, die sich durch die Pakte von Matt und Valerie manifestiert. Die Tatsache, dass das Mittel zur Vernichtung des Sammlers nur durch Menschen genutzt werden kann, erscheint in diesem Rahmen nur notwendig.

      Der Widerstand ist stark, aber die positive Dynamik wirkt auch hier fort.

      Die Ebene wechselt erneut zu der direkten Konfrontation von Undying plus The Face of D gegen den Sammler. Im Dialog setzt sich die Definition des Wesens des Sammlers fort: dadurch dass seine Macht und seine Funktion als solche anerkannt wurde, wurde der Sammler legitimiert. Dass dies in letzter Konsequenz (natürlich) nicht gewollt war, spiegelt sich dabei im Widerstand aller Charaktere. Diese wird absolut in The Face of D, das alles unterbinden kann, nun, da es auf den Plan getreten ist. Logisch, wenn der Verstand es nur will, kann er auf alles reagieren, indem er seine Funktionsweise in Bezug auf den zu unterbindenden Ablauf rein potenziell beweist (= entfernen der Deckkarte der selben Art). Der letzte Effekt von The Face of D, bezüglich des leeren Decks und des daraus resultierenden Sieges repräsentiert durch das leere Deck als Ende der Möglichkeiten einen Neubeginn ohne Determinanten wie etwa Karten, die Initiative liegt somit nicht mehr bei dem Undying bzw. dem Duellanten, sondern ist schlichtweg offen, und das allein bedeutet aber für das System an sich, also den Mensch etwas Gutes, weil allein das Benutzen von The Face of D implizit die Übernahme des Guten längst eingeleitet hat. Eigentlich. Doch der Sammler, der Vertreter des Fakt gewordenen Zweifels scheint dies vorhergesehen zu haben, wie auch den Verrat seines Dieners. Denn er versucht den angesammelten Zweifel durch einen Patt, in dem Sinn eine Art Totalausfall und damit auch einer des hergebrachten Systems, die aufgestaute Macht zum Durchbruch zu bringen. Im daraus resultierenden quasi maximalen Konflikt wird der Undying gerettet, durch Stoltz, der durch sein negatives Erscheinungsbild in diesem Zusammenhang quasi den Verrat des Zweifels am Zweifel repräsentiert und nicht zuletzt die Wiedergutmachung des Stolz für seine Fehler, denn dieser Stolz des Systems war eben ein Feind des Sammlers, aber auch sein Handlanger durch seine zweifelhaften Taten. Gleichzeitig wird die Dynamik des Ergreifens der Chance (wie im Goethe Zitat beschrieben=, von Anyas Widerstand und allem was sich daraus fortsetzte, zum entscheidenden Fakt, und verweist den maximalen, Sinn und Logik gewordenen Zweifel in seine Schranken, hin zum letztendlichen Triumph, trotz der Nachteile die daraus für Matt und Valerie erwachsen, und damit den Selbsterhalt bitter machen, wenn auch notwendig und in letzter Instanz dominierend.

      Somit markiert die Folge den Platz, an dem der Konflikt endet, und der in seinem Fortwirken die Ruhe, den Schlaf in einer sicheren Zuflucht begründet.
      Mensch, ich hab gedacht, ich hätte schon längst gepostet gehabt, dabei war das ja noch die letzte Folge gewesen. Na gut, dann gleich mal hinsetzen und den letzten Post kommentieren.

      -Aska-

      Hm, vermag ich nicht zu sagen, wie du das verstanden hast, aber so wie du geantwortet hast, nicht so, wie ich gemeint hab denke ich. Wenn du nur zwei Duelle pro Folge abgearbeitet hättest, dann wäre ja mehr von den Duellen pro Folge gewesen, wodurch sich die Gesamtzahl der Folgen eigentlich nicht geändert hätte. Wäre halt weniger Springen zwischen den einzelnen Handlungsorten gewesen - wobei ich nochmal festhalten möchte, dass es mir genau so gefallen hat, wie es bei dir war.

      Was die Immateriellen angeht, gibt es vielleicht einen Grund, warum die gerade nicht Feinde der Undying sind. ;)

      Wieso denke ich gerade an Ameisen (Undying) und Läuse (Immaterielle), die ein gewisses, von einander profitierendes Zusammenleben haben xDDDDD

      Klar, weiß ich wem die Stiefel gehörten, sogar mit Ansage bevor ich es tatsächlich erfuhr xDDD

      Du weißt schon, worin der wichtige Knackpunkt deiner Aussage mit der Maske besteht? xD Wenn die Maske 'fällt', heißt dass noch nicht automatisch, dass wir auch das Gesicht dahinter sehen. Und das ist ja das, was am Ende interessant ist. xD Aber in dieser Folge war es leider auch noch nicht soweit ^^"


      Was mich aber mal interessieren würde. Normal konnte man den Titel einer Folge ja immer konkret dem Inhalt der Folge irgendwo zuordnen. Wie verhält es sich eigentlich bei dieser jüngsten Folge. Worauf bezog sich das "Asylum where I sleep". Oder wenn ich ganz forsch sein mag, welche Bedeutung hat der Titel? xD



      Post

      Okay, sehr interessante Karten. Mir hat in dem Post nur die Handlung gefehlt. Da ist ja praktisch nichts passiert. Und duelltechnisch war auch verdammt wenig los /jk xDDDD

      Folge

      Das Wichtigste zuerst: Ich fand die Folge war ein wirklich episches Ende für diese ganze Reihe an mehrteiligen Duellen. Diese waren auch alle vier gut gewesen, wobei mein Favorit wohl am ehesten Ricther gegen den Sammler ist. Dicht gefolgt von Kali vs Anya. (Die ja nur durch Zanthes Sieg wiederum gewonnen hat) Aber insgesamt waren sie alle auf einem hohen Niveau.

      Bei Kali/Anya und Matt/Val/Zed haben mir die Ausgänge aber auch wegen der Inszenierung und so gut gefallen gehabt. Das tröstet auch darüber hinweg, dass Anya eigentlich ein wenig 'unverdient' gewonnen hat, indem sie mitten im Duell das Artefakt bekam. Bei Matt und Valerie war das gezeigte Teamwork natürlich durch den "Austausch" gekrönt worden, aber leider kam mir das auch ein wenig gezwungen vor. (Kann natürlich auch sein, dass mir die Stelle entgangen ist, wo sie irgendwie einen Anhalt bekamen, was der andere auf der Hand hielt, spezieller gesagt Valerie, dass Matt den Austausch hat. Denn am Ende hat sie ihn ja suggeriert, ihn zu aktivieren, weil sie die Reborn für ihn hatte. Aber denke, über sowas kann man locker hinwegsehen, weil die Ausgänge wie gesagt richtig gut rübergekommen sind.

      Aber das Motiv, sich gegen das Schicksal aufzubäumen, zeigte sich wirklich an allen Ecken und Enden der Folge. War richtig schön. Sogar abseits der Duelle wie in Form von Exa, der mit seinen künstlichen Organen der lebende Beweis dafür ist, dass er noch 'da' ist, obwohl er eigentlich sonst schon tot sein müsste. Passend dazu nun Zanthe, der sich dagegen wehrt, dass Exa durch den Unfall mit Claire nun sterben soll. (Ebenso wie Dr. Nigel, 'dem Nicht-Arzt, dem die Cyborgs vertrauen'. xD)
      Natürlich aber vielmehr noch wieder bei Anya, die trotz aller Widrigkeiten wie gewohnt einfach nicht aufgeben will, selbst wenn sie eigentlich schon völlig am Ende ist. Aber auch Valerie und Matt, die sich mit aller Kraft wehren, dass ihr Pfad, ihre Zukunft, und ihr Schicksal unabänderlich sind bzw sich dies nicht aufzwingen lassen wollen. Und nicht zuletzt Ricther, der mit seinem Kampf gegen den mächtigen und schier unbesiegbaren Sammler symbolisch ja auch dafür steht.

      Und ganz fulminant war dann am Ende, wie sich die beiden anderen Undying zusammen mit Valerie und Matt dort zusammenfanden und den Sammler niederstrecken (ich hab da echt 'niederschrecken' geschrieben? xD), während Ricther selbst mitten in der Explosion dank des 'Opfer's von Stoltz (die schönen Bandagen) unbeschadet hervorging. War wirklich sehr gut, wie er unvermittelt von hinten durchbohrt worden ist von der Schwertklinge - gerade nachdem ihm Ricther passend darauf hinwies, dass die Undying immer zu dritt sind. (Ist das eigentlich eine unabänderliche Regel? Oder könnten durch äußere Einflüsse auch mehr Undying entstehen/existieren?)

      Aber auch sonst gab es wieder einige gute Sprüche und super geschriebene Szenen in der Folge. Aber auch so einige Fragen sind wieder aufgeworfen worden, auf deren Antworten man sicher wieder gespannt warten müssen wird. Auf der anderen Seite wurden gerade in den Sammlerszenen ein paar Dinge nochmal aufgegriffen, aber bei seinen Motiven ist man immer noch nicht viel schlauer geworden. Auf mehr mag ich aber wegen dem gewählten Ende der Folge hier nicht drauf eingehen ^^

      Aber insgesamt darf man auch gespannt sein, wie sich das jetzt weiter mit den Undying verhalten wird. Wenn sie sich jetzt ungänglicher gegenüber Anya und den anderen Charas verhalten, dann würde sich da ganz neue Möglichkeiten für die weitere Handlung ergeben. Aber nun gut, ich denke, es gibt noch einige Faktoren, die entscheiden, wie es nun um Anyas 'Kreuzzug' auf der Jagd nach den Artefakten steht. Kann ja durchaus sein, dass Anyas Problematik nicht an das Leben des Sammlers gebunden ist. Und dann würde die Haltung der Undying und der Zwang, die Artefakte zu suchen, sicher zu Komplikationen in der neu gebildeten Gruppe führen.

      Nebenbei, war auch ein netter Effekt, wie die Charas den Undying wiederholt vorgeworfen haben, dass die sich so verbissen an ihren Regeln festhalten. Und zwar deshalb, weil das über die Folgen im Endeffekt wie aus zwei Perspektiven war. Denn im Endeffekt hat auch der Sammler dies sinngemäß irgendwo von sich gegeben gehabt. Dadurch wirkte es wie zwei verschiedene Wege, die von den jeweiligen Parteien verfolgt werden, um diese zu ändern. Auf der einen Seite versuchen Valerie, Matt & Anya auf die Undying einzureden, um sie umzustimmen, während der Sammler für sich einen anderen Weg erkoren hatte, um dorthin zu gelangen.

      Interessant war in der Folge auch der Begriff des 'korrumpierten' Äther. Aber darüber hab ich dir gegenüber schon genug spekuliert gehabt xD Mal schauen, ob sich die Transfers/Spekulationen bezüglich der Aussagen über den Äther und über den Sammler später mal bewahrheiten werden

      Eine sicher wichtige, aber vielleicht schnell übersehene Sache war denk meiner Meinung nach in der Folge auch noch die Aussage, dass das Schwert nur von Menschen gelenkt werden kann. Ergo wäre der Körper damit ja auch ein Mensch, weil er es grundsätzlich führen kann (auch wenn das was wir gesehen haben ein Imitat gewesen ist). Zudem scheinen die Undying den Wunsch des Körpers zu respektieren, wie man merkte, als Zed davon erfuhr. Stellt sich immer mehr die Frage, welche Verbindungen da zum Körper bestehen, und welche zentrale Rolle der spielt. Aber eine 'Schlüssel'figur dürfte es auf jeden Fall sein ;)

      Insgesamt war es wirkliche eine Hammerfolge. Toll geschrieben und viele super Momente. Und mal ehrlich, -so- muss ein 'Antagonist' niedergehen, oder?



      Aber stimmt schon, die Karteneffekte waren wirklich ein ganzer Batzen. Kein Wunder, dass du die einzeln posten musstet. Ich glaub allein von der letzten Folge waren das irgendwas um 10-11 Seiten in Word gewesen, wenn ich mich richtig erinnere.

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      .:: Cold Desire - Reboot in Arbeit ::.
      Trolololo lololol lololol lololol!

      @Mcto
      Rührende Worte. Aber wenn du die letzte Folge kommentieren magst, musst du noch etwas warten. ^^
      Ich bedanke mich für deine umfangreiche Analyse und das darin enthaltene Lob. Ich war mir nicht ganz sicher, inwiefern das vermeintliche Finale ankommen wird, was Spannung und Inhalt angeht.
      Deine Analyse ist ein Ansatz, den ich so noch nirgendwo gesehen habe. Umso schwieriger ist es, darauf zu antworten, denn alles basiert in dieser Hinsicht auf Wahrnehmung. Und die weicht bei jedem ab. Insofern möchte ich sie als solche stehen lassen und beziehe mich rein auf die inhaltlichen Aspekte.
      Geschichten spiegeln, wie du sagtest, immer den Autor in irgendeiner Form wieder und sei es bloß, die eigenen Vorlieben auszudrücken. Inwiefern TLA mich reflektiert überlasse ich der Fantasie der Leser. Oder kurz: Ich schreibe das, was mir selbst gefällt. ;)

      Was deine Vermutung zu Kalis Identität angeht: Kein Kommentar.
      Zumindest wird gleich aufgelöst, wer Kali da vermeintlich zu Hilfe eilt.

      In Nigels Fall gestaltet sich die Sache wesentlich simpler. Nigel sieht keinen Sinn mehr darin, Zanthe zu bekämpfen, nachdem das Artefakt ohnehin verloren ist. Entgegen seiner Erscheinung ist er kein Mörder o.Ä., wobei da Gefühle natürlich auch eine Rolle spielen.

      Was der Sammler zu Ricther gesagt hat, also dass er die Welt anders betrachtet als andere, hat natürlich einen guten Grund. Eine Schande, dass ich ihn sobald nicht verraten kann.

      Alles in allem bin ich überrascht, was du so alles siehst – Dinge, die ich selbst so gar nicht wahrgenommen habe. Ich freue mich über jeden neuen Ansatz. Auch wenn ich manche Sätze zweimal lesen musste, ehe ich sie verstanden hatte – Input Overload, sorry. ^^''

      Danke dir!

      @Evil Bakura
      But Bakura! You're breaking your character!
      Wer sagt denn, dass die Undying die Immateriellen überhaupt vernichten -dürfen-? XD
      Whatever, die meisten sind ja ohnehin schon vor dem Start der Fanfic abgemurkst worden.

      Wenn eine Maske fällt, dann kann das dahinter ebenso eine Maske sein. Joa. ;)

      Wie ich dir schon gesagt hatte, war der Titel ursprünglich für eine völlig andere Version des Finales vorgesehen gewesen. Leider kann ich darüber nichts fallen lassen, da ich bestimmte Elemente daraus noch aufgreifen werde. =/
      Allerdings habe ich dann auch schlichtweg vergessen, einen anderen Titel zu wählen. Aber das ist ok so.

      (Ich fühle mich übrigens wie Nintendo. Immer wenn man die was fragt: No Comment!)

      Erstmal auch danke an dich für die lieben Worte.

      Naja, als Val zurückgetorkelt ist, hat sie absichtlich ihre Handkarte gezeigt. Natürlich konnte sie da nicht wissen, dass Matt Austausch hat. Da hätte mir Gedanken machen müssen, wie er Valerie dies vermittelt. Aber naja, so geht’s auch, wie du sagtest, nur ein wenig erzwungen eben.

      Wenn ich lese „Dem Schicksal trotzen“. Gehört genau das denn nicht ebenfalls irgendwie dazu? ^^

      Es gab nie mehr als drei Undying. Ob man „künstlich“ neue erschaffen kann, well, das musst du die Mystery Organization Of Secrets fragen. =P

      Der Körper ist menschlich, ja. Aber wie wir inzwischen gelernt haben, sind solche Begriffe ohnehin sehr vage zu verstehen. Zanthe ist auch ein Mensch, obwohl er ein Dämon ist. Die Frage ist: Was meinte Zed mit „menschlich“. Worüber wird das hier definiert? ;)

      Anyway, thx for the feedback, EB-sama! ^^


      Wie ihr sehen könnt, ist TLA ganz offensichtlich noch -nicht- vorbei. Aber fast. Viele Episoden gibt es nicht mehr. Ich hatte bei der letzten Folge keine Preview integriert, weil ich mir nicht sicher war, ob ich die folgenden Episoden posten möchte. Ich meine, das Ende hätte schon etwas gehabt.
      Aber das ist nun vom Tisch. Ihr werdet schon merken, wann es wirklich beendet ist. ^^
      Also viel Spaß mit ... *Trommelwirbel*

      Turn 85 – The White Witch
      Halb Hollow City war zu einem riesigen Krater geworden. Als wäre ein Komet in die moderne Stadt eingeschlagen, nur dass es einen solchen niemals gegeben hatte. Sirenen tönten aus allen Himmelsrichtungen. Ein riesiger Wolkenkratzer, der am Rand des Kraters stand und von der Schockwelle beschädigt worden war, knickte um und stürzte ein.

      Das Loch war so tief, dass die in seinem Zentrum Anwesenden davon gar nichts mitbekamen. Kalte Erde befand sich unter ihren Füßen. Zwei paar Hände hielten ein langes Katana, das im Mondschein bläulich schimmerte. So grell wie das Blut, das aus der Wunde des Sammlers schoss, die es diesem zugefügt hatte.
      Jener beugte sich im Antlitz des knienden Ricthers und des einarmigen Stoltz' vorne über, spuckte blaues Blut. Und begann zu lachen. Leise, dann immer lauter.

      Valerie und Matt, die zusammen mit Zed hinter ihm standen, tauschten entgeisterte Blicke aus, während sie mit dem Schwert in der Hand zurückwichen.
      „Das nenne ich eine Überraschung“, lachte der Sammler, ohne einen von ihnen dabei anzusehen, „dass ihr Ragnarok gegen -mich- einsetzt …“
      Der Dämonenjäger hinter ihm keuchte, sah an der leicht gebogenen Klinge herab. „Er weiß davon!?“
      „Selbstverständlich. Ich zähle ihren einstigen Besitzer zu meinen Freunden.“ Der Sammler drehte sich langsam zu ihm um, die Fontäne aus der Wunde in seiner Brust war abgeklungen, auch wenn das Blau noch aus ihr sickerte. „Leider habt ihr euch verkalkuliert.“
      Matts Griff um das Katana festigte sich und Valerie, die das bemerkte, lies sofort los. Feindselig zischte der junge Mann: „Das wollen wir erstmal sehen.“
      „Gib dir keine Mühe.“ Der Sammler streckte die Hand zur Seite, in der ein schlichter, schwarzer Gehstock mit gebogenem Griff erschien. „Meine Zeit ist noch lange nicht gekommen, Matthew Summers. Ich bin übrigens sehr enttäuscht.“
      Sein Gegenüber horchte auf.
      „Ich dachte, wir wären uns einig gewesen“, sprach der rothaarige Brite mit der Narbe auf der Wange und setzte seinen Stock ab, stützte sich mit beiden Händen daran ab. „Was du getan hast könnte ich durchaus als Bruch unserer Vereinbarung werten. Dasselbe gilt für dich, Valerie Redfield.“
      Auch die junge Frau starrte den mächtigen Dämon aufgelöst an. Jener schnalzte bloß mit der Zunge und rief: „David!“

      „Zur Stelle!“, hallte eine enthusiastische, helle Stimme durch den tiefen Krater.
      Für den ersten Augenblick war ihr Ursprung ungewiss, bis Matt in der Ferne erkannte, wie eine das Mondlicht spiegelnde Spur aus Eis die Wölbung des Kraters hinabrann. Im wahnwitzigen Tempo zischte sie herunter und als sie näher kam, erkannte er eine Person, die sie mit ihren Händen nach unten gerichtet erschuf und darauf Richtung Zentrum rutschte.

      Der ritterhafte Hüne Ricther und der bandagierte Stoltz bemerkten es auch und drehten sich um, doch in dem Moment stieß sich die Person von der Eisbahn ab – dank einer Eissäule, die unvermittelt aus jener schoss. Wie ein Pfeil flog er durch die Luft, drehte sich dabei und gelangte über die beiden Undying. Er drehte sich im Mondlicht, der junge Mann mit dem schwarzen Haar, dessen Pony zu einer kleinen, blauen Spitze nach oben verlief.
      „Wer ist das?“, stammelte Zed.
      David drehte sich in der Luft. In seinen Händen erschienen lange Eissäbel, die er in Richtung der beiden Undying hinab schleuderte. Ricther und Stoltz wichen beide gekonnt aus, wobei Ersterer dabei seine Schwert-Duel Disk in ihre massive Ursprungsform umfunktionierte. Der Widersacher der beiden landete zwischen ihnen in der Hocke, schnappte sich die vor und hinter ihm steckenden Eiswaffen und ging sofort wie ein Berserker auf Ricther los.
      „Man, Ihr seid wirklich vorausschauend, Meister“, sprach er dabei fast schon abwesend in Richtung des Sammlers, „wenn ich darüber nachdenke, dass wir erst kurz vorher unser ganzes Zeug ins neue Hauptquartier geschafft haben …“
      Ricther, der die Hiebe nebenbei parierte, murmelte argwöhnisch: „Das war also alles von Anfang an vorausgeplant gewesen.“
      Sein Gegner wandte sich ihm zu und zwinkerte neckisch. „Na logo, was denkst du, mit wem du es zu tun hast?“
      „Einem Feind der ewigen Ordnung“, tauchte hinter ihm unvermittelt Stoltz auf und griff mit seinem übernatürlich langem Arm nach ihm.
      Unbeeindruckt davon, wirbelte David herum, verpasste dem mumifizierten Undying einen Tritt, der ihn mehrere Meter zurückschleuderte und warf eine seiner Klingen nach ihm. Welche in dessen Brust stecken blieb. Stoltz zeigte sein verfaultes Lächeln, das jedoch mit einem Male gefror. Wie er selbst, als er von Innen heraus zu einer waschechten Eissäule erstarrte.

      Valerie, Matt und Zed stießen erschrockenes Keuchen aus.
      „Nun denn“, sprach derweil der Sammler seine Gegenüber autoritär an, „bedauerlicherweise bin ich nicht in der Stimmung für ein kleines Mordkomplott gegen mich. Wenn ihr mich also entschuldigen würdet.“
      Er hob den Gehstock, auf dem er sich abstützte, mit der rechten Hand an und deutete zur Seite, wo sich ein schwarz-glänzendes, ovales Portal öffnete.

      Parallel dazu ging der Schlagabtausch zwischen diesem David und Ricther in die nächste Runde. Ersterer beharkte seinen Gegner mit schnellen Hieben seines Eissäbels, welche jedoch allesamt vom Undying pariert wurden. Der stieß den letzten Schlag zurück und holte seinerseits zu einem vernichtenden Schwung aus. Als die Klinge des Schwarzhaarigen krachte, zerbarst jene in dessen Händen. Hätte David sich in diesem Moment nicht vorausschauend unter dem schräg nach oben gerichteten Hieb weggeduckt, wäre er einen Kopf kürzer gewesen.
      „Nicht schlecht“, meinte er dabei anerkennend und richtete seine flache Hand während des Ausweichmanövers gen Boden.
      Besser gesagt dorthin, wo Ricther gerade stand. Weißer Nebel stieß aus Davids Handfläche und ließ die Erde gefrieren. Es kam, wie es kommen musste: Durch den Schwung verlor Ricther das Gleichgewicht und schlug auf der Seite auf, verlor sein Schwert.
      Ehe er sich seiner Situation gewahr wurde, ließ David zwei neue Eissäbel in seinen Händen entstehen und rammte sie in Richtung des gepanzerten Hünen, welcher sie griff und festhielt, ehe sie ihm zu nahe kamen. So liegend, rang er mit dem unbekannten Handlanger des Sammlers, welcher ihm körperlich deutlich unterlegen war.

      „Du willst abhauen?“ Matt funkelte den Sammler verächtlich an, schielte aus dem linken Auge zum geöffneten Portal herüber. „Vergiss es!“
      Unvermittelt stürmte er alleine mit dem Katana in seiner Hand auf den rothaarigen Mann zu, was diesem jedoch nur ein müdes Lächeln abrang. Der folgende Hieb wurde gekonnt mit dem Gehstock pariert. Matt konnte gar nicht so schnell reagieren, da hatte sich dessen Haken um die Klinge geschlungen. Geschickt wand der Sammler den Stock und riss Matt das Schwert damit aus den Händen, zog ihn dabei gleichzeitig noch zu sich. Dann schlug er zurück, stieß mit dem Griff gegen Matts Brustbein, verpasste ihm anschließend einen Hieb gegen die Schläfe, sodass der Dämonenjäger im schwarzen Mantel zu Boden ging.
      „Waghalsig wie eh und je. Und nie zu deinem Vorteil“, höhnte er, als er auf den blutenden jungen Mann herabsah. Überraschenderweise verzichtete er jedoch auf weitere 'Disziplinierungsmaßnahmen' und schritt herüber zum Portal. „David, wir sind hier fertig.“

      „Alles klar, Meister. Sorry“, ächzte der, noch immer mit seinem Gegner ringend. Und ließ die Klingen unvermittelt los, erschuf sofort zwei neue und rammte sie in die Brust des überraschten Undying. Keine Sekunde später gefror auch Ricther zu einer mächtigen Eisfigur.
      „Ricther!“, stieß Zed entsetzt hervor.
      Und versperrte in einer schnellen Bewegung mit ausgestreckten Armen dem Sammler den Weg zum Portal. „Dafür wirst du einen angemessenen Preis zahlen, Strife Carrington!“
      Sie richtete eine Hand nach vorne, in der sich ein schlichter, weißer Stab materialisierte. Eine Spitze leuchtete rot, die andere blau auf, beide aus Kristall gemacht. Der Sammler fasste sich kopfschüttelnd an die Stirn. „Muss das sein?“
      Doch unter einem wütenden Aufschrei stürmte die Undying mit dem seidigen, schwarzen Haar bereits auf ihn zu. Und wie bei Matt parierte er ihren Angriff, nutzte den Griff seines Gehstocks als Haken und zog Zed so nah an sich heran, dass sie glaubte, er würde direkt durch ihre hohe, weiße Maske in ihre Augen blicken. „Ich habe keine Angelegenheiten mit dir zu klären.“
      Blitzschnell hakte er seine Waffe wieder aus und stieß ihr gegen die Brust. Statt sich zu regen, blieb sie plötzlich wie eingefroren stehen.

      Seelenruhig spazierte der Sammler an ihr vorbei, näherte sich dem Portal. Parallel dazu war David mit seinem Kampf fertig geworden und rannte auf seinen Meister zu. Dabei warf er Valerie, die als Einzige noch unversehrt war, einen merkwürdig fröhlichen Blick zu. Jene folgte mit dem ihren den beiden mechanisch.
      Neben ihr hielt sich Matt mit beiden Händen den Kopf und keuchte, ächzte, als hätte er unerträgliche Schmerzen. Die beiden anderen Undying waren zu Eisstatuen erstarrt. Was um Himmels Willen geschah hier, fragte sich Valerie gelähmt.

      Und dann sah sie die beiden, wie sie durch das Portal stiegen und verschwanden. Der Mann, der an allem die Schuld trug. Der Anya überhaupt erst zu seiner Marionette gemacht hatte, der Mann, der seither im Hintergrund die Fäden zog und indirekt für das Ende ihrer Beziehung verantwortlich war, für das Ende ihrer Karriere, bevor diese überhaupt begann.
      Valerie blickte nach unten. Das Katana lag direkt vor ihren Füßen. Und sie fasste einen Entschluss: Sie würde es zu Ende bringen. Der Sammler durfte nicht entkommen!

      In einer schnellen Bewegung griff sie sich das Katana, dessen Scheide sie geschultert hatte und rannte zum Portal, welches bereits kleiner wurde.
      „Nicht!“, rief Matt ihr schwach zu, als sie an der erstarrten Zed vorbei zog, streckte einen Arm nach ihr aus. „Valerie, das ist Selbstmord!“
      Doch sie hörte nicht auf ihn und verschwand wortlos im Portal, welches sich danach auflöste. Matt ließ den Arm auf den Boden sinken und seufzte schwer. Wenn ihr etwas geschah, war es seine Schuld …

      ~-~-~


      Es knackte laut, als Kali auf dem harten Parkett des Ephemeria Bridge Stadions aufschlug und regungslos liegen blieb. Blondes Haar verdeckte ihr Gesicht. Neben ihr zerschellte die weiße Maske, die sie im Fall verloren hatte.
      „Nein!“, hörte Anya jemanden schreien und wirbelte herum.

      Ihr Bruder Zachariah rannte mit zornesrotem Gesicht auf den Schauplatz zu. Es brauchte nur eine Sekunde, ehe Anya die Situation erfasste. Und ohne darüber nachzudenken, streckte sie die Hand nach hinten aus, wo noch der riesige Donnerbulle Murciélago verharrte. Jener löste sich schlagartig in einen Blitz auf, der Anyas ausgestreckte Hand durchfuhr und zu einem gezackten Schwert wurde.
      „Du kommst mir nicht in die Quere!“, fauchte sie den Blonden im weißen Hemd an und schwang das einzelne Schwert in seine Richtung, wobei in ihrer anderen Hand ein zweites entstand.
      Tosende Blitze lösten sich von den Zacken und zischten auf Zach zu, welcher erschrocken stoppte und erfasst wurde. Er schaffte es noch, die Arme schützend vor sich zu halten, bevor er getroffen wurde und infolge dessen gequält aufschrie. Statt nachzugeben, schwang die ebenfalls besonders an den Beinen mitgenommene Anya nun auch die zweite Klinge aus und schleuderte weitere Blitzwellen auf ihren Bruder.
      Jener sackte in die Knie, rollte sich aber mehr schlecht als recht weg, als die zweite Salve ihn zu treffen drohte. Wie ein Sprinter schoss er aus der Hocke hoch und rannte wieder auf Anya zu, die sich keuchend nach vorne beugte.
      „Shit“, stöhnte sie ob ihrer Erschöpfung. Eben war sie doch noch voller Energie gewesen!? Und dieser verdammte Schmerz, er wurde immer schlimmer. Trotzdem fauchte sie aufgeregt: „Nicht mit mir!“
      Und schleuderte zwei weitere Wellen in Zachs Richtung, welcher der ersten durch einen Hechtsprung ausweichen konnte, aber dadurch direkt in die zweite geriet. Wenige Meter vor Kali krachte er zuckend auf den Boden.

      „Wo kommt der überhaupt so plötzlich her?“, knurrte Anya und ließ die Klingen in ihren Händen verschwinden. „Was auch immer, dieses neue Artefakt ist mal verdammt geil!“
      Levriers Stimme ertönte in ihrem Kopf.

      Er muss das Duell von den Zuschauerrängen beobachtet haben. Ungewöhnlich ist, dass von ihm keinerlei Präsenz ausgeht, fast als existiere er gar nicht. Er muss unter irgendeinem Zauber stehen.

      „Bestimmt ihr Werk.“ Anya nickte zu Kalis reglosem Körper. „Eins kannst du wissen: Ich werde jedes noch so kleine Geheimnis aus ihr herauskitzeln. Und wenn ich kitzeln sage, meine ich, dass ich ihre verdammte Haut wie eine Kartoffel schälen werde!“
      Langsam schleppte sie sich auf Kali zu. Durch das offene, riesige Stadion drang ein wenig Mondlicht, das jedoch von dichten, grauen Wolken erstickt zu werden drohte.
      Doch wie Anya sich Schritt um Schritt zu ihrer Widersacherin bemühte, kroch auch Zachariah verzweifelt zu ihr.
      „Der gibt immer noch nicht auf?“, staunte Anya und blieb stehen.

      Man sollte erwarten, dass er diese Aufopferung dir entgegenbringen sollte, nicht Kali.

      Ja, dachte Anya bitter, denn auch wenn sie sich nie sonderlich gut verstanden hatten, konnte sie seine Motive seither nicht verstehen. Als Zachariah die gefallene Dämonengöttin erreicht hatte, mühte er sich schwankend auf, breitete die Arme aus.
      „Wenn du sie willst, musst du erst an mir vorbei!“
      „Das krieg ich hin“, knurrte Anya trotz ihrer Bitternis und ließ in beiden Händen wieder die gezackten Schwerter erscheinen. „Noch so'n Treffer und du machst dich nass wie Leila Holmes damals, als wir sie damit erpresst haben, ihren Teddy zu ertränken.“
      „Da wart ihr beide vier.“
      „Na und, du warst viel älter und hast mir trotzdem geholfen.“ Anya grinste. Einer der wenigen Fälle von Teamwork zwischen den beiden, da Zach damals auch nicht gut mit der Holmes-Familie auskam.
      Auch ihr Bruder schmunzelte, verfinsterte dann aber seine Miene. „Was auch immer, ich fordere dich zu einem Duell heraus.“
      Die Waffen in Anyas Händen lösten sich völlig unvermittelt auf. Und als sie sie zurück beschwören wollte, geschah gar nichts. „W-was?“

      Wie ist das möglich? Könnte es tatsächlich eine übergeordnete Regel geben, die Duelle erzwingt?
      Anya war diesbezüglich jedoch genauso ahnungslos wie Levrier, ahnte aber, dass seine Vermutung in die richtige Richtung ging. Was dann die Frage auf den Tisch brachte, -wer- dieses ungeschriebene Gesetz erlassen hatte und warum.
      „Tch, das gibt’s doch nicht“, zischte sie und hob ihren Arm mit dem roten D-Pad daran, „fein, dann bekommst du den Gnadenstoß eben im Duell. Mir doch egal!“
      Der Blonde atmete schwer und aktivierte den Apparat an seinem Arm ebenfalls. Und Anya weitete die Augen, als sie diesen als -ihre- Duel Disk wiedererkannte. Abgenutzt, aber immer noch zuverlässig. Er hatte sie nicht zerstört.
      „'kay“, zischte sie, „schön, dass du mein Eigentum gleich mitgebracht hast.“
      „Freu' dich nicht zu früh. Wenn ich mit dir fertig bin, wirst du die wahre Bedeutung von 'deinem Eigentum' verstehen. Da Kali anscheinend zu schwach war, muss ich den Job übernehmen.“ Er blickte über die Schulter, wo die Frau hinter ihm am Boden lag. „Sorry, aber du wolltest ja nicht hören.“
      Er richtete sein Augenmerk wieder auf Anya. „Mach dich bereit.“
      „Duell“, schrie die zurück.

      [Anya: 4000LP / Zachariah: 4000LP]


      „Ernsthaft, du lernst es in diesem Leben auch nicht mehr, huh!?“, fauchte Anya ihren Bruder zornig an, welcher sich unter schmerzerfülltem Gesichtsausdruck die Schulter hielt. „Ich lass mich nicht von euch Kackbratzen unterkriegen! Ich beginne!“
      Da er nichts erwiderte, zog sie fünf Karten am Stück. Während sie ihr Blatt studierte, warf sie immer wieder einen finsteren Blick zu Zachariah herüber, der erst den Platz frei machen würde, wenn er eine gehörige Portion ihrer Anya Bauer-Premium Wut zu spüren bekam. Und das würde er!
      „Ich aktiviere meine Lieblingskarte [Gem-Knight Fusion]!“, rief Anya und hielt jene zusammen mit zwei Monstern in die Höhe. „[Gem-Knight Sapphire], du bist das Herz, [Gem-Knight Obsidian], du die Rüstung! Vereint euch!“
      Über ihr öffnete sich ein Sog, in dem aus dem Nichts erscheinende Edelsteine gezogen wurden. Das und die Hologramme eines hellblauen und eines schwarzen Ritters. Anya brüllte: „Fusion Summon! Schütze mich, [Gem-Knight Aquamarine]!“
      Ein Blitz schoss zusammen mit einer imposanten Gestalt aus dem Vortex. Ihr neuer Ritter landete mit einem Satz vor ihr und ging in die Knie. Hellblau schimmerte seine Rüstung, von der ein langer, violetter Umhang den Boden bedeckte. Aquamarine schützte sich mit einem Rundschild an seinem rechten Arm, aus dem eine breite, kurze Eisklinge ragte.

      Gem-Knight Aquamarine [ATK/1400 DEF/2600 (6)]

      „Das war aber noch nicht alles! Wenn Obsidian von meiner Hand fusioniert wird, beschwört er ein normales Monster der Stufe 4 oder niedriger von meinem Friedhof!“ Anya streckte den Arm nach vorne aus. „Komm zurück, Sapphire!“
      Kurz darauf öffnete sich neben ihrem Ritter ein Loch im Boden, aus dem der hellblaue, unbewaffnete Krieger erschien – ebenfalls kniend. Mit einem Schwenk seiner Hand erzeugte er vor sich eine Eisbarriere.

      Gem-Knight Sapphire [ATK/0 DEF/2100 (4)]

      „Und jetzt schicke ich [Alexandrite Dragon] als Licht-Monster der Stufe 4 von meinem Deck auf den Friedhof, um es als Empfänger zu behandeln und auf meinen Stufe 4-Sapphire einzustimmen!“, rief Anya und richtete ihre Hand wieder nach oben.
      Dort, weit über ihr, entstand ein goldener Ring, von dem sich vier weiße Federschwingen erstreckten. „From the light of a different world, the herald of starlight descends upon the ravaged land! By discarding a single star, I call upon you!“
      Ihr Eisritter verwandelte sich in vier grüne Lichtkugeln, die ebenfalls empor stiegen und durch den Ring schossen. „Synchro Summon!“
      Ein Lichtblitz schoss durch den Ring. Im Anschluss reckte sich ein langer, schlangenhafter Drache aus dessen wässriger Oberfläche nach vorne, nach hinten hingegen wuchs sein Schweif, bis beide Enden aneinander passten. „Shine forth, [Angel Wing Dragon]!“
      Brüllend richtete der sich auf, wirkte mit seinem goldenen Kragengestell wie eine lauernde Königskobra.

      Angel Wing Dragon [ATK/2700 DEF/2000 (8)]

      „Eine verdeckt! Zug beendet!“, knurrte Anya und ließ die Karte mit dem Rücken nach oben vergrößert vor sich erscheinen. Sie konnte genau sehen, wie ihrem Bruder der Schweiß auf der Stirn stand. Wenn bloß ihre Beine nicht so schlapp wären und höllisch schmerzen würden. Der Adrenalinschub von eben war längst vorbei, shit!

      Als Zachariah aufzog, grinste er schadenfroh. „Na, tut's weh? Kali hat dich ziemlich auseinander genommen, was?“
      „Pah, die paar Schrammen stören mich nicht!“ Auch Anya setzte eine bitterböse Fratze auf. „Dafür hat sie direkt die Quittung bekommen …“
      Ihr Bruder sah plötzlich mit undurchschaubarem Gesichtsausdruck über die Schulter. „Ja. Das hat sie auch verdient.“
      „Huh!?“
      Als der Blonde sich ihr wieder zuwandte, schüttelte er seufzend den Kopf. „Wir haben ihr gesagt, dass es noch zu früh für eine direkte Konfrontation zwischen euch beiden ist. Ungeduld ist eben keine Tugend, aber wem sag ich das, 'Schwesterherz'?“
      Sofort erschien neben der der weiße Ritter Pearl mit verschränkten Armen.

      Wer ist wir?

      Und Zachariah fand sein hässliches Grinsen wieder. „Das wirst du noch früh genug herausfinden.“
      Entschlossen griff er in sein Blatt. „Aber nicht heute! Ich beschwöre [Merlin]!“
      Aus einer Stichflamme tauchte er völlig unvermittelt auf, der legendäre Magier. Seine violette Robe und der lange, weiße Bart bewegten sich, obwohl kein Wind blies. Auf seiner Schulter ruhte ein roter Babydrache. Und der lange Stab, den er schwang, gab an seiner kugelrunden Spitze ein dunkles Flackern ab.

      Merlin [ATK/1400 DEF/500 (3)]

      „Monstereffekt von [Merlin]. Er opfert sich selbst, um einen Noble Knight von meinem Deck zu beschwören, egal welchen.“ Zach streckte die Hand nach vorn aus. „Erscheine, [Noble Knight Medraut]!“
      Sein Magier nahm den Stab in beide Hände und schlug damit auf das Parkett des Spielfelds. Eine Rauchwolke stieß unter ihm hoch und von einer Sekunde zur anderen, hatte er vollkommen die Gestalt verändert. Statt eines alten Mannes, stand nun ein blonder, großgewachsener Ritter vor Zachariah, der einen nicht weniger strengen Blick aufgesetzt hatte als sein Besitzer.

      Noble Knight Medraut [ATK/1700 DEF/1000 (4)]

      „Ich rüste ihn von meiner Hand mit [Noble Arms – Arfeudutyr] aus. Den Effekt dieses Schwertes kennst du sicher noch“, murmelte Zachariah geheimnisvoll, als das normale Schwert seines Kriegers durch eines mit schwarzem Griff und leuchtender Klinge ersetzt wurde. „Für 500 Angriffspunkte kann sein Träger eine verdeckte Karte zerstören. Deine.“
      Anya keuchte auf, als der Ritter Mordred das Schwert auf sie richtete und daraus einen grellen Strahl abfeuerte, der ihre gesetzte Karte [Fragment Fusion] zerfetzte.

      Noble Knight Medraut [ATK/1700 → 1200 DEF/1000 (5)]

      „Du hast wohl schon wieder vergessen, dass Karten in der Backrow vor mir nicht sicher sind“, stichelte Zach und zuckte mit den Schultern. „aber umso besser für mich. Übrigens, was auch gut für mich ist, ist der Effekt von Medraut. Ich zerstöre eine an ihn ausgerüstete Zauberkarte und beschwöre einen weiteren Noble Knight vom Deck im Verteidigungsmodus. Ich wähle Drystan.“
      Voller Entschlossenheit richtete sein blonder Krieger die Waffe in die Höhe. Ein Blitz schlug in sie ein, welchen Mordred mit einem Schwenk neben sich umlenkte. Eine Rauchwolke entstand, aus der ein Harfe spielender Jüngling mit braunem, zu einem Pferdeschwanz gebundenem Haar erschien.

      Noble Knight Drystan [ATK/1800 DEF/800 (4)]

      „Und vergessen wir nicht, dass Noble Arms sich einmal pro Zug an ein neues Monster ausrüsten können, wenn sie zerstört werden. Also erhält Drystan [Noble Arms – Arfeudutyr]“, erklärte Zachariah und hob langsam den Zeigefinger, „und aktiviert seinen eigenen Effekt. Denn einmal pro Zug, wenn er eine Waffe erhält, tötet er sofort eines deiner Monster.“
      Anya weitete die Augen, als der harmlos aussehende Tristan seine Hand ausstreckte, in der die leuchtende Klinge erschien. Sein verträumter Blick wich einem kämpferischen, als er von ihr einen Lichtblitz abschoss, direkt auf [Angel Wing Dragon], der dank Zachs Zeigefinger zum Ziel auserkoren worden war. Der Strahl schoss durch die Stirn des schlangenhaften Drachen, welcher qualvoll schreiend explodierte. „Einer weniger.“
      „Elender Mistkerl“, zischte Anya.

      „Ich bin noch lange nicht mit dir fertig“, sprach ihr Bruder auf einmal mit berechnender Gelassenheit, „solange Medraut unbewaffnet ist, gilt er als Normales Monster. Dementsprechend kann ich ihn opfern, um [Ignoble Knight Of Black Laundsallyn] durch seinen eigenen Effekt zu rufen.“
      Der eigene Schatten des blonden, grimmigen Ritters löste sich vom Boden und erhob sich hinter diesem, um ihn dann aus dem Hinterhalt zu übermannen. Mordreds Gestalt änderte sich, er wurde zu einem großen Ritter mit langem, schwarzen Haar in einer dazu passenden Rüstung, dessen Augen rot leuchteten.

      Ignoble Knight Of Black Laundsallyn [ATK/2000 DEF/800 (5)]

      Zach senkte das Kinn. „Nun opfere ich mit seinem Effekt einen weiteren Noble Knight, um an eine Noble Arms aus meinem Deck zu kommen.“
      Lancelot streckte seine Hand nach Drystan aus, der augenblicklich zerplatzte. „Ich erhalte [Noble Arms – Excaliburn II].“
      Besagte Karte ließ Anya aufschrecken, als sie automatisch von -ihrer- Duel Disk ausgeworfen und von Zach aufgenommen wurde. Das Mädchen knirschte mit den Zähnen. „Immer dieselbe Leier, hast du keine neuen Einfälle!?“
      „Auch wenn du meine Strategie inzwischen kennst, ist sie trotzdem äußerst effektiv.“
      „Wohl eher ist sie die einzige Karte, mit der du mir eins auf den Latz geben kannst, huh?“, konterte Anya. Seine Züge dabei verrieten nichts, doch sie wusste, dass es stimmte. „Na dann, versuch's doch, vielleicht klappt's ja diesmal. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei!“
      „Du kannst es ja gar nicht abwarten. Also schön. Ich verbanne Mordred und Tristan von meinem Friedhof, um [Noble Knight Eachtar] aus meiner Hand spezialzubeschwören.“
      In weißer Rüstung mit goldenen Ornamenten tauchte vor Zach ein brünetter Ritter auf, der eine einzelne Fackel in die Höhe hielt.

      Noble Knight Eachtar [ATK/1600 DEF/2000 (5)]

      „Und nun erschaffe ich das Overlay Network.“ Vor dem blonden, großgewachsenen Mann öffnete sich ein Schwarzes Loch, das Lancelot als violetten und Sir Hector als gelben Lichtstrahl absorbierte. „Aus meinen beiden Stufe 5-Monstern wird ein Rang 5-Monster!“
      Anya weitete die Augen. Moment mal, der wollte doch nicht etwa …!?
      „Xyz Summon! Erscheine vor mir, König der Legende! [Sacred Noble Knight Of King Artorigus]!“
      Ein greller Lichtstrahl drang aus dem Überlagerungsnetzwerk in die Höhe. Begleitet davon schwebte der brünette Artus empor, in stählerner Rüstung mit Pelzakzenten. Sein langer, roter Umhang flatterte wild umher, zwei Lichtkugeln umkreisten ihn.

      Sacred Noble Knight Of King Artorigus [ATK/2200 DEF/2200 {5} OLU: 2]

      Anya traute ihren Augen kaum. „Wie kannst du eine Inkarnation einfach so beschwören!?“
      „Du hinkst scheinbar mit der Zeit hinterher, 'Schwesterherz'. Die neue Generation der Inkarnationen lässt sich auch ohne Vorarbeit beschwören.“ Zach nahm zwei Karten aus seinem Blatt. „Wie du weißt, erhält Artus bei seiner Beschwörung bis zu drei Noble Arms vom Friedhof. In dem Fall also Arfeudutyr. Darüber hinaus rüste ich ihn noch mit [Noble Arms Of Destiny] und [Noble Arms – Excaliburn II] aus!“
      An Arm des imposanten Königs materialisierte sich ein bunter, leuchtender Schild, an seinem Waffenrock das finstere Schwert von zuvor. Doch wirklich bombastisch war das gewaltige Breitschwert, das über seinem Kopf Form annahm und das Artus mit beiden Händen packte. Aus purem Gold war sein Griff, wohingegen in der Klinge selbst zwei blaue Energieströme bis zur Spitze verliefen. Unvermittelt explodierte um ihn herum eine gleichfarbige Aura, als er unter einem Aufschrei begann, das schwere Schwert mit nur einer Hand zu führen.

      Sacred Noble Knight Of King Artorigus [ATK/2200 DEF/2200 {5} OLU: 2]

      „Ja ja, ich weiß, kein Punktebonus, so werde ich nie über [Gem-Knight Aquamarines] Verteidigung kommen und so weiter“, murmelte Zachariah vor sich hin, obwohl Anya gar keine Anstalten gemacht hatte, irgendetwas zu sagen, „den Teil überspringen wir jetzt einfach, ja?“
      „Yeah …“ Seine Schwester ließ den Kopf hängen.
      „Oh?“ Scheinbar hatte er nicht erwartet, ihren Kampfgeist so schnell schwinden zu sehen. „Sehr gut, dann weißt du also schon, was jetzt kommt? Das erspart mir lästige Erklärungen!“
      Er griff unter Artus' Karte auf der abgenutzten Duel Disk und riss eines seiner Xyz-Materialien hervor. „Ich hänge eine Overlay Unit ab, damit Artus dein Monster sofort tötet! Death Penalty!“
      Ein Blitz aus dem Nichts. Er schlug in die massive Klinge des Königs ein, in der gleichzeitig auch eine der Sphären verschwand, die um ihn ihre Bahnen zogen.

      Sacred Noble Knight Of King Artorigus [ATK/2200 DEF/2200 {5} OLU: 2 → 1]

      Artus schwang seine Waffe daraufhin aus und ließ eine ähnliche Schockwelle los, wie Anya sie vor dem Duell gegen seinen Besitzer eingesetzt hatte. Im Flug über das Feld rissen die einzelnen Blitze den Boden auf, ehe sie in den knienden Ritter einschlugen. Jener explodierte lautstark, tauchte Anyas Feld in einen weißen Nebel.
      „Damit wäre das-“
      „Monstereffekt von [Gem-Knight Aquamarine]. Icicle Punishment“, drang Anyas Stimme monoton hinter dem Dunst hervor.
      Keine Sekunde später schossen dutzende spitze Eisprojektile aus jenem. Der Ritterkönig ging sofort in die Knie und schützte sich mit seinem Energieschild, in dem die Geschosse allesamt stecken blieben.
      „Wirklich nett“, winkte Zachariah ab, „aber [Noble Arms Of Destiny] verhindert einmal pro Zug die Zerstörung ihres Trägers.“
      Der Ton seiner Gegnerin blieb so kalt wie die Projektile in Artus' Schild, als sie konterte: „Dein Monster wird nicht zerstört.“
      Tatsächlich zog sich eine dicke Eisschicht über den bunten Energieschild. Jene breitete sich weiter und weiter aus, fror Artus in Sekundenschnelle ein. Bis die Skulptur zersprang. „Was!?“
      Schließlich verzog sich der Nebel vor Anya, die immer noch den Blick gesenkt hielt. „Wird Aquamarine zerstört, gibt sie eine deiner Karten auf die Hand zurück. Xyz-Monster also ins Extradeck.“
      Fassungslos nahm Zachariah erst die schwarze Karte von seiner Duel Disk, ehe er die drei Ausrüstungszauberkarten allesamt in den Friedhof beförderte. Schweiß stand ihm dabei auf der Stirn, sein Blick gewann etwas Panisches, als er letztlich auch Excaliburn II entsorgte.
      Seine letzte, nutzlose Handkarte betrachtend, presste er zerknirscht hervor: „Zug beendet.“
      „Schlecht für dich“, erwiderte Anya immer noch tonlos, „denn jetzt kommt [Angel Wing Dragon] zurück, indem ich zwei Stufe 4-Monster vom Friedhof verbanne.“
      Welche [Gem-Knight Sapphire] und [Alexandrite Dragon] waren, die auch gleich in der Hosentasche der Blonden verschwanden. Über dieser erschien der goldene, mit weißen Federschwingen bestückte Ring, aus dem effektvoll der schlangenhafte Drache hervor schoss.

      Angel Wing Dragon [ATK/2700 DEF/2000 (8)]

      Zachariahs Atem ging schwer. Er griff sich wieder an die verletzte Schulter und funkelte Anya feindselig an, die wortlos aufzog.
      „Letzte Chance“, kam es beherrscht aus ihrem Mund, „wieso hilfst du der da und nicht mir?“
      „Das ist“, zögerte ihr Bruder und vermied es sie anzusehen, obwohl sie ihrerseits ihm ebenso wenig in die Augen blickte, „selbstverständlich.“
      In diesem Moment verlor Anya die Fassung. Voller angestauter Wut schrie sie: „Ist das dein Ernst!? Obwohl du scheinbar weißt, in welcher Lage ich mich befinde, hilfst du einer völlig Fremden dabei, ihren beschissenen Kleinkrieg gegen mich zu führen!? Deine eigene Schwester!?“
      Trotz seiner misslichen Lage lachte Zach abweisend auf. „Mal ehrlich, soll ich etwa Reue dafür empfinden? -Du- bist nicht die Sorte Mensch, für die ich durch die Hölle gehen würde.“
      Anya blieben die Worte im Halse stecken.
      „Und außerdem kenne ich Kali schon sehr viel länger als du glaubst.“
      „Woher!?“ Anya riss die Augen so weit auf, dass sie drohten aus ihren Höhlen zu springen. „Wer ist diese Kackbratze, dass du sogar bereit bist, für sie verletzt zu werden!?“

      Die Antwort blieb er ihr jedoch schuldig. Im Mondlicht stand er da und lächelte so überheblich wie eh und je. Anya atmete tief durch.
      „Wirst du es mir wirklich nicht sagen?“, verlangte sie mit unterdrückter Aggression zu wissen. Dann nahm sie eine ihrer beiden Karten und legte sie auf das D-Pad. „Auch nicht wenn ich das hier mache? Normalbeschwörung: [Gem-Knight Lapis]!“
      In cremefarbener Rüstung tauchte vor Anya eine kleine Ritterin auf, an deren Helm sich eine herabhängende Lasche befand. In die Panzerung ihrer Brust war ein blauer Edelstein eingesetzt.

      Gem-Knight Lapis [ATK/1200 DEF/100 (3)]

      Zachariah hielt den Atem an.
      „Yeah“, sagte Anya daraufhin verbittert, „zusammen sind sie vielleicht nicht stark genug, um deine Lebenspunkte komplett auszulöschen, aber da ist immer noch die Sache mit [Noble Arms – Excaliburn II]. Am Anfang deines Zuges bestraft sie dich mit 1000 Schadenspunkten, wenn sie auf deinem Friedhof liegt.“
      Ihr Bruder sagte gar nichts, presste die Lippen fest aufeinander. Etwas anderes hatte Anya inzwischen nicht mehr erwartet. „Also ist das alles, huh? Von wegen Blut ist dicker als Wasser.“
      Zach warf einen Blick nach hinten, prüfte, ob Kali nicht vielleicht das Bewusstsein wiedererlangt haben könnte. Aber dem war nicht so.
      „Fein“, sagte Anya so leise, dass er es vermutlich gar nicht hörte. Dann fand sie zu ihrem typischen, dauerhaft schlecht gelaunten Ton zurück, „ich könnte dich jetzt angreifen und darauf warten, dass deine eigene Karte dir den Rest gibt …“
      Sie nahm ihre letzte Karte, einen Zauber, und schob ihn in das rote D-Pad. „Aber du brauchst eine Abreibung der Sonderklasse, also übernimmt das Angel Wing! Oder besser gesagt diejenige, die seine Kräfte erben wird: Ich aktiviere [Particle Fusion]!“
      Über Anya entstand ein gewaltiger Wirbel aus Edelsteinen, die jedoch nicht wie sonst absorbiert, sondern vom Vortex ausgestoßen wurden. Im Gegensatz zu ihren beiden Monstern. „Damit verschmelze ich Monster auf meinem Feld zu einem Gem-Knight, dessen Angriffskraft um die Punkte seines stärksten Fusionsmaterials erhöht wird.“
      „[Gem-Knight Lapis], du bist das Gefäß! [Angel Wing Dragon], du bist die Seele! Werdet eins!“, rief Anya und hielt beide Hände in die Höhe, die sie zusammen zu einer Faust ballte. „Fusion Summon!“
      Eine Explosion löste den Sog schließlich auf, als eine elegante Kriegerin daraus hervor schoss. „Kämpfe, [Gem-Knight Seraphinite]!“
      Dank ihrer flammend-weißen Schwingen konnte sie fliegen, zog, als sie vor Anya ihre Position einnahm, das kristallene Rapier. Seraphinite mochte in ihrer silbernen Rüstung dank der schlanken Figur zierlich wirken, doch das täuschte.
      „Nun wirkt [Particle Fusions] Effekt, indem ich sie von meinem Friedhof verbanne“, erklärte ihre Besitzerin derweil noch einmal und schob den Zauber in ihre Hosentasche, „damit erhält Seraphinite Angel Wings Angriffspunkte.“

      Gem-Knight Seraphinite [ATK/2300 → 5000 DEF/1400 (5)]

      „Mit dir bin ich fertig“, knurrte Anya und kniff die Augen fest zusammen, „Gem Cutting Edge!“
      Einem Pfeil gleich löste sich die strahlende Ritterin vom Boden und flog mit wehendem, weißen Umhang auf Zachariah zu. Dabei begann ihr Rapier in weißen Flammen aufzugehen, Zeichen der Macht, die [Angel Wing Dragon] auf sie übertragen hatte. Zwar kreuzte der junge Mann noch die Arme voreinander, doch als Seraphinite ihn erreichte, ließ sie eine gewaltige, weiße Flamme in der Form eines zornigen Drachens auf ihn los. Der Druck war so heftig, dass es Zach glatt von den Füßen riss.

      [Anya: 4000LP / Zachariah: 4000LP → 0LP]


      Als wäre es Ironie des Schicksals, knallte er direkt neben Kali auf das Parkett des anschließenden Spielfelds. Anya deaktivierte ihr D-Pad und wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn. Diese war nass vom Schweiß.
      „Kch, kaum zu glauben, dass der mich mal beinahe besiegt hätte.“

      Du bist gewachsen, das lässt sich nicht bestreiten. Nun, bist du bereit?

      Ein Nicken kam als Antwort. Nach dieser kleinen Verzögerung würde sie endlich das verdammte Geheimnis um Kalis Identität lösen!

      Anya hatte kaum einen Schritt nach vorne gemacht, richtete sich Zachariah mit dem Oberkörper auf und hustete. Eine Hand zittrig aufs Knie legend, erhob er sich mehr schlecht als recht und keuchte erschöpft.
      „Der steht noch!?“
      „Ich … bin eben zäh …“
      Das konnte doch nicht wahr sein, dachte Anya rasend vor Wut.
      Herausfordernd hob Zach den Arm mit seiner Duel Disk. Der andere hing schlaff herab. „Bereit … für Runde 2?“
      Schon tat es seine Schwester ihm in einem Anflug gedankenlosen Trotzes gleich, da hörte sie wieder Levriers Stimme mahnend in ihrem Kopf.

      Anya Bauer, das kannst du nicht tun! In seinem Zustand ist er keine Gefahr mehr!

      Das sah Anya jedoch ganz anders. „Ach ja!? Wenn er mir nicht einmal die Gründe für sein Handeln verraten will, dann ist er nichts weiter als ein Feind! Und die mähe ich gnadenlos nieder!“
      Tch, sollte er doch so oft aufstehen wie er wollte, selber Schuld! Dann nahm sie eben erst ihn bis auf die Moleküle auseinander, ehe Kali dran war!

      Bevor Anya allerdings ihr Vorhaben in die Tat umsetzen konnte, öffnete sich zwischen Zachariah und Kali ein schwarzes, ovales Portal.
      „Was!?“, stießen Bruder und Schwester gleichzeitig hervor.
      Eleganten Schrittes trat eine Person hervor, die Anya noch nie gesehen hatte. Eine Frau in weißer Robe, umhüllt von einem grauen Mantel, der bis zum Boden reichte.
      „Es ist genug. Ihr sollt nun zurückkehren“, sprach sie sanft an Zachariah gewandt.
      „Lady Gardenia, nicht-“
      Doch bevor er die Gelegenheit hatte, seinen Widerspruch zu beenden, weitete sich das Portal so weit um ihn und Kali aus, dass es sie beide verschlang. Und als es wieder schrumpfte und verschwand, waren beide weg.

      Anya traute ihren Augen kaum. Plötzlich stand sie alleine im riesigen, offenen Stadium mit der brünetten Frau, deren Haar zu einem langen Pferdeschwanz gebunden war.
      „Gardenia …“, wiederholte sie den Namen der Frau wie gelähmt.
      „Das ist mein Name.“ Aus kräftigen, grünen Augen sah jene sie an. „Nun begegnen wir einander letztendlich doch persönlich, Anya Bauer.“
      Die wich einen Schritt zurück. „W-was soll das bitteschön heißen?“
      „Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so weit kommt. Aber Kalis Ungeduld hat ihre eigenen Pläne zum Scheitern verurteilt.“ Gardenia hob den Arm, an dem eine silberne, halbmondförmige Duel Disk aus dem Nichts erschien.
      „Du machst wohl Witze“, keuchte Anya beim schieren Gedanken an -noch ein Duell-. In dem Moment schaltete sich ihr personifiziertes Gewissen ein.

      Anya Bauer, wir müssen sofort fliehen!

      Was nur mit einem ungläubigen Auflachen bestraft wurde. „Mal ehrlich, sieht die so aus, als würde sie uns freiwillig gehen lassen?“
      Tatsächlich strahlte Gardenia eine besonnene Ruhe aus, die Anya jedoch als erst recht gefährlich interpretierte.

      Erinnerst du dich nicht an Matthew Summers Erzählung von vor ein paar Tagen? Das ist kein gewöhnlicher Dämon, das ist die Weiße Hexe Gardenia! Eine der fünf!

      Voller Schreck weitete Anya die Augen. Deshalb kam ihr der Name irgendwie bekannt vor!
      „Shit …“
      „Nun, Zeit ist ein kostbares Gut“, sprach Gardenia freundlich, „ich wäre dir dankbar dafür, wenn du die meine nicht verschwenden würdest.“
      „Was zur Hölle willst du von mir!? Wieso bist du hier!?“
      Der Ausdruck in den Augen der Hexe wurde schlagartig ernst. „Kali ist mein Schützling. Ich werde nicht zulassen, dass du dich an ihr vergehst.“
      Anya blickte aus dem Augenwinkel über die Schulter. Bis zum Ausgang war es erstmal eine ziemlich weite Strecke, die sie rennen müsste. Und mit den Beinen … keine Chance.
      Keuchend wandte sie sich Gardenia wieder zu. „'kay, du spielst also auch im Team Revenge Menge mit. Hab's kapiert.“

      Du kannst dich unmöglich mit ihr messen wollen! Denk daran, wie dein Duell mit dem Sammler damals ausging!

      Anya stampfte auf, was ihr umso mehr Schmerzen bereitete. „Argh! Uh! Hab' ich ne verdammte Wahl!?“
      Aber umso besser, denn wenn das da sozusagen die Chefin war, könnte sie das Problem mit etwas Glück sogar an der Wurzel packen.
      „Nein, die hast du nicht“, machte Gardenia ihren Standpunkt deutlich.
      „Dann“, knurrte Anya und aktivierte ihr D-Pad, nahm nebenbei noch die entsorgten Gem-Knight-Karten aus ihrer Hosentasche, legte sie auf den Kartenstapel, „bist du heute eben die dritte, die was auf die Fresse bekommt! Duell!“

      [Anya: 4000LP / Gardenia: 4000LP]


      Anya und Gardenia zogen zeitgleich fünf Karten. Keuchend fasste sich die Blonde daraufhin in die Seite, die zu allem Überfluss nun auch zu schmerzen anfing.
      Nahm das denn gar kein Ende mehr!? Erst die Herausforderung von Kali, dann ihr nerviger Bruder und jetzt diese komische Schnepfe. Die ploppten wie Pilze aus dem Boden!
      Doch Anya wusste, dass diese brünette Frau anders war als die anderen beiden. Eine uralte Hexe, das würde kein Zuckerschlecken werden, so viel stand fest! Das Mädchen weitete trotzdem kämpferisch die Augen, etwas, das ihre Gegnerin mit einem wissenden Lächeln begegnete.
      „Okay, mit einer richtigen Hexe hatte ich es bisher nicht zu tun“, gab Anya offen zu, setzte aber ein düsteres Grinsen auf, „aber das ist nur ein Grund mehr für mich, dich so richtig einzustampfen! Ich beginne!“
      „Ich bewundere deinen Mut, Anya Bauer. Ich befürchte jedoch, er wird dich geradewegs ins Grab führen.“ Gardenia kicherte leise.
      „Was gibt es da zu lachen!?“
      Ihre Gegnerin straffte sich, ihr Ausdruck wurde erneut ernst. „Ich sage es ungern, aber für dich hat es nie eine Zukunft gegeben. Du bist eine Marionette, deren Fäden ich durchtrennen werde.“
      „Das wird dem Sammler aber gar nicht gefallen“, drohte Anya in der Erwartung irgendeiner interessanten Reaktion.
      Stattdessen aber schüttelte Gardenia den Kopf. „Der Sammler wird dich nicht retten können, er ist momentan anderweitig beschäftigt. Um genau zu sein gibt es gerade niemanden, der dir beistehen könnte.“
      „Also erstens: Da ist sehr wohl jemand an meiner Seite. Zweitens: Ich habe nie gesagt, dass ich den Sammler brauche, das war nur ein Hinweis.“ Anya nahm eine Karte aus ihrem Blatt. „Und drittens: Wie ich das sehe, sind deine Handlanger beide aus dem Spiel. Also, wer hilft dir im Notfall?“
      Das jedoch quittierte die weiße Hexe nur mit einem geheimnisvollen Lächeln, das Anya als 'Werde ich denn überhaupt welche benötigen?' interpretierte. Und verdammt, ja, sie würde!
      „Ich beschwöre [Gem-Tiger] im Angriffsmodus!“ Anya klatschte das Monster auf ihr D-Pad.
      Ein weißer Tiger materialisierte sich vor dem mitgenommenen Mädchen. Über seinem Rücken verlief eine schmale Spur purer Diamanten bis zur Schwanzspitze, seine dunklen Streifen glitzerten.

      Gem-Tiger [ATK/1800 DEF/300 (4) PSC: <8/8>]

      Die Blonde nahm noch eine Karte aus ihrem Blatt, setzte wieder ihr Anya Bauer-zeigt-dir-wo-der-Hammer-hängt-Gesicht auf und rief: „Und jetzt aktiviere ich [Gem-Knight Malachite] mit dem Pendelbereich 2 von meiner Hand, was [Gem-Tigers] Monstereffekt aktiviert!“
      Dessen Edelsteine am Körper begannen hellblau zu leuchten, genau wie die beiden Lichtsäulen, die neben dem Mädchen aus dem Boden schossen. „Wenn ich ein Gem-Monster in eine Pendelzone platziere, lässt er mich die andere mit einem aus meinem Deck belegen! Ich aktiviere also [Gem-Knight Pyrite] mit dem Pendelbereich 8 aus meinem Deck!“
      Das Mädchen riss die Hand in die Höhe. Links neben ihr stieg ein Ritter in grünlich-blau schimmernder Rüstung in die Höhe, der einen langen Stab mit sich führte. Rechts dagegen war es ein weißer Ritter, an dessen Armen die Hälften eines gewaltigen Rundschilds befestigt waren.

      <2> Anyas Pendelbereich <8>


      „Pendulum Scale set!“, donnerte Anya durch die Nacht. Doch anstatt eine Pendelbeschwörung durchzuführen, richtete sie ihr Augenmerk auf Gardenia und schmunzelte. „Ich aktiviere Pyrites Effekt in meiner Pendelzone. Damit kann ich sofort eine Gem-Karte von meinem Deck auf den Friedhof legen. Und ich wähle [Gem-Knight Tourmaline]!“
      Dessen Karte schob sich aus ihrem Kartenstapel und landete prompt im Friedhofsschlitz.
      Gardenia beobachtete das alles mit einer erstaunlichen Portion Interesse, ohne allerdings wirklich überrascht zu wirken. Etwas, das Anya gar nicht gefiel. Doch beim Blick auf ihre verbliebenen drei Handkarten stieg eine gehörige Portion Schadenfreude in ihr auf. Diese blöde Kuh würde sich noch umgucken. Endlich war es soweit, ihr vielleicht größter Trumpf feierte sein Debüt!
      Wieder streckte sie den Arm in die Höhe. „Pass gut auf! Schwinge bis in alle Ewigkeit, Pendulum!“
      Weit über ihr öffnete sich das Pendelportal, wie seit je her von zahllosen Lichtellipsen umschlossen.
      „Pendulum Summon!“ Genau ein roter Blitz schoss bei Anyas Ausruf aus dem Loch und schlug neben ihrem Tiger ein. „Aus meiner Hand! Strahlender Drache, Wächter verlorener Schätze, ich beschwöre dich! Erscheine!“
      Goldenes Licht drang von der Stelle, in der der Blitz eingeschlagen war. Aus diesem erhob sich eine mächtige Gestalt, die Anya bei weitem überragte. „[Gem-Eyes Value Dragon]!“
      Wie der Name der Karte es gebot, handelte es sich dabei um einen Drachen, der auf seinen Hinterläufen stand und die Pranken weit nach vorne streckte. Sein ganzer Körper war von einer goldenen Panzerung verhüllt, die bis zum Schweif reichte, welcher sich in vier Spitzen aufteilte.
      „Da staunst du, was?“, prahlte Anya.

      Gem-Eyes Value Dragon [ATK/2400 DEF/2000 (7) PSC: <5/5>]

      Besonders auffallend an ihrem Ungetüm waren neben den simplen drei Tragflächen aus Gold, die die Flügel simulierten, die beiden Scheiben am Helm des Drachens. Denn jene bestanden aus insgesamt vier gleichgroßen, transparenten Segmenten, die jedoch allesamt verschiedene Farben besaßen: rot, grün, gelb und blau. Fast muteten sie ein wenig wie Scheuklappen an.
      „Dann will ich dir [Gem-Eyes Value Dragons] Effekt mal nicht vorenthalten“, tönte Anya weiter großspurig, obwohl ihre Gegnerin sich unbeeindruckt zeigte, „einmal pro Zug kann ich seinen Typen in einen der folgenden ändern: Pyro, Donner, Aqua oder Fels.“
      Die beiden Scheiben am Kopf des Drachens begannen sich langsam zu drehen.
      „Und für den Auftakt wähle ich … Pyro! Sight Transition!“
      Schneller und schneller wirbelten sie, bis beide schlagartig zum Stehen kamen. Auf Höhe der Augen befanden sich die roten Segmente, die sich unvermittelt nach innen klappten und wie einen Visor um Gem-Eyes Augen legten. Der Rest des Dreiviertel-Teils fuhr zu einem einzelnen Segment zusammen, das hinter dem Helm verschwand.
      Dann erst begann die wirkliche Transformation. Rotes Licht erstrahlte von den Augen des Drachens durch das neue Visier zu strahlen. Vorher kaum sichtbar gewesen, begannen plötzlich diverse Linien in seiner Rüstung rot aufzuleuchten, die metallischen Tragflächen gingen lichterloh in Flammen auf, die in ihrer Form beinahe echten Flügeln glichen. Der entflammte Drache stieß sich vom Boden in die Luft ab, Gardenia legte den Kopf in den Nacken, um ihn dabei zu beobachten.
      „Und jetzt der Effekt, den er als Pyro-Monster erhält!“ Anya richtete den Zeigefinger auf Gardenia. „Damit fügt er sofort 500 Punkte Schaden zu! Ruby Flare!“
      Über ihr öffnete Gem-Eyes sein Maul und spie eine knallrote, schimmernde Flamme auf die weiße Hexe ab, welche sich bewusst mithilfe ihres Umhangs vor den Flammen verbarg, die an jenem regelrecht abprallten.

      [Anya: 4000LP / Gardenia: 4000LP → 3500LP]


      Als es vorüber war, schwang die Brünette ihr graues Cape elegant aus.
      „Mit dem hier wirst du noch viel Spaß haben. Und ich erst recht“, prophezeite Anya unheilvoll, „Zug beendet!“

      Gardenia hob den rechten Arm an. „Bedaure, aber bevor ich mich mit dir 'vergnüge', muss ich meinen Worten zunächst Taten folgen lassen.“
      „Was soll das heißen!?“, herrschte Anya sie an.
      „Dass wir jetzt das Ambiente wechseln“, kam die gelassene Antwort ihrer Gegnerin, die demonstrativ mit dem Finger des erhobenen Arms schnippte.
      Schlagartig wurde Anya von grellem Weiß geblendet.

      ~-~-~


      Valerie konnte nicht glauben, was sie da sah. Sterne, überall, das All so groß und unendlich, wie es seither beschrieben wurde. Und sie mitten drin, auf einem schimmernden Pfad, der in der Ferne in einem weiteren dieser ovalen Portale endete.
      Angespannt schlossen sich ihre Finger fester um das Katana. Denn sie sah die beiden, sah diesen David, der den Sammler abstützte und zum anderen Portal brachte. Blut tropfte aus dessen Wunde auf den glänzenden Sternenpfad, echtes Blut.
      „Halt!“, befahl Valerie und setzte sich in Bewegung.
      „Kümmere dich um sie“, murmelte der Sammler müde, was David dazu brachte, ihn loszulassen.
      Besorgt fragte er: „Seid Ihr Euch sicher, Meister?“
      „Tu, was ich dir auftrage, David.“ Langsamen Schrittes zog er fort, die sich nähernde Schwarzhaarige gar nicht beachtend.

      Mit den Schultern zuckend, drehte sich zumindest sein Diener zu Valerie um. Die anhielt und das Schwert von sich streckte. „Lass mich durch!“
      „Geht nicht.“
      „Dann werde ich-!“
      „Lass den Quatsch“, bat der groß gewachsene, kräftige junge Mann freundlich, „du kannst doch gar nicht damit umgehen. Steck' es weg, bevor du dich noch verletzt.“
      Von so viel Sorge war die sonst so taffe Valerie ein wenig überfordert. „W-was?“
      „Ich möchte nicht, dass unser erstes Treffen in einem Kampf endet.“ Er hob den Arm an, an dem eine hellblaue Duel Disk angebracht war. „Aber du hörst ja, ich soll dich aufhalten. Wenn du also vorbei willst, musst du dich mit mir duellieren.“
      Sein Gegenüber ließ die Waffe ein Stück weit sinken. Sah den Sammler, wie er sich nur langsam den geradlinigen Pfad voran kämpfte. Trotzdem würde er nicht ewig brauchen, um die andere Seite zu erreichen. Für ein Duell war keine Zeit. „Nein!“
      „Ich kann dich nicht zwingen“, entgegnete David zu ihrer Überraschung enttäuscht, „aber eine andere Möglichkeit gibt es nicht für dich. Greifst du mich mit dem Schwert an, werde ich mich entsprechend wehren, auch wenn du es bist.“

      Valerie keuchte beim Gedanken an einen direkten Kampf mit ihm. Wenn zwei Undying ihm unterlegen waren, was sollte sie dann ausrichten können? Sie war nicht unsportlich, aber es stimmte, den Umgang mit einem Schwert hatte sie nie erlernt.
      Schweiß stand ihr auf der Stirn. Sie durfte den Sammler nicht entkommen lassen, nicht, wenn er Matts Freundin zwischen den Zeilen bedroht hatte.

      So ungern sie es auch tat, nickte sie schließlich zögerlich und schob das Katana in die Scheide an ihrem Rücken. „Also gut.“
      „Wirklich!?“, hellte sich die Miene ihres Gegenüber mit der blauen Haarspitze sofort auf. „Cool!“
      Valerie, die ein ähnliches Duel Disk-Modell wie er besaß, ließ dieses ausfahren. „Nimm mich nicht auf die leichte Schulter.“
      „Niemals!“ Auch David aktivierte den Apparat an seinem Arm.

      Ein Duell mitten im Weltall, ging es Valerie durch den Kopf. Wäre der Hintergrund nicht so ernst, würde ihr Herz vermutlich einen Sprung vor Aufregung machen. Stattdessen pochte es wie verrückt, spürte es, wie die Last einer großen Bürde jetzt auf ihren Schultern lag.
      Sie durfte nicht versagen, niemals!

      „Duell!“, schrien beide letztlich synchron.

      [Valerie: 4000LP / David: 4000LP]


      „Hehe“, lachte David verlegen, während sie beide ihre Starthände zogen. „Ich bin glücklich, mich endlich gegen dich duellieren zu können.“
      Die Schwarzhaarige blinzelte verdutzt. „Gegen mich? Warum?“
      „Ich habe viel vom Meister über dich gehört.“ Er strahlte dabei förmlich.
      Und Valerie fragte sich, wieso der Sammler ausgerechnet über sie reden sollte? Ihre Rolle in seinem Spiel war bisher eher beschaulich gewesen. Oder etwa nicht? Ein ungutes Gefühl stieg in ihr auf.
      Nein, mahnte sie sich, sie durfte sich nicht in ein Gespräch verwickeln lassen. Das war nur eine Ablenkung, um dem Sammler die Flucht zu ermöglichen. Jener schleppte sich des hellen Pfades nur mühsam voran, drohte jeden Moment umzukippen.
      „Ich-“
      „Ich beginne“, übertönte David sie konzentriert, als er ihren engstirnigen Blick bemerkte, „und beschwöre als Auftakt [Dance Princess Of The Nekroz]!“
      Seine Gegnerin weitete die Augen, als eine rothaarige Tänzerin vor ihm auftauchte. In einer fliederfarbenen Robe gekleidet, hielt sie einen goldenen Zauberstab mit blauem Edelstein in dessen Spitze fest – in dem ein Wappen eingefügt war, das dem der Gishki sehr ähnlich sah: ein Spiegel.

      Dance Princess Of The Nekroz [ATK/1600 DEF/800 (4)]

      „Dance Princess“, murmelte die Schwarzhaarige mit dem geschulterten Katana ungläubig. Und dazu diese Ähnlichkeit mit einem ihrer Monster, [Gishki Emilia]. „Unmöglich …“
      „Du darfst gespannt sein, was es mit meinem Deck auf sich hat. Zug beendet.“

      Zögerlich griff Valerie nach dem ihren. In dem Moment kippte der Sammler weiter voraus vorne über und spie, so wie es sich anhörte, einen Schwall Blut aus. Der Blick des Mädchens verhärtete sich wieder, sie riss die Karte regelrecht vom Deck. „Draw!“
      Sofort nahm sie eine andere aus ihrem Blatt und schob sie in ihre hellblaue Duel Disk. „Ich aktiviere den Ritualzauber [Gishki Aquamirror] und verwende [Gishki Shadow] von meiner Hand dank seines Effektes als volles Opfer …“
      Täuschte sie sich, oder lächelte er zufrieden, als sie all das ankündigte?
      „… um [Evigishki Levianima] zu beschwören! Erscheine!“
      Vor ihr materialisierte sich ein goldener Spiegel, in dem eine amphibische Kreatur in dunkler Robe gezeigt wurde. Kurz darauf zersprang das Glas und ein gewaltiger Wasserschwall ergoss sich über den schimmernden Pfad. Vor der Schwarzhaarigen schoss eine mächtige Kaskade aus dem Boden, in der sich eine schattenhafte Gestalt befand – ein dunkler Drache mit weißem Haarschopf, wie sich schnell herausstellte. Er schwang in seiner Hand ein goldenes Schwert.

      Evigishki Levianima [ATK/2700 DEF/1500 (8)]

      „Wow!“, staunte David nicht schlecht, als er die Kreatur erblickte, welche komischerweise eine Hose anhatte – fast als wäre sie einst ein Mensch gewesen.
      Valerie wusste nicht warum, aber das seltsame Verhalten ihres Gegners störte sie zunehmend. Denn sie spürte, dass es nicht aufgesetzt war, sondern aufrichtig. Sollte sich ein Diener des Sammlers so verhalten?
      „Da ich noch keine Normalbeschwörung durchgeführt habe, rufe ich nun das Spirit-Monster [Gishki Natalia] aufs Feld!“
      Die durchsichtige Gestalt einer weißhaarigen, jungen Frau tauchte vor Valerie auf. Ihre weiße Tracht ging vom Rock an ins Blau über und auch sie führte dasselbe goldene Schwert mit blauer Klinge wie Levianima.

      Gishki Natalia [ATK/1800 DEF/900 (4)]

      „Ich benutze Natalias Effekt und wähle Shadow“, verkündete Valerie. Aus ihrem Friedhof schob sich die Karte [Gishki Shadows], welche sie kurz darauf auf ihr Deck legte, „ich denke, was er bewirkt, war eindeutig zu erkennen.“
      „Damit kannst du ihn beim nächsten Mal ziehen“, wusste auch David.
      „Und das wird früher sein als du denkst! Angriff auf sein Monster, [Evigishki Levianima]!“, befahl Valerie mit ausgestrecktem Zeigefinger. „Soul Crasher!“
      Ihr Drachen-Seeschlangen-Hybrid sauste durch die Luft, holte mit seiner Klinge aus und zerteilte die rothaarige Tänzerin, welche daraufhin in alle Richtungen zersplitterte.

      [Valerie: 4000LP / David: 4000LP → 2900LP]


      „Damit wirkt der Effekt Levianimas, wodurch ich ziehe!“ Was Valerie sogleich tat und die Karte zudem noch vorzeigte. Welche nur [Gishki Shadow] sein konnte. „Nun setzt noch ein Effekt ein, denn wenn die gezogene Karte ein Gishki-Monster ist, darf ich eine zufällig gewählte Handkarte von dir sehen.“
      Über dem wenig überraschten David tauchte das vergrößerte Hologramm einer grün-umrandeten Karte auf: [Preparation Of Rites] nannte sie sich. Valerie weitete die Augen. Dieselbe Zauberkarte spielte sie auch, sie unterstützte Ritualdecks ungemein! David war also auch ein Ritualspieler!
      Der Schwarzhaarige mit der blauen Spitze grinste, als er ihren entgleisten Ausdruck sah. „Oje, jetzt ist es also raus. Schade, ich wollte dich eigentlich erst nächste Runde damit überraschen.“
      „Viel Zeit dafür werde ich dir nicht lassen“, kündigte seine Gegnerin wieder gefasst an. „Direkter Angriff, Natalia!“
      Der Geist der weißhaarigen Kriegerin verschwand und tauchte in wahnwitziger Geschwindigkeit an allen möglichen Stellen des Spielfelds auf, sogar hinter David. Aber der lächelte nur verschmitzt, regte sich nicht, bis sie schließlich vor ihm erschien und mit ihrem Schwert zuschlug – durch ihn hindurch.

      [Valerie: 4000LP / David: 2900LP → 1100LP]


      Valerie hielt bereits eine Zauberkarte bereit. „In meiner Main Phase 2 aktiviere ich die Zauberkarte [D. D. Designator]!“
      Jene stellte sich vor ihr auf und zeigte eine Kriegerin, die mit ihrem weiß leuchtenden Schwert direkt auf den Betrachter deutete. „Kann ich eine bestimmte Karte im Blatt meines Gegners benennen, wird diese von dort verbannt. Und da ich genau weiß, dass [Preparation Of Rites] sich dort befindet, muss ich die Konsequenzen eines Irrtums meinerseits nicht extra erklären!“
      Jene Klinge schoss plötzlich aus ihrer Karte auf David zu, durchbohrte die äußerste linke in seinem Blatt, welche er daraufhin in seine Hosentasche steckte.
      Anstatt darüber verärgert zu sein, strahlte er plötzlich wie ein Honigkuchenpferd. „Wahnsinn! Das ist deine Hand-Killer-Kombo, für die du bekannt bist!“
      Mehr als nur verdutzt blinzelte das Mädchen. „B-bin ich das?“
      „Auf jeden Fall! Erst bringst du in Erfahrung, was dein Gegner auf der Hand hält, erkennst seine Strategie und vernichtest dann zielgenau die gesehenen Karten“, erklärte er voller Respekt das, was Valerie selbst als gar nichts Besonderes erachtete.
      „D-du kennst mich ziemlich gut?“, wusste sie nicht recht, ob sie es als Feststellung oder Frage formulieren sollte. Diese Strategie hatte sie während des Legacy Cups nur vereinzelt angewandt, um nicht zu berechenbar zu werden.
      David nickte stolz. „So gut man dich eben vom Hörensagen kennen kann. Deswegen bin ich so froh, dich endlich persönlich zu treffen.“
      Wäre er nicht ihr Feind, hätte Valerie längst einen knallroten Ton angenommen. Doch die Schmeicheleien durften sie nicht von ihrer Aufgabe ablenken, mahnte sie sich. „Danke. Wie dem auch sei, mein Zug ist damit beendet. Das heißt, dass Natalia als Spirit-Monster auf mein Blatt zurückkehrt.“
      Der Geist vor ihrem Gegner wurde wie Rauch davon geweht, als Valerie ihn von ihrer Duel Disk nahm und zu ihren anderen beiden Handkarten hinzu steckte.

      Nervös sah Valerie an David vorbei. Der Sammler war noch nicht wieder aufgestanden. Anscheinend setzte die Verletzung ihm mehr zu, als es anfangs den Anschein gehabt hatte. Wenn er noch eine Weile so am Boden kauerte, würde sie vielleicht rechtzeitig an diesem Typen vorbeikommen. Aber wie? Selbst wenn sie gewann, wie setzte sie ihn lange genug außer Gefecht?
      Zunächst dachte sie an Ragnarok, aber so gut wie er kämpfte, hatte sie keine Chance. Doch Anyas Karte, [Moulinglacia The Elemental Lord], sie könnte ihn vielleicht lange genug einfrieren – sofern sie jene zog.

      Voller Enthusiasmus griff David nach seinem Deck und zog schwungvoll auf. Er grinste breit über beide Backen, als er die gezogene Karte vorzeigte. „Jetzt bin ich mit einer Ritualbeschwörung dran! Ich aktiviere [Nekroz Mirror].“
      Vor ihm schoss aus der aufrecht stehenden Ritualzauberkarte ein Spiegel, nicht unähnlich dem von Valerie. Anders als ihrer jedoch, war sein Rahmen dunkel, von seinen Seiten stiegen spitze Auswüchse in die Höhe.
      „[Nekroz Mirror]?“, wunderte sich Valerie.
      „Ich benutze [Shurit, Strategist Of The Nekroz] als Opfer“, erklärte der Schwarzhaarige weiter, als ein junger Mann vor ihm auftauchte, dessen rotes Haar am Pony komplett ins Weiße überging. An seinem Waffenrock befand sich ein Schwert.
      „Webe die Rüstung gefallener Feinde“, rief David laut aus. Aus seinem Spiegel schossen dutzende dünner Fäden, die Shurit zu umwickeln begannen. Von unten nach oben erschufen sie ein neues Erscheinungsbild. „Mein Monster übernimmt dank seines Effekts das volle Tribut des Rituals!“
      „Genau wie bei [Gishki Shadow]!?“
      „Du hast es erfasst! Also dann, Ritual Summon! Stufe 8!“, donnerte Valeries Widersacher stolz und hob die Hand in die Höhe. „[Nekroz Of Valkyrus]!“
      In dem Moment war die Transformation abgeschlossen. Shurit war deutlich gealtert, besaß weißes Haar und steckte nun in einer schwarzen Robe mit Umhang, führte eine lange Lanze mit sich, deren Spitze wie ein stilisierter Drachenkopf aussah.

      Nekroz Of Valkyrus [ATK/2900 DEF/1700 (8)]

      „Ah!“, stieß Valerie einen überraschten Schrei aus.
      Gleichzeitig drang aus Davids Friedhof ein blaues Licht. „Wenn Shurit geopfert wird, erhalte ich ein Nekroz-Ritualmonster von meinem Deck, das wie er dem Typen Krieger angehört. Ich nehme [Nekroz Of Clausolas]!“
      Ein Stufe-3 Monster mit blauem Rand schob sich aus seinem Deck und wurde von dem jungen Mann in sein Blatt aufgenommen.
      „Battle!“, befahl er im Anschluss mit ausgestrecktem Zeigefinger. „Cross Spike!“
      Unter einem lauten Aufschrei rammte der Hexer seine Waffe in den Boden. Valerie wich alarmiert zurück, da überall um ihren Seeschlangendrachen Spiegel erschienen – aus denen Spitzen herausschossen, allesamt identisch mit der des Speers, den Valkyrus in den Boden gestoßen hatte. [Evigishki Levianima] wurde entsprechend von allen Seiten gleichzeitig aufgespießt. Eine Explosion folgte.

      [Valerie: 4000LP → 3800LP / David: 1100LP]


      Mit zusammengebissenen Zähnen schützte sich Valerie vor der erwarteten Druckwelle, welche sie jedoch einfach passierte, ohne Schaden anzurichten. „W-was!?“
      „Tja, dann gehe ich auch mal in meine Main Phase 2. [Nekroz Of Valkyrus] hat einen Effekt, der mich bis zu zwei Karten von meiner Hand opfern lässt, um dieselbe Zahl neu aufzuziehen. Ich opfere also eine“, sprach er und schob ein Monster in seinen Friedhofsschlitz. „Und ziehe eine Karte nach.“
      Was er auch tat. Sogleich leuchtete wieder ein Licht in seinem Friedhof.
      „Schon wieder?“ Die Schwarzhaarige schluckte. Sie ahnte, was geschehen würde.
      „Ganz recht. Wenn ich [Exa, Enforcer Of The Nekroz] opfere, erhalte ich ein Nekroz-Ritualmonster vom Typ Drachen von meinem Deck. Wie [Nekroz Of Catastor] zum Beispiel.“ Daraufhin schob sich ein weiteres blau umrandetes Monster aus seinem Deck, was er stolz vorzeigte. „Siehst du? Wenn ich einmal loslege, bin ich kaum noch zu stoppen.“
      Fröhlich vor sich hin lächelnd, nahm er eine andere seiner drei Handkarten und legte sie verdeckt in seine Duel Disk ein. „Die setze ich. Du bist dran.“
      Zischend erschien die Karte zu seinen Füßen.

      Valerie jedoch beschäftigte sich mit etwas völlig anderem. Jetzt besaß er zwei Ritualmonster auf der Hand, aber keine Karten, die sie beschwören konnten. Sie selbst wusste, wie wichtig es war, die Balance von Ritualkarten in so einem Deck zu wahren. Hatte man zu viele davon, konnte man keines beschwören. Wenn er so weiter machte, würde er sich in eine Sackgasse manövrieren. Nein, würde er nicht …

      Irgendetwas war an diesem Deck anders. Und sie würde es herausfinden. Doch in dem Moment, als sie die Taste zum Durchsuchen des Friedhofs an ihrer Duel Disk betätigte, erklang nur ein lästiges Piepen.
      David seufzte. „Diesmal nicht, okay? Ich will wissen, wie du dich schlägst, ohne deinen Gegner zu kennen. Nur mit den Informationen, die du selbst einholen konntest.“
      „Das gehört ebenso dazu!“, fauchte Valerie. „Das ist Betrug!“
      „Tut mir leid!“
      Ohne es zu wollen, tauchten plötzlich Bilder vor der jungen Frau auf. Das Tuten im Stadion, das ihre Disqualifikation vom Legacy Cup verkündete. Die Nachrichten, die über sie und später Marcs Geständnis berichteten.
      Sie biss sich auf die Lippen. Verbitterung würde jetzt nur ihr Urteilsvermögen beeinträchtigen und das durfte nicht passieren. Der Sammler musste hier gestellt werden, ehe er entkam!

      „Draw!“, fauchte sie wütend und riss die nächste Karte vom Deck, die sich als äußerst nützlich erwies. Doch zuvor musste sie etwas anderes tun. „Ich aktiviere den Zweiteffekt von [Gishki Aquamirror] auf meinem Friedhof. Wenn ich ihn von dort zurück ins Deck schicke, erhalte ich ein gefallenes Gishki-Ritualmonster zurück auf die Hand! [Evigishki Levianima]!“
      Beide Karten schoben sich aus ihrem Friedhof. Während die Zauberkarte auf das Deck gelegt wurde, welches sich danach automatisch durchmischte, hielt Valerie ihr Monster vor. Zusammen mit [Gishki Natalia] und ihrer in diesem Zug gezogenen Zauberkarte. „Jetzt aktiviere ich [Moray Of Greed]! Diese beiden Wasser-Monster mische ich zurück ins Deck, um dann drei Karten zu ziehen.“
      Sofort sprang der Zauber auf, auf dem eine Muräne mit dem grinsenden Gesicht des Topfs der Gier gezeigt wurde, in welchem sie auch zuhause war. Die von Valerie präsentierten Monster landeten ebenfalls auf ihrem Kartenstapel und wurden weggemischt. In schneller Folge zog Valerie dreimal nach, der Fisch verschwand kichernd.
      „Zweiteffekt von [Gishki Shadow]“, sprach sie streng weiter und schob dessen Karte auf den Friedhof. „Ich werfe ihn ab und erhalte [Gishki Aquamirror] von meinem Deck.“
      Vor ihr tauchte die Silhouette des amphibischen Priesters auf, welcher in tausend Blasen zerplatzte. Valerie nahm die von ihrer hellblauen Duel Disk angebotene Karte auf.
      „Hey, das wird wohl die nächste Ritualbeschwörung!“, freute sich David.
      „Nein“, bekam er eine eiskalte Abfuhr. „Ich habe [Gishki Shadow] nur abgeworfen, um ihn wiedererwecken zu können. Und zwar mit [Gishki Beasts] Effekt, das ich dafür nur normalbeschwören muss! Los!“
      Eine grauenhafte, blassgrüne Gestalt tauchte vor ihr auf. Eine Mischung aus Amphibie und Alligator mit weißem Haar, kroch sie mit allen Vieren am Boden. Sie brüllte. Neben ihr öffnete sich daraufhin ein Portal im Boden, aus dem der in düsterer Robe gekleidete [Gishki Shadow] auftauchte und sich an seinem Zauberstab abstützte.

      Gishki Beast [ATK/1500 DEF/1300 (4)]
      Gishki Shadow [ATK/1200 DEF/1000 (4)]

      „Ich errichte das Overlay Network! Aus meinen beiden Stufe 4-Monstern wird ein Rang 4-Monster“, verkündete Valerie mit ausgestreckter Hand. Vor ihr öffnete sich ein bunter Galaxienwirbel, der die beiden Ungeheuer als blaue Lichtstrahlen absorbierte. „Xyz Summon!“
      Eine Explosion erfolgte aus dem Sog. „Höre meinen Ruf, oh Wesen aus tausend Legenden! Zeige dich, [Evigishki Merrowgeist]!“
      Lachend schoss aus dem Overlay Network eine fliegende Meerjungfrau. Ihr wallendes, rotes Haar war seidig, jede Schuppe ihres Leibs glänzte. Stolz positionierte sie sich vor der jungen Frau und richtete ihr Zepter drohend auf David, welcher für einen kurzen Augenblick sein Lächeln verlor.

      Evigishki Merrowgeist [ATK/2100 DEF/1600 {4} OLU: 2]

      Valerie war aber noch nicht fertig. „Mit dem Zauber [Aqua Jet] verstärke ich sie um 1000 Angriffspunkte!“
      Zwei Düsentriebwerke materialisierten sich unterhalb der flügelartigen Flossen der Meerjungfrau, die nebenbei von zwei Lichtsphären umkreist wurde.

      Evigishki Merrowgeist [ATK/2100 → 3100 DEF/1600 {4} OLU: 2]

      „Sceptre Of Foresight!“, befahl Valerie den Angriff.
      Unverzüglich schoss Merrowgeist aus der Spitze ihres Stabs eine Salve von Seifenblasen auf den kriegerischen Valkyrus. Jener versuchte sich mit seiner eigenen Waffe zu schützen, doch bei Kontakt lösten die Blasen Druckexplosionen aus, welche Shurit in der Hülle des einstigen Fabled-Monsters zerfetzten.

      [Valerie: 3800LP / David: 1100LP → 900LP]


      Plötzlich hielt Merrowgeist ihr Zepter in die Höhe und Valerie erklärte: „Das ist noch nicht alles! Für ein Xyz-Material schickt mein Monster deines nun ins Deck anstatt auf den Friedhof!“
      „Whoa, mach mal halblang!“, stammelte ihr Gegner mit erhobenen Händen. „Das ist jetzt gar nicht nett!“
      Doch zu spät, eine der Lichtkugeln verschwand in der Spitze des Stabes, mit welchem die Meerjungfrau in der Luft ein Wappen zeichnete, einen Spiegel mit blauem Totenkopf darin.

      Evigishki Merrowgeist [ATK/3100 DEF/1600 {4} OLU: 2 → 1]

      Seufzend nahm David daraufhin sein Ritualmonster von seiner Duel Disk und ließ es von jener wegmischen.
      „Ich setze eine Karte verdeckt“, schloss Valerie ihren Zug letztlich ab, wodurch die Falle zu ihren Füßen erschien. „Zug beendet!“
      Nicht mehr lange und er war besiegt, sagte sie sich dabei. Jedoch konnte sie es erst beenden, wenn sie [Moulinglacia The Elemental Lord] gezogen hatte. Vorher wäre ein Sieg bedeutungslos. Sie musste schnellstmöglich an ihn herankommen!
      Indes fuhr sich David über das stoppelige Kinn. „Man, wenn du so drauf bist, ist echt nicht gut Kirschen essen mit dir. Vielleicht sollte ich dann auch Ernst machen …“
      Sein Blick gewann etwas Ehrgeiziges und traf auf den ohnehin schon angespannten von Valerie. Die fühlte sich beim Anblick seiner braunen Augen auf merkwürdige Art und Weise nostalgisch.

      Wer bist du bloß, fragte sie sich insgeheim.


      Turn 86 – The White Room
      Anyas Begegnung mit Gardenia nimmt eine für das Mädchen unschöne Wendung, als Gardenia das Geschehen in eine alternative Dimension verlagert. Gleichzeitig setzt David Valerie zunehmend unter Druck. Das Ganze gipfelt zu allem Überfluss in der Beschwörung eines Monsters, das Erinnerungen wach ruft …



      Verwendete Karten

      Spoiler anzeigen
      Anya

      Alexandrite Dragon
      Gem-Knight Tourmaline
      Gem-Knight Sapphire
      Gem-Knight Lapis
      Gem-Knight Obsidian

      Gem-Knight Pyrite
      Monster/Normal/Pendel
      Fels/Erde
      ATK/0 DEF/2800 (6) PSC: <8/8>
      Pendeleffekt: Einmal pro Zug: Du kannst 1 "Gem-Knight"-Karte von deinem Deck auf den Friedhof schicken.
      Monstereffekt:Einer der verlorenen Edelsteinritter, die nach einer langen Reise zurückgekehrt sind. Doch die Welt, die sie einst ihre eigene nannten, ist nicht mehr.

      Gem-Knight Malachite
      Monster/Effekt/Pendel
      Aqua/Erde
      ATK/1000 DEF/1900 (4) PSC: <2/2>
      Pendeleffekt: {????}
      Monstereffekt: Wenn diese Karte als Fusionsmaterial für die Fusionsbeschwörung eines "Gem-Knight"-Monsters benutzt wird: Ziehe 1 Karte.

      Gem-Tiger
      Monster/Effekt/Pendel
      Fels/Erde
      ATK/1800 DEF/300 (4) PSC: <8/8>
      Pendeleffekt: Einmal pro Zug, während des Zuges eines beliebigen Spielers, wenn ein Angriff deklariert wird: Wähle 1 "Gem-Knight"-Monster von deinem Friedhof als Ziel; verbanne das Ziel und annulliere den Angriff.
      Monstereffekt: Wenn du 1 "Gem-Knight"-Monster in deiner Pendelzone aktivierst, wenn deine andere Pendelzone unbenutzt ist: Du kannst 1 "Gem"-Pendelmonster von deinem Deck aktivieren.

      Gem-Eyes Value Dragon
      Monster/Effekt/Pendel
      Drache/Erde
      ATK/2400 DEF/2000 (7) PSC: <5/5>
      Pendeleffekt: {????}
      Monstereffekt: (Wird immer als "Gem-Knight"-Monster behandelt)
      Einmal pro Zug kannst du den Typen dieser Karte zu Pyro, Aqua, Donner oder Fels ändern. Entsprechend ihres Typs erhält diese Karte folgenden Effekt:
      O Pyro: Einmal pro Zug: Füge deinem Gegner 500 Punkte Schaden zu. Du kannst diesen Effekt von "Gem-Eyes Value Dragon" nur einmal pro Zug aktivieren.
      O Aqua: {????}
      O Donner: {????}
      O Fels: {????}

      Gem-Knight Fusion
      Particle Fusion

      Fragment Fusion

      Gem-Knight Aquamarine
      Gem-Knight Seraphinite

      Angel Wing Dragon
      Drache/Licht/Synchro
      ATK/2700 DEF/2000 (8)
      "Empfänger" + "1 Nicht-Empfänger-Monster"
      Nur einmal während des Duells: du kannst ein LICHT-Monster von deinem Deck auf den Friedhof legen. Wenn du dies tust: du kannst diese Karte ohne Empfänger-Monster als Synchrobeschwörung beschwören; die Summe der Stufe des Nicht-Empfänger-Monsters und der Stufe des so abgelegten Monsters müssen 8 ergeben. Aus Kämpfen mit dieser Karte trägst du keinen Kampfschaden. Wenn dein Gegner mit einem Monster eines deiner Monster angreift: du kannst diese Karte zum Ziel des Angriffs bestimmen. Während der End Phase des Zuges, in dem diese Karte auf dem Friedhof gelegt wurde: verbanne zwei Stufe 4-Monster von deinem Friedhof; beschwöre diese Karte als Spezialbeschwörung.

      Valerie

      Gishki Shadow
      Gishki Natalia
      Gishki Beast
      Evigishki Levianima

      Gishki Aquamirror
      Moray Of Greed
      Aqua Jet
      D. D. Designator

      Evigishki Merrowgeist

      David

      Shurit, Strategist Of The Nekroz
      Dance Princess Of The Nekroz
      Exa, Enforcer Of The Nekroz
      Nekroz Of Clausolas
      Nekroz Of Catastor
      Nekroz Of Valkyrus

      Nekroz Mirror
      Preparation Of Rites

      Zachariah

      Noble Knight Medraut
      Noble Knight Drystan
      Noble Knight Eachtar
      Ignoble Knight Of Black Laundsallyn
      Merlin

      Noble Arms – Arfeudutyr
      Noble Arms Of Destiny

      Noble Arms – Excaliburn II
      Zauber/Ausrüstung
      Du kannst nur 1 offene "Noble Arms - Excaliburn II" kontrollieren. Rüste nur ein „Noble Knight“-Xyz-Monster mit dieser Karte aus. Wenn das mit dieser Karte ausgerüstete Monster Kampfschaden zufügt, wird der zugefügte Kampfschaden zur Anzahl deiner Life Points. Du kannst diesen Effekt von "Noble Arms – Excaliburn II" nur einmal pro Spielzug verwenden. Falls diese Karte auf deinem Friedhof liegt: Während jeder deiner Standby Phasen füge deinen Life Points 1000 Punkte Schaden zu.

      Sacred Noble Knight Of King Artorigus


      Auch wenn es nun doch noch ein wenig weiter geht, ist Feedback zum Finale und natürlich auch zu dieser Folge willkommen.
      It ain't over till it's over White xD

      -Aska-

      Hm, und wer könnte sie abgemurkst haben? xD Nee, schon klar, die Undying haben eh den Großteil der Abmurksung verpennt. Aber bei Zed hat man irgendwie schon gemerkt, dass sie durchaus bereit ist, die Immateriellen im Duell zu 'opfern'.

      Du willst mir jetzt aber nicht erklären, dass Kali ne Art Matroschka ist, oder was? Maske hinter Maske hinter Maske hinter Maske xD Aber sei gewarnt, Matroschkas werden zunehmend immer kleiner ;)

      Wollte gerade sagen, wenn der Titel für eine andere Folge gedacht war, wäre es ja naheliegend gewesen, den durch einen anderen hier auszutauschen, aber okay, passiert. Vielleicht erkennt man irgendwann rückblickend was diese Elemente gewesen sind.

      Hm, Nintendo. Also immer eine Generation hinterhinken, aber dafür mit Innovation glänzen? *duck und weg* xDD

      Der größte Mittelfinger Moment wäre wenn Anya zu allem Screw You sagen würde und sich umbringen und so ihrem vom Sammler geplanten Schicksal einen Strich durch die Rechnung machen würde. Nur um dann irgendetwas zu bewirken, dass ihr das auch nicht gelingt. Ala das Schicksal trotzt dem Schicksal trotzen xD

      Hm, das käme ja auf die noch unbekannten Ziele jener Organisation an. Entweder wollen sie einen eigenen Undying, sie 'verbessern' Menschen mit Undying DNA. Bei Ersterem könnte auch reinspielen, dass die Undying an bestimmte Dinge/Orte evtl kommen, wo man sonst nicht hinkäme. Aber das wäre nur mal eine Richtung in die es gehen könnte.

      Ja, das stimmt, dass es da einen gewissen fließenden Übergang gibt was "Mensch" ist. Ich gebe die Frage aber zunächst einmal zurück: "Kann jeder 'Mensch' Ragnarok führen, oder gibt es dann irgendwann eine (prozentuale?) Grenze wo es nicht mehr möglich ist? Also wäre Zanthe dazu in der Lage, wäre der Sammler dazu in der Lage (einfach als Beispiele für unterschiedliche Wesen mit menschlichen Zügen) usw?
      Und ja, davon abhängig könnte man halt versuchen zu ergründen, wie menschlich gemeint ist. Das wäre die Schiene über DNA/Äther etc, dann aber könnte man auch sowas wie ein reines Herz, menschliche Emotionen usw anführen. Aber denke die Frage kann man hintenan stellen, bis mehr dazu kommt.



      Folge


      Damit wäre die erste Folge des Post-Finales auch schon durch. War wie immer eine sehr solide Folge, die sowohl spannend zu lesen war als auch einige interessante Wendungen hatte. Leider, so muss ich einerseits sagen, waren die Letzteren von ihrer Natur anfangs etwas enttäuschend. Zum Einen hat der Sammler die fatale Attacke nicht nur überlebt, sondern ihm gelang zeitweilig sogar die Flucht. Und bei Kali ebenso, deren Identität einmal mehr im letzten Moment abgewendet wurde.
      Andererseits kann ich es schon verstehen, wenn solch großen Plotmomente bis zum richtigen Moment aufgehoben und sie nicht zu schnell entzaubert werden wollen. Denn einerseits wäre der "Niedergang des Sammlers hier sehr schön gewesen, aber unseren mysteriösen, zweifelhaften Hauptantagonisten zu verlieren wäre auch überaus schade gewesen. Dito sogesehen für Kali, wo man ja nicht weiß, wie interessant sie bleibt, wenn raus ist wer sie ist. Und da stell ich mir wirklich den Moment vor, wo Anya nicht nur beiläufig erfährt, wer sich hinter der Maske verbirgt, sondern beide Angesicht zu Angesicht stehen.
      Also, wie gesagt, auf einer Seite war wirklich alles wieder top geschrieben, aber sicher für dich verständlich war es nach den vorherigen Ereignissen etwas unbefriedigend, dass wir ein wenig "zurück auf Anfang" sind. (Was natürlich nicht stimmt, weil viele andere Entwicklungen davon ja unbeeinflusst sind. DIe letzten Kämpfe jedoch... da hätte man den Charas mehr Erfolg vergönnt)

      Aber damit genug Genörgel auf hohem Niveau und zurück zum Inhalt. :)

      David als neu eingeführter Chara ist sehr interessant gewesen. Mir gefiel diese natürliche Art fern jeder "Falschheit". Schwierig wird das natürlich bei ihm, wenn er zwischen Gehorsam und diesem Charakterzug wählen muss.
      Im direkten Kampf scheint er aber wirklich stark zu sein. Ich mein, die Undying waren zwar angeschlagen, aber dennoch ist es nicht ohne gewesen beide im Alleingang auszuschalten. Da hat Valerie auch wirklich Glück, dass er ihr gegenüber 'versöhnlich' ist und sich ein Duell mit ihr gewünscht hat. Hätte er sie genauso aufgehalten, hätte sie wohl oder übel keine Chance gehabt.
      Ich bin da auf jeden Fall gespannt, ob hinter seinem Interesse an Valerie doch mehr als Begeisterung für sie steckt. Zumal mir auch die Aussage von ihm, dass der Sammler oft und angetan von ihr redet/erzählt aufgefallen ist. Da fangen die Zahnräder in der Vorstellungsfabrik heftig an zu drehen xD

      Was sein Deck angeht, eine sehr nette Wahl, die beiden zu paaren. Valeries Ritual gegen Davids Rituale. Was rückblickend auch seinen Enthusiasmus für ihre Rituale erklärte. Das Nekroz Deck harmonisiert in gewisser Weise aber auch mit dem Shaddoll Deck des Sammlers. Beide Decks nutzen Monster anderer, alter Themen in neuem Gewand (xD)

      Der Sammler seinerseits, der hat in der Folge eindrucksvoll gezeigt, dass er wenn nötig mit seinem Gehstock ordentlich austeilen kann. Du weißt ja, an wen mich das vom Stil her stark erinnert hat, auch wenn der Sammler nicht einmal auf "Feuerwaffen" zurückgreifen musste xD
      Aber unter dem Aspekt ist es ja umso höher zu bewerten, wie verletzt er dabei gewesen ist. Später hat man ja gesehen, dass er deutlich schwerer angeschlagen zu sein schien, als es vorher den Eindruck erweckt hat. Das hatte dann dieses erste Gefühl, dass der Sammler fliehen konnte, etwas ausgeglichen, weil man da nun wirklich spekulieren kann, ob und was er nicht am Ende durch diese Ragnarok-Wunde am Ende noch nachbehält.
      Auch fand ich, dass es zu seiner Art passte, vor den anderen Anwesenden die Haltung zu bewahren, bis es nicht mehr ging (was dann erst als sie mit Val allein waren soweit war)

      Auf lange Sicht muss man aber gespannt bleiben, wie es mit dem Sammler und seinen Plänen weitergehen wird. Anya ist so auf jeden Fall noch nicht gerettet, wobei ich das persönlich auch nicht beim Tod des Sammlers erwartet hätte. Im Gegenteil, dass sie dennoch einen Weg finden müsste, ihr nahendes Ableben zu verhindern und der Sammler dann in dem Fall eben nicht mehr hätte 'helfen' können.

      Bei Valerie hingegen muss man sich fragen, ob es Mut oder Tollkühnheit ist, den beiden durch das Portal nachzujagen. Gerade nachdem sie gesehen hat, wie die beiden alle anderen fertig gemacht haben (Interessant, dass einzig Valerie komplett verschon blieb, siehe Schwärmerei des Sammlers ;) )
      Aber bisher zumindest scheint sich ihr Wagemut bezahlt zu machen. Beibt nurAbzuwarten, inwieweit der Sammler sich in seinem Zustand wehren können wird, wenn es dazu kommt. Aber dafür muss sie erstmal an David vorbei. (Btw, schön, wie sie dabei strategisch denkt, dass es unbedingt Moulinglacia sein muss, damit sie ihn überhaupt temporär ausschalten kann. Hoffe bin nicht der Einzige, der da einen Haken sieht xD)

      Was ich mich nur rückblickend frage. Wenn der Sammler so einen starken Trumpf in Form von David in der Hinterhand hatte, warum er den nicht direkt gegen Ricther eingesetzt hat? Oder war Ricther unverwundet wie er anfangs war selbst für diesen zu stark. Oder war der primäre Zweck, Informationen von Ricther zu extrahieren und daher "auf Zeit zu spielen"?


      Dann noch mal kurz zum anderen Handlungsstrang. Kalis Auftritt in der Folge war ja leider eher knapp gewesen, diente da aber als Motivation für Zach, sich dem rauschenden Zug namens Anya entgegenzustellen. Und das wieder und wieder. Treffenderweise war es Zach aber nicht gegönnt, sich lange gegen Anya behaupten zu können, was schön unterstrich, was für eine Entwicklung diese seit dem Turnier gemacht hat (oder wieviel gute Karten ihr Deck inzwischen bekommen hat *duck und weg* xD)
      Gardenia hingegen dürfte einen ziemlich harte Nuss für sie werden. "Bosse" tendieren ja immer dazu, überwältigend stark zu sein, wenn es mit direkten Konfrontationen mit Protagonisten kommt.
      War beim Sammler bisher so, bei Xiphos so und dürfte jetzt bei Gardenia und evtl später bei einem evtl Duell von Joel sicher nicht anders sein. Und man darf nicht vernachlässigen, dass Anya inzwischen ja selbst deutlich angeschlagen und damit ein großes Handicap hat. Und Gardenia scheint ja ähnlich dem Sammler auch Fähigkeiten/Macht zu haben, wenn sie sowohl die beiden Untergebenen wie auch sich und Anya einfach mal teleportieren konnte.


      Insgesamt wird es auf jeden Fall spannend sein, wie die einzelnen Handlungsfäden sich von hier weiter spinnen werden, nachdem diese Folge noch unter dem Motto "Wie gewonnen, so zerronnen stand."
      Daher will ich auch nochmal sagen, dass die Folge relativ schnell die anfängliche Enttäuschung wegblasen konnte und so überzeugen konnte, als ob das der ganz natürliche Lauf gewesen wäre.


      Was die Vorschau angeht, die Verlagerung des Duells an einen andere Ort und 'alternative Dimension' klingt sehr für mich wie "Von hier gibt es kein Entkommen"-schlecht. Mal gespannt was sie spielen wird. Denke aber mal nicht, was ihr Signs of War Namenspendant damals gespielt hat.

      Bei dem Duell von Valerie und David war irgendwie zu erwarten, dass David da noch gegenhalten kann. Ich mein, er hat die dicken DInger ja noch gar nicht ausgepackt xD Und mit Catastor und Clausolas im Blatt hat er ja auch zugegeben schon fiese Effekte in der Hinterhand.
      Was die besagte Person angeht, musste ich direkt dran denken, ob es irgendwelche Laval-Motive bei den Nekroz gibt, was aber afaik nicht der Fall war. Aber denke, dass dürfte stark mit Davids Identität einhergehen. Abseits davon, hab ja vorhin gemeint, dass Nekroz als Ritualdeck eine interessante Wahl ist, um zwei Ritualspieler zu paaren. Im Nachhinein ist mir aber gekommen, dass Nekroz sehr viel "Extra Deck"-Hate hatte, was bei Valerie ja eigentlich abseits von Merrowgeist bisher nicht so wirklich vorkam. Vielleicht ist das ihr stiller Vorteil?
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      .:: Cold Desire - Reboot in Arbeit ::.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Evil Bakura ()

      Spoiler anzeigen

      Nun, dann ist TLA eben doch noch nicht vorbei. Der Junkie in mir ist natürlich hoch erfreut ( :D ), aber auch schockiert über deine Aussage, dass TLA nicht mehr viele Folgen hat, weil das impliziert, dass TLA endgültig vorbei sein könnte X/

      Es freut mich, dass du die Analyse als Autor positiv aufgenommen hast, tatsächlich schwingt darin durchaus so einiges mit, was überaus positiv von mir assoziiert wird. Dass sie dennoch sehr subjektiv ist, darin muss ich dir (leider) zustimmen.

      Werden wir konkret und kommen zur Folge, diesmal weniger intensiv.

      Eigentlich hätte ich mir denken können, dass der Sammler nicht so einfach verschwindet, bis eine derart starke Instanz aus einer abstrakten Welt ausgelöscht ist, braucht es schon mehr als einen einmaligen Triumph, in dieser Hinsicht gilt quasi eine Art Energie-Erhaltungssatz. Was in seinem Überleben allerdings untergeht ist das Scheitern seines Versuches die ewige Ordnung zu korrumpieren und sein weiterer Plan bleibt rätselhaft.

      Auf überraschende Weise erscheint mir die Fortsetzung der Szene im Krater sogar als absolut logische Folge aus dem Triumph: als abstrakte Verkörperung deines Innenlebens kann das Attentat auf den Sammler als Höhepunkt gedeutet werden, wie im Titel der letzten Folge auf den Punkt gebracht wird. Jeder Höhepunkt, den der Verstand bemerkt, wird meiner Erfahrung oft von einem Abbrechen der Bemühung gekennzeichnet, das Ziel, dass den oberen Ebenen des Verstandes bewusst war, ist nämlich erloschen und die untergründigeren Kräfte übernehmen bald darauf wieder die Kontrolle. Das wird zum einen dadurch deutlich, dass die bisherigen Protagonisten sich erstaunlich passiv verhalten und zusätzlich könnte man Davids Fähigkeiten von wegen Einfrieren etc. als Entsprechung des Stillstands interpretieren. Vielleicht ist Davids Charakter sogar implizit aus der temporären Niederlage des Sammlers ableitbar, vielleicht handelt es sich aber um eine tiefere Dynamik, die ich übersehen habe. Als solches kommt er aber überaus positiv daher und sein Bezug zu Valerie verwirrt mich.

      Wenn ich die beiden Konflikte Sammler gegen Menschen/Undying und Anya gegen die Personen, die ihre Existenzrecht in Frage stellen, so nebeneinander betrachte scheinen sie mir als der selbe Konflikt auf zwei verschiedenen Ebenen: auf der prinzipiellen Ebene der Kampf gegen die Manifestation des gesammelten Zweifels und auf der konkreten Ebene der Überlebenskampf der Protagonistin für ihren unmittelbaren Fortbestand. Interessant.

      Während David die Undying auf erstaunlich leichthändige Weise überwindet und schließlich im Duell gegen Valerie endet, die verzweifelt versucht den Sammler zu stellen, plättet Anya ihren Bruder, sodass auf persönlicher Ebene der Kampf sogar mit signifikantem Erfolg fortgesetzt wird. Gardenias Auftritt erscheint wieder einmal logisch: kaum ist auf der einen Ebene ein Erfolg eingetreten, folgt die nächsthöhere Ebene, die bis jetzt nur im Hintergrund die Fäden zog. Auf der konkreten Ebene, welche die Anyas ist, kann man also sagen, dass der Erfolg sich fortsetzt, anders als bei der prinzpiellen Ebene rund um Anyas Freunde, den Sammler und die Undying. Das ließe sich dadurch erklären, dass die persönliche Ebene durch den direkteren Aska-Ich-Bezug in ihrer Dynamik im Bewusstsein stärker verankert ist als das Abstrakte.
      Mal wieder vielen Dank an alle Leser.

      Nachdem ich den Schock dieser ganzen Regeländerungen einigermaßen verdaut habe, hier nun die nächste Folge. An dieser Stelle sei auch gleich gesagt, dass ich nichts davon in meinen Fanfic-Canon übernehmen werde, auch wenn eh nicht mehr viele Folgen übrig sind, um das zu tun.

      @Evil Bakura
      Oh noes! Du hast Kalis Geheimnis entlarvt – sie IST eine Matroschka. Sie hat gar kein Gesicht! Alles nur ein Plot von Ernie Winter, um an Anya Rache zu nehmen! Oh Gott, wie ich Ernie-Jokes vermisse. <.<

      Anya hängt zu sehr an ihrem Leben, um sich umzubringen. Aber das wäre mal was. Fragt sich nur, ob der Sammler das zulassen würde.

      Ein Pseudo-Undying? Wer weiß. ;)

      Die Frage ist ja auch, ob die Menge an Äther beim 'Menschsein' überhaupt eine Rolle spielt. Oder ob etwas anderes gemeint sein könnte. ^^

      Klar ist es irgendwo bitter, dass die Antagonisten das Blatt im letzten Moment wieder wenden und vermeintlich die Oberhand gewinnen. Aber mal ehrlich, wer hat erwartet, dass es so einfach ist, den Sammler zu killen? Kali zu demaskieren, wenn Gardenia hinter ihr steht?
      Immerhin -haben- Val und Matt ja erreicht, dass er schwer verletzt wurde. Wie du sagtest, es passt zu ihm, vor seinen Feinden eine unbeeindruckte Mimik zu geben.

      Dass Val jetzt ausgerechnet hinter ihm her musste ist hauptsächlich ihrer inneren Unzufriedenheit zu schulden. Sie fühlt sich nutzlos, schwach und wollte in diesem Moment auf Teufel komm raus beweisen, dass sie der Aufgabe, den Sammler zu erledigen, gewachsen ist. Dabei nimmt sie weder Rücksicht auf ihr eigenes Wohl, noch geht es ihr darum, Anya damit zu helfen. Das ist allein für sie selbst – im ersten Moment natürlich nur.

      Und wie du richtig sagtest: Wer sagst, dass Anya damit überhaupt geholfen wäre?

      David ist besonders … aber mehr sage ich nicht. ^^

      Laval hat keine Nekroz-Abkömmlinge. Alles von Nekroz sind aus der 1. Gen der DT-Reihe, mit Ausnahme von Sophia. Mal sehen, ob Val da Glück hat mit ihrer vereinzelten Merrowgeist. ^^

      Danke für deinen Post. ^^

      @Mcto
      Tja, wie viel letztendlich an TLA noch kommt, hängt von vielen Faktoren ab. Einige kann ich beeinflussen, andere nicht.

      Der Sammler ist gescheitert? Wobei denn? ;)
      Gut, er hat Ricther nicht vernichtet, aber das „Spiel“ ist damit noch nicht vorbei. Zumindest kann man auch sagen, dass die Gegenseite nicht viel erreicht hat effektiv. Aber Valerie könnte das ja noch ändern.

      David ist eine Figur, die überhaupt nichts „von mir hat“. Aber ich finde, es gehört auch dazu, Figuren einzubauen, mit denen man sich in keinster Weise identifizieren kann. Es ist wie eine Übung.

      Gardenias direktes Einschreiten war längst überfällig. Sie hätte ja schon damals beim Turnier zugelassen, dass Anya von Zach in die Luft gesprengt wird. Aiden war es ja letztlich, der die Bombe fern-entschärft hat. Da nun zwei ihrer Schützlinge gefallen sind und die Gefahr bestand, dass Anya ihnen etwas antut, musste sie sich zeigen. Und das könnte übel für Anya werden …

      Jedenfalls wieder vielen Dank für dein Feedback. ^^


      Viel Spaß beim Lesen!

      Turn 86 – The White Room
      Gardenia hob den rechten Arm an. „Bedaure, aber bevor ich mich mit dir 'vergnüge', muss ich meinen Worten zunächst Taten folgen lassen.“
      „Was soll das heißen!?“, herrschte Anya sie an.
      Dass wir jetzt das Ambiente wechseln“, kam die gelassene Antwort ihrer Gegnerin, die demonstrativ mit dem Finger des erhobenen Arms schnippte.
      Schlagartig wurde Anya von grellem Weiß geblendet.

      Als die Blonde die Augen wieder öffnete, befand sie sich noch immer im dunklen, offenen Stadion, zusammen mit der brünetten Hexe. Doch unter deren Füßen zogen sich in alle Richtungen goldene Linien über den Boden. Horizontal und vertikal, bildeten sie gleichgroße Kacheln, fast wie Fliesen.
      Überrascht wich Anya zurück, als sie ebenfalls davon erfasst wurde. Dabei bemerkte sie, dass dasselbe auch einige Meter über ihnen geschah.
      „Shit, was zur Hölle ist das!?“
      Eine Kachel nach der anderen färbte sich komplett weiß. Es dauerte nur ein paar Sekunden, bis ihre komplette Umgebung damit ausgefüllt war. Womit nichts mehr an das Stadion erinnern ließ. Weiß, überall diese Kacheln, ein scheinbar endloser Raum.

      „Levrier“, stammelte Anya, als sie sich umsah, „wurden wir gerade weg teleportiert?“
      Als keine Antwort folgte, rief sie mit Nachdruck: „Levrier.“
      „Er wird dir nicht antworten“, erwiderte die weiße Hexe, umhüllt von einem grauen Mantel, bestimmt, „du befindest dich nun in meiner Domäne, dem Weißen Raum.“
      Die Blonde keuchte. „Soll ich jetzt beeindruckt sein?“
      „Nein, du solltest dich sorgen. Wisse, dass absolut niemand Zutritt hat, solange ich es ihm nicht gewähre“, erklärte die große Frau und lächelte erhaben, „dein Levrier ist in einen tiefen Schlaf gefallen. Selbst der Sammler wird dir hier nicht helfen können.“
      Nicht, dass Anya mit dessen Unterstützung je gerechnet hätte. Demonstrativ unbeeindruckt winkte sie ab. „Pah, mit dir werde ich auch alleine fertig, schon vergessen?“
      Sie deutete auf ihre beiden Monster, den Drachen in der goldenen Rüstung mit den entflammten Tragflächen sowie den weißen Tiger. „Ich habe dir bereits Schaden zugefügt, obwohl ich im ersten Zug gar nicht angreifen kann!“

      Gem-Eyes Value Dragon [ATK/2400 DEF/2000 (7) PSC: <5/5>]
      Gem-Tiger [ATK/1800 DEF/300 (4) PSC: <8/8>]

      [Anya: 4000LP / Gardenia: 3500LP]


      Zudem befanden sich in den beiden hellblauen Lichtsäulen neben Anya der grün-blau schimmernde Ritter [Gem-Knight Malachite], welcher einen langen Stab in beiden Händen hielt und sein Kamerad [Gem-Knight Pyrite], an dessen Armen sich die Hälften eines großen Schildes befanden und dessen Rüstung nicht annähernd so weiß war wie die Umgebung.

      <2> Anyas Pendelbereich <8>


      Während Anya zwei Karten in der Hand hielt, besaß Gardenia noch ihr Startblatt und entsprechend kein eigenes Feld.
      „Dieser Weiße Raum ist nun dein Gefängnis“, ignorierte die Hexe die Prahlerei ihrer Gegnerin, „sobald Kali sich erholt hat, wird sie sich deiner annehmen. Und das wird nicht lange dauern.“
      „Ach ja? Die hab ich so zerlegt, die braucht mindestens eine Woche, um überhaupt wieder stehen zu können!“
      Die grünen Augen Gardenias strahlten unendliches Selbstbewusstsein aus, so kam es Anya vor, als jene erwiderte: „In dem Fall werde ich meine Worte konkretisieren. In einigen Stunden wird sie zu uns stoßen.“
      „Kch. Sag nicht, sie hat Selbstheilungskräfte.“
      „Ich rede nicht davon. Dieser Weiße Raum, in dem du dich befindest, ist der Inbegriff einer Zeit-Raum-Blase. Ein Tag hier drinnen entspricht in etwa einem ganzen Monat in der Realität.“
      Sofort schoss es aus Anya heraus: „Was!?“
      „Habe ich mich etwa noch nicht verständlich ausgedrückt?“ Gardenia legte die Faust an den Mund und kicherte. „Dabei habe ich den Begriff extra erklärt. Nun, in diesem Raum vergeht die Zeit langsamer als in der Realität. Du befindest dich in einer von mir erschaffenen, künstlichen Dimension.“
      Wütend stampfte Anya auf. „Das hab' ich schon kapiert! Was soll der Schwachsinn!?“
      „Der Weiße Raum erfüllt einen wichtigen Zweck, allerdings erwarte ich nicht, dass du ihn begreifst. Ihn dir näher zu bringen wäre Zeitverschwendung. Daher sollten wir nun unser Duell fortsetzen.“

      Anya konnte sich gar nicht ausmalen, wie so etwas überhaupt funktionierte. Vierundzwanzig Stunden hier drin entsprachen einem ganzen Monat auf der Erde? Dann war eine einzige ja schon etwas mehr als ein ganzer Tag in der Realität.
      Sie schluckte. Wenn das wirklich stimmte, musste sie schleunigst hier raus, ehe sie noch irgendwo im 30. Jahrhundert landete. Und was war überhaupt mit Levrier? Er schlief, etwa in ihrem Elysion? War das ein Nebeneffekt dieser Zeitmanipulation oder was auch immer? So ein Mist, gerade gegen diese feige Ratte hätte sie ihn gebraucht! Aber solange er nur KO war …

      „Mit dir werde ich auch alleine fertig. Und wofür du diese öde Dimension brauchst, ist mir eigentlich so ziemlich Banane“, kündigte Anya feindselig an und winkte ab.
      Ihr Gegenüber hob die silberne, halbmond-förmige Duel Disk an und zog. Die neue Karte wurde sofort auf jene gelegt. „Als Eröffnung spiele ich das einzige Monster meines Decks, das normalbeschworen werden kann: [Infernoid Decatron].“
      Anya gab einen erstaunten Laut von sich, als über Gardenia ein seltsames Monster in die Höhe glitt. Etwa so groß wie ein Helikopter, sah es einem Shuttle nicht unähnlich, nur dass die Tragflächen sich dank Gummisegmenten nach vorne bogen. Überall an ihnen verteilt leuchteten bunte Lämpchen auf.

      Infernoid Decatron [ATK/500 DEF/200 (1)]

      Zudem verwunderte sie die Aussage der Hexe. „Einzig normalbeschwörbares Monster?“
      „So ist es. Und einmal pro Zug kann ich mit Decatrons Effekt einen Infernoid von meinem Deck auf den Friedhof legen, damit Decatron dessen Name, Fähigkeiten und Stufe kopiert“, erklärte Gardenia und kündigte an: „[Infernoid Patrulea].“
      Eine violette Stichflamme schoss aus der einzelnen Glühbirne am Hauptkörper des Shuttles. Sie besaß die Gestalt eines aufrecht stehenden, geflügelten Biestes, das jedoch nur undeutlich zu erkennen war.

      Infernoid Decatron [ATK/500 DEF/200 (1 → 5)]

      Seelenruhig streckte die brünette Frau die Hand nach vorne aus. „Nun kann ich die übernommenen Effekte nutzen. Der erste lässt mich eine Zauberkarte auf deiner Spielfeldseite zerstören.“
      Ehe Anya sich versah, schoss die projizierte Flamme nach vorne und versengte den weißen Ritter Pyrite in der hellblauen Lichtsäule, die dadurch verschwand. Über Anya öffnete sich ein buntes Portal, in das der Gem-Knight als roter Lichtstrahl eintrat.
      „Pendelmonster gehen bei ihrer Zerstörung ins Extradeck“, keuchte die Blonde genervt.
      Shit, ohne ihn konnte sie allerdings keine Pendelbeschwörung mehr durchführen!

      <2> Anyas Pendelbereich <X>


      „Zweiter Effekt von Patrulea“, ließ Gardenia ihre Gegnerin jedoch gar nicht dazu kommen, sich etwas zu überlegen, „ich kann ihn opfern, um eine Karte in deinem Friedhof zu verbannen. Nun, da Pendelmonster ohnehin andere Wege gehen, sende ich stattdessen [Gem-Knight Tourmaline] ins Nichts.“
      Anya weitete die Augen, als Decatron sich auflöste und ein roter Blitz aus ihrem Friedhofsschacht schoss. Zähneknirschend nahm sie den daraus hervorstehenden Ritter und verstaute ihn in der Hosentasche.
      „Es war vorausschauend, ihn auf den Friedhof zu schicken, doch nun kannst du ihn nicht mehr für deine Pläne nutzen.“ Gardenia nahm eine Zauberkarte aus ihrem Blatt. „Man könnte sagen, auch sie sind im Nichts entschwunden. Wie alles zu seiner Zeit. Ich aktiviere [Void Vanishment].“
      Wie unschwer anhand des Unendlichkeitsymbols in der rechten Ecke über dem Kartenbild zu erkennen war, handelte es sich dabei um einen permanenten Zauber. „Einmal pro Zug, für den Preis einer Handkarte, erhalte ich eine weitere Void-Karte aus meinem Deck. So werfe ich [Infernoid Pirmais] ab und erlange [Void Expansion], einen Spielfeldzauber, den ich unverzüglich ausspiele.“
      Das ging Anya alles viel zu schnell. Mehr noch, musste sie beim Anblick dutzender schwarzer Flammen, die überall im endlosen, weißen Raum ausbrachen, schlucken. Ob an der Decke, über den Boden oder gar in der Luft, sie waren überall. Als würde jemand sie in die Hölle ziehen wollen.
      „Kch, machst du auch mal was Vernünftiges außer nur irgendwelche Tricks zu präsentieren, die mich behindern sollen!?“, fauchte Anya ihre Gegnerin an.
      Gardenia lachte leise, berechnend. „Jeder Zaubertrick braucht entsprechende Vorbereitungen. Vertraue dem Wort einer Hexe.“
      Plötzlich warf der Friedhofsschacht ihrer Halbmond-Duel Disk drei Karten aus, die drei Monster, derer sie sich nacheinander entledigt hatte. „Da es Schmerz ist, den du begehrst, wirst du diesen auch empfangen. Indem ich drei Infernoids von einem beliebigen Ort außerhalb des Decks in die Verbannung schicke …“
      Dabei hielt sie Anya die Karten von Decatron, Patrulea und Pirmais entgegen. „… kann ich diese Kreatur beschwören! Entsteige den verzehrenden Flammen der Leere, [Infernoid Onuncu]!“
      Überall um Gardenia schossen blutrote Flammensäulen aus dem Boden, die sich in der Luft umeinander wirbelten. Eine Explosion folgte. Mit offenem Mund betrachtete die junge Frau die Geburt eines schlangenförmigen Monsters über dessen Meisterin. Mächtige violette Schwingen breiteten sich aus, verliehen der Serpentinen-Kreatur mit dem endlosen, roten Schweif etwas Mottenartiges.

      Infernoid Onuncu [ATK/3000 DEF/3000 (10)]

      Gardenia nahm einen Schritt nach vorn. „Bei seiner Geburt wird jedes andere Monster dem schwarzen Fegefeuer vorgeworfen.“
      „Was!?“, stieß Anya hervor, da öffnete Onuncu schon sein Maul und spie pechschwarzes Feuer auf ihre Spielfeldseite. Zuerst verbrannte der weiße Tiger des Mädchens qualvoll. Dann auch sein edler Edelsteindrache. „Nein!“
      Schlagartig war Anyas Feld beinahe leer.
      „Direkter Angriff“, befahl Gardenia bestimmt.
      Ihr Mottendrache schrie schrill auf und löste sich aus seiner Haltung über der weißen Hexe. Er preschte nach vorn und wirbelte mitten im Spielfeld um die eigene Achse, schlug mit seinem langen Schweif nach Anya. Die wurde am Arm getroffen und schrie qualvoll auf. Die Wucht des Aufpralls riss sie von den Füßen und schleuderte sie quer durch den Weißen Raum, sie prallte auf dem Boden auf, überschlug sich wieder und wieder, bis sie letztlich meterweit von ihrer ursprünglichen Position entfernt liegen blieb.

      [Anya: 4000LP → 1000LP / Gardenia: 3500LP]


      Gardenia sah bewusst geradeaus, anstatt sich ihrer Gegnerin zuzuwenden. „Das schließt meinen Zug ab.“

      Obwohl im Grunde genommen ihr ganzer Körper nur noch aus Schmerz bestand, biss Anya die Zähne zusammen und stemmte sich mit beiden Händen vom Boden ab. Schwankend kam sie wieder auf die Beine. „Hehe, hätte mir denken können, dass eine wie du so hart zuschlägst.“
      Gardenia lächelte wissend, fast als hätte Anya ihr damit geschmeichelt.
      „Ich hoffe, du verträgst das Echo! Draw!“, machte jene im Anschluss klar und riss schwungvoll von ihrem Deck, runzelte dann aber zerknirscht die Stirn. „Zwei Karten verdeckt!“
      Beide tauchten zischend zu ihren Füßen auf, womit Anya nur noch eine in der Hand hielt. Und die zeigte sie entschlossen vor: „Ich aktiviere den Pendeleffekt von [Gem-Knight Malachite], indem ich beweise, dass ich [Gem-Knight Fusion] auf der Hand halte!“
      Die hellblaue Lichtsäule, in der sich ihr schimmernd grün-blauer Ritter befand, löste sich auf und tauchte stattdessen mit dem Krieger darin links neben Anya wieder auf. Malachite hob seinen Stab in die Höhe, woraufhin sich das Pendelportal für einen kurzen Augenblick über ihr öffnete. Doch anstatt sonst mit dutzenden Lichtellipsen umgeben zu sein, war da diesmal nur das bunte Loch, aus dem ein roter Strahl schoss.
      „Damit erhalte ich einen Gem-Knight aus meinem Extradeck auf die Hand“, erklärte Anya das Geschehen und hielt ihrer Gegnerin [Gem-Knight Pyrite] entgegen, „und solange ich [Gem-Knight Fusion] vorzeige, kannst du keine Karten in meinen Pendelzonen mehr zerstören.“
      „Das bedeutet aber im Gegenzug auch, dass du nicht imstande sein wirst zu fusionieren.“
      „Yeah“, Anya kniff die Augen fest zusammen, „zumindest nicht sofort. Ich aktiviere [Gem-Knight Pyrite] mit dem Pendelbereich 8! Pendulum Scale set!“
      Rechts neben ihr entstand noch eine Lichtsäule, in der ihr weißer Ritter mit den silbrigen, würfelförmigen Schulterplatten in die Höhe stieg.

      <2> Anyas Pendelbereich <8>


      Entschlossen streckte Anya die rechte Hand in die Höhe. „Schwinge bis in alle Ewigkeit, Pendulum! Pendulum Summon!“
      Endlich wurde das noch offen stehende Portal von den dutzenden Lichtringen umschlossen. Zwei rote Lichtblitze schossen aus ihm heraus und schlugen vor der Blonden ein. „Von meinem Extradeck: [Gem-Tiger] und [Gem-Eyes Value Dragon], beide im Verteidigungsmodus!“
      Gemütlich in sich eingerollt lag schließlich der weiße Diamantentiger vor ihr. Neben ihm kniete auch der Drache in der goldenen Rüstung. Seine drei Tragflächen auf jeder Seite des Rückens standen nicht mehr in Flammen.

      Gem-Tiger [ATK/1800 DEF/300 (4) PSC: <8/8>]
      Gem-Eyes Value Dragon [ATK/2400 DEF/2000 (7) PSC: <5/5>]

      „Nun benutze ich Gem-Eyes' Effekt! Einmal pro Zug kann er seinen Typen ändern!“ Anya streckte den Arm nach vorne aus. „Und dieses Mal wähle ich Aqua! Sight Transition!“
      Die Scheiben an den Seiten des Helms ihres Drachen, die wie Scheuklappen aussahen, begannen sich schneller und schneller zu drehen. In vier durchsichtige Segmente aufgeteilt, in den Farben rot, blau, gelb und grün, erzeugte das Schauspiel einen bunten Wirbel, bis schließlich die blauen Teile auf Höhe der Augen hielten und sich um jene wie ein Visor legten.
      „Sapphire Gift!“, befahl Anya lautstark.
      Die goldenen Tragflächen des Value Dragons wurden von einer deckenden Eisschicht überzogen, die eine ganz neue Version von Flügeln erschuf. Blaue Linien zogen sich in der Rüstung entlang, als der Drache sich aufbäumte und heulte. Um Anya ihrerseits entstand eine blaue Aura.

      [Anya: 1000LP → 2000LP / Gardenia: 3500LP]


      „Solange Gem-Eyes den Aqua-Typen besitzt, kann er mich einmal pro Zug um 1000 Punkte heilen“, erklärte sie. „Und dann nutze ich [Gem-Knight Pyrites] Effekt in meiner Pendelzone!“
      Die würfeligen, silbernen Schulterplatten ihres weißen Ritters begannen grell aufzuleuchten.
      „Damit kann ich eine Gem-Knight-Karte direkt von meinem Deck auf den Friedhof schicken. Ich wähle [Gem-Knight Sapphire]!“ Dessen Karte wurde von Anyas D-Pad ausgeworfen und postwendend in den Friedhofsschlitz geschoben. „Zug beendet!“
      Gardenia verschränkte die Arme. „Für ein Echo war das ziemlich leise. Damit kaufst du dir nur Zeit. Doch bedenke, dass die Zeit hier schneller verstreicht als in der Realität.“
      „Tch!“

      Als ob sie das nicht wüsste! Aber momentan gab es nichts, was sie tun konnte, wusste Anya. Dieser komische Mottendrache war an sich nicht das größte Problem. Eher die Tatsache, dass er bei seiner Beschwörung sofort all ihre Monster vernichtete. Und wie sie diese Hexe einschätzte, plante sie genau das noch einmal zu erreichen. Aber dafür musste [Infernoid Onuncu] erst zerstört werden.
      Trotzdem konnte Anya sich auf Dauer nicht hinter ihren Monstern verstecken. Einerseits würde Gardenia garantiert einen anderen Weg finden, ihr ans Leder zu gehen und außerdem hatte das Mädchen keine Lust, irgendwo in der Zukunft zu landen und wenn es nur wenige Tage waren. Denn wer wusste schon, was verlorene Zeit in diesem Weißen Raum wirklich für sie bedeutete …

      „Draw“, gab Gardenia fast nebensächlich von sich und zog eine Karte.
      Anya, die die überall verteilten, schwarzen Flammenherde zwischenzeitlich komplett verdrängt hatte, weitete die Augen, als einige sich vor ihrer Gegnerin sammelten. Ein kleines, gläsernes Gefäß erschien, welches sie in sich aufsog. In ihm nahmen sie die Form eines komplizierten Geflechts an.

      Infernoid-Spielmarke [ATK/0 DEF/0 (1)]

      „Zu Beginn eines jeden meiner Züge erzeugt [Void Expansion] ein solches Gefäß. Doch du kannst aufatmen, denn solange die Gesamtzahl der Stufensterne meiner Monster über acht liegt, kann ich keine weiteren Infernoid-Monster beschwören“, ließ Gardenia Anya wissen. Dann nahm sie eine Handkarte und schob sie in den Friedhofsschlitz. „Nun folgt der Effekt von [Void Vanishment], der mir im Austausch für eine Karte einen Zauber oder eine Falle der Leere zur Verfügung stellt. [Void Seer].“
      Die von der Brünetten benannte Karte schob sich aus ihrem Deck und wurde mit einem zufriedenen Lächeln ihrer Besitzerin aufgenommen. Die streckte den Zeigefinger auf. „Kämpfe!“
      Ihr riesiger Mottendrache stieß sich nach vorne ab und zischte auf Anyas Gem-Eyes zu, welcher mit einem einzigen Schweifhieb zum Explodieren gebracht wurde.
      „Kch!“, stöhnte Anya, als ihr eine Druckwelle entgegenschlug.„Zeitverschwendung! [Gem-Eyes Value Dragon] kehrt nächste Runde wieder!“
      Über ihr öffnete sich das Pendelportal und absorbierte aus dem Rauch die Überreste des Drachen als roten Lichtstrahl. Danach schloss es sich wieder.
      „Du irrst dich“, entgegnete Gardenia und schob nebenbei eine Karte in ihre Halbmond-Duel Disk, die daraufhin verdeckt zu ihren Füßen erschien, „dein Drache vermag es, einmal pro Zug den Typen zu wechseln. Demnach könntest du in deinem nächsten Zug sowohl die Effekte seines aktuellen, als auch die des darauf folgenden Typen genießen. Dem habe ich vorgebeugt.“
      Kopfschüttelnd fasste Anya sich an die Stirn. „Wenn du meinst …“
      „Ich weiß es. Mein Zug ist beendet.“

      Anya legte zwei Finger an ihr Deck und starrte es konzentriert an. Langsam musste etwas Gutes kommen, ehe diese aufgeblasene Schnepfe noch weiter aufrüstete! „Fucking Mega-Draw!“
      Mit ihrem in so einer Situation gewohnt mächtigen Schwung riss Anya die Karte fort, nur um sie dann anzusehen und angenehm überrascht zu staunen. Ein bitterböses Grinsen folgte. „Perfekt!“
      Sie riss den Arm in die Höhe. „Schwinge bis in alle Ewigkeit, Pendulum! Pendulum Summon!“
      Ein einzelner, roter Blitz schoss aus dem sich über ihr öffnenden Pendelportal. „Aus meinem Extradeck, [Gem-Eyes Value Dragon] im Angriffsmodus!“
      Jener nahm vor ihr in seiner goldenen Rüstung Gestalt an, welche jedoch an den Tragflächen auf seinem Rücken nicht länger mit Eis überzogen war.

      Gem-Eyes Value Dragon [ATK/2400 DEF/2000 (7) PSC: <5/5>]

      „Ein Strategiewechsel?“ Gardenia schloss besonnen die Augen. „Interessant.“
      „Eher unangenehm! Zumindest für dich, denn ich rüste Gem-Eyes mit dem Ausrüstungszauber [Gem-Knight Power Bracelet] aus, was den ausgerüsteten Gem-Knight um 800 Angriffspunkte stärker macht!“
      Am rechten Arm des aufrecht stehenden Drachen manifestierte sich ein goldenes, juwelenbesetztes Armband. Jenes zog goldenes Licht um seine Pranke, an der verlängerte Krallen erschienen.

      Gem-Eyes Value Dragon [ATK/2400 → 3200 DEF/2000 (7) PSC: <5/5>]

      Gardenia öffnete die Augen wieder und griff nach ihrer Duel Disk, zuckte mit den Mundwinkeln und ließ letztlich wieder von dem Apparat an ihrem Arm ab. „Verstehe. Obwohl dein Drache den Rittertitel nicht im Namen trägt, wird er dank seines Effekts wie ein solcher behandelt.“
      „Gem-Eyes ist eben nicht dein typischer Klischeedrache. Und das zeigt sich auch darin, dass er jetzt den nächsten Typen annimmt! Sight Transition!“
      Die runden Klappen an seinem Helm begannen wieder sich zu drehen. Anya kommentierte das herrisch: „Diesmal donnert es!“
      Schlagartig blieben die transparenten, gelben Segmente vor seinen Augen stehen und legten sich wie eine Brille um jene. Gelbe Linien zogen sich durch seine Rüstung, violette Blitze begannen um die Tragflächen zu schlagen.
      „Einmal pro Zug kann ich eine Karte auf dem Feld wählen und solange Gem-Eyes sich auf dem Feld befindet, wird deren Effekt blockiert!“ Die Blonde schnaufte und richtete den Zeigefinger direkt auf die aufrecht stehende, permanente Zauberkarte von Gardenia. „Das Ziel ist [Void Vanishment]! Topaz Jammer!“
      Einige der Blitze lösten sich von ihrem goldenen Drachen und schlugen in Gardenias Zauber ein, welcher danach regelmäßig von Entladungen heimgesucht wurde.
      Anya drehte indes schon die Karte ihres anderen Monsters in die Vertikale. Der liegende Tiger stand auf. „Ich wechsle [Gem-Tiger] in den Angriffsmodus!“

      Gem-Tiger [ATK/1800 DEF/300 (4) PSC: <8/8>]

      „Mal sehen wie dir das schmeckt! [Gem-Eyes Value Dragon], greife dieses hässliche Mistvieh an!“, schrie Anya und schwang gebieterisch den Zeigefinger auf das dämonische Wesen über Gardenia, „Spectral Burst Stream!“
      Gehorsam öffnete ihr Drache und spie einen farbenfrohen Odem, der schimmerte wie die Oberfläche eines Diamanten. [Infernoid Onuncu] antwortete seinerseits mit einem pechschwarzen Flammenstrahl. Als beide Attacken aufeinandertrafen, entstand zunächst eine leichte Explosion. Die finsteren Ausstöße Onuncus wurden jedoch mit Leichtigkeit zurückgestoßen, das Wesen vollkommen von Gem-Eyes übertrumpft. Eine wesentlich heftigere Explosion folgte.

      [Anya: 2000LP / Gardenia: 3500LP → 3300LP]


      Damit wäre einer erledigt, dachte Anya. Doch das war noch nicht alles. „[Gem-Tiger], spiel' ein bisschen mit diesem Ding da!“
      Die Blonde zeigte auf das Gefäß, das vor Gardenia schwebte. Ihr weißer Tiger sprintete auf jenes zu und zerschlug es mit nur einem Prankenhieb. Als er verrichteter Dinge zu ihr zurückkehrte, nickte Anya ihren Monstern anerkennend zu. Für den Rest würden ihre verdeckten Karten sorgen. „Zug beendet.“

      „Um ehrlich zu sein hatte ich etwas mehr erwartet“, gestand die Weiße Hexe im grauen Cape nonchalant, aber keinesfalls abwertend, „wie es aussieht, hast auch du dein volles Potential trotz allem noch nicht ausgeschöpft.“
      Anya schnaufte. „Was auch immer du mir damit sagen willst …“
      Ihre Gegnerin zog auf und erwiderte: „Dass du keine Gefahr für mich darstellst.“
      „Will ich das denn?“ Schulterzucken. „Ich meine, ich habe den Krieg mit deiner Schülerin nicht angefangen. Sie hat nicht mal die Eierstöcke mir zu sagen, was ihr verdammtes Problem ist.“
      Gekonnt lies Anya ihren Zeigefinger um die Schläfe kreisen. „Von so einer bekloppten Kuh lass ich mir nicht ans Bein pinkeln. Und weil weder sie, noch mein dämlicher Bruder dazu imstande waren, musst du jetzt ran? Ich an deiner Stelle wäre mir dafür zu schade.“
      Die brünette Frau betrachtete nachdenklich ihre Karte. Sie schien gar nicht wahrzunehmen, dass sich vor ihr erneut ein Teil der finsteren Flammen sammelte und von einem neu entstandenen Gefäß absorbiert wurde.

      Infernoid-Spielmarke [ATK/0 DEF/0 (1)]

      Zu einer erstaunlichen Erkenntnis gelangt, sah Gardenia zu Anya auf. „Bis eben dachte ich, sie wäre von euch beiden die Weisere. Aber ihr seid euch noch ähnlicher als ich annahm.“
      Dabei zog sie zwei Karten aus ihrem Friedhofsschlitz. „Doch eines solltest du wissen. Stolz ist für mich nicht von Relevanz. Was mich antreibt ist …“
      Das Gefäß vor ihr zerplatzte.
      „… die Zuneigung einer Lehrerin gegenüber ihren Schützlingen. Ich verbanne die Infernoid-Spielmarke auf meinem Feld sowie [Infernoid Attondel] von meinem Friedhof und [Infernoid Piaty] von meiner Hand!“
      Anya keuchte, obschon sie nicht wusste, welche Aussage ihr mehr imponierte. Das Duell jedoch hatte Vorrang und die einzige Erklärung, warum [Infernoid Attondel] auf Gardenias Friedhof lag, war, dass sie ihn zuvor als Kosten für den Effekt ihrer Zauberkarte abgeworfen hatte.
      „Steige aus dem Schwarzen Fegefeuer erneut empor, [Infernoid Onuncu]!“
      „Also ist es wirklich wie ich dachte“, zischte Anya, als sich überall um Gardenia die schwarzen Flammen sammelten und zu einem Wirbel verdichteten, „dieses Vieh kann von überall beschworen werden, solange du nur genug Monster verbannst!“
      „Korrekt. Und wenn [Infernoid Onuncu] gerufen wird, vernichtet er sämtliche Monster meines Gegners.“
      Der Feuervortex vor der Hexe verfärbte sich blutrot. Das Spreizen der gewaltigen Schwingen löste ihn mit einem Schlag auf, als der Mottendrache sich majestätisch erhob.

      Infernoid Onuncu [ATK/3000 DEF/3000 (10)]

      „Als ob ich das nochmal zulasse!“ Anya griff nach einer in ihrem D-Pad steckenden Karte und riss sie daraus hervor. Sofort löste sich der Klauenhandschuh ihres Drachen in Luft auf.

      Gem-Eyes Value Dragon [ATK/3200 → 2400 DEF/2000 (7) PSC: <5/5>]

      Gardenia sah ihr Gegenüber erwartungsvoll an.
      „Genau darauf habe ich gewartet. Zwar kostet es mich [Gem-Knight Power Bracelet], aber durch dessen Effekt kann ich die Beschwörung verhindern und das Monster zerstören!“
      Sofort öffnete Gem-Eyes sein Maul und stieß einen kunterbunten Flammenodem aus, welcher den geflügelten Dämon einhüllte.
      „Dessen bin ich mir bewusst“, entgegnete Gardenia jedoch mit einem wissenden Lächeln.
      „Huh!?“ Anya weitete die Augen, als goldene Lichtstrahlen aus dem bunten Flammenball stießen, der das Monster ihrer Gegnerin nun darstellte.
      „Aus diesem Grund habe ich [Void Seer] vorbereitet.“ Gardenias gesetzte Schnellzauberkarte sprang auf und zeigte genau das, was gerade geschah: Einen finsteren, geflügelten Dämon, aus dessen Körper goldenes Licht austrat. „Dadurch ist [Infernoid Onuncu] vor all deinen Karteneffekten gefeit.“
      Eine grelle Schockwelle ging von jenem aus und blies die Flammen davon. Mehr noch, öffnete der Mottendrache sein eigenes Maul und spie pechschwarzes Feuer in Anyas Richtung. Welche fassungslos ausstieß: „Fuck!“
      Die brünette Hexe schmunzelte. „Nun fallen deine Monster dem Schwarzen Fegefeuer zum Opfer und werden zerstört.“
      Wie sie das Unheil auf sich zukommen sah, wusste Anya, dass sie Plan B initiieren musste. Welcher für 'B wie beschissen' stand. „Ich kette meine eigene Schnellzauberkarte an: [Forbidden Chalice]!“
      Jene sprang vor dem Mädchen auf. Aus ihr glitt, wie von einer jungen Frau in weißem Kleid gehalten, ein goldener Kelch hinaus. Jener neigte sich nach vorne und schoss sprudelnden, roten Wein in Onuncus Richtung, welcher die Flammen löschte.
      „Da Ketten von hinten aufgelöst werden, wird erst der Effekt deines Mistviehs annulliert, bevor es vor meinen Karten dank [Void Seer] immun gemacht wird“, raunte Anya garstig.
      Der eindrucksvolle Dämon mit dem langen Schweif schluckte zwangsweise den restlichen Wein und begann unbeholfen zu flattern, statt sich majestätisch in der Luft zu halten.
      „Jedoch gewinnt das Monster dadurch auch 400 Angriffspunkte“, erklärte Gardenia ihr unnötigerweise den zweiten Teil des Effekts.

      Infernoid Onuncu [ATK/3000 → 3400 DEF/3000 (10)]

      Die Blonde drehte den Kopf zur Seite. „Tch!“
      „Ich nutze die Gunst der Stunde und greife deinen [Gem-Eyes Value Dragon] mit [Infernoid Onuncu] an. Los!“, befahl Gardenia mit ausgestreckter Hand.
      Mit seinem langen Schweif schlug jener unbeholfen nach dem goldenen Donnerdrachen und zerschmetterte ihn. Anya bekam das Ende des Glieds am Oberarm ab und wurde kurzerhand wieder vom Boden gerissen. „Argh!“

      [Anya: 2000LP → 1000LP / Gardenia: 3300LP]


      Ohnehin schon lädiert genug, landete sie ausgerechnet auf eine besonders schmerzende Stelle ihres anderen Arms und schrie gequält auf, als sie wie eine Puppe durch die Gegend geschleudert wurde.
      Stöhnend blieb sie liegen. Schwarze Punkte tanzten vor ihren Augen.
      Gardenia kicherte amüsiert. „Du bist gut darin, Angriffe einzustecken. Nun, da dein Drache das Spielfeld verlassen hat, kann ich den Effekt von [Void Vanishment] wieder aktivieren.“
      Sie entledigte sich eines Monsters namens [Infernoid Harmadik] und sagte: „Ich erhalte [Void Launch], welche ich auch gleich setze.“
      Während Anya sich langsam aufraffte, zog ihre Gegnerin die aus ihrem Deck hervorstehende, purpur umrahmte Karte und schob sie geradewegs in den Zauberfallenslot, sodass sie zu ihren Füßen erschien.
      „Machst nicht mal'n Geheimnis daraus, huh?“
      „Das muss ich auch nicht. Dieses Duell nähert sich mit schnellen Schritten seinem Ende.“ Die weiße Hexe straffte die Schultern. „Zug beendet.“
      Ein paar Mal den Kopf schüttelnd, fing sich ihr Mottendrache wieder und stieg etwas höher in die Luft, nahe der Decke des schier endlosen, weißen Raums.

      Infernoid Onuncu [ATK/3400 → 3000 DEF/3000 (10)]

      Anya hielt sich den schlimmer schmerzenden, rechten Arm und biss die Zähne zusammen. Langsam musste sie sich etwas einfallen lassen, ansonsten würde die Hexe sie zermalmen. Shit!
      „Sei unbesorgt. Kali wird über dich richten, nicht ich“, versicherte Gardenia der verzweifelten Anya streng, „obwohl ich bezweifle, dass dein Schicksal erfreulich sein wird. Ob sie dich nun leben lässt oder nicht.“
      Anya fauchte zurück: „Und was soll das jetzt heißen?“
      „In diesem Moment kann ich nicht vorhersehen, wie Kali sich verhalten wird.“ Gardenia seufzte schwer. „Vielleicht tötet sie dich, vielleicht auch nicht. Es ist ihr Wunsch, aber sie fürchtet sich davor, ihn in die Tat umzusetzen. Doch selbst wenn sie sich entscheidet, dich zu verschonen, wirst du diesen Ort nie wieder verlassen.“
      „Wieso!?“
      „Weil es für dich nie einen Platz in jener Welt gab.“

      ~-~-~


      Es war gut, dass das weiße Einfamilienhaus so abgelegen auf dem Hang stand, von dem man Ephemeria City strahlend hell in der Nacht sehen konnte. Andernfalls wäre es ob der lauten Schmerzensschreie, die nur mäßig von seinen Wänden gedämpft wurden, längst ins Visier der Behörden gerückt.

      Zanthe selber war nicht im Zimmer, in dem Nigel und seine Ehefrau, die glücklicherweise Krankenschwester war, Exa operierten. Wenn man es so nennen konnte. Stattdessen lehnte er gegen die gelbe Wand im Flur, direkt neben der Tür und presste jedes Mal die Augen fest zusammen, wenn sein Freund aufschrie. Er musste bei Bewusstsein bleiben, hatte er gesagt. Und Zanthe durfte nicht dabei sein und seine Hand halten, denn sein Blut aus nächster Nähe zu sehen und zu riechen könnte unangenehme Auswirkungen auf den Werwolf haben.

      Als er Exa keuchen hörte, dann aber seinen Helfern positiv zuredete weiterzumachen, stieß Zanthe einen frustrierten Laut aus. Es war alles nur seine Schuld! Hätte er nur besser aufgepasst, wäre sein Freund, der Mann, der die Seele seines Bruders in sich trug, nie so schwer verletzt worden. Was geschah mit jener, wenn er starb? Allein der Gedanke ließ Zanthe erschaudern, mehr noch aber der, dass er sich mehr darum sorgte, als um das Wohl seines eigentlichen Freundes.

      Er drehte den Kopf zum Ende des Gangs, der in eine kleine Küche führte. An deren Tisch saß sie, völlig regungslos. Claire Rosenburg. Genauso mechanisch wie man sie kannte. Zanthe zweifelte langsam. Konnte sie überhaupt gerettet werden, ohne sofort wieder einen derartigen Anfall zu erleiden? Wollte er das noch, nach dem, was sie getan hatte?
      …natürlich wollte er das. An ihrem Zustand war nicht sie schuld, sondern der Pakt mit Nigel, wenngleich er jenen nun auch mit anderen Augen betrachtete. Sie jetzt im Stich zu lassen wäre nicht weniger verwerflich.

      Exa schrie erneut so laut, dass Zanthe eine Gänsehaut bekam. Dann hörte er Nigels Frau aufgeregt sagen, dass der Blonde das Bewusstsein verloren hat. Ihm wurde ganz klamm im Magen, er spürte, wie auch die Aufregung im Zimmer immer stärker wurde.
      Wenn alle Stricke reißen würden, könnte ihn vermutlich nur noch eine Verwandlung das Leben retten. Zanthe streckte seinen Unterarm nach vorne, betrachtete die deutlich blau hervorstechenden Adern daran. Das Blut eines Werwolfs zu trinken führte bei einem starken Immunsystem zu einer Adaption. Doch war Exas Körper stark genug, das zu überstehen? Und konnte das überhaupt gut gehen, wenn ein Teil seines Körpers synthetisch war?
      Ihm brach der Schweiß aus. Auch weil Mrs. McPherson immer hektischer auf ihren Mann einredete, zumal sie die ganze Lage in der kurzen Zeit noch gar nicht richtig erfasst hatte.

      ~-~-~


      Matt stieß schicksalsergeben einen Seufzer aus. Natürlich. Alles war schief gegangen. Der Sammler sah sie jetzt als Verräter an, ihn und Valerie. Er würde sie töten. Sie, ihn, Marc, Tara … wobei der Tod vielleicht noch die gnädigste Bestrafung sein würde.
      Mit ausgestreckten Gliedern lag er im weichen Sand des riesigen Kraters, der mitten in Hollow City klaffte. Er schloss die Augen, aus denen Tränen der Verzweiflung aufstiegen.

      Tara. Dass sie jetzt überhaupt ein normales Leben führen konnte, verdankte sie einzig dem Collector. Dem Mann, der überhaupt erst für ihr Unglück verantwortlich war, der sie als Mittel für seine eigenen Zwecke missbraucht hatte. Von Anfang an musste er geplant haben, sie zu benutzen, um ihn gefügig zu machen. Was würde er jetzt tun, nun, da er wusste, dass Matt seine Aufgabe nicht erfüllen würde?

      Der Dämonenjäger genoss die Stille, die nur durch kaum zu vernehmbares Klirren und Knacken gestört wurde. Die Undying, sie brachen das Eis, das sie eingefroren hatte. Von seiner Rechten hörte er auch leise Schritte. Zed näherte sich, stellte sich neben ihn. Es dauerte einen Moment, dann hatten auch die anderen beiden sich dazu gesellt. Zu dritt umzingelten sie den liegenden jungen Mann.
      „Tut mit mir was ihr wollt“, sprach er lethargisch. Es spielte sowieso alles keine Rolle mehr.
      „Deine Freundin ist sehr mutig. Doch sie wird nicht gegen ihre Feinde bestehen können“, erwiderte Ricther. „Steh auf.“
      „Wozu? Ich bin ein Helfer Anya Bauers. Ihr müsst mich töten, das ist eure Pflicht.“
      Zed lachte herrisch. „Narr. Wäre das mein Anliegen, hätte ich euch meine Unterstützung nie zugesagt.“
      Matt öffnete langsam die Augen, sah den Mond zur Hälfte von einer Wolke versperrt. „Was dann? Der Sammler ist entkommen.“
      „Im Moment können wir nichts unternehmen, das ist wahr.“ Ricther beugte sich zu ihm herab. „Ihn ungestraft walten lassen werden wir jedoch nicht. Unsere Zeit wird kommen.“
      Matt stieß einen erstaunten Seufzer aus, als der Hüne ihm die Hand reichte. Seine ganze Rüstung war voller Sprünge und Risse. Einen Augenblick verstreichen lassend, griff Matt schließlich nach ihr und ließ sich aufhelfen.

      Frieden mit den Undying? Waren er und Valerie wirklich zu ihnen durchgedrungen? Oder war das nur ein Aufschub für die Strafe, die all jene erwartete, die Anya Bauer unterstützten?

      Der lange, dürre Stoltz, der sich im Hintergrund hielt, grinste jedenfalls und zeigte seine fauligen Zähne. Was für Matt kein gutes Omen war.
      In dem Augenblick fiel ihm etwas ein. „Könnt ihr mich zu Anya bringen!?“
      „Ja. Doch zu welchem Zweck?“, wollte Zed neben ihm wissen.
      „Sie steckt in Schwierigkeiten. Kennt ihr eine Kali? Sie ist … eine Assassine oder so etwas in der Art und hat Anya herausgefordert. Sie will ihren Tod um jeden Preis.“
      Ricther wiederholte nur den Namen. „Kali …“
      „Ich habe aber noch eine Bitte. Könntet ihr nach einer Freundin von mir sehen? Und vielleicht … auf sie aufpassen?“ Matt verachtete sich selbst dabei, wie hilflos und schwach er dabei klang.
      Es wurde auch nicht besser, als alle drei Undying ihn anstarrten, obwohl er weder Zeds, noch Ricthers Augen sehen konnte. Sie um so etwas zu bitten war absurd, aber wenn jemand Tara beschützen konnte, dann allerhöchstens diese Drei.
      „Nenn' mir ihren ungefähren Aufenthaltsort“, bot Zed an, „ich werde prüfen, ob unser Feind sich an ihr vergangen hat.“
      „Dann werden ich und Stoltz dich zu Anya Bauer führen“, entschied Ricther.
      Matt lächelte dankbar, nickte und wischte sich das Nass aus den Augen. „Anya müsste sich im Ephemeria Bridge Stadium befinden. Und Tara …“

      ~-~-~


      Fernab all der Geschehnisse in und um Ephemeria City hatte Nick Harper in Sorge um seine Schwester einen Notfallplan ersonnen. In dem Wissen, dass sie sich Kali gegenüber stellte, musste er schnell handeln, um ihr zur Seite zu stehen.
      So hatte er bereits kurz nach ihrem Einbruch in das Ephemeria Bridge Stadion seine beiden Krähen Snuggly und Sparkly ausgesandt, um einen bestimmten Dämon ausfindig zu machen und zu ihm zu bringen.

      Jener Dämon stand ihm inzwischen gegenüber. Das eine Handbreit lange, schwarze Haar klebte in einer Mischung aus Schweiß und Blut an seiner kreidebleichen Stirn. Mit erhobener Duel Disk stand Nick mit dem Rücken zu einem kleinen Mausoleum auf dem Livingtoner Friedhof. Wie immer an seiner Seite Alexandra Russo, die mit dem Rücken an jenes Bauwerk lehnte und alles interessiert beobachtete.

      „Du willst mich wirklich umbringen, man?“, fragte der noch jung aussehende Dämon ungläubig, nachdem er zu spüren bekommen hatte, wie schmerzhaft deaktivierte Sicherheitsprogramme sein konnten.
      Nick schüttelte den Kopf. „Ich brauche nur ein wenig deiner Kraft.“
      „Du hättest auch einfach fragen können, verdammt!“
      „Nein“, kam eine unterkühlte Reaktion, „ich strebe nicht nach einer Mitfahrgelegenheit. Ich will selbst der Fahrer sein. Alles andere ist inzwischen inakzeptabel.“
      Obwohl er höhnisch auflachte, wich der punkige Dämon einen Schritt zurück. „Keine Ahnung was du da laberst, man, aber eins ist klar, noch habe ich nicht verloren!“
      Womit er auf seinen mächtigen, bräunlichen Bilderbuchdrachen mit weiten Schwingen und Hörnern auf dem Kopf anspielte.

      Tyrant Dragon [ATK/2900 DEF/2500 (8)]

      „Ist das so?“, stellte Nick seinerseits die Aussage seines Gegners leise in Frage.
      Dabei kontrollierte er nur sein Assmonster [Wind-Up Arsenal Zenmaioh], einen riesigen, roten Roboter, dessen einer Arm durch einen Bohrer ersetzt worden war. Um ihn kreiste eine Lichtkugel.

      Wind-Up Arsenal Zenmaioh [ATK/2600 DEF/1900 {5} OLU: 1]

      [Dämon: 1500LP / Nick: 3600LP]


      Der zerzauste, brünette Kerl im schwarzen Trenchcoat streckte die Hand nach vorne aus, was seine gesetzte Karte aufspringen ließ. „[Overwind] verdoppelt die Punkte meines Monsters.“
      Sofort begann der goldene Aufziehschlüssel auf dem Rücken seines Mechs sich rapide zu drehen.

      Wind-Up Arsenal Zenmaioh [ATK/2600 → 5200 DEF/1900 → 3800 {5} OLU: 1]

      Nick schnippte mit dem Finger. „Wind-Up Power Punch.“
      Noch während sein Gegner einen entsetzten Aufschrei losließ, schoss Zenmaioh seine Faust auf den Drachen ab, welche diesen auf grauenhafte Weise durchlöcherte. Sie flog geradewegs weiter auf den schwarzhaarigen Dämon zu, der im Gesicht getroffen, von den Füßen gerissen und geradewegs durch einen Grabstein hindurch gepfeffert wurde.

      Sich um sich selbst überschlagend und dabei noch laut schreiend, blieb er irgendwann liegen.

      [Dämon: 1500LP → 0LP / Nick: 3600LP]


      Alexandra hinter Nick kicherte amüsiert. „Nun, der hat ja nicht lange durchgehalten. Wer hätte gedacht, dass der Erste so leicht sein würde?“
      Die Hologramme verschwanden. Nick hob die rechte Hand an und betrachtete sie.
      „Spürst du eine Veränderung?“, fragte seine Partnerin neugierig.
      Er schüttelte den Kopf. „Nein.“
      Dann schwang er den Arm aus, mit der Absicht, eines dieser Portale entstehen zu lassen. Aber wie erwartet, geschah nichts.
      „Ich sollte seine Kräfte absorbiert haben“, überlegte er laut.

      In dem Moment tauchten die beiden Krähen auf seinen Schultern auf.
      „Nein, so funktioniert das nicht, kraw“, belehrte ihn die schlaue Sparkly eines Besseren, „mit der Conqueror's Soul nimmst du den Äther deiner Feinde in dich auf, aber um ihre Fähigkeiten zu nutzen, reicht das noch nicht.“
      Die langsame Snuggly dagegen sagte gar nichts, sondern stocherte lieber mit ihrem Schnabel in den Federn ihres Unterleibs herum. All das konnte Alexandra natürlich weder hören noch sehen.
      „Was muss ich dann tun?“, wollte Nick wissen, während sich sein blutüberströmter Gegner langsam am anderen Ende des Friedhofs erhob.
      „Der Kontakt wird am einfachsten durch ein Duell hergestellt, doch um davon zu profitieren, muss er eine Weile bestehen bleiben, kraw!“
      „Nick muss sich länger duellieren“, stimmte nun auch Snuggly in die Erklärung ihrer Schwester mit

      Ihr Besitzer stöhnte ärgerlich. Für so etwas hatte er eigentlich gar keine Zeit. Andererseits war es gut, das zu wissen, damit er für das nächste Mal besser vorbereitet war.
      „Aufstehen“, forderte er seinen Gegner streng auf.
      „H-huh …?“, murmelte der benommen.
      Nick streckte den Arm nach vorne, seine Duel Disk aktivierte sich erneut. „Deine Performance war unterirdisch. Also werden wir das Ganze wiederholen.“
      „Was!?“ Schlagartig war der Dämon wieder bei Sinnen, setzte einen feindseligen Blick auf. „N-nein, nicht nochmal!“
      Ohne Vorwarnung schwang er den Arm aus und ließ direkt neben sich eines der schwarz-glänzenden, ovalen Portale erscheinen. Nick seufzte nur verstimmt. Schon löste sich Sparkly von seiner Schulter und schoss wie ein Pfeil durch die Oberfläche des Teleportationszaubers, sodass dieser wie eine Glasscheibe zersprang.
      Keuchend wich der Punk-Dämon zurück.
      Und Nick sagte: „Ich erklärte dir bereits einmal, dass das nichts wird.“
      „Wieso willst du dich mit mir duellieren!? Ich habe dir nichts getan!“
      „Das interessiert mich nicht. Wir werden uns solange duellieren, bis ich habe, wonach ich suche“, drohte Nick seelenruhig. „Also diskutiere nicht und gib dir in deinem eigenen Interesse dieses Mal mehr Mühe.“
      Alexandra richtete den Kopf nach oben und betrachtete den Mond. „Armer Kerl …“
      Innerlich fluchte Nick jedoch. Was, wenn es bereits zu spät war!?

      ~-~-~


      Valerie atmete tief durch. Zwar war das Weltall um sie herum nur eine Illusion oder etwas Ähnliches, das den schimmernden Pfad begleitete, auf dem sie sich mit David duellierte, doch ihre Anspannung stieg langsam. Der Sammler, der ein paar Meter hinter dem Schwarzhaarigen am Boden lag, völlig erschöpft und schwer verwundet, durfte das schwarze Portal in einiger Entfernung nicht erreichen. Wenn es ihm gelang war alles umsonst. Und das durfte sie nicht zulassen. Doch dieser junge Mann vor ihr, der so unbekümmert und fröhlich erschien, wollte sie mit aller Kraft daran hindern.

      [Valerie: 3800LP / David: 900LP]


      Noch ein Treffer und der Bursche mit der blauen Haarsträhne am Pony würde ebenfalls fallen. Zwar verfügte Valerie über ihre fliegende, rothaarige Meerjungfrau Merrowgeist, an deren Flügelflossen sich Raketentriebwerke befanden, doch ihr mangelte es an der Macht, einen physischen Treffer auszuteilen.

      Evigishki Merrowgeist [ATK/3100 DEF/1600 {4} OLU: 1]

      Genau das musste Valerie jedoch, körperlichen Schaden zufügen. Jemand, der selbst mit den Undying fertig wurde, würde sich von dem Schwert auf ihrem Rücken nicht beeindrucken lassen und dass das Ganze hier nur Zeitschinderei war, erklärte sich von selbst. Nein, Valerie brauchte ein größeres Geschütz. Und es gab nur eines in ihrem Deck, das vielleicht dazu in der Lage war: [Moulinglacia The Elemental Lord], eine Karte, die sie von Anya geschenkt bekommen hatte und die merkwürdige Kräfte in sich verborgen hielt. Genau diese Karte fehlte in Valeries Blatt allerdings und das Letzte, was sie sich leisten konnte, war darauf zu warten, sie zu ziehen.
      Auch ihre verdeckte Karte konnte ihr dabei nicht helfen, ebenso wenig ihre beiden Handkarten, von denen eine ihr [Gishki Aquamirror] war. Dagegen war Davids Feld bis auf eine gesetzte Zauberfalle leer, die beiden Monster auf seiner Hand waren beides Ritualmonster, die ohne passenden Zauber nutzlos waren.
      Valerie biss sich auf die Lippe. Sie würde irgendwie an ihm vorbeikommen müssen, aber wie?

      „Man, wenn du so drauf bist, ist echt nicht gut Kirschen essen mit dir. Vielleicht sollte ich dann auch Ernst machen“, meinte ihr Gegner und griff nach seinem Deck, „also gut, Draw!“
      Schwungvoll zog David eine Karte und hielt dann grinsendseine Hand zum Ablagestapel. „Da ich keine Monster kontrolliere, lässt sich der Effekt von [Nekroz Mirror] auf meinem Friedhof aktivieren.“
      Valerie verschränkte gespannt die Arme. „Der da wäre?“
      „Ich verbanne ihn und ein Nekroz-Monster“, sprach er und zog sowohl den Ritualzauber, als auch [Dance Princess Of The Nekroz] heraus, „um einen neuen Nekroz-Zauber zu erhalten. Meine Wahl fällt auf [Nekroz Kaleidoscope]!“
      Eine neue Karte wurde aus seinem Deck geschoben, welche sich der Schwarzhaarige sofort schnappte und ausspielte. „Und dieser Ritualzauber hat es wirklich drauf. Statt Monster auf dem Feld zu opfern, schicke ich stattdessen eines aus meinem Extradeck auf den Friedhof!“
      „Was!?“ Seine Gegnerin verkrampfte.
      „Und das Beste daran ist, dass ich sogar mehr als ein Ritualmonster damit beschwören kann, wenn ihre Stufen zusammen die des Opfers ergeben!“ Grinsend hielt David zwei blau umrandete Karten in die Höhe. Hinter ihm fächerte sich ein Spiegel ganz aus Eis auf, in dem die Silhouetten zweier humanoider Monster zu sehen waren. „Ich biete [Gungnir, Dragon Of The Ice Barrier] als Opfer dar!“
      Valerie stockte der Atem. „Gungnir!?“
      Doch da brach das Eis hinter ihrem Gegenüber schon auseinander. „Webe die Rüstung gefallener Feinde! Ritual Summon! Kämpft für mich, [Nekroz Of Clausolas] und [Nekroz Of Unicore]!“
      „Unicore!?“
      Links vor ihm landete ein rothaariger Jüngling mit weißem Pony vor David. Er steckte in einer Art Rüstung, die aus dem Gefieder eines grünen Vogels gemacht war, dessen Kopf aus seiner Brust ragte. Neben ihm schwang eine Kriegerin in weißer Tunika einen eisigen Speer. An ihrem Waffenrock befand sich ein wuscheliger Pferdeschweif, an ihrem Stirnband ein langes Horn – Valerie kannte das Monster, aus welchem diese Kleidung gemacht worden war. Es war das Assmonster des Schattengeistes Orion, einem Vertrauten des Sammlers …

      Nekroz Of Clausolas [ATK/1200 DEF/2300 (3)]
      Nekroz Of Unicore [ATK/2300 DEF/1000 (4)]

      „W-was sind das für Monster?“, fragte die Schwarzhaarige aufgelöst. „Und wie kommst -du- an [Gungnir, Dragon Of The Ice Barrier]!? Diese Karte …“
      Als ihr Gegner sie jedoch ahnungslos anstarrte, seufzte Valerie schwer. „Vergiss es. Es ist nicht so, als ob es nur ein Exemplar davon gäbe.“
      „Verbindest du besondere Erinnerungen mit dieser Karte?“, wunderte sich David und holte das Stufe 7-Synchromonster aus seinem Friedhof hervor. „Erzähl' mir davon!“
      „N-nein.“ Das Mädchen schüttelte den Kopf. „Das geht dich nichts an.“
      Enttäuscht ließ ihr Gegner den Kopf hängen und entledigte sich der Karte wieder. „Schade.“
      Nur um dann entschlossen aufzublicken. „Andererseits hast du vollkommen Recht! Wir befinden uns in einem Duell. Statt zu plauschen, sollten wir lieber die Karten für uns sprechen lassen! Und das werde ich auch, indem ich [Nekroz Of Clausolas'] Effekt aktiviere!“
      Der Jüngling in der Vogelrüstung griff hinter seinen Rücken und zückte von dort ein Schwert hervor, dessen Klinge aus einer langen, grünen Feder bestand. Geschwind sauste er durch die Luft und umkreiste Merrowgeist, sie dabei nach allen Regeln der Kunst durchkitzelnd. Zunächst machte Valerie dazu ein perplexes Gesicht, welches von Schrecken erfüllt wurde, als sie begriff. „Ah!“

      Evigishki Merrowgeist [ATK/3100 → 0 DEF/1600 → 0 {4} OLU: 1]

      „Tja, die Nekroz sind der personifizierte Feind aller Monster, deren Heimat das Extradeck ist“, erklärte David dazu stolz, „so kann Clausolas zum Beispiel die Werte eines von dort beschworenen Monsters auf 0 setzen.“
      Keuchend umklammerte Valerie ihren Karten fester.
      „Battle!“, befahl ihr Gegenüber strahlend. „Clausolas, zerstöre ihr Monster mit Feather Slash! Unicore, du folgst daraufhin mit Unidrill!“
      Kaum hatte er die Angriffe initiiert, glitt der Jüngling im Vogelkostüm geschickt durch die Luft und trennte mit einem Schwerthieb Merrowgeists Kopf vom Körper. Die Explosion schoss durch Valerie hindurch, ohne ihr dabei Schaden zuzufügen. Nicht anders verhielt es sich mit der Speerträgerin Unicore, die parallel über den schimmernden Pfad gerannt war. Als sie ihre Waffe nach vorne schnellen ließ, begann die sich daran befindende Eisspitze sich in hohem Tempo zu drehen. Doch auch sie glitt einfach durch das Mädchen hindurch.

      [Valerie: 3800LP → 2600LP → 300LP / David: 900LP]


      „Ah!“, staunte Valerie und sah an sich herab, als Davids Monster sich zurückzogen. „Schon wieder! W-warum hältst du dich zurück!?“
      Das sanftmütige Lächeln ihres Gegners verunsicherte sie nur noch mehr. „Ach komm schon. Zug beendet!“

      „Bin ich etwa so unwürdig, dass ich es nicht einmal verdiene, als ernsthafte Bedrohung angesehen zu werden!?“, überkam es die Schwarzhaarige einfach. Aufgelöst zog sie. „'Das Mädchen, das betrogen hat, kann mir wohl kaum gefährlich werden.' Ist es das!?“
      Abwehrend hob David die Hände. „N-nein, das verstehst du falsch!“
      Tief Luft holend, wollte Valerie ihren ganzen angestauten Frust aus sich herausschreien, doch sie begriff selbst, dass die Anschuldigungen aus der Luft gegriffen waren. Betrübt ließ sie den Kopf sinken. „Wenn das hier vorbei ist, dann höre ich mit Duel Monsters auf.“
      „Das darfst du nicht!“
      „Das hat nichts mit dir zu tun. Solange ich meine Pflicht nicht erfüllt habe, werde ich mit allem kämpfen, was mir zur Verfügung steht.“ Entschlossen hob Valerie ihr Haupt und streckte die Hand mit den Karten darin nach unten gerichtet zu ihrer Falle aus, die aufklappte. „Ich aktiviere [Aquamirror Meditation]. Da ich [Gishki Aquamirror] auf der Hand halte, bekomme ich zwei Gishki-Monster von meinem Friedhof zurück. Beast, Shadow!“
      Zwei blaue Lichtstrahlen stiegen aus ihrer Duel Disk auf. Sie zeigte die beiden Monster zusammen mit ihrem Ritualzauber vor und fügte alle drei ihrem Blatt hinzu.
      „Zeit, das Ganze zu beenden! Ich aktiviere [Gishki Aquamirror] und biete [Gishki Shadow] als Opfer an!“
      Ein kreisrunder Spiegel stieg vor ihr auf, von seinen goldenen Rändern gingen leichte Windungen aus. In ihm wurde die Reflexion des amphibischen Magiers gezeigt.
      „[Gishki Shadows] Effekt erlaubt es ihn, die vollen Kosten für diese Ritualbeschwörung zu übernehmen!“ Valerie zog die Stirn kraus. „Erscheine aus endlosen Kristallkaskaden!“
      Ein halbes Dutzend Wasserfontänen schossen um sie herum aus dem Boden. In der direkt vor ihr lauerte der Schatten einer über zwei Meter hohen Gestalt. „Ritual Summon! [Evigishki Soul Ogre]!“
      Zeitgleich lösten sich alle sechs Kaskaden auf. Die Bestie, die vor ihr aufrecht stand, war eine Mischung aus Amphibie und Dinosaurier von dunkelgrauer Färbung, bestückt mit einem bunten Schwimmhautkamm, der sich bis zum Schweifende entlang zog.

      Evigishki Soul Ogre [ATK/2800 DEF/2800 (8)]

      Jetzt musste sie nur noch die verdeckte Karte von David loswerden, dachte Valerie mit engstirniger Entschlossenheit. Doch zu ihrem Entsetzen fuhr genau jene dauerhafte Falle in diesem Moment hoch.
      „Du hast spezialbeschworen, wodurch ich [Nekroz Outfitter] aktivieren kann! Solange ich ein Nekroz-Monster kontrolliere, werden alle von dir spezialbeschworenen Monster behandelt, als wären sie aus dem Extradeck gerufen worden!“ David grinste. „Zeit für ein neues Kleidchen!“
      Voller Schrecken sah Valerie mit an, wie aus der Falle bunte Fäden geschossen kamen, die ihr Meeresungeheuer fest umwickelten, ohne dabei aber die angedrohte Garderobe zu weben.
      „Jetzt kann ich [Nekroz Of Clausolas'] Effekt aktivieren. Er lässt die Werte deines Soul Ogres bis zur End Phase zu 0 werden!“
      Der rothaarige Junge tauchte kichernd hinter der Amphibie auf und kitzelte sie mit seinem Federschwert so durch, dass deren Gelächter durch die Unendlichkeit des symbolischen Alls hallten. Valerie biss sich auf den Daumen. „Nicht schon wieder …“

      Evigishki Soul Ogre [ATK/2800 → 0 DEF/2800 → 0 (8)]

      Die Schwarzhaarige sah prüfend ihre verbliebenen Handkarten an. Dann eben auf andere Art und Weise. „Ich beschwöre [Gishki Beast]! Wenn es via Normalbeschwörung gerufen wird, kann es ein Stufe 4-Gishki von meinem Friedhof in Verteidigung zurückrufen … aber das wird es nicht.“
      David gab einen erstaunten Laut von sich, als das grüne Wesen, halb Alligator, halb Amphibie, vor ihr am Boden kriechend erschien. Nachdenklich murmelte er zu sich selbst: „Warum sollte sie …?“

      Gishki Beast [ATK/1500 DEF/1300 (4)]

      „Greif [Nekroz Of Clausolas] an!“ Mit ausgestrecktem Zeigefinger deutete Valerie auf jenen.
      Ihre Bestie leistete der Anweisung Folge und sprang durch die Luft, begrub den schreienden Burschen unter sich und zerstörte ihn mit einem Prankenhieb auf den Kopf. David seufzte.

      [Valerie: 300LP / David: 900LP → 600LP]


      „Meine letzte Karte spiele ich verdeckt. Zug beendet. Damit kehren [Evigishki Soul Ogres] Werte zu ihrem Ursprung zurück!“
      Endlich hörte jener auf zu lachen. Gleichzeitig materialisierte sich die Falle zu Valeries Füßen.

      Evigishki Soul Ogre [ATK/0 → 2800 DEF/0 → 2800 (8)]

      Angestrengt sah sie an ihrem Gegner vorbei. Der Sammler hatte sich noch nicht wieder aufgerafft. Diese Klinge musste ihn wirklich verletzt haben, wenn ein derart mächtiges Wesen wie er sich kaum rühren konnte. Und das war gut für sie, denn so hatte sie noch ein wenig Zeit, mit diesem seltsamen jungen Mann fertig zu werden.
      Valerie konnte es nicht in Worte fassen, aber es fühlte sich an, als würde sie ihn kennen. Aber woher? Jemand so Positives würde sie niemals vergessen. Oder ging hier etwas nicht mit rechten Dingen zu? Vielleicht täuschte sie sich auch, ebenso gut könnte es auch Teil eines Plans sein und David wartete nur darauf, sein wahres Gesicht zu zeigen. Und doch …

      „Du hast einen Fehler gemacht, dein [Gishki Beast] mit so wenig Punkten zurückzulassen“, sagte der Schwarzhaarige mit der blauen Haarsträhne derweil beim Aufziehen, „wenn mein Angriff durchgeht, war's das leider! Also los, [Nekroz Of Unicore], Unidrill!“
      Die Kriegerin mit dem Einhornhelm rannte über den schimmernden Pfad und hob ihren Speer, dessen eisige Spitze sich zu drehen begann.
      Valerie winkte ab. „Als ob ich es dir so leicht machen würde. Verdeckte Karte aktivieren: [Aquamirror Cycle]!“
      Gerade als Unicore zum Stoß ausholte, verschwand die vierbeinige Bestie vor ihren Augen und zischte als Wasserstrahl direkt in den Deckschacht des Mädchens zurück. „Sie schickt eines meiner offenen Wasser-Monster ins Deck zurück, damit ich dann zwei weitere von meinem Friedhof aufnehmen kann.“
      Mit geschlossenen Augen hielt sie die Hand zu ihrem Friedhofsschacht hin. „Merrowgeist und Shadow.“
      Die beiden Karten wurden automatisch ausgeworfen und von ihr mit sich öffnenden Lidern vorgezeigt. David stand der Mund offen. „Du birgst dein Xyz-Monster? Dir ist doch klar, dass es zurück ins Extradeck muss und dir sowieso nicht gegen mein Nekroz-Deck helfen wird. Ah!“
      Seine Augen weiteten sich, als er begriff, was wirklich vor sich ging. „Warte, du hast gar keine anderen Wasser-Monster auf deinem Friedhof! Dann-!“
      „Ja. Deswegen habe ich auch auf den Effekt meines [Gishki Beasts] verzichtet. Hätte ich [Gishki Shadow] beschworen, wären in meinem Friedhof nicht genug Ziele vorhanden gewesen, um [Aquamirror Cycle] zu aktivieren.“ Neben ihrer Erklärung schob sie das schwarz-umrandete Xyz-Monster [Evigishki Merrowgeist] in den Schlitz ihres Extradecks zurück.
      Ihr Gegner ballte beide Hände zu Fäusten. „Wahnsinn! Ich hatte schon befürchtet, dass es gleich vorbei ist.“
      „Ist es auch, früher als dir lieb ist“, ließ Valerie ihn wissen.
      „Das werden wir noch sehen“, erwiderte ihr Gegner euphorisch und rief: „Unicore, wir machen von der Replay-Regel Gebrauch und brechen den Angriff ab.“
      Einen unzufriedenen Laut von sich gebend, zog sich die Kriegerin zurück. David zückte seine beiden Handkarten. „Ich aktiviere [Ritual Cage], einen permanenten Zauber!“
      „Ich kenne den Effekt.“
      Goldene Lichtstrahlen brachen in geraden Linien um den Schwarzhaarigen aus dem Pfad und schlossen sowohl ihn, als auch sein Monster, in einen flackernden Käfig ein. Valerie wusste, dass seine Ritualmonster nun weder als Ziel von Monstereffekten gewählt werden konnten, noch Kampfschaden an ihren Besitzer weitergeben würden.
      „Das ist noch nicht alles. Ich aktiviere [Nekroz Of Catastors] Effekt! Sei wiedergeboren, [Exa, Enforcer Of The Nekroz]!“
      Erstaunt rief Valerie: „Ein Effekt direkt aus der Hand!?“
      „Ja, jedes Nekroz-Ritualmonster hat so einen!“ Stolz lächelnd schob David jenes in den Friedhofsschacht. Vor ihm tat sich eine gewaltige Wasserlache auf, aus der sich kniend ein blauer, amphibischer Krieger erhob. „Damit kann ich ein Nekroz-Monster wiederbeleben. Aber leider geht das nur bei Nicht-Ritualmonstern. Zug beendet!“

      Exa, Enforcer Of The Nekroz [ATK/2000 DEF/1000 (5)]

      Konzentriert zog Valerie ihre nächste Karte auf und verkündete unterkühlt: „Deine Verteidigung zu stärken ist kein schlechter Gedanke, doch du hast eines dabei nicht bedacht.“
      Sie tauschte die gezogene Karte mit ihrer anderen, dem [Gishki Shadow] aus und zeigte diesen vor. „[Evigishki Soul Ogre] besitzt einen Effekt, der mich ein Gishki-Monster abwerfen lässt, um eine deiner Karten ins Deck zu mischen. Dein [Ritual Cage] wird dich nicht beschützen.“
      David lachte vergnügt. „Wie soll das gehen?“
      „Was?“ Eine Schweißperle rann über Valeries Stirn.
      „Denk dran, solange dein Soul Ogre noch vom Garn meiner Falle [Nekroz Outfitter] umwickelt ist, wird es als vom Extradeck spezialbeschworen behandelt. Und -das- heißt, dass es seinen Effekt nicht aktivieren kann, solange [Nekroz Of Unicore] auf dem Spielfeld liegt!“
      „Als ob ich das vorher hätte prüfen können“, kam es gallig von Valerie zurück. Völlig untypisch wütend vor sich hin zischend, packte sie ihre vorgezeigte Karte wieder zu ihrer anderen zurück. Nur um dann energisch den Zeigefinger auszustrecken. „Zerstöre [Nekroz Of Unicore]! Fountain Of Destruction!“
      Ihre riesige, aufrecht stehende Unterwasserkreatur schlug trotz ihres eingewickelten Zustands mit der Faust auf den Boden, aus dem eine Wassersäule schoss. Dabei spie sie ebenfalls einen Strahl aus, welcher die Kaskade umlenkte und in Richtung der Kriegerin dirigierte. Jene wurde von der Strömung vor David fortgerissen und zersprang in tausende Partikel.
      „Kein Kampfschaden für mich“, sagte der unbekümmert in seinem Käfig.
      „Mag sein, aber da [Nekroz Of Unicore] nun Geschichte ist, kann ich Soul Ogres Effekt aktivieren“, entgegnete Valerie und entledigte sich prompt ihres [Gishki Shadows], „ich werfe ein Gishki-Monster ab und schicke eine deiner Karten ins Deck.“
      Ihr Zeigefinger deutete auf den knienden Amphibienmann, welcher ebenfalls einen Wasserstrahl von [Evigishki Soul Ogre] abbekam und sich daraufhin auflöste. Wie von Valerie erwartet, zersprang daraufhin auch Davids [Nekroz Outfitter]-Fallenkarte – ohne Nekroz-Monster auf dem Feld zerstörte sie sich automatisch selbst. Das Garn, das Soul Ogre einengte, schwand mit ihr.
      Valerie betrachtete ihre letzte Handkarte, ehe sie sich dazu entschied, sie horizontal auf ihre Duel Disk zu legen. „Ich setze ein Monster und beende meinen Zug.“
      Zischend tauchte dieses unter der vergrößerten Karte verborgen neben ihrer Amphibie auf. David war nichts außer seinem Zauber [Ritual Cage] geblieben.

      Entgegen dieses Nachteils strahlte David voller Zuversicht. „Man, für einen Moment dachte ich wirklich, ich hätte dich im Griff.“
      Verbitterung stieg ungewollt in Valerie auf, denn denselben Gedanken hatte sie während des letzten Zuges im Halbfinale gegen Anya gehegt. Bis sie die verbotene Karte zog, die Marc in ihr Deck integriert hatte. Sie biss sich bei der Erinnerung daran auf die Lippen.
      David bemerkte ihre Abwesenheit offensichtlich, denn er nuschelte schuldbewusst: „Sorry.“
      „Wofür entschuldigst du dich?“, fragte Valerie scharf. „Wenn es dir leid tut, dich mit mir zu duellieren, dann geh aus dem Weg!“
      „Nein! Im Gegenteil, ich duelliere mich gerne mit dir und den Sammler verraten werde -ich- ganz bestimmt nicht!“, konterte David energisch. „Mir ist nur klar geworden, dass dir dieses Duell trotz meiner Bemühungen keinen Spaß macht.“
      „Warum sollte es das? Wir sind Feinde!“
      „Aber es steht nichts auf dem Spiel! Dir wird nichts geschehen wenn du verlierst!“
      „Meiner Freundin schon, wenn dieses Wesen nicht ausgelöscht wird!“, fauchte Valerie und deutete auf den hinter David liegenden Sammler.
      Enttäuscht murmelte ihr Gegner: „Jetzt klingst du wie die Böse …“

      Kopfschüttelnd griff er nach seinem Deck. „Schade, es hat keinen Sinn. Wenn du das nicht genießen kannst, kann ich das auch nicht. Dann kann ich auch gleich ernst machen. Draw!“
      Valerie verschränkte engstirnig die Arme. Wer hätte gedacht, dass der Sammler einen so naiven Diener für seine Zwecke einsetzte?
      Unvermittelt begann Davids Duel Disk, als jener nach seinem Deck griff, zu leuchten. Entgegen Valeries erster Vermutung, übernatürliche Kräfte könnten dahinter stecken, entpuppte sich der Ursprung des Lichts als eine von seinen Karten im Friedhof, die ausgeworfen wurde.
      „Ich benutze den zweiten Effekt von [Nekroz Outfitter]! Damit kann ich ein beliebiges Nekroz-Ritualmonster ziehen. Und da dieser Effekt sehr mächtig ist, darfst du ebenfalls eine Karte ziehen.“
      „W-was?“ Völlig irritiert zog Valerie auf, während eine Karte aus dem Deck ihres Gegners geschoben wurde, welche jener lächelnd aufnahm, ohne sie aber vorzuzeigen. Das Blatt beider bestand nur aus jenen gezogenen Karten.
      Leise wunderte sich das Mädchen daher: „Warum sollte er …?“
      „Ich aktiviere den Effekt von [Nekroz Kaleidoscope] von meinem Friedhof! Ich verbanne es zusammen mit [Shurit, Strategist Of The Nekroz] von dort, um einen neuen Nekroz-Zauber von meinem Deck zu erhalten!“
      Die beiden Karten wurden aus seiner Disk ausgeworfen und in die Hosentasche gesteckt. „Ich möchte eine zweite Kopie meines [Nekroz Mirrors], die ich auch gleich aktiviere, um das Ritualmonster in meiner Hand zu beschwören!“
      Als seine Zauberkarte sich vor ihm aufstellte, schoss aus ihr der Spiegel mit der dunklen Umrandung, bei der goldene und dunkelblaue Spitzen ineinander verliefen.
      Überrascht merkte Valerie an: „Moment, außer besagtem Ritualmonster hast du keine anderen Handkarten. Was willst du opfern, um-!?“
      „Oh, das hatte ich noch gar nicht erwähnt! [Nekroz Mirror] lässt mich die nötigen Opfer zur Not vom Friedhof verbannen. Da ich mindestens zwei für diese Karte anbieten muss, verbanne ich [Nekroz Of Unicore] und [Nekroz Of Catastor]! Webe die Rüstung gefallener Feinde!“
      Durchsichtige Abbilder der beiden Karten verschwanden in der Oberfläche des Spiegels, in dem der rothaarige Jüngling Shurit gezeigt wurde. Er schien sich zu verwandeln, wurde älter, eine so grell strahlende Rüstung legte sich um ihn, dass Valerie nichts sehen konnte. Dabei murmelte sie: „Unicore ist Stufe 4, Catastor 5. Also ein Stufe 9-Ritualmonster?“
      Und was eben noch lediglich im Spiegel gezeigt wurde, geschah einen Moment später auch in der Realität. Shurit tauchte auf, alterte einige Jahre und wurde in eine leuchtende Rüstung gehüllt. Er streckte seine Hand aus, in der ein Schwert auftauchte, dessen Klinge komplett aus Eis bestand.
      „Erscheine aus den Tiefen der Erinnerungen! Ritual Summon! [Nekroz Of Trishula]!“
      Valerie stieß einen entsetzten Schrei aus, als sie diesen Namen vernahm. Eisige Schwingen wuchsen aus dem Rücken des jungen Mannes, der vor David stand. Das Strahlen hörte auf und jetzt erkannte die Schwarzhaarige, in was er da gehüllt war – die Überreste des mächtigsten Eisdrachens. Der Brustpanzer war aus dem Körper Trishulas geformt, von der Rüstung hing sogar dessen langer Schweif herab.
      „Trishula“, keuchte Valerie, „-sein- Monster!? Nein …“

      Nekroz Of Trishula [ATK/2700 DEF/2000 (9)]

      Den Kopf schüttelnd, verwies Valerie sich selbst darauf, dass [Trishula, Dragon Of The Ice Barrier] ein Synchromonster war. Dieses Monster dagegen trug lediglich eine Rüstung, die diesem Drachen nachempfunden war. Dem Assmonster ihres alten Lehrers …
      „Also das ist deine Taktik“, schlussfolgerte sie, „du willst mich verwirren.“
      „W-wie?“
      „Es ist Jahre her, dass 'Mercury' seine Gegner in Angst und Schrecken versetzt hat, das stimmt. Der Sammler weiß natürlich, dass er mein Lehrer war, also stellt er mir jemanden gegenüber, der ähnliche Monster benutzt.“ Valeries Gesicht nahm ungewohnt zornige Züge an. „Kch, das ist selbst für eure Verhältnisse schwach!“
      Irritiert kratzte sich David an der Stirn. „Ich habe zwar keine Ahnung, wovon du da sprichst, aber du bist auf einmal ziemlich sauer, also …“
      Sein Blick festigte sich, als er sagte: „… benutze ich schnell [Nekroz Of Trishulas] Effekt, ehe das hier noch ausartet! Wenn er beschworen wird, verbannt er eine Karte in deiner Hand, in deinem Friedhof und auf deinem Feld! Da du nur eine Handkarten hast, wähle ich die, deinen [Evigishki Soul Ogre] auf dem Feld und den [Gishki Aquamirror] in deinem Friedhof als Ziel!“
      Der blanke Schrecken stand Valerie im Gesicht geschrieben, als das Monster ihres Gegners dessen Eisschwert nach vorne richtete und einen gewaltigen Schneesturm damit entfachte. Dieser riss ihre Amphibie förmlich auseinander. Ein Lichtblitz schoss aus ihrem Ablagestapel, wodurch der Ritualzauber ausgestoßen wurde. Dabei ließ die Schwarzhaarige noch ihre Handkarte los, die in der Dunkelheit davon flog.
      „Nein!“, keuchte Valerie, als sie mit einem Schlag nur noch ihr verdecktes Monster besaß.
      Selbst der Effekt dieses Monsters war identisch zu dem Trishulas! Sie ballte eine Faust, übermannt von Zorn und Verzweiflung. Denn ohne ihren Spiegel konnte sie keine Ritualbeschwörungen mehr durchführen …


      Turn 87 – Phantom
      Für Anya und Valerie spitzt sich die Lage zu. Während Erstere durch Gardenias Worte merklich aus der Fassung gebracht wurde, muss Valerie schnell einen Weg finden, zurück ins Spiel zu finden. Und als wäre [Nekroz Of Trishula] nicht schon schlimm genug …


      Verwendete Karten

      Spoiler anzeigen
      Anya

      Gem-Knight Sapphire

      Gem-Knight Pyrite
      Monster/Normal/Pendel
      Fels/Erde
      ATK/0 DEF/2800 (6) PSC: <8/8>
      Pendeleffekt: Einmal pro Zug: Du kannst 1 "Gem-Knight"-Karte von deinem Deck auf den Friedhof schicken.
      Monstereffekt:Einer der verlorenen Edelsteinritter, die nach einer langen Reise zurückgekehrt sind. Doch die Welt, die sie einst ihre eigene nannten, ist nicht mehr.

      Gem-Knight Malachite
      Monster/Effekt/Pendel
      Aqua/Erde
      ATK/1000 DEF/1900 (4) PSC: <2/2>
      Pendeleffekt: Nur einmal, solange diese Karte als einzige in deiner Pendelzone liegt, kannst du "Gem-Knight Fusion" von deiner Hand vorzeigen; füge deiner Hand 1 offenes "Gem"-Monster in deinem Extradeck zu. Solange "Gem-Knight Fusion" durch diesen Effekt vorgezeigt wird, kann dein Gegner keine "Gem"-Karten in deinen Pendelzonen durch Karteneffekte zerstören.
      Monstereffekt: Wenn diese Karte als Fusionsmaterial für die Fusionsbeschwörung eines "Gem-Knight"-Monsters benutzt wird: Ziehe 1 Karte.

      Gem-Tiger
      Monster/Effekt/Pendel
      Fels/Erde
      ATK/1800 DEF/300 (4) PSC: <8/8>
      Pendeleffekt: Einmal pro Zug, während des Zuges eines beliebigen Spielers, wenn ein Angriff deklariert wird: Wähle 1 "Gem-Knight"-Monster von deinem Friedhof als Ziel; verbanne das Ziel und annulliere den Angriff.
      Monstereffekt: Wenn du 1 "Gem-Knight"-Monster in deiner Pendelzone aktivierst, wenn deine andere Pendelzone unbenutzt ist: Du kannst 1 "Gem"-Pendelmonster von deinem Deck aktivieren.

      Gem-Eyes Value Dragon
      Monster/Effekt/Pendel
      Drache/Erde
      ATK/2400 DEF/2000 (7) PSC: <5/5>
      Pendeleffekt: {????}
      Monstereffekt: (Wird immer als "Gem-Knight"-Monster behandelt)
      Einmal pro Zug kannst du den Typen dieser Karte zu Pyro, Aqua, Donner oder Fels ändern. Entsprechend ihres Typs erhält diese Karte folgenden Effekt:
      O Pyro: Einmal pro Zug: Füge deinem Gegner 500 Punkte Schaden zu. Du kannst diesen Effekt von "Gem-Eyes Value Dragon" nur einmal pro Zug aktivieren.
      O Aqua: Einmal pro Zug: Erhöhe deine Life Points um 1000. Du kannst diesen Effekt von "Gem-Eyes Value Dragon" nur einmal pro Zug aktivieren.
      O Donner: Einmal pro Zug: Wähle 1 offene Karte als Ziel; annulliere den Effekt des Ziels. Du kannst diesen Effekt von "Gem-Eyes Value Dragon" nur einmal pro Zug aktivieren.
      O Fels: {????}

      Gem-Knight Power Bracelet
      Zauber/Ausrüstung
      Rüste nur an ein "Gem-Knight"-Monster aus: es erhält 800 ATK. Wenn dein Gegner durch einen Karteneffekt ein Monster als Spezialbeschwörung beschworen hat: du kannst diese Karte auf den Friedhof legen, um die Spezialbeschwörung zu negieren und das Monster zu zerstören.

      Gem-Knight Fusion
      Forbidden Chalice

      Valerie

      Gishki Shadow
      Gishki Beast
      Evigishki Soul Ogre

      Gishki Aquamirror

      Aquamirror Meditation
      Aquamirror Cycle

      Evigishki Merrowgeist

      David

      Shurit, Strategist Of The Nekroz
      Dance Princess Of The Nekroz
      Exa, Enforcer Of The Nekroz
      Nekroz Of Clausolas
      Nekroz Of Unicore
      Nekroz Of Catastor
      Nekroz Of Trishula

      Nekroz Aquamirror x2
      Nekroz Kaleidoscope
      Ritual Cage

      Nekroz Outfitter
      Falle/Dauerhaft
      Wenn du kein "Nekroz"-Monster kontrollierst: Zerstöre diese Karte. Monster deines Gegners, die als Spezialbeschwörung beschworen wurden, werden behandelt, als wären sie von seinem Extradeck beschworen worden. Während deiner Draw Phase: Du kannst diese Karte von deinem Friedhof verbannen und statt deines normalen Ziehens 1 "Nekroz"-Ritualmonster von deinem Deck deiner Hand hinzufügen; dein Gegner zieht 1 Karte.

      Gungnir, Dragon Of The Ice Barrier

      Gardenia

      Infernoid Decatron
      Infernoid Pirmais
      Infernoid Harmadik
      Infernoid Patrulea
      Infernoid Piaty
      Infernoid Attondel
      Infernoid Onuncu

      Void Expansion
      Void Vanishment
      Void Seer

      Void Launch

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      Ha. Jetzt bin ich mal der erste nach einem neuen Kapitel :P
      Und ja, ich lebe noch und lese brav mit. Zwar nur noch im Hintergrund, weil ich immer verpenne, einen Kommentar abzugeben, aber du hast noch mehr Leser als 2 ;) .
      Spoiler anzeigen

      Uff. Langsam neigt sich alles dem Ende. Wobei uns immer noch 2 Hüter fehlen(auch wenn wir deren vermeintliche Identität kennen), wir zumindest ein wenig mehr von Anjas und Nicks hintergrund kennen gelernt haben und eine andere Seite von den Undyings kennen gelernt haben.

      Wobei es noch fast mehr ungeklärte Fragen gibt:
      was versteckt sich hinter Kalis Rachegefühlen? Und warum mischt ihr Bruder bei der ganzen Masche mit? Was hat es mit dem "Valerie"-Klon aufsich? Oder habe ich die Erläuterung dazu verpasst?
      Auch ist immer noch die Frage im Raum, wie der Sammler nun auf die "Rebellion" reagiert. Schließlich würde der Sammler wohl nicht wollen, dass Feinde von ihm Anja unterstützen die Hüterkarten weiter zu sammeln. Zumindest nicht ohne einen weiteren Plan im Hintergrund zu haben, den Sammler zu entsorgen.

      Auch wird es ziemlich interessant, welche Rollen die anderen "großen" Dämonen spielen werden. Ggf. sogar vom selben Niveau von den Hütern?

      Zudem wird es auch interessant, welche Sachen du dir für die letzten beiden Hüterkarten ausgedacht hast.


      Fazit:
      Die Spannung steigt weiter. Und inzwischen stellst du einem so viele Fragen, dass man schon gar nicht mehr alle merken kann. Was die Auflösung natürlich nur noch besser machen wird :)


      Nun bin ich endlich auf aktuellem Stand und will Mal meinen Senf abgeben.

      Spoiler anzeigen
      So das "Finale" ist also erreicht aber noch nicht das Staffelende? Ich fand den Titel "Each oft their Battles" gut gewählt. Hat was simples mit Herrn Portion Mythic.

      Zu den einzelnen Charaktere:

      Anya muss sich gleich 3! Mal Duellieren, kann kaum mehr laufen und ist in so einer Dimension gefangen. Das Duell gegen Kali war ein hin und her. Was Wieder einmal gut war das man als Leser nie sagen könnte wer gewinnt. Ich dachte sogar das Kali gewinnt und wir erfahren wer sie ist. Ihrer Mum währe sehr seltsam. Den diese hätte problemlos Disk und Deck ihr weg nehmen können. So wie ich das verstanden hab war Anya "bloße" eine Mobberin mit nicht wahrhaben wollenden Miterwärtigkeitskomplex. Glaub nicht das diese ihre Mutter erschlagen würde. Aber so langsam sollte ihr negativ Karma verbraucht sein. Ich mein war sie in jeder ihrer Inkarnation so scheiße oder was? Ihr Deck wird auch immer stärker und flexibler. Vom Scrub zum Profi. Das Duell gegen Zacharias zeugte davon.

      Kali: Wer ist sie?

      Meine Theorie(n)
      -Die echte "Anya Bauer". Im Duell Richter vs Sammler sagte der Sammler "Er will sie diesesmal beschützen" Anya hat den Originalen Platz weg genommen. Kali muss Anya beseitigen um ihr Leben zurück zu erlangen.
      -Sie ist der echte Nick: Die Girl Tarnung dient nur dazu das ihn keiner erkennt. Wütent das "seine" Anya den Fake nicht erkennt. Deswegen gebrochenes Herz.


      Zach: War mehr ein Gastauftritt. Hat wohl den Powercreep in der Serie verschlafen.

      Gardenia: Warum ist Kali unter ihren Fittichen? Die Frau braucht neben Yugioh ein weiteres Hobby.

      Zanthe: Sein Diskussion mit dem Dämonenmanager war sehr tiefgründig. Ich wäre ja dafür nur so viel Emotionen seinem Schützling zu geben wie man für einen freien Willen braucht. Das sein Kumpel abgestochen auf dem Krankenbett liegt beweist das.

      Nigel: Warum hilft er Zahnte? Hat ihm keiner Verraten das man mit Emotionen auch ein Arsch sein kann?

      Matt: krasses Bossmonster. Aber warum zum Teufel baut sein Deck nicht mehr auf Ophion auf? Das Duell gegen Zed war das informative von allen Duelle im Finale. Die Undying wollen also bloße den Lebensstrom (hust, hust XD) und das Schicksal beschützen. Lohnt sich das? Was ist so schlimm daran. Hat bis auf der Sammler jemals einer wirklich das System der Welt missbraucht?

      Zed: Erst Stur und dann einsichtig. Besser zu spät als nie.

      Richter: Erfüllt endlich die bitte und den Vorschlag von Anya. Ganz ehrlich: Die machen ne scheiß Job. Zum Glück brauchen die kein Geld außer für Duell Monster.

      Richter: wir wissen noch immermer nicht ob der echte wahre Feid ist. Ist aber ganz schön im nemmen. Inwiefern Willer Anya beschützen. Was ich mir Frage ist bloss: Ist das vielleicht doch die Fortzesung von deiner vorherigen FanFic? Und es hatt Spass wie denDimensionsspalt gegeben und nur der Sammler weiß davon.

      Stolz: Oder CreppyPata: Ist noch immer unheimlich. Hat er eigentlich Zukunftspläne.vScheint mir ein trostloses Leben zu führen. Oder ist er der wahre Feind?

      Valerie: Ganz klar sie war der MVP im Finale. Ohne sie während wohl jetzt Matt tot. Und jetzt muss sie gegen ne bessere Version ihres Decks ran. Dazu muss sie noch Schaden mit Moulingca machen. Kommt mir das außerdem nur so vor oder suchet du ihr einen neuen Mann?

      Nick: Schade das der so wenig Screen Time kriegte. Er will nun seine Conquer soll hoch Farmen. Nick wird noch gefährlich. Vllt sogar der nächste "Sammler". Oder planntste ne Zeitreise Erklärung. Wo Nick Strifes Körper klaut?

      Planet Ester: Ist so was wie Sin aus Final Fantasy 10 können -


      Falls du Mal ein Dueloses Special plante: Anya bei den strengsten Eltern der Welt fände ich cool.
      Suche Spieler aus Bayern/Schwaben die in der Nähe von Günzburg/Giengen/Dillingen/Lauingen und Gundelfingen an der Donau wohnen. pls PN an mich :) :thumbsup: :drunk: :cain: :verschwoerung:

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      @-Aska-

      Ja, die Regeländerungen sind auch wirklich 'kurios', kein Wunder. Diverse Leute, die ich kenne, haben ebenjene veranlasst, mit dem Spiel aufzuhören. OTon: Das ist nicht mehr Yugioh. Und ich kann es ihnen nicht verübeln. Im Endeffekt geht es mir genauso, dass ich mit der neuen Mechanik nicht warmwerden kann, noch die Änderungen, die damit einhergingen. Was dafür sorgt, dass ich nicht mehr auf Turnieren spielen werde, und nur noch mit Freundin zum Spaß.

      Die Entscheidung kann ich daher nur begrüßen, wobei ich es durchaus auch nachvollziehen könnte, wenn man den Schritt mitgegangen wäre um auch zukünftige Themen zu verwenden oder aus anderen Gründe.


      Hm, das liegt ja an dir. Lass den Ernie ohne Bert wieder auftreten, dann lassen die Ernie Witze nicht lange auf sich warten. Auf jeden Fall nicht so lange wie das, was hinter dem Porzellan lauert xD

      Generell stimm ich dir zu, was Anya und ihren Überlebenswillen angeht. Aber wenn ich an das Psychoerlebnis mit Zed zurückdenke, würde ich trotzdem glauben wollen, dass es nicht völlig unmöglich ist, wenn sie dahin manipuliert wird. Aber ja, als "Dem Sammler ein Schnippchen"-Schlagen wäre sicher kein Argument für den Schritt.

      Pseudodying? Eher ein Frankendying :3

      Ja, trotzdem hätte man es den Protagonisten schon gegönnt. Wobei ich mich frage, hätte es geholfen, wenn man den Sammler nicht 'aufgespießt', sondern horizontal zerteilt hätte? xD Was Gardenia angeht, sag ich ja nicht, dass sie ihren Schützlingen zur Hilfe kommen soll, aber ein klein wenig später, wäre Kali dennoch gerettet worden, aber Anya hätte den Erfolg/Schock whatever gehabt, hinter die Maske zu blicken ^^




      Folge


      Gardenias Deckwahl war auf jeden Fall interessant mit Infernoid. Letztlich versucht man ja immer irgendwie etwas an den Charas zu finden, was an ihren Wesenszügen mit dem Deck harmonieren könnte. So wie beim Sammler mit den Shaddoll beides die Wirkung eines Puppenspielers hat. Bei Gardenia jedoch bleibt das bisher noch unklar, weil man die Infernoids wenn überhaupt nicht mit ihrem Charakter in Bezug setzen kann. Sie steht Anya zwar momentan gezwungenermaßen feindlich gegenüber, aber sie erweckt nicht so richtig den Eindruck, dass sie ein absoluter Feind ist, so wie sich Kali beispielsweise präsentiert. Aber das könnte man auch über den Sammler genausogut sagen. Spielt sich aktuell wie der Oberfeind auf, aber am Ende ist er vielleicht gar nicht so böse wie man meinen mag. Sprich, dass der Schein gerne mal trügt.

      Spielerisch war das Duell wieder sehr gut. Anya konnte sogar noch eine neue Karte aus dem Ärmel zaubern, welche gegen Gardenia einiges an Rampenlicht bekam. Gardenia ihrerseits konnte Anya aber auch kontinuierlich unter Druck setzen. Gerade aber auch, dass Anya hier alleine kämpfen muss, ist sicherlich auch mit dem Übergang zur nächsten Folge relevant. Denn normal fungiert Levrier verstärkt als ihre Stimme der Vernunft, beruhigt Anya, oder hilft ihr, sich auf das Wichtige zu konzentrieren. Doch wenn Gardenia Anya jetzt so aus der Bahn wirft, ohne dass er ihr seelische Unterstützung geben kann, wer weiß, wie sich das auf Anya auswirken könnte?


      Während Anya im weißen Raum eingesperrt ist, war es an anderer Stelle ein schön zu sehen, dass die Undying das Bündnis noch nicht für beendet erklärt haben, und sogar bereit waren, Matt 'Sonderwünsch' zu erfüllen. Andererseits hätte man es nach der schockierenden Wendung der letzten Folge eigentlich absehen können. Denn die Undying sind ja überaus zielorierntiert, und da das Ziel momentan ist, den wahren Feind - also currently known as Strife Carrington - zu vernichten, dürfte das Bündnis vorerst weiter bestehen, bis eben dieses Ziel erreicht ist, oder es auf andere Weise zu einem Bruch kommt.
      Interessant dürfte aber noch zu sehen sein, inwieweit die Undying nun mit dem Problem Anya, die im weißen Raum gefangen ist, nun helfen können. Aber wenn du schon sagen lässt, dass nicht einmal der Sammler dazu in der Lage wäre, dürften es für die sogar noch unwahrscheinlicher sein.

      Nebenbei erwähnt, die Sache mit der Zeitdilatation war sehr interessant. Denke je nachdem, wie lange Anya in dem Raum verweilen wird, könnten sich einige interessante Entwicklungsmöglichkeiten ergeben. Falls es tatsächlich länger wäre, würde so ein Aufenthalt einem richtigen Timeskip gleichkommen, bei dem Anya völlig unverändert wäre, während alle anderen gealtert wären und sich alles Mögliche zwischenzeitlich geändert hat. Aber das ist ja nur hypothetisch, weil Gardenia dem Ganzen bereits einen Grenze in Form von Kalis Genesung gesetzt hat.

      Die Szene mit NIck fand ich eher witzig, wie er vehement versucht, sich Portalmagie von dem Dämon anzueignen, aber in seinem eigenen Eifer viel zu schnell ist, weil er noch nicht wirklich gelernt hat, wie das mit der Conqueror's Soul funktioniert (Das ist nebenbei eine super Basis, um Situation zu lösen, wo es bei anderen entweder klappt oder nicht klappen soll.)
      Aber andererseits ist klar, dass ihm die Zeit im Nacken sitzt, mit Anya in höchster Gefahr. Naja, muss sich zeigen, wie oft der 'arme' Dämon noch aufs Maul bekommt bis es klappt. xD

      Valeries Duell ging spannend weiter. Wie erwartet legte David nun auch einen Zahn zu und setzte seinerseits Valerie unter Druck, auch wenn sie sich bisher weiter im Duell halten konnte. Dabei war seine neue Karte besonders gut. Denke genau sowas in der Art würde dem Nekroz Deck noch fehlen, damit es auch gegen Decks konstanter funktioniert, die eben nicht das Extra Deck verwenden. Denn wenn du nicht ein solches Deck als Gegner hast, bringen dir die ganzen schönen Effekte deiner Nekroz Karten mal so rein gar nichts.
      Im Vorhinein hätte ich jedoch vermutet, dass David mehr auf die Discard Effekte spielen würde, jedoch hat er ja abgesehen von Catastor glaube ich praktisch komplett auf die Rituale gespielt gehabt. Ist aber nicht verkehrt, denn das hat ja wie man sieht sehr gut gepasst.

      Valeries Situation war auch gut dargestellt. Auf der einen Seite steht sie weiterhin unter Zeitdruck, dann die Situation, dass sie überzeugt ist, die eine Karte braucht, die echten Schaden macht. Dann die Sache mit den Ice Barrier Karten, die sie an ihren alten Lehrmeister erinnern. Denke damit ergibt sich dann auch die Aufklärung, wem sie im Turnier mit einem Sieg etwas beweisen bzw besser zeigen wollte, oder?
      Die Frage ist nur, was mit Mercury passiert ist? Das er offensichtlich momentan komplett verschwunden ist, könnte verschiedene Dinge bedeuten. Ich hoffe aber, dass Valerie sich selbst treu bleibt und nicht auf irgendwelche fiesen Tricks zurückgreift, um David zu überwältigen (abseits des Duells z.B.). Anders als Anya passt sowas nicht zu ihr. Innerhalb des Duells denke ich bei Moulinglacia, dass sie zu optimistisch ist, was die Karte angeht und was sie ihr bringen wird. Ich mein, es ist eine Karte vom Sammler. Das muss irgendetwas passieren. Und vielleicht erfährt man in dem Atemzug, ob sie damals auch eine Vision hatte, so wie Abby bei Grandsoil.

      Was David angeht, irgendwie mag ich mir vorstellen, dass es da tatsächlich irgendeine Verbindung zu diesem Mercury geben könnte. Es muss ja nicht mal sein, dass sich David dessen bewusst ist. Schließlich hatte er ja gemeint, er weiß nicht, wen sie meinte.
      Irgendwie mag ich mir aber vorstellen, dass es tatsächlich irgendeine Verbindung zwischen David und diesem Mercury geben könnte. Vielleicht auch eine, die David nicht bewusst ist, er hatte ja gemeint, er weiß nicht, wen sie meinte.
      Aber auch deckthematisch betrachtet, wäre so eine Schlussfolgerung gar nicht so undenkbar, immerhin ist Nekroz ja ein Evolutionsprodukt aus verschiedenen DT-Themen der ersten Generation. Andererseits fokussiert sich das zu sehr auf Ice-Barrier Nekroz Monster, und ignoriert wiederum alle anderen Themen. Insgesamt ist Nekroz ja dem Shaddoll sehr ähnlich, indem es diverse alte Karten neu verwendet.

      Zuletzt zur Folge gesagt, fand ich es noch spannend, dass wir paralleln betrachtet auf der einen Seite die Aussage von Gardenia hatten, was die Zuneigung einer Lehrerin zu ihren Schützlingen/Schülern angeht - und dann haben wir die Andeutungen von Valerie zu ihrem alten Lehrmeister und seinen Monstern in dem anderen Handlungsstrang. Fiel irgendwie auf ^^

      Auf jeden Fall bin ich sehr neugierig, wie die beiden Duell-Szenarien ausgehen werden. Es bieten sich ja einige interessante Richtungen, in die sich entwickeln könnte. Die Vorschau deutet ja die Tendenz an, dass sich die Lage für beide Heldinnen erstmal noch weiter verschlimmern wird, ehe sich das Blatt danach noch wenden könnte.
      Auf der Suche nach den neusten Infos oder Bildern zu Yu-Gi-Oh!-Karten aus Japan? =>> Spoiler-Forum


      .:: Cold Desire - Reboot in Arbeit ::.
      Vielen Dank wieder an alle Leser. Freut mich, dass zum Ende hin noch ein paar Kommis kommen. :)

      @Deckcreator16
      Schön, wieder was von dir zu lesen. Dann bin ich ja beruhigt. :)
      So gesehen fehlen noch vier Hüter, zwei bekannte und zwei unbekannte. Dementsprechend gibt’s auch noch vier Hüterkarten. Bei dreien habe ich schon genaue Konzepte im Kopfe, die vierte ist noch relativ undefiniert.

      Du hast nichts verpasst. Weder Kalis und Zachs Motivationen noch die Hintergründe der Fake-Valerie - wenn sie denn einer war ;) - wurden bisher geklärt.

      Hmm, wie wird der Sammler auf den Verrat reagieren? Erstmal muss er Rambo Valerie entkommen, dann können wir weitersehen.

      Sollte einer der Big Five wirklich ein Hüter sein, würde es die ganze Sache immens erschweren. Nur am Rande: Gardenia ist von denen noch die „Harmloseste“.

      Man muss sich auch nicht alle Fragen merken. Bei der Auflösung kommt das dann sowieso alles wieder – hoffe ich. ;)

      Jedenfalls vielen Dank für deinen Post. ^^

      @WiR
      Freut mich, auch von dir zu hören. Danke für das Lob.

      Tja, das Lustige ist: Ich war drauf und dran, das Geheimnis zu lüften. Aber gewisse Umstände haben mich dazu bewogen, es nicht zu tun. Whoops, sorry. XD

      War Anya in jeder ihrer Inkarnationen scheiße? … ja. XD
      Aber Mrs. Bauer ist der Gipfel, der sich jetzt langsam abbaut.

      Deine Theorien zu Kali finde ich sehr interessant. Besonders die zweite. Crossdress-Nick hätte ja mal was, zumal ich die Idee, dass der Original-Nick noch lebt, ziemlich cool finde. Wer weiß. ;)

      Zu Zach: LOL.

      Zu Gardy: Die hat viele Hobbys. Die meisten sind nur nicht gerade alltagstauglich.

      Zu Zanthe: Claire nur genug Emotionen für einen freien Willen zu geben wäre ein guter Anfang, aber damit wäre sie im Moment überfordert. Zuerst muss sie „verstehen“ lernen.

      Zu Nigel: Nope, der hat Anya zu spät kennengelernt.

      Zu Matt: Matt hat fast in jedem Duell der 2. Staffel Ophion gerufen. Und da Nick seinen Ouroboros hat, ist Ophion praktisch sein Standardboss. Aber ich denke, ich weiß wie du das meinst.

      Zu Ricther: Nein, TLA ist definitiv keine Fortsetzung von den alten Fanfics. Wie so vieles sind seine Motivationen bisher ungeklärt.

      Zu Stoltz: Ne, der war zu lange in einer Pyramide eingesperrt und weiß einfach nichts Besseres mit seiner neuen Freiheit anzufangen als unschuldige Menschen zu massakrieren.

      Zu Valerie: Neuer Mann? Wie kommst du den da drauf? Ahem, wieso muss es denn ein Mann sein? Wissen doch alle, dass Anya x Valerie das einzig wahre Pairing ist. >spürt Evil Bakuras Messer im Nacken<

      Zu Nick: Der WIRD noch gefährlich? Der IST schon gefährlich. XD Wenns nach manchen Leuten geht, wäre selbst eine Fanfic rein aus Nicks Sicht noch zu wenig Screentime. Aber cool, dass ihr euch da einig seid.

      Zum Planet Eater: Hmm, kann man so nicht sagen. Sin hat „nur“ Städte zerstört, aber trotzdem Leben zugelassen. Der Planet Eater macht seinem Namen alle Ehre. Es gibt noch weitere Unterschiede.

      Und zu deiner Idee wegen dem Special: DU-ELL-LOS!? WUT? You mad, bro? Nee. Aber sagen wir's mal so, in gewisser Hinsicht könnte eine meiner Ideen an deinen Vorschlag rankommen. ;)

      Danke jedenfalls für deinen Kommentar. :)

      @Evil Bakura
      Es ist ja inzwischen fast einen Monat her. So ganz anfreunden kann ich mich immer noch nicht damit. Für viele Turnierspieler ist das blöd. Unter Freunden ist es einem zumindest immer noch selbst überlassen, ob man den neuen Regeln folgen will oder nicht. Ein gewisses Potential ist vorhanden, aber im Endeffekt wird’s darauf hinauslaufen, dass man jetzt eben Link-Monster spammen wird und nicht mehr Xyzs, Fusionen oder Synchros.

      Gut, Zed hätte Anya dazu bringen können. Aber das wäre ja – wie du sagtest – durch Manipulation erfolgt, nicht durch ihre eigene Entscheidung. Anya ist im Endeffekt nicht der Typ für sowas.

      Uh, hätte Matt den Sammler zerteilt … hätte es unter Umständen funktionieren können. Wieder etwas, bei dem der Gute einfach mal gefailt hat.

      Gardenia hat mit ihrem Deck am wenigsten gemeinsam, würde ich sagen. Es war das einzige der neuen DT-Decks, das noch frei war – ja, mir ist durchaus bewusst, dass Ritual Beast und Zefra noch keinen Auftritt hatten – und ich wollte die halt verteilen.

      Anya täte es hin und wieder gut, mal ohne Levrier auskommen zu müssen. Allerdings ist ihre Lage im Moment keine, in der solche Experimente Platz hätten … was nichts dran ändert, dass diese Situation eben nun mal vorhanden ist.

      Mit dem Weißen Raum könnte man definitiv viel anstelle, da gebe ich dir recht. ^^

      Ein Verschwinden kann viele Ursachen haben. Mercury ist für Valerie eine sehr wichtige Person und ja, er ist derjenige, vor dem sie sich beweisen wollte im Turnier. Was es umso bitterer macht, was da am Ende bei rausgekommen ist. Wie David mit ihm in Zusammenhang steht, bleibt erstmal mein Geheimnis. ;)

      Und joa, jetzt wo du's sagst, war das Thema Lehrmeister – ganz unbewusst – in der Folge besonders präsent. ^^

      In dem Sinne auch dir vielen Dank für deinen Support. ^^


      Dann viel Spaß beim Lesen. ^^

      Turn 87 – Phantom
      Irritiert kratzte sich David an der Stirn. „Ich habe zwar keine Ahnung, wovon du da sprichst, aber du bist auf einmal ziemlich sauer, also …“
      Sein Blick festigte sich, als er sagte: „… benutze ich schnell [Nekroz Of Trishulas] Effekt, ehe das hier noch ausartet! Wenn er beschworen wird, verbannt er eine Karte in deiner Hand, in deinem Friedhof und auf deinem Feld! Da du nur eine Handkarten hast, wähle ich die, deinen [Evigishki Soul Ogre] auf dem Feld und den [Gishki Aquamirror] in deinem Friedhof als Ziel!“
      Der blanke Schrecken stand Valerie im Gesicht geschrieben, als das Monster ihres Gegners dessen Eisschwert nach vorne richtete und einen gewaltigen Schneesturm damit entfachte. Dieser riss ihre Amphibie förmlich auseinander. Ein Lichtblitz schoss aus ihrem Ablagestapel, wodurch der Ritualzauber ausgestoßen wurde. Dabei ließ die Schwarzhaarige noch ihre Handkarte los, die in der Dunkelheit davon flog.
      „Nein!“, keuchte Valerie entsetzt.


      Plötzlich stand sie nur noch mit einem verdeckten Monster da. Ohne einen ihrer [Gishki Aquamirror] war es nun viel schwerer, noch weitere Ritualbeschwörungen durchzuführen. Ihr gegenüber auf dem schimmernden Pfad mitten in einer vom Weltall symbolisch geprägten Umgebung, stand der junge Mann mit festem Blick. Vor ihm verharrte der rothaarige Krieger [Nekroz Of Trishula], von dessen Rücken sich Schwingen ganz aus Eis erstreckten.

      Nekroz Of Trishula [ATK/2700 DEF/2000 (9)]

      Jene beiden waren von einem goldenen Energiekäfig eingeschlossen, der von Davids permanentem Zauber [Ritual Cage] ausging. Genau wie Valerie hielt auch der Bursche mit einer blau gefärbten Haarsträhne im Pony keine Karten mehr auf der Hand und ebenso wenig lagen bei beiden Spielern verdeckte Karten in Reserve. Die letzte Gemeinsamkeit zwischen ihnen war der kritische Lebenspunktestand.

      [Valerie: 300LP / David: 600LP]


      Valerie, die immer mal wieder an ihrem Gegner vorbei zum Sammler sah, der einige Meter entfernt auf dem Pfad zusammengebrochen war, konnte ihre Gedanken kaum noch beieinander halten. Ihr Gegner, er spielte wie ihr alter Lehrmeister! Kannte er ihr ihn? Waren sie sogar verwandt? Oder war das alles vom Sammler geplant um sie zu verwirren? Aber selbst er hätte nicht ahnen können, dass sie sich eines Tages seinem Diener gegenüberstellen würde. Oder doch?
      Wusste der Sammler um die Tatsache, wie sehr sie den Menschen vermisste, der ihr vor Jahren ihr volles Potential eröffnet hatte? Der eines Tages einfach verschwunden war? Diese Karten zu sehen, die den seinen so ähnelten, nahm sie mehr mit als es eigentlich sollte …

      „Angriff!“, befahl David in der Zwischenzeit. „Vernichte ihr verdecktes Monster! Zero Kill!“
      Die eisigen Schwingen von sich streckend, stieß sich der gealterte Rotschopf Shurit vom Boden ab und flog geradewegs auf Valeries Monster zu, dessen Karte herum wirbelte und eine kniende, blauhaarige Priesterin mit Zepter in der Hand offenbarte.

      Gishki Ariel [ATK/1000 DEF/1800 (4)]

      Als die kleine Hexe den Schwerthieb parierte, wurden ihre schwarze Robe und der gleichfarbige Spitzhut in Windeseile von einer dünnen Eisschicht überzogen. Ihre Haut verfärbte sich blau und einen Moment später zerbrach sie wie eine Skulptur in tausend Teile.
      Valerie schnappte: „[Gishki Ariels] Flippeffekt aktiviert sich jetzt. Wird sie aufgedeckt, erhalte ich ein beliebiges Gishki-Monster von meinem Deck.“
      Nur wusste die Schwarzhaarige nicht, welches sie überhaupt wählen sollte. Ein einzelnes Monster konnte das Blatt nicht wenden. Alles hing entsprechend von der nächsten Karte ab, die sie zog, doch aufgrund der Tatsache, dass sie selbst mit einer zweiten Karte wenig bewirken können würde, musste sie jetzt gut überlegen. Fakt war, dass sie an David vorbei musste. Das wollte sie mit Anyas Karte, [Moulinglacia The Elemental Lord], erreichen, welche ihren Gegner nur für einen Moment einfrieren sollte, damit sie ungehindert dem Sammler den Gnadenstoß versetzen konnte. Um diese Kreatur jedoch beschwören zu können brauchte sie fünf Wasser-Monster in ihrem Friedhof und die hatte sie nicht. Dabei helfen könnte ihr zum Beispiel [Gishki Noellia], doch ihr Effekt war zu riskant und es war auch nicht gesagt, dass sie Moulinglacia überhaupt im nächsten Zug zog.
      „Langsam wird die Luft dünn für dich“, lachte ihr Gegner vergnügt.
      „Ruhe, ich muss mich konzentrieren!“, fuhr Valerie ihn daraufhin ungehalten an.
      Nein, sie konnte sich hier nicht auf Glück verlassen. Die Gishkis konnten sehr vorausschauend arbeiten und so etwas brauchte sie jetzt! Sie musste eine Karte in ihrem Deck finden, die David aufhalten konnte!
      „Ich wähle [Gishki Mollusk]!“ Sofort wurde die Karte von ihrem Deck ausgeworfen und von ihr aufgenommen. „Ich nehme an, dein Zug ist jetzt beendet?“
      Ihr Gegenüber nickte knapp.

      „Gut. Draw!“ Schwungvoll zog Valerie auf und betrachtete den gezogenen Zauber, platzierte ihn neben ihre [Gishki Mollusk]-Karte.
      Wenn jenes Monster auf den Friedhof gelegt wurde, konnte sie die obersten drei Karten ihres Decks betrachten und neu anordnen, die unerwünschten gar unterhalb des Decks legen. Das Problem war nur, dass eine Monsterbeschwörung von David ausreichen würde, um es endgültig zu beenden. Und ihre Zauberkarte [Salvage] konnte ihr dabei nicht helfen. Was sollte sie tun?
      Die Antwort war simpel. „Ich setze eine Karte verdeckt und beschwöre [Gishki Mollusk].“
      Ihre Zauberkarte erschien mit dem braunen Rücken nach oben vor ihr, ebenso wie ihre säbelschwingende Unterwasserkreatur. Während der dunkelbraune Körper humanoid war, saß auf dem Hals tatsächlich kein Kopf, sondern eine Muschel mit spitzen Zähnen und blauen, pupillenlosen Augen.

      Gishki Mollusk [ATK/1700 DEF/900 (4)]

      „Zug beendet“, kündigte die Schwarzhaarige selbstbewusst an und verschränkte die Arme.

      „Im Angriffsmodus?“, wunderte sich David leise, als er mit großen Augen aufzog.
      Valerie entgegnete nichts darauf. Sie hoffte, dass er ihren Bluff nicht durchschauen würde. Wenn er sie wirklich so gut kannte wie es bisher den Anschein hatte, würde er Vermutungen anstellen, welche Karte sie gesetzt hatte. Und hoffentlich bei [Poseidon Wave] ankommen, welche einen Angriff gegen ihn richten und seine Lebenspunkte auslöschen würde.
      Nachdenklich betrachtete der junge Mann seine gezogene Karte und sah dann auf. „Also, uhm …“
      Dank ihrer angestauten Wut fiel es Valerie zum Glück nicht schwer, ihre kämpferische Miene aufrecht zu erhalten. Sie hatte noch nie so waghalsig geblufft. War ihr Herzschlag zu hören? Wenn ja, würde er sie verraten.
      „Uhm“, stammelte David aber weiter, „das ist eine Falle, schätz' ich. Ich denke, ich passe erstmal.“

      Obwohl Valerie am liebsten aufatmen würde, musste sie sich dies fürs Erste verkneifen. „Draw!“
      Wieder zog sie schwungvoll ihre Karte, die sie, als sie sie erblickte, sofort aktivierte. „Zauberkarte [Pot Of Desires]! Zwar kostet es mich zehn Karten meines Decks, die verdeckt verbannt werden, dafür darf ich aber auch zwei weitere ziehen.“
      Es war eine äußerst riskante Karte, deren Timing stimmen musste. Aber Valerie musste sie jetzt aktivieren, selbst wenn es bedeutete, potentiell gute Karten zu verlieren. Blieb nur zu hoffen, dass Moulinglacia nicht unter ihnen war.
      Gleich einen ganzen Stapel an Karten nahm sie von ihrem Deck und schob diese in den Schlitz der Verbannungszone. Danach zog sie zweimal hintereinander auf und betrachtete die neuen Karten, welche sie zumindest für den Moment mit neuer Zuversicht erfüllten.
      Mit einem berechnenden Lächeln auf den Lippen verkündete sie: „Verdeckte Karte aktivieren, [Salvage]! Damit erhalte ich zwei Wasser-Monster mit maximal 1500 Angriffspunkten von meinem Friedhof!“
      Der Zauber klappte auf und Davids Kinnlade hinunter. „Ein Bluff!? Ich dachte schon-!?“
      „Das solltest du auch“, erwiderte Valerie eiskalt und nahm [Gishki Ariel] und [Gishki Shadow] von ihrem Friedhofsschacht in ihr Blatt auf.
      Jenes betrachtete sie noch einmal. Binnen eines Zuges war es auf vier Karten angestiegen. Sie hatte wirklich glücklich gezogen. Ein wehmütiges Lächeln zierte ihre Lippen, das jedoch schwand, als sie die Monsterkarte ganz am Rand ergriff. „Du hast auf dich warten lassen.“
      Als sie jene auf ihre hellblaue Duel Disk legte, fragte David mitfühlend: „Alles in Ordnung? Du siehst auf einmal so traurig aus.“
      Der Pfad vor Valerie gefror zu einer einzigen Eisschicht. Sie antwortete: „Dieses Monster hat mir jemand sehr Wichtiges geschenkt, kurz bevor er verschwunden ist. Es ist das erste Mal, dass ich es einsetzen kann. Erscheine, [Lyza The Ice Mistress]!“
      Aus dem Eis schoss die Eisskulptur einer jungen Frau, welche sich tatsächlich in einen Menschen verwandelte. Pink war ihr bis zum Boden reichendes Haar, hellblau sowohl ihre Robe, als auch der Schleier auf ihrem Kopf, welcher mit dem Wappen der Eisbarriere, einem Sechsecks mit blauem Stein in der Mitte, bestickt war. Nicht nur zeichnete sie eine unbestreitbare Schönheit aus, wie sie kämpferisch mit einer Eispeitsche in der Hand da stand, nein, sie ähnelte Valerie dabei in gewisser Weise.

      Lyza The Ice Mistress [ATK/800 DEF/800 (2)]

      David blinzelte verdutzt. „Lyza? Ist das nicht die Schwester von Reese in-!?“
      Als sie den Schrecken in seinen Augen sah, konnte Valerie sich ein schadenfrohes Lächeln nicht verkneifen. Sie streckte den Arm in die Höhe. „Ich stimme meine Stufe 2-Lyza auf mein Stufe 4-[Gishki Mollusk] ein!“
      Die junge Frau sprang schreiend in die Luft und verwandelte sich in zwei grüne Lichtringe.
      Valerie zitierte: „Wisdom and courage, hidden underneath an impenetrable armor!“
      Ihr Muschelkrieger zerplatzte anschließend in vier grüne Sphären, die nacheinander die beiden Ringe passieren. „Come forth, beast of justice! Synchro Summon!“
      „Oh verdammt!“, fluchte David, als ein greller Lichtblitz durch die Ring schoss.

      ~-~-~


      Die Art, wie Gardenia diesen einen Satz aussprach, bescherte Anya einen kalten Schauder über den Rücken. Sie war allein, gefangen in diesem endlosen, weißen Raum, durchzogen von goldenen Linien, die Decke und Boden in Kacheln unterteilten.
      Und diese Hexe sagte tatsächlich: „Weil es für dich nie einen Platz in jener Welt gab.“
      Das äußerlich ziemlich angeschlagene Mädchen wollte etwas Beleidigendes zurückkeifen, doch etwas hielt sie zurück. Die Furcht, was diese Worte bedeuten könnten. Bisher war sie nur davon ausgegangen, dass Kali sich wegen irgendetwas an ihr rächen wollte. Nichts weiter Ungewöhnliches. Was aber, wenn … nein! Gar nicht daran denken, mahnte sie sich. Überhaupt nicht darüber nachdenken, denn das war immer noch ihre Feindin, die -natürlich- versuchen würde, sie mit irgendwelchen scheinheiligen Worten aus dem Takt zu bringen!

      Anstatt sich durch wütende Worte angreifbar zu machen, erwiderte Anya selbstbewusst: „Ich glaube daran, dass jeder Mensch sich seinen Platz in der Welt selbst schaffen muss.“
      „Und das versuchst du mit aller Kraft.“ Die brünette Hexe in weißer Robe, von deren Schultern ein grauer Umhang herabhing, lächelte besonnen. „Durch deinen Traum, die Duel Queen zu werden.“
      „Yeah, na und?“
      „Sag mir, Anya Bauer, ist es dir gelungen?“
      Verwirrt neigte die Blonde den Kopf zur Seite. „Was ist mir gelungen?“
      „Dich selbst davon zu überzeugen, dass du damit deine Existenz begründen kannst.“
      Wirklich etwas anfangen konnte Anya mit der Frage nicht. „Mein Leben besteht nicht nur aus diesem Traum, falls du das meinst.“
      „Aber er treibt dich an“, entgegnete Gardenia, „aber wie kann dich etwas antreiben, das dir keinerlei Freude bringt?“
      Ihre Widersacherin fuhr zusammen. „W-was soll das jetzt heißen?“
      „Duel Queen zu werden, die stärkste Duellantin von allen, bedeutet einen eisernen Willen zu besitzen, jeden Herausforderer zu bezwingen, keinerlei Schwäche zu zeigen.“ Gardenia betrachtete Anya nachdenklich. „Aber es heißt auch, am Duellieren Freude zu empfinden, denn das ist das Handwerk einer Duel Queen. Etwas, das dir fehlt.“
      „Was!?“, polterte Anya. „Natürlich macht mir Duel Monsters Spaß!“
      Bezweifelnd schüttelte ihre Gegnerin den Kopf. „Ist das so? War der Legacy Cup für dich Vergnügen oder eine Zerreißprobe? Kannst du mir sagen, wann du zuletzt ein Duell richtig genossen hast?“

      Sofort öffnete Anya den Mund um die Behauptung zu widerlegen, gelang dann jedoch ins Schleudern, als ihr tatsächlich kein wirklich gutes Duell einfiel. Die ganzen Kämpfe während des Turniers waren alle nur darauf ausgelegt gewesen, Claire Rosenburg gegenüber zu stehen. Und davor war sie auch permanent in irgendetwas verwickelt gewesen, bei dem etwas auf dem Spiel stand, ob nur eine Kleinigkeit oder etwas Wichtiges wie ihr Leben.
      So stand sie da, der Hexe gegenüber, um eine Antwort verlegen. Das Duell mit Redfield damals während der Abschlussfeier fiel ihr schließlich ein, aber das war fast ein Jahr her!

      „Du musst nicht antworten“, sagte Gardenia schließlich, „jede Existenz strebt danach, fortzubestehen, ob sie nun sein soll oder nicht. Träume sind nur Nebeneffekte.“
      War mit Existenz sie gemeint, fragte sich Anya verwirrt. Sah diese Frau in ihr nicht einmal einen Menschen, sondern nur irgendein Ding?
      „Warum willst du, dass ich ausgelöscht werde!?“, fragte sie mit einem Hauch Verzweiflung.
      So einem Gegner hatte sie noch nie gegenüber gestanden. Alle anderen vor ihr hatten sie … anerkannt, aber bei Gardenia war es anders, auch wenn Anya selbst nicht genau beschreiben konnte, was sie so sehr irritierte.
      „Ich? Sagte ich nicht bereits, dass meine Einstellung dazu irrelevant ist?“
      „Ja, du kämpfst für Kali, das habe ich kapiert! Aber wieso bin ich in deinen Augen jemand, der gar nicht existieren dürfte!?“
      Wieder dieser mitleidige Blick. „Als du mir meine Frage nicht beantworten konntest, fandest du es da nicht wesentlich schmerzhafter, gar keine Antwort zu haben, als sie einfach ehrlich zu verneinen?“
      Sie hätte sehr wohl antworten können, dachte Anya stur.
      „Ich würde dir gerne mehr über dich erzählen, aber ich habe versprochen, dies zu unterlassen. Die Wahrheit ist: Ich bin froh, nicht über dein Schicksal entscheiden zu müssen. Mich jetzt gegen dich zu duellieren ist meiner Neugier geschuldet, mehr nicht.“

      „Gut für dich, denn wenn jemand dabei das Sagen hat, dann sowieso nur ich!“ Anya griff nach ihrem Deck und zog voller Schwung auf. „Draw!“
      Bloß nicht verunsichern lassen, mahnte sich Anya. Dieses ganze Geschwätz schindete nur Zeit, Zeit, die in der Außenwelt wie im Flug verging!
      Neben ihrem weißen [Gem-Tiger] lag eine verdeckte Karte zu ihren Füßen.

      Gem-Tiger [ATK/1800 DEF/300 (4) PSC: <8/8>]

      Die zwei Ritter Malachite und Pyrite in den hellblauen Lichtsäulen links und rechts neben ihr bildeten ihren Pendelbereich. Beide waren von einem leichten Schimmer umgeben, dessen Ursprung die [Gem-Knight Fusion]-Karte in ihrer Hand war, welche den blau-grünen und den weißen Schildritter vor Zerstörungseffekten bewahrte, solange sie ihren Zauber nicht benutzte.

      <2> Anyas Pendelbereich <8>


      Gegenüber bestand Gardenias Feld aus ihrem mächtigen, violett-beschwingtem Dämonenwesen, der in seiner Form einer Motte ähnelte, wenn man den langen Schweif außen vor ließ. Neben einer verdeckten Karte und ihrer permanenten Zauberkarte [Void Vanishment] besaß sie auch noch den Spielfeldzauber [Void Expansion], der für die düsteren Flammenansammlungen verantwortlich war, die hier und da in der Luft hingen.

      Infernoid Onuncu [ATK/3000 DEF/3000 (10)]

      Anya wusste, dass sie nicht mehr lange so weitermachen konnte. Denn selbst wenn sie Onuncu zerstörte, würde er nur zurückkehren und all ihre Monster auslöschen. Sie musste mit einem gebündelten Angriff zuschlagen und es nicht mehr dazu kommen lassen!

      [Anya: 1000LP / Gardenia: 3300LP]


      Erst jetzt betrachtete Anya die Karte in ihrer Hand. Und was sie erblickte, führte augenblicklich zu neuer Entschlossenheit. Bestimmend richtete sie den rechten Arm in die Höhe. „Schwinge bis in alle Ewigkeit, Pendulum!“
      Sie dachte an Othello, der diesen Spruch stets benutzte, um seinen Odd-Eyes zu rufen. Auch er hatte sich trotz der Umstände nicht von seinen Gefühlen mitreißen lassen. Irgendwann würde sie sich wieder mit ihm duellieren und von ihrer 'Pitchest Black List' streichen!
      Über ihr öffnete sich ein blaues Portal, umschlossen von dutzenden Lichtellipsen. „Pendulum Summon! Aus meinem Extradeck rufe ich [Gem-Eyes Value Dragon] im Angriffsmodus!“
      Ein einzelner roter Blitz schoss aus der Öffnung und schlug vor ihr ein. Aus der Rauchwolke erhob sich der rote Drache in goldener Rüstung.

      Gem-Eyes Value Dragon [ATK/2400 DEF/2000 (7) PSC: <5/5>]

      Anya kniff die Augen fest zusammen. Sie würde mit allem was ihr zur Verfügung stand kämpfen!
      „Ich schicke ein Licht-Monster von meinem Deck auf den Friedhof“, rief sie lautstark, nahm ihr Deck aus der Fassung und zeigte den [Alexandrite Dragon] daraus hervor, „um es als Empfänger-Monster auf meinen [Gem-Tiger] einzustimmen!“
      Hinter ihr schoss ein großer, goldener Ring in die Luft, von dem sich vier weiße Federschwingen erstreckten. Die wässrige Oberfläche in ihm schimmerte unheimlich. Das Mädchen zitierte: „From the light of a different world, the herald of starlight descends upon the ravaged land!“
      Dabei sprang ihr weißer Diamantentiger in die Luft und zersprang in vier grüne Lichtkugeln, die rückwärts in die dünne Wasserschicht eintauchten. „By discarding a single star, I call upon you! Synchro Summon!“
      Ein greller Blitz schoss durch den weißen Raum, doch obwohl sie geblendet wurde, wandte Gardenia sich nicht ab. „Shine forth, [Angel Wing Dragon]!“
      Stattdessen schmunzelte sie geheimnisvoll beim Anblick des schlangenhaften Drachen, der sich in beide Richtungen aus dem Ring schob, ehe die beiden Körperhälften ein Ganzes ergaben. Stolz bäumte sich Angel Wing auf, wirkte dank des goldenen Kragengestells wie eine lauernde Kobra.

      Angel Wing Dragon [ATK/2700 DEF/2000 (8)]

      Die Blonde schwang den Arm aus. „Effekt von Gem-Eyes! Sight Transition! Damit wechsle ich einmal pro Zug seinen Typen! Pyro!“
      Sofort begannen die Klappen am Helm ihres Drachen sich zu drehen, bis sich das transparente, rote Viertel vor seinen Augen schob und sich um diese wie ein Visor legte. Gleichzeitig begannen rote Energielinien von seiner Rüstung zu strahlen, die dreifach segmentierten Goldschwingen gingen in Flammen auf.
      „Als Pyro-Monster kann er einmal pro Zug 500 Punkte Schaden austeilen!“, hielt Anya ihr strammes Tempo bei. „Ruby Flare!“
      Auf ihr Kommando hin spie Gem-Eyes eine schimmernde, dunkelrote Flamme auf Gardenia, die ihren linken Arm unter ihrem grauen Umhang verbarg, um diesen dann zum Schutz anzuheben. Gegen das folgende Inferno war sie damit ausreichend geschützt.

      [Anya: 1000LP / Gardenia: 3300LP → 2800LP]


      Kaum hatte sich der Qualm um Gardenia gelegt, richtete Anya bereits den Zeigefinger auf das riesige Drachenmonster über ihr. „Angel Wing, nimm [Infernoid Onuncu] auseinander! Seraphim Judgment!“
      Ihr eigener Drache öffnete sein Maul und bündelte darin weiße Flammen, die er in einem komprimierten Strahl abfeuerte. Um diesen drehte sich eine kleinere, goldene Flammenspirale.
      „Spar' dir deine Kommentare bezüglich der geringeren Angriffspunkte meines Monsters“, keifte Anya dabei, obwohl ihre Gegnerin gar keine Anstalten machte, den Zug infrage zu stellen, „das wird sich jetzt nämlich schlagartig ändern! Aus meiner Hand der Schnellzauber [Forbidden Lance]!“
      Energisch rammte die Blonde die Karte in ihr rotes D-Pad. Als der Zauber sich vor ihr aufstellte, trat aus ihm eine lange Lanze heraus, die dann wie ein Pfeil auf Onuncu abgefeuert wurde. In der Brust getroffen, schrie die düstere Bestie auf, wurde mit Blitzschlägen gepeinigt.
      „[Forbidden Lance] schwächt das Ziel um 800 Angriffspunkte und immunisiert es gleichzeitig gegen alle anderen Zauber- und Falleneffekte.“

      Infernoid Onuncu [ATK/3000 → 2200 DEF/3000 (10)]

      Anya hatte ihre Erklärung noch gar nicht beendet, da schlug der Odem ihres weißen Drachen schon in dessen Ziel ein. Gardenia wurde von einer erstaunlich mächtigen Druckwelle einen halben Schritt zurückgestoßen, konnte jedoch ihre Balance halten. Dichter Rauch umhüllte ihr Feld.

      [Anya: 1000LP / Gardenia: 2800LP → 2300LP]


      „Noch ein direkter Angriff und du bist erledigt, Miststück!“, fauchte Anya und schwang bereits den Arm aus, um ihrem Gem-Eyes ebenjenen zu befehlen. Doch als der Rauch sich im selben Moment verzog, hielt sie erschrocken inne. Denn der mottenartige Drachendämon war nicht gefallen.

      Infernoid Onuncu [ATK/2200 DEF/3000 (10)]

      „W-was!?“
      Gardenia nahm eine Karte aus ihrem Friedhof und zeigte sie vor. „Der Zauber [Void Seer], welcher vor Vernichtung warnt. Er hat einen zweiten Effekt, der sich vom Friedhof aus aktivieren lässt. Indem ich ihn verbanne, kann ich einmalig die Zerstörung eines Infernoids verhindern.“
      Aber die Weiße Hexe war noch nicht fertig, streckte sie plötzlich die Hand Richtung ihrer aufrecht stehenden [Void Vanishment]-Karte aus. „Auch diese hier hat einen zusätzlichen Effekt, den ich nun aktivieren werde. Am Ende eines Kampfes kann ich sie opfern, um die beiden am Kampf beteiligten Monster zu verbannen.“
      Anya klappte die Kinnlade hinunter, als ihr [Angel Wing Dragon] schrie und zunehmend durchsichtiger wurde, bis er einfach nicht mehr da war. Im Gegensatz zu [Infernoid Onuncu], der unbeschadet über Gardenia thronte.
      „Verbannt ist es dem [Angel Wing Dragon] unmöglich, zurück aufs Feld zu kommen.“
      „Du sagtest, beide Monster würden verbannt werden!?“ Anya verstand die Welt nicht mehr, zumindest für einen kurzen Augenblick. Denn als sie den so-gar-nicht-verbannten Onuncu betrachtete, kam die Antwort in Form eines blitzenden Speeres in seiner Brust von selbst. „Shit!“
      Ihre Gegnerin lachte amüsiert. „So ist es, deine eigene Karte hat dafür gesorgt, dass mein Monster nicht vom Effekt von [Void Vanishment] betroffen war.“
      Zähneknirschend musste Anya akzeptieren, dass sie besser hätte aufpassen müssen. Allerdings fachte dieser Fehler ihre Wut nur umso mehr an, sodass sie den Arm ausschwang: „Trotzdem habe ich noch Gem-Eyes! Los, vernichte dieses Scheißvieh endlich! Spectral Burst Stream!“
      Der flammende Drache öffnete sein Maul und stieß einen farbenfrohen, schimmernden Odem aus, der, als er auf sein Ziel traf, eine gewaltige, bunte Explosion auslöste. Und diesmal war Onuncu wirklich verschwunden.

      [Anya: 1000LP / Gardenia: 2300LP → 2100LP]


      Mit ihrer verbliebenen Handkarte verkündete Anya übellaunig: „Zug beendet!“
      Komm schon, dachte sie dabei grimmig. Sollte Gardenia ihr Assmonster ruhig wiederbeleben und ihre Monster auslöschen. Noch einen Treffer würde sie nicht landen!

      Die Brünette zog still mit geschlossenen Augen und besonnenem Gesichtsausdruck eine zweite Handkarte auf. Dabei erklärte sie: „Während der Standby Phase wird aufgrund des Effekts meiner [Void Expansion] ein neuer Infernoid-Schatten geboren.“
      Einige der finsteren Flammen sammelten sich vor der weißen Hexe und wurden von einem gläsernen Behältnis eingeschlossen.

      Infernoid-Spielmarke [ATK/0 DEF/0 (1)]

      Die brünette Frau streckte die Hand über ihre gesetzte Karte, welche daraufhin aufsprang. Dabei öffnete sie die Augen und sagte: „In diesem Moment kann ich auch den Effekt von [Void Launch] benutzen. Solange ich ein Infernoid-Monster kontrolliere, werden auf meinen Wunsch während meiner Standby Phase zwei Infernoids von meinem Deck auf den Friedhof gelegt. Sjette, Devyaty.“
      Jene Karten schoben sich aus dem Kartenschacht ihrer Halbmond-Duel Disk und wurden prompt dem Friedhofsschlitz zugeführt.
      Anya ihrerseits zuckte mit den Augenbrauen. „Yeah, mehr Futter für [Infernoid Onuncu]. Berechenbarer geht’s nicht …“
      „Dann liegt hier ein Missverständnis vor. Ich verbanne von meinem Feld den Infernoid-Schatten und von meinem Friedhof die Infernoids Sjette und Onuncu …“
      Die Blonde gab ein verwirrtes Geräusch von sich, als sie das hörte.
      „… um [Infernoid Devyaty] durch ihren eigenen Effekt auferstehen zu lassen. Komm!“
      Türkise Flammen stiegen rund um Gardenia auf. Aus ihnen erhob sich eine gewaltige Kreatur. Deren Schweif war so lang, dass er hinter der weißen Hexe schier endlos weiter verlief. Von serpentinenhafter Gestalt, an deren Nacken sich gläserne Schwingen befanden, flößte Devyaty selbst einer Anya Bauer Respekt ein. Der gehörnte Drachenkopf knurrte das Mädchen an.

      Infernoid Devyaty [ATK/2900 DEF/2900 (9)]

      „Nicht das, was du erwartet hast“, kommentierte Gardenia Anyas erschrockenen Ausdruck und hob langsam eine flache Hand, „aber sei dir gewiss, dass [Infernoid Devyaty] nicht weniger gefährlich ist als [Infernoid Onuncu]. Wo jener alle Monster bei seiner Geburt zerstört, vernichtet sie alle Zauber- und Fallenkarte, mit Ausnahme derer, die Void im Namen tragen.“
      Gardenia richtete die flache Hand nach vorne. „Hinfort!“
      Das Monstrum spreizte seine transparenten Schwingen bis zum Anschlag, welche sich finster verfärbten. Nur eine Sekunde später sah Anya sich zwei pechschwarzen Energiestrahlen gegenüber, die auf sie zu kamen. Als [Gem-Knight Malachite] und [Gem-Knight Pyrite] in den beiden blauen Lichtsäulen neben ihr getroffen wurden, sorgten simultane Schockwellen dafür, dass Anya in die Knie sank. „Uch!“
      Als sie auf blickte, näherte sich bereits ein dritter Strahl und schlug direkt vor ihr ein. Die Explosion schleuderte das Mädchen im hohen Bogen davon und zerfetzte ihre gesetzte [Negate Attack]-Falle.
      Anstatt aber erneut einen harten Aufprall hinzunehmen, fing sich Anya in der Luft, verlagerte ihr Gewicht so, dass sie einen Rückwärtssalto vollzog und landete einige Meter entfernt in der Hocke.
      „Kch! Netter Versuch.“ Der Rauch vor ihrem Feld löste sich. „Aber hast du es schon vergessen? Meine Gem-Knights in den Pendelzonen sind sicher, solange ich [Gem-Knight Fusion] auf der Hand halte.“
      Zur Demonstration drehte sie jene zwischen ihren Fingern Gardenia zu. Da diese jedoch keine Miene verzog, ging Anya davon aus, dass ihre [Negate Attack] das eigentliche Ziel war.
      „Angriff, [Infernoid Devyaty]“, befahl ihre Gegnerin autoritär.
      Schrill kreischend reckte ihr Serpentinenmonster den Kopf nach hinten, nur um ihn dann wieder nach vorne zu strecken und dabei einen smaragdgrünen Flammenodem zu speien. Anya wandte sich mit erhobenen Armen ab, als ihr Gem-Eyes vom Inferno verschlungen wurde. Sie selbst spürte die Hitze auf ihrer Haut, stechend, unerträglich und das, obwohl ihr Monster eine Kerbe ins Flammenmeer schlug. „Ugh!“

      [Anya: 1000LP → 500LP / Gardenia: 2100LP]


      Die Flammen auf Anyas Spielfeldseite waren noch gar nicht verklungen, da legte Gardenia bereits eine ihrer beiden Handkarten in ihre Duel Disk ein. „Mit einer gesetzten Karte gebe ich an dich ab.“
      Zischend tauchte jene in vergrößerter Form zu ihren Füßen auf.

      Anya griff nach ihrem Deck. Ihre Haut war rot, brannte wie Feuer, die Kleidung dazu teilweise aufgerissen, rußschwarz. Langsam wurde die Luft echt dünn für sie. Nächste Runde würde Gardenia neue Infernoid-Monster auf den Friedhof schicken, die sie dazu verwenden würde, ihre dicken Brummer auferstehen zu lassen.
      „Draw!“, rief sie angespannt und hoffte, irgendetwas zu ziehen, das ihr dabei half, das Duell in diesem Zug zu gewinnen. Ohne Levrier konnte sie dem Schicksal keinen neuen Pfad hinzufügen und selbst wenn er jetzt hier wäre, würde sie sich wie eine Betrügerin fühlen. Eine vom selben Schlag wie Claire Rosenburg.
      Gespannt betrachtete Anya die neue Karte, die sie als [Gem-Knight Emerald] identifizierte. In dem Moment begann sie zu überlegen. Wenn sie hier überhaupt entkommen wollte, musste sie Gardenia so schwer zusetzen wie nur möglich. Und das einzige Monster in ihrem Deck, das das neben den Hüterkarten konnte, war momentan [Gem-Knight Master Diamond]. Doch um den zu beschwören brauchte sie drei Gem-Knights. Mit Emerald und Gem-Eyes hatte sie aber nur zwei. Es sei denn …
      „Effekt aktivieren! [Gem-Knight Pyrite]!“ Der weiße Ritter mit den riesigen Schildhälften an seinen beiden Armen begann von seinen silbrigen, kubenförmigen Schulterplatten grelles Licht auszustrahlen, das die hellblaue Lichtsäule, in der er sich befand, durchdrang. „Vielleicht erinnerst du dich noch, aber mit ihm kann ich eine Gem-Karte direkt von meinem Deck auf den Friedhof befördern.“
      Anya schnappte sich ihr Deck aus dem Schacht und nahm die gewünschte eigenhändig heraus. Das Leuchten klang ab und Gardenia verschränkte abwartend die Arme.
      „Ich habe mich für [Gem-Knight Lazuli] entschieden“, verkündete ihre fast einen Kopf kleinere Gegnerin mit einem gehässigen Grinsen und legte ihr Monster auf den Ablagestapel. Von welchem sofort ein grelles Strahlen ausgestoßen wurde. Vor Anya tauchte der Geist einer kleinen Ritterin in beigefarbener Rüstung auf, von deren Helm zwei lange Schlaufen herabhingen. Ihre Besitzerin erklärte: „Wird sie durch einen Karteneffekt auf den Friedhof gelegt, erhalte ich von dort ein normales Monster zurück.“
      Vorbereitung zahlte sich eben aus, dachte Anya dabei, als ihre Lazuli verschwand und eine Karte aus ihrem Friedhof ausgeworfen wurde. Mit grimmiger Zufriedenheit stellte Anya diese vor.
      „[Gem-Knight Sapphire]. Den hab ich während meines zweiten Zuges als Ressource für später mit Pyrites Effekt dort gelagert, nachdem du mir Tourmaline genommen hast, schon vergessen?“
      Ein unterkühltes Lächeln war die entsprechende Antwort.
      „Jetzt mach dich schon mal frisch!“, verkündete Anya und streckte ihren Arm in die Höhe. „Schwinge bis in alle Ewigkeit, Pendulum!“
      Über ihr öffnete sich zum wiederholten Male das Pendelportal und stieß gleich vier rote Lichtblitze hintereinander aus. „Aus meinem Extradeck [Gem-Tiger] und [Gem-Eyes Value Dragon]! Und von meiner Hand [Gem-Knight Emerald] und [Gem-Knight Sapphire]! Pendulum Summon!“
      Alle vier Strahlen schlugen der Reihe nach vor ihr ein und nahmen die Formen des weißen Diamantentigers, des in goldener Rüstung steckenden Drachen, des hellgrünen Ritters mit Rundschild am Arm und des in hellblauer Panzerung steckenden Eisritters an.

      Gem-Tiger [ATK/1800 DEF/300 (4) PSC: <8/8>]
      Gem-Eyes Value Dragon [ATK/2400 DEF/2000 (7) PSC: <5/5>]
      Gem-Knight Emerald [ATK/1800 DEF/600 (4)]
      Gem-Knight Sapphire [ATK/0 DEF/2100 (4)]

      Anya betrachtete nachdenklich ihre letzte Handkarte, [Gem-Knight Fusion]. Sie könnte jetzt fusionieren, aber für den Fall, dass etwas schief ging, musste sie ihren Pendelbereich schützen.
      „Wenn du denkst, dass ich [Gem-Knight Fusion] jetzt benutze, hast du dich geschnitten! Stattdessen aktiviere ich Gem-Eyes' Effekt! Sight Transition!“
      Die beiden Scheiben am Helm ihres roten Drachen begannen sich in hohem Tempo zu drehen. Anya schwang den Arm aus. „Jetzt lernst du den letzten Typ-abhängigen Effekt von Gem-Eyes kennen! Fels!“
      Schlagartig hielten sie bei den grünen Segmenten, die sich erneut als Visor vor die Augen ihres Besitzers klappten. Grüne Energielinien zogen sich durch seine goldene Rüstung, die drei Tragflächen an beiden Seiten des Rückens, welche seine Flügel symbolisierten, platzten auf und gaben knorrige Lederschwingen preis, besetzt mit unzähligen Edelsteinen.
      „Glaub es mir oder auch nicht, aber ich kann auch ohne die hier fusionieren.“ Anya zeigte ihren Zauber noch einmal demonstrativ vor. „Dank des Fels-Effekts von [Gem-Eyes Value Dragon]! Emerald Perfection!“
      Ihr Gem-Eyes reckte den Kopf gen Decke und stieß einen kämpferischen Schrei aus. Über ihm öffnete sich daraufhin ein blau-orangefarbener Vortex, der sowohl ihn, als auch die beiden Ritter an seiner Seite in sich hineinzog.
      Anya legte die Augenbrauen an und rief, ja schrie fast: „Herz, Seele, Gefäß! Vereint euch zur reinsten aller Ritterinnen, deren Klinge jeden Hoffnungsstrahl zerteilt! Fusion Summon!“
      Der Wirbel an der Decke änderte seine Aufmachung, wurde weiß und stieß zahllose Edelsteine aus. Zwischen ihnen schwebte majestätisch die mächtigste Ritterin in Anyas Deck herab, gekleidet in einer einfachen, beigefarbenen Rüstung, von deren spitzen Schulterplatten ein kurzer, roter Umhang flatterte. Elegant landete sie auf beiden Füßen vor Anya und zog ihr schlichtes Schwert aus der Scheide. Die Brillanten in ihrer Brustplatte funkelten dabei stärker als alle anderen Edelsteine vor ihnen.
      „Kämpfe für mich, [Gem-Knight Lady Brilliant Diamond]!“, nannte die Blonde schließlich ihren Namen.

      Gem-Knight Lady Brilliant Diamond [ATK/3400 DEF/2000 (10)]

      „Aber ich bin noch nicht fertig.“ Anya schwang den Zeigefinger und deutete auf ihren weißen Tiger, der neben der Ritterin fast schon unauffällig wirkte. „Lady Brilliant Diamond hat einen besonderen Effekt, der mich ein beliebiges Monster opfern lässt, um ein Gem-Knight-Fusionsmonster aus meinem Extradeck zu beschwören.“
      Genau wie Anya es getan hatte, schwang die Ritterin ihr Schwert aus und zeigte mit dessen Spitze auf [Gem-Tiger], der sich in funkelnde Partikel auflöste. Über Anya öffnete sich das Pendelportal, das gleichzeitig einen roten Strahl aufsaugte, welcher ebenfalls aus dem verschwindenden Körper des Ungeheuers drang.
      Das Mädchen ballte eine Faust. „Contradiction Fusion! Drei Lichter kreuzen den Weg des Lichts! Körper, Seele und Herz verschmelzen und werden zu der Macht, die in ihrer Reinheit einem Diamanten gleicht!“
      Weißer Staub begann an der Stelle zu wirbeln, an der der Tiger eben noch gestanden hatte. Und Gardenia lächelte nur berechnend, als Anya schrie: „Werdet eins! Werdet [Gem-Knight Master Diamond]!“
      Aus dem Nichts flog ein mächtiges Breitschwert an Anya vorbei, das schräg vor ihr im Boden stecken blieb. Die geballte Faust anhebend, ließ sie jene in violetten Flammen aufgehen.

      ~-~-~


      Das Ephemeria Bridge Stadium war verlassen. Im mittleren Teil waren Spuren des Kampfes ersichtlich. Ansonsten aber fehlte von Anya und Kali innerhalb des über anderthalb Footballfelder großen Stadions jede Spur. Die Undying konnten keine Präsenzen spüren.

      Matt sackte auf sein Hinterteil und atmete schwer durch. Er zog die Beine enger an sich heran und umschlang sie mit beiden Armen, legte das Kinn auf sie, starrte leeren Blicks ins Nichts. So gern er sich um Anya jetzt sorgen würde, beschäftigte ihn nur der Gedanke, wie es jetzt wohl Tara ging.
      Ricther und Stoltz näherten sich ihm.
      „Wir haben an mehreren Stellen Blut entdeckt. Es muss ein heftiger Kampf gewesen sein“, sprach der Anführer der Undying in seiner monströsen, gold-silbernen Rüstung unheilvoll. „Insgesamt drei Ätherspuren weisen darauf hin, dass sie es mit mehr als einem Gegner zu tun hatte.“
      Matt sah zu ihm auf, blickte dann zum langen, hageren Stolz, der im hellen Mondlicht dank seiner Bandagen am ganzen Körper tatsächlich aussah wie eine Mumie mit Ritterhelm. Sein rechter Arm endete in einem Stummel.
      „Natürlich war es eine Falle. Bestimmt hat Zachariah, Anyas Bruder, Kali dabei geholfen“, mutmaßte Matt halbherzig.
      „Die Undying vermuten, dass die Weiße Hexe ebenfalls hier war“, ergriff Stoltz das Wort ungewohnt ernst für seine sonst eher psychopathischen Verhältnisse.
      „Die was!?“, schrak Matt jetzt doch auf. „Gardenia die Gelehrte!?“
      Ricther nickte stumm. Der Dämonenjäger ließ den Kopf hängen. „Dann ist Anya jetzt vermutlich … scheiße! Scheiße, scheiße, scheiße!“
      Sein direkter Gegenüber, der majestätische Undying, ging vor Matt mit einem Bein auf die Knie und packte ihn brutal am Kinn, um in sein tränennasses Gesicht zu sehen. „Es ist noch zu früh um solche Schlüsse zu ziehen. Womöglich hat die Weiße Hexe sie in ihre Domäne entführt.“
      Matt packte den Arm und riss sich los. „Könnt ihr die ausfindig machen?“
      „Bevor wir etwas unternehmen, wirst du uns ein paar Fragen beantworten. Auf welcher Seite stehst du, Matt Summers?“

      Auch wenn jener die Augen hinter Ricthers federbesetzten Helm nicht sehen konnte, spürte er, wie dessen Blick ihn durchbohrte. Er wusste, dass Matt mit dem Sammler gehandelt hatte und hinterfragte jetzt seine Intentionen.
      Der Schwarzhaarige ließ seufzend den Kopf hängen. „Ungefähr vor einem Jahr ergriff eine Immaterielle namens Urila Besitz von meiner Freundin Tara. Sie wollte Livington opfern, um zwanghaft das Tor Eden zu opfern, das nach der Zerstörung des Turms von Neo Babylon verloren ging.“
      „Die Undying kennen die Geschichte“, schnalzte Stoltz hinter Ricther.
      „Tara wurde schwer verletzt, so schwer, dass ich einen Handel mit dem Sammler eingehen musste, um ihre Wunden zu heilen.“ Matt schluckte. „Im Gegenzug … musste ich ihm versprechen, an dem Tag, an dem Anya Bauer mich erneut um Hilfe bitten würde, bis zur Vollendung ihrer Mission an ihrer Seite zu bleiben und ihr zu helfen.“
      Ricther drehte den Kopf zu Stoltz, der eine erstaunlich lange Zunge herausstrecke.
      „Also ja“, sprach Matt dabei schuldbewusst weiter, „ich wusste schon lange vorher, dass irgendetwas passieren würde.“
      „Verstehe. Dann bist du ebenfalls ein Handlanger des Sammlers.“
      „Yeah.“ Der Schwarzhaarige blickte auf. „Und als solcher euer Feind.“
      Zu seinem Erstaunen aber schüttelte der Undying den Kopf. „Nein. Du bist auch nur eine weitere Schachfigur in seinem Spiel. Eine, die sich gegen ihn gestellt hat. Es besteht kein Bedarf mehr, dich zu eliminieren.“

      Matt klopfte mit beiden Händen auf seine Oberschenkel und erhob sich langsam. „Ihr seid … anders als ich gedacht hätte. Die Undying, die sich nicht in menschliche Belange einmischen, so haben wir euch kennengelernt. Aber jetzt …“
      „Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass ein Problem dieses Ausmaßes nicht ohne Hilfe von Außenseitern gelöst werden kann. Neben dem Sammler scheinen noch andere Gruppierungen involviert zu sein, Parteien, die selbst wir Undying nicht kennen.“
      Eine seltsame Begründung, befand Matt, der sich am Kopf kratzte und fragte: „Ist das wirklich alles? Ihr seid mächtiger als wir anderen zusammen, wie könnten wir euch helfen, den Sammler aufzuhalten?“
      Stoltz mischte sich kichernd ein. „Tut seine andere Freundin dies nicht in genau diesem Moment?“
      „Valerie!“ Sie hatte er beinahe vergessen. „Wir müssen-!“
      Ricthers autoritäre Stimme gebot ihm sofort Einhalt. „Für dieses Mädchen können wir im Moment nichts tun.“
      Fassungslos sah der Dämonenjäger die beiden Undying abwechselnd an. „Sie ist in Lebensgefahr!“

      „Wir sollten uns auf das konzentrieren, das wir momentan erreichen können.“
      Erschrocken von der weiblichen Stimme wirbelte Matt herum und erblickte Zed, wie sie gerade aus einem ovalen, schwarz glänzenden Portal trat. Ihre weiße Robe wallte regelrecht, genau wie die fast bis zum Boden reichende, schwarze Haarpracht, als sie auf die Drei zu schritt. Die Wunden, die ihr vorhin erst zugefügt worden waren, waren vollkommen verheilt, wie ihr nackter Bauch verriet.
      „Wie geht es Tara!?“
      „Sei unbesorgt, ihr ist nichts geschehen“, versicherte ihm Zed mit einer wischenden Handgeste.
      „Aber je nachdem, ob Valerie den Sammler erwischt“, murmelte Matt und brach ab. Dann blickte er entschlossen auf. „Ich weiß, es ist viel verlangt, euch um noch einen Gefallen zu bitten …“
      Er drehte sich zu Ricther und Stoltz um. „… aber könntet ihr Tara an einen sicheren Ort bringen?“
      „Der einzige wirklich sichere Ort wäre unsere Basis“, erklärte der Hüne in Rüstung, „und es ist uns verboten, Außenseiter dort aufzunehmen.“
      „Dann … Eden! Die Stadt Eden, die ihr einst erbaut habt!“
      Sein Gegenüber gab einen erstaunten Laut von sich. Dann erklärte er: „Eden ist eine künstlich erschaffene Welt, die inzwischen selbst für uns unerreichbar ist.“
      Als er das hörte, ließ Matt enttäuscht den Kopf hängen. „Verstehe …“
      „Wir können sie jedoch in eine andere Welt bringen“, schlug Zed vor, „doch es gibt keine Garantie dafür, dass der Sammler ihr durch euren Handel nicht trotzdem schaden kann.“
      Sofort drehte sich Matt wieder zu ihr um. „Wenn ihr das tun könntet, wäre ich euch unendlich dankbar. Bitte, bringt sie so weit weg, wie es nur geht!“
      „Also gut. Aber sei dir im Klaren darüber, dass dies ihre Welt ins Chaos stürzen wird.“
      „Ich … ich weiß. Und ich kann es ihr nicht mal erklären, da ich durch den Handel nicht in ihre Nähe darf …“ Matt biss sich auf die Lippe. „Aber es muss sein. Sie wird es verstehen.“

      Ricther hinter ihm verschränkte die Arme. „Damit hätten wir geklärt, wie wir mit diesem Mädchen verfahren. Doch Anya Bauer ist vermutlich in der Domäne der Weißen Hexe gefangen. Und Valerie Redfield ist dem Sammler durch dessen Pfad gefolgt.“
      „Dann können wir für keine der beiden etwas tun“, sagte Zed.
      Matt wurde ganz klamm im Magen.
      „Also bleibt dem Dämonenjäger nur zu hoffen, dass die beiden sich mit ihrer eigenen Stärke einen Weg bahnen können“, kicherte Stoltz hämisch und erntete dafür einen finsteren Blick von Matt, der über seine Schulter sah.
      „Sie werden zurückkommen! Irgendwie!“

      ~-~-~


      Schon seit einer Weile war es still in dem Zimmer gewesen. Kein hektisches Gemurmel mehr.
      Als Nigel McPherson die Tür des Gästezimmers hinter sich schloss, gab er einen leisen Seufzer von sich. Zanthe, der gegenüber an der Wand lehnte, stieß sich sofort von dieser ab. „Wie geht es ihm!?“
      „Er hat das Bewusstsein verloren, aber ich denke, wir haben es geschafft. Die ganze Prozedur hat ihn viel Kraft gekostet“, bekam er von dem rothaarigen Manager der Weltmeisterin eine entsprechende Antwort, „es wird eine Weile dauern, ehe er sich erholt hat.“
      Zanthe atmete erleichtert auf. Nur um dann zusammen zu zucken, als der bärtige Dämon sich räuspernd korrigierte. „Zumindest würde ich das bei jedem anderen sagen, doch dein Freund ist nicht wie jeder andere.“
      „Was soll das heißen? Wird er bleibende Schäden davon tragen!?“
      Entgegen Zanthes schlimmsten Vermutungen aber schüttelte der Mann den Kopf und ging den in Gelb gehaltenen Flur entlang, bedeutete seinem Gast mit einem Wink ihm zu folgen. „Nein. Aber bei der Untersuchung ist mir aufgefallen, dass viele Teile seines Körpers künstlich sind. Organe, Knochen.“
      Betrübt murmelte sein Freund daraufhin: „War deine Welt wirklich so gefährlich …?“
      „Er stammt also nicht von dieser Welt?“, fragte Nigel, der voran ging. „Das dachte ich mir.“
      „Ja. Er war der letzte Überlebende. Sein Planet wurde vor kurzem zerstört von etwas, das er selbst als Planet Eater bezeichnet. Weißt du etwas davon?“

      Als er sie in die kleine Küche führte, in deren Mitte ein rechteckiger Tisch mit vier Stühlen stand, über dem eine Lampe hing, bat Nigel Zanthe sich zu setzen. Einer der Plätze war bereits besetzt. Claire Rosenburg saß dort regungslos und starrte ins Nichts. Und das schon seit geraumer Zeit.
      „Nein“, antwortete Nigel schließlich, nachdem er einen Tisch nach hinten zog und sich setzte. Zanthe zog an ihm vorbei und nahm neben der blonden Weltmeisterin Platz. „Mir ist bekannt, dass es andere Welten gibt, doch darüber hinaus weiß ich nicht viel über sie.“
      „Ist auch nicht so, als ob das jetzt noch etwas ändern würde“, murmelte Zanthe und sah Claire von der Seite an, die die beiden nicht einmal wahrzunehmen schien. Er wandte sich an Nigel, der ein Bein über das andere schlug. „Danke. Dass du Exa gerettet hast meine ich.“
      „Der Junge hatte nichts mit unserem Konflikt zu tun. Es war das Mindeste.“
      Das entlockte dem Werwolf ein heiteres Lachen. „Hey, eigentlich bist du gar nicht so übel.“
      Sein Ausdruck wurde aber wieder ernst. „Aber ist es wirklich in Ordnung für dich, wenn ich Claire mitnehme?“
      Nigel sah über die Schulter zum Flur zurück. „Manchmal stehe ich nachts auf und gehe in das Zimmer meiner Tochter um mich zu vergewissern, ob sie wirklich da ist.“
      „O-oh …“
      „Habe ich wirklich so viel Glück oder ist es nur ein Traum?“ Der Mann drehte sich wieder um. „Ist es nur ein Traum, kann dieser nicht ewig währen. Aber wenn du Recht hast, muss ich vor dem Erwachen keine Angst haben. Nimm sie mit. Sie ist schon zu lange in diesem Zustand.“
      „Es … es tut mir leid. Vergib mir.“ Zanthe beugte den Kopf so tief er konnte herab. „Ich habe dich völlig falsch eingeschätzt.“
      „Es ist eine Sache, Claire ihr Leben zurückzugeben.“ Überrascht von den Worten seines Gegenübers richtete sich der Kopftuchträger wieder auf. „Was Anya Bauer im Begriff ist zu bewirken eine andere. In dieser Hinsicht hat sich mein Standpunkt nicht geändert.“
      Zanthe nickte. „Yeah …“

      Nigel faltete die Hände ineinander und versank für einen Moment still in Gedanken. Ob er wohl darüber nachdachte wie gefährlich es war, ihn gehen zu lassen, fragte sich Zanthe? Claire würde Anya regelmäßig sehen, wenn sie ihn begleitete.

      „Der Schaden ist bereits angerichtet“, wählte der Dämon seine Worte mit Bedacht, „schon vor unserem Duell. Was ich jetzt noch tun kann, ist dich zu warnen. Lass dieses Mädchen nicht alle sieben Artefakte sammeln. Sie wird damit ein Tor öffnen, das niemand mehr schließen kann.“
      Zanthe verstand nicht genau, was das zu bedeuten hatte.
      „Die Hüter sind unter anderem dazu bestimmt, das Tor zum Narthex im Einklang zu öffnen. Doch es darf nur auf Geheiß eines Auserwählten geschehen und diese Person ist nicht Anya Bauer.“ Nigel ließ den Kopf kreisen, versuchte offensichtliche Verspannungen zu lösen. „Verhindere das. Such einen anderen Weg ihr zu helfen.“
      „Ich werde es versuchen“, versprach Zanthe. „Aber was, wenn es keinen gibt? Der Sammler …“
      „… ist nicht allmächtig. Wenn es jemanden gibt, der das Unmögliche möglich machen kann, dann du und deine Freunde. Anya Bauers Duell mit Claire war dafür Beweis genug. Sie war kurz davor, die doppelte Illusion zu zerstören, die sie erzeugt hat.“
      „Aber sie hat es am Ende nicht geschafft. Ah! Das erinnert mich an etwas. Wie wird es jetzt mit Claire als Weltmeisterin weitergehen?“
      Nigel fuhr sich über die Stirn. Die Ereignisse hatten selbst einen gestandenen Mann wie ihn offenbar viel Kraft gekostet. „Offiziell nimmt sie eine Auszeit von ihren Pflichten. Da denke ich mir noch etwas aus.“
      „Und ihre Kräfte? Ist damit jetzt ein für allemal Schluss?“
      „Die doppelte Illusion kann nur mithilfe des Artefakts erzeugt werden. Von nun an wird sie darauf achten müssen, mit wem sie sich misst“, antwortete er und ließ von seinem Gesicht ab. Sah Zanthe mahnend an, „und ihr ebenso. Ich erwarte, dass ihr sie stets im Auge behaltet und Rücksicht auf ihr Image nehmt.“
      Der Werwolf nickte knapp, doch eine Sache musste er klarstellen. „Sie wird verlieren. Eines Tages.“
      „Möglicherweise. Aber unterschätze sie nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob sie meine Kräfte je gebraucht hat. Sie war bereits vor dem Pakt eine unglaublich talentierte Duellantin.“
      „Talent hat keinen Einfluss auf Glück. Ein Pakt schon.“
      Was den rothaarigen Bartträger tatsächlich zum Auflachen brachte. „Das kann ich nicht abstreiten.“
      Auch Zanthe grinste. Noch etwas lag ihm auf der Zunge. „Wieso hast du nicht …?“
      „Um die doppelte Illusion zu erzeugen muss der Anwender in einen komplett 'blanken' Zustand gelangen. Keine Zweifel, keine Begierden, einzig das Ziel vor Augen. So etwas kann man als normaler Mensch nicht erreichen.“ Nigel sah zu Claire herüber, von der Zanthe sich nicht einmal sicher war, ob sie dem Gespräch überhaupt folgte.

      Nach einem kurzen Moment des Schweigens sagte er: „Nun, da Anya Bauer das Artefakt besitzt, möchte ich noch eine Warnung an dich aussprechen. Verhindere, dass sie es benutzt.“
      „Weil die doppelte Illusion nun unvollständig ist?“
      „Wie ich dir erklärt habe, besitzt das Artefakt die Macht, seinen Träger in einer von ihm geschaffenen Illusion zu halten. Will er keine Schmerzen spüren, spürt er keine. Aber das ist auf Dauer gefährlich, weil es zu Waghalsigkeit animiert. Die Wunden verschwinden nicht.“
      Zanthe nickte. „Ich sag's ihr.“
      Doch als Nigel ihn ansah, schüttelte er den Kopf. „Du verstehst nicht. Es kann das ganze Wesen seines Besitzers verändern, wenn es nicht mit Bedacht verwendet wird. Was ich dir rate ist, es ihr -nicht- zu erklären.“
      „Solange sie die Fähigkeit nicht kennt, ist sie nicht gefährdet, da sie sie nicht steuern kann?“
      „Ja. Artefakte können ihre Formen und Kräfte den Wünschen ihres Trägers anpassen, doch ihre Kernkraft wird immer dieselbe sein. [Angel Wing Dragon] besitzt die Macht, die körperlichen Grenzen seines Trägers für begrenzte Zeit auszublenden. [Gravity Impulse Titanium Guardian – Heavy T] dagegen verlangsamt den Alterungsprozess seines Besitzers beträchtlich. Was sie darüber hinaus jedoch bewirken, hängt allein von ihrem Besitzer ab.“
      „Und [Murciélago The Thunderblade Bull] gaukelt einem das vor, an das man glauben will.“
      Nigel faltete beide Hände ineinander und stützte die Arme an der Tischkante ab. „Erkennst du das wahre Potential darin?“
      Der Kopftuchträger betrachtete die blonde Weltmeisterin neben sich nachdenklich. „Wirkt die Illusion wirklich nur auf einen selbst?“
      „Nein. Claire war nur ein Substitut. Ich dagegen hätte den Wirkungsbereich der Illusion auch auf andere Lebewesen ausdehnen können. Die wahre Kraft Murciélagos liegt darin, Erinnerungen zu beeinflussen, doch das heißt auch, dass man die eigenen anpassen muss. Dadurch wird die Illusion zur Realität.“
      „Phew.“ Langsam begriff Zanthe, wie gefährlich diese Artefakte wirklich waren. Und so etwas in Anyas Händen? Nein, in den Händen des Sammlers? „Uh … ich denke, davon sollte sie nichts wissen. Das endet nur in einer Katastrophe.“

      Gerade als Nigel darauf antworten wollte, kam die Herrin des Hauses, eine blond gelockte, kleine Frau in weißem Nachthemd in die Küche. In ihren Händen hielt sie Teller und Besteck.
      „Nach so einer Nacht brauchen wir alle eine Stärkung.“
      „Oh, vielen Dank, Mrs. McPherson“, strahlte Zanthe ob der Einladung zum Mitternachtssnack. Doch als er sah, wie unbekümmert sie wirkte, fragte er sich insgeheim, ob sie unter dem Einfluss von Nigels Illusionen stand und sich an gar nichts erinnerte. Sie und ihre Tochter.
      „Vergiss nicht, was du heute gelernt hast“, mahnte der und stand auf, um seiner Frau beim Decken des Tisches zu helfen.
      Der Werwolf nickte ernst. „Werde ich nicht.“

      ~-~-~


      „Wisdom and courage, hidden underneath an impenetrable armor! Come forth, beast of justice! Synchro Summon!“
      „Oh verdammt!“, fluchte David, als ein greller Lichtblitz durch die Ringe schoss.
      Valerie schrie energisch: „Rise to the surface, [Coral Dragon]!“
      Und da war sie, vor ihr, eine riesige Seeschlange. Von rotbrauner Färbung, schwebte sie mit wallendem, endlos langem Schweif in der Luft. Der grimmige Drachenkopf knurrte leise, bewegte seine Vorderglieder, zwei Flossenarme, die in spitzen Stacheln endeten, drohend vor und zurück.

      Coral Dragon [ATK/2400 DEF/500 (6)]

      Der Schwarzhaarige auf der anderen Spielfeldseite blinzelte irritiert. „Uh … huh?“
      Urplötzlich überzog sich sein aufrecht stehender Zauber [Ritual Cage] mit dickem Eis, die holografischen Gitterstäbe verschwanden um Davids Spielfeldseite. Welcher murmelte: „Lyza kann offene Zauber- oder Fallenkarte für einen Zug einfrieren. Aber dieser Drache … “
      „Nicht das, was du erwartet hast, oder?“ Valeries Spitze verfehlte ihr Ziel nicht, als ihr Gegner zaghaft nickte. Mit einem wissenden Lächeln nahm sie die obersten drei Karten von ihrem Deck und sah sie prüfend an. „Da [Gishki Mollusk] auf den Friedhof gelegt wurde, kann ich mein Schicksal in Form von den obersten drei Karten meines Decks in die Hand nehmen, um sie beliebig auf oder unter meinem Deck neu anzuord-“
      Als sie einen Blick auf die drei Karten in ihrer Hand warf, verstummte sie abrupt. Die oberste von ihnen war [Moulinglacia The Elemental Lord]. Er dauerte nur einen Moment, da festigte sich ihr Blick wieder und alle drei Karten, die sie aufgenommen hatte, wurden in anderer Reihenfolge wieder aufs Deck gelegt.
      „[Coral Dragon] besitzt einen besonderen Effekt.“ Von ihren drei verbliebenen Handkarten nahm sie [Gishki Ariel] und schob sie in den Friedhofsschacht. „Für eine Handkarte zerstört er eine Karte meines Gegners. Und wie du richtig festgestellt hast, ist der [Ritual Cage] nicht mehr imstande, -ihn- zu beschützen! Vernichte [Nekroz Of Trishula]! Aquaelicium!“
      Ihr Meeresdrache reckte den Kopf in die Höhe und stieß ein wehmütiges Heulen aus. Im ersten Moment geschah gar nichts. Bis ein leises Zischen ihre Umgebung erfüllte. David sah überrascht auf und bemerkte sie, vier pechschwarze Wolken in der Ferne. Und aus ihnen schossen Wasserstrahlen, die sich in der Luft schlängelten, bis sie allesamt gleichzeitig in seinen Krieger einschlugen. „Ah!“
      Massive Wassermassen schlugen um den jungen Mann. Abwartend stemmte Valerie eine Hand in die Hüfte. Dann geschah es. All das Wasser in der Luft und um David gefror mit einem Schlag. Welches kurz darauf in alle Richtungen zerbarst.
      Anstatt etwas zu sagen, schnalzte Valerie lediglich missbilligend mit der Zunge. Denn nicht nur war [Nekroz Of Trishula] unversehrt, sondern wurde sogar noch von einer rothaarigen Kriegern in einer blauen Panzerung beschützt, welche ebenfalls Schwingen aus purem Eis besaß.

      Nekroz Of Trishula [ATK/2700 DEF/2000 (9)]

      „Sorry, aber so einfach ist das dann doch nicht“, strahlte David und hob seine blau-umrandete Handkarte zur Verdeutlichung an, „da ich [Nekroz Of Gungnir] auf der Hand hatte. Wenn ich sie abwerfe, kann ich die Zerstörung eines Kameraden für diesen Zug vollkommen abwehren.“
      Die rothaarige Hexe hob ihren Zauberstab in die Höhe und ließ von ihm helle Lichtwellen aussenden, ehe sie sich auflöste.
      Wenn diese Karte seit seinem letzten Zug verfügbar gewesen war, wieso hatte er sich dann mit einem Angriff zurückgehalten? Valerie gefiel die Antwort nicht. Er musste wirklich mit [Poseidon Wave] gerechnet haben. Er kannte ihr Deck gut. Zu gut.
      „Ich setze eine Karte verdeckt. Zug beendet.“
      Jene tauchte zischend zu ihren Füßen auf. Feine Schweißperlen zierten ihre Stirn. Das Eis zerbarst um Davids Zauber, der goldene Käfig baute sich erneut um ihn herum auf.

      „Draw!“, rief David energisch, betrachtete seine Karte kurz und richtete dann den Arm nach vorne, die Karte zwischen seinen Fingern geklemmt. „Zu schade, dein [Coral Dragon] kann deine Lebenspunkte nicht ausreichend beschützen.“
      Seine Gegnerin verkrampfte.
      „Greif ihn an, [Nekroz Of Trishula]! Zero Kill!“
      Mit beiden Händen umschloss jener seine Eisklinge und begann seinen Anflug dicht über dem schimmernden Pfad. Ihm gegenüber brüllte Valeries Drache wütend, machte einen Satz nach vorne und schwamm regelrecht durch die Luft. In der Mitte des Spielfelds trafen beide Monster aufeinander. Während [Coral Dragon] mit seinen gehörnten Flossenarmen ausholte, schlug der gereifte Shurit mit seinem Schwert nach seinem Feind.
      Und Valerie rief: „Falle! [Energy Drain]! Für jede Karte in deiner Hand erhält mein Monster 200 Angriffs- und Verteidigungspunkte für den Rest des Zuges!“
      David betrachtete sein Blatt und erwiderte dann: „Das wird nicht reichen, um [Nekroz Of Trishula] zu besiegen!“
      Dessen war sich Valerie nur allzu bewusst. Aber sie würde einen weiteren Zug überleben. Eine rote Aura begann um [Coral Dragon] zu brennen …

      Coral Dragon [ATK/2400 → 2600 DEF/500 → 700 (6)]

      … kurz bevor er erfolglos nach seinem Gegenüber schnappte, nur um durch eine schnelle Drehung des Kriegers enthauptet zu werden. Daraus resultierte eine weiße Schneeexplosion, vor der Valerie sich mit dem Arm schützte. „Hgh!“
      Sie stöhnte vor Anspannung, denn der Angriff selbst hatte ihr auch dieses Mal keinen Schaden zugefügt.

      [Valerie: 300LP → 200LP / David: 600LP]


      Nachdem sich [Nekroz Of Trishula] zu seinem Besitzer zurückgezogen hatte, griff Valerie entschlossen nach ihrem Deck. „Der Verlust von [Coral Dragon] ist ärgerlich, bedeutet für mich aber auch eine neue Chance, denn nachdem er das Feld verlässt, darf ich eine Karte ziehen.“
      Und Valerie wusste genau, welche das sein würde. Voller Schwung zog sie nach.
      „Du bist dran“, meinte David mit einer Geste seiner Hand.

      Wodurch die Schwarzhaarige gleich nochmal eine Karte von ihrem Deck aufnahm, die nunmehr dritte in ihrer Hand. Er hatte seine Karte nicht ausgespielt? Perfekt!
      „Ich aktiviere den Effekt von [Gishki Shadow] auf meiner Hand.“ Sprachs und schob dessen Karte in ihren Friedhofsschlitz. „Damit erhalte ich einen Gishki-Ritualzauber von meinem Deck. Mal sehen, welche da noch übrig sind.“
      Tatsächlich spielte es für sie keine Rolle. Als sie ihr Deck aus dem Schacht nahm und es durchsuchte, stellte sie fest, dass nur noch [Forbidden Arts Of The Gishki] verblieben war. Alle anderen mussten durch den Effekt von [Pot Of Desires] verbannt worden sein.
      „Ich wähle diesen hier“, sagte sie und zeigte den Zauber vor, packte ihr Deck zurück in die Disk. Gleich im Anschluss nahm sie eine ihrer anderen Handkarten und klatschte sie mit einem siegessicheren Lächeln auf jene. „Genau fünf Wasser-Monster befinden sich jetzt in meinem Friedhof, weshalb ich dieses hier beschwören kann: [Moulinglacia The Elemental Lord]!“
      Hinter ihr schoss augenblicklich eine massive Eissäule aus dem schimmernden Pfad, die das Mädchen bei Weitem überragte. Von oben nach unten schoss ein übernatürlicher Glanz über ihre Oberfläche, bevor sie aufplatzte. Eine fliegende, vogelartige Gestalt erhob sich aus den fliegenden Eisbrocken. Ihr schlangenhafter Körper bestand aus weiß-goldenen Segmenten, von denen sich je mit einem Horn besetzte Flügel spannten. Der Kopf verbarg sich hinter einer goldenen Maske.

      Moulinglacia The Elemental Lord [ATK/2800 DEF/2200 (8)]

      „Ach, das Ding“, kam es fast schon unbeeindruckt von Davids Seite. „Okay.“
      Was Valerie nur umso fuchsiger werden ließ. „Moulinglacias Beschwörung löst auch gleichzeitig seinen Effekt aus! Instant Freeze!“
      Ihr Gegner allerdings betrachtete längst seine einzige Handkarte, [Nekroz Of Decisive Armor], die schlagartig von einer dicken Eisschicht überzogen wurde und entsorgte sie auf dem Friedhof, noch bevor Valerie zu einer Erklärung kam.
      Aber auch wenn er scheinbar gut Bescheid wusste, würde er sein Monster nicht vor ihrem nächsten Angriff beschützen können, ging es ihr durch den Kopf. Sie streckte die Hand weit aus, spreizte die Finger auseinander. „Angriff auf [Nekroz Of Trishula]! Neverwinter Blizzard!“
      Ihr Vogel stieg in die Höhe, spannte seine Flügel und schlug sie nach vorn, wodurch er einen mächtigen Schneesturm entfachte. David sah den herannahenden, weißen Flocken und den kleinen Eissplittern, die ihnen beigemengt waren, jedoch unbesorgt entgegen.
      „Solange [Ritual Cage] aktiv ist, erleide ich in Kämpfen mit Ritualmonstern keinen Schaden!“
      Moulinglacias Angriff prallte auf den goldenen Energiekäfig um den Schwarzhaarigen, der nicht einmal eine Schneeflocke hindurch ließ. Doch der Krieger, der vor ihnen stand, wurde gnadenlos weggewirbelt und zersprang schreiend in seinem Flug in die Endlosigkeit.
      „Ich weiß“, erwiderte Valerie kühl und schob eine ihrer beiden Handkarten in einen der Backrow-Slots ihrer Duel Disk, wodurch die Karte zischend vor ihr erschien. „Zug beendet.“

      Jetzt, da er wieder keine Monster kontrollierte, würde er imstande sein, einen neuen Ritualzauber aus seinem Deck zu erhalten, solange er den alten auf seinem Friedhof aus dem Spiel entfernte. Doch …
      „Draw!“, rief David und seine Augen leuchteten, als sie die gezogene, blau umrandete Karte erblickten. Die kurzerhand von einem langen Schwert aus dem Nichts durchbohrt und ihm aus der Hand gerissen wurde. „Ah!“
      Er sah zu seiner Gegnerin auf, die mit verschränkten Armen verharrte. Vor ihr aufgeklappt stand ihre Falle: [Lightforce Sword].
      „Für die nächsten vier Züge wird eine Karte auf deinem Blatt verbannt. Keine Ritualbeschwörungen mehr für dich.“
      Jetzt war es David, dem der Schweiß auf der Stirn geschrieben stand. Denn außer seiner Zauberkarte [Ritual Cage] besaß er keinerlei Karten mehr. Valerie atmete erleichtert aus, denn jetzt konnte sie ihren Plan endlich in die Tat umsetzen. Sie prophezeite ihrem Gegenüber: „Der nächste Angriff meines Moulinglacias wird dein Ende sein. Geh endlich aus dem Weg!“

      Und da kam es plötzlich, völlig aus dem Nichts. Erhabenes Gelächter, dessen Ursprung der auf dem schimmernden Pfad kauernde Sammler war. Der rothaarige Brite hatte sich unbemerkt von Valerie zumindest auf die Knie gerafft, hielt sich mit einer Hand die blutende Wunde in seiner Brust.
      „Amüsant, Valerie Redfield. Du möchtest meinen Diener mit einer Karte besiegen, die -ich- erschaffen habe?“ Er drehte seinen Kopf über die Schulter und funkelte sie geheimnisvoll an. „Gibt es keine Grenzen bei deinem Verrat mir gegenüber?“
      Beim Anblick des edel in schwarzem Anzug gekleideten Mannes gefror Valerie förmlich das Blut in den Adern. Was hatte er da gesagt? Moulinglacia war -seine- Karte!? Fassungslos sah sie hinauf zu der Vogelkreatur über ihr. Dann hatte Anya sie von ihm!?
      „Ich weiß, was du jetzt denkst. War dieser eine, verhängnisvolle Satz im Halbfinale schon immer da gewesen oder hat der Sammler ihn dazu gedichtet?“, sprach jener süffisant grinsend. „Nun, vielleicht hast du ihn einfach nicht -gesehen-?“
      Darauf konnte Valerie nichts erwidern, war wie gelähmt. Erst als der Sammler sich von ihr abwandte und zu husten begann, verspürte sie einen Zorn, der ihr sonst völlig fremd gewesen war.
      „Ich bin dr-“
      „David“, übertönte der Dämon sie jedoch sofort, „benutz' -es-.“
      Jener drehte sich erschrocken zu seinem Meister um. „Wirklich!?“
      „Tu es.“
      Schluckend wandte sich der junge Mann seiner Gegnerin wieder zu. „Du hast ihn gehört. In der Tat gibt es etwas, das ich noch tun kann.“
      Anstatt darauf einzugehen, wich Valerie instinktiv einen Schritt zurück. Wenn der Sammler den Befahl dazu gab, musste es etwas Großes sein. Nicht jetzt! Nicht so kurz vor dem Ziel!
      David ballte eine Faust, die er gegen die Brust presste und schloss seine Augen. „The offering has been accepted.“
      Fünf blaue Lichtkugeln stiegen parallel von Valeries, als auch von Davids Friedhofsschächten in die Luft auf, um sich allesamt hinter dem jungen Mann an verschiedenen Punkten zu sammeln. „Summoning Contract established! Witness the creation of the eternal gate!“
      Nacheinander tauchten ineinander liegende Steinringe auf. In jedem befand sich eines dieser Lichter, das nun als Runensymbol darin aufleuchtete. Insgesamt zehn dieser Konstrukte bildeten ein riesiges, geschlossenes Tor.
      „Cover this world with your never-melting love! Open the eternal gate!“
      Schlagartig riss David die Hand in die Höhe, sämtliche Bestandteile des Tores schossen weit nach hinten, lösten sich auf und bildeten einen langen, bunten Tunnel in eine andere Dimension.
      „Ah!“ Valerie traute ihren Augen nicht. Was war das!? Und dann dieser blaue Schriftzug, der plötzlich am erhobenen Arm ihres Gegners zu sehen war, in einer völlig fremdartigen Sprache geschrieben, die die Buchstaben nur erahnen ließ.
      „Excel Summon! Grade 10, Mother of Ice, [Sneedronningen]!“
      Valerie wurde abgelenkt von dutzenden Eissplittern, die durch den Dimensionstunnel an David vorbei schossen. Sie erhob schützend die Arme, erwartete getroffen zu werden, doch etwas anderes geschah stattdessen. Vor dem jungen Mann bildeten sie nach und nach ein Thron aus silbernem Eis. Und als dieser gebaut war, tauchte eine Frau auf, die auf ihm saß.
      Mehr als: „Was … ist das …?“ bekam Valerie nicht heraus.
      Auch die Haut dieser Frau war weiß wie Schnee, durchzogen von deutlichen, blauen Adern an ihrem Porzellangesicht. Ebenso das Haar, das sie mithilfe ihrer Krone hochgesteckt hatte. Die Hexe schlug ihre Beine übereinander, die in weißen Stiefel steckten. Und neben einem dicken Eisbärpelzmantel und einem knappen, silber-weißen Kleid trug sie nichts weiter am Leib.

      Sneedronningen [ATK/0 DEF/0 X10]

      Valerie stand der Mund offen. Excel-Beschwörung!? Was war das, davon hatte sie noch nie gehört!?
      „Zug beendet“, verkündete David mit gedämpfter Stimme.

      Wieder dauerte es einen Moment, ehe Valerie sich überhaupt regen konnte. Sie griff mechanisch nach ihrem Deck und zog [Gishki Vision], welchen sie jedoch nur rudimentär wahrnahm. Sie blickte unruhig in ihr Blatt.
      Selbst [Gishki Vision] wäre stark genug, um dieses … Ding zu zerstören, damit sie dann mit Moulinglacia den finalen Schlag austeilen konnte. Aber sie befürchtete, dass es genau das war, was David, nein, der Sammler wollte. Also musste sie [Sneedronningen] anderweitig loswerden. Mit ihrem Zauber [Forbidden Arts Of The Gishki]! Wenn sie [Gishki Vision] abwarf, um ein Ritualmonster der Stufe 10 aus ihrem Deck zu erhalten, konnte sie diese Eiskönigin mit ihrem Ritualzauber opfern. Das würde sie zwar ihre Battle Phase kosten, wäre aber sicherer, als blindlings ins Verderben zu stürzen. Wobei …
      „Suchst du nach einem Ausweg? Ich fürchte, deine Forbidden Arts werden dir nicht weiterhelfen, denn Excel-Monster besitzen keine Stufe“, erklärte der Sammler und erhob sich langsam.
      Valeries Alarmglocken schrillten. Jetzt musste sie sich beeilen. Aber erst musste sie wissen, was dieses Monster bewirken konnte!
      Gerade als sie nach einer Taste am äußersten Rand ihrer hellblauen Duel Disk griff, rief David dazwischen: „Schon vergessen? Du kannst nicht nachsehen, insbesondere nicht bei ihr. Aber ich aktiviere den besonderen Effekt von [Sneedronningen] jetzt ohnehin!“
      Und plötzlich fühlte es sich an, als würden ihre Glieder gefrieren. Panisch verfolgte Valerie mit, wie die weiße Eiskönigin mit ihrem Finger auf sie zeigte.
      „Phasenwechsel“, sprachen Valerie und David synchron, obwohl Erstere das weiß Gott nicht beabsichtige.
      „Dieses Monster“, erklärte derweil der Sammler mit einem Lachen, „ermöglicht es seinem Besitzer, den nächsten Zug seines Gegners zu lenken.“
      Unmöglich! Aber Valerie konnte nichts einwenden. Sie war im Bann der Eiskönigin gefangen.
      „[Moulinglacia The Elemental Lord]“, sprachen sie und David wieder im Einklang, „greife [Sneedronningen] an! Neverwinter Blizzard!“
      Entgegen ihres Willens spreizte Valeries Vogelbestie ihre Schwingen und schlug danach nach vorne aus, was erneut einen starken Schneesturm entfachte, welcher die Eiskönigin erfasste. Jene erhob sich im dichten Schneegestöber von ihrem Thron. Für nur einen kurzen Augenblick blitzten ihre Augen hellblau auf – und der Sturm, der an ihr spurlos vorbeizog, wechselte kurzerhand seine Richtung. Ehe sie sich versah, war die Schwarzhaarige darin gefangen.
      „Sorry, aber das ist das Ende unseres Duells“, sagte David und drehte sich um.
      „Warte!“, schrie Valerie ihm hinterher, die schlagartig wieder Herrin über ihren Körper war. Doch der Schneesturm war so gewaltig, dass sie kaum dagegen ankämpfen konnte. Sie nahm ihn nur schwerlich wahr, wie er zum Sammler ging, der nun aufrecht stand. „Wartet!“
      „Wenn [Sneedronningen] durch einen deiner Angriffe zerstört wird, setzt sie ihre Macht frei. Ihr Fluch friert Herzen ein. Formt sie neu. So kann sie nie wirklich lieben, aber auch nie wirklich geliebt werden. Und ihr Besitzer, er kann nicht gewinnen, aber verlieren auch nicht“, erklärte David zum Schluss mit traurigem Unterton und half dem rothaarigen Dämon, indem er sich seinen Arm nahm und über die Schulter legte. „Wir sehen uns bestimmt wieder, Valerie.“
      In dem Moment wurde Valerie durch die schiere Macht des Angriffs von den Füßen gerissen. Sie flog durch die Luft und passierte irgendetwas Weiches – ein Portal.

      [Valerie: 200LP → 0LP / David: 500LP → 0LP]


      Nur noch Weiß um sie herum. Kälte.
      Dann ein harter Aufprall. Valerie wurde regelrecht durch die Erde gedrückt, zog eine lange Spur hinter sich. Die Reibung an ihrem Rücken verursachte fürchterliche Schmerzen. Schließlich kam sie zum Stehen. Das Portal einige Meter entfernt schloss sich so schnell, dass Valerie gar nicht reagieren konnte.

      Sie war zurück, inmitten des riesigen Kraters in Hollow City. Sirenen erfüllten die Nacht.
      Keuchend hob sie den Oberkörper an und berührte mit ihrer linken Hand die Stirn. Was war da gerade geschehen!? Sie hatte den Sammler verfolgt, diesen jungen Mann, David, gestellt und gegen ihn gekämpft. Aber all ihre Erinnerungen waren verschwommen. Er hatte Ritualmonster benutzt, genau wie sie, das wusste sie noch. Monster, die sie an ihren Lehrmeister erinnerten. Der Diener des Sammlers hatte ihr kein Haar gekrümmt. Und eine seltsame Beschwörung benutzt, Excel Summon.
      Aber … es war wie ein Schleier, der ihre Erinnerungen trübte. Etwas Wichtiges, irgendetwas Wichtiges war gesagt worden.
      Frustriert rammte das Mädchen die Hand als Faust in die Erde. Was spielte das für eine Rolle, der Sammler war entkommen! Verzweifelt blickte sie hinauf in einen klaren Nachthimmel. Was würde jetzt geschehen? Wie würde es weitergehen?
      In diesem Moment fürchtete sich Valerie vor der Zukunft wie noch nie zuvor.

      ~-~-~


      „Werdet eins! Werdet [Gem-Knight Master Diamond]!“, hallte Anyas Stimme durch den Weißen Raum.
      Gardenia lächelte kühl, als sich die violetten Flammen um Anyas Hand sammelten. Das Schwert, das neben ihrer Ritterin steckte, wurde von glänzendem Diamantenstaub umtänzelt.
      „Amüsant, aber hier endet es“, sprach die Weiße Hexe gebieterisch. Und schnippte mit den Fingern.
      Ihr serpentinenhafter Dämonendrache spreizte die weiten, gläsernen Schwingen bis zum Anschlag und schlug sie dann nach vorne aus. Ein gewaltiger Sturm wurde dadurch entfacht, welcher von düsteren Flammenherden gezeichnet war, die in Anyas Richtung zischten.
      „Was!? Ah!“ Jene wurde regelrecht zurückgedrängt durch den Druck, der mit einem Mal auf sie einwirkte. Ihr Pferdeschwanz flatterte wild umher, wie sie sich mit beiden Armen erfolglos gegen den Sturm zu wehren versuchte.
      Dabei hörte sie Gardenia sagen: „Eine kleine Flamme wie diese wird nicht ausreichen, um mir die Stirn zu bieten. Ich aktiviere den letzten Effekt von [Infernoid Devyaty]. Durch ihr Opfer wird ein Monstereffekt annulliert und sein Auslöser verbannt!“
      Vom langen Schweif an begann sich jene Bestie in pechschwarze Flammen aufzulösen, wobei diese die ungefähre Körperform Devyatys beibehielten. Als schließlich alles bis zum Kopf aus dem lodernden Inferno bestand, machte die Kreatur einen Satz nach vorne und schoss auf eine entsetzte Anya und ihre Ritterin [Gem-Knight Lady Brilliant Diamond] zu. Dabei gab sie ein derart schrilles Kreischen von sich, dass es in Anyas Ohren nur so klingelte. Im Flug verschwand auch das Haupt Devyatys, kurz, bevor jene in Lady Brilliant Diamond einschlug. Die daraus resultierende Explosion verschlang die Kriegerin vollkommen. Mehr noch, war sie so heftig, dass es Anya endgültig von den Füßen riss. Jene flog schreiend durch die Luft und legte einige Meter weit entfernt einen ekelhaften Bauchklatscher hin.
      „Urgh!“
      Übelkeit stieg in Anya auf. Sie konnte sich nicht mehr rühren, war ihrer letzten Kräfte beraubt. Schwach hob sie den Kopf an, aber Gardenia war nur noch eine verschwommene Masse vor ihren Augen, mehr nicht. Es war aus. Die Weiße Hexe hatte sie ihrer letzten Hoffnung beraubt. Ohne Monster würde der nächste Angriff ihr Ende bedeuten.
      Der Kopf des Mädchens sank wieder auf den weißen Marmor. Anya schloss die Augen. Shit …

      „Da du nicht mehr imstande bist, etwas zu unternehmen, setzt mein Zug ein“, sprach Gardenia erhaben und zog eine zweite Handkarte. Anya hörte sie nur dumpf, das Schrillen in ihrem Kopf war noch längst nicht verklungen. „Während meiner Standby Phase erscheint eine Infernoid-Spielmarke auf meinem Feld.“
      Die Blonde vernahm ein Zischen, wahrscheinlich hatte wieder einer dieser gläsernen Behälter etwas vom schwarzen Feuer um sie herum absorbiert.

      Infernoid-Spielmarke [ATK/0 DEF/0 (1)]

      „Von meiner Hand aktiviere ich den Zauber [Miracle Dig]. Wenn mindestens fünf meiner Monster verbannt sind, kann ich drei davon zurück auf den Friedhof legen. [Infernoid Attondel], [Infernoid Sjette], [Infernoid Onuncu]!“
      Anya hielt die Augen fest geschlossen. Gleich würde die Hexe etwas beschwören. Was würde nach dem Angriff geschehen? Kali hatte ihre Rechnung noch nicht beglichen. Aber jetzt, wo sie in der Hand des Feindes war, gab es keinen Grund mehr für ein alles entscheidendes Duell. Vielleicht würde das Miststück sie erst foltern, bevor sie sie umbrachte …
      „Ich verbanne die Infernoid-Spielmarke von meinem Feld und Attondel sowie Sjette von meinem Friedhof! Erwache, [Infernoid Onuncu]!“
      Grässliches Gebrüll. Dieser dämliche Mottendrache war zurückgekehrt. Mit aller Kraft hob Anya den Kopf an und öffnete noch einmal die Augen. Wieder sah sie nur verschwommen, die riesige Bestie hinter ihrer Gegnerin thronen.

      Infernoid Onuncu [ATK/3000 DEF/3000 (10)]

      Kraftlos sackte das Mädchen endgültig in sich zusammen. Ihr Kopf knallte hart auf den weißen Boden, der Atem ging nur noch schwer. Das Blut in ihren Ohren rauschte zu allem Überfluss. Als ob sie nicht schon genug schmerzten.
      „Keine Sorge … Schlaf nur … kurzer Dauer sein …“ Gardenia hörte sie sich an, als wäre sie weit entfernt. Leise, fast unhörbar.
      Anya schloss die Augen erneut und spürte, wie ihr Körper leichter und leichter wurde. Als würde sie schweben.
      „Direkter Angriff … Lebenspunkte …“
      Stille. War es schon vorbei? Hatte der Angriff sie schon getroffen? Das Mädchen fühlte gar nichts mehr. Wenn sie das nächste Mal die Augen öffnete, würde sie dann Kali erblicken, ohne ihre Maske? Würde ihre Feindin ihr grinsend den Todesstoß versetzen?

      Leises Klacken. Das Gefühl kam zurück, auch das Pochen in den Ohren des Mädchens. Alles was sie hörte, klang immer noch gedämpft und hohl, als wäre sie unter Wasser.
      „Unmöglich … wie … hier!?“ Das war Gardenia. Und sie klang außer sich, so viel konnte Anya selbst in ihrem desillusionierten Zustand erkennen.
      Eine andere Stimme. Anya erkannte sie nicht. Hell, schwer zu verstehen. „Battle Phase … meines Gegners … Excel Summon! … Excel Dragon!“
      Etwas durchfuhr Anyas Körper wie ein Blitz. Da war noch jemand und er kämpfte gegen die Weiße Hexe. Aber wer? Sie musste die Augen öffnen, unbedingt. Zwar fühlten sich ihre Lider schwer wie Blei an, aber trotzdem schaffte das Mädchen es, eines von ihnen genug anzuheben, um neben sich ein Paar schwarzer Schuhe zu sehen. Doch den Kopf genug zu drehen, um zu jener Person aufzusehen, dazu fehlte ihr die Kraft.
      Doch eine seltsame Wärme erfüllte Anyas Körper plötzlich. Der zurückgekehrte Schmerz verschwand wieder. Sie wurde wieder federleicht. Da war jemand, der sie beschützte. Sie kannte diese schwarzen, akkurat geputzten Schuhe. Es gab einen Menschen in ihrem Leben, der darauf immer besonders viel Wert gelegt hatte. Krächzend fragte sie: „Dad, bist du das?“
      Anstatt eine Antwort zu bekommen, sprach die Person mit Gardenia: „Battle Phase … sofort unterbrochen … mein Zug!“
      Anya wollte noch etwas sagen, aber ihre Stimme versagte. Ihr Lid senkte sich ungewollt über ihr Auge. Dad! Sie wollte nach ihrem Vater rufen, doch sie tauchte ein. In eine Finsternis, die jedoch nicht das Ende bedeutete.

      ~-~-~


      „Dad!“, fuhr Anya auf, als sie wieder zu Sinnen kam.
      Sofort spürte sie eine Hand, die sich auf ihren Rücken legte. „Anya! Gott sei Dank, es geht dir gut!“
      Schweißnass saß Anya aufrecht auf ihrem Hinterteil und starrte ihre Erzrivalin Valerie an, deren Stirn bandagiert war. „Redfield!?“
      Jene, die neben ihr kniete, stieß einen erleichterten Seufzer aus und umarmte das Mädchen so fest, dass jenem die Luft glatt weg blieb. Verwirrt starrte sie in den strahlend blauen Himmel.
      „Wo warst du so lange!?“, hörte sie die tadelnde Stimme eines anderen Freunds.
      Erst jetzt wurde sie sich ihrer Umgebung richtig gewahr. Sie saß an genau dem Fleck, an dem sie sich mit Kali duelliert hatte – im riesigen Ephemeria Bridge Stadion. Ihr gegenüber stemmte Zanthe, trotz seiner strengen Worte, mit einem erleichterten Lächeln auf den Lippen seine Hände in die Hüften. Matt neben ihm sah nicht ansatzweise so glücklich aus, lächelte aber gutmütig, als ihre Blicke sich streiften.
      Und dann bemerkte Anya, dass ihre drei Freunde nicht die einzigen Anwesenden waren. Um sie herum verharrten drei riesigen Gestalten. Die Undying.
      „Shit!“, keuchte sie sofort, doch Matt gebot ihrer aufkeimenden Panik mit einer Handgeste Einhalt.
      Der Dämonenjäger sagte: „Keine Sorge, sie sind nicht unsere Feinde.“
      „W-was?“
      Valerie ließ endlich von ihr ab, sah sie immer noch besorgt an. „Sie haben uns geholfen dich zu finden. Anya … du warst zwei Tage lang spurlos verschwunden. Die Weiße Hexe hat dich gefangen genommen.“
      „Eine Menge ist passiert“, fügte Zanthe ernst hinzu, „Ricther hat gegen den Sammler gekämpft, Matt und Valerie haben ein Bündnis mit den Undying geschlossen und es wäre ihnen beinahe gelungen, unseren Lieblingsmanipulator zu töten.“
      Vor so viel Input auf einmal klappte Anya glatt die Kinnlade hinunter. Ricther, der hinter den beiden Jungs stand, trat an ihnen vorbei. Seine gold-silberne Rüstung glänzte in der Morgensonne. „Wir haben eine Menge zu besprechen, Anya Bauer.“
      „Macht mal halblang, seht sie euch an, sie-“, wollte Zanthe dazwischen gehen, doch Matt hielt ihn mit einer Hand zurück und deutete auf das Mädchen. Der Werwolf sah jenes genau an, was ihm schließlich ein erstauntes: „Huh!?“ entlockte.

      Anya sah daraufhin verwirrt an sich herab. Zwar war ihre Kleidung zerschlissen von all den Kämpfen, doch ihre Wunden waren spurlos verschwunden. Erstaunt davon hob Anya ihre rechte Hand an und betrachtete sie. „Wie …?“
      Fragend sah sie nach links, wo die Undying in weißer Robe, Zed, neben ihr verharrte. „Habt ihr mich gerettet?“
      Sie drehte sich zur anderen Seite, wo der bandagierte Stoltz sie mit einem nicht zu interpretierenden Blick musterte. „Sagt mir nicht, die verdammte Mördermumie-!?“
      „Anya“, rief Matt ihre Aufmerksamkeit zu sich, „niemand von uns hat dich gerettet. Die Undying haben nur mitbekommen, dass du hier aufgetaucht bist und uns dementsprechend hierher gebracht.“
      Ricther vor Zanthe und Matt nickte. „Erkläre mir, Anya Bauer, wie bist du aus dem Weißen Raum entkommen?“
      Worauf das Mädchen nur irritiert stammeln konnte: „Ich glaube, da war jemand, der mir geholfen hat. Aber wenn es keiner von euch war …“
      Und Valerie vollendete den Satz: „… wer dann?“


      Turn 88 – Goodbye For Now
      Nach ihrer Rettung heißt es für Anya Abschied von Ephemeria City zu nehmen. Während der Fahrt zum Flughafen lässt sie die Geschehnisse der letzten zwei Jahre Revue passieren. Bis eine unerwartete Begegnung …



      Verwendete Karten

      Spoiler anzeigen
      Anya

      Alexandrite Dragon
      Gem-Knight Sapphire

      Gem-Knight Pyrite
      Monster/Normal/Pendel
      Fels/Erde
      ATK/0 DEF/2800 (6) PSC: <8/8>
      Pendeleffekt: Einmal pro Zug: Du kannst 1 "Gem-Knight"-Karte von deinem Deck auf den Friedhof schicken.
      Monstereffekt:Einer der verlorenen Edelsteinritter, die nach einer langen Reise zurückgekehrt sind. Doch die Welt, die sie einst ihre eigene nannten, ist nicht mehr.

      Gem-Knight Emerald
      Gem-Knight Lazuli

      Gem-Knight Malachite
      Monster/Effekt/Pendel
      Aqua/Erde
      ATK/1000 DEF/1900 (4) PSC: <2/2>
      Pendeleffekt: Nur einmal, solange diese Karte als einzige in deiner Pendelzone liegt, kannst du "Gem-Knight Fusion" von deiner Hand vorzeigen; füge deiner Hand 1 offenes "Gem"-Monster in deinem Extradeck zu. Solange "Gem-Knight Fusion" durch diesen Effekt vorgezeigt wird, kann dein Gegner keine "Gem"-Karten in deinen Pendelzonen durch Karteneffekte zerstören.
      Monstereffekt: Wenn diese Karte als Fusionsmaterial für die Fusionsbeschwörung eines "Gem-Knight"-Monsters benutzt wird: Ziehe 1 Karte.

      Gem-Tiger
      Monster/Effekt/Pendel
      Fels/Erde
      ATK/1800 DEF/300 (4) PSC: <8/8>
      Pendeleffekt: Einmal pro Zug, während des Zuges eines beliebigen Spielers, wenn ein Angriff deklariert wird: Wähle 1 "Gem-Knight"-Monster von deinem Friedhof als Ziel; verbanne das Ziel und annulliere den Angriff.
      Monstereffekt: Wenn du 1 "Gem-Knight"-Monster in deiner Pendelzone aktivierst, wenn deine andere Pendelzone unbenutzt ist: Du kannst 1 "Gem"-Pendelmonster von deinem Deck aktivieren.

      Gem-Eyes Value Dragon
      Monster/Effekt/Pendel
      Drache/Erde
      ATK/2400 DEF/2000 (7) PSC: <5/5>
      Pendeleffekt: {????}
      Monstereffekt: (Wird immer als "Gem-Knight"-Monster behandelt)
      Einmal pro Zug kannst du den Typen dieser Karte zu Pyro, Aqua, Donner oder Fels ändern. Entsprechend ihres Typs erhält diese Karte folgenden Effekt:
      O Pyro: Einmal pro Zug: Füge deinem Gegner 500 Punkte Schaden zu. Du kannst diesen Effekt von "Gem-Eyes Value Dragon" nur einmal pro Zug aktivieren.
      O Aqua: Einmal pro Zug: Erhöhe deine Life Points um 1000. Du kannst diesen Effekt von "Gem-Eyes Value Dragon" nur einmal pro Zug aktivieren.
      O Donner: Einmal pro Zug: Wähle 1 offene Karte als Ziel; annulliere den Effekt des Ziels. Du kannst diesen Effekt von "Gem-Eyes Value Dragon" nur einmal pro Zug aktivieren.
      O Fels: Einmal pro Zug: Du kannst 1 Fusionsmonster als Fusionsbeschwörung von deinem Extra Deck beschwören, verwende dabei Monster, die du kontrollierst, als Fusionsmaterial, einschließlich dieser Karte.

      Gem-Knight Fusion
      Forbidden Lance

      Negate Attack

      Gem-Knight Master Diamond
      Gem-Knight Lady Brilliant Diamond

      Angel Wing Dragon
      Drache/Licht/Synchro
      ATK/2700 DEF/2000 (8)
      "Empfänger" + "1 Nicht-Empfänger-Monster"
      Nur einmal während des Duells: du kannst ein LICHT-Monster von deinem Deck auf den Friedhof legen. Wenn du dies tust: du kannst diese Karte ohne Empfänger-Monster als Synchrobeschwörung beschwören; die Summe der Stufe des Nicht-Empfänger-Monsters und der Stufe des so abgelegten Monsters müssen 8 ergeben. Aus Kämpfen mit dieser Karte trägst du keinen Kampfschaden. Wenn dein Gegner mit einem Monster eines deiner Monster angreift: du kannst diese Karte zum Ziel des Angriffs bestimmen. Während der End Phase des Zuges, in dem diese Karte auf dem Friedhof gelegt wurde: verbanne zwei Stufe 4-Monster von deinem Friedhof; beschwöre diese Karte als Spezialbeschwörung.

      Gardenia

      Infernoid Sjette
      Infernoid Attondel
      Infernoid Devyaty
      Infernoid Onuncu

      Void Expansion
      Void Vanishment
      Void Seer
      Miracle Dig

      Void Launch

      Valerie

      Gishki Shadow
      Gishki Vision
      Gishki Ariel
      Gishki Mollusk
      Moulinglacia The Elemental Lord

      Lyza The Ice Mistress
      Monster/Empfänger/Effekt
      Aqua/Wasser
      ATK/800 DEF/800 (2)
      Wenn diese Karte als Synchromaterialmonster für die Beschwörung eines WASSER-Synchromonsters benutzt wird: Annulliere bis zum Ende des Zuges die Effekte aller offenen Zauber- und Fallenkarten deines Gegners.

      Forbidden Arts Of The Gishki
      Salvage
      Pot Of Desires

      Energy Drain
      Lightforce Sword

      Coral Dragon

      David

      Nekroz Of Trishula
      Nekroz Of Decisive Armor

      Ritual Cage

      Sneedronningen
      Monster/Effekt/Excel
      Hexer/Wasser
      ATK/0 DEF/0 X10
      Kondition: 10 WASSER-Monster auf den Friedhöfen beider Spieler
      Wenn diese Karte durch Kampf mit einem angreifenden Monster deines Gegners zerstört wird: Die Lebenspunkte beider Spieler werden zu 0. Wenn diese Karte als Excel-Beschwörung beschworen wurde, spielst du bis zur End Phase den nächsten Zug deines Gegners mit seinen Karten. Danach überspringe deinen nächsten Zug.


      Well then ...
      Spoiler anzeigen
      Also es geht weiter.

      Oi. Valerie wusste gar Ned das die Karte vom Sammler ist? Übrigens hatte ich nen kleinen Lachflash bei der Vorstellung wie ihr Deck ein Arschloch sein kann. Keine Karten, keine 5 Wassermonster? Top Deck Moulinglica. Pot of Desiree... bannt Moulinglica xDLetzte Deckkarte und Rest auf dem Friedhof, Moulinglica^^ Damit scheidet David als Potentieller Mann aus. Den Drachen (Sammler) konnte der Ritter nicht bezwingen, da die doffe Prinzessin (David) ihn nicht tot sehen wollte. Matt würde noch passen, außer Anja gesteht sich ihre Gefühle ein. Mir ist das beim lesen nun Mal so vor gekommen das du ihr nen neuen Kerl suchst. Arme Valerie. Die tut mir echt leid. Sie dachte sich wohl noch in Season 1 "Scheiß auf den Main Charaktere Status! Ich will den Mann haben!". Bloß Dof wenn der Mann das Leben ruiniert.

      Anya hat nun inoffeziell gegen Gardenia verloren. Wer ist ihr Retter? Ihr Dad? Ghost Nappa? Leviar mit Körper?
      Ihr Nobody Status (falls dir Kingdom Hearts was sagt) ist auch interessant.

      Hiermit Stelle ich folgende Theorie auf:
      Anja ist ein Wesen das es nicht geben darf der Grund ist: Sie hat kein Schicksal. Sie ist geboren wurden durch das ständige Verändern des Schicksals. Die Manifestions der toten Partikel des Schicksalsfluss. Der Anfang von TLA ist der Moment wo Anja zu Leben beginnt. Kali war davor die richtige Anja. Sie wurde "verdrängt" durch eben diese. Anja hat zwar kein Schicksal beinflusst aber alle um sie herum. Etwas das kein Schicksal hat passt nicht zu allen Leuten die ein Schicksal haben. Der Sammler, Gardenia und Kali aka die richtige Anja wissen das. Der Sammler möchte Anja mit allen 7 Artefakten ausstatten um den Planet Eater zu vernichten oder um die Kontrolle von diesem zu übernehmen. Da der Schicksalsfluss dafür sorgt das der Planet Eater nie eine Welt zerstört, außer diese ändert ihr Schicksal dazu.

      Zu Nick: Ich meine so was wie "Endboss" gefährlich. So meine Theorie war das Nick der wahre Endgegner wird. Da er machtbesessen wird. Da die Conquer Soul eine Fähigkeits Diebstall Skill ist und Nick weiß das. Der echte Nick während auch interessant vor allem so als Trans Gender Tunte. So ein extrem Gegensatz: Der falsche Nick mit Power voll gepumpt vs der echte den keiner leiden kann. XD Der Grund warum Nick so cool ist eben das er quasi Batman in TLA ist. Anja ist Supermann (Provokation ist Kryptonit). Valerie ist Wonderwoman. Zanthe Capt Marvel, Marc Hawkgirl, Aby Aquamann und Matt ist der Marsianer.

      Suche Spieler aus Bayern/Schwaben die in der Nähe von Günzburg/Giengen/Dillingen/Lauingen und Gundelfingen an der Donau wohnen. pls PN an mich :) :thumbsup: :drunk: :cain: :verschwoerung:
      @-Aska-

      Wie die Zeit vergeht, jetzt ist es schon wieder fast ein Monat mehr. Und ich hab immer noch den Scheuklappenblick abseits des Spoiler-Forums. xD

      Das stimmt, normal wäre sie nicht der Typ. Interessant fand ich halt, dass durch Zed's Psychotricks Anya allein schon in eine gefährliche Richtung gedrängt worden ist. Und wer weiß, wie das am Ende ohne Levriers Einschreiten ausgegangen wäre?

      Am Ende hätte der Sammler dann einfach seine Beine gegriffen und Claymore-like wieder angeheftet, und sich lediglich darüber beklagt, dass sein Anzug jetzt besudelt ist. Jk, wenn er schon nach einem Stich so schwer angeschlagen ist, hätte eine komplette Teilung vermutlich mehr 'Schaden' angerichtet.

      Anya hat andererseits in den Extremsituationen in letzter Zeit auch ohne Levrier immer wieder bewiesen, dass sie zu Höchstleistungen fähig sein kann.




      Folge


      Wie gewohnt eine interessante Folge, wobei diese weniger Antworten, als vielmehr Ergebnisse geliefert hat. Denn weder beim Sammler noch bei der Gardenia-Fraktion sind wir wirklich schlauer geworden. Dennoch wusste es so kurz vor dem Ende der Staffel weiterhin zu überzeugen.

      Aber okay, erstmal zu den Duellen. Finde, der Abschluss bei Valerie war sehr gut gewesen. Weil mal ehrlich, so hohe Chancen konnte man ihr sowieso nicht wirklich ausrechnen, weil sie den Sieg ausschließlich von Moulinglacia, und damit der Sammlerkarte, abhängig gemacht hatte. Das war irgendwie schon ein schlechtes Omen, wenn man sich ausgerechnet darauf verlässt (auch wenn sie dies nicht wusste, für uns dennoch erahnbar). Dennoch wäre natürlich die Chance gewesen, dass sie gewinnen könnte, denn ein Sieg von ihr bedeutet ja nicht automatisch, dass sie im Anschluss dem Sammler den Rest geben hätte können. Da hätte es noch so viele Variablen gegeben, die sich ihr hätten in den Weg stellen können.
      Daher gefiel mir auch das Ende, wie trotz ihrer Bemühungen das Schicksal des Sammlers nochmal vertagt worden ist. Auch war es interessant, dass offensichtlich ihre Erinnerungen nach dem Duell 'manipuliert' worden sind, so dass alles verschwommen und wie bei einem Traum wirkte.
      Wichtiger ist aber die Frage, wie sich diese Niederlage letzlich auf ihre Psyche auswirken wird. Das war ja, unabhängig von den Dingen, an die sie sich noch erinnert, sogesehen eine richtig üble Klatsche, wo sie praktisch um den Sieg 'beschissen' worden ist. Das kann dann in beide Richtungen gehen, entweder Selbstzweifel, oder vielleicht sogar Kampfeswillen. Bei der kurzen Szene war da noch nicht möglich, ein Urteil zu fällen, wie es nun in ihr aussieht.

      Anya ihrerseits war am Ende ebenso zu einer Niederlage verdammt. Aber auch hier war es schwer, etwas anderes zu erwarten, immerhin war ihre Gegnerin eine der Big-5 auf den gleichen Niveau wie der Sammler oder Xiphos. Da kann man nicht von ausgehen, dass man die so einfach besiegt, außer sie wollen es. Davon ab hatte sie schon zwei Siege errungen, die sie körperlich sehr verausgabt hatten.
      Zudem finde ich, hätte ein Sieg Anyas gegen Gardenia ihr vom Effekt her auch gar nichts gebracht. Dadurch wäre sie da wohl auch nicht aus dem Weißen Raum rausgekommen. Und hätte weiter hilflos auf Kalis 'Rache' warten müssen.
      Ihre neue Pendelkarte Gem Eyes war sehr nice und denke ich zurecht in ihrem Duell der Hauptfokus mit seinen typabhängigen Effekten geween. Denke die wird auch später mit ihrer Flexibilität starke Antworten für die verschiedenen Gegner bieten.

      Was ihre letztliche Rettung angeht, denke die Identität ihres Retters wird auch auf jeden Fall ein Plottwist für sich sein sobald er drankommt. Denke nicht, dass es so einfach ist, wie du es uns weismachen willst. Gardenia selbst hat ja gesagt, dass ohen ihren Willen gelinge niemandem der Zutritt, nicht einmal dem Sammler oder den Undying. Daher kann man nur erahnen, dass die Person sehr mächtig ist, oder in irgendeiner Form bereits "Zugang" zum Weißen Raum erhalten hat.
      Zumal ja die Sache mit der Excel Beschwörung ja auch so etwas für sich schon ist. Nach Kyon gäbe es ja aktuell (Stand: -12 (?) Folgen) nur drei Personen, die überhaupt eine Excel Karte haben. Er, David und Exa. Zwei davon sind ja schonmal nicht Excel Dragon. Theoretisch könnte es also auch Kyon sein, denke gepflegte Schuhe würden auch genauso gut zu ihm passen. Wobei mein Tipp wohl deutlicher auf einer vierten Person liegt. Meine Theorie dazu kennst du ja bereits, auch wie man möglicherweise in den Weißen Raum ohne EInladung kommen könnte.
      Auf jeden Fall verheißt die Klärung dieses Rätsels noch spannend zu werden. Zumindest hoffe ich es ^^


      Was auch noch gut war, war aus meiner Sicht die Szene mit Nigel. Zum Einen kamen mit seinen ernsten Warnungen irgendwie doch noch Details und Antworten bei rüber. Außerdem empfand ich es als gelungen, wie sein Charakter nun geradezu neutral rüberkommt, nun, da er durch seine Rolle als Hüter und Beschützer von Claire nicht mehr zum Antagonisten verdammt ist. Denn ohne das Artefakt noch länger beschützen zu müssen, gibt es für ihn nüchtern betrachtet keinen Grund mehr, Zanthe feindlich gegenüberzustehen.
      Aber am meisten interessant war da wohl düstere Ausblick auf die mögliche Anwendung der Artefakte, welcher früher oder später sicher entsprechend relevant werden dürfte.
      Nein, vielmehr hoffe ich bei Anya sogar, dass eine dadurch erweckte negative Seite zum Vorschein kommt, weil die Macht der Artefakte sie zu falschen Entscheidungen verführt. Denn eigentlich ist Anya ja trotz ihrer Marotten von guter Natur. Trotzdem denke ich bei ihr immer, dass sie permanent auf einem schmalen Grat wandert. Solange sie ihre Freunde hat und es so bleibt, kein Problem, aber ohne die könnte womöglich ein kleiner Schubs reichen, sie *hust* auf die dunkle Seite zu stoßen. (Eine Star Wars Referenz musste irgendwie nochmal sein xD)
      Insofern, wer weiß, was passiert, wenn sie die Kräfte der Artefakte wie Nigel Zanthe gewarnt hat, am ENde wirklich missbruacht und damit sogar am Ende ihren wichtigen Freunden gar schadet. Da wird potentiell ein wirklich düsterer Schatten geworfen.

      Insgesamt endet die Folge mit ein paar kleinen Erfolgen (Undying als Verbündete/Anya konnte gerettet werden, auch wenn keiner wirklich weiß, wie), aber die Hauptziele sind beide nicht erreicht worden und somit bis auf Weiteres vertagt. Und wer weiß, neben dem Sammler könnten sie mit Gardenia am Ende noch einen weiteren, ebensogroßen Widersacher gewonnen haben? Vielleicht brauchen sie entsprechend mal neue Verbündete, anstatt nur noch mehr Feinde xD

      Die Vorschau auf die nächste Folge klingt mit den Reminiszensen nochmal nach einem schönen Abschluss für die Staffel, um all die wichtigen Ereignisse aufzuarbeiten. Und abseits davon scheint uns auch noch Handlung in der Gegenwart zu erwarten, mit der unerwarteten Begegnung und so ;)

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      .:: Cold Desire - Reboot in Arbeit ::.
      So, dann wollen wir das Fest der Auferstehung mal nutzen, um eine neue Folge zu posten.
      Ich bedanke mich bei euch und wünsche schon mal viel Spaß!

      @WiR
      Woher sollte Val das auch wissen? Anya hat es ihr nie erzählt. Gut, das hätte sie offscreen tun können – hat sie aber nicht. Ansonsten ist Val eben auch eine kleine Glücksspielerin.
      David und ihr Mann? Ne, lass mal. XD
      Ansonsten lol, hätte sie mal doch lieber den MC-Status gewählt. ^^

      Kingdom Hearts sagt mir was. Deswegen ist doch voll klar, dass Anya von Naxay gerettet wurde.

      Deine Theorie zu Anya ist auch wirklich interessant. Ich würde gerne mehr dazu sagen, aber das könnte unter Umständen spoilern, also muss ich's leider sein lassen.

      Und wer ist dann Logan? Wolverine …? xD
      … das würde sogar passen, da ich mich davon hab inspirieren lassen.
      Aber ich glaube, wir sind grad im falschen Superhelden-Universum.

      Danke für deinen Post!

      @Evil Bakura
      Solange es keine Augenbinde ist, kann man's wohl verschmerzen. XD

      Wer sagt, dass der Sammler das nicht kann? Manche tragen zuhause keine Hose, der ist gleich komplett ohne Unterleib unterwegs. XD

      Was die Folge angeht: Ich weiß ja, dass du nicht wirklich glücklich wegen des Ausgangs bist. Ich hätte gerne mehr Antworten geliefert, aber das ist eben alles noch Zukunftsmusik. Trotzdem danke für das Lob.

      Valerie hatte wirklich gute Chancen. Hätte ihr die Schneekönigin nicht dazwischengefunkt, hätte sie das Ding gewonnen. Aber so ist das eben mit Excel-Monstern. Die kommen plötzlich aus dem Nichts. Wobei du natürlich Recht damit hast. Sieg =/= Sammler tot.
      Wir müssen wohl nicht drüber reden, dass man schon während des Duells gemerkt hat, wie geknickt sie ist.

      Dagegen sahen Anyas Chancen von Anfang an schlecht aus. Gardenia hätte auch schon viel früher gewinnen können, wie ich – meiner Meinung nach – auch ganz dezent angedeutet hatte. Aber diese Hexe ist eine sehr neugierige.
      Auch hier hast du Recht: Ein Sieg hätte Anya gar nichts genützt. Es sei denn, sie hätte Gardenia danach irgendwie mit dem Tod erpressen können, wozu sie aber gar nicht die Kraft gehabt hätte.

      Wegen den Excel-Karten möchte ich allerdings widersprechen. Es gibt drei offizielle Besitzer, aber das sind der Sammler, Kyon und derjenige, der sie geschaffen hat. Exa hatte jene damals offscreen abgelehnt und dann gegen Kakyo mit der Kraft seines Artefakts eine eigene erschaffen.

      Nigel ist in der Tat kein Schlechter, wenn man nicht gerade auf Kriegsfuß mit ihm und/oder seinem Protegee steht. Deine Bedenken hinsichtlich Anya kann ich nur nachvollziehen. Mal sehen …

      Vielleicht hat Anya übrigens mehr Verbündete als du denkst? ;)

      Auch dir danke für deinen Post!


      Turn 88 – Goodbye For Now
      „Dein Koffer packt sich nicht von alleine“, schnarrte Zanthe im Hintergrund.
      Entgegen der eindeutigen Aufforderung sah Anya jedoch aus dem großen Panoramafester ihres Hotelzimmers, betrachtete gedankenverloren den Wolkenkratzer gegenüber, der einmal mehr auf dem holografischen Display Werbung von Claire Rosenburg zeigte. Wie war sie hier überhaupt gelandet, fragte sich Anya?

      Vor etwas über einem Jahr begann meine Reise ins Verderben. Der Immaterielle Another versuchte das Tor Eden zu öffnen, um seinem Volk die Flucht von der Erde zu ermöglichen, die schon bald einer Bedrohung namens 'wahrer Feind' ausgesetzt sein würde. Doch er scheiterte, das Tor wurde zusammen mit dem ihm beherbergenden Turm von Neo Babylon zerstört und alles änderte sich für mich und meine Freunde, die Teil von Anothers Plan waren, zum Guten.

      Anya legte die Hand auf das Glas, wechselte ihren Fokus auf die eigene Reflexion in der Scheibe.

      Zumindest hätte es so sein sollen. Aber vor ein paar Monaten wurde ich vom Diener des Sammlers, Kyon, zu diesem geführt. Er, der mir schon in der Vergangenheit geholfen hatte, Another zu entkommen, war letztendlich derjenige, der bei all dem irgendwie seine Finger im Spiel hatte. Ob alles von Anfang an von ihm arrangiert worden war oder ob er lediglich die Gunst der Stunde genutzt hatte, das habe ich nie wirklich herausgefunden.
      Er stellte mir ein Ultimatum. Vom Tag dieser Begegnung an würde ich in 100 Tagen sterben, sofern ich nicht bestimmte Gegenstände für ihn sammeln würde. Die Hüterartefakte. Damals sagte er mir nicht, was er damit beabsichtigte.


      „Wie lange willst du noch Löcher in die Luft starren?“, maulte Zanthe hinter ihr, der längst mit dem Packen fertig war und ungeduldig wartend auf dem Bett in der Mitte saß. „Wenn wir wegen dir den Flug verpassen, werde ich dich eigenhändig erwürgen. Ich will nur noch raus aus dieser Stadt.“
      Genervt drehte sich Anya zu ihm um. „Halt die Klappe, Flohpelz!“

      Kurz darauf musste ich auch noch erfahren, dass Nick mir all die Jahre etwas vorgelogen hatte. Er war gar kein Idiot, sondern tatsächlich ein Meisterhacker und Genie. Also ein ziemlich kluger Idiot. Glaub ich zumindest. Aber hey, er ist jetzt nützlicher als jemals zuvor, also beklage ich mich nicht – auch wenn ich sein schlechtes Gewissen noch eine Weile ausreizen werde.
      Wenig später begegnete ich dann Zanthe, dem ersten Hüter und Eigenbrödler, der lieber in einer engen Höhle hauste, statt unter die Leute zu gehen. Ich konnte ihn besiegen und gewann [Angel Wing Dragon] … und nicht ganz freiwillig seine Freundschaft. Aber er ist ganz okay, glaube ich. Seitdem begleitet er mich.
      Kurz nach unserer Rückkehr wurde Nick von Kali angegriffen, die einen ziemlichen Groll gegen mich hegt, warum auch immer. Die dämliche Kuh arbeitet mit Zachariah, meinen Bruder, zusammen und hat mir sogar die Duel Disk meines Vaters gestohlen.

      Anya stöhnte laut auf und löste sich endlich vom Fenster, schlenderte zu ihrem Bett in der Ecke, auf dem ihr offener, chaotischer Koffer lag.

      In dem Zeitraum bin ich auch zum ersten Mal dem Zwerg begegnet, Logan. Er hat mir mehr als einmal aus der Patsche geholfen, zum Beispiel indem er das andernfalls tödlich endende Duell mit Zach unterbrach oder mir sein D-Pad lieh. Er ist etwas wortkarg, aber ebenfalls jemand, den ich einigermaßen ertrage.
      Anders als eine andere Person, die einige Tage später ihre Hochzeit feierte. Oder eher feiern wollte, doch 'leider' kam etwas dazwischen. Zwei Dämonenjäger namens Harris und Edna, die die ganze Party gecrasht haben. Das war eine Schlacht. Alle waren gekommen um diesen besonderen Tag meiner Erzfeindin Redfield zu feiern. Die Schnöselgeschwister Henry und Melinda, meine beste Freundin Abby … nur 'unsere' Dämonenjäger Matt und Alastair nicht. Matt ist übrigens der mit dem schwarzen Haar da drüben, der irgendwie alles, was er anpackt, gründlich versemmelt. Vielleicht ganz gut so, dass er mit Abwesenheit geglänzt hat.

      „Was guckst du mich so an?“, fragte der Dämonenjäger im schwarzen Hemd verwirrt, als Anya ihn die ganze Zeit beim Packen anstarrte.
      Die grinste schelmisch. „Nichts.“

      Nachdem Marc, Redfields Verlobter, in einem Wutausbruch diesen Harris durch die Wand gejagt hatte, mussten die beiden Kackbratzen notgedrungen fliehen. Weil alle glaubten, die wären wegen mir da gewesen, habe ich meinen Freunden letztlich von meinem kleinen Sammler-Problem erzählt.
      Tja und kurz darauf saß ich dann in einem Zug nach San Augustino, wo Matt und Alastair sich zur Ruhe gesetzt hatten. Ausgerechnet in so einem schäbigen Waisenhaus. Ich hab gleich gemerkt, dass die am liebsten gar nichts mehr mit mir zu tun haben wollten, so abweisend wie sie waren. Aber sie haben mir geholfen, den zweiten Hüter zu beschwören, Drazen.
      Keiner hätte ahnen können, dass der nach seinem Duell mit Matt den Löffel abgibt, weil er nur durch das Hüterartefakt [Gravity Impulse Titanium Guardian – Heavy T] über Jahrhunderte hinweg kaum gealtert ist. Und als wäre das nicht schon genug gewesen, ist dann noch ein Wesen aufgetaucht, das sich selbst als Undying bezeichnet: Stoltz. Gekommen um all jene, die die Hüterartefakte an sich reißen, zu bestrafen, hatten ich, Zanthe und Matt selbst zusammen keine Chance gegen ihn und mussten fliehen.


      „Fertig“, meinte Anya schließlich, nachdem sie die restlichen ihrer Klamotten in den Koffer gestopft und diesen mit roher Gewalt gerade so zum Schließen gebracht hatte.
      Zanthe sprang vom Bett auf. „Können wir jetzt endlich auschecken?“

      Nachdem -wir- aus Hotel Bruchbude ausgecheckt hatten, wohlgemerkt mit Matt im Gepäck, gings wieder zurück nach Livington. Nick hatte irgendwas angestellt und sich am Arm verletzt und war seitdem auch irgendwie sehr komisch drauf, aber mein eigentliches Problem war Logan. Ich kann nicht mal mehr genau sagen, was mich geritten hat, aber nach einem Freundschaftsduell gegen ihn hab ich ihm alles über mich erzählt. Mit dem Resultat, dass er mich für eine Lügnerin hielt und im Streit abgehauen ist.
      Wenig später hat sich dann so ein dubioser Typ namens Aiden Reid bei mir gemeldet und wollte mich unter dem Banner seiner Firma beim Legacy Cup anmelden, einem Turnier, in dem der Sieger die Chance erhielt, die amtierende Weltmeisterin Claire Rosenburg auf ein Duell herauszufordern.
      Nick aber wollte das nicht, sagte mir, dass man Aiden nicht vertrauen könne. Als ich das Treffen mit Nick und Aiden etwas 'aufgebracht' verließ, traf ich auf einen weiteren Undying namens Ricther, der mich ebenfalls töten wollte, wenn ich die Jagd nach den Hüterartefakten nicht abbrach. Aber was sollte ich sonst tun!? Am Ende konnte ich ihn mit Levriers Hilfe in die Flucht treiben, doch das sollte nicht das letzte Mal sein, dass ich ihm begegne.

      Außerdem musste ich am Legacy Cup teilnehmen, denn ausgerechnet Claire Rosenburg war eine der Hüterinnen und galt ansonsten als unerreichbar.

      Inzwischen saßen Anya, Matt und Zanthe auf der Rückbank eines Taxis. Sie waren auf dem Weg zu Valeries Hotel, da diese denselben Flug zurück in die Heimat nehmen würde wie sie. Anya stöhnte.
      Sie musste sich noch bei ihrer Erzfeindin bedanken, wohl oder übel.

      Aber nicht nur bei ihr, auch bei Melinda und Henry. Wären sie nicht gewesen, hätte ich wohl nie am Legacy Cup teilnehmen können. In einem fingiertem Duell während eines Presse-Events haben sie mir Zutritt verschafft. Dass sie dabei mit Nick zusammengearbeitet haben, erfuhr ich erst danach und ebenso, dass beide sich während des Duells zurückgehalten haben. Aber dieses eine Mal war es okay.
      Nicht okay war dagegen, dass irgendeine Kuh während dieses Abends mein Deck gestohlen hat und damit auch meine beiden Hüterkarten. Ich habe zwar versucht, zusammen mit Melinda und Kameraaufnahmen herauszufinden, wer dieses Miststück war, doch außer das Material Nick zuzusenden, konnten wir nicht viel tun.
      Ausgerechnet dann griff mich auch noch die dritte der Undying, Zed, an und das nicht etwa in einem Duell, sondern in meinem eigenen Verstand. Hätte sich Levrier nicht eingemischt und sie kurzerhand in meinem Elysion ihres Platzes verwiesen, wäre ich wohl ungewollt eine Brücke heruntergesprungen und ertrunken.


      Als Valerie dazu stieg, begann Matt zu strahlen, wie Anya aus den Augenwinkeln bemerkte. Obwohl sie zu viert kaum Platz auf der Rückbank hatten, bestand der asiatische Taxifahrer mit allem Nachdruck, dass -niemand- den Beifahrerplatz benutzte. Anya konnte sich beim besten Willen nicht erklären warum.
      „Alles okay?“, fragte die Schwarzhaarige von der anderen Seite des Wagens. „Du siehst abwesend aus. Sind deine Wunden noch nicht verheilt?“
      „Mir geht’s gut“, murrte Anya.

      Typisch Redfield. Obwohl es ihr selber wohl kaum gut geht, sorgt sie sich mehr um andere als sich selbst. Deswegen hat sie mich auch extra einen Tag vor Beginn des Turniers auf ein Stadtfest mitgenommen, nur um mich aufzuheitern. Dort bin ich auch das erste Mal Othello Nikounaussprechlich begegnet, dem Rollstuhl-Kiddo, das inzwischen als Pionier der Pendelbeschwörung gilt. Damit hatte er Marc an diesem Abend ziemlich fertig gemacht.
      Ich hatte mich mit dem Gedanken abgefunden, mir an irgendeinem Stand Karten zu kaufen, um ein neues Deck zu bauen, als mir plötzlich Logan über den Weg lief. Alles war … irgendwie wieder okay zwischen uns, er hat mir sogar sein Deck für das Turnier geliehen. Der blöde Flohpelz spottet immer, dass er mein Ritter in glänzender Rüstung wäre und wenn ich ehrlich bin, irgendwie war er das auch. Was ihm aber niemand extra aufs Brot zu schmieren hat!

      Während die anderen sich unterhielten, fiel Anya ganz erschrocken ein, dass sie Logan sein D-Pad und das Deck ja noch zurückgeben musste. Irgendwann. Sofort sank sie betrübt in ihren Sitz zurück. „Shit …“

      Die Vorrunden des Turniers fanden im Ephemeria Bridge Stadium statt. Unter offenem Himmel wurden auf unzähligen Duellfeldern acht Runden ausgetragen, bei denen wir nach Punkten bewertet wurden. Bei mir lief es nicht schlecht, aber ein einziger, verdammter Punkt hatte mich von den Endrunden getrennt. Zumindest bis zu dem Augenblick, als einer der Turnierteilnehmer freiwillig aufgab und ich nachrutschte.
      Darüber freuen konnte ich mich aber nur sehr kurz, denn wie sich herausstellte, war mein dämlicher Bruder ebenfalls mit dabei. Und der sollte im Achtelfinale auch noch mein erster Gegner werden. Um ein Haar hätte er mich vor einem Millionenpublikum mit seiner verfluchten Zauberkarte [Noble Arms – Excaliburn II] abgeschlachtet, aber Levrier, den er ebenfalls arg durch die Mangel genommen hatte, konnte ihn angemessen für seine Dreistigkeit bestrafen.

      Anya grinste, als sie aus dem Fenster die Stadt an sich vorbeifliegen sah.
      Nebenbei hörte sie zu, wie Zanthe und Matt über die übrigen Hüter diskutierten.
      „… noch knapp einen Monat und gerade mal drei Artefakte“, meinte der Werwolf, „und von den übrigen vier Hütern wissen wir nur um die Identität eines einzigen mit Gewissheit, und nicht einmal dessen Aufenthaltsort.“
      „Erfolgreich war das nicht“, gab Matt ihm Recht. „Aber …“
      Doch die Blonde, die wusste, dass sie lieber zuhören sollte, driftete trotzdem im Gedanken ab.

      Matt war während ihres Achtelfinalspiels extra nach Greenville gereist, um den dort lebenden Hüter, Mr. Carrington, zu besuchen. Dort wurde er von diesem seltsamen Lee Anderson-Typen, sozusagen dem Diener der Familie, angegriffen. Es stellte sich heraus, dass Mr. Carrington längst gestorben und seine Kräfte auf jemand anderes übergegangen waren. Matt vermutete inzwischen, dass dieser jemand Harris war, Ednas Partner, aber wirklich sicher war er sich nicht. Aufs Maul bekommt der aber so oder so noch mal extra, so viel steht schon mal fest!
      Was Nick in der Zeit getrieben hat, keine Ahnung. Vermutlich für seine neue Firma gearbeitet, irgendeinen Pakt mit einem Programmierdämonen eingegangen, um für Erfolg zu sorgen, was weiß ich!
      Natürlich hat mir keiner zugetraut, im Viertelfinale den Ex-Weltmeister Jack Leonhard Jr. zu besiegen, der am Ende irgendwie enttäuschend schwach war. 'kay, vielleicht lag es an der wirklich guten Vorbereitung, die vielleicht auch ein bisschen Summers und dem Flohpelz zuzuschreiben ist, aber hey, das hätte ich auch ohne die geschafft, klar!?
      Da ich es inzwischen gewohnt war, aus dem Nichts angegriffen zu werden, hätte es mich ehrlich gesagt nicht überraschen dürfen, dass ich auf dem Rückweg ins Hotel beinahe von so einem merkwürdigen Samurai-Masken-Dämon gekillt worden wäre. Dass aber Ricther sich eingemischt und vor mich gestellt hat, damit hätte wohl keiner gerechnet. Ebenso, dass so ein merkwürdiger Blondschopf mit Rasterzöpfen ebenfalls mit von der Partie war und den Chef der Undying in feine Scheibchen schnippeln wollte. Das war das seltsamste Vierer-Duell meines Lebens, dem ich dank des Blondies knapp entkommen konnte. Der verschwand dann auch genauso schnell wieder, wie er gekommen war.

      Das Taxi hielt schließlich vor dem Haupteingang des Flughafens an, dessen Front aus einer riesigen, weitflächigen Glasfassade bestand. Der ganze Bereich war überdacht, gestützt von schweren Säulen, die den Duel Monsters-Charakteren [Elemental HERO Neos] und [Dark Magician] nachempfunden waren.
      Überall waren Leute, viele mit D-Pads und Duel Disks an den Armen.

      In dem ganzen Wirrwarr hatte ich meine 'Pitchest Black List' vergessen, auf der die Namen all jener standen, die einmal von mir ohne Fremdeinwirkung im Duell besiegt werden mussten. Das waren an die zwanzig Stück, ohne Scheiß! Eine der ersten war Melinda, mit der ich wegen der Turniersache sowieso noch ein Rematch auszutragen hatte. Dabei wollte ich auch gleich lernen, wie man Pendelmonster am besten besiegt, aber auch wenn ich gewonnen hatte, klappte das nicht so wirklich. Redfield war ihrerseits auf denselben Gedanken gekommen, besonders weil Othello es zu diesem Zeitpunkt ebenfalls weit im Turnier gebracht hatte.
      Wie passend, dass das erste Halbfinale dann aus der Begegnung zwischen uns beiden bestand, ihr und mir, Rivalen bis aufs Blut. Inzwischen hatte Nick mein Deck zurück organisiert, sodass ich wieder in alter Stärke auftreten konnte.

      Seltsame Dinge geschahen während des Duells, auf die ich nicht näher eingehen möchte, weil sie allein der Blödheit der Schwanenprinzessin zuzuschreiben waren. Oder sollte ich noch 'gefallenen' hinzufügen? Denn das Duell, das eigentlich mit ihrem Sieg hätte enden sollen, wurde im letzten Zug unterbrochen, da sie eine verbotene Karte gezogen hatte.
      Ohne ein Wort ihres Unschuldsbekenntnisses zu glauben, wurde sie vom Turniergremium disqualifiziert. Idioten! Wer war so dumm, auf so plumpe Weise zu betrügen?
      Ich bin bereits am nächsten Tag auf die Antwort gestoßen, wer ihr die Karte untergejubelt hatte: Butcher! Ausgerechnet Redfields Verlobter! Hatte Schiss bei dem Gedanken bekommen, Redfield würde sich gegen die unbesiegte Claire Rosenburg duellieren, die genau wusste, dass wir hinter ihr her waren und weil seine Worte nicht bei Redfield ankamen, hat er die beschissene Karte in ihr Deck gemogelt.

      Im Nachhinein hätte ich einfach die Klappe halten sollen, aber diese Dummheit, diese Ungerechtigkeit hat mich einfach angekotzt. Der Pfosten hat es auch nicht besser dadurch gemacht, indem er sich in aller Öffentlichkeit zu der Tat bekannt hatte – Redfields Ruf war bereits ruiniert und daran wird wohl so schnell niemand mehr etwas ändern können …

      Als alle aus dem Taxi gestiegen waren, wurden sie sofort von zwei Reporterinnen samt Kameramännern angesprochen, die scheinbar gehofft hatten, Teilnehmern des Legacy Cups zu begegnen. Entgegen Anyas Vorstellungen, die beiden aufgetakelten Weiber zu verprügeln, riet Valerie ihr dazu, einfach ein paar Sätze in die Kamera zu sagen. Währenddessen bezahlte Matt den Taxifahrer.
      Halbherzig nuschelte die Blonde ein paar positive Worte über ihr Duell gegen Othello.

      Yeah, letztendlich hatte das Rollstuhl-Kiddo sich gegen Kakyo Sangon durchsetzen können, der mich während der Vorrunden besiegt hatte. Ich meine, der Tag konnte doch nur beschissen laufen, wenn du aufstehst und unter deinem Bett eine Kackbratze mit Rotzbremse siehst, die dir anscheinend die ganze Zeit nachgestalkt ist. Das war dieser Typ, Lee, den Matt sich irgendwie eingetreten haben musste. Anscheinend hat seine Herrin ihn geschickt, um Infos mit uns zu teilen, die er aber nicht ausspucken wollte. Da wir keine Zeit für ihn hatten, mussten wir ihn geknebelt im Badezimmer zurücklassen, von wo er irgendwie entkommen ist.
      Mein Duell gegen Othello und damit der letzte Stein im Weg zu Claire Rosenburg war einfach wichtiger. Leider erwies sich der Knirps als knallharte Nummer mit tragischer Geschichte. Durch einen Unfall wurde sein Herz zerstört. Das Spenderherz wurde von seinem Körper abgestoßen, bei der Transplantation eines künstlichen fing er sich eine böse Infektion ein, die seitdem an ihm nagt.
      Ich kann selbst nicht mehr nachvollziehen warum, aber irgendwas in mir wollte das Duell aufgeben, um ihm seinen Traum zu verwirklichen, als Schlächter von Claire Rosenburg in die Geschichte einzugehen. Zum Glück konnte er mich aus diesem Sentimentalitätsalbtraum aufwecken, sodass wir das Duell ohne solchen Blödsinn beenden konnten. Tja, er hat mich geschlagen.
      Leider hatte er bei dem blonden Biest nicht so viel Glück. Die hat ihn zerlegt, nicht anders herum. Mein Plan, ihn als Stellvertreter für mich ins Rennen zu schicken und ihr Artefakt heimlich zu mopsen, ging damit nicht auf. Aber hey, dafür habe ich einen neuen Freund gewonnen. Immerhin etwas, schätz' ich.


      Anya starrte so abwesend an den Reporterinnen vorbei, dass sie gar nicht bemerkte, wie die nun Valerie mit Fragen beharkten. Die wich erschrocken zurück und bat darum, nicht weiter befragt zu werden. Die Schnepfen ließen allerdings nicht locker. Da so viel Ehrgeiz selbst die Blase von Anyas sowieso viel zu vernachlässigter Gedankenwelt durchdrang und damit zu einem unerwünschten Störfaktor wurde, musste die Blonde gezwungenermaßen einschreiten.
      „Lasst sie in Ruhe!“, fauchte sie und stellte sich vor die Größere. „Ich bin hier der Star, verstanden? Wenn ihr Fragen habt, dann stellt sie gefälligst mir!“
      „Danke“, hörte sie Valerie leise hinter sich murmeln.
      Matt und Zanthe stellten sich ebenfalls vor die Schwarzhaarige, wobei Letzterer freundlich meinte: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Miss Redfield gerade keinen Kopf für solche Interviews hat. Das, was ihr Verlobter getan hat, ist nicht so leicht zu verdauen. Geben Sie uns Ihre Visitenkarten. Sie wird sich melden, sobald sie darüber reden möchte.“
      Zwar sahen die beiden Damen vom Fernsehen alles andere als überzeugt aus, nickten sich aber gegenseitig zu, um nicht selbst in einem schlechten Licht dazustehen. Zanthe bekam die gewünschten Karten und schmiss sie, als sie das Innere des riesigen Flughafens betreten hatten, in den nächstbesten Mülleimer.

      Tja, mit Othellos Niederlage war mein Plan B vielleicht in Rauch aufgegangen, doch Plan A, Claire selbst zu stellen, hatte sich bereits im Vorfeld wieder, nun, auf den Plan gerufen. Als ich Othello die Handschuhe des Sammlers gegeben hatte, waren mir Claire und ihr Manager, Nigel McPherson, im Gang der Duellarena begegnet. Sie bot von sich aus an, in zwei Tagen ein Duell auszutragen. Jedem von uns war klar gewesen, dass das nur eine Falle war, um mich, die Bedrohung, auszuschalten.
      Zusammen mit Logan habe ich mich auf das angekündigte Riding Duel vorbereitet. Es war ein cooles Gefühl, auf einem Motorrad zu sitzen, während man sich duellierte. Auch wenn derjenige, der sich das ausgedacht hat, trotzdem nicht ganz knusper ist.
      Dann kam er auch schon, der Tag der Abrechnung. Claire war eiskalt und unantastbar, so schien es. Aber mehr war es auch nicht, wie ich letztlich durch Nick erfuhr. Nur Schein. Schall und Rauch. Claire war eine Betrügerin, die durch einen Pakt Unbesiegbarkeit erlangt hatte. Vor Wut hätte ich sie am liebsten kalt gemacht – Ich meine hey, die Riding Duel-Strecke wurde durch unser Duell schon genug demoliert, wen hätten da noch ein paar Körperteile gestört!? – aber Levrier musste sich ja wieder einmischen. Tch! Ich habe alles gegeben, aber selbst mit den neuen Karten aus dem Deck, das Mr. Palmer mir geschickt hat, konnte ich sie nicht besiegen. Irgendetwas hat mich kurz vor der Ziellinie, welche ich als Alternativmethode zum Sieg als Erste hätte überqueren müssen, gerammt und von der Strecke geschmissen.

      Dabei ging nicht nur Logans D-Wheel drauf, nein, auch sein guter Ruf. Denn wie sich herausstellte, wollte McPherson die Zerstörung der Strecke dazu nutzen, mich hinter Gitter zu bringen. Und dann hat dieser blöde Zwerg die Schuld dafür auf sich genommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Shit!

      Als sie endlich am Schalter zum Check-In an der Reihe waren, suchte Anya mit ihrem Blick die Menschenmenge um sie herum ab. Kein bekanntes Gesicht darunter. Othello war bereits abgereist, das wusste sie. Aber was war mit Marc? Wo war der abgeblieben? Valerie hatte nicht darüber gesprochen.

      Dieser Nigel McPherson, der in Wirklichkeit der Dämon war, mit dem Rosenburg ihren Pakt geschlossen hatte, stellte sich mir in den Weg, als ich das blonde Biest endgültig fertig machen wollte. Er lud mich zu sich nachhause ein, um die Sache ein für allemal fernab der Öffentlichkeit zu klären. Pech für ihn, denn am selben Abend erhielt ich eine Herausforderung von Kali.
      Statt selber zu erscheinen, hab ich Zanthe zu McPherson vorgeschickt, der mir letztlich das Artefakt gewinnen konnte. Denn der wahre Hüter war Nigel. Rosenburg war nur als Ablenkung gedacht. Sie konnte einen Teil der Kraft des Artefakts nutzen, war jedoch nicht seine rechtmäßige Besitzerin. Oder irgendwie so.


      Parallel dazu waren Summers und Redfield zusammen unterwegs, als sie von Mystery Demon himself dazu aufgefordert wurden, den Sammler umzunieten. Dazu brauchten sie aber ein Schwert, das sich im Besitz der Undying befand. Summers, der Vollpfosten, hat sich von Redfield dazu breitschlagen lassen, die Gruselmumie zu beschwören, um durch das Portal ins Versteck der Undying zu gelangen. Das hat zwar geklappt, aber Zed hat sich ihm in den Weg gestellt. Ausgerechnet Redfield, die hohle Nuss, hat ihn in letzter Sekunde gerettet und die Undying dazu gebracht, das überdimensionale Brotmesser rauszurücken und beim Anschlag auf den Sammler zu helfen.

      Ironischerweise war der gerade damit beschäftigt, sich gegen Ricther zur Wehr zu setzen, welcher eigenständig zum Entschluss gekommen war, mir zu helfen. Hat ja auch nur ein paar Wochen gedauert! Gerade als der Sammler erfolglos all seine Kräfte gegen den Blechhelm aufgewendet hat, haben Redfield, Summers und Zed den vermeintlich tödlichen Schlag ausgeführt.
      Nur hat das nicht gereicht. Als sich dann auch noch ein neuer Verbündeter des Sammlers, irgendsoein Typ namens David, einmischte und kurzerhand Stoltz und Ricther einfror, nahm alles eine beschissene Wendung. David verhalf dem Sammler zur Flucht und es gelang Redfield nicht, sie daran zu hindern.


      „Alles in Ordnung?“
      Anya sah Matt an, der neben ihr her lief. Vor ihnen unterhielten sich Valerie und Zanthe über irgendeinen Schauspieler. Sie befanden sich auf dem Weg zu ihrem Gate, oder besser gesagt zu dem Wartebereich davor. Es war bereits in Sichtweite. Groß mit raumhohen Fensterfronten zur Rechten, die Blick auf die Start- und Landebahnen gewährten. In drei Reihen standen dort Sitzbänke, von denen nur wenige Plätze besetzt waren.
      Und Matt starrte Anya abwartend an, die erst jetzt kratzbürstig erwiderte: „Natürlich. Was soll sein?“
      „So gedankenverloren habe ich dich ja noch nie erlebt.“ Er zuckte mit den Schultern.
      Zanthe vor ihnen kicherte böse. „Sie vermisst ihren Lover.“
      „Schnauze, Flohpelz!“, fuhr Anya den Werwolf an und trat nach ihm, selbstverständlich erfolglos.
      Tatsächlich hatte sie nicht einmal mehr Zeit gehabt, Logan noch einmal zu besuchen. Aber die scheiß Bullen hätten sie vermutlich eh nicht zu ihm gelassen, solange er in Untersuchungshaft saß.
      Auch Valerie drehte sich zu ihr um. „Das tut mir leid für dich, Anya.“
      „Kch, er ist nicht mein Lover!“, keifte die knallrot zurück.
      Die hatten doch keine Ahnung!

      Während alle ihren 'Spaß' hatten, musste ich mich mit Kali rumschlagen, die mal wieder ein riesiges Gewese um ihre Identität machte, ohne die aber zu lüften. Am Ende hab ich sie fertig gemacht, konnte aber nicht herausfinden, wer diese blöde Kuh ist, die mir dauernd das Leben schwer macht. Denn wer musste sich einmischen? 'türlich, mein dämlicher Bruder. Aber auch mit dem hab ich kurzen Prozess gemacht. Aber nein, zwei Duelle reichen ja nicht!
      Kaum war der Idiot vom Platz gefegt, tauchte die Weiße Hexe Gardenia auf, die anscheinend sowas wie die Mutti der Komplettgestörten ist. Sprich deren Mentorin. Und verdammt, die Alte hatte es in sich. Hat mich erstmal in den Weißen Raum transportiert, in dem die Zeit schneller verging und von dem es angeblich kein Entkommen gab. Das Miststück hat mich fertig gemacht. Shit, ich dachte, ich müsste sterben. Aber irgendwer … irgendwer hat mich gerettet. Plötzlich war ich wieder zurück, inmitten meiner Freunde und den Undying. Yeah, die waren auch da. Und nachdem die ersten Unklarheiten beseitigt waren, ging's ans Eingemachte …

      Anya schloss die Augen, erinnerte sich an den Moment, als Ricther ihr aufhalf.

      Noch völlig verwirrt von der Tatsache, dass keiner unter den Anwesenden in den Weißen Raum der Hexe Gardenia eingedrungen war, blicke Anya an Ricther hinauf. Sie befanden sich inmitten des riesigen Ephemeria Bridge Stadions, über dem gerade die Sonne aufging.
      Wer könnte infrage kommen?“, fragte Matt, der neben dem Hünen von Undying stand ebenjenen.
      Dieser Sache werden wir uns später annehmen. Anya Bauer“, sprach jener an das Mädchen gewandt, das neben ihrer Freundin Valerie auf dem Hintern hockte, „steh auf.“
      Zu ihrem Erstaunen reichte er ihr seine, in einem silbernen Handschuh steckende, Hand. Erst jetzt fiel ihr auf, wie zerkratzt seine gold-silberne Rüstung doch war. Als sie die Geste annahm, wurde sie regelrecht von seiner Kraft hochgerissen.
      Noch immer skeptisch fragte sie: „Frieden? Wirklich?“
      Der Hüne nickte. Hinter ihr erklärte die schwarzhaarige Zed: „Es ist Zeit für uns zu erkennen, dass unser bisheriges Vorgehen ineffektiv war.“
      „Der Sammler ist ein gemeinsamer Feind, den wir nicht länger ignorieren können“, setzte Ricther die Ansprache fort, „ich habe diverse Gründe zu glauben, dass es nicht ausreichen würde, dich zu töten.“
      Anya funkelte ihn böse an. „Na dann, danke?“

      Und Zanthe sprach aus, was ihr bereits im Kopf rumschwirrte. „Soviel zu unserer Zusammenarbeit mit euch. Aber was jetzt?“
      „Wir werden uns um den Sammler kümmern.“ Anya spürte, wie Ricther sie hinter seinem federbesetzten Helm anstarrte. „Teil unserer Abmachung wird sein, dass ihr keine weiteren Schritte gegen die verbliebenen Hüter einleitet.“
      Trotzig erwiderte das Mädchen: „Nur, wenn ihr dafür sorgt, dass ich nicht abkratzen muss!“

      Auch dessen nehmen wir uns an“, versprach Zed. „Doch dazu werden wir uns ein anderes Mal mit dir unterhalten.“

      Anya wandte sich von ihren Freunden und Ricther ab, was sie zwangsweise in Stoltz' Richtung führte, der etwas abseits der anderen nahezu wortlos verharrte. Er grinste. Dämliche Mumie, ihn hasste sie von den dreien am meisten!
      Wenn bloß ihr verdammter Kopf nicht so dröhnen würde. War diese Zusammenarbeit wirklich das Beste? Vermutlich. Beim Sammler würde sie sich wohl nicht mehr blicken lassen dürfen, nach dem, was Redfield und Summers mit ihm angestellt hatten. Hoffentlich würde er erstmal für eine Weile außer Gefecht gesetzt sein.

      Aber wenn sich die Undying nun um alles kümmerten, was sollte sie dann in der Zwischenzeit tun?

      Anya stieß einen genervten Seufzer aus, griff nach dem roten D-Pad an ihrem Arm und zog das Extradeck heraus. Vor Ricthers Augen durchsuchte sie es nach drei bestimmten Karten, die sie ihm finster dreinblickend reichte: [Angel Wing Dragon], [Gravity Impulse Titanium Guardian – Heavy T] und [Murciélago The Thunderblade Bull].
      „Hier“, sagte sie, „die muss ich dann wohl zurückgeben, huh?“

      Doch zu ihrer Überraschung schob Ricther sie postwendend in ihre Richtung zurück. „Die Artefakte sind an dich gebunden. Behalte sie fürs Erste. Sobald wir eine Möglichkeit gefunden haben, sie von dir zu lösen, wirst du sie uns aushändigen.“
      'kay“, brummte Anya und steckte die drei Monster wieder in ihr D-Pad zurück. „Danke, schätz' ich?“
      Da mischte sich Valerie ein, die sich aus ihrer Hocke erhob. Sie öffnete bereits den Mund, doch sagte nichts.

      Erst im Nachhinein erfuhr Anya, dass sie das Katana, Ragnarok, ansprechen wollte, mit dem sie den Sammler beinahe getötet hätte. Doch jenes ließ sie bewusst unter den Tisch fallen, mit der Erklärung, so ein Schwert könnte noch einmal nützlich werden. Da die Undying sich seit diesem Treffen nicht mehr gemeldet hatten, schienen sie auch dies zu dulden, denn vergessen hatten sie es ganz sicher nicht!

      „Vergiss eins nicht“, sagte Ricther unvermittelt, „der Sammler braucht dich. Die Artefakte, die an dich gebunden sind, machen es unwahrscheinlich, dass er sich nach einem Ersatz umsehen wird. Doch überschätze deine Stellung nicht. Du wirst ihn zweifelsohne wiedersehen.“

      Anya nickte missmutig. „Soll er doch kommen.“
      Ich vertraue darauf, dass du dich richtig verhalten wirst.“
      Was auch immer das bedeutete. Während Anya über seine Worte nachdachte, meldete sich der Flohpelz wieder zu Wort. „Eins beschäftigt mich schon die ganze Zeit. Die Hüter bewachen Teile eines Schlüssels, der zum Narthex führt. Aber ist das wirklich ihre einzige Aufgabe?“
      Anstatt ihm aber zu antworten, gab Ricther nur einen nachdenklichen Laut von sich. Was dann folgte, war ein Abschied auf Zeit, denn auch die Undying mussten sich von den Kämpfen erholen.
      Und die vier Freunde blieben mehr oder weniger zurück, ratlos, was für eine Zukunft sie erwartete.

      Erst als sie von Zanthe angestupst wurde, öffnete Anya wieder die Augen. Einer der Passagiere hatte sich von den Stühlen erhoben. Zwar stand er mit dem Rücken zu ihr gewandt, doch das war genug. Sie kannte nur einen Mann mit schwarzem, nach hinten gekämmtem Haar einer solch mickrigen Größenordnung.
      Hätte sie Handgepäck dabei, wäre dieses jetzt auf den Boden gefallen. Unter Zanthes Gekicher stürmte Anya voran, ließ ihre Freunde hinter sich und steuerte den Mann an, der sich nun umdrehte und sie mit seinem stets undurchschaubaren, scharfen Blick erwartete.
      Doch als sie ihm um den Hals fiel, gab Logan schließlich einen überrumpelten Laut von sich. Gefolgt von: „Immer langsam.“
      „Was zur Hölle!“, wurde er gleich darauf von Anya angefahren, die ihn sofort wieder losließ. „Solltest du nicht im Knast sitzen!?“
      „Is' das 'ne Art, demjenigen, der dir den Hals gerettet hat, danke zu sagen?“, fragte der Kerl mit den buschigen Koteletten grimmig. Doch der Anblick von Anyas strahlenden, blauen Augen, die ihren galligen Worten jegliche Boshaftigkeit nahmen, ließen ihn erweichen. „Auch schön, dich zu sehen.“
      Anya verschränkte leicht errötet die Arme voreinander. „Biste ausgebrochen?“
      „Nein.“
      „Auf Kaution?“
      Logan schüttelte den Kopf. „Nicht ganz. Die haben mich gehen lassen.“
      „W-was?“
      „Muss noch ein paar Tage in der Stadt bleiben, aber bin nicht mehr der Hauptverdächtige.“

      Inzwischen hatten Zanthe, Matt und Valerie zu den beiden aufgeschlossen. Obwohl gerade Ersterer sich unbedingt dazugesellen wollte, mahnte der Dämonenjäger ihn mit einem Kopfschütteln, dies lieber bleiben zu lassen.
      „Fein“, maulte der jung gebliebene Werwolf mit dem gelben Kopftuch und schlurfte an Anya und Logan vorbei, aber nicht, ohne seiner Freundin vorher verschwörerisch zuzuzwinkern. Während er sich in die weiter vorne liegende Ecke der Fensterfront verzog, gingen auch Matt und Valerie an den beiden vorbei. Sie jedoch begaben sich mit den Rücken zur Wiedervereinigung gekehrt zur letzten Sitzreihe, wo sie außer unmittelbarer Hörreichweite waren.

      „'kay“, stammelte Anya verwirrt, „wer dann?“
      Als sie aber näher darüber nachdachte, wurde ihr schlagartig ganz mulmig zumute. Denn wenn der Schwindel aufgeflogen war und jemand -sie- gesehen hatte, dann-!
      Anscheinend sah man ihr die aufkeimende Panik an. Logan winkte ab. „Nicht du. Hab noch nie so etwas Merkwürdiges erlebt.“
      „Huh?“
      „So'n Typ hat sich gestellt und behauptet, mich erpresst zu haben, ein Geständnis abzulegen.“ Sein Blick verfinsterte sich mit jedem Wort mehr. „Du weißt nicht zufällig, wer das sein könnte?“
      Völlig verdattert schüttelte Anya den Kopf.
      „Schwarze Haare, etwa dein Alter, Sommersprossen im Gesicht, ziemlich blass. Die haben mir das Video von seinem Geständnis gezeigt.“
      Um die stumme Aussage noch einmal zu wiederholen, zuckte Anya mit den Schultern. „Ich kenne niemanden, der so aussieht. Ehrlich! Aber ist doch gut, dann-!“
      „Wieso sollte ein völlig Unbeteiligter plötzlich für mich in die Bresche springen?“

      Anya sah ihn an. Seine Augen funkelten. Anstatt zufrieden zu sein, nicht vor Gericht zu müssen, schien er tatsächlich eine Verschwörung zu wittern. Und wenn das Mädchen so darüber nachdachte, musste da schon wieder irgendetwas im Busch sein.
      „Vielleicht hat ja Nick-“

      Unwahrscheinlich. Nick Harper verabscheut Logan Carter. Zwar wird er sicherlich über einschlägige Medien von den Schäden innerhalb der Stadt erfahren haben, aber ich bin mir nicht sicher, ob er überhaupt so schnell einen Sündenbock auftreiben könnte?

      Zwar gab Anya es Levrier gegenüber ungern zu, aber -wenn- Nick so etwas gelang, war das ziemlich beunruhigend. Aber ihr unsichtbares, autonomes Gewissen hatte nicht ganz Unrecht. Freiwillig würde Nick keinen Finger für Logan krumm machen.
      Vielleicht war es auch nicht ihr Freund, der das Ganze inszenierte, sondern … nein, der Sammler war außer Gefecht gesetzt. Und im Moment sicher auch nicht gut auf sie und ihren Freundeskreis zu sprechen. Es sei denn …
      Nachdenklich fragte sie: „Wann hat der Typ sich denn gestellt?“
      „Gestern früh.“
      Das war bereits nachdem Redfield zur Möchtegern-Assassine geworden war. Also fiel der Sammler sehr wahrscheinlich flach.
      „Sag mal, Kleine“, fing der kräftig gebaute Mechaniker schließlich an, „deine kleine Story von damals. Die ist doch nur das, oder? Daran ist nichts Wahres?“
      „Yeah.“ Anya bemühte sich tunlichst, ihm dabei nicht in die Augen zu sehen.

      Was sie nicht ahnte war, dass Zanthe natürlich jedes Wort mitbekam, auch wenn er fast zehn Meter weit entfernt gegen die Wandschräge lehnte, in der das Fensterglas eingesetzt war.
      „Das stinkt doch zum Himmel“, murrte er.
      Sein Freund mit den blonden Rasterzöpfen, der neben ihm verharrte, sah ihn ahnungslos an. Vor seinem Gesicht befand sich das leuchtende Zackensymbol, welches ihn tarnte und aussah wie ein stilisierter Schmetterling.
      „Erinnerst du dich, als ich dir gesagt habe, bei deinem neuen Job wäre es zu Komplikationen gekommen? Und was vorgestern in der Stadt passiert ist? Die beiden Sachen hängen unmittelbar miteinander zusammen.“
      „Die Gefängnisgeschichte?“ Dem Größeren klappte die Kinnlade hinunter. Und zeigte ungeniert auf den knapp 165 Zentimeter großen Mann. „Moment, -der- da war das!?“
      Zanthe nickte und verschränkte die Hände hinter seinem Kopf. „Ist schwierig zu erklären. Kurz gesagt: Jemand anderes hat ein Geständnis abgelegt, welches aber definitiv falsch ist.“
      „Ein Unschuldiger ist demnach involviert?“ Sofort verdunkelte sich Exas Miene.
      „Aber daran hat Logan keine Schuld, der ist genauso aufgewühlt. Glaube ich jedenfalls. Er … riecht nämlich nicht nach jemandem, der unruhig ist.“ Leise fügte er hinzu: „Und da ist die Tatsache, dass er irgendwie ohne Flugticket an den Kontrollen vorbei gekommen ist, noch die kleinste Unstimmigkeit.“

      Aus den Augenwinkeln betrachtete der Werwolf seinen Freund, der sich seinerseits auf den Zwerg fixiert hatte.
      Zanthe wusste, dass es definitiv nicht Nigel war, der ihnen da unter die Arme greifen wollte. Sein Anliegen war es, Claire zu schützen und durch seine Illusionen war ihm dies auch gelungen. Er würde bestimmt nicht rückwirkend einen Unschuldigen in die Sache hineinziehen. Und wenn weder Nick, noch er und höchstwahrscheinlich auch nicht der Sammler infrage kamen, wer dann? Die Undying würden wohl kaum Energie in solch triviale Angelegenheiten stecken.

      Auch Zanthes Blick richtete sich wieder auf Logan, der zusammen mit Anya herumrätselte.
      „Er wird in ein paar Tagen nach Livington zurückkehren.“
      Exa schnalzte mit der Zunge. „Da ich ihn sowieso fragen wollte, ob das Jobangebot noch steht, kann ich ihn gerne für dich im Auge behalten. Ob er nun ja sagt oder nicht.“
      Ein vergnügtes Grinsen erhellte die Züge des Werwolfs. Wahnsinn, wie gut sie sich in manchen Dingen verstanden!
      „Oh!“ Zanthe stieß sich von der Wand ab. „Das hätte ich fast vergessen. Wo bleibt …“

      Als er aber Anya plötzlich wutentbrannt schreien hörte, erledigte sich die Frage von selbst. Denn jene drehte sich auf einen Fingerzeig von Logan um, nur um zu sehen, wie zwei Personen sich langsam näherten. Claire Rosenburg, die ihre Augen hinter einer dunklen Sonnenbrille verbarg, wurde von ihrem Manager Nigel McPherson flankiert.
      „Was will die denn hier!?“, fauchte Anya außer sich.
      „Anscheinend wurden Sie noch nicht informiert, Miss Bauer.“ Der bärtige Rotschopf seufzte. „Miss Rosenburg wird Sie auf ihrem Flug nach Livington begleiten.“
      In dem Moment verformte sich Anyas Gesicht zu einer verzerrten Fratze, die von ihrem offenen Mund hin bis zu den geweiteten Augen in jeder Geisterbahn das Fürchten gelehrt hätte. Nur war die Horrorvorstellung allein dem ein Meter sechzig großen Mädchen vorbehalten. „W-was?“
      In dem Moment eilte Zanthe zu den beiden und lachte nervös. „Ach ja, da war ja noch was. Ich habe versprochen, Claire mitzunehmen. Was sie jetzt braucht-“
      „Was du jetzt brauchst ist ein gutes Bestattungsunternehmen!“, keifte Anya und schlug mit der Faust nach dem Werwolf, welcher jene mühelos mit seiner Hand abfing.
      „Hör doch zu!“ Verärgert riss er sie zur Seite weg, sodass die Furie über das Parkett stolperte. „Das ist meine Sache.“
      Anya, die sich schnell fing, stand, von allen verlassen, in der Mitte der Halle. „Nie im Leben nehme ich dieses Miststück mit! Was soll der Scheiß!?“
      „Sie braucht jemanden, der sich um sie kümmert.“
      „Dann kümmere dich um sie. Auf der Straße! Mein Haus betritt-“
      Spöttisch winkte ihr Freund ab. „Ach, das ist bereits mit deiner Mutter geklärt. Du ahnst gar nicht, wie sehr sie sich darauf freut, die Duel Queen als Gast zu haben.“
      Anya zerbrach. Wer gute Ohren hatte, konnte die einzelnen Scherben klimpern hören. Das hieß, wenn das Trommelfell noch intakt war, so laut schrie sie: „Willst du mich verkohlen!? Mum würde niemals gegen meinen Willen irgendeinen Penner einladen!“
      „Pass bloß auf“, mahnte der schwarzhaarige Italiener sie verspielt, „sonst überrede ich deine Mutter noch dazu, -dich- ein paar Tage auf der Straße nächtigen zu lassen. Und jetzt komm.“

      Ehe sich Anya versah, hatte Zanthe einen großen Schritt auf sie zu gemacht, am Arm gepackt und etwas abseits der anderen Drei mitgeschleift.
      „Lass los!“
      „Anya“, sprach er ernst, „ich weiß, du verachtest sie wegen dieser Betrugssache. Aber sie hatte damals wirklich gute Gründe, warum sie den Pakt eingegangen ist.“
      Uneinsichtig wie der jüngste Bauer-Spross jedoch war, kam es nur gallig zurück: „Als ob mich das auch nur ansatzweise juckt!“
      „Und du hast noch nie Fehler gemacht?“ Zanthe baute sich vor ihr auf und verschränkte die Arme, starrte seine Freundin eindringlich an. „Vergebung gehört dazu, wenn man ein besserer Mensch werden will. Und das willst du doch, oder?“
      Wodurch Anya glatt ein hysterisches Lachen entfuhr. Anstatt aber ebenfalls schwarzen Humor an den Tag zu legen, packte Zanthe sie an den Schultern. „Ich weiß, es ist viel verlangt. Und ich verspreche dir, dass ich mich um sie kümmern werde. Aber sie braucht jetzt jemanden, der ihr die Welt gewissermaßen erklärt, denn sie war für viele Jahre nur eine Maschine, die Anweisungen ausgeführt hat.“
      „Kch!“ Demonstrativ blickte Anya zur Seite.
      „Wenn du willst, erkläre ich dir nachher alles im Flugzeug. Sieh' es als Chance an. Bitte.“
      In dem Moment legte das Mädchen seinen Arm unter die von Zanthe und schob beide in einer Bewegung von sich weg, wirbelte herum. „Fein … aber denke nicht, dass ich auf gut Freund mit ihr machen werde! Ich verabscheue sie nicht, ich hasse sie.“
      „Tust du nicht“, nuschelte der Kopftuchträger mit einem Lächeln auf den Lippen.
      Dann wandte er sich Nigel zu, zeigte ihm einen Daumen in die Höhe, woraufhin jener nickte und sich der amtierenden Weltmeisterin zuwandte, ein paar letzte Worte mit ihr wechselte.

      „Du lieber Himmel. Gut, dass keine scharfen Gegenstände in der Nähe sind“, flüsterte Matt indes Valerie von der letzten Sitzreihe aus zu. Er hatte den Arm um die Sitzlehne gelegt und verfolgte das Schauspiel neugierig, wohingegen die Schwarzhaarige sich von allem bewusst distanzierte.
      „Vielleicht …“ Als Matt sie jedoch fragend von der Seite ansah, schüttelte Valerie den Kopf. „Ach nichts.“
      Was auch immer sie sagen wollte, es hatte bestimmt etwas mit Duel Monsters zu tun, dessen war sich Matt sicher. „Hey, es kommen auch wieder bessere Zeiten.“
      „Ist dir etwas aufgefallen? Hier sind keine Fotografen oder Fans. Kein Mensch beachtet sie, obwohl sie trotz allem irgendwie aus der Menge heraussticht.“
      Matt zuckte mit den Schultern. „Wahrscheinlich schirmt Nigel sie mit seinen Illusionen davon ab.“
      „Ich beneide sie.“
      „Musst du nicht.“
      „Das war gelogen.“
      „Ich weiß.“ Matt zwinkerte ihr von der Seite zu und Valerie reagierte mit einem schwachen Lächeln. Parallel dazu erklang eine Durchsage, die ihren Flug und das entsprechende Boarding betraf. Die Leute um sie herum erhoben sich langsam, zogen Richtung Gate davon.
      Schließlich sagte die Schwarzhaarige: „Danke. Hmm. Mal sehen, was ich mache, wenn ich wieder in Livington bin. Weißt du, was du jetzt tun wirst?“
      Die Miene des jungen Mannes trübte sich. „Ich denke, dass ich noch eine Weile in Anyas Nähe bleibe, bis wir wissen, was nun aus dem Sammler geworden ist. Danach geht’s dann zurück nach San Augustino.“
      „Wenn du nichts dagegen hast, könntest du mir ein wenig mehr über Dämonen erzählen? Nur, wenn du Zeit hast.“
      Etwas verdutzt erwiderte Matt: „Okay, klar, gerne. Also, uhm, eigentlich ungern, denn damit solltest du dich nicht belasten. Aber ich, uh, schulde dir was.“
      Jetzt strahlte sie wenigstens. „Danke.“
      „Na, was tuschelt ihr beiden da!?“ Ehe Valerie sich versah, ließ sich Anya mit verschränkten Armen neben ihr fallen. Sie schmollte. Es war seltsam.

      Zanthe hatte sich seinerseits wieder zu Logan gesellt. Ihm war nicht entgangen, wie intensiv der Claire betrachtete, die ihrerseits in ihrem weißen Anzug vollkommen deplatziert wirkte, keine Regung zeigte. Nigel hatte ja erklärt, dass er den Pakt erst langsam lockern musste, um sie nicht zu überfordern.
      „Du bist wohl auch nicht begeistert, was?“
      „Muss nicht mit ihr leben.“ Der Zwerg zuckte mit den Schultern und drehte sich um. „Geh' mich dann schon mal verabschieden. In Kürze startet euer Flugzeug.“
      Als Logan Richtung Team VAM in Neubesetzung schlurfte, grinste Zanthe Claire breit an. „Der nimmt's etwas sportlicher, gegen dich verloren zu haben.“
      „Bedaure, aber da liegt eine Verwechslung vor“, mischte sich Nigel ein. „Miss Rosenburg hat schon viele Gegner besiegt, aber dieser Mann dort war keiner von ihnen.“
      In dem Moment wurde Zanthe hellhörig. „Aber er hat doch seine Karriere wegen ihr beendet?“
      Zur Verdeutlichung schüttelte der Mann mit der Narbe über dem rechten Auge den Kopf. „Ich erinnere mich an jeden ihrer Gegner. Mr. Carter mag vielleicht Profiduellant gewesen sein, aber zu einer Begegnung mit Miss Rosenburg kam es definitiv nicht.“
      Sprachlos drehte sich Zanthe um und beobachtete Logan, wie er die Sitzreihe umrundete und sich Anya vornahm, die sofort aufsprang. Inzwischen waren die Gruppenmitglieder die einzig noch verbliebenen Passagiere in der Wartezone.

      „Musst wohl jetzt gehen, was?“, fragte Anya unterschwellig geknickt. Dann aber gab sie einen überraschten Laut von sich. „Ah. Warte, ich hab noch was für dich.“
      Sie griff an ihren Gürtel, an dem zwei Deckboxen hingen. „Hier.“
      Eine davon, eine schwarze, reichte sie ihm. Nickend nahm Logan sein Deck entgegen.
      „Danke. Hat mir echt geholfen. Würde dir ja auch dein D-Pad wiedergeben, aber das ist in meiner Tasche und die ist schon im Flugzeug.“
      „Macht nichts. Gut zu wissen, dass das Deck dir was genützt hat.“
      Neben ihnen flüsterte Matt Valerie ins Ohr. „Hat sie gerade wirklich 'danke' gesagt?“
      „Sei still“, erwiderte die vergnügt und stieß sanft ihren Ellbogen in seine Seite.
      Anya nahm davon keine Notiz. „Komm bald nach, 'kay?“
      „Werd' ich.“
      Was dann folgte, war die unbeholfenste Umarmung, die ihr Freundeskreis je gesehen hatte. Als müsse sie erst seine Proportionen abmessen, schwenkte Anya mit ihren ausgebreiteten Armen hin und her, ehe sie ihn zögerlich in jene einschloss. Matt hätte schwören können, Logan einen stillen Seufzer ausstoßen zu hören, ehe er die Geste erwiderte.

      Nachdem sich schließlich alle von Nigel und Logan verabschiedet hatten, zogen sie mitsamt ihrer neuen Freundin Schrägstrich Feindin Richtung ihres Gates. Keiner von ihnen bemerkte dabei, dass eine einzelne Person sie aus der Ferne beobachtete. Gekleidet in einen weißen Mantel, waren deren Augen von einer großen Sonnenbrille bedeckt, das Haar dagegen von einer weißen Baseballmütze, die Hände von weißen, dünnen Lederhandschuhen. Ihr Haupt war leicht gesenkt.
      Die Hand des Mannes fuhr in seine Manteltasche, verharrte aber, als Anya sich noch einmal umdrehte. Sie betrachtete den Fremden einen Augenblick, winkte dann aber lediglich Logan noch einmal zum Abschied, welcher gerade an ihm vorbei zog, kurz darauf gefolgt von Nigel. Im Anschluss drehte die Blonde sich, provoziert von einer Stichelei Zanthes, wieder um.

      Kurz darauf hatten die Freunde ihre Plätze im Flugzeug gefunden. Anya hatte sofort einen Fensterplatz für sich beansprucht. Neben ihr nahm Valerie Platz, die beiden Jungs dagegen saßen vor ihnen. Claire ihrerseits dagegen hätte eigentlich einen Platz in der ersten Klasse gehabt, doch Zanthe bot dem Mann zu seiner Linken in der Mittelreihe an, mit ihr zu tauschen. Was dieser auch gerne tat, sodass sie, durch den Gang getrennt, neben ihm bleiben konnte.
      „Ich kann sie doch nicht unbeaufsichtigt lassen“, rechtfertigte sich der Kopftuchträger auf Anyas böses Knurren hin.
      Selbst Valerie konnte sich in dem Fall ein trockenes Hüsteln nicht verkneifen. „Sie ist kein kleines Kind.“
      „Nein, sie ist ein Clairebot“, murmelte Matt scherzhaft und sah bewusst aus der Fensterluke.
      „Was sagst du dazu, Roboburg?“, richtete Anya ihre Worte provokativ an die Weltmeisterin, welche jedoch stur geradeaus starrte.
      Doch sie antwortete tatsächlich: „Ich bin ein Mensch.“
      Was sich jedoch mehr wie eine sachliche Feststellung, denn irgendeiner Form von Verteidigung anhörte. Natürlich rief das sofort denjenigen auf den Plan, der sich für die junge Frau verantwortlich fühlte. „Lass sie ihn Ruhe, Anya.“
      Auf Zanthes grimmige Mahnung hin ließ jene sich tiefer in den Sitz fallen. „Tch.“

      Während noch ein paar Nachzügler das Flugzeug betraten, meinte Livingtons Terrormaschine schließlich nachdenklich. „Irgendwas war eben komisch.“
      „Hmm?“ Matt drehte sich zu ihr um.
      „Dieser Typ da. Er … irgendwie kam er mir bekannt vor.“
      Ihre schwarzhaarige Sitznachbarin wunderte sich: „Wen meinst du?“
      „Den Kerl eben, der uns beobachtet hat.“ Anya murrte unzufrieden. „Der in Weiß.“
      Zanthe reckte den Kopf nach oben und sah sich um. „Jetzt wo du's sagst, der ist nicht eingestiegen.“
      Der Dämonenjäger wollte wissen: „Was stört dich denn an dem?“
      „Ich weiß es nicht. Es fühlte sich an, als wären wir uns schon mal begegnet. Wenn ich's nicht besser wüsste, dann …“
      Als seine Freundin zögerte, erwiderte Zanthe gutmütig. „Sag's einfach.“
      „… war das eben mein Dad. Und, wenn ich ehrlich bin, glaube ich, dass Dad mich aus Gardenias Weißem Raum gerettet hat. Aber das ist unmöglich, Dad verfügt über keine besonderen Kräfte.“
      Anya wurde schlagartig bewusst, wie merkwürdig das alles für ihre Freunde klingen musste, besonders, da sie ihnen diese Gedanken bisher nicht mitgeteilt hatte. Verdammt, hätte sie doch nur einen Moment gewartet und sich den Kerl näher angesehen!
      „Jetzt ist es zu spät, ihn darauf anzusprechen, wir heben in ein paar Minuten ab“, meinte Valerie nachdenklich. „Außerdem, meinst du nicht, dein Vater würde mit dir über diese Sachen anschließend reden wollen?“
      Die Blonde aber senkte ihr Haupt. „Ich hab noch nie kapiert, was in Dads Kopf vor sich geht.“
      „Vergiss den Kerl. Freu' dich lieber auf Zuhause“, versuchte Matt sie aufzuheitern.

      ~-~-~

      Keiner von ihnen konnte jedoch damit rechnen, dass der Mann, der in der Zwischenzeit den Flughafen verließ, keinesfalls Anyas Vater war. Als der Mann durch die Schiebetür den Flughafen verließ, steuerte er vor sich hin summend auf das nächstbeste Taxi am Straßenrand zu, welche unterhalb der Überdachung des Eingangsbereiches parkten.
      Nachdem er eingestiegen war, meinte er zu der Fahrerin, einer dunkelhaarigen, gut gebräunten Frau vor sich: „Irgendwohin.“
      „Irgendwohin?“, fragte sie belustigt, drehte sich zu ihm um.
      Rehbraune Augen, goldene Ohrringe, ein einladendes Lächeln. Das leicht gelockte, nach hinten gekämmte, kinnlange Haar stand ihr gut zu Gesicht. „Irgendwohin wird teuer, mein Lieber.“
      „Macht nichts“, grinste Anyas Bruder hinter der Trennwand zwischen Fahrer und Fahrgast schelmisch zurück, als seine Sonnenbrille die Nase entlang rutschte. „Von einer Schönheit wie dir würde ich mich überall hin kutschieren lassen.“
      Seine schleimige Anmache kam jedoch nur bedingt an, denn das Lächeln schwand. „Ernsthaft? Gibt es immer noch Leute, die so reden? Hilfe …“
      Lachend nahm der Mann die Sonnenbrille ab, präsentierte strahlend blaue Augen. Zachariah gab einen gespielten Seufzer von sich. „Leider ist mir nichts Besseres eingefallen. Was hört die Damenwelt von heute denn gerne?“
      „Von dir? Gar nichts.“ Damit drehte die junge Frau sich um. „Also, wohin?“
      Der Blonde überlegte einen Moment. Aus der Ferne konnte man die Triebwerke eines Flugzeugs hören, das gerade abhob.
      „Ich habe eine Idee“, meinte er da schließlich, „ich denke, ich möchte zum Friedhof. Hat diese Stadt einen?“
      Etwas irritiert antwortete die Taxifahrerin: „Natürlich?“
      „Dann bring mich dahin.“

      Während sie den Motor startete, griff Zachariah erneut in seine Manteltasche und zog vorsichtig eine kurze Fernbedienung aus ihr hervor, legte sie auf den freien Sitz neben sich. Dabei sah er bewusst geradeaus, bemerkte, wie die braunen Augen ihn über den Rückspiegel beobachten. Er grinste. Sie sah weg.
      Parallel dazu gewann das Flugzeug über Ephemeria City an Höhe. Zachariah lächelte und griff wieder neben sich nach der Fernbedienung. Lange genug hatte er sich dazu breitschlagen lassen, sie nicht zu verwenden. Aber damit war jetzt Schluss.
      „Dann kann die wilde Fahrt ja beginnen“, summte er, dessen Daumen den roten Knopf der Fernbedienung fest nach unten drückte. Und es war ihm ein Genuss zu wissen, dass Nick Harper oder wer auch immer seine 'Freundin' nicht hatte retten können. Denn auch wenn so eine kleine Bombe im D-Pad über Hacking gestoppt werden konnte, sah die Sache über einen manuellen Auslöser ganz anders aus.
      Nun war Kali endlich frei. Lächelnd warf Zach einen Blick aus den Augenwinkeln auf die Fernbedienung, die er mit einem Klapps seiner Hand nach unten hinter den Sitz der Fahrerin beförderte.
      „Was war das?“, fragte die Taxifahrerin erschrocken, als sie einen lauten Knall hörte.

      Eine Explosion erschütterte das noch aufsteigende Flugzeug in seiner Mitte. Eine Tragfläche brach infolge dessen ab. Keiner hörte die Schreie im Inneren. Die Maschine stürzte quer Richtung Stadt, zielgenau auf ein Hochhaus zu. Es schepperte. Der obere Teil des Gebäudes stürzte zur Seite ein, fiel nach unten, direkt auf die um jene Tageszeit sehr belebte Hauptstraße.

      ~-~-~

      Der Knall hallte noch in ihrem Kopf weiter. Die Flammen des abstürzenden Flugzeugs tänzelten vor ihren Augen. -Sie- hörte die Schreie.
      „Was ist los?“
      Es dauerte einen Moment, ehe sie zusammenzuckte und sich ihrer Umgebung wieder gewahr wurde.

      Die Sechzehnjährige stand mitten auf einem türkisfarbenen Duellfeld. Durch rechteckigen Brillengläsern sah sie ihren Gegner an, einen großen, brünetten jungen Mann in dunkelblauem Anzug: Henry Ford.
      „Alles in Ordnung mit dir?“, fragte der skeptisch.
      Sprachlos sah das Mädchen auf ihr rotes D-Pad, auf dem die Monsterkarte [Spiritual Beast Apellio] lag, welcher in Form eines knallroten Löwenjungtiers mit hell flackernder Mähne auch vor ihr verharrte.

      Spiritual Beast Apelio [ATK/1800 DEF/200 (4)]

      Die kreisrunde Tribüne, die die Duellarena umgab, war abseits ein paar Jugendlicher und zwei Lehrern nahezu unbesetzt, doch allesamt zeigten sie sich genauso verwirrt aufgrund der plötzlichen Apathie des Mädchens.
      „Sag nicht“, murmelte ein Afroamerikaner mit riesigem Afro in der ersten Reihe verheißungsvoll, „ausgerechnet jetzt!?“
      Velvet nickte ihm stumm, beinahe hilflos zu. Diese Vision, sie war so real wie noch nie gewesen. Sie hatte die Hitze der Explosion gespürt, die Angst der Passagiere. Selbst jetzt dröhnten ihre Ohren noch vom Knall.
      „Wenn wir das Duell abbrechen, wissen Sie, was auf sie zukommt, Miss Thorne“, sagte Henry von der anderen Seite des Spielfelds streng.
      Sie nickte und schluckte dabei.
      „I-ich fühle mich nicht imstande, das Duell fortzusetzen“, würgte das Mädchen im weiß-violetten Sommerkleid schließlich mühsam hervor.

      Während die Lehrer sich nacheinander überrascht von ihren Plätzen erhoben, eilte der junge Afroamerikaner, der sich kurzerhand über die Tribüne schwang, seiner Freundin zu Hilfe, welche sich nicht länger auf den Beinen halten konnte und in die Knie zusammensackte.
      Als er sie erreichte, bückte er sich zu Velvet hinab und berührte sie sanft an beiden Schultern. „Geht es?“
      „Es war … schrecklich …“
      „Was hast du gesehen?“
      Velvet schluchzte: „Da ist eine Bombe in einem Flugzeug explodiert und es ist abgestürzt.“
      Nebenbei näherten sich hinter ihr drei weitere Schüler ihres Jahrgangs. Ein braungebrannter, dunkelblonder Bursche, dessen Haar ziemlich wild gestylt war. Neben ihm ein etwas pummeliges, blasses Mädchen mit gelockter, schwarzer Mähne und hinter den beiden ein großer, hellblonder Kerl mit Kurzhaarschnitt.
      „Weißt du, ob es schon passiert ist?“, fragte der Afroamerikaner beunruhigt.
      Das Mädchen schüttelte aufgelöst den Kopf.
      „Gerade eben, vor vielleicht zehn Minuten“, antwortete der gebräunte Bursche hinter ihnen matt und zeigte ein Smartphone vor, das die News anzeigte, „ist direkt über Ephemeria City passiert.“
      Auch Henry seinerseits weitete die Augen. „Ephemeria!?“
      Velvet ihrerseits kniff die Augen fest zusammen, aus denen Tränen aufstiegen. Waren es früher alle paar Monate mal eine Vision gewesen, wurde sie jetzt regelmäßig mit solchen Bildern gequält. Was war bloß mit der Welt los!?
      Und wieso tauchte regelmäßig die Zweitplatzierte des Legacy Cups, diese Anya Bauer, in ihnen auf!?


      [TO BE CONTINUED IN SEASON 3]


      Wie immer würde ich mich sehr über Feedback freuen.

      Bitte erst nach der Folge lesen

      So, ihr habt richtig gesehen: Das war vorerst die letzte Folge von TLA.
      Weiter geht es dann, wie ihr sicher schon gesehen habt, mit einer dritten Staffel, die die Geschichte zu einem Ende führen wird. Bis das allerdings geschieht, wird es noch eine Weile dauern.

      Insofern würde mich natürlich interessieren, welche Sachen ihr bis dato gelungen fandet und ebenso Dinge, die man vielleicht noch verbessern könnte.

      An dieser Stelle bedanke ich mich noch einmal bei allen, die fleißig mitgelesen haben sowie bei denen, die auch Feedback hinterlassen haben. Ich bin ehrlich: Es war nicht immer ganz einfach, so ein Mammutprojekt zu stemmen, wenn man das Gefühl hat, dass vielleicht zwei, drei Leute aktiv mitlesen. Aber letztlich muss man über sowas erhaben sein, denn man bekommt nicht immer das, was man sich wünscht und das Leben ist auch kein Ponyhof.
      Deswegen NOCHMAL danke an diejenigen, die ihre Gedanken mit mir geteilt haben. Besonders hervorheben möchte ich hierbei Evil Bakura, der nicht nur mein Testleser ist, sondern auch enger Vertrauter und treuester Begleiter. Danke für alles!

      Wie schon gesagt, wird Staffel 3 sobald nicht starten – ich rechne vorsichtig mit Anfang/Mitte 2018. Ich werde euch über die nächsten Monate mit Statusupdates versorgen und zu gegebener Zeit auch einige Informationen teilen.
      Damit ihr trotzdem nicht aus dem Lesefluss kommt, bin ich momentan dabei, ein paar Specials zu schreiben, die zu verschiedenen Zeitpunkten innerhalb der Fanfic stattfinden und ein paar Fragen beantworten, die innerhalb der Fanfic nicht aufgelöst wurden. Jene Specials werden voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte veröffentlicht werden. Aber auch dazu in naher Zukunft mehr.

      Bis zum nächsten Update verabschiede ich mich aber erstmal und wünsche euch ein frohes Osterfest sowie einen fleißigen Osterhasen.
      Spoiler anzeigen


      Wolverine ist kein Mitglied der Justice leage. Zu ihm würde Cyborg gut passen. So als Ersatzteil Lager für Anja xD

      So gedankenverloren haben wir Anja echt noch nie gesehen. Das wiedersehen mit Logan war auch mein Höhepunkt der Folge. Wie verknallt Anja in ihn ist, ist einfach süß. Wobei verknallt ist vielleicht das falsche Wort. Verknallt war sie in Marc. Aber Logan liebt sie. Schon ein süßes Zwergen Pärchen sind die beiden^^ Schade das es nur ein offenes Geheimnis ist. Das Ende ist schon krass. 9/11 in TLA. Das lässt echt viel Spielraum für Spekalationen.

      Was mich in Staffel 2 gestört hatte:
      -Das Sophia zerissen wurde.
      -Zu wenig Nick Screentime zum Schluss.

      Erstmal muss ich sagen das ich es echt toll finde das du ne Season 3 machst. Meine Kommi Pausen liegen nur daran das ich in der Zeit nix mit Yugi am Hut hatte und wollte. Also Umstände die nichts mit dir und deinem Schreib Talent zu tun haben!

      So kann ich mir Staffel 3 vorstellen (nicht alles, aber einiges):

      -Sie überleben durch Plotarmor (hust, hust), äh ein Wunder den Absturz.
      -Einige Charaktere sterben bei dem "Unfall".
      -Den Russen wird die Schuld in die Schuhe geschoben.
      -Alle sterben beim Flugzeugsturz. Season 3 dreht sich nur um Nicks Rache. Nick besiegt alle(!) und wird praktisch Gott. Durch seine Gott Kraft verändert er den Zeitfluss und rettet Anja vor Gardenia, tötet Hitler und Zarachias.
      -Anja stoppt die Bombe bei 0.00
      -Anja wacht aus einem Koma auf. TLA 1-2 war nur ein böser Traum. Sie wurde ins Krankenhaus in Ephira City gebracht wo man sie heilen kann. Ihr Mutter hat inzwischen einen neuen Mann namens Leviar. Sie kommt in eine neue Schule wo sie ihre neuen Klassenkamarden, unter anderen Matt, Zanthe und Logan trifft. Redfield hat Marc geheirattet und sich von ihm Scheiden lassen. Ihr Arzt bei ihrer Behandlung hieß Mr. Sammler in Livigton. In Ephiria City Mr. Richter mit seinem Assistenten Mr. Stolz (die 3 war seine Ehefrau). Weil jede gute Story braucht ne Koma Theory :)

      Wie ich mir das Ende in TLA vorstellen kann:
      1 Versionen: Anja und ihre Freunde tretten gegen den Sammler und seine Vasallen an. Marc ist einer davon und Plot Twist: Er war es von Anfang an.
      2 Version: Nick wird wahnsinnig. Er besiegt den Sammler und startet den Dämonen Weltkrieg. Von Macht korrupiert muss er gestoppt werden. Am Ende des Krieges stehen sich beide gegenüber. Anja die ihre Stärke durch ihre Freunde und Verbündete erhalten hat gegen Nick der das Maximum aus seiner Conquer Soul gemacht hat und die Macht der Big Five in sich trägt. Erst jetzt gesteht er Anja das er ihr Bruder ist. Anja ist geschockt. Nick bietet ihr das Bündnis an. Er sagt er kennt Anja besser als jeder anderer. Er weiß wie sie tickt, weil er genauso tickt. Er sei der einzige der Anja in dieser Welt aktzeptieren würde wie sie ist. Doch Anja lehnt ab. Ihre Freunde haben sie verändert, ob sie wollte oder nicht. Sie hat ihr Schicksal dank ihnen gefunden. Ein episches Duel beginnt. Anja besitzt in diesem Moment alle 7 Hütter Karte. Nick spielt das Burning Abyss Deck mit voller Power und vielen Exel Monster. Im aller letzten Zug sagt Anja "Nick hör mit dem scheiß auf! Und macht einen Otk. Als Anjas Conquer Soul Nick verschlingen will muss Anja handeln. Doch sie ist Machtlos. Zwischen den beiden Conquer Souls stellt sich Leviar hin. Er absorbiert die Macht der Conquer Soul und rettet Nick damit. Leviar bekommt einen Körper dadurch. Fällt jedoch damit in ein magisches Koma. Er wird übernommen vom "Wahren Feind" Das letzte Duel findet statt. In diesem Müssen beide sich gegen den wahren Feind und sein Zoodiak/Zark Deck behaupten. Sie gewinnen (knapp) und rettet Leviat. Dieser nutzt seine Macht um alle gefallenen wiederzu beleben. Doch ohne ihre Macht. Das Zeitalter der Dämonen endet damit.
      Suche Spieler aus Bayern/Schwaben die in der Nähe von Günzburg/Giengen/Dillingen/Lauingen und Gundelfingen an der Donau wohnen. pls PN an mich :) :thumbsup: :drunk: :cain: :verschwoerung: