Yu-Gi-Oh! - Infinite Zero

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      Yu-Gi-Oh! - Infinite Zero

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      Willkommen bei meiner FanFiction rund um Yu-Gi-Oh.

      Mit meiner FanFiction, hätten wir nun schon eine dritte der größeren Sorte. Im Grunde ist auch diese hier exklusiv, da ich nur nebenbei die ganzen Kapitel zum Downloaden auf meinem G-Mail-Account freigebe.

      Ein bisschen über mich als Schreiberling: An geschriebenem werde ich hundertpro jedem unbekannt sein. Doch im Hintergrund/Untergrund habe ich schon einzelne Storys begonnen und verfeinert. Deshalb ist es jetzt nicht so vollkommen aus dem Nichts, und vollkommen ohne Erfahrung entstanden, doch zugleich auch als meine erste Richtige Veröffentlichung anzusehen.


      Handlung

      Ich fasse es mal in kurzen, griffigen Worten zusammen:
      Hass, Mord, Gewalt und eine Prise verbotene Liebe

      Ansonsten kann ich hier mehr das Kapitel 0 empfehlen, welches einem einen guten Eindruck von der Atmosphäre bringt. Aber hier soll gesagt sein, das die „Kurzzusammenfassung“ nicht für das Chapter 0 gilt, sondern für das, was folgt.


      Charakterliste

      Chapter 0

      James
      Ein junger, amerikanischer Student, der sich für Paläontologie(so nennt man „Archäologie“ für alles vor der Menschenzeit) interessiert. Zudem ein großer Fan von allem, was dazu gehört. Sein Deck ist ein Deck um das Jurrac-Thema.

      Mason
      Der beste Freund von James. Beide leben/lebten gemeinsam in einer WG. Kennengelernt haben sie sich über das Kartenspiel Duelmonsters, auch wenn sie es schon lange nicht mehr gespielt haben. Sein Deck dreht sich um die Flamvells.


      ab Chapter 1(Mitunter leichte Spoiler für kommende Special-Chapters)

      Julie
      Eine junge, deutsche Schülerin, die schon seit langem verspürt, das irgendwas übernatürliches in ihr vorgeht/fehlt. Vor der Apokalypse war sie ein großer Fan von Duel Monsters, und vermisst selbiges seitdem. Sie ist ein sehr starkes Mädchen, in mentaler und physischer Hinsicht, trotz ihrem doch recht zierlichen Aussehen. Ihr Deck ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorgestellt worden.

      Miriam
      Die gleichältrige und beste Freundin von Julie. Auch sie war vor der Apokalypse ein großer Fan von Duel Monsters. Sie hat einen großen Fable für einen punkischen Kleidungsstil. Seit einem Vorfall in ihrer Kindheit ist sie sehr schnell verängstigt, womit sie genau das Gegenteil fühlt, was sie äußerlich ausstrahlt.

      Infinite Zero
      Ein mysteriöser Massenmörder. Bekannt dafür, eine so hohe Mordzahl zu haben, das man ihn "schlimmer als die Pest" einstuft. Er spielt ein Deck, welches nur aus den Errungenschaften seiner gewonnenen Duelle besteht.



      Kapitelliste

      Openings zu dem Chaptern 0-X: Opening 1: Beginning--- von Tokisawa Nao(Der Titel und die Stimmung des Sounds passt einfach perfekt in mein Story-Ambiente)
      Chapter 0: Apokalypse DownloadLink Zum Part1 zum Part2
      Chapter 1: First Contact Download Link zum Chapter
      Chapter 2: Burning Rage Download Link zum Chapter
      Chapter 3: Duel with a God Download Link zum Chapter


      Anmerkungen und Aktueller Fortschritt

      -Co-Leser: Pfannkuchen

      Aktueller Fortschritt
      Chapter 0-3: Veröffentlicht
      Chapter 4-7: tiefergehende Struktur entwickelt/Duelle ausgeplant/zu 30% fertig ausformuliert
      Chapter 8-X: grobe Struktur entwickelt
      Bonuschapter: grobe Struktur entwickelt

      Veröffentlichungsinformationen:
      Auch
      wenn es mich schmerzt zu sagen, doch leider werde ich als aktuellen
      Rhythmus einen 4-Wochen Rhythmus für meine Chapters anlegen. Grund
      dafür ist leider meine sehr schwaches Vorankommen und eine gewisse
      Einspannung durch mein reales Leben( anstehende Abi-Prüfungen,
      etc.). Im schlimmsten Fall könnte es auch irgendwann mal zu einer
      weiteren 8- bis hin zu sogar einer 12-Wochen Chapter-Aufüllpause
      kommen.



      Danksagungen

      -Aska-[/url] & Leseleff: Durch eure Fanfictions wurde ich erst inspiriert, meine zu entwickeln und zu veröffentlichen.

      Pfannkuchen: Danke dafür, das du mir fleißig wie eine Honigbiene meine Chapters durchcheckst. Zwar größtenteils nur für die Fehlerkorrektur, aber da du ja noch am Anfang deiner „Co-Leser-Karriere“ stehst(wie ich ja auch), ist das mehr als nur zu verzeihen.
      Bilder
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      Dann legen wir mal los mit dem ersten Chapter:

      Chapter 0: Apokalypse

      Es war Anfang des Frühlings, und die ersten Bäume hatten zu sprießen begonnen. Es wehte zwar noch ein leichter, kühler Wind, doch die ersten Sonnenstrahlen, die James’ Gesicht trafen, konnten dieses schon wärmen. Er hob sein Gesicht, um mehr von dieser Wärme aufzufangen.

      Er kam vor wenigen Sekunden aus dem kalten Studiensaal seiner Uni und wurde sofort von der strahlenden Sonne gefangen genommen. Er blieb dort einige Zeit stehen, vergaß die Welt um sich herum und genoss einfach nur den Frühlingsbeginn, bis ihn eine sympathische Stimme aus seinem Halbschlaf weckte.

      „Hey, James, hör auf vor dich hinzu-träumen.“

      Er senkte seinen Kopf, und suchte die Quelle der Stimme.

      „Ach, du bist es Mason“, sagte James, als er die Person erkannte, welcher auf ihm zukam.

      Es war sein Freund aus Kindertagen und zugleich auch sein Mitbewohner. Sie besaßen gemeinsam eine WG, auch wenn sie noch nach weiteren Mitgliedern suchten.

      „Wie war es?“, fragte ihn sein Freund, als er ihm gegenüberstand und provokativ seinen Arm hinhielt, um ihren Freundschaftsgruß durchzuführen.

      James reagierte auf die Geste auf die gleiche Art, und sie machten wilde, und zugleich für andere schwer einzuprägende Armbewegungen.

      „Wie soll es schon gewesen sein. Ich glaube nicht, das dir „Aussterbetheorien der Urzeitwesen“ auch nur ansatzweise spannend vorkommen könnte!“, sagte James.

      Es stimmte, für die meisten war der Studiengang, welcher sich um Paläontologie drehte, wenig interessant. Doch da der Brünette im Rollkragenpullover ein großes Interesse an den Urzeitechsen hatte, und er dieses Interesse nun in einen Beruf umändern wollte, kam ihm der Studiengang sehr gelegen.

      Sein Freund Mason hingegen war viel eher der protzigere Typ von dem beiden. Nicht nur, dass der blonde Mann größer war als er, nein er war auch allgemein eher der, der die Initiative ergriff und James in manchmal gute, und manchmal schlechte Dinge hineinzog. Und trotz alledem waren sie die besten Freunde.

      Kennengelernt hatten sie sich damals, beim spielen von Duelmonsters, auf einem Ladenturnier im ansässigen Kartenladen.

      Doch inzwischen waren sie zu alt dafür geworden, sowie hätten sie nicht mehr die Zeit dafür gehabt, und hielten deshalb die Erinnerung daran fest umklammert in ihren Köpfen.

      „Du hast jetzt ja auch Schluss.“, fragte Mason seinen Mitbewohner. „Habe ich recht? Lass uns mal die Bars abklappern. Vielleicht finden wir ja ein paar scharfe Bräute.“

      Nur halbwegs von der Idee überzeugt stimmte der Brünette seinem Freund zu: „In Ordnung. Aber nicht, dass es wieder so abläuft wie letztes mal...“

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Mit einem brummenden Schädel erwachte James wieder Zuhause.

      Er fand sich in der Ecke liegend wieder, dabei ein dutzend Bierflaschen neben sich stehend.

      Er griff sich mit beiden Händen an seine Schläfe, und versuchte seinen Kater zu überwinden.

      Er erinnerte sich nicht mehr, was seit gestern passiert war. Die letzte Erinnerung, die er hatte, war als er sich vom Unigelände mit seinem guten Freund entfernte.

      Er ging erst einmal zum Bad, und wunderte sich, dass dies nicht abgeschlossen war. Auch wenn die beiden einen drauf gemacht hatten, war Mason immer schon um diese Uhrzeit wach und blockierte das Bad.

      Wenig darauf achtend, da ihm ein anderer Drang die Kehle hochfuhr, schnellte er zum Klo, hob dessen Deckel, und erleichterte sich in diesem. Nun verweilte er noch einige Zeit vor diesem, bis es ihm etwas besser ging. Dann duschte er und machte sich allgemein wieder frisch.

      Kurze Zeit darauf hörte auch das Brummen seines Schädels langsam auf, und er wagte es, in Richtung von Masons Zimmer zu blicken.

      „Ist er immer noch nicht auf?“, dachte sich James, und begann nun endlich zu zweifeln was hier los war.

      Er ging langsam zur Tür, drehte am Knauf und blickte in das Zimmers seines Freundes. Doch sein Bett war leer. Es schien so, als wäre er nicht zurückgekommen.

      Es herrschte wie sonst auch seine typische Unordnung, die im ganzen Zimmer zu erkennen war.

      „Das ist doch total untypisch für ihn, über Nacht weg zu sein“, murmelte James in sich hinein, dabei seinen linken Arm an seinen Kopf gewinkelt.

      Plötzlich viel ihm was auf, was er zuvor nicht bemerkt hatte: An seinem linken Arm war ein dünnes, rötliches Band mit einem Symbol, welches einem Saurierschädel glich, befestigt.

      „Was ist denn das?“, dachte er sich dabei, „Ist ja ein komisches Klubarmband?! Sieht aber ganz niedlich aus, mit dem Dinosaurierkopf da drauf. Aber vielleicht ist es besser, ich trenne das Ding ab, und mach mich auf die Suche nach Mason.“

      Kaum daran gedacht, ging er in die Küche, und nahm die Schere, welche dazu da war, die Verpackungen der Lebensmittel zu durchschneiden. Er setzte diese am Armband an, und drückte die beiden Hälften der Schere fest zusammen.




      „Was soll denn das!?“, sagte James, denn es geschah nichts.

      Das Band ließ keinen einzigen Kratzer zurück. Nur die Schere, welche sonst immer treue Dienste erwiesen hatte, und alles durchtrennte, war dabei verbogen worden.

      Nun begann er damit, am Armband herum zu fummeln. Doch kaum zog er daran, durchfuhr in ein starker, elektrischer Schlag.

      Plötzlich waren seine Erinnerungen von dem letzten Abend zurückgekommen...

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Mason und James, schon leicht angetrunken, gingen wieder zurück in ihre Wohnung.

      Sie betraten diese, während sie herzhaft über den Abend sprachen:

      „Was für eine lahme Bar.“

      „Das kannst du aber laut sagen. Wir sind ja kaum beschwipst, und selbst die Bräute waren dort nicht heiß.“

      „Und was war mit der, die mich angemacht hatte? Die war doch wirklich scharf.“

      „Das würdest du bestimmt nicht mehr sagen, wenn ich dir sage wo ich sie 10 Minuten zuvor getroffen hatte... ich sag nur soviel, ER würde dich beim Weitpinkeln bestimmt schlagen...“

      Sie betraten die Wohnung, und James warf den Hausschlüssel in die Schüssel, welche auf der Kommode stand, bevor sich beide in ihre jeweiligen Zimmer bewegten, um ihren Rausch auszuschlafen.

      Einige Stunden später, spürte James, wie der Boden zu beben schien und fiel dabei aus seinem Bett.
      Die Gemälde an seiner Wand fielen zu Boden. Sein Schreibtisch, der eh schon kurz davor war, auseinander zu fallen, zerbarst binnen eines Wimpernschlages vor seinem Auge.

      Plötzlich bekam er Kopfschmerzen, und er drückte seine Hände gegen eben diesen, in der Hoffnung, er könne sie so vertreiben.

      Ihm schossen verschiedene Bilder durch den Kopf.

      Zuerst sah er einen riesigen Strom von glühender Lava, um welchen dämonenhafte Wesen tanzten. Als nächstes erschien ihm eine grauenhafte Fratze, die ihn zu verschlucken schien. Abschließend sah er eine knöcherne Waage, welche durch dauerndes Pendeln in die zwei Extremen im Ungleichgewicht zu seien schien.

      Plötzlich hörten die Erscheinungen und das Beben auf. Langsam richtete James sich wieder auf und versuchte zu begreifen, was hier geschehen war.

      War das ein schräger Traum, oder war er wirklich so voll gewesen? Doch so wie sein Zimmer aussah, konnte es wohl doch kein Traum gewesen sein.

      „Aber Moment?“, fragte er in sich hinein, „Was ist denn das für ein Ding?“.

      Er bestaunte seinen linken Arm. An diesem hing ein kleines, rotes Gerät mit einem Display, ähnlich einer zu groß geratenen Armbanduhr. Nur war diese Uhr, welche einen roten Saurierschädel auf dem Display anzeigte, scheinbar keine Uhr. Denn vorne, wie bei einer Armbrust, war ein Stapel bräunlicher Spielkarten eingeschoben.

      Er zog die oberste Karte, und erkannte, dass auf der anderen Seite der Karte ein Bild von einem süßen, kleinen Babysaurier war, welcher noch halb in seiner Schale saß. Um das Kartenbild herum war ein orange-brauner Kartenrand, welcher James aus seiner Jugendzeit bekannt vorkam.

      „Das ist... eine Duelmonsterskarte“, schoss es ihm schlagartig durch seine Gedanken hindurch, „und zusätzlich sogar ein süßer kleiner Dinosaurier.“

      Nun erinnerte er sich an seine guten alten Kindertage zurück:
      An die Zeit, als er durch sie seinen Freund Mason kennen lernte, wie sie viele spannende und lustige Duelle gemacht hatten, und wie damals die Welt eigentlich noch so schön und friedfertig war.

      Doch dann kam ihm auch wieder in den Sinn, warum er aufgehört hatte zu spielen. Denn er und sein Freund sind nicht nur herangewachsen, sondern ihnen fehlte schlichtweg die Zeit. Während James sich nämlich auf sein Studium konzentrierte, und auch Mason nun nur noch Zeit für seine Zukunft besaß, musste leider etwas weichen. Und dies war das Hobby der beiden, welches sie einst vereinte.

      „Stimmt ja.“, kam es ihm schlagartig, „Ob ihm wohl nichts passiert ist, bei dem Beben?“

      Er rannte aus seinem Zimmer heraus, und, als hätte Mason an das Selbe gedacht, sprang auch er im selben Moment aus seinem Zimmer in den gemeinsamen Flur.

      Beide begutachteten sich binnen eines Augenschlages, hoben gleichzeitig den rechten Arm und richteten dessen Zeigefinger auf den jeweils anderen.

      Als könnten sie die Gedanken des anderen lesen, sagten sie beide synchron das gleiche: „Du hast also auch so ein Ding. Und guck mal, hier sind ein paar Duelmonsters-Karten.“

      Plötzlich fingen beide lautstark an zu lachen.

      Obwohl Mason auch die gleiche Apparatur an seinem Handgelenk trug, sah seine vollkommen anders aus. Seine war in einem rußigen Grauton gehalten, und hatte überall kleine, rötliche Flammenmuster drauf.

      Als sie sich beruhigten, begann James seine Gedanken auszusprechen: „Das haben wir schon lange nicht mehr gespielt. Wollen wir eine Runde?“

      „Aber na klar“, antwortete Mason überglücklich, „Doch zuerst muss ich noch etwas herholen.“

      Mit einem breiten Grinsen rannte der Blonde wieder in sein Zimmer.

      James folgte ihm still und leise und sah, wie sein Freund in einer Kiste wühlte, die er in seinem Schrank versteckt hatte.

      Er hievte eine kleine Deckbox aus dem Karton, und James wusste sofort, was das war.

      „Du hast deine alten Karten also noch?“, merkte James an.

      „Natürlich.“, antwortete Mason rasch. „Die würde ich doch nie wegwerfen. Wäre ich damals nicht auf dieses eine Turnier gegangen, hätten wir uns doch nie kennen gelernt. Nicht umsonst sind sie in meiner Schachtel für wichtige Erinnerungen.“

      „Dann haben wir ja wieder was gemeinsam.“, erwähnte James „Ich habe meine nämlich auch noch. Nur sind meine leider Zuhause bei meinen Eltern.“

      „Dann werde ich wohl von uns beiden der sein, der mit dem besseren Deck spielen wird.“ fügte der Blonde noch hinzu. „Wo habe ich denn meine alte Winnerkarte?“

      Er schaute in seine Deckbox, bis er sie endlich fand.

      Es war ein Evilswarm Exciton Knight.

      Eine Karte, an der sich James nur ungern erinnerte, denn der Brünette hat ihn damit häufig das Hinterteil aufgerissen. Und er selber konnte sich nie einen leisten. Denn diese besaßen nur die sehr reichen Spielern, oder, so wie es bei Mason war, die, die sehr viel Glück bei ihren Boostern hatten.

      Kaum hielt der kräftige, junge Mann die Karte auf Höhe des Kartenstapels, öffnete sich ein kleiner Slot am hinteren Teil der Gerätschaft, und ließ einen zweiten, viel kleineren Stapel Karten erscheinen.

      „Aha. Das scheint wirklich eine Art Dueldisk zu sein.“, fügte James hinzu. „Ähnlich wie die, die auch in der Serie waren.“

      Wie als wüsste der Blonde was er da tut, schob er die Karte in den neu erschienen Slot. Doch kaum kam sie in Berührung mit den anderen Karten, ging die Karte in flammen auf.

      „NEIN!!!“, schrie Mason, dabei eine Träne verdrückend, „Nicht mein Exciton!“

      „Wie es scheint sind das keine normalen Duelmonsters-Karten“, bemerkte der Brünette, während er sich sein Kinn kraulte, „Denn schau, die Karten, die im selben Slot stecken, hat es nichts ausgemacht, das genau über ihnen eine Karte verbrannt ist. Heißt also man kann wohl keine anderen Karten hinzufügen...“

      „Versinke nicht zu sehr in Gedanken“, mäkelte der groß gewachsene Mann, „Lass uns eine Runde spielen. Ich muss nun meinen schweren Verlust verarbeiten.“

      Beide zogen sich schnell etwas über, und gingen nach draußen vor ihrem Heim.

      „In Ordnung. Nur wie kann man diese Dinger aktivieren?“, fragte James, und tippte ein wenig auf dem Display herum, bis ihn plötzlich ein leichter, elektrischer Schlag durchstieß.

      „Aua.“, fiel es ihm reflexartig aus seinem Mund heraus.

      Doch plötzlich wusste er, wie die Apparatur funktionierte.

      Er rappelte sich auf, und rief den Aktivierungscode: „D-Pad, aktivieren.“

      Plötzlich kam aus dem kleinen Apparat eine mechanisch klingende Stimme, welche „Contract Confirmed“ sagte.

      Dann breitete sich ein holografisches Feld vor der kleinen Maschine aus, während selbiges auch Masons Maschine tat.

      Nun wussten beide, wie es weiter ging.

      Im Chor riefen sie: „Duell!!!“

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Plötzlich wurde die Welt um sie herum dunkler, und ein leichter Nebel schwebte um ihre Füße.

      Aus dem düsteren Nebel eben jene knochige Waage, die James im Traum erschienen ist.

      Auf magische Weise füllte sie sich mit einer roten Flüssigkeit. Es schien, als wäre es Blut gewesen.

      Kaum waren beide Seiten stark genug gefüllt, kippte die Waage, als wären die Flüssigkeiten unterschiedlich schwer. Dabei hing die schwerere Seite der Waage in James Richtung.

      „Das ist mir zwar neu, aber ich soll wohl anfangen“, sagte der Brünette, als er, wie auch sein Freund, ihre Startblätter zogen.

      LP: 4000/4000
      Hand: 5/5
      Front: 0/0
      Back: 0/0


      James betrachtete sein Blatt genau, und entschied sich, die vorderste der Karten auszuspielen, die auf seiner Hand lag.

      „Ich aktiviere meine Zauberkarte Fossil Dig.“

      Es erschien links neben dem Brünetten eine größere Kopie der Karte, auf dem mehrere verschiedenfarbige menschenartige Figuren abgebildet waren, die scheinbar damit begonnen haben, eine Ausgrabung nach Fossilien zu starten. „Mit dieser Karte kann ich mir ein Dinosaurier aus meinem Deck suchen, dessen Stufe 6 oder niedriger beträgt. Und ich wähle Jurrac Velo.“

      James tat, was er sagte, fügte die genannte Karte seiner Hand hinzu, und sprach außerdem: „Und genau den beschwöre ich jetzt auch per Normalbeschwörung.“

      Kaum ausgesprochen, knallte er die Karte so heftig auf die holografische Fläche, sodass ein lautes Knallgeräusch entstand.

      Im selben Augenblick gingen vor James kleine Flammen auf, aus denen eine fast zwei Meter große Echse erschien. Sie stand aufrecht auf zwei Beinen, und hatte trotz des grünlichen Torsos und dem roten Kopf blaue Klauen an Händen und Füßen. Er glich einem dieser kleinen Raubsaurier, welche immer in Gruppen angriffen.

      Jurrac Velo
      Stufe: 4
      ATK: 1700/ DEF: 1000

      LP: 4000/4000
      Hand: 4/5
      Front: 1/0
      Back: 0/0


      „Und das war es dann auch erst einmal“, sagte James abschließend, während er an seinen Gegner abgab.

      „Ich ziehe!“, brüllte Mason, als er die oberste Karte aus seinem Stapel auf die Hand nahm.

      LP: 4000/4000
      Hand: 4/6
      Front: 1/0
      Back: 0/0


      Nach einem kurzen Blick in seine Hand, zog er eine heraus, und platzierte sie mittig auf dem Feld.

      „Ich beschwöre als Normalbeschwörung meinen Flamvell Firedog in Angriffsposition.“

      Plötzlich begann der Boden vor Mason sich stark zu erhitzen, und begann rot zu glühen, bis er zu schmelzen begann. Aus dem entstandenen Lavasee entstieg eine Art Wolf, welcher scheinbar aus leicht gehärtetem Magma bestand.

      Flamvell Firedog
      Stufe: 4
      ATK: 1900/ DEF: 200

      LP: 4000/4000
      Hand: 4/5
      Front: 1/1
      Back: 0/0

      „Es scheint ja so, als sei dein Monster genauso wie du“, begann James. „Sie sind genauso mit Feuer und Flamme bei der Sache wie du sonst auch.“

      „Und wie ist es mit deinem Monster?“, fragte sein gegenüber zurück, „Dein Monster ist doch auch wie auf dich abgeschnitten. Aber das wird dir trotzdem nicht den Sieg bringen! Ich greife mit meinem Firedog dein Echsentier an.“

      Kaum ausgesprochen, lief der kleinere Magmawolf auf den Raptor zu, und biss ihm innerhalb eines Wimpernschlages in seinen Hals. Um das Blutbad zu verkürzen, zersprang der Saurier in viele kleine Polygone. Den Rest der Wucht bekam dabei James zu spüren, auch wenn dies ihn nicht wirklich verletzte. Schließlich handelte es sich ja nur um holografischen Schaden.

      LP: 3800/4000

      Hand: 4/5

      Front: 0/1

      Back: 0/0


      Als die Polygone zu Boden fielen, hinterließen sie ein kleines, feuriges Ei, welches den Anwesenden kaum bis zu den Knien ging.

      James begann zu erklären: „Immer wenn sich mein Velo im Kampf geschlagen geben muss, so hinterlässt er ein Ei, aus welchem ein neuer Saurier aus meinem Deck schlüpfen wird.“

      „Bevor du aber auf dumme Gedanken kommst, kette ich noch den Effekt meines Firedogs an.“, rief der Blonde hinein. „Denn der besagt, das ich nun auch ein Monster aus meinem Deck rufen kann. Ich rufe also meinen Neo Flamvell Sabre in den Kampf.“

      Aus dem kleinen Lavasee, der sich unter Firedog befand, sprang ein groß gewachsener Krieger mit flammend großer Haarpracht, ähnlich eines Traummannes aus Schundschmökern, und zog dabei seinen Namensgebenden, flammenden Säbel.

      Neo Flamvell Sabre
      Stufe: 4
      ATK: 1500/ DEF: 200

      LP: 3800/4000
      Hand: 4/5
      Front: 0/2
      Back: 0/0

      „Und das beste“, setzte Mason fort, „ist sein Spezialeffekt. Denn solange mein Gegner weniger als 5 Karten in seinem Friedhof besitzt, erhält Sabre noch weitere 600 ATK.“

      Kaum fügte Mason diesen Satz hinzu schien es so, als würde die Flamme des Säbels stärker brennen.

      Neo Flamvell Sabre
      Stufe: 4
      ATK: 2100/ DEF: 200

      James blickte auf das neue Monster. Nun musste er clever wählen. Denn dieses Monster konnte alles zerstören, was sich ihm in den Weg stellt.

      „Dann lass ich aus dem Ei einen Jurrac Stauriko in Verteidigungsmodus schlüpfen.“

      Das Ei begann zu bröckeln und es sprang ein kleiner, blau-lilaner Saurier mit grünen Kopf und Füßen hervor. Binnen weniger Sekunden wuchs er auf beachtliche Größe und es bildeten sich drei flammende Platten auf seinem Rücken.

      Jurrac Stauriko
      Stufe: 2
      ATK: 500/ DEF: 400

      LP: 3800/4000
      Hand: 4/5
      Front: 1/2
      Back: 0/0


      „Das Vieh wird dich auch nicht lange schützen können.“, reagierte Mason darauf, während er den Befehl zum Angriff seinem Krieger gab. „Angriff Sabre, röste sein schwächliches Monster.“

      Wie zuvor der Magma-Wolf sprang nun auch der Krieger auf seinen Feind zu, und schnitt es entzwei. Erneut zerfiel es in viele kleine, kristallene Bruchstücke, und auch dieses Mal blieben zwei kleine Eier zurück. Doch dieses Mal schienen diese nur halb so groß zu sein als das zuvor.

      LP: 3800/4000
      Hand: 4/5
      Front: 0/2
      Back: 0/0


      „Auch wenn mein Saurier nun erneut ins Gras beißen muss, ist er noch lange nicht ausgestorben.", fügte James hinzu. "Bei dem Abgang von Stauriko werden zwei „Jurrac“-Tokens hinterlassen, welche sich zwar nicht zum kämpfen eignen, doch dafür für vielerlei andere Sachen. Das ist aber noch nicht alles, denn ich füge noch eine Karte von meiner Hand dem Effekt hinzu.“

      Er erhob eine Karte aus seinem Blatt, und platzierte sie Vertikal links neben dem nun leeren Slot.

      „Denn falls eines meiner „Jurrac“-Monster in Verteidung dem Aussterben droht, kann ich Jurrac Herra von meinem Blatt oder Friedhof als Spezialbeschwörung beschwören.“

      Plötzlich erschien aus dem Nebel ein fast drei Meter großer, gelb-grüner Saurier mit zwei Raketenwerfern auf seinem Rücken, welche noch immer vom letzten Schuss qualmten, und stellte sich hinter James.

      Jurrac Herra
      Stufe: 6
      ATK: 2300/ DEF: 1500

      LP: 3800/4000
      Hand: 3/5
      Front: 1/2
      Back: 0/0


      „Und nun wickeln sich auch noch die Tokens ab.“

      Die zuvor entstandenen Eier schlüpften erneut, und auch aus diesem schlüpften auch wieder kleine Saurier, ähnlich wie dem vorherigen, bloß das diese nicht mehr weiter wuchsen.

      “Jurrac“-Token x2
      Stufe: 1
      ATK: 0/ DEF: 0

      LP: 3800/4000
      Hand: 3/5
      Front: 3/2
      Back: 0/0


      Sichtlich beeindruckt, reagierte Mason auf das Feld, was James aufgebaut hat. „Wow, da hast du aber eine große Menge von deinen Echsen aufgebaut. Doch du wirst sie nicht mehr lange haben. Ich setze diese Karte und gebe an dich ab.“

      Er schob eine von seinen Handkarten in einen der unteren Slots der holografischen Fläche, und bereitete sich auf das vor, was ihn von seinem Freund erwartete.

      LP: 3800/4000
      Hand: 3/4
      Front: 3/2
      Back: 0/1




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      2. Hälfte von Kapitel 0


      Kommentarlos zog James eine Karte von seinem Deck und merkte, dass sie ihm bekannt vorkam. Es war die gleiche Karte, welche er zu beginn betrachten konnte. Er fügte sie seiner Hand hinzu, und begann damit, gewaltig zu überlegen. Sollte er das Risiko einer gefährlichen verdeckten Karte eingehen, und auspacken? Oder sollte er lieber vorsichtig spielen, und abwarten?

      LP: 3800/4000
      Hand: 4/4
      Front: 3/2
      Back: 0/1


      Schließlich entschied er sich dafür, schnellstmöglich Druck aufzubauen. Er kannte schließlich nicht das Deck, welchem er gegenüberstand, und er wollte es auch nicht unbedingt erfahren.

      „Da ich zwei Tokens kontrolliere“, begann James, während er diese vom Feld entfernte, „opfere ich selbige, um ein neues Monster als Tributbeschwörung zu beschwören. Komm erscheine Jurrac Spinos.“

      Der Brünette legte nun neben der verbliebenen Karte eine seiner Handkarten, und aus dem Nebel kam ein weiterer, riesiger Saurier, der mit seinem fast vier Meter großen, blau-roten Körper Angst und Schrecken verbreiten konnte. Seine riesigen, dreifingerigen Klauen wirkten dabei nur halb so bedrohlich wie sein flammender Kamm auf dem Rücken, welcher in nur noch mächtiger erscheinen ließ.

      Jurrac Spinos
      Stufe: 7
      ATK: 2600/ DEF: 1700

      LP: 3800/4000
      Hand: 3/4
      Front: 2/2
      Back: 0/1


      „Schönes Untier, nicht?!“ fragte James sarkastisch, „Und mit diesem greife ich auch gleich deinen Firedog an.“

      Kaum war der Befehl ausgesprochen, rannte das riesige Urzeitwesen auf den Magma-Wolf zu, und zerriss in mit einem kräftigen Biss. Zudem flogen kleine Stücke des Monsters auf den blonden Mann zu, und machten den Eindruck, ihn zu verletzen.

      LP: 3800/3300
      Hand: 3/4
      Front: 2/1
      Back: 0/1


      Doch anstatt wie zuvor in viele kleine Partikel zu zerspringen, kamen viel eher kleine Raubsaurier aus dem Nebel hervor, und begannen sich, an den Überresten des Wolfes satt zu fressen.

      „Wie du siehst, macht dir mein Saurier ein Geschenk, nachdem er dein Monster erledigt hat“, begann James zu erklären, „Denn als Ersatz bekommst du einen „Spinos“-Token in Angriffsposition als Ersatz.“

      “Spinos“-Token
      Stufe: 1
      ATK: 300/ DEF: 0

      LP: 3800/3300
      Hand: 3/4
      Front: 2/2
      Back: 0/1


      „Aber leider wird das niedliche Geschenk nicht lange bleiben“, warf James erneut in den Raum, „Denn mein Herra hat nämlich auch Hunger. Los Angriff auf sein Token.“

      Anstatt wie sein größerer Kollege griff Herra nicht frontal, sondern visierte mit seinem Raketenwerfer das kleine Monster an. Es dauerte keinen Kanonenschuss, da war wo zuvor das Token war, stattdessen ein riesiger Krater. Von der Wucht des Aufpralls begann dabei der Boden zu beben, weshalb Mason zu Boden ging.

      LP: 3800/1300
      Hand: 3/4
      Front: 2/1
      Back: 0/1


      Nachdem er sich wieder aufgerafft, begnadete ihn James für diesen Zug: „Ich setze noch eine verdeckte Karte und dann bist du dran.“

      LP: 3800/1300
      Hand: 2/4
      Front: 2/1
      Back: 1/1


      „Du bist noch genauso gut wie früher“, erwähnte Mason, während er eine Karte von seinem Deck zog. „Doch ich bin weiterhin der Bessere von uns beiden.“

      LP: 3800/1300
      Hand: 2/5
      Front: 2/1
      Back: 1/1


      „Als erstes aktiviere ich den Effekt meines Flamvell Origin von meiner Hand“, sprach Mason, als er eine seiner Handkarten auf das holografische Feld knallte, „Denn solange du nur drei oder weniger Karten auf dem Friedhof hast, darf ich es spezialbeschwören.“

      Ein Feuer entstand vor Masons Füßen. Dieses begann zu schweben, und präsentierte in sich eine blaue Flamme, auf der eine niedliche Fratze abgebildet war.

      Flamvell Origin
      Stufe: 2
      ATK: 500/ DEF: 200

      LP: 3800/1300
      Hand: 2/4
      Front: 2/2
      Back: 1/1


      „Und da mein Origin ein Tuner-Monster ist, mache ich jetzt eine Synchrobeschwörung.“

      Im nächsten Augenblick schwebte das kleine Monster noch weiter in die Höhe, und zersprang in zwei Ringe, die Groß genug waren, dass ein Zirkuslöwe mit Leichtigkeit diesen durchspringen könnte. Doch diese begann stattdessen zu fallen und durchquerten dabei Flamvell Sabre. Im selben Augenblick, wo sie diesen passierte, veränderten sie das Aussehen dessen vollständig. Während er zuvor ein Schönling von einem Krieger hätte sein können, glich er mit seinem Aussehen nun viel eher dem Magma-Wolf. Denn es schien als wäre er, wie zuvor der Wolf, mit Magma bedeckt worden.

      Flamvell Uruquaiza
      Stufe: 6
      ATK: 2100/ DEF: 400

      LP: 3800/1300
      Hand: 2/4
      Front: 2/1
      Back: 1/1


      „Und außerdem aktiviere ich noch den Effekt von meinem Flamvell Baby“, sagte der kräftig gebaute Mann, während er ein Monster von seiner Hand in den Friedhof legte.

      LP: 3800/1300
      Hand: 2/3
      Front: 2/1
      Back: 1/1


      Plötzlich erschien über Uruquaiza ein kleines, schwebendes Flammenmännchen, welches in Glitzerstaub zerfiel und sich über im ergoss.

      Mason begann zu erklären: „Indem ich Baby auf den Friedhof lege, verpasst sie Uruquaiza weitere 400 Angriffspunkte. Das ist aber noch nicht alles, denn ich aktivere noch diese Zauberkarte von meiner Hand.“

      Flamvell Uruquaiza
      Stufe: 6
      ATK: 2500/ DEF: 400


      Er steckte eine weitere seiner Handkarten in einen der Slots unterhalb seines Monsters, woraufhin die vergrößerte Kopie vor seinem Monster erschien. Auf diesem war ein riesiger Hammer abgebildet, welcher gerade einige Goblins zerquetschte.

      LP: 3800/1300
      Hand: 2/2
      Front: 2/1
      Back: 1/2


      „Es handelt sich um Hammer Shot.“, erläuterte Mason, „Und wenn ich sie aktiviere, zerstört sie ein Monster mit der höchsten ATK. Und das wäre dein Spinos.“

      James wusste jetzt, dass, wenn sein Spinos ins Gras beißen würde, er keine lange Chance sah, das Herra auf dem Feld bleiben würde. Somit entschied er sich, die Monster seines Gegners mit ins verderben zu ziehen.

      „Ich aktiviere meine verdeckte Karte Jurrac Impact“, sagte der Brünette, während er einen Knopf an der Maschine drückte, damit die verdeckte Karte aufsprang. Auf der pink-lilanen Karte war eine große Landschaft abgebildet, auf der gerade ein Meteor, welcher zugleich aber einem Dinosaurier ähnelte, zuraste.

      „Wenn ich ein Dinosaurier-Monster mit 2500 oder mehr ATK kontrolliere“, erklärte James, „kann ich das gesamte Feld auslöschen.“

      „Mit deinem Massensterben musst du wohl noch warten“, konterte Mason, während auch er einen Knopf am D-Pad drückte, um seine verdeckte Karte aufspringen zu lassen. Es handelte sich um Flamvell Counter, auf welcher ein Drache abgebildet, der eine Explosion auffängt. „Denn sofern ich ein Feuer-Monster mit genau 200 DEF von meine Friedhof verbanne, kann ich deine Fallenkarte annullieren.“

      Wie erklärt, zerfiel die Fallenkarte von James in viele kleine Polygone, während aus der Karte mit dem Hammer ebendieser herauskam. Diesen hob Uruquaiza auf, woraufhin der Hammer unmenschlich groß wurde. Kaum hat er begonnen die Größe von Spinos zu übertreffen, ließ ihn Uruquaiza auf ebenjenen fallen, woraufhin Spinos so zerquetscht wurde, das nicht mehr viel von ihm übrig blieb. Darauhin zerfiel auch der Hammer sowie dessen Karte in winzig kleine Teile.

      LP: 3800/1300
      Hand: 2/2
      Front: 1/1
      Back: 0/0


      „Und nun greife ich deinen Herra mit meinem Uruquaiza an.“, befahl Mason, woraufhin sich sein Monster auf den Saurier stürzte. Er begann damit, mit der Echse zu ringen, und erdrosselte sie. Um dem Leid ein schnelles Ende zu bringen, zerfiel das Reptil in kleine Bruchstücke, welche Schaden an seinem Besitzer ausführte.

      LP: 3600/1300
      Hand: 2/2
      Front: 0/1
      Back: 0/0


      „Und jetzt bekommt mein Uruquaiza noch seinen Effekt.“, fügte Mason noch hinzu, „Immer wenn du durch ihn Kampfschaden erhälst, steigen seine ATK um 300.“

      Der flammende Krieger, dessen Fäuste schon beeindruckend genug waren, fingen nun auch noch Feuer.

      Flamvell Uruquaiza
      Stufe: 6
      ATK: 2800/ DEF: 400


      „Aber das soll genug für einen Zug sein.“, beruhigte Mason seinen Freund, „Ich beende meinen Zug.“

      James zog leicht verärgert eine Karte von seinem Deck und fügte sie seiner Hand hinzu.

      LP: 3600/1300
      Hand: 3/2
      Front: 0/1
      Back: 0/0

      Nun musste James schnell etwas einfallen, wenn er nicht vorhatte, das Spiel zu verlieren. Aber von seinem Blatt weniger beeindruckt, konnte er nur recht wenig tun.

      „Ich setze ein Monster sowie eine Karte verdeckt.“, sprach James, als genau dies tat. „Dann bist du dran.“

      LP: 3600/1300
      Hand: 1/2
      Front: 1/1
      Back: 1/0


      „Oh, geht dir jetzt schon die Puste aus?“, fragte Mason leicht neckisch, „Das erinnert mich an früher. Da ging es meist genauso aus. Ich ziehe.“

      LP: 3600/1300
      Hand: 1/3
      Front: 1/1
      Back: 1/0


      „Aber ich werde mich diesen Zug bedeckt halten“, fügte Mason noch hinzu. „Uruquaiza, greif sein verdecktes Monster an.“

      Der Magmakrieger stürmte auf die verdeckte Karte zu, wobei sie sich aufflippte, und einen kleinen, zweibeinigen Saurier mit einem Entenschnabel präsentierte.

      „Jetzt aktiviert sich der Effekt von Jurrac Gallim“, rief James seinem Gegner zu. „Wenn er nämlich im Kampf zerstört wird, musst du entweder eine Handkarte abwerfen, oder dein Monster wird mit draufgehen.“

      Jurrac Gallim
      Stufe: 2
      ATK: 1200/ DEF: 0


      Sichtlich beeindruckt, reagierte Mason: „Oh, welch Überraschung. Schade nur, dass ich so viele Handkarten übrig habe. Ich werfe eine Karte weg, und rette mein Monster.“ Wie zuvor gesagt, warf Mason eine Karte ab, woraufhin der Zerstörungseffekt zuneige ging.

      LP: 800/1300
      Hand: 1/2
      Front: 1/1
      Back: 1/0


      „Aber ich habe noch etwas für dich.“, fügte Mason außerdem hinzu, „Denn immer wenn Uruquaiza ein Monster in Verteidigungsposition angreift, fügt er dir den gesamten Schaden als Durchschlagschaden zu.“

      „Was!!“, fiel es James ungewollt aus seinem Mund. Im selben Augenblick schlug Uruquaiza so schwer auf Gallim ein, sodass er binnen Sekunden in viele kleine Polygone zerfiel. Doch als würde dies nicht genügen, bewegte sich Uruquaiza nun auch noch auf James zu und verpasste ihm einen weiteren Hieb, mitten in den Bauch. Gott sei dank handelte es sich nur um ein Hologramm, sodass es nur wenig schmerzte.

      LP: 800/1300
      Hand: 1/2
      Front: 0/1
      Back: 1/0


      „Weil ein Jurrac-Monster in Verteidigungsposition zerstört wurde“, fügte James keuchend hinzu, „kann ich Jurrac Herra von meinem Friedhof wiederbeleben.“

      Erneut erschien hinter James der riesige Saurier mit den zwei Raketenwerfern auf dem Rücken.

      Jurrac Herra
      Stufe: 6
      ATK: 2300/ DEF: 1500

      LP: 800/1300
      Hand: 1/2
      Front: 1/1
      Back: 1/0


      „Dieses schwache Monster wird dir aber auch nicht mehr helfen“, erklärte Mason, „Denn durch den Effekt von Uruquaiza bekommt er weitere 300 ATK dazu.“

      Es vergrößerten sich die Flammen an Uruquaizas Armen weiter.

      Flamvell Uruquaiza

      Stufe: 6
      ATK: 3100/ DEF: 400

      Mason sagte abschließend: „Und damit beende ich meinen Zug.“

      Nun hoffte James auf eine brauchbare Karte. Er zog die oberste Karte seines Decks, und schwang dabei seinen Arm voll aus. Er kippte die Karte leicht, um das Bild zu sehen...

      LP: 800/1300
      Hand: 2/2
      Front: 1/1
      Back: 1/0


      Seine Augen begannen sich zu weiten. In seinem Kopf bildete sich ein Pfad, welchen er gehen musste, um das Spiel zu beenden. Er fügte die Karte seinem Blatt hinzu, und drückte dann auf dem Knopf, um seine letzte verdeckte Karte aufspringen zu lassen.

      „Ich aktiviere meine Fallenkarte Fossil Excavation“, begann James zu erläutern, während die Karte aufsprang. Sie zeigte die gleiche Ausgrabungsstätte, wie auf der Zauberkarte Fossil Dig, nur schien es, als wäre diese Situation einige Zeit später, denn inzwischen war das Fossil fast vollständig ausgegraben. „Wenn ich nun eine Karte abwerfe, dann kann ich ein Dinosaurier-Monster von meinem Friedhof wiederbeleben. Und ich werfe diese hier ab.“

      Er zeigte die Karte seinem Gegner, welche er gerade gezogen hatte, und schob sie in den Friedhofsschlitz. Im selben Augenblick aber kam genau diese Karte wieder aus dem Schlitz heraus.

      James erklärte: „Und da auch meine abgeworfene Karte ein Dinosaurier ist, kann ich ihn genauso zurückholen. Los, Jurrac Ptera.“

      Es erschien eine riesige Steinplatte vor James Füßen. Doch binnen weniger Sekunden zerbröckelte der massive Stein, und ein Skelett eines Flugsauriers zeigte sich. Dieser füllte sich langsam mit Fleisch und Muskelgewebe, bis man ihn wieder als lebendes Wesen bezeichnen konnte. Dieser grüne Saurier, der einen lange Schnabel besaß und zu fliegen begann, hatte große, schwere Flügel, die in Flammen aufgingen.

      Jurrac Ptera
      Stufe: 3
      ATK: 800/ DEF: 1500

      LP: 800/1300
      Hand: 1/2
      Front: 2/1
      Back: 1/0


      Doch James war noch nicht fertig: „ Als nächstes beschwöre ich noch meinen Jurrac Aeolo.“

      Wie angesagt platzierte er seine letzte Karte, zudem auch gleichzeitig die Karte, welche er sich ganz zu beginn angeschaut hatte, auf die Spielfläche, woraufhin vor ihm ein kleines, mit Flammen gemustertes Ei erschien. Die Schale brach kurz darauf so auf, sodass der Kopf, der Schwanz und die Füße des Inhalts zu sehen waren.

      Jurrac Aeolo
      Stufe: 1
      ATK: 200/ DEF: 200

      LP: 800/1300
      Hand: 0/2
      Front: 3/1
      Back: 1/0


      „Und nun mache ich das gleiche wie du“, begann James, „Denn mein Aeolo ist auch ein Tuner-Monster.“

      Das Ei, welches gerade erst erschien, begann grell zu leuchten und verwandelte sich in einen Ring, welcher immer höher in die Luft schwebte. Wenige Sekunden darauf, hob Ptera Herra hoch genug an, damit beide durch den Ring passten. Dabei vereinten sich die Körper der zwei, und bildeten ein neues Wesen, welches eine riesige Größe besaß.

      Jurrac Meteor
      Stufe: 10
      ATK: 2800/ DEF: 2000

      LP: 800/1300
      Hand: 0/2
      Front: 1/1
      Back: 1/0


      „Komm erscheine, Jurrac Meteor“, fügte James hinzu, als sich das riesige Monstrum, welches auch schon auf der Karte Jurrac Impact abgebildet war, erschien und sich immer weiter in den Himmel erhob. „Und nun kommen wir zu seinem Effekt. Denn er kann mal eben ein Massensterben auslösen, welches alle Karten, mitsamt ihm, zerstört.“

      Plötzlich sauste der immer weiter in die Höhe gegangene Koloss zur Erde, und wirbelte unvorstellbar viel Staub auf. Nachdem sich dieser gelegt hatte, war das Feld leer. Doch was war das? Nicht alles war weg. Plötzlich befand sich wieder das kleine Ei mit dem Feuermuster auf James Spielfeldseite.

      LP: 800/1300
      Hand: 0/2
      Front: 1/0
      Back: 0/0


      „Was ist das?“, fiel es Mason ungewollt aus seinem Mund, „Sagtest du nicht, das ganze Feld wäre leergeräumt?“

      „Da sieht man mal wieder, wie gut du mir zuhörst“, fügte James belehrend hinzu, „Ich habe dir doch gesagt, das viele Wissenschaftler davon ausgehen, das nachdem der „Zerstörer-Meteorit“ kam, trotzdem noch eine Vielzahl von Sauriern überlebten. Und zwar die kleinsten unter ihnen. So also auch mein Aeolo. Denn wenn Meteor seinen Effekt aktiviert hat, kann ich ein Tuner-Monster vom Friedhof zurückholen.“

      Jurrac Aeolo
      Stufe: 1
      ATK: 200/ DEF: 200

      LP: 800/1300
      Hand: 0/2
      Front: 1/0
      Back: 0/0


      „Aber mit deinem schwächlichen Aeolo wirst du mich nicht aufhalten können“, stellte Mason erfreut fest.

      „Dann schau dir nochmal mein Feld an“, fügte James hinzu, während beide Blicke auf das Ei gerichtet waren. Denn diesmal schlüpfte es nicht.

      James begann zu erklären: „Denn ich kann Aeolo als Tribut anbieten, um ein anderes Jurrac-Monster, dessen Stufe 4 oder niedriger ist, als Spezialbeschwörung beschwören. Und ich entscheide mich für Velo.“

      Mit einem Mal schlüpfte das Ei, und es wuchs binnen eines Wimpernschlages ein vollwertiger Velo heran.

      Jurrac Velo
      Stufe: 4
      ATK: 1700/ DEF: 1000

      LP: 800/1300
      Hand: 0/2
      Front: 1/0
      Back: 0/0


      „Und nun beende ich das Duell“, gab James zum Besten. „Velo, greif Mason direkt an.“

      Der Saurier, nun vollkommen ausgewachsen, rannte auf seinen Freund zu, und kratzte ihm so auf das Duel-Pad, dass ein dicker Riss übrig blieb. Zugleich fielen seine Life Points auf 0.

      LP: 800/0
      Hand: 0/2
      Front: 1/0
      Back: 0/0

      Nun gab die Maschine erneut mit einer mechanischen Stimme ein Signal: „Duel Finished! Contract Cleared! Contract Payment will be received!“

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Das Duell war beendet. Der Sieger stand fest. Doch James mochte die letzten Worte der Maschine nicht.

      Im nächsten Moment bewahrheitete sich die Vermutung von James. Mason ging zu Boden.

      Ohne darüber nachzudenken, näherte sich James seinem besten Freund. Mason begann scheinbar zu vertrocknen, denn seine Haut wurde immer trockener und plötzlich begann sein Körper wie Sand zu zerfallen.

      „MASON!!“, schrie James, „MASON!!!, Was ist mit dir?“

      Er bekam keine richtige Chance sich zu verabschieden. Wenige Sekunden später ist Mason komplett zu Sand geworden und vom kühlen Nachtwind verweht worden...

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Es war alle Zurück. James konnte sich auch an den Rest von diesen Abend erinnern. Doch es schmerzte ihn zu sehr, darüber nachzudenken.

      Kaum war sein Freund gestorben, fiel er in Trauer, Verzweiflung und Hass, sich selbst gegenüber. Das D-Pad verschwand und hinterließ stattdessen dieses Armband. Es war wie ein Symbol. Ein Symbol für einen Mörder.

      Den Rest des Abends, versunken mit den restlichen Bierflaschen, die er im Kühlschrank fand, verkroch er sich in die Ecke seines nun Einzelheimes und schaute dabei die Nachrichten.

      Und überall gab es die selben Nachrichten: Über das Erdbeben, die D-Pads, welche nun am Handgelenk jedes Menschen auf dem Planeten hingen, und die Tatsache, dass man mit den Karten Morde begehen konnte. Sofort wurde vor der Benutzung der Maschinen gewarnt, welche scheinbar untrennbar mit dem Menschen verbunden waren und jeder Versuch, diese zu benutzen, werde als Mordversuch interpretiert.

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Einige Wochen vergingen. Innerhalb der letzten Wochen hatte sich die Welt verändert. Der Abend, welcher nun als Apokalypse benannt wurde, hatte tiefe Spuren in der Gesellschaft hinterlassen.

      Schnell wurde ein neues internationales Gesetz durchgebracht, in welchem es Verboten wurde, das Duelmonster-Kartenspiel zu spielen oder zu vertreiben, aus Angst, jungen Menschen Interesse an dem Spiel zu bringen. In Windeseile gingen die Firmen pleite, welche mit den Karten oder dessen Merchandising handelten.

      Zudem entstand eine neue Art von Mord. Dem „Assassination Duel“. So bezeichnete man es von nun an, wenn ein Duell ausgeführt wurde. Für die Kriminalität war es eine lukrative Art des Mordes. Man konnte nicht fliehen, und man konnte absolut jeden dazu zwingen, welcher nur innerhalb eines 10m Radius kam, ein Duell zu beginnen. Deshalb auch die große Angst vor der neuen Art des Mordes. Aus dem Grund wurde veranlasst jeden Duellmörder, der geschnappt wurde, sofort zu erschießen, um eine mögliche Gegenwehr zu verhindern.

      Zudem war jeder Mörder gezeichnet. Denn vollführte man ein Duell, so wurde für eine gewisse Zeit das D-Pad zu einem Armband. Wann es sich aber zurückverwandelte, war unbekannt. Einige hatten nach wenigen Stunden wieder eine zeichnungslose, weiße Weste. Andere hingegen hatten selbst nach Monaten kein normales D-Pad mehr am Arm. James hatte in diesem Falle recht viel Glück. Schon nach drei Tagen hatte sich seine Maschine wieder gezeigt. Doch was er dann sah, erschrak ihn. Nicht nur hatte er seine alten Karten in seinem Deck. Nein, er fand auch einige Karten seines Freundes darunter, und erinnerte ihn für immer an seine Tat.

      Er selbst musste sein Studium abbrechen und von nun an auf der Flucht leben. Denn schon wenige Tage darauf wurde ein neues Projekt von der Polizei vorgestellt: Das D-Net.

      Es handelte sich um eine Webseite, auf die jeder zugreifen konnte, und auf der jedes einmal aktivierte D-Pad aufgezeichnet wurde. Diese waren mit einer IP-Adresse sowie einem 50km-Ortungsradius ausgestattet. Somit konnte man mithilfe der Daten erkennen, nachdem der Besitzer mindestens ein Duell vollführt hatte, welche Nummer ihm zugewiesen wurde, sowie ein Protokoll erstellt, falls er den Aufenthaltsort wechselte.

      Doch hier in Amerika, wo sich James befand, ging noch alles normale Bahnen. Währenddessen brach nämlich in Europa die Hölle aus. Denn neben den normalen bis schweren Verbrechern, welche nutzen aus der neuen Mordmethode zogen, gab es eine IP, welche einem Sorgen bereitete.

      Es handelte sich um die IP: 0.0.0.0, unter dem Volk auch Infinite Zero genannt. Dieses abscheuliche Monster von Lebewesen hatte nicht nur die größte Anzahl an Morde begangen, die es auf der „Weltrangliste“ gab, sondern er zog auch Schnurstracks durch ganz Europa. Und überall, wo er hinkam beging er Morde...


      Anmerkungen zur Folge

      -Tut mir leid, das es so viel Duell wurde. Als ich mir meine Notizen anschaute, dachte ich erst, ich hätte zu wenig. Im nächsten Kapitel, dem echten Kapitel 1, wird es zwar noch einmal eine Menge Duell geben, da dies schon fertig geplant ist, doch dafür werde ich mir im Folgenden das Ziel nehmen, diesen kürzer zu halten.

      -Zusätzlich noch wie versprochen ein Downloadlink: drive.google.com/file/d/0B6XEd…SLTIxbzQ/view?usp=sharing
      [Falls er nicht funktioniert, bitte in die Kommentare schreiben, damit ich zum laugen kriege. Ist bei mir nämlich das erste mal, das ich einen Download für die gesamte Welt freigebe]
      //BTW: Es ist auch möglich, auf dem Downloadlink Feedback zu geben. Dafür muss nur die oben angeführte Schaltfläche gedrückt werden. Aber ob dies ohne Google-Account funktioniert, weiß ich leider nicht.

      -Ich würde
      außerdem gerne Wissen, wie euch die Art der Duell-Notiz gefällt. Wie vielleicht aufgefallen ist, wird jeder Schritt in einer Art „Situations-Liste“ festgehalten. Diese sollte nur zur Übersicht dienen. Doch trotzdem frage ich mich, ob sie jedem gefällt, oder nicht. Denn andererseits bauscht sie das Kapitel auch unnötig auf, und kostet somit auch viele Ziffern(womit ich dann natürlich unschöne Kapiteltrennungen vermeiden könnte).

      -Wie passt der Rest? Sind es genug Beschreibungen? Sind es zu wenig? Sind die Charaktere plausibel oder total abgehoben? Sind die Reaktionen passend? Ich glaube es gibt genug, worüber ihr euch in den Kommentaren auslassen könnt. Am liebsten wäre es mir sogar, wenn ihr mir erstmal die volle Breitseite verpasst ;) , denn mit Honig-Schmiererei kann ich mich nicht verbessern.

      Außerdem eine wichtige Ankündigung: Bei diesem Kapitel handelt es sich nur um ein "Vor-Glüh"-Kapitel. Man kann also momentan nicht mit einem 2-Wochen-Rythmus rechnen. Zudem wird die Serie erst richtig in 4-8 Wochen beginnen.


      Preview zu Chapter 1: First Contact

      Es sind jetzt drei Monate seit der Apokalypse vergangen, und in Europa herrscht totale Angst vor Infinite Zero.

      Julie, eine einfache Schülerin einer kleinen Hafenstadt in Deutschland, macht auf dem Rückweg mit ihrer Freundin eine etwas ungewöhnliche Entdeckung: Sie findet einen jungen Mann, der sich nicht mehr rühren kann, auf dem Fußweg. Ohne zu zögern hilft sie ihm, trotz der doch rechten Gegenwehr ihrer Freundin. Schließlich könnte es sich ja bei ihm um jemand bösen Handeln...



      YgoPro Android UO-Update. Made by me :D

      Spieler aus Hameln/Minden und Umgebung?:
      ygohameln@gmail.com

      Dieser Beitrag wurde bereits 9 mal editiert, zuletzt von Deckcreator16 () aus folgendem Grund: einige Grammatikfehler ausgebessert. Danke nochmal an -aska- für den Hinweis

      Pfannkuchen schrieb:

      Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich der aktuelle Korrekturleser bin.
      Wenn euch also etwas auffällt (in Sachen Korrektur), dann zögert nicht es zu melden.

      MfG
      ~Pfannkuchen~

      Da ist jemand mehr als nur Flott.

      Wollte ich gleich noch hinzufügen. Doch zuerst sind die Fehler in der Formatierung zu lösen.

      EDIT: Nun sollte alles Funktionieren. Also ist das frohe Kommentieren freigegeben :D



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      ygohameln@gmail.com

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Deckcreator16 ()

      Dann will ich mal den Anfang machen:
      Spoiler anzeigen
      - Zunächst einmal freue ich mich natürlich riesig, dass es einen Jurrac-Spieler im Cast gibt, macht die ganze Sache schonmal grundsympathisch :D

      - Das Wichtigste: Die Story ist sehr interessant, schwarz wie die Nacht und hat viel Potenzial. Macht Lust auf mehr.

      - Du beschreibst sehr viel während der Duelle (Diese ganzen Polygonalen Ausführungen usw.), weshalb dir das Duell wahrscheinlich auch so lang vorkommt (siehe Allgemeiner Fanfic-Thread), da sollte ich mir vielleicht mal eine Scheibe von abschneiden.

      Wieg' dich aber nicht zu sehr in Sicherheit, denn ich habe auch ein paar Kritikpunkte parat:

      - Sind tatsächlich noch einige Fehler drin, aber das passiert halt. Unlesbar ist es nicht.

      - Es liest sich irgendwie nicht so richtig flüssig, keine Ahnung, warum. Liegt wahrscheinlich am nächsten, wichtigsten Kritikpunkt:

      - Mehr Gefühl bitte! Du schliderst so gut wie gar nicht, wie sich deine Figur(-en) fühlen oder was sie denken und wenn doch, dann tust du es in einem kleinen Absatz ab. Beispiel: "Kaum war sein Freund gestorben, fiel er in Trauer, Verzweiflung und Hass, sich selbst gegenüber." Ich meine, dein Protagonist (zumindest Protagonist in dieser Folge) bringt aus Versehen seinen besten Freund um, und das ist alles, was du dazu zu sagen hast. So etwas schreibt man in der Inhaltsangabe zu einem Buch, aber nicht im Buch selbst. Es ist eine Warnung, die ich auch schon für Pfannkuchen im allgemeinen Thread ausgesprochen habe, und ich wiederhole sie nur ungern: Wenn du eine Geschichte über Mord und Totschlag schreiben willst, dann musst du auch wissen, was dies wirklich bedeutet. Ein weiteres Beispiel wären die Visionen, die James während des Erdbebens hatte und die du ebenfalls nur kurz zusammenfasst. Albträume und Visionen sind ein tolles Stilmittel um die Angst in einem Menschen darzustellen und ebendiese in den Lesern hervorzurufen. Es ist schade, wenn solche guten Gelegenheiten nicht ergriffen werden. Dies führte nämlich auch dazu, dass ich mich trotz seines Decks irgendwie nicht mit James identifizieren konnte. Es gab kaum Gelegenheiten, die beiden Figuren charakterlich voneinander zu unterscheiden und du als Erzähler übernimmst stattdessen. ("Sein Freund Mason hingegen war viel eher der protzigere Typ von dem beiden. Nicht nur, dass der blonde Mann größer war als er, nein er war auch allgemein eher der, der die Initiative ergriff"). So gibst du dem Leser keine Gelegenheit, sich selbst ein Bild von den Figuren zu machen. Show, don't tell. Das ist eine Lektion, die auch mir erstmal erteilt werden musste und immernoch erteilt werden muss.

      - Allgemein finde ich das Kapitel etwas ungünstig konstruiert. Ich hätte wahrscheinlich mit dem Beben und den Visionen angefangen, um den Leser zu irritieren, dann das Vorgeplänkel mit der durchzechten Nacht kurz erklärt und zum Abschluss die Trauer über James' Tat und wie er versucht, diese in Bier zu ertränken, sowie die Nachrichtensendung sozusagen "Live" geschildert. So wie du es gemacht hast, hättest du dir das Kapitel 0 auch sparen können und alles nach der letzten Zäsur als Inhaltszusammenfassung in den Startpost packen können.

      - Du hast Pech, mit mir ausgerechnet einen Dino-Nerd als Leser zu haben. Ich glaube nämlich kaum, dass irgendein Paläontologiestudent von "kleinen Raubsauriern, die immer im Rudel angreifen" sprechen würde, außer er will es einem Kleinkind erklären. Die Dinosaurier-Familie, die du meinst, nennt sich Deinonychosauria, benannt nach einem der größten Vertreter: Deinonychus. (Der nebenbei bemerkt auch mehr mit Jurassier-Velo gemeinsam hat als dessen Namensgeber Velociraptor, der deutlich kleiner und schlanker war und nachweislich ein Federkleid trug...) Diese Fakten wären auch eine gute Gelegenheit gewesen, deinen Charakteren mehr Profil zu verleihen. Indem James z.B. innerlich Fakten über die Dinosaurier runterspult, die Vorbild für seine Jurracs sind oder Mason damit langweilt, woraufhin dieser ihn damit aufzieht, was für ein Langweiler er ist. (Du machst das einmal beim Effekt von Jurrac Meteor, aber da wäre mehr drin gewesen). Aber natürlich verlange ich nicht, dass du, bevor du einen Charakter Jurrac spielen lässt, alles über Dinosaurier lernst. Wie gesagt, einfach Pech, dass mir sowas auffällt. Sollte James noch weitere Auftritte kriegen, kann ich gerne mit Dino-Facts aushelfen.
      Glaub jetzt aber nicht, dass ich es schlecht gefunden hätte, dem ist nicht so, ich bin schon gespannt auf mehr. Deshalb hier mal meine Gedanken zur Story:

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      Ich habe eine Theorie (Doppelspoiler, weil ich echt Angst hab, ich könnte was vorweg nehmen...)
      Spoiler anzeigen
      Die ganzen Geschehnisse sind eine Maßnahme, um die menschliche Population radikal zu reduzieren, da dem Planeten sonst bald die Ressourcen ausgehen. Infinite Zero könnte entweder selbst der Verantwortliche dafür sein oder nur jemand, der die Situation aunutzt, um ebendies zu erreichen)

      Ich hoffe darauf, dass James auch in der eigentlichen Handlung eine wichtige Rolle spielen wird. Aus zwei Gründen:
      - Er spielt mein Lieblingsdeck (na ja, dass ist wohl eher subjektiv :D )
      - Sein Deck hat innerhalb der Story einen hohen symbolischen Wert. Die Dinosaurier sind ein Symbol für das "Survival of the Fittest" (Es gibt sogar eine Dino-Supportkarte, die so heißt) und ebendies ist auch die Kernthematik der Story.

      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2
      Erstmal finde ich es natürlich super, das es doch schon so früh Feedback gibt:

      @Les eleves:
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      Kritik:
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      Das die "Schwärze" rüberkommt, find ich natürlich Klasse. Denn ich hatte anfangs das Gefühl, das sie auf der Strecke bleiben würde.

      Mit der fehlenden flüssigen Lesbarkeit hatte ich mir auch schon einen Kopf gemacht. Und ich erlebe dieses Phänomen in all meinen Storys. Nur den Fehler kann ich(und komischerweise auch andere) nicht finden. Ich hoffe mal, das sich aber dieses Problem selbst löst.

      Das mit den Gefühlen, triffst du vollkommen auf den Kopf. Denn als ich es mit dem echten 1. Kapitel(welches ja zuvor entstand) verglichen hatte, kam mir dieses Kapitel doch sehr hohl/schwach vor. Und auch dieses fand ich persönlich(als Perfektionssüchtiger) noch nicht Gefühlsbetont genug.

      Gerade um diesen Ausschnitt(also das abrupte Ende) habe ich mir auch schon am meisten Sorgen gemacht. Es liegt einfach an dem Problem, welches auch Auslöser dieses Kapitels wurde: Die Vorgeschichte hätte mir die ersten Chapters versaut. Im Grunde, steckt nämlich das Interessanteste im letzten Abschnitt. Hätte ich dies aber in den Startpost als Einleitung gepackt, von dem man noch nicht mal ausgehen kann, das den sich jeder durchliest(bspw. lesen viele ja auch nicht die Zusammenfassung auf der Rückseite eines Buches), wäre die Story nachher wohl weniger Greifbar.

      Das mit dem weniger genauen erklären, hatte ich mir so hingegen aber als Ziel gesetzt. Denn ich selber habe das Deck auch nicht ganz ohne Grund für ihn gewählt gehabt. Ich war früher nämlich auch mal so ein "Geek" über Dinosaurier, weshalb ich es womöglich[mit ein bisschen Aufarbeiten] genauso komplex hätte gestalten können. Doch da kam mir halt folgendes Problem: Jeder sollte verstehen können, über was ich hier schreibe. Wäre nämlich ziemlich schlecht, wenn ich schon zu Beginn viele Leser ausschließen würde, indem ich sie mit Fachsimpeleien vertrieben hätte. Somit war mein Ziel, es möglichst so zu schreiben, das man sich den Großteil des Unbekannten denken konnte.
      Aber das James womöglich ein paar Fakten innerlich durchgespult haben könnte, das wäre wirklich eine grandiose Idee gewesen. Blöd das mir die nicht eingefallen ist. Naja, gerade später, beim schreiben des gefühlt endlos langen Duells(Und der fiesen Nachformatierung :doh: ), verfiel ich leider in eine Art Tunnelblick-Situation, wo das Gehirn abgeschaltet wurde. Man merke als: Vielleicht ein paar weniger Notizen machen, damit es nicht so mechanisch wird...


      Theorie:
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      Die Idee find ich ganz interessant. Ist zumindest ein schöner Ansatz, an die Story ranzugehen. Doch wenn du hinter die echte Wahrheit kommen willst(was ich glaube nahezu unmöglich sein wird, wenn man nicht schon alle Kapitel kennt), musst du noch viel, viel, viel, viel, ...., viel weiter denken. Aber ich glaube nachher wird man verstehen können, was ich mit dem "sehr verworren denken" meine.


      James "Zukunft"
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      Also eine direkte Wiederbegegnung ist nicht geplant. Deshalb wohl auch mein recht schluderhafter Umgang mit den Charakteren. Aber momentan ist halt noch recht viel offen. Wie man nämlich aus meinem Startpost entnehmen kann, sind momentan 7 Chapters vorgeplant, die einen "Arc" beinhalten. Denn das schöne wird nachher sein, da meine "Welt" so grandios vorbereitet ist/wird, kann man im Grunde mit meiner Story wie bei Assassins Creed verfahren: Es gibt schier unendlich Möglichkeiten, die Story neu aufzugreifen(bspw. kann man in zukünftige Phasen/Generationenn vorspulen, oder andere Kontinente beobachten, wie sie mit dem Problem umgehen). Wichtig wird dabei nur sein, es möglichst nicht zu abgehoben wirken zu lassen(*hust* Assassins Creed*hust*). Aber da ja kein monaritärer Gewinn dahinter steckt, sollte es nicht zu einer "Ausbeutung" der Story kommen.
      Also um nochmal zurück zur Frage deinerseits zu kommen: In meiner aktuellen Planung ist er zwar nicht inbegriffen, doch es kann passieren, das man ihm ein eigenen Arc spendiert, oder ihm noch Gastauftritte spendieren könnte(ps: Wer mich kennt, weiss das ich von heute auf Morgen gerne mal ein Konzept über den Haufen werfe)



      Im Grunde bin ich aber froh, das der eigentliche Sinn des Chapters(Storylücken füllen; Heißhunger auf mehr produzieren) geglückt ist.



      YgoPro Android UO-Update. Made by me :D

      Spieler aus Hameln/Minden und Umgebung?:
      ygohameln@gmail.com
      Es hat zwar lange gedauert, doch nun geht es endlich weiter/beginnt es endlich:
      Chapter 1: First Contact

      Dieses Duell wird sie niemals vergessen. Die Macht, die von dem Duellanten und seiner drei riesigen Kolosse ausging, traf sie sehr. Bloß er, welcher auch am Duell teilnahm, wirkte vollkommen unbeeindruckt. Dann riss er die Karte aus seinem Blatt, und brach damit die mächtige Wand, welche die Kolosse bildeten... Oh ja, das war ein Duell, welches sie nie vergessen wird. Dieses führte sie auf einen neuen Pfad ihres Lebens. Gepflastert mit Tod, verderben, Leid und Elend.

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Einige Stunden zuvor: Es war gerade der Nachmittag angebrochen, und Julie saß im Wohnzimmer ihrer besten Freundin Miriam und wartete darauf, dass sie sich fertig umgezogen hat. Sie wollten sich auf dem Weg zu Miriams Nachhilfe machen. Julie störte es nicht, da sie es gewohnt war ihre beste Freundin zu begleiten.

      Während sie darauf wartete, sah sie mit dem Rest der Familie gemeinsam fern. Es waren wieder einmal die Nachrichten, die gerade gezeigt wurden. Und es waren wie immer die selben Themen.

      Der Kommentator, steif wie es für einen seriösen Reporter üblich war, rezitierte die Neuigkeiten, die auf seinem Zettel standen:

      „Erneut registrierte das D-Net zwei weitere Morde vom Infinite Zero. Zudem meldete dieses, dass ein Ortswechsel von ihm geschehen sei. Er müsse sich aktuell in der Nähe der Stadt aufhalten. Anwohnern wird somit empfohlen, deshalb Nachts nicht zu lange draußen zu sein, und sich von zwielichtigen Gegenden und Menschen fernzuhalten!“

      Wie sich die Welt doch in den letzten Monaten geändert hatte, dachte Julie. Vor knapp drei Monaten geschah es. Eines Nachts erwachte sie, und vernahm, wie der Rest der Welt, eine große Veränderung in dessen Alltag. Plötzlich besaß jeder ein D-Pad an seinem linken Arm. Die Leute versuchten dieses zwar abzunehmen, aber leider war dies vergeblich. Sie schienen an den Armen der Leute fest geschweißt worden zu sein. Keiner wusste was geschehen war, und keiner Verstand den Grund hinter alledem.

      Wäre es nur diese Veränderung gewesen, hätte es wohl niemanden gestört. Doch da war noch was anderes, was mit den D-Pads erschien: Duelle waren nicht mehr zum Spaß da. Nein, sie hatten auf einmal einen komplett anderen Zweck bekommen. Das so genannte „Assassination Duel“ entstand.

      Inzwischen stand Miriam, vollkommen eingekleidet vor ihrer Freundin, welche immer noch etwas abwesend wirkte.

      „Hallo, aufwachen Julie.“, sagte dessen beste Freundin zu ihr, während sie ihr einen leichten Schubs versetzte. Miriam selbst war zwar nicht kräftig, doch für ihre Freundin, die nicht ansprechbar zu sein schien, reichte es allemal, um sie hinfallen zu lassen.

      Während sie so am Boden lag und sich langsam versuchte wieder zu erheben, grub sie dabei mit ihrer linken Hand durch ihre langen, brünetten Haare, um sich ihre Schädeldecke zu reiben.
      Dabei schlabberte ihr weißes allerwelts-T-Shirt fröhlich vor sich, eröffnete dabei aber keine Möglichkeit eines gewagten Einblicks.

      „Aua, Miriam. Sei doch nicht so grob“, gab Julie von sich, während sie zu ihrer Freundin hinaufschaute.

      Miriam trug einen kurzen, rot-karierten Rock, sowie einen langen Pullover, welcher selbst gestrickt zu sein schien. Dieser betonte ihren blonden Kurzhaarschnitt aber mal überhaupt nicht, und passte allgemein wenig zu ihrer Gesamterscheinung. Besonders da Miriam eher einen punkigen Kleidungsstil besaß. Dies rieb Julie ihr natürlich sofort unter die Nase.

      „Wie siehst du denn überhaupt aus? Das passt doch nicht zu deinem sonstigen Kleidungsstil“

      „Psst. Red nicht so laut. Du weißt, das meine Mutter nichts von meinen anderen Klamotten wissen darf.“

      „Mensch. Du bist bald 17. Hör auf, dich von deiner Mutter herumkommandieren zu lassen.“

      „Egal, wir müssen jetzt los. Sonst komme ich noch zu spät wegen dir.“

      Kaum hatte Miriam das Gesprächsthema beendet, zog sie an den Ärmel ihrer Freundin, und brachte sie raus aus dem Haus.

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Unterwegs zog ihre Freundin dann den Pullover aus, und präsentierte ein kurzes T-Shirt mit einem Totenkopf drauf.

      „Nun erkenne ich dich endlich wieder“, scherzte Julie, worauf ihre Freundin nur leicht angesäuert grinste.

      Nachdem die Unterhaltung einige Zeit verstummte, belebte Miriam das Gespräch mit einem Themenwechsel: „Und? Vermisst du es auch?“

      „Was?“, fügte ihre Freundin blitzschnell hinzu.

      „Na das duellieren natürlich!“, erklärte ihre Freundin, dabei mit einem Gesichtsausdruck, als wäre es das was am naheliegendsten wäre.

      „Ach so. Nein, nicht wirklich … . Auch wenn ich gerne mal wieder ein Spiel gegen dich spielen würde...“, erklärte Julie, auch wenn sie dabei log. Denn sie vermisste das Spiel wirklich.

      Vor der Katastrophe waren die beiden Mädchen großen Fans von Duel Monsters gewesen. Doch seit der großen Veränderung war es ja verboten, sich zu duellieren. Zudem wollten beide auch noch ihre Leben behalten, weshalb sich beide nur noch an den Artworks ihrer Decks erfreuen konnten.

      Es wurde wieder still, bis Miriam wieder mit was anderem begann: „Glaubst du, dass das Gerücht stimmt?“

      „Welches Gerücht?“, fragte Julie zurück, „Doch nicht etwa dieses, das unsere Karten einen Spiegel unserer Persönlichkeit darstellen?“

      „Genau das.“, fügte Miriam hinzu. „Und glaubst du daran?“

      „Nein.“, antwortete ihre Freundin ohne groß darüber nachzudenken. „Sieh doch, wie niedlich meine Karten sind. Das kann doch unmöglich zu mir passen. Du weißt doch, wie stark ich bin. Und da passt so was süßes einfach nicht.“

      Julie war wirklich sehr stark. Sie sah zwar nicht danach aus, doch sie war wirklich kräftig. Dies war auch der Grund, weshalb sie Miriam zu ihrer Nachhilfe begleitete.

      Denn diese machte zwar den Eindruck, kräftig und taff zu sein, durch ihr Outfit, war in Wirklichkeit aber eher schwach und zurückhaltend. Schon seit ihrer Kindheit hat Julie geschworen, ihre Freundin zu beschützen. Und dieses versprechen hat sie bis heute nicht gebrochen.

      Nun erreichten die beiden die Nachhilfe. Julie setzte ihre Freundin hier ab, und bewegte sich dann in Richtung Hafen. So machte sie es jede Woche, wenn sie ihre Freundin hierher brachte. Und während ihre Freundin fleißig lernte, suchte sie sich eine schöne Stelle an einem Steg, und schaute aufs Meer hinaus.

      Hier dachte sie darüber nach, wie schön die Welt doch noch vor über drei Monaten war.

      Sie liebte es nämlich, sich zu duellieren. Und seitdem es ihr nicht mehr möglich war, fühlte sie ein Gefühl der Leere. Als fehle ihr etwas ganz tief in ihrem Herzen.

      Doch in Wirklichkeit war es nicht das duellieren was ihr fehlte. Schon bevor sie das duellieren lernte, spürte sie, dass etwas in ihr fehlte. Doch wo war er oder es? Wo auf der Welt wird sie ihn oder es finden?

      Somit war das duellieren nichts anderes als ein Flickzeug für die Leere, die in ihrem Innersten herrschte. Doch dies erkannte sie erst spät. So spät, dass das, was ihr fehlte, schon längst verloren war...

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Es wurde spät, und die Sonne verschwand langsam am Horizont. Sie machte sich auf dem Weg zurück zur Nachhilfe, um ihre Freundin abzuholen. Da sie spät dran war, nahm sie einige Abkürzungen über einige Gassen, um noch rechtzeitig anzukommen.

      Gerade wollte sie an der nächsten Ecke abbiegen, fand sie auf einmal einen jungen Mann, welcher am Boden lag. Sie sprang reflexartig auf die Person zu, und schüttelte ihn an seiner Schulter.

      „Hey, wach auf!“ sagte sie zu ihm, in der Hoffnung er wäre nur eingeschlafen. Es nützte nichts. Sie hob seinen Arm, und fühlte nach seinem Puls. Dieser schlug aber noch, weshalb sie daraus deutete, dass er wohl vor Erschöpfung umfiel. Sie packte ihn Huckepack, obwohl er größer war als sie, und nahm ihn mit, in der Hoffnung Miriam wüsste, was zu tun wäre.

      Kaum war sie an dem inzwischen geschlossenen Gebäude der Nachhilfe angekommen, sah sie ihre Freundin, welche alleine und entnervt zu warten schien.

      Kaum sah sie den jungen Mann auf Julies Rücken, rannte sie ihr entgegen. Wild gestikulierend fragte sie, was das soll, doch Julie antwortete nur, dass sie ihr lieber helfen solle, anstatt sie hier auszuquetschen.

      Da Julie näher an der Nachhilfe dran wohnte, als ihre Freundin, machten sich die beiden Mädchen dorthin auf dem Weg. Als sie ankamen, legten die zwei ihn in das Bett von Julies Vater, und verzogen sich in die Küche. Zuvor stellte sie dem jungen Mann aber noch ein Sandwich auf dem Nachttischschrank neben dem Bett.

      „Also, erzählst du mir jetzt, was das mit dem Typen hier soll?“, begann Miriam wieder.

      Julie dachte nach und schaute dabei in Richtung des Schlafzimmers ihres Vaters.

      „Antwortest du mir heute noch...?“, fragte Miriam erneut, während sie ihre Arme in die Hüften drückte.

      „Ich weiß es nicht so genau...“, kam eine ungenaue Antwort von Julie zurück. „Ich wusste einfach nur, als ich ihn sah, das ich ihn helfen muss...“

      „Und dann schleppst du einfach einen Unbekannten in dein Haus?“, konterte Miriam. „Dafür gibt es nicht umsonst Krankenhäuser! Du weißt doch gar nicht wer er ist. Es könnte doch ein Mörder sein! Vielleicht sogar Infinite Zero!!“

      Plötzlich fiel Miriam langsam zu Boden, und begann schwer zu atmen. Sie wurde schon immer schnell übermäßig ängstlich, und brach dann immer schnell zusammen.

      Julie, die das schon kannte, und immer zu vermeiden versuchte, machte nun den Versuch, Miriam zu beruhigen, doch sie drang scheinbar nicht zu ihr durch...

      „Du h-hast doch sein D-Pad gesehen. S-so eins habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen... d-diese Verzierungen... d-dieses schrecklich a-aussehende Symbol...“

      „Bleib doch ruhig Miriam. Du bildest dir das doch nur ein. Bleib Ruhig!“, wurde Julie immer lauter, bis sie langsam doch ihre Freundin zu erreichen schien, denn sie wurde langsam wieder normal.

      „Vielleicht ist es besser, ich bringe dich erst einmal nach Hause...“, sprach Julie langsam, und schaute dabei wieder in Richtung des Schlafzimmers. Ob er wohl von dem lauten Geschrei wach geworden ist...?

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Nachdem sie ihre Freundin nach Hause gebracht hatte, und sie sich auf dem Rückweg machte, starrte sie wie gefesselt zu Boden. Es war inzwischen schon tiefste Nacht geworden, und selbst die ersten Laternen waren abgeschaltet.

      Doch Julie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Sie musste an den jungen Mann denken, welcher sich gerade bei ihr Zuhause befand.

      Er war sehr groß, hatte aber sonst normale Proportionen. Zudem schien er nur wenige Jahre älter zu sein als Miriam, mit ihren 17 Jahren. Sein dunkelblaues Haar, was schon mehr schwarz erschien, war sehr kurz und ziemlich zerzaust, wirkte dabei aber kein bisschen ungepflegt. Er trug einen zerfetzten schwarzen Mantel, darunter auch ein eher unauffälliges dunkles T-Shirt, und eine schwarze Jeanshose. Beides ebenfalls leicht angerissen. Er hatte auch einen Lederhandschuh an seiner rechten Hand, wo aber die Finger frei waren. Es handelte sich wohl um einen Duellhandschuh, denn nur diese wurden einzeln verkauft. Doch seit der Apokalypse war diese Ware ziemlich unverkäuflich geworden.

      Sie war bloß heilfroh, dass ihr Vater nicht zuhause war. Dieser war eigentlich nie Zuhause, da er für die Arbeit um die ganze Welt flog. Sie sahen sich nur ungefähr zehn Tage im Jahr, da es die Tage waren, wo ihr Vater gezwungen wurde, sich Urlaub zu nehmen.

      Seitdem Julies Mutter starb, bei der Geburt ihrer einzigen Tochter, hatte sich ihr Vater vollkommen seiner Arbeit hingegeben. Er verachtete Julie dafür, dass sie die Liebe seines Lebens genommen hatte, obwohl sie nichts dafür konnte. Aber das störte sie nicht groß. Damals, als ihre Großeltern noch lebten, wurde sie von denen erzogen, und seit auch diese das zeitliche gesegnet hatten, lernte sie, alleine zu überleben.

      Zudem hatte sie noch die Familie ihrer besten Freundin, welche sie sehr schätzten. Nicht nur, weil sie Miriam immer beschützte, sondern auch, weil sie von ihnen als Familienmitglied anerkannt wurde.

      Nun musste sie wieder an die Worte ihrer Freundin denken. Sie hatte zwar schon immer eine blühende Fantasie, wenn es um solche Dinge ging, doch trotzdem gingen ihr ihre Worte nicht aus dem Kopf.

      Sie hatte zwar kaum darauf geachtet, doch ihr viel vorher schon etwas an dem D-Pad des Fremden auf. Nicht nur, dass es tiefschwarz war, sondern auch, das sich ein verschnörkeltes Symbol auf diesem befand. Bloß konnte sie sich nicht genau erinnern wie es aussah. Es hatte aber wirklich etwas schrecklich aussehendes an sich.

      „Dann schaue ich es mir eben gleich nochmal an.“, dachte sie dabei still in sich hinein.

      Als sie ihr Zuhause erreichte, und den Schlüssel umdrehte, schien sie zu spüren, dass etwas fehlte. Bloß was?

      Sie riss die Tür auf. Wie als hätte sie es geahnt, sprang sie in Richtung des Schlafzimmers ihres Vaters. Sie ließ die Tür mit einem lautem knallen auffliegen, und sah, dass das Bett leer war. Sie schaute auf dem Nachttisch, und sah, dass das Sandwich verschwunden war. Stattdessen befand sich dort nun ein kleiner Zettel, auf dem scheinbar eine Nachricht hinterlassen wurde.

      „Folge mir nicht. Es ist besser für dich, wenn du mich schnell vergisst. Und danke für das Sandwich und deiner Gastfreundschaft.
      IZ“


      Sie stürmte aus dem Haus, und rannte immer ihrer Nase nach. Sie verstand zwar nicht wieso, doch sie wusste genau, wohin sie musste. Irgendwie schien sie von etwas angezogen zu werden. Und zwar von diesem mysteriösen jungen Mann. Ist er vielleicht die Person, auf die sie schon ihr ganzes Leben lang wartete...

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Der junge Mann betrat ein altes Lagerhaus. Es war düster, da es nur teilweise beleuchtet war. Man hörte Stimmen aus der ferne, und er folgte diesen. Dieser Ort war perfekt dafür gemacht, um ein Versteck für Drogenschmuggler zu sein.

      Ein zwielichtig aussehender, lang gewachsener Kerl stand vor einer Gruppe von Leuten, welche seine Handlanger zu seien schienen.

      „Hab ich dich endlich gefunden...“, sagte der junge Mann, welcher sich auf den lang gewachsenen zubewegte. Dieser drehte sich um, und gab ein Handzeichen, woraufhin die Gruppe scheinbar wieder ihrem treiben nachging. Zumindest verließen sie die Bildfläche.

      Bloß er blieb stehen und begann nun ein Gespräch mit dem vermeintlichen Boss der Bande. „Hat aber echt lange gedauert, bis du mich ausfindig gemacht hast.“

      „Wenn du weißt, wer ich bin, dann kannst du mir ruhig geben, was ich will“, konterte der Fremde gelassen.

      „Hahaha. Du willst mir Befehle geben? Wir wissen doch schon längst, dass du entkräftet bist. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis du zu schwach bist, um dich uns in den Weg zu stellen.“

      „Wenn du es glaubst! Ich gebe dir noch eine Chance. Rück das Fragment raus, ansonsten muss ich dich ausschalten.“

      „Dann leg mal los. Ich habe keine Angst vor dir.“

      „Vergib mir. D-Pad, aktivieren.“

      Kaum gab der Fremde diesen Befehl, schoss nicht nur sein D-Pad ein holografisches Feld aus, sondern dasselbe geschah auch bei seinem Gegenüber.

      Beide riefen im Chor: „Duell!!“

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Ein dichter Nebel verbreitete sich um den Hallenfußboden. Das Licht, welches eh schon schwach war, wurde noch schwächer, weshalb die Welt drumherum noch dunkler erschien.

      Aus dem Boden erschien eine knöcherne Waage, und beide Seiten füllten sich auf magische Weise mit einer dickflüssigen, roten Flüssigkeit.

      Obwohl beide Seiten, gut erkenntlich, nahezu gleich gefüllt waren, neigte sich die Waage in Richtung des vermeintlichen Verbrechers.

      „Dann soll ich wohl beginnen“, sagte dieser, während beide ihr Startblatt zogen.

      LP: Fremder 4000/ "Boss" 4000 Hand: 5/5 Front: 0/0 Back: 0/0

      Er begutachtete sein Blatt, platzierte eine Karte, und sagte harsch: „Ich setze nur ein Monster, und beende dann meinen Zug.“

      Es erschien eine vergrößerte Kopie des Kartenrückens vor dem schmierig aussehenden Kerl, welches dabei wenig bedrohlich wirkte.

      LP: Fremder 4000/ "Boss" 4000 Hand: 5/4 Front: 0/1 Back: 0/0

      Nun war der junge Mann am Zug. Er zog eine Karte, und legte sie in seiner Hand ab.

      LP: Fremder 4000/ "Boss" 4000 Hand: 6/4 Front: 0/1 Back: 0/0

      Doch auch seine Hand schien nicht sehr prickelnd gewesen zu sein. „Ich tu es dir gleich. Ich setze ein Monster, und beende meinen Zug.“

      Auch auf seinem Feld erschien eine vergrößerte Karte in verdeckter Position.

      LP: Fremder 4000/ "Boss" 4000 Hand: 5/4 Front: 1/1 Back: 0/0

      Der lang gewachsene Kerl zog eine Karte auf, und rief dann laut: „Ich opfere meinen verdeckten Treeborn Frog, um Thestalos the Firestorm Monarch als Tributbeschwörung zu rufen.“ Genau wie er es erklärte, entfernte er die verdeckte Karte, und platzierte stattdessen eine andere Karte von seinem Blatt an dessen Position.

      LP: Fremder 4000/ "Boss" 4000 Hand: 5/4 (+1-1) Front: 1/1 (-1+1) Back: 0/0

      Plötzlich drehte sich die Karte auf, und zeigte einen kleinen Frosch, mit winzigen Engelsflügeln auf dem Rücken. Doch kaum war er zu sehen, zerplatze er, so wie es Knallfrösche zu Neujahr machten.

      An seiner Stelle entstand stattdessen ein riesiges Feuer, aus dem sich ein riesiger Koloss erhob. Dieser trug eine silberne Rüstung mit einem blauen Umhang. Seine Augen waren dabei von der Rüstung, die an seinem Kopf Bandagen ähnelten, bedeckt, weshalb er eine Ähnlichkeit mit Justitia hatte.

      Thestalos the Firestorm Monarch Stufe: 6 ATK: 2400/ DEF: 1000

      „Und wenn ich Thestalos auf diese Weise rufe“, begann der groß gewachsene Verbrecher zu erklären, „dann wird er dir eine Handkarte nehmen. Und falls die Karte eine Monsterkarte ist, erhältst du Schaden in Höhe ihrer Stufe mal 100.“

      Der Koloss begann einen Feuerball zwischen seinen Handflächen zu bilden, und warf diesen auf den Fremden. Dabei traf es eine seiner Handkarten, welche ihm durch die scheinbar starke Hitze auf sein Duellfeld fallen lies. Die Karte hatte einen orangen Kartenrand, sowie drei Sterne, und ohne zu zögern, schob er sie in seinen Friedhofsschlitz. Daraufhin glühte die Karte in seinem Friedhof kurz auf, und sein Lebenspunktestand sank.

      LP: Fremder 3700/ "Boss" 4000 Hand: 4/4 Front: 1/1 Back: 0/0

      Anstatt sich zu beschweren, reagierte er hingegen kühl, indem er den Effekt seiner abgeworfenen Karte erläuterte: „Der Effekt von meiner Trick Archfiend aktiviert sich. Ich darf mir eine Archfiend-Karte von meinem Deck meinem Blatt hinzufügen.“

      Kaum hatte er es erklärt, nahm er sein Deck zwischen Mittel- und Zeigefinger seiner rechten Hand, und drückte diese beiden zusammen, sodass man glauben könnte, er wäre ein Black-Jack-Spieler gewesen. Denn dabei schleuderte er die Karten einzeln zurück in den passenden Slot seines D-Pads, und während er zudrückte, schnappte er mit seiner freien linken Hand und einer unvorstellbaren Geschwindigkeit eine einzelne Karte.

      Als sein restliches Deck wieder aufgefüllt war, drehte er die gewählte Karte zwischen seinen Fingern so, damit er dessen Bild seinem Gegner präsentierte.

      „Ich wähle Archfiend Cavalry[i]“, sagte er schnell, und fügte die Karte seinem regulären Blatt hinzu.

      [i]LP: Fremder 3700/ "Boss" 4000 Hand: 5/4 Front: 1/1 Back: 0/0


      Auf einmal hörte der Fremde ein leises quietschen hinter einem der Container. Er schaute wenige Sekunden rüber, und ging dann schlagartig zurück in seine alte Sichtposition. Doch nun machte er, möglichst unkenntlich, einen leicht wütenden Eindruck.

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Hinter dem Container presste sich Julie ihre beiden Hände auf ihre Lippen. Sie wurde leicht rot, und hatte Angst, dass einer von den beiden sie gehört hatte.

      Vollkommen beeindruckt gab diese kurz zuvor einen leisen Aufschrei von sich.

      Sie wusste nun, mit welchen Menschen sie es hier zu tun hatte. Beides mussten „Assassination Duelists“ gewesen sein. Und zwar solche der Königsklasse.

      Doch anstatt vor Angst zu fliehen, spürte sie eher das Adrenalin, welches ihr langsam durch die Venen schoss. Sie wurde ganz interessiert, und musste dem Duell weiter zuschauen. Sie musste wissen, wie es weiterging.

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
      Der Verbrecher, leicht davon irritiert, wovon sich sein Gegner einen Sekundenbruchteil ablenken lies, setzte seinen Zug fort.

      „Und nun“, begann der Boss der Bande, „greift mein Thestalos dein verdecktes Monster an.“

      Kaum ausgesprochen, erschuf der riesige Koloss einen Flammenball zwischen seinen Händen, und warf damit auf die vergrößerte Kopie, die der Fremde auf seinem Feld besaß. Diese verbrannte dabei, obwohl sie kurz einen Schatten zeigte.

      LP: Fremder 3700/ "Boss" 4000 Hand: 5/4 Front: 0/1 Back: 0/0

      Der Schatten verschwand, und rematerialisierte sich hinter Thestalos wieder. Es war eine vermummte Gestalt mit einem sehr langen Dolch, lang genug, um als kurz geratenes Schwert betrachtet zu werden.

      Der junge Mann begann zu erklären: „Ich aktiviere den Flipp-Effekt meines verdeckten Night Assailant. Dieser zerstört eines deiner Monster.“

      „Nicht so eilig!“, fügte der Drogenschmuggler hinzu, „ich aktiviere die Schnellzauberkarte Forbidden Dress von meiner Hand. Dadurch wird mein Monster in diesem Zug nicht durch Karteneffekte zerstört. Im Gegenzug verliert es aber 600 ATK. “

      Am Arm des riesigen Kolosses erschien ein wunderschönes, weißes Kleid, von dem Julie nur hätte Träumen können. Doch da dieses für den Koloss zu klein war, war es an seinem Arm gewickelt, und trieb damit jedem Modefanatiker die Tränen in die Augen. Mit diesem Arm wirbelte er um sich, und verpasste dem schattenhaften Assailant einen schweren Hieb, welcher sich daraufhin wie Nebel auflöste.

      Thestalos the Firestorm Monarch[b] Stufe: 6 ATK: 1800/ DEF: 1000

      LP: Fremder 3700/ "Boss" 4000 Hand: 5/3 Front: 0/1 Back: 0/0

      „Dann beende ich nun meinen Zug“, fügte der vermeintliche Verbrecher hinzu.

      Das Kleid, welches sich Thestalos um den Arm gewickelt hatte, verschwand wieder, und hinterließ nur den Monarchen.

      [b]Thestalos the Firestorm Monarch
      Stufe: 6 ATK: 2400/ DEF: 1000

      Wortlos zog der junge Mann eine Karte, platzierte dann zwei weitere verdeckt, eine auf dem holografischen Feld, und zwei darunter in einem passenden Slot, und gab mit einem Handzeichen seinen Zug ab. Währenddessen materialisierten sich die bekannten Kartenrücken auf dem Spielfeld.

      LP: Fremder 3700/ "Boss" 4000 Hand: 5(+1-2)/3 Front: 0(+1)/1 Back: 0(+1)/0

      Auch wenn Julie erkannte, das beide scheinbar Profis ihres Fachs sein mussten, wunderte sie sich doch, was für Züge der Fremde von sich gab. Er spielte so passiv, als sei er überhaupt nicht anwesend. Als interessiere es ihn nicht, falls er das Spiel verlieren und sterben müsste. Ist das nur seine Strategie, oder ist er vielleicht hier her gekommen, um sich umbringen zu lassen? Um eine Art Suizid zu begehen?

      Der nächste Zug begann, und der Anführer der Bande zog vollkommen euphorisch seine Deckkarte, anders als es sein Gegenüber getan hatte.

      LP: Fremder 3700/ "Boss" 4000 Hand: 4/4 Front: 1/1 Back: 1/0

      „Gibst du etwa schon auf?!“, stachelte der schmierige Typ seinen Gegner noch an, „Na egal. Nachdem ich gezogen habe, und keine Zauber oder Fallen kontrolliere, kann ich meinen Frog von meinem Friedhof wiederbeleben.“

      Kaum ausgesprochen, kam aus der Decke des dunklen Lagerhauses ein mächtiger Lichtstrahl, welcher scheinbar eine „Herbeirufung“ Gottes imitieren sollte. Auf diesem Lichtstrahl materialisierte sich langsam der kleine Frosch mit den kleinen Engelsflügeln, und gleitete dabei langsam aufs Spielfeld.

      LP: Fremder 3700/ "Boss" 4000 Hand: 4/4 Front: 1/2 Back: 1/0

      Doch kaum erreichte er den Boden, quälte ihn sein Besitzer erneut, und ließ ihn wieder platzen.

      LP: Fremder 3700/ "Boss" 4000 Hand: 4/4 Front: 1/1 Back: 1/0

      „Und nun opfere ich meinen gerade zurückgekehrten Frog, um diese Karte hier zu spielen...“, erklärte der Tierquäler, während er eine Karte aus seinem Blatt an die Stelle platzierte, wo zuvor sein Frosch war. „Ich beschwöre Granmarg the Rock Monarch.“

      Starker Nebel wurde aufgewirbelt, und der Boden begann zu Beben. Aus diesem erschien ein weiterer Koloss, bloß besaß dieser nun riesige Fäuste, welche ihn sogar bis zu den Füßen hingen. Seine Rüstung hingegen war mehr von sandsteinartiger Natur, als wie die stählerne von Thestalos.

      Granmarg the Rock Monarch Stufe: 6 ATK: 2400/ DEF: 1000

      LP: Fremder 3700/ "Boss" 4000 Hand: 4/4 Front: 1/2 Back: 1/0

      Vom leichten Beben zum taumeln gebracht, fiel Julie ungewollt um, und landete mit dem Gesicht voraus auf dem Boden. Plötzlich war die Aufmerksamkeit vollkommen auf sie gerichtet.

      „Schnappt euch die Göre!“, schrie der duellierende Ganove, und ein schwergewichtiger Handlanger eilte rasch herbei. Julie versuchte schnellstmöglich aufzustehen, doch da warf sich dieser schon auf sie.

      Kaum versuchte sie sich aufzurappeln, und ihn wegzustoßen, zuckte der schwere Verbrecher ein Messer, und hielt es ihr an die Kehle.

      „Versuch keine Mätzchen“, sagte der Mistkerl, während er sie dabei mit seinem heißen, und stinkenden Schweiß anekelte.

      Ein weiterer Typ aus der Bande kam mit einem Seil, und fesselte ihre beiden Hände. Nun stand der schwere Typ langsam auf, hielt sie dabei aber weiter an ihren Fesseln fest.

      „Wie nett“, begann der Boss der Drogenschmuggler, „Hast du etwa noch deine Freundin hierher mit eingeladen?“

      „Ich kenne dieses Mädchen nicht“ log der Fremde mit einem perfekten Pokerface.

      „Also können meine Jungs mit ihr machen, was sie wollen?“, fragte sein Gegner zurück, woraufhin die Klinge wieder an den Hals von Julie positioniert wurde.

      Ziemlich Rasch kam auch eine Antwort von dem jungen Mann: „Von mir aus...“

      Sollte dies nun ihr Ende sein? Gestorben sein, weil sie einem Fremden half, der sie im richtigen Moment verriet? Nein! Wenn, dann weil sie nicht auf seine Warnung gehört hatte. Sie war also selbst Schuld. Doch sie wollte es nicht einsehen.

      „...Aber erspare mir dieses Blutbad.“ beendete der Fremde seinen Satz. „Lass uns das Duell erst zu Ende bringen.“

      „Auch gut“, antwortete der Boss. „Falls du aber versuchst, das Spiel zu gewinnen, dann...“

      Er machte nur eine Geste mit seinem Zeigefinger, und wie diese über seinen Hals glitt.

      „Bei der ganzen Aufregung hätte ich fast vergessen Granmargs Effekt einzusetzen“, nahm der Verbrecher das Gespräch wieder auf. „Denn wenn er als Tributbeschwörung beschworen wird, kann ich eine verdeckte Karte auf dem Spielfeld wählen und zerstören. Und ich wähle deine Zauber- oder Fallenkarte!“

      Der neue Koloss schlug mit der rechten Faust in den Boden, sodass ein weiteres Beben entstand. Doch der junge Mann reagierte schnell, und aktivierte noch schnell seine verdeckte Karte.

      „Ich kette Threating Roar an.“, sprach er, während die verdeckte Karte aufschnellte, und Schockwellen abgab. „Nun kannst du in diesem Spielzug keinen Angriff durchführen.“

      „Hmph“, räusperte der Anführer der Bande. „Dann bist nun du am Zug.“

      LP: Fremder 3700/ "Boss" 4000 Hand: 4/4 Front: 1/2 Back: 0/0

      Plötzlich flüsterte der dicke Mann Julie etwas ins Ohr, und verteilte dabei seine genauso ekelhafte Spucke in ihrem Gesicht: „Weißt du überhaupt, wer das dort oben ist, der gerade gegen unseren Boss verliert?! Ich verrate es dir. Das ist Infinite Zero. Der Schrecken der braven Bürger.“

      Julie erschrak. Hatte ihre Freundin also recht gehabt? Hat sie einem Schwerverbrecher geholfen?

      „Und merkst du noch etwas? Wie es scheint bist du für ihn wohl doch mehr. Sonst hätte er sich bestimmt schon gewehrt. Aber auch dann hätte er gegen unseren Boss keine Chance gehabt.“

      Er hatte leider recht. Sie hat ihm den Kampf doch nur weiter erschwert. Also kann er das Spiel nur verlieren. Und wenn er das Spiel verloren hat, was werden diese Verbrecher mit ihr anstellen? Sie töten? Oder schlimmer noch, womöglich zuvor noch misshandeln?!

      „Ich ziehe“, sagte der Fremde, während er selbiges tat.

      LP: Infinite Zero 3700/ "Boss" 4000 Hand: 5/4 Front: 1/2 Back: 0/0

      Er begutachtete sein Blatt, doch im selben Augenblick schaute er kurz zu Julie herüber, woraufhin seine Mundwinkel nach unten glitten.

      „Ich setze zwei verdeckte Karten“, sagte er, und steckte zwei weitere Karten in die Slots unterhalb seiner Monsterzonen. „Und beende meinen Zug.“

      Erneut materialisierten sich zwei Kartenrücken vor seinen Füßen.

      LP: Infinite Zero 3700/ "Boss" 4000 Hand: 2/4 Front: 1/2 Back: 2/0

      Wieder einmal kommentierte der fette Mann das Spiel: „Tja, ist wohl doch schlecht, wenn man so ein Patchwork-Deck besitzt.“

      Julie verstand nicht: „Wie? Was meinst du damit?“

      „Kennst du dummes Gör etwa nicht die ganze Wahrheit?“, machte sie der Mann mit dem Messer in der Hand an. „Weißt du denn nicht, dass jedes mal, wenn man ein Duell gewinnt, man Teile vom Deck des Verlierers bekommt? Und bei den vielen Leichen, die auf seinem Konto stehen, besteht seines wohl nur noch aus Müll, denn er zusammengetragen hat. Er weiß bestimmt gar nicht mehr, was eigentlich die Strategie seines Decks war.“

      „Ich ziehe“, sagte der Anführer mit einem fetten Grinsen auf dem Gesicht, „und wie du bestimmt noch von vorhin weißt, kommt mein Frog zurück.“

      LP: Infinite Zero 3700/ "Boss" 4000 Hand: 2/4(+1) Front: 1/2(+1) Back: 2/0

      Wieder einmal erschien das göttliche Licht, auf dem der Frosch mit den Flügeln zu Boden wanderte. Und auch jetzt platzte er von neuem.

      „Und wie du bestimmt auch noch weißt“, zog er seinen hilflosen Gegner auf, „erscheint nun ein weiterer meiner Monarchen. Komm erscheine Zaborg the Thunder Monarch.“

      Plötzlich begann der Raum Funken zu sprühen, so stark, man könnte glauben in einem Generator zu stecken. Zwischen den Funken erschien ein weiterer Gigant mit silberner Rüstung. Bei diesem sprühten weitere Funken aus seinen Fingern, und seine gruselige Maske, die er trug, erledigten das übrige.

      Zaborg the Thunder Monarch Stufe: 5 ATK: 2400/ DEF: 1000

      LP: Infinite Zero 3700/ "Boss" 4000 Hand: 2/4 Front: 1/3 Back: 2/0

      „Und auch er hatte einen Effekt, wenn er tributbeschworen wird“, fügte der Ganove noch hinzu. „Denn dann darf ich eines deiner Monster zerstören.“

      Kaum hatte er es gesagt, erschuf Zaborg eine Donnerkugel zwischen seinen Händen, und warf diese auf das verdeckte Monster. Diese Karte flippte auf, und zeigte einen Lanzenträger mit Pferd, welche aber im nächsten Moment durch den Blitzschlag zerbarsten. Nur seine Lanze blieb zurück, und grub sich mit der Spitze in den Boden.

      „Effekt meines verdeckten Archfiend Calvary“, erklärte Infinite Zero. „Wird er durch einen Karteneffekt zerstört, kann ich ein anderes Archfiend-Monster von meinem Friedhof wiederbeleben. Und ich wähle Trick Archfiend!“

      Dort wo die Lanze im Boden steckte, wühlte sich der Boden auf, und es erschien eine Frau mit einem Widder-Totenschädel auf dem Kopf aus dem neu entstandenen Loch. Ihre Kleider waren ähnlich zerfetzt wie von ihrem Meister, und sie hielt einen Zauberstab in der Hand, an dessen Spitze ein weiterer Totenkopf befestigt war. Kaum erschien sie, nahm sie eine defensive Haltung ein.

      [b]Genesis Archfiend
      Stufe: 3 ATK: 1000/ DEF: 0

      „Die wird auch nicht lange helfen“, warnte sein Gegner, während er seinen Finger auf das neue Monster richtete. „Los, Granmarg, greif sein schwächliches Monster an.“

      Wie befohlen, stampfte dieser mit seinen riesigen und schweren Armen auf die Unterweltlerin zu, und zerquetschte sie mit einem lächerlich übertriebenen Hieb. Sie zersprang in tausend Kristalle, hinterließ dabei aber ihren magischen Stab.

      LP: Infinite Zero 3700/ "Boss" 4000 Hand: 2/4 Front: 0/3 Back: 2/0

      „Der Effekt meiner Trick Archfiend kommt“, erklärte Infinite Zero, während er erneut sein Deck zwischen seine Finger nahm. „Und wieder darf ich mir eine Archfiend-Karte meinem Blatt hinzufügen.“

      Wie vorhin, schleuderte er sein Deck, ähnlich wie ein Black-Jack-Spieler, zurück in den Slot, und fischte dabei eine Karte: „Ich nehme Genesis Archfiend auf die Hand.“

      Genesis Archfiend Stufe: 8 ATK: 3000/ DEF: 2000

      LP: Infinite Zero 3700/ "Boss" 4000 Hand: 3/4 Front: 0/3 Back: 2/0

      „Du hast wohl schon aufgegeben?!“, fügte der Boss der Verbrecherbande hinzu, während er lauthals anfing zu lachen. „Nicht nur, dass das ein Stufe 8 Monster ist, welches du also nicht beschwören kannst, nein, du hast dir außerdem nicht mal irgend etwas gesucht, was dich womöglich retten könnte. Aber wahrscheinlich besitzt du gar nicht so etwas.“

      Nun gingen Julie einige Dinge durch den Kopf: Kann er das Spiel noch drehen? Sollte ich ihm vielleicht helfen, und in die Klinge springen? Dann überlebe zumindest einer von ihnen. Nein. Das würde nichts bringen. Das Duell ist eh schon gelaufen. Sein Gegner hat noch zwei Monster mit je 2400 ATK, und er kontrolliert kein Monster um sich zu schützen.

      „Und nun greife ich dich mit meinem Zaborg direkt an“, sagte der Kopf der Bande, während sein Koloss auf Infinite Zero zustürmte.

      Reflexartig betätigte Infinite Zero einen an seinem D-Pad, sodass eine der verdeckten Karten aufsprang. Auf dieser war ein riesiges vogelartiges Metallwesen abgebildet, welches mit seinen Flügeln einen brennenden Wirbelsturm erschuf: „Ich aktiviere Phoenix Wing Wind Blast. Wenn ich nun eine Handkarte abwerfe, kann ich deine Karte wieder auf dein Deck schicken.“

      Wie er es gesagt hatte, wählte er eine Handkarte, und platzierte sie in seinen Friedhof. Auf ihr abgebildet war ein dämonenhaftes Wesen, mit langen, scharfen Krallen.

      LP: Infinite Zero 3700/ "Boss" 4000 Hand: 2/4 Front: 0/3 Back: 1/0

      Nun begannen aus der Fallenkarte riesige brennende Wirbelstürme zu entstehen, welche auf den herannahenden Zaborg wirbelten.

      Doch dessen Besitzer sah nicht untätig zu, sondern steckte eine seiner Handkarten in den Slot unterhalb von Zaborg.

      „Du glaubst doch nicht, das du so leicht meinen Monarchen los wirst.“, sprach der Halunke. „Ich kette von meiner Hand Forbidden Lance an.“

      Vor dem riesigen Koloss, der dem Wirbelsturm immer näher kam, erschien eine angemessen große Lanze, welche er rasch griff. Mit dieser wirbelte er um sich und erschuf somit einen weiteren Wirbelsturm, der den anderen auslöschte.

      LP: Infinite Zero 3700/ "Boss" 4000 Hand: 2/3 Front: 0/3 Back: 1/0

      „Ich kann zwar so meinen Zaborg vor jeglichen Effekt schützen, doch dafür verliert er 800 ATK“, fügte der Drogenschmuggler hinzu, während sich sein Gigant wieder in Bewegung setzte.

      Zaborg the thunder Monarch Stufe: 5 ATK: 1600/ DEF: 1000

      Nun befand er sich vor seinem Feind, und stach mit der extrem großen Lanze zu. Blitzschnell hob Infinite Zero seine Maschine an seinem Armgelenk, wodurch der Schlag stattdessen diese traf. Hätte er dies nicht getan, wäre die Lanze scheinbar durch seinen Körper geglitten.

      LP: Infinite Zero 2100/ "Boss" 4000 Hand: 2/3 Front: 0/3 Back: 1/0

      Doch scheinbar war sein Gegner noch nicht mit ihm fertig: „Das hat dir wohl nichts genützt. Denn nun greift dich noch Thestalos an. Und damit ist dieses Duell dann gelaufen.“

      Nun setzte sich auch dieser In Bewegung, und kam mit seiner riesigen Faust immer näher. Doch auch diesmal wurde dieser Angriff von Infinite Zero ausgekontert: „Ich aktiviere meine andere verdeckte Karte. Sie nennt sich Magical Cylinder.“

      Wieder flog eine Falle auf, aus der binnen weniger Sekunden zwei riesige Trommeln erschienen, die je eine Öffnung hatten, und an den jeweils anderen Seiten des Spielfelds platz nahmen. Während in der einen, die genau vor dem Gesicht von dem jungen Mann war, die Faust von Thestalos stecken blieb, erschien selbige in der anderen, welche hinter dem Verbrecher erschien. Dadurch traf die Faust seines eigenen Monsters direkt in die Rippen seines Besitzers.

      LP: Infinite Zero 2100/ "Boss" 1600 Hand: 2/3 Front: 0/3 Back: 0/0

      „Argh. Wie kannst du es nur wagen“, begann der Anführer der Bande, während er langsam der Rage verfiel. „Vielleicht sollten wir ja doch mal ein kleinen wenig Blut vergießen...!“

      Wie als hätte der fette Gauner darauf gewartet, stach der Halunke mit dem Messer leicht zu, sodass an Julies sonst perfektem Hals eine kleine Blutblase bildete. Diese wurde zusehends nervöser, und ihr Puls stieg weiter an, welches nur dafür sorgte, die Blase noch viel größer zu machen.

      „Und wie gefällt dir die Show?“, fragte der miese Boss der Drogenschmuggler.

      „Wenig beeindruckend“, log Infinite Zero erneut meisterlich, „Mach lieber deinen Zug.“

      „Grr! Lass mir doch meinen Spaß mit der kleinen“, fügte der Zugspieler hinzu. „Du bist dran.“

      Nun verschwand die Lanze, die sich in Zaborgs Handflächen befand wieder, und sein Status normalisierte sich wieder.

      Zaborg the thunder Monarch Stufe: 5 ATK: 2400/ DEF: 1000

      „Dann aktiviert sich nun der Effekt meines abgeworfenen Scarm, Malebranche of the Burning Abyss“, ergänzte Infinite Zero sein gegenüber. „Denn nun darf ich mir ein Unterweltler-Monster aus meinem Deck suchen, dessen Stufe kleiner als vier ist.“

      Wie schon kurz zuvor bei den Effekt seiner Trick Archfiend, jonglierte er erneut mit seinem Deck, während er sich dabei scheinbar zufällig eine Karte raus pickte.

      „Und ich nehme Tour Guide from the Underworld auf meine Hand.“

      LP: Infinite Zero 2100/ "Boss" 1600 Hand: 3/3 Front: 0/3 Back: 0/0

      „Hey, Kleine!“, machte der Mann mit dem Messer erneut Julie an. „Denke ja nicht, er könnte das Spiel nun wenden. Du weißt zwar womöglich auch den Effekt dieser Karte, doch unser Boss hat immer eine Karte in der Rückhand. Und ich wette, das er eine seiner Effect Veiler auf der Hand hat.“

      Das konnte doch nicht wahr sein. Julie kannte die beiden Karten noch aus der Zeit vor der Apokalypse. Deswegen wusste sie, dass genau die eine Karte, die er sich seiner Hand hinzufügte ihn retten würde. Doch zugleich wusste sie auch, dass genau die andere genannte Karte der Todfeind ebenjener war. Es war scheinbar wirklich aussichtslos. Er konnte das Spiel nicht mehr wenden. Und alles nur, weil sie so dumm war, nicht auf seine Information zu hören. Sie hätte es also eigentlich verdient, allein den Tod zu finden, und ihn nicht mit reinzuziehen.

      Nun zog Infinite Zero eine Karte von seinem Deck.

      LP: Infinite Zero 2100/ "Boss" 1600 Hand: 4/3 Front: 0/3 Back: 0/0

      Es passierte das scheinbar unfassbare. Trotz der gewaltigen Übermacht seines Gegners, welcher mit drei riesigen Kolossen das Feld beherrschte, nahm Infinite Zero eine Karte aus seinem Blatt, um sie zu aktivieren: „Ich aktiviere Mind Control. Mit ihr kann ich mir die Kontrolle über eines deiner Monster ergattern. Und ich wähle Granmarg.“

      Zwei riesige Hände erschienen über Granmarg, welche plötzlich Fäden herunterließ, die sich an den Gliedmaßen des Kolosses anhefteten. Plötzlich begannen die Hände Bewegungen auszuführen, und somit den Riesen wie eine Puppe bewegte. Dieser marschierte auf die andere Seite des Schlachtfeldes, und drehte sich zu seinen vorherigen Kameraden, sodass sie sich gegenüberstanden.

      LP: Infinite Zero 2100/ "Boss" 1600 Hand: 3/3 Front: 1/2 Back: 0/0

      „Und dann aktiviere ich auch noch diese Karte hier...“, fügte Infinite Zero hinzu, während er eine weitere Karte von seinem Blatt in einen passenden Slot schob. Von dieser erschien eine weitere vergrößerte Version auf dem Spielfeld, und zeigte dabei zwei menschenartige Wesen, eines grün und das andere rot, welche durch ein gleißendes Licht eine neue Kreatur erschufen, welche in tiefster Dunkelheit erstrahlte. „Sie heißt Dark Fusion. Und mit ihr kann ich Monster von meiner Hand oder meinem Feld zu einem Unterweltler-Monster fusionieren. Und ich nehme deinen Granmarg vom Feld, sowie meinen Genesis Archfiend von meiner Hand.“

      Plötzlich erschien vor Infinite Zero ein riesiger Unterweltler mit einer unvorstellbar großen Klinge. Doch dieser, als auch Granmarg verschmolzen binnen Sekunden darauf ineinander, und erschufen so ein neues Wesen.

      Es hatte Ähnlichkeiten mit einem Gargoyle, und neben seiner gepanzerten Haut und seinen dämonenhaften Flügeln schien es, als sei unter der Haut ein gutartiger Held, welches auch sein Name vermuten ließ.

      Evil HERO Dark Gaia Stufe: 8 ATK: ?/ DEF: 0

      LP: Infinite Zero 2100/ "Boss" 1600 Hand: 1/3 Front: 1/2 Back: 0/0

      Das neue Monster, welches mit einem schweren Sprung vom Boden abhebte und Richtung Julie flog. Scheinbar wusste es, was der Wunsch seines Meisters war, und tat seinem Namen alle Ehre.

      Er rammte den fetten Gauner, dabei das Messer fest im Griff, und befreite Julie dadurch von ihren Peiniger. Diese nahm die Kreatur in die Arme, und ließ sie, nachdem er sich vor seinen Besitzer stellte, wieder frei.

      Julie, die nicht verstand, was gerade geschah, stellte sich hinter ihrem Retter mit dem zerfetzten Mantel, und beschaute das Spiel nun von dieser Stelle. Sie sank zu Boden und konnte es nicht fassen.

      Er war ein Held. Und damit meinte sie nicht das Monster, welches es schon im Namen trug, sondern der junge Mann, der sich aus ihrer Sicht nur für sie duellierte.

      Doch war dieser scheinbar noch nicht fertig. Er kehrte zurück zu dem Duell, und erläuterte mehr von seinem Monster: „Und nun kann das Spiel weitergehen. In dem Moment, wo Dark Gaia beschworen wurde, steigen seine Grund-ATK um die kombinierte ATK der beiden Monster. Somit hat er nun 5400 ATK.“

      Der bösartige Held schien ein leichtes Brüllen von sich zugeben, als er dies hörte, und seine Punkte stiegen ins unermessliche.

      Evil HERO Dark Gaia Stufe: 8 ATK: 5400/ DEF: 0

      Doch sein Gegenüber machte einen wütenden, und zugleich bösartigen Blick. „Dann aktiviere ich nun den Effekt von meiner Effect Veiler. Mit ihr wird der Effekt deines Monsters annulliert. Somit fallen seine ATK wieder zurück auf 0.“

      Das hätte Julie beinahe vergessen. Also war es doch vergebene Liebesmüh. Aber im selben Moment konterte Infinite Zero: „Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich das nicht geahnt habe. Doch weil ich ein Monster mit Dark Fusion beschworen habe, ist es in diesem Zug immun vor zielenden Effekten. Und zu denen gehört halt auch Effect Veiler. Und nun greift mein Gaia dein Zaborg an.“

      Plötzlich wurde das Gesicht des Verbrechers ganz verzogen und verschwitzt: „Was! Nein! Ich will nicht sterben!“

      „Ich habe dir ja anfangs eine Chance gegeben.“, fügte Infinite Zero hinzu, als sich sein Monster auf das des Feindes zubewegte.

      Dieser versetzte mit seinen spitzen Krallen einen so starken Schlag, dass der Koloss durch seine Brust durchbohrt wurde. Dieser ging zu Boden, und zerfiel in winzige, polygonale Kristalle.

      Nachdem sein Monster gefallen war, näherte sich Dark Gaia dem Anführer der Gang, und beendete auch hier mit einem schnellen Hieb das Spiel, indem er einfach den Duellant mitten durchs Herz durchbohrte.

      LP: Infinite Zero 2100/ "Boss" 0 Hand: 1/3 Front: 1/2 Back: 0/0

      Die Maschine von Infinite Zero fuhr ein, während sie noch eine Bandansage durchführte: „Duel Finished! Contract Cleared! Contract Payment will be received!“ Im selben Moment verwandelte sich sein D-Pad in ein kleines Armband, auf dem nahezu die gleichen Verzierungen drauf waren, wie auf dem D-Pad das er zuvor trug.

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Der zuvor so mächtige Anführer lag am Boden. Infinite Zero, gefolgt von Julie, näherte sich ihm. Auch die Untergebenen trauten sich einzelne Schritte in Richtung Infinite Zeros und dem Mädchen zu machen. Doch kaum blickte er zu diesen rüber, machten sie sich aus dem Staub.

      Der Sieger kniete sich zu dem Verlierer, und befragte ihn in den letzten Minuten seines Lebens: „Du siehst, was dir dein Stolz eingebracht hat. Deine Gauner, die dich so wert schätzten, sind einfach weg gelaufen, ohne den Gedanken daran zu hegen, dir zu helfen. Hat dir also all das was gebracht?“

      „Nein.“, sprach der im sterben liegende Gauner „Meine Aufgabe ist erfüllt. Mein Wunsch sollte nun in Erfüllung gegangen sein.“

      „Welcher Wunsch?“, fragte Infinite Zero erstaunt, „Er hat dir doch nicht etwas versprochen.“

      „Oh doch.“, antwortete der schwer atmende Schmuggler, „Er sagte, wenn ich dich aufhalte, wird er dafür sorgen, das ihr nichts fehlen wird.“

      „Dann muss ich dich leider enttäuschen“, fügte der junge Mann hinzu, „Er hat dich nur benutzt und belogen.“

      Im letzten Moment weitete sich der Blick des Ganoven, während auch er zu Staub zerfiel. Infinite Zero machte noch eine scheinbar religiöse Geste, um den Verstorbenen zu ehren, und hebte ein kleines, kristallenes Objekt auf, welches an der Stelle hinterblieb, wo zuvor der Verbrecher lag.

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Julie war sprachlos. Sie war nicht nur Zeuge eines Assassination Duels, sondern hat auch noch gesehen, wie ein Mensch verstorben war. Doch anstatt in Trauer zu fallen, hatte sie nur noch Augen für ihren Helden, welche sie aus den Klauen der Verbrecher befreite.

      Doch dieser schien weniger erfreut darüber zu sein. Er stand auf, steckte seine Hände in seine Jackentaschen, und machte sich auf dem Weg zum Ausgang.

      Als Julie versuchte ihm zu folgen drehte er sich zu ihr um, und begann mit ihr zu sprechen: „Was hast du vor?“

      „Dir zu folgen“, fügte Julie flink hinzu, „Mein starker Held.“

      „Ich bin kein Held“, dementierte er, „Du weißt doch inzwischen bestimmt, dass ich Infinite Zero bin. Wenn überhaupt bin ich das genaue Gegenteil von einem Helden. Und zwar ein Mörder. Du solltest also in dein normales Leben zurückkehren. Schon jetzt wärst du beinahe draufgegangen.“

      „Nein!“, reagierte Julie, dabei sogar eine Träne im Auge ansammelnd, auch wenn dies mehr als ungewöhnlich für sie war. „Du bist kein Mörder. Du bist ein Held. Du bist MEIN Held. Und ich brauche dich.“

      „Ich sagte Nein!“, argumentierte er nun wütend zurück. „Du wirst mir nun aus den Augen gehen. Ich will dich nicht wieder sehen.“

      Er verließ die Halle, dabei die Tür fest zuschlagend. Als Julie diese wieder öffnete, war er nirgends zu sehen. Es war, als wäre er wie ein Phantom, der sich in Luft aufgelöst hatte...


      Anmerkungen zum Chapter:
      Spoiler anzeigen

      -Der größte Teil des Chapters war schon vor dem Chapter 0 geschrieben.
      Deswegen bitte nicht wundern, wenn noch einige Fehler, die ich im
      selbigen Chapter gemacht habe, noch enthalten sind.
      -Von nun an gibt es in meinen folgenden Fanfic-Chapters eine Menge kleiner
      Easter Eggs, die ihr als User erkennen und/oder suchen könnt. Dabei
      unterscheiden sie sich in verschiedenen Bereichen:
      storybeeinflussend[bspw. Infos, wie die Story fortgeführt wird],
      Trivialinformationen, geschichtliche Hinweise, einige psychologische
      Muster/Theorien bekannter Romane/Werke/Literatur und vieles mehr. Und
      nach einiger Zeit werde ich einige dieser Easter Eggs auflösen(hatte
      zwar eigentlich vor, die ersten Easter Eggs passend zu Ostern zu
      präsentieren, doch das wird wohl Zeitmanagment-technisch nicht
      passen)
      -Dank der regen Kritik, die mir über PN zu teil wurde, habe ich das
      Format(LP-Anzeige, etc.) nochmal angepasst.
      -Auch wenn es mich schmerzt zu sagen, doch leider werde ich als
      aktuellen Rhythmus einen 4-Wochen Rhythmus für meine Chapters
      anlegen. Grund dafür ist leider meine sehr schwaches Vorankommen und
      eine gewisse Einspannung durch mein reales Leben( anstehende
      Abi-Prüfungen, etc.). Im schlimmsten Fall könnte es auch irgendwann
      mal zu einer weiteren 8- bis hin zu sogar einer 12-Wochen
      Chapter-Aufüllpause kommen.

      -PS: Danke ETCG, das ihr die Zeichenzahl auf 100.000 hochgesetzt habt.


      Preview zu Chapter 2: Burning Rage

      Nachdem Julie diese unvorstellbare Nacht durchlebt hatte, dachte sie nicht im geringsten daran, ihre Chance auf ein wenig Spannung verfliegen zu lassen. Zudem stört sie vieles, was sie bei all dem nicht versteht, und beschließt, Infinite Zero zu folgen, und diese Geheimnisse zu lüften. Miriam will sie zumindest noch verabschieden, doch leider endet dieses nicht so, wie es zu hoffen war...



      YgoPro Android UO-Update. Made by me :D

      Spieler aus Hameln/Minden und Umgebung?:
      ygohameln@gmail.com

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Deckcreator16 ()

      @Deckcreator:
      Spoiler anzeigen
      Na ja, wirklich gut rüberkommen tut die "Schwärze" in Kapitel 0 nicht. Du erklärst halt im letzten Abschnitt die gesamte Situation, wenn man dann ein wenig weiter denkt, kann man sich vorstellen, was noch alles daraus werden kann.

      Das mit dem "Tunnelblick" beim Duelle schreiben kenne ich zur Genüge, das würde ich als die größte Schwäche meines eigenen Werks ansehen. Meine Tipps: Bemühe dich nicht darum, die Duelle zu strecken, halte sie kurz und überlege dir Nebenhandlungen, damit du immer zwischen diesen und dem Duell hin- und herswitchen kannst.

      Genial finde ich übrigens deine Idee mit den Kurz-Arcs. Ich zocke zwar kein Assassins Creed, daher kann ich dieses Beispiel nicht beurteilen, aber es gibt einen Thriller (8 Blickwinkel), der die Geschichte eines Terroranschlags aus den Perspektiven von acht verschiedenen Zeugen schildert, wodurch immer andere Anspekte der Hintergründe beleuchtet werden. Ein überaus geniales Konzept und perfekt für ein Erstlingswerk, da du so quasi selbst entscheiden kannst, wie lange das Ganze gehen soll. Meinen Respekt :daumen:

      @Chapter:
      Spoiler anzeigen
      Die positiven Punkte bleiben im Grunde gleich, mit dem Zusatz, dass das Duell, wie ich finde, genau die richtige Länge hatte.

      Generell ist das Kapitel deutlich kurzweiliger geraten als das letzte. Es liest sich auch wesentlich flüssiger, in dieser Hinsicht von mir also erstmal eine Entwarnung. Dies liegt wohl vor allem daran, dass du geschickt Spannung und Neugier erzeugst, indem du Fragen offen lässt. Man merkt beim Lesen auch deutlich, dass du als Autor mehr Freude an diesem Kapitel als am vorangegangenen hattest.

      - Cool finde ich übrigens auch deine Methode, den Beginner des Duells zu bestimmen. Da gibt es ja diese Waage, und ich denke, dass die sozusagen die Sünden der Kontrahenten aufwiegt, um zu entscheiden, wer des Sieges würdiger ist. Nette Idee. :)

      Und jetzt anschnallen, denn es gibt wieder einige Kritikpunkte:

      - Tatsächlich finde ich die Fehlerdichte relativ hoch. Das beinhaltet zum Einem Rechtschreibfehler, hauptsächlich jedoch Komma- und Schönheitsfehler. Es ist schwierig, diese ohne konkrete Beispiele zu erklären, aber zumindest für einen solchen Schönheitsfehler hätte ich ein Beispiel:
      Seitdem es ihr nicht mehr möglich war, fühlte sie ein Gefühl der Leere
      Du benutzt hier den Wortbestandteil "fühl" zweimal unmittelbar nacheinander. Zwar nicht zwangsläufig falsch, aber einfach unschön. Eine gute Alternative wäre z.B. "plagte sie ein Gefühl der Leere" gewesen. Aber keine Sorge: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich dein Synonym-Wortschatz mit der Zeit ganz von selbst erweitern wird, je mehr du schreibst.

      - Statt tausendmal irgendwelche Rulings zu checken, solltest du vielleicht mal deine Dialoge überdenken, ob diese auch lebensecht wirken. Ein paar Beispiele:
      Wie siehst du denn überhaupt aus? Das passt doch nicht zu deinem sonstigen Kleidungsstil.
      Würdest du das zu deiner besten Freundin sagen? Also ich nicht. Eher "So läufst du doch sonst nicht rum", am ehesten aber ein sarkastischer Seitenhieb à la "Was ist los? Hast du versehentlich im Kleiderschrank deiner Oma gewühlt?"

      Sie töten? Oder schlimmer noch, womöglich zuvor noch misshandeln?
      Kein direkter Dialog, aber ein innerer Monolog. Ich finde,"misshandeln" klingt irgendwie zu sachlich. Ich würde es eher so machen: "Sie Töten? Oder... daran wollte sie gar nicht erst denken..." Klingt irgendwie persönlicher, bedrohlicher.

      "Dir zu folgen [...] mein starker Held."
      Das ist auch irgendwie komisch. Das klingt irgendwie schnurrend, als wolle sie ihn verführen. Ich würde mir wahrscheinlich das mit dem Helden einfach sparen. Du schreibst das ja gleich in ihrer nächsten Rede nochmal.

      - Obwohl du schon mehr auf innere Monologe setzt: Noch mehr geht immer. Das Julie am Ende auf einmal so für Infinite Zero schwärmt, kommt irgendwie ziemlich plötzlich. Da hättest du langsamer dran heranführen sollen.

      - Auch in diesem Kapitel bleiben die Figuren ziemlich blass. Ich habe keinen richtigen Eindruck von Miriam, sie scheint mir ein im Grunde schüchternes, braves Mainstream-Mädchen zu sein, das einen auf Punk macht. (Also quasi der klischeehafte, weibliche Green Day-Fan). Von Julie habe ich noch weniger Eindruck, stellenweise fiel es mir schwer, die beiden Mädchen auseinander zu halten. Auch der Drogenboss bleibt blass und verkommt zu Kanonenfutter. Eine gute Gelegenheit wäre z.B. gewesen, in einem Zweiteiler mit Perspektiv-Sprüngen ein wenig seine vorangegangenen Verbrechen zu beleuchten. Aber so machst du den gleichen Fehler, wie ich einst: Ein paar Namenlose als die ersten Duellgegner zu wählen. Wobei es bei deiner Story, wo die Verlierer sterben, natürlich schwierig ist, charismatische Rivalen zu schaffen. Ich bin gespannt, ob du dafür eine Lösung parat hast.

      - Zu guter Letzt ein wie ich finde recht großer Logikfehler: In deiner Fanfic haben die Duelle ja schon vor der Apokalypse existiert: Wie in echt als zweidimensionales Kartenspiel. Nun sagt Julie aber, dass sie nicht mehr in der Lage ist, sich zu duellieren. Was hindert sie daran, einfach wie früher auf einem Tisch zu spielen, ohne ihr D-Pad zu benutzen?

      Im Großen und Ganzen aber grundsolide. :)

      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2
      @Leseleff

      @Kurz-Arcs:
      Joa. Die Idee ist halt gold wert für etliche Alternativ-Adventures, falls einem mal die Ideen ausgehen. Und bietet massig Stoff für Reboots und etc. Was aber besonders gut daran ist, ist das es auch gut dabei hilft, so kleine Specials zu machen. Gerade dafür habe ich schon einige Ideen. Doch dafür sollte erstmal die Haupthandlung beendet werden, die ich nach meiner Planung in 3 Seasons/Akte aufteilen werde... Doch dazu bleib ich lieber etwas schweigsam...

      @Fehler: Oh ja, das sind wirklich Sachen, die nachdem ich sie jetzt sehe, wirklich stören(Gerade das mit "fühl" || ). Und wo du gerade die Beispiele wegen den Dialogen nennst: Ich habe wirklich mir schon Gedanken deswegen gemacht. Doch irgendwie komme ich nicht auf die banalen Sachen(bin wohl ein Freak :cain: )

      Doch beim letzten Zitat muss ich etwas einwerfen: Erstmal soll es ja ein wenig verführend wirken(wird wichtig für später*hand vor mund halt*), und das Wort Held war auch extra ausgewählt. Ich meine... er hat sie ja auch gerettet...mit einem Monster, was Held ja auch schon im Namen hat....So eine kleine Verknüpfung[PS: "EVIL" Hero].... Wenn dies aber nicht aufgefallen ist, dann bin ich doch ein wenig von mir und meiner Leistung enttäuscht...

      das mit dem frühen Schwärmen kommt ja wirklich recht plötzlich( :OO: ).... hätte vielleicht wirklich nicht an so einer wichtigen Stelle pause und am nächsten Tag weiterschreiben sollen...

      @figuren: Naja. Nicht jede figur ist so Charakterintensiv wie eine Anja Bauer*hust*... Aber ab dem nächsten Chapter ändert sich das gewaltig(wenn nicht sogar etwas zu gewaltig ?( )...

      @Drogenboss: Wie du schon sagst... bei der Lebensquote der Charaktere ist es wirklich schwer, sich tiefere Charaktere zu entwickeln, einfach weil sie früh ins Gras beißen. Aber ich habe ja schon erwähnt, das es am ende der Reihe ein paar Bonuschapter gibt. Und da werden dann auch solche Charaktere nochnmal aufgegriffen. Doch das wird wohl noch etwas dauern...
      Obwohl ich charakter ohne Namen gar nicht so schlecht finde. Man darf halt nur nicht die Symbolkarten des Charaktere dran verschwenden... die brauchen schon einen grandiosen Einlass...

      @großer Logikfehler: Naja, du beziehst ja jetzt darauf, das die Tode durch die Dueldisk/D-Pads ausgelöst werden. Doch was ist, wenn die stattdessen von den Karten selbst ausgehen würden? Bzw. würdest du es austesten wollen, wenn das Risiko besteht, das du oder dein Gegenüber sein Leben verliert? Und ob man nicht stattdessen mit den alten/normalen Karten spielt: was glaubst du, wenn du mit einem Kumpel dieses Spiels spielst, wovon jeder mensch weiß, das es einen umbringen kann, würden die leute in dem Moment denken, wenn sie dich dabei sehen? Sie würden die Polizei rufen... oder schlimmeres. Zudem bleibt natürlich auch hier eine gewisse Restangst: Haben auch die alten Karten eine Veränderung erfahren? Weil die Quelle dieser "funktion" ist ja komplett unbekannt(kommt sie aus der Duelldisk/ den Karten oder vielleicht von dem Menschen? Oder was ganz anderes?). Und dann sind wir wieder bei dem Problem des Risikos...



      YgoPro Android UO-Update. Made by me :D

      Spieler aus Hameln/Minden und Umgebung?:
      ygohameln@gmail.com
      So, jetzt habe ich das erste Kapitel auch endlich gelesen. Na ja ... fast jedenfalls. Ich hab's nicht ganz bis zum Ende gelesen, muss ich ehrlich gestehen.
      Um dir kurz den Stand durchzugeben, ich habe da aufgehört, wo Threatening Roar gespielt wurde. Hat verschiedene Gründe, warum ich nicht weiter gekommen bin, aber ich wollte dir trotzdem erstmal ein paar Impressionen mitgeben.

      Spoiler anzeigen
      Ich weiß ehrlich gesagt nicht recht, wie ich anfangen soll. Also erstmal find ichs cool, dass hier ein bisschen vertauschte Rollen mit im Spiel sind. Miriam, die ja scheinbar heimlich eine Punkerin ist, ist tatsächlich eher instabil und ängstlich, während die eher gewöhnlich wirkende Julie der Beschützertyp ist. Find ich toll, dass du hier bewusst mit Stereotypen spielst.
      Das Setting ist nach wie vor auch sehr interessant, scheinbar ist IZ kein gewöhnlicher Killer. Denn ja, auch wenn ich nicht bis zum Ende gelesen hab, ist es doch offensichtlich, dass er es ist, der sich mit dem Boss duelliert, der nicht mal einen Namen verdient hat. Eher hab ich den Eindruck, da er ja nach einem Fragment fragt, so etwas wie ein Schatzsucher ist, ganz grob ausgedrückt. Worum es sich handelt, das werde ich vielleicht noch erfahren, wenn ich weiterlese. ^^

      ... leider machst du es einem echt schwer, dafür einen Anreiz zu finden.
      Das klingt jetzt sehr hart, aber so, wie das Kapitel im Moment ist, hättest du es nicht veröffentlichen dürfen. Das fängt schon allein bei der Rechtschreibung und Grammatik an, geht über ein ganzens Beet an Stilblüten und hört irgendwo bei Widersprüchen und Plotholes auf. Ich hab dir in der PN zu Folge 0 gesagt, was du unbedingt tun solltest, aber scheinbar hast du nicht drauf gehört ...

      Ich kann und will dir jetzt keine ellenlange Liste mit Sachen erstellen, die du überarbeiten solltest, das würde den Rahmen sprengen. Wenn du möchtest, kannst du mir mal die Word-Datei zuschicken, dann würde ich das direkt da mal machen, damit du dich da auch besser reinfindest.
      Ein paar Sachen aus dem, was ich bisher gelesen habe, spreche ich dennoch mal an, sofern du das Angebot nicht annehmen möchtest. (Was ich durchaus verstehen würde.)

      Die Berichterstattung im Fernsehen über IZ war unfreiwillig komisch.

      Erneut registrierte das D-Net zwei weitere Tode vom Infinite Zero. Zudem meldete dieses, dass ein Ortswechsel von ihm geschehen sei. Er müsse sich aktuell in der Nähe der Stadt aufhalten. Anwohnern wird somit empfohlen, deshalb Nachts nicht zu lange draußen zu sein, und sich von zwielichtigen Gegenden und Menschen fernzuhalten!


      Wie viele Tode ist er denn inzwischen gestorben? -> solche Missgeschicke in der Wortwahl mein ich mit Stilblüten
      Und in welcher Stadt soll er sich denn befinden? Ich nehme nicht an, dass es ein lokaler TV-Sender ist, der nur in genau dieser einen Stadt empfangen werden kann.
      Dazu der Hinweis am Ende. Der ist inhaltlich angesichts der Tatsache, dass man zu Duellen gezwungen werden kann, gar nicht so falsch, aber ziemlich plump formuliert. Das wird so kein Nachrichtensprecher sagen.

      Des Weiteren hast du vieles einfach nur erzählt, statt zu beschreiben. Damit meine ich nicht nur das Fehlen von Beschreibungen an sich, was teilweise der Fall war, sondern auch das "Erleben". Man kann sich nicht in Julie hineinversetzen, als sie IZ zu helfen gedenkt. Sie ist kein bisschen in Zwiespalt geraten, als sie ihn sah, ob sie nicht lieber einen Arzt holen sollte und so weiter. Die Figuren machen einfach irgendwas, als würde es auf einer To do-Liste stehen, die sie am Ende der Folge abgearbeitet haben müssen. Das unterdrückt ein wenig ihre Persönlichkeiten.
      Ich fands, trotz der Beschreibung, dass IZ das ist, was ihr selber fehlt, unglaubwürdig, warum Julie ihm sofort folgt. Oder wie sie ihn überhaupt gefunden hat. Die denkt gar nicht nach über das, was sie da macht. Und ich bezweifle fast, dass das so geplant war.

      Naja, weiter ... alle haben mittlerweile diese D-Pads. Aber dann beschreibst du IZ mit einem Handschuh, DANN im Duell benutzt er aber doch ein D-Pad. Na was denn jetzt? Zumal solche Duell-Accessoires mittlerweile auch eher abschreckend auf die Bürger sein müssten, also ein Verbot vom Tragen dieser nicht ganz abwegig wäre. Gut, gerade deswegen könnte er den trotzdem tragen, aber das ist einfach so viel Potential an kleinen Details, das du einfach so verschenkst. DAS wäre ein Grund dafür, warum Miriam fast in Ohnmacht fällt (was ihr btw ziemlich spät einfällt).

      Wieder ein eher technischer Mangel ist die Tatsache, dass du zu Beginn der Lagerhaus-Szene beide Spieler mit "Fremder" bezeichnest. Ich meine, for fucks sake, wir wissen LÄNGST, dass der eine IZ ist. Du machst uns fast unmündig, indem du ihn nicht beim Namen nennst. IZ gar nicht mal beschreibst, damit die Leute nicht wissen - was sie aber tun - dass es derselbe Typ aus dem Schlafzimmer von Julies Vaters ist. Das hättest du einfach beschreiben MÜSSEN, sonst verwirrst du deine Leser nur, so wie du es mit diesen ganzen Umschreibungen getan hast, die auf beide Figuren, den Boss und IZ, gleichermaßen angewendet werden konnten. Du hast mich am Anfang der Szene richtig durcheinander gebracht.

      Zwei kleine Sachen noch, bevor ich dich erstmal erlöse: Du solltest mal schauen, dass du die kaputten Formatierungen in Ordnung bringst. Und an einer Stelle wird beschreiben, wie IZ ein Monster und zwei Z/F setzt, obwohl er ja am Ende nur Threatening Roar verdeckt hatte. Vielleicht ein Überbleibsel einer früheren Version des Duells?

      So oder so, das sollte schon noch besser werden.
      Ich meine, es ist dein zweites Kapitel, es ist okay, wenn das alles noch nicht so klappen will. Man kann es trotzdem lesen und auch genießen. Aber je eher du dich mit deinen Schwachstellen auseinandersetzt, desto besser. Sieh dir Leseleff an, wie schnell der von Kapitel zu Kapitel besser geworden ist. Kriegst du auch hin, ganz bestimmt. :)
      Erstmal natürlich wieder ein großes Dankeschön an die Kommentare seit dem letzten Kapitel. Doch nun beantworte ich erstmal das ausstehende, bevor wir zum nächsten Chapter kommen:

      @-Aska-

      @Stereotypen: Ja, man merkt halt gerne, das ich kein Freund von typischen Stereotypischen Charakteren bin und diese gerne etwas ummodeliere/im Kontrast setze. Ich hoffe, dies kann ich in nächster Zeit auch wieder gut einbringen

      @Infinite Zero: Naja, du bist zwar schon gut dran, aber noch ist ja im Grunde nichts geschehen. Ich kann aber jetzt schon sagen, dass da noch viel überraschendes kommen wird. Aber dies wird noch eine ganze weile dauern, bis das ersichtlich wird

      @Chapter0-Ignoranz: Ich habe es zwar in den Anmerkungen zum Chapter erwähnt, doch da ich die am Ende des Chapters gepackt habe, kann ich mir gut vorstellen, das du sie noch nicht gelesen hast: Ich hatte das Chapter 1 schon vor dem Chapter 0 begonnen, und so gut wie beendet gehabt. Doch die Fehler aus Chapter 0/1 "sollten" im 2. Chapter nicht mehr enthalten sein. Ich bete also etwaige "Folgefehler" zu entschuldigen.

      @Angebot: Du solltest gleich eine PN bekommen. Ich hoffe nur, das ich dir keine zu großen Umstände damit mache(habe jetzt nicht mehr den Überblick, ob deine "Stressphase" schon vorbei ist, oder nicht)

      @Stilblüte: Argh... das ist wirklich ein bitterer Fehler. Habe es auch gleich mal korrigiert.

      @Stadt/Nachrichtensprecher: Naja, das sollte eigentlich ein lokaler Sender sein. Aber im allgemeinen wollte ich halt den Stadtnamen vermeiden. Denn dies hat schon seine Begründung/findet seine in der Zukunft. Aber ich hatte schon so die Ahnuh gehabt, das es sehr plump gelöst wurde. Und die abschließende Empfehlung vom Nachrichtensprecher fand ich sogar recht passend(Ich vermute mal, das du das dabei gemeint hast). Schließlich wird es in ähnlichem Wortlaut auch gerne in Filmen oder ähnlichem dargestellt(solche Warnungen treten ja im realen nur sehr selten bis gar nicht auf). Aber das wirst du mir in der PN wohl nochmal genauer erklären müssen.

      @Accessoires: Der Handschuh selbst ist aber NUR ein ganz normaler Handschuh, der nicht im Paar, sondern nur einzeln verfügbar ist. Zudem wird er ja am rechten Arm getragen. Die D-Pads sollten aber am linken Arm hängen(habe jetzt nicht mehr den Überblick, ob ich das erwähnt habe, oder als gegeben angesehen habe. Denn man kennt es ja vom Anime, das Duelldisks/D-Pads am linken Arm befestigt sind). Und wegen des Abschreckens: Dazu gibt es sogar schon eine kleine "Anmerkung" im Chapter 3

      @Miriams Reaktion: Wir wissen halt im Grunde nicht, wie weit es von Julies haus und der Nachhilfe entfernt ist. Zudem hatte sich Miriam ja auch erst in diesem Moment ernsthafte Gedanken über deren Situation gemacht. Also sollte das (mit Abstrichen) noch passabel sein.

      @Fremde: Oh, den Fehler habe ich eben mal korrigiert. Ansonsten: Das würde ich nicht zu schnell sagen: du kennst zwar noch nicht viel von mir, doch bei mir muss man halt wirklich bis zur letzten Sekunde warten, ob die Person WIRKLICH die vermutete ist. Ich hoffe mal, das kann ich noch irgendwie in naher Zukunft einbringen, um das mal zu verdeutlichen.

      @Kaputte Formatierung/Duellverlauf: Mit der Formatierung muss ich wirklich nochmal schauen. Habe ja alles eh nur als Dokument vor mir. Und wenn ich es dann ETCG-Gerecht mache, kontrolliere ich das halt nur Stichprobenartig/überfliege nur. Und beim Duellverlauf: Kann gut sein, das es ein "Übertragungsfehler" ist. Doch ich hatte noch irgendwas in Erinnerung, das ich extra eine verdeckte Karte hinzufügen musste, um ein "Zerstörungs"-Ziel für eine Karte zu haben. Kann jetzt nicht einschätzen, welche von beiden Punkten es war.


      Ansonsten geht es dann auch gleich mal mit dem nächsten Chapter weiter:
      Anmerkungen zum Chapter

      +Bei diesem Chapter handelt es sich dann um ein eher makaberes Kapitel. Also nichts für schwache Nerven.
      +Für die, die nun denken, dass das nun Gang-und-Gebe wird: Nicht direkt. Doch in den vorherigen Kapiteln habe ich kleine Hinweise auf dieses Kapitel gegeben. Und ich kann mir gut vorstellen, das ich so ein ähnliches Kapitel wie das gleich folgende bringen könnte. Warum ich aber ein solches Kapitel schon jetzt bringe: Man soll sehen, in welche(düstere) Richtung meine Erzählung gehen dürfte, und ich wollte halt noch ein paar Charaktere so verwenden, wie ich es mir erhofft hatte, bevor wir sie nie wieder sehen


      Chapter2: Burning Rage

      Die Tür klingelte. Und einige Sekunden darauf klingelte die Tür erneut. Miriam stand vor Julies Haustür und machte einen entnervten Eindruck.

      Sie kam gerade von ihrer Schule und wollte mit Julie sprechen. Denn anstatt wie üblich zum Unterricht zu kommen, egal wie sie sich auch gesundheitlich fühlte, blieb sie Zuhause.

      Eigentlich vertrat sie ja die Meinung, falls sie schon Krank ist, dann sollten auch die Lehrer die Chance haben, sich mit anzustecken. Bloß traf es nur selten die Lehrer, sondern immer die Mitschüler. Und da war ihre Freundin leider auch häufig drunter.

      Somit wäre sie normalerweise froh gewesen, wenn sie wirklich mal zuhause geblieben wäre. Doch bei dem was gestern geschehen war, und besonders wegen des Fremden, machte sich Miriam besonders viele Sorgen. Hoffentlich hat er sie nicht gefesselt und als Geisel genommen! Oder sogar noch schlimmeres!!

      Miriam wurde wieder unruhiger. Kurz schloss sie ihre Augen holte tief Luft, und versuchte, sich langsam wieder zu fangen.

      Nun wurde sie langsam ärgerlich. Sie drückte stark auf die Klingel, ohne diese dabei loszulassen.

      Wenige Sekunden darauf öffnete jemand die Tür. Miriam hätte schwören können, diese Person hätte sie noch nie gesehen. Ihre Freundin, die ihre Haare zu einem langen Schweif gebunden hatte, der ihr über ihre Schulter hing, sowie die grüne Jacke mit dem falschen Fell, die sie sonst nur im Winter raus nahm, machten aus ihr einen komplett anderen Menschen.

      „Was willst du“, fragte Julie leicht durch das Klingeln verärgert.

      „Dir auch ein freundliches Hallo“, gab ihre Freundin sarkastisch zurück, „Was sollte diese Nachricht?“

      Miriam hob ihr Smartphone vor das Gesicht ihrer Freundin und präsentierte ihr den Chat, in dem sich die beiden immer austauschten:

      Ich fühle mich nicht so gut. Kannst also weitergeben, dass ich heute nicht komme.

      „Na du kannst doch lesen“, gab Julie genauso sarkastisch zurück. „Ich fühlte mich nicht OK.“

      „Als ob ich dir das glauben könnte“, konterte Miriam geschickt zurück, „Und wie siehst du überhaupt aus? Das hat doch bestimmt alles mit dem Kerl zu tun?!“

      „Hrmph. Wenn du mir versprichst nichts weiterzusagen und dich nicht darüber aufzuregen, dann erzähle ich es dir“, stellte sie ihrer Freundin zur Wahl.

      Miriam antwortete Rasch, ohne kurz darüber nachzudenken: „In Ordnung.“

      „Dann komm erst mal rein“, fügte Julie noch hinzu, als sie im Gang platz machte, damit die Blonde eintreten konnte. „Die ganze Nachbarschaft braucht davon ja nichts zu wissen.“

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Julie erzählte ihrer Freundin alles, was für sie wichtig war. Das der Fremde während ihrer Abwesenheit verschwand, sie ihm folgte, er sich als Infinite Zero entpuppte, und seitdem spurlos verschwand.

      „Und nun willst du dich auf die Suche nach einem Schwerverbrecher machen?!“, schlüsselte Miriam die ganze Sache auf, während sie auf Julies Bett saß, wo ein vollgepackter Rucksack stand. „Willst du etwa in der Klapsmühle landen? Oder doch lieber von ihm getötet werden?“

      „Er wird mich nicht töten!“, konterte Julie, die vor ihrem Laptop saß, und recherchierte. „Er ist kein Mörder. Sondern ein Held. Mein Held!“

      Miriam schaute ungläubig zu ihrer Freundin herüber: „Als er gerade dabei war einen Menschen zu töten? Und jemand, von dem bewiesen wurde, dass er schon tausende ermordet hat?!“

      „Du wolltest dich doch nicht einmischen“, erinnerte Julie sie an ihr Versprechen. „Und zudem glaube ich nicht, dass er so viele Menschen getötet hat. Die Daten müssen alle Falsch sein. Sie her...“

      Julie drehte sich auf ihrem Stuhl von ihrem Schreibtisch weg, und präsentierte ihrer Freundin ein Teil vom D-Net.

      „Und was soll mir das jetzt sagen?“, fragte die Blondine unwissend.

      „Schau dir das Log mal genauer an“, erklärte Julie das, was auf dem Bildschirm flackerte. „Fällt dir nichts auf?“

      „Nein“, antwortete sie fix. „Es ist doch nur das Log von Infinite Zero?“

      „Dann schau dir mal die Einträge von Gestern an. Nach denen hätte er in dieser Nacht noch Acht weitere Menschen umgebracht.“

      „Na und? Für einen Profikiller wie ihm sollte das kein Problem sein.“

      „Er ist kein Killer. Und zudem sind das einfach zu viele Tote. Da versucht ihm jemand was anzuhängen.“

      „Ach Quatsch. Das D-Net kann man nicht fälschen. Es ist unangreifbar, und nur der Staat hat Zugriff auf die Datenbanken. Zudem sind diese strengstens bewacht. Ist es nicht eher so, dass du dir das alles nur einbildest? Schließlich willst du ihn nur verteidigen. Für mich klingt das, als hättest du dich in ihn verschossen, und bist jetzt Blind vor Liebe.“

      „Ich sagte dir doch vorhin schon, dass du dich nicht in meine Angelegenheiten einmischen sollst“, reagierte Julie nun wütend. „Ich werde mich heute Abend auf dem Weg machen. Du kannst mich also hier warten, und mich bis zum Stadtausgang begleiten, oder du verschwindest für immer aus meinem Leben. Meine Entscheidung ist gefallen.“

      „In Ordnung“, gab Miriam nun auf. „Ich werde dich verabschieden.“

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Die Stunden vergingen sehr rasch, und sie sprachen nur wenig. Nur einmal kurz fragte Miriam, als Versuch ihre Freundin davon abzuhalten, wo sie eigentlich hingehen wolle. Schließlich befände sich laut Log Infinite Zero immer noch in der Stadt.

      „Ganz einfach“, fing Julie an zu erklären, „Wenn man den Logeinträgen folgt, kann man seine Route einsehen und nachverfolgen. Und daraus kann ich dann schätzen, wo er als nächstes hingehen wird.“

      „Naja, er kommt ja aus Italien, oder?“, fragte ihre Freundin ins Blaue.

      „Nicht ganz.“, antwortete Julie rasch, während sie erläuterte, „Er „begann“ seine Reise von Sizilien aus, über Neapel, Rom, nach Venedig, über Verona, und dann nach Innsbruck. Und seitdem geht er, laut Log, schnurstracks geradeaus. Und vor kurzen kam er ja durch unsere Stadt. Somit kann ich abschätzen, wo er als nächstes zu finden sein wird.“

      „Glaubst du nicht, er geht nur auf große Städte zu, um möglichst viele Menschen zu töten?“, stellte Miriam erneut mit fragendem Blick. Dabei wunderte sie, als auch Julie sich, wie lange sie es ausgehalten hat, über diesen „Killer“ zu sprechen, ohne Zusammenzubrechen.

      „Ich habe dir doch eben schon gesagt, dass er kein Mörder ist!“, sprach die Brünette, dabei wieder beginnend, leichte Wut zu verspüren. „Außerdem würde ich eher sagen, dass er nach etwas sucht. Wenn ich mich recht entsinne, hatte er auch etwas von seinem Gegner genommen gehabt.“

      „Wie etwas genommen?“, verstand Miriam nicht, „Meinst du er hat ihre Seele genommen? Denkst du etwa, er ist kein Mörder, weil er in Wirklichkeit ein Todesgott ist?“

      Nun hatte Julie die Nase voll: „Nun wirst du aber übertrieben Fantasievoll. Nein. Und jetzt habe ich eh keine Lust mehr. Zudem wird es Zeit...“

      Julie stand auf, packte ihren Laptop in den großen Rucksack, und setzte sich diesen auf den Rücken.

      „Ich frage dich nochmal: Willst du mit mir kommen bis zum Stadtausgang? Oder bleibst du weg? Aber unterwegs will ich nichts mehr von deinen Anschuldigungen hören.“

      Miriam nickte nur eingeschüchtert, und gesellte sich zu ihrer Freundin. Sie gingen raus und machten sich auf dem Weg in Richtung Stadtausgang.

      Sie ahnten dabei nicht, das die zwei von jemand Zwielichtigem verfolgt wurden...

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Lange Zeit blieb es unter den beiden Still. Miriam genoss die letzten Minuten mit ihrer Freundin in schweigender Stille. Sie fand einfach kein Thema, um das Eis zu brechen. Doch scheinbar erging es nicht nur ihr so, denn auch Julie versuchte diesen Moment peinlichst auszuweichen.

      Beide gingen an den Schaufenstern vorbei, und schauten dabei in diese, aber möglichst in denen der jeweils andere nicht hinein schaute. Inzwischen hatten die Geschäfte geschlossen, und die Nacht brach ein. Doch nun kamen sie an einem Laden vorbei, an dem sie sich nicht halten konnten, nur jeweils einzeln rein zu starren. Es war der örtliche Kartenladen. Ein Ort der schönen als auch traurigen Erinnerungen, sowie auch die der lustigen Sorte. Und ganz besonders ein Ort der wichtigen Erinnerungen.

      „Erinnerst du dich noch?“, fing Miriam ganz sentimental an.

      „Aber natürlich!“, freute sich auch Julie über den Anblick. „Hier haben wir uns vor vielen Jahren das erste Mal richtig kennen gelernt.“

      „Stimmt!“, antwortete die Blondine zurück, „Wir waren zwar schon ein Jahr in der selben Klasse, doch da konnten wir uns nicht so gut verständigen. Und dann war ich einmal zufällig hier, um ein paar Spiele zu spielen, und wen sehe ich da...?!“

      Nun protzte Julie ganz stolz von sich: „Na ich saß da, und polierte gerade einem Älteren mit meinem Deck den Allerwertesten.“

      „Meinem Bruder wohlgemerkt“, fügte Miriam noch hinzu. „Aber er hatte es auch verdient. Hat er doch tatsächlich versucht, seine eigene Schwester abzuziehen. Doch nachdem du ihm gezeigt hattest, was wir Kleineren drauf haben, hat er sich zum besseren gewendet. Und wir wurden innigste Freunde.“

      „Ja, denn endlich konnten wir auch frei über unser Hobby sprechen.“, sagte die Brünette erfreut. „Doch wo wir bei deinem Bruder sind: Studiert der momentan nicht in Italien?“

      „Jop.“, fügte Miriam hinzu, während ihre Stimmung langsam kippte, „Doch seit einigen Wochen hat man nichts mehr von Ihm gehört. Auch wenn er einen echt miesen Charakter hat, er ist immer noch mein Bruder. Und seit der ganzen Sache mit der Apokalypse und Infinite Zero...“

      „Sag nicht, dass du deswegen einen Groll gegen ihn hast?!“, fragte Julie erstaunt. Doch es kam nichts. Miriam verstummte erneut, und beide fielen in den vorherigen Zustand zurück...

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Inzwischen war es dunkelste Nacht geworden und selbst die Laternen würden nur noch wenige Stunden an bleiben. Beide standen am Schild für den Ortseingang, welches auf der anderen Seite ein Ausgangsschild darstellte, und hier sollten sich nun die Wege der beiden Freundinnen trennen.

      Julie, die nun auf der stadtfernen Seite stand, dabei aber so, als würde das Schild eine Trennlinie darstellen, blickte zu ihrer Freundin, die auf der anderen Seite ihren Platz fand. Nun begannen Miriam die ersten Tränen zu kullern, und kurz darauf kullerten selbige auch über Julies Wangen.

      Beide fielen sich in die Arme, dabei hielten sie aber die Mittellinie unbewusst ein. Sie standen dort nun, und hielten dies auch für die nächsten Minuten. In Wirklichkeit vergingen wohl nur Zwei Minuten, doch für die beiden waren es gefühlt mehrere Stunden.

      „Bitte geh nicht“, sagte Miriam zu Julie, dabei lautstark die Triefnase einsaugend.

      Julie hob daraufhin den Kopf ihrer Freundin von der eigenen Schulter, und sprach mit gesenktem Kopf zu ihrer Freundin, um ihre letzten Tränen zu verstecken und zumindest einen Teil von ihrem Stolz zu behalten.

      „Das geht nicht. Ich muss nochmal mit ihm in Kontakt treten! Ich muss mich bei ihm revanchieren! Ich muss...“

      „Du wirst sterben!“

      Nun wurde Julies Mine ganz finster.

      Hatte etwa ihre beste Freundin kein vertrauen zu ihr? Nein. Es ist ganz anders. Sie war der Grund, warum sie die Stadt nicht schon längst verlassen hat. Ihr Vater konnte sie nicht leiden. Ihre Mitschüler interessierten sich nicht für sie, und sie sich nicht für sich. Und nun? Nun blieb nur noch ihre Freundin. Und er. Für wen sollte sie sich entscheiden?

      Julie drehte sich so, dass sie ihrer Freundin ihren Rücken, bzw. ihren Rucksack präsentierte, und begann sich erhobenen Hauptes nach vorne zu bewegen. Als sie hörte, wie scheinbar Miriam immer näher kam, begann sie ihr Tempo anzuziehen, und loszurennen. Dabei floss ihr ein See aus Tränen über die Wangen.

      Sie traute sich nicht nach hinten zu schauen. Sie hatte ihre Freundin abgehangen. Trotz ihres schwereren Rucksacks war sie wohl besser in der Kondition, als ihre Freundin.

      Nachdem sie dachte, sie habe genug Strecke zurückgelegt, blickte sie nochmal auf ihre Heimatstadt. Sie schaute auf die Uhr, die sie auf dem Display ihres D-Pad sehen konnte. In wenigen Minuten sollten die Laternen ausgehen. Sie schaute nochmal auf ihren zurückgelegten Weg, und sah an einer Laterne ihre beste Freundin schwer röchelnd vor Erschöpfung an ebendieser angelehnt. Sie war gut einen Kilometer von Julies Position entfernt.

      Doch was war das? Bewegte sich da etwas irgendwas außerhalb des Laternenlichtkegels? Es ähnelte einem Schatten, und kam ihrer Freundin bedrohlich nahe.

      Im nächsten Augenblick geschah es. Julie versuchte zwar noch ihrer Freundin etwas hinterher zu brüllen, doch schon im selben Augenblick war dieser Schatten, nein, dieser Mann hinter Miriam, und hielt ihr etwas vor das Gesicht. Selbige verlor das Bewusstsein.

      Kaum erkannt, ließ die Brünette ihren Rucksack fallen und rannte zurück zu ihrer Freundin. Doch in diesem Moment gingen alle Laternen der Stadt aus.

      Sie rannte immer weiter und weiter, ignorierte dabei die Schmerzen, die sich in ihren nicht aufgewärmten Beinen breit machte.

      Als sie die vermeintliche Laterne erreichte, waren Miriam und das Phantom schon längst in der Dunkelheit verschwunden. Nur ein kleines, weißes Tuch wurde hinterlassen. Sie fühlte kurz, und merkte, dass es feucht war. Sie schnupperte kurz, bis sie einen süßen Geruch bemerkte. Als sie wenige Sekunden darauf ein schwummeriges Gefühl bekam, zog sie es schnell wieder weg.

      Miriam wurde entführt! Ich muss ihr helfen. Zuvor kann ich diese Stadt nicht verlassen...

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Miriam begann langsam ihr Bewusstsein zurück zu erlangen. Doch sie konnte nichts sehen. Die Luft, die sie einatmete, war extrem heiß und stickig. Sie versuchte ihre Hände und Füße zu bewegen, doch diese waren fest mit einem Seil, welches sich in ihre Haut schneidete, angebunden.

      „Scheinbar wurde mir eine Tüte über den Kopf gezogen“, dachte die Blondine. „Wo bin ich denn hier?“

      Einige Sekunden darauf bekam sie eine, Erklärung. Ruckartig wurde sie in die Luft geschleudert, doch sie knallte wenige Sekunden später auf eine harte Abschirmung. Und kaum landete sie wieder auf dem Boden des Wagens, wurde sie ein zweites, weniger heftiges Mal in die Luft katapultiert.

      Sie konnte nun Stimmen hören: „Hey, fahr vorsichtiger! Du machst sie sonst noch kaputt, bevor wir da sind! Und dann bringt sie einem nur noch die Hälfte ein.“

      „Bleib doch ruhig“, hörte sie eine andere Stimme reden, „Die Straße ist hier halt ziemlich scheiße ausgebaut. Die merkt eh nichts. Das Chloroform was du ihr verpasst hast, sollte sie 'ne längere Zeit ausknocken!“

      „Nur habe ich dieses fallen gelassen, nachdem ich das Geschrei von der anderen gehört hatte. Und dabei war es ein Einzelstück. Schließlich war es von meiner Frau.“

      „Du meinst wohl von deiner verstorbenen Frau?!“

      „Ja. Doch was hätte ich machen sollen? Sie hatte gedroht mich zu verlassen, und das sie schon häufig einen Blick auf meinen Nachbarn geworfen hatte, war mir auch nicht entgangen...“

      „Ist ja auch egal. Wir sind jetzt eh da!“

      „Was? Hier? Das ist doch nur ein ödes Motel?“

      „Ja, doch der erste Kunde wollte unbedingt, dass wir die Neue hier herbringen. Er bezahlt auch sehr gut.“

      Das Auto blieb stehen. Miriam hörte nur noch wie Türen zugeknallt wurden, und die nächsten Minuten herrschte Funkstille. Dann plötzlich erschien das Geräusch von hydraulischen Türhebern, und irgendetwas umgriff Miriam um ihre Hüften. Sie wurde angehoben und weggetragen.

      Nun begann sie zu schreien, doch nur ein dumpfes Geräusch kam aus ihrem Mund. Dieser war zugeklebt, wie sie nun erkennen musste. Soviel es ihre noch geschwächten Kräfte hergaben, zappelte sie auf den Schultern des Mannes, der sie trug.

      „Hehe!!“, kam erneut eine der Stimmen, „Spare deine Kraft. Die wirst du gleich noch zu genüge brauchen.“

      Ihr Geschüttel brachte ihr einen kleinen Erfolg. Die Tüte, die ihr über den Kopf gezogen war, viel herunter, und sie konnte wieder etwas sehen. Doch der Anblick war weniger schön, als sie es erwartet hatte:

      Sie sah ein flimmerndes Neonschild eines billigen Motels, an dem sieh manchmal mit ihren Eltern vorbei gefahren war. Nur waren sonst ihre Eltern zügig weiter gefahren, da die Gegend für ihre Kriminalität bekannt war.

      Der Mann, der Miriam auf seinen Schultern trug, ging über dem Parkplatz zu einem einzelnen Zimmer, das von außen zu betreten war.

      Hier öffnete sich dessen Tür rasch, und ein schwer beleibter, älterer Herr stand in dieser. Er trug nichts, außer ein Handtuch um der Taille, von dem man sich wünschte, es würde nicht zu Boden gehen.

      „Ah...“, gab der dicke Mann von sich, „da ist ja das Prachtexemplar.“

      Er kniff Miriam in ihren Po, woraufhin sie leise vor Schmerz quietschte. „Ist auch sehr gut im Futter. Richtig lebendig die Kleine... Bringt sie rein!!“

      Der Mann, der Miriam auf seinen Schultern trug, betrat das Zimmer, und platzierte sie auf dem riesigen Doppelbett, welches vor Schweiß, Moschus und anderen Gerüchen nur so stank.

      Erneut begann sie heftig zu strampeln, in der Hoffnung sich zu befreien. Der Mann, der sie vorher geschleppt hatte, beugte sich zu ihrem Ohr, und flüsterte ihr bedrohlich etwas ins Ohr: „Hör mal kleine: Du solltest dich lieber aufhören zu wehren, und dem netten Onkel alle seine Wünsche erfüllen. Oder möchtest du lieber ein Duell mit dem hier machen und sterben?!“

      Provokativ zeigte er ihr kurz sein D-Pad, und Miriam flogen sofort die ganzen Schrecken wieder durch ihren Kopf, als sie über Infinite Zero nachdachte. Und was sie danach aus seinem Mund hören musste, ließ sie nur weiter in Angst versinken: „Wir haben echt Glück, das wir deine Freundin verfolgt haben, nachdem Zero unseren Boss erledigt hatte. Nun sind wir dank dir nicht auf der Straße gelandet! Haha!!“

      Er bewegte sich von dem Bett weg, und sprach mit dem Mann, der das Handtuch um seine Taille gebunden hatte: „Wie versprochen können sie alles mit ihr machen, was sie wollen. Aber zuvor erwarte ich eine gewisse Vorkasse...“

      „Immer diese unvertrauenswürdigen „Handelspartner“... Moment...!“. Er ging zu seiner Hose, die über einem Stuhl hing, und zog prompt einige Scheine aus seiner Hosentasche, und drückte diese dem kräftigen Mann in die Hand.

      Dieser verließ daraufhin den Raum, und der Mann mit dem Handtuch kümmerte sich nun wieder um Miriam: „So, und mit was wollen wir nun anfangen...“

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Julie war rasend vor Wut. Ihre beste Freundin wurde entführt, und der einzige Anhaltspunkt den sie hatte, war dieses Tuch.

      Sie betrachtete es genauer:
      Auf dem Fetzen befand sich eine Gravur. Woher kannte sie dieses nur? Hat sie schon mal eines Geschenkt bekommen? Nein! Hat sie das bei jemandem gesehen, den sie kannte? Nein! Nun wusste sie wieder woher sie es kannte...

      Als sie von dem Mann in der Lagerhalle bedrängt wurde, hing ihm genau dasselbe aus der Hosentasche. Sie kannte also direkt ihr nächstes Ziel. Und das war die Lagerhalle.

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Sie stürmte die Lagerhalle, ungeachtet, ob diese nun lauter Krimineller oder flauschige Plüschtiere beherbergte. Sie war so in Rage, dass niemand sie hätte aufhalten können.

      Aufgeschreckt von dem Lärm, begann sich ein kleiner, schmächtiger Junge, scheinbar wenige Tage jünger als Julie, wild zu einem Telefon zu bewegen. Doch Julie kam ihm zuvor.

      Als hätte sie Ahnung von der menschlichen Anatomie, packte sie ihn so am Kopf, dass er unfähig war, sich zu bewegen.

      „Verrate mir“, begann Julie, „wo ich den Mann finde, der an dem einen Abend mir ein Messer an die Kehle gehalten hat?“

      „D-Du drückst mir die Luft weg“, gab er schmerzerfüllt von sich.

      „Dann solltest du mir lieber schnell ein paar Antworten darüber geben, was ich wissen will“, fügte die Brünette hinzu, während die brennende Wut, die man in ihren Augen ablesen konnte, immer stärker wurde.

      In solch einem Moment wirkte sie so, als wären die Aktionen von der einen Nacht nichts als kleine, unwichtige Aktionen und niemand hätte sie in dieser unbändigen Wut stoppen können.

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Bald wurde es wieder Tag, und der kräftige Mann stand noch immer auf dem Parkplatz und wartete, dass „er“ endlich fertig mit der Kleinen war. Dabei genoss er unbeschwert eine Zigarette, während er unter der einzigen Laterne stand, die der Parkplatz aufwies, obwohl diese abgeschaltet war. Sein Kollege, der Miriam entführt hatte, wartete unterdessen in dem schwarzen Wagen, und suchte dabei nach was essbarem.

      „Man ey, habe ich einen Hunger“, maulte er rum, in der Hoffnung, jemand höre ihn, und erlöse ihn von seinen „Hungerqualen“.

      Nachdem er enttäuscht das Fahrzeug verließ, machte er sich langsam auf dem Weg zu seinen Kollegen, der an der Laterne angelehnt war, und wollte sich eine Zigarette schnorren.

      „Gib mal eine ab“, befahl er ihm fast schon, „Wenn ich schon nichts zu essen habe, will ich wenigstens eine qualmen. Wann ist der denn endlich fertig? Ich will die Kohle haben, und die Kleine dann gleich zu „dem“ Ort bringen. Und dann noch was spachteln, und mich dann auf's Ohr legen.“

      „Kauf dir selber welche. Und das wird wohl noch etwas dauern“, beruhigte ihn der kräftigere Kerl. „Als ich ihm das letzte Mal eine gebracht habe, stand ich bis 10 Uhr morgens hier rum.“

      „Oh mein Gott“, gab der andere erschrocken zurück, „Was ist das für ein abartiges Monster?!“

      Gelassen antwortete ihm sein gegenüber, dabei auf möglichst künstlerische Weise seinen Qualm verdrängend: „Keine Ahnung. Die Mädchen sind danach ganz anders. Aber mir soll es egal sein. Er bezahlt ziemlich gut, und das ist für mich das Wichtigste.“

      Nachdem er seine Antworten gefunden hatte, bewegte sich der hungrig dreinblickende Verbrecher wieder zurück zu dem Wagen. Er schaute dabei in die Gegend, und war fassungslos über das, was er auf der Straße sah.

      Die Freundin der Entführten war auf der anderen Straßenseite zu sehen. Nachdem auch sie ihn erblickt hatte, verfinsterte sich ihr Blick, und sie rannte rasch auf ihn zu.

      „Ach du verfickte Scheiße“, fiel es ihm erschrocken aus seinem Mund, während er möglichst schnell zu seinem Kollegen rannte.

      Doch Julie war ungemein schneller, als dieser doch recht korpulente Gauner erahnte, weshalb er vor seinem Kollegen mit stechender Brust zu Boden ging.

      Auf dem Boden kriechend sprach er schnell mit ihm, wodurch seine schlechte Kondition nur weiter erkennbar wurde: „Wir *hust* haben ein Problem *röchel*. Die Freundin der Kleinen *Würg* hat uns gefunden.“

      „Was für einen erbärmlichen Haufen du doch abgibst. Das ist ein kleines Mädchen. Lass mich das nur machen...“

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Julie blieb mit einem gewissen Abstand vor den beiden Männern stehen, und überschüttete sie mit vielen Fragen, dabei eine unvorstellbare Wut im Kopf herum wuselnd: „Wo ist Miriam?! Was habt ihr mit ihr angestellt?!!“

      „Hahaha“, lachte sich der kräftige Typ kaputt, „Du meinst wohl deine kleine Freundin. Die erlebt gerade eine weltverändernde Erfahrung für sich. Wenn du genau hinhörst, kannst du sie schreien hören.“

      Provokativ hielt er seine flache Hand an seine rechte Ohrmuschel, machte dann aber ein verblüfften Gesichtsausdruck, um Julie weiter zu reizen: „Oh. Wie es aussieht hört man nichts mehr von ihr. Hat wohl alle Hoffnung aufgegeben...“

      „Wo – ist – sie?!“, wiederholte Julie nun noch wütender.

      „Wozu sollte ich dir das sagen?“, antwortete er ihr gelassen, dabei ein nicht ernst gemeintes Angebot aussprechend, „Aber du kannst mich ja in einem Duell schlagen, damit ich es dir verrate. Doch das würdest du dich eh nicht trauen. Genau wie deine Freundin. Du solltest also lieber gleich aufgeben, und dich zu ihr gesellen. Ihr werdet auch eine Menge „Spaß“ haben...“

      Jetzt wurde sie richtig stinkig. Nicht nur, dass sie Miriam entführt hatten, sondern ihr auch noch anzubieten, ihr Leben in einem Duell aufs Spiel zu setzen, obwohl sie seit der Apokalypse höllische Angst vor dem duellieren hatte, war einfach unverzeihlich

      Nun dachte Julie nicht mehr nach, sondern handelte nur noch: „D-Pad, aktivieren.“

      Plötzlich fuhren das D-Pad an Julies sowie das was an dem Arm des kräftigen Mannes angebracht war aus, was zum entsetzen dessen und seines Kollegen passierte.

      „M-Moment kleine!“, gab der groß gewachsene, schlanke Verbrecher von sich, „Bist du noch bei Sinnen? Du hast dir gerade dein eigenes Grab geschaufelt.“

      „Das ist mir vollkommen egal“, gab Julie trotzig zu, „Ich werde euch beiden einem nach dem anderen den Arsch aufreißen und Miriam retten.“

      Dabei dachte Julie an Worte, die sie vor Jahren zu Miriam gesagt hatte, als „der andere Vorfall“ geschah: „Ich habe es ihr schließlich versprochen...“

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Auch dieses Mal verdunkelte sich die Nacht noch weiter, und auch die knöcherne Waage entstieg aus dem Boden. Wie beim letzten Mal füllte diese sich mit den unbekannten Flüssigkeiten, und fiel daraufhin auf die Seite von Julies Gegner.

      LP: Julie 4000/??? 4000 Hand: 5/5 Front: 0/0 Back: 0/0

      „D-Dann mach ich meinen ersten Zug“, sprach dieser, dabei weniger Männlich, als er vorhin rüberkam. Ob er wohl überhaupt Erfahrungen in diesem Spiel hatte?

      „A-also. Als erstes beschwöre ich The Agent of Mystery – Earth. “

      Eine kleine engelsgleiche Figur mit Flügeln, wie sie zu einem Paradiesvogel gehören konnten, stieg vom Himmel herab und platzierte sich vor dem Zugspieler. Dieses hatte neben einer weißen Robe, wie es für Engel typisch war, auch noch einen kleinen Zauberstab in der Hand, an dessen Spitze eine kleine Kugel befestigt war.

      The Agent of Mystery – Earth Stufe: 2 ATK: 1000/ DEF: 800

      „Und wenn ich es beschworen habe“, fügte der Besitzer nun etwas selbstbewusster hinzu, „darf ich ein anderes Agent-Monster auf die Hand nehmen.“

      Der Engel erhob seinen Zauberstab, und begann einen leichten Gesang von sich zu geben, worauf dessen Besitzer sein Deck in die Hand nahm, und eine Karte daraus auswählte.

      „Ich wähle The Agent of Creation – Venus“, sagte dieser, als er selbiges auf die Hand nahm. „Und dann beende ich meinen Zug.“

      Julies Zug begann. Sie zog eine Karte auf und betrachtete ihr Blatt.

      LP: Julie 4000/??? 4000 Hand: 6/5 Front: 0/1 Back: 0/0

      Sie klatschte eine Karte aus ihrer Hand auf die holografische Fläche, und hätte dies keine automatisierte Anziehung in die passenden Zonen, wäre die Karte dadurch bestimmt runter gefallen.

      „Ich beschwöre meinen Fluffal Dog!“

      Aus dem nichts erschien ein kleines Plüschtier, welches einen braun-weiß gefleckten Hund darstellen sollte. Es trug eine Art Gürtel und hatte zwei niedliche, kleine Flügel auf dessen Rücken. Durch seine Größe und Niedlichkeit wirkte es wenig bedrohlich.

      Fluffal Dog Stufe: 4 ATK: 1700/ DEF: 1000

      „Hahaha“, lachte der dickere der beiden, „Was ist das denn für ein Zwerg von Monster. Das ist doch total schwächlich.“

      „Halt's Maul, Arschgesicht“, gab Julie von sich, dabei wieder mehr gereizt, „Dich knöpfe ich mir auch gleich vor...“

      Nun kehrte sie zurück zum Spiel, und erläuterte den Effekt ihres Monsters: „Auch ich darf bei seiner Beschwörung ein Monster aus dem Deck suchen. Und ich nehme eine Karte, die dein schlimmster Alptraum werden wird. Ich nehme Edge Imp Sabre.“

      Wie angekündigt nahm sie auch ihr Deck in die Hand und nahm sich entsprechendes Monster auf die Hand.

      „Und dann greift mein Dog deine Earth an.“

      Kaum gab die Brünette den Angriffsbefehl, setzte sich auch das Plüschtier in Bewegung und biss dabei in die Hand des Engels, in der es den Stab hielt. Doch es passierte nichts. Der Plüschhund hatte einfach einen zu schwachen Biss. Plötzlich begann sich selbst der Engel über den Angriff an zu lachen, und ging dabei zu Boden. Dieses Lachen verstärkte sich ungemein, bis dieser vor Lachen platzte.

      Nur einzelne Federn seiner Flügel flogen dabei im Wind, und segelten erst langsam zu Boden, bis diese rasant vom Nachtwind beschleunigt wurden, und dabei auf den kräftig gebauten Entführer flogen. Da diese eine extrem hohe Geschwindigkeit erreichten, stachen diese wie Nadeln in die Haut seines Zieles.

      LP: Julie 4000/??? 3300 Hand: 4/5 Front: 1/0 Back: 2/0

      „Nun setze ich noch zwei Karten verdeckt, und beende meinen Zug.“, fügte Julie hinzu, während sie selbige in die Slots unterhalb der Spielfläche platzierte.

      Daraufhin erschienen zwei riesige Kartenrücken vor ihren Füßen, die im nächsten Moment aber wieder verschwanden.

      Scheinbar war der dickliche Gangster, der sich inzwischen wieder vollständig aufgerafft hatte, beleidigt von dem Umgangston, den ihm Julie entgegen geworfen hatte.

      Seit wann lasse ich mich denn von so einer Göre anschnauzen. Ich werde mich einfach ungesehen hinter ihr begeben, und sie wieder mit meinem Messer bedrohen. Jetzt wo Infinite Zero nicht in der Nähe ist, sollte sie auch nicht abhauen können. Und dann haben wir noch eine, die wir an dieses Ekelpaket verkaufen können. Und dann sacke ich die ganze Kohle ein, und lasse ihn leer ausgehen. Genau! So mache ich es!

      Nun begann der nächste Zug. Der Typ, der vorhin noch eine genüsslich gequalmt hatte, zog eine Karte von seinem Deck auf, und betrachtete dieses genau. Und nach seinem Gesichtsausdruck hatte er nichts gutes vor.

      LP: Julie 4000/??? 3300 Hand: 4/6 Front: 1/0 Back: 2/0

      „Als erstes aktiviere ich den Spezialeffekt von meinem Master Hyperion von meiner Hand“, begann jener seinen Zug, „Ich darf ihn nämlich spezial beschwören, wenn ich ein Agent-Monster aus meinem Friedhof verbanne. Und ich wähle natürlich Earth.“

      Für einen kurzen Augenblick war wieder der Gesang von dem vorherigen Engel zu hören. Doch diesmal lockte dies ein viel größeres, engelsgleiches Wesen an. Mit seiner orange-goldenen Robe wirkte er aber viel eher wie einer der Monarchen aus dem Duell von Infinite Zero als wie ein Engel. Zwischen seinen Händen balancierte es ein merkwürdiges Artefakt, welches scheinbar eine große Macht besaß.

      Master Hyperion Stufe: 8 ATK: 2700/ DEF: 2100

      „Doch das ist noch nicht alles“, fügte dessen Besitzer hinzu, „Ich normalbeschwöre noch The Agent of Creation – Venus.“

      Ein weiterer Engel erschien. Dieses Mal hatte es aber wirklich eine Ähnlichkeit zu einem Engel, denn es war eine Frau in einem schlichten schmutz-grünen und -gelben Kleid, mit majestätischen Adlerflügeln.

      The Agent of Creation – Venus Stufe: 3 ATK: 1600/ DEF: 0

      Plötzlich begann auch diese einen Gesang von sich zu geben. Dessen Besitzer begann aber auch sofort zu erläutern: „Durch den Effekt von Venus kann ich nun zum preis von je 500 Lebenspunkten ein Mystical Shine Ball rufen. Und ich zahle 1500, um alle drei aus meinem Deck zu rufen.“

      Nun suchte er sich ein weiteres Mal Karten aus dem Deck und platzierte selbige auf sein Feld.

      Währenddessen erschienen um die singende Venus drei unterschiedlich farbige Kugeln, die eine Ähnlichkeit zu einem Wassertropfen besaßen. Dabei nahmen die Kugeln die Farben Blau, rot und Lila an.

      Mystical Shine Ball x3 Stufe: 2 ATK: 500/ DEF: 500

      LP: Julie 4000/??? 1800 Hand: 4/4 Front: 1/5 Back: 2/0

      „Und nun nehme ich eine der Balls wieder auf meine Hand, um meinen Genex Ally Birdman als Spezialbeschwörung von meiner Hand zu beschwören.“

      Eine der Kugeln transformierte nun sein Aussehen, und formte sich zu einem metallenen, vogelartigen Maschinenwesen, welches neben hellblauen Flügeln und einem grünen Torso sehr grell-gelbe Klauen an Händen und Füßen, sowie einen protzig großen Schnabel besaß.

      Genex Ally Birdman Stufe: 3 ATK: 1400/ DEF: 400

      „Um nun aber Platz auf meinem Feld zu schaffen, überlagere ich meine beiden übrigen Mystical Shine Balls zu einem XYZ-Monster.“

      Nun öffnete sich ein riesiges Loch inmitten des Spielfeldes, in dem die übrigen Kugeln hinein fielen. Wenige Sekunden darauf erschien ein relativ großer Arm aus dem Loch, und hievte dessen zugehörigen Körper aus dem Loch. Es war eine Art Riese oder ein Ork, der neben allerlei metallenen Panzerungen nur eine rötliche Hose trug. Zudem flogen zwei kleinere, gelbliche Sphären um seinen Körper, wie Planeten um das Sonnensystem. Nachdem es vollständig raus geklettert war, schloss sich das Loch wieder.

      Gachi Gachi Gantetsu Rang: 2 ATK: 500/ DEF: 1800

      „Ich platziere ihn in die offene Verteidigungsposition.“, erklärte der Entführer. „Und durch seinen Effekt bekommen alle offenen Monster für jedes XYZ-Material 200 ATK und DEF mehr.“

      Plötzlich ging eine mächtige Aura von dem gebückten Riesen aus, der auf die anderen offenen Karten übersprang.

      Master Hyperion Stufe: 8 ATK: 3100/ DEF: 2500

      The Agent of Creation – Venus Stufe: 3 ATK: 2000/ DEF: 400

      Genex Ally Birdman Stufe: 3 ATK: 1800/ DEF: 800

      Gachi Gachi Gantetsu Rang: 2 ATK: 900/ DEF: 2200

      „Und da ich nun wieder eine Zone frei habe, kann ich mit dem Effekt von Venus von meiner Hand mein Shine Ball erneut ausspielen.“

      Wieder begann der Engel ein Lied zu singen, worauf die lilane Kugel zurückkehrte.

      Mystical Shine Ball Stufe: 2 ATK: 900(500)/ DEF: 900(500)

      LP: Julie 4000/??? 1300 Hand: 4/4 Front: 1/5 Back: 2/0

      „Und da ich noch zwei Stufe 3 Monster kontrolliere, mache ich eine weitere XYZ-Beschwörung.“

      Wieder öffnete sich das Loch im Boden, und saugte diesmal Venus und Birdman ein. Stattdessen erschien eine riesige, fliegende Seeschlange aus dem Loch, bevor sich dieses erneut schloss. Auch diese hatte wie Gachi Gachi Gantetsu zwei kleine, schwebende Lichtkugeln um sich.

      Leviair the Sea Dragon Rang: 3 ATK: 2200(1800)/ DEF: 2000(1600)

      „Und Mithilfe seines Effektes kann ich meine verbannte Earth ins Leben zurück schicken. Dafür hänge ich einfach nur meine Venus ab!“
      Kaum ausgesprochen, begann der Drache schon eine seiner Kugeln zu reißen und zu verschlingen.
      Daraufhin öffnete die Seeschlange erneut ein Loch, doch diesmal eines welches vollkommen anders aussah, und flog in diesen herein. Wenige Sekunden darauf erschien er auf der anderen Seite wieder, nur hatte er diesmal den kleinen Engel vom Beginn des Spiels auf seinem Rücken.

      The Agent of Mystery – Earth Stufe: 2 ATK: 1400(1000)/ DEF: 1200(800)

      „Wenn es schon so Lustig ist, sollte ich auch noch das machen: Ich stimme meinen Tuner The Agent of Mystery – Earth auf den verbliebenen Shine Ball.“

      Der Engel sprang von der Seeschlange, schwebte einige Sekunden, während er erneut zu singen begann. Daraufhin de-materialisierte er sich langsam und hinterließ nur zwei strahlende Ringe, ähnlich eines Heiligenscheins, nur um ein vielfaches größer. Diese glitten langsam zu Boden, und durchquerten dabei den letzten Shine Ball, welchem daraufhin zu Gliedmaßen wachsen. Um genau zu sein, entstand eine menschliche Statur, mehr noch ein düsterer Ritter, mit einem endlos gigantischen Schwert.

      Underworld Fighter Balmung Stufe: 4 ATK: 2500(2100)/ DEF: 1200(800)

      LP: Julie 4000/??? 1300 Hand: 4/3 Front: 1/4 Back: 2/0

      Nun war Julie endlos beeindruckt. Doch irgendwie wurde sie das Gefühl nicht los, sie hätte diese Kombo schon einmal gesehen...
      Zumindest half es ihr dabei, kurz mal alles um ihre Welt herum zu vergessen. Nur würde ihr nicht gefallen, was nun folgte...

      „Abschließend aktiviere ich noch den Effekt meines Master Hyperion. Denn wenn ich ein Monster vom Typ Fee verbanne, darf ich einmal pro Zug eine Karte zerstören!“

      Julie schreckte leicht auf: würde er wohl die richtige der beiden verdeckten Karten zerstören?! Wenn das passieren würde, könnte sie sich dem Angriff ihres Gegners nicht mehr stellen, und würde verlieren. Wäre es also doch besser gewesen, sich nicht zu duellieren, und alles geschehen lassen wie es kommt? Einfach die eigenen Wege gehen, und Miriam alleine lassen? Sie in die Hände von diesen Leuten lassen?
      Nein. Sie musste ihr versprechen einlösen. Sie durfte dieses Spiel nicht verlieren. Sie musste alles geben für ihre Freundin. Sie hat es ihr schließlich damals versprochen...

      Währenddessen packte ihr Gegner die Venus in einen versteckten Slot der Duelldisk, woraufhin sich das Artefakt aufzuladen begann, bis es von sich einen starken Energiestrahl abgab, die eine von Julies verdeckten Karten traf. Diese sprang daraufhin kurzzeitig auf, und präsentierte das Bild einer Barriere, die einen Strahl abfing. Doch anstatt wie auf dem Bild etwas abzufangen, zerfiel die Karte in winzige Polygone.

      Julie nahm die Karte erschrocken auf, und schob sie in den Friedhofschlitz, während sie enttäuscht den Namen der Karte erwähnte: „Es handelte sich um die Karte Mirror Force, mit der alle angreifenden Monster zerstört worden wären...!“

      „Dann bist du nun wohl schutzlos“, gab der riesige Mann höhnisch von sich. „Du hättest uns lieber glauben sollen, und dich freiwillig ausliefern sollen. Gegen Erwachsene hast du eh keine Chance. Wir sind einfach um Längen besser. Und wer weiß, gib lieber jetzt noch auf, bevor ich dich vernichte und dieser wunderschöne Körper zerstört wird. Wenn du das Angebot annimmst, werde ich dich auch höchstpersönlich zu einer „Erwachsenen“ machen...!!“

      Julie reagierte nicht. Lieber würde sie sterben, als sich von so jemandem einspannen zu lassen.

      „Scheinbar willst du unbedingt sterben?“, interpretierte ihr Gegenüber aus der Zurückhaltung, „Dann greife ich dein Plüschvieh nun mit Master Hyperion an.“

      Erneut lud sich das Artefakt in Hyperions Händen auf, und hinterließ dabei einen Schrecken erregenden Energiestrahl, der den Plüsch innerhalb eines Wimpernschlags verglühen ließ. Doch nachdem es verpuffte, war noch Restenergie des Strahls übrig, welcher daraufhin auf Julie niederging.

      LP: Julie 2600/??? 1300 Hand: 4/3 Front: 0/4 Back: 1/0

      „Und nun Balmung, zeig ihr, was du kannst.“

      Nun setzte sich der Krieger mit dem riesigen Schwert in Bewegung, und stellte sich nun vor Julie. Er schwang sein Schwert aus, und ließ es auf Julie zukommen, während sie sich vollkommen hilflos die Arme vor das Gesicht hielt, um Schaden zu minimieren. Doch dies nützte nichts, und die gewaltige Kraft des berserkerhaften Wesens schlug sie ungespitzt in den Boden.

      LP: Julie 100/??? 1300 Hand: 4/3 Front: 0/4 Back: 1/0

      Während sie sich versuchte zu erheben, drückte sie einen kleinen Knopf an ihrem D-Pad, um die andere verdeckte Karte aufspringen zu lassen: „ich aktiviere meine Fallenkarte Heartfelt Appeal, mit der ich mir nun die Kontrolle über eines deiner Monster in Verteidigungsposition nehmen kann. Und ich wähle deinen Gachi Gachi irgendwas!!“

      Nun setzte sich der riesige Golem in Bewegung, und wechselte die Seiten. Daraufhin verging auch die Aura, die von ihm ausging, und nun wirkte die feindliche Seite um ein vielfaches geschwächt.

      Master Hyperion Stufe: 8 ATK: 2700/ DEF: 2100

      Leviair the Sea Dragon Rang: 3 ATK: 1800/ DEF: 1600

      Underworld Fighter Balmung Stufe: 4 ATK: 2100/ DEF: 800

      LP: Julie 100/??? 1300 Hand: 4/3 Front: 1/3 Back: 0/0

      „A-Aber, das bedeutet ja...“, stammelte der zuvor noch arrogante, groß gewachsene Mann.

      Doch Julie unterbrach ihn in seinem Gestammel: „Oh ja. Deine Monster haben nun zu wenig, um mich anzugreifen!“

      „Hrmph!“, ächzte er. „Dann setze ich eine verdeckte Karte, und beende meinen Zug...“

      Der bekannte Kartenrücken erschien auf dem Feld, während der große Mann einen weiteren Kommentar abgab: „Aber im nächsten Zug bist du erledigt...“

      Ein lauter Schrei kam aus der Richtung des Motels. Normal für die Bewohner, die das scheinbar viele Male am Tag hören, war es für Julie mehr als nur ungewohnt. Besonders weil sie die Stimme kannte...

      „Miriam!!“, schrie Julie, dabei scheinbar den korrekten Raum ausmachend, wo ihre Freundin sich befand. Sie begann loszulaufen, bis sie merkte, nicht voranzukommen. Nun ging der Blick zu ihren Schuhen, wo zwischen all dem Nebel eine knöcherne Hand, überzogen mit einer sehr dünnen Haut, ihren Fuß fest im Griff hatte. Egal wie stark sie dran zerrte, die Hand, trotz ihres mageren Aussehens, war unvorstellbar kräftig, und hielt Julie an ihrem Platz fest.

      Scheinbar erfreut darüber, belustigte sich ihr Gegner wieder über diese Situation: „Oh Kleine, du kannst während eines Duells nicht einfach fliehen...dann horche schön, wie es deiner Freundin ergeht! Wundert mich zwar, dass sie nach den vielen Stunden immer noch schreien kann, doch dafür weißt du nun, was dir entgangen ist. Denn du wirst hier draufgehen! Aber ich gebe dir ein Versprechen: du wirst deine Freundin bald wiedertreffen. Entweder hat sie dann Selbstmord begangen, oder ist zu sehr „abgenutzt“. Egal, was nun zuerst eintrifft, du musst nicht ewig auf sie warten.“

      Ein weiterer Schrei ertönte, dafür nun aber noch lauter und gequälter.

      Julie schaute zum Boden, dabei mit finsterem Blick auf die lebenden Fesseln blickend. Ihre Wut kam dabei immer mehr in ihr hoch:
      Dieses... dieses miese Drecksschwein! Er weiß sogar, was sie gerade durchmachen muss! Er hört sie sogar laut schreien, doch er tut nichts! Und ich bin hier angebunden wegen dieses Duells! Ich muss es beenden!! Und zwar jetzt, sofort!!!

      Mit voller Wucht zog Julie eine Karte von ihrem Deck, sodass die Pappe wohl ziemlich darunter leiden würde.

      LP: Julie 100/??? 1300 Hand: 5/2 Front: 1/3 Back: 0/1

      „Ich beschwöre Fluffal Owl als Normalbeschwörung.“

      Ein weiteres Plüschtier erschien auf Julies Feld. Es handelte sich um eine braune Eule, dessen Federkleid eine beige Färbung besaß. Zudem trug es eine kleine Brille auf der Nase, die typisch für Leseratten im Alter von achtzig Plus waren.

      Nun schnappte sich Julie ihr Deck. Sie musste schnell machen, um möglichst früh bei ihrer Freundin zu sein: „Wenn ich es beschwöre, dann kann ich mir eine Polymerization aus meinem Deck suchen.“

      „Und nun“, führte Julie an, während sie eine Handkarte in einen Slot schob, „mache ich mit dieser Karte eine Fusionsbeschwörung. Ich fusioniere damit von meiner Hand Fluffal Cat, Fluffal Rabbit, Fluffal Bear und Edge Imp Sabres.“

      Plötzlich erschienen neben der Eule viele weitere Plüschtiere, sowie eine ganz andere Gestalt.

      Eines davon war eine kleine lila Katze, mit einer pinken Fliege. Zudem waren ein hellbrauner Hase mit Umhängetasche sowie ein pinker Plüschbär mit einem roten Halstuch erschienen. Diese hatten, ähnlich wie auch der Dog, kleine Flügel. Doch die andere Gestalt war vollkommen anders, als die ganzen süßen Plüschmonster. Es ähnelte zwar einer Schere, die mit vielen weiteren Scheren verbunden war, doch innerhalb der Scherenunion war ein dunkler Blick zu erkennen. Dieses Scherengebilde sah zudem weniger nach einer Schere aus, sondern ähnelte viel eher einem Mordwerkzeug aus einem Horrorfilm.

      Alle Wesen, die sich nun neu auf Julies Feld befanden, wurden in einen Strudel gesaugt und erschufen dabei ein neues Monster. Dies hatte zwar noch Ähnlichkeiten mit einem Plüschtier, doch wenn, dann war es lange unter der Mitleidenschaft eines psychisch gestörten Kindes gelitten haben. Es war zwar mal ein türkisfarbener Tiger, doch waren viele Nähte aufgerissen, sowie an anderen Stellen nur mit geringer Qualität zugenäht. Die Arme, sowie auch der Bauch, waren dabei abgetrennt, und wurden nur durch Scheren festgehalten. Die Arme waren auf ihnen gesteckt, während eine weitere, größere, genau mittig des Untiers platziert, womit diese aber noch funktionsfähig war. Aus dem spärlich geflickten Mund blickten auch wieder die finsteren Augen, und rundeten das abscheuliche Aussehen weiter ab.

      Frightfur Tiger Stufe: 6 ATK: 2300(1900)/ DEF: 1600(1200)

      „Und nun das beste an meinem Monster“, begann ihre Besitzerin zu erklären, „Denn für jedes verwendete Fusionsmaterial kann ich eine Karte auf dem Spielfeld zerstören. Und wenn du mitgezählt hast, sind das vier Materialien!!“

      Nun weiteten sich die Augen ihres Gegners: „D-Das heißt, du vernichtest mein ganzes Feld?!“

      Der Tiger setzte sich in Bewegung, und wurde dabei immer und immer schneller. Er wurde schlussendlich so schnell, dass man ihn nicht mehr sehen konnte. Doch seine Ergebnisse waren zu sehen. Zuerst traf es das Hologramme der verdeckten Karte, welche kurzerhand zerfetzt war, und wie Konfetti von ihrer kniehohen Position als kleine Polygone zu Boden rieselte. Als nächstes erwischte es den riesigen Drachen. Seine Flügel brachen und der Drache viel vom Himmel. Der Aufschlag war heftig, doch der Drache schien weiter zu Leiden. Immer schneller und immer heftiger wurden die entstehenden Wunden, die dazu führten, dass Körperteile von ihm abgetrennt wurden. Währenddessen litt auch der dunkle Krieger. Eine Fontäne aus rotem Blut schoss auf Höhe seiner Halsschlagader, und verzweifelt versuchte er diese zuzuhalten. Doch es nützte Nichts. Er als auch der riesige Drache zerfielen, um das Blutgemetzel, welches dabei in Strömen durch den Raum flog, zu unterbinden. Doch als letztes erwischte es auch den riesigen, gottgleichen Engel. Anfangs ritzten sich nur Schnitte in seine Kutte, doch mit einem Schlag erwischte es seine beiden Hände, mit denen er das Artefakt im Zaum hielt. Seine gigantischen Fäuste fielen zu Boden, und auch kurz darauf verlor er die Kontrolle über die riesige Maschinerie, sodass sie zu Boden fiel. Dabei zerbarste der gläserne Teil, woraufhin eine Flüssigkeit austrat, die bei Berührung mit Luft explodierte. Selbiges geschah, und wirbelte eine riesige Staubwolke auf. Als dieser sich legte, war das vorher glorreiche Feld leer

      LP: Julie 100/??? 1300 Hand: 0/2 Front: 3/0 Back: 0/0

      Der andere Halunke, der sich währenddessen um Julie herum geschlichen hatte, war nun keine fünf Meter mehr von ihr entfernt. Sein Messer war gezückt, und sein breites, verschwitztes Grinsen bedeutete nichts gutes. Nun begann er zu sprinten, was bei seiner Fülle einem Nashorn-angriff gleich kam: „Nun bist du dran du mieses Drecksstück!!“

      Ein Geräusch von zerschnittener Luft war zu hören. Er blickte um sich, und erschrak bei dem Anblick:
      Sein Unterleib war von seinem Körper getrennt worden, und nur der Schock sorgte dafür, dass aus keinem der zwei Hälften Blut in strömen floss. Dafür erschien aber die Ursache für die Zerstückelung. Es war Frightfur Tiger, der mit einem fiesen, dämonenhaften Grinsen zurück auf sein Opfer blickte. Nur Julie schaute nicht zurück. Sie schien es bemerkt zu haben, aber so Kalt wie sie darauf reagierte, konnte sie nicht mehr menschlich sein.

      Stattdessen begann sie mit ihm zu sprechen, dabei weiterhin mit gefesseltem Blick auf ihrem Widersacher gerichtet, der nur blöd aus der Wäsche guckte. Er hatte scheinbar eine solche Zerstückelung noch nie in seinem Leben gesehen.

      „Der erste wäre erledigt. Nun ist der nächste dran.“

      Der Tiger beschleunigte erneut, zerfetzte den Rest des Torsos, sodass nicht mehr zu erkennen war, ob er ein Mensch oder Hackfleisch wäre, und platzierte sich wieder Stolz vor Julie. Inzwischen hatten sich aber die Klingen der Scheren sowie der Stoff des Tieres mit Blut getränkt.

      „Du hast dir so viel darauf eingebildet, dass du besser seist als ich“, warf Julie ihrem Gegner vor, „Obwohl du nur Stumpf eine einzige Kombo auswendig gelernt hast. Gib es zu: Du kanntest das Spiel nicht mal vor der Apokalypse, richtig?!“

      „J-j-ja“, stammelte er, „I-ich habe dies nur gelernt, um zu überleben. A-also verschone mich... Ich will nicht so enden wie dieser Idiot. E-es war alles seine Idee!“

      „Aber vorhin klang das noch ganz anders?!“, zeigte sie ihm auf, „Und für das, was ihr beiden Miriam angetan habt, musst du diesem Dummkopf in die Hölle folgen. Tiger, vernichte ihn!!“

      Ein letztes Mal setzte sich der riesige Tiger in Bewegung. Unterdessen versucht Julies Gegner zu flüchten, doch selbige Hände, die Julie vorher festhielten, hielten nun auch ihn fest. Seine Augen weiteten, als er sah, was auf ihn zusprang, und die Welt bewegte sich nur noch in Zeitlupe. Doch auch so war es noch schnell genug, als das er nicht mehr mitbekam, wie es auch ihn zerlegte...

      LP: Julie 100/??? 0000 Hand: 0/2 Front: 3/0 Back: 0/0

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Das Duell endete. Doch Julie interessierte sich nicht für den Leichnam, den sie hinterließ, sondern mehr für den Raum, wo sie zuvor die Quelle des Schreis vermutete. Anders als die anderen beiden Hologramme, verschwand aber Tiger nicht, sondern folgte ihr. Unterdessen verschwand das D-Pad von dem nun kopflosen Mann, und auch er zerfiel kurz darauf in Staub.

      Unterdessen stand Julie nun vor der Tür der vermeintlichen Folterkammer. Sie schritt einen Schritt zurück, und als würde das monströse Stofftier wissen, was sie denkt, zerschlug es die Tür mit einem mächtigen Hieb.

      Sie trat ein, aber konnte die Eindrücke dessen, was sie nun sah, nicht recht verarbeiten: Der Raum selbst hatte einen extremen Moschusgeruch angenommen, und ihre Freundin war nackt mit ihren Händen an einen Bettpfosten gebunden. Sie, als auch das Bett waren mit einer weißlichen Flüssigkeit überdeckt, von dem sie nur ahnen konnte, um was es sich handelte. Der schwer beleibte, ekelerregende Mann, der unterdessen am anderen Ende des Bettes ebenfalls nackt stand, blickte sie mit riesigen Augen an, und flüchtete ungewöhnlich schnell in das Badezimmer, nachdem er das Monster in Julies Rücken erblickte. Doch für Julie war er in dem Moment uninteressant.

      Sie begab sich zu Miriam, und durchschnitt die provisorischen Handschellen, die in Wirklichkeit eine einfache Krawatte darstellte, mit einer Schere, die sie aus ihrem Monster gerissen hatte.

      „Miriam! Miriam!“, schrie Julie, dabei ihre Freundin kräftig schüttelnd, während sie ihre Jacke auf dessen nackten Körper legte, „Du bist nun befreit! Wach also auf!!“

      Langsam öffnete Miriam ihre Augen, und konnte es nicht fassen. Mit leiser stimme flüsterte sie: „J-Julie? Bist du das? War das alles nur ein schrecklicher Traum?“

      Nun schaute Julie ihrer Freundin nicht ins Gesicht. Stattdessen blickte sie zu Boden. Was sollte sie ihr nun sagen?

      Doch das Problem erledigte sich von selbst. Miriams neu erwachter Blick ging zu Julies linken Arm, auf dem weiterhin ein holografisches Feld vom D-Pad ausging. Auf diesem befand sich eine lilane Karte, die bei genaueren Umsehen Miriams sich auch im Raum befand. Diese Kreatur näherte sich währenddessen der inzwischen verschlossenen Badezimmertür, und zerlegte diese mit Leichtigkeit. Wenige Sekunden darauf verschwand der riesige Tiger in dem Raum, und ein wahres Blutbad, ähnlich wie Holzspäne im Sägewerk, schossen aus diesem in das einfach eingerichtete Zimmer. Nur verstummende Schreie waren zu hören.

      Miriams Augen weiteten sich, und sie entfernte sich langsam von ihrer Freundin, und kroch immer mehr in Richtung Zimmerecke, während sie das Kleidungsstück, welches Julie ihr umgehangen hatte, fester an sich presste. Julie schaute sie dabei verwundert an: „Was hast du denn? Ist irgendwas falsch?“

      „M-merkst du es nicht? D-du hast gerade viele Menschen getötet, ohne ein Zeichen von Skrupel! Und als nächstes bin bestimmt ich dran!! D-d-du Monster!!!“

      Julie begriff und erschrak. Sie hatte es nicht gemerkt, doch in dieser Nacht hatte sie drei Menschen umgebracht, und einen weiteren schwer verletzt. Und das ohne irgend einen Sinn von Menschlichkeit! Was war nur aus ihr geworden? War sie etwa genau das, womit sie eben betitelt wurde? Ein Monster?!

      Unterdessen verschwand auch Tiger, und ihr D-Pad löste sich auf, und verwandelte sich in das Symbol einer Mörderin: Ein Armband mit dem vereinfachte Gesicht des Stoffhundes, den sie vorhin beschwor, als Symbol.

      Miriam drückte sich immer stärker in die Ecke, als versuche sie, mit der Wand eins zu werden. Doch sie konnte nicht fliehen. Auch wenn das D-Pad inzwischen verschwand, bekam sie eine Todesangst von ihrer ehemaligen Freundin.

      Inzwischen wusste diese was sie machen musste, um dieses Spektakel zu beenden. Kurzerhand knockte sie ihre Freundin möglichst vorsichtig aus, und zog ihr ihre Jacke über, um möglichst viel von ihr zu bedecken. Sie verließ das Motel-zimmer, und erblickte die aufgehende Sonne...

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Julie war nun vor dem Haus ihrer Freundin angekommen. Unterdessen machte sie sich über die Taten aus der letzten Nacht Gedanken:

      Nun bin ich das, was Miriam immer auf Infinite Zero gezogen hatte. Nur war es bei mir bewiesen. Ich habe wirklich Menschen umgebracht. Und eine eigene Kartei im D-Net sollte nun auch von mir erstellt sein. Ich bin also nichts anderes als eine Verbrecherin, eine Mörderin. Aber ich habe doch nur das richtige getan. Hätte sie die Polizei eingeschaltet, wäre doch nichts vorangekommen. Die hätten doch nur ewig lange Beweise gesammelt und den Fall unter den Tisch fallen lassen. Um sich die Arbeit möglichst leicht zu machen. Ich hatte also keine andere Wahl.

      Julie platzierte ihre Freundin vorsichtig vor der Eingangstür derer Familie, und klingelte rasch. Da ihre Eltern etwas Zeit brauchten, um zur Tür zu gehen, versteckte sie sich unterdessen hinter einem der steinernen Zaunpfosten des Einfamilienhauses.

      Sie wollte jetzt nicht unbedingt in einem Gespräch mit den Eltern ihrer Freundin fallen. Insbesondere nicht mit dem Beweis an ihrem linken Arm...

      Die Tür flog auf, und die entsetzte Mutter stand in der Türangel: „Huh. Huh... Oh nein, Miriam! W-was ist hier los?!“

      Entsetzt schaute sich Miriams Mutter noch kurz um, und brachte ihre Tochter daraufhin ins Haus. Aber von dem Anblick, den sie machte, sah man auch in ihren Augen eine Menge Angst....

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Erneut befand sich Julie nun wieder am Stadtrand. Sie hatte nun endgültig alles verloren, was sie hier hielt. Die letzte Person, die ihr wichtig war, würde sie nun bestimmt nicht mehr wiedersehen wollen. Obwohl: eine Person hatte sie noch. Und wie aufs Stichwort meldete sich diese.

      Julies Smartphone vibrierte. Sie entsperrte dieses mit ihrem Entsperrmuster, und automatisch öffnete sich der Internetbrowser, in dem die Website zum D-Pad geöffnet war. Es handelte sich um das Profil von Infinite Zero, und der Grund, weshalb ihr Smartphone vibrierte wurde rasch ersichtlich. Ein neuer Eintrag war darin eingezeichnet, der wie in ihrer Vermutung auf die nächste Stadt deutete. Sie steckte ihr Smartphone nun ein, und machte sich auf den Weg.

      Jetzt hatte sie tatsächlich nur noch einen Menschen, der noch etwas für sie bedeutete. Und auch der Einzige, der ihre Situation verstehen könnte.

      Doch während sie dem Weg in ein neues Leben beschritt, machte ihr auch etwas anderes Sorgen. Ihr neu entdecktes, zweites ich. Ihr wütendes ich, welches keine Reue vor dem Auslöschen eines Menschenlebens hat...

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Einige Kilometer entfernt, noch innerhalb der Stadt, auf einem Glockenturm schaute eine andere Person, ähnlich wie ein richtiges Phantom, nicht wie die Gauner von vorhin, in die selbe Richtung, in die sich Julie auf dem Weg machte. Dessen Augen waren schärfer als die eines Adlers, weshalb er das Geschehen der Nacht von hier aus betrachtete.

      „Ich glaube, ich habe sie endlich gefunden...“, flüsterte er in sich hinein, während er wie von Geisterhand zu schwarzen Staub zerfiel und von dem Wind weiter getragen wurde. Dabei führte dieser, wie durch Geisterhand bewegt, hinter Julie hinterher...


      Eine Preview wird es diesmal leider keines geben, da ich Chapter 3 noch nicht fertig habe. Zudem kann ich nicht sagen, wann ich weiter machen kann. Denn jetzt beginnen meine Abi-Prüfungen, weshalb ich bis Ende Mai ausgebucht bin. Also geht es spätestens im Juni weiter. Doch jede freie Minute werde ich nutzen, um ein paar Chapters fertig zu schreiben.

      btw:
      In wenigen Minuten sollte es auch ein Update des Startposts mit Serienpicture und "Opening" geben.



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      Aloha! Dieses Mal war ich sehr schnell mit dem neuen Kapitel durch. Also: Zeit für Feedback!

      Zu meinem letzten Kommentar:
      Spoiler anzeigen
      Natürlich ist mir Seitenhieb auf Evil Hero Dark Gaia aufgefallen, du hast ihn dem Leser ja geradezu auf die Nase gebunden. (Du bezeichnest IZ wenn ich mich richtig erinnere dort insgesamt drei Mal als Held und erklärst sogar die Anspielung auf sein Monster.) Wenn der verführerische Unterton bewusst gewählt wurde, dann hättest du ein bisschen mehr Zeit in Julies Charakterzeichnung investieren sollen, damit es auch glaubwürdig rüberkommt.

      Stichwort Charakterzeichnung: Dein Paradebeispiel für einen intensiven Charakter ist also Anya Bauer? Das könnte die Wurzel des Problems sein. Es gibt einen Unterschied zwischen blass, charakterintensiv und überzeichnet, auch wenn es eine Gratwanderung ist.

      Das mit dem "großen Logikfehler" nehme ich hiermit offiziell zurück. Hier war ich derjenige, der nicht weit genug gedacht hat.

      Zum neuen Kapitel:
      Spoiler anzeigen
      Ich trenne mal nicht streng nach Lob und Kritik, sondern mische es ein wenig:

      Als ich in der Fußzeile gesehen habe, dass das ganze 27 Seiten hat, dachte ich nur "Oh Gott...", aber letztendlich habe ich es doch an einem Abend durchgelesen. Da meine Lesegeschwindigkeit extrem von der jeweiligen Lektüre abhängt, sieh' dies als Beweis, dass du in Sachen Lesefluss große Fortschritte machst, auch wenn ich selbst nicht weiß, woran das genau liegt. Ist wohl einfach Übungssache.

      Was die Geselllschaftskritik angeht, so merke ich schon, dass du dort noch um einiges konsequenter bist als ich. Während ich in meiner Fanfic um ein möglichst realistisches Gesellschaftsbild bemüht bin, scheinst du nur das Schwärzeste vom Schwarzen zeigen zu wollen. Dies ist keine Kritik, sondern es sind einfach unterschiedliche Ansätze. Ich finde beides gut. Jedoch führt dein Schwarzsehen zu einem für eine YGO-Fanfic wie ich finde mitunter unangebracht hohen Härtegrad. Aber dazu später mehr.

      Nach wie vor hoch ist auch die Fehlerdichte. Das schließt mehrere Konstruktionen wie zuvor mit dem "fühl" mit ein (du leitest z.B. einmal zwei unmittelbar aufeinander folgende Sätze mit "Unmittelbar" ein), aber auch andere grobe Schnitzer wie diesen hier:
      [ein] Seil, welches sich in ihre Haut schneidete [...]
      Also das letzte Mal, als ich nachgesehen habe, lautete die Vergangenheitsform von schneiden noch "schnitt" ;) . Aber Aska hat ja schon ageboten, Korrektur zu lesen. Sollte er zu beschäftigt sein, ich könnte es sonst auch machen. Ich lese ja noch für niemanden Korrektur.

      Deine Dialoge wirken mitunter immer noch recht lebensfern. Ein Beispiel:
      "[...]Doch nachdem du ihm gezeigt hattest, was wir Kleineren drauf haben, hat er sich zum Besseren gewendet. Und wir wurden innigste Freunde."
      Ich weiß nicht, das wirkt irgendwie unecht, so würden beste Freundinnen wohl nicht miteinander sprechen. Es wirkt mehr wir eine Zusammenfassung der Vergangenheit. Für gewöhnlich würde das der Erzähler (also Du) übernehmen.
      Aber du machst in dieser Hinsicht schon Fortschritte. Ein paar Dialogstellen fand ich sogar recht stark. Wie hier:
      "Bitte geh' nicht!", sagte Miriam [...]

      [...]

      "Das geht nicht, ich muss nochmal mit ihm in Kontakt treten! ("ihn wiedersehen" wäre hier besser gewesen) Ich muss mich bei ihm revanchieren! Ich muss..."

      "Du wirst sterben!"
      Diese Stelle fand ich echt gut und sie hätte gern noch ein wenig länger ausfallen können.

      Wo wir gerade bei Unglaubwüridgkeit sind. Auch hier besteht ein gewisser Bedarf, insbesondere bei Miriams Entführung. Erstens: Ich hab zwar noch nie Chloroform geschnüffelt (Nett übrigens, dass du offenbar recherchiert hast, wie das Zeug riecht. Ich hätte es mir irgendwie mehr beißend vorgestellt, wie reinen Alkohol, und deshalb mal auf Wikipedia geguckt, um eines Besseren belehrt zu werden.), aber ich glaube kaum, dass es einen so sehr benebelt, dass man nicht mal mehr merkt, dass man geknebelt wurde ohne zu versuchen, zu sprechen. Auch sollte die Erkenntnis, dass einem eine Tüte über den Kopf gestülpt wurde, nicht erst großes Überlegen erfordern.
      Zweitens: Wenn Julie nicht grad The Flash ist oder das ganze in Tönnhausen an der Illmenau spielt (ein kleines Kaff bei mir in der Nähe), dann halte ich irgendwie für seltsam, dass sie an einem Abend mal eben erstmal mehrere Kilometer vor ihrer Freundin wegrennt, dann zum Lagerhaus und anschließend noch zum Motel und dabei nicht mal ein Seitenstechen empfindet. Klar, ein geliebter Mensch in Not ist ein ziemlicher Antrieb, aber irgendwann macht der Körper halt nicht mehr mit.

      Kommen wir zum Duell. Dieses hatte wieder eine gute Länge und ich fand es gut, dass die Gegner, auch wenn sie wieder namenlos bleiben, vorher wenigstens ein bisschen Zeit für sich kriegen, in der der Leser sie in Ruhe hassen lernen kann. Auch gut war, dass es sich um Überbleibsel aus Kapitel 1 handelt. Ein Schritt in die richtige Richtung.
      Zur Deckauswahl: Ich fand Agents für den Bösen irgendwie ziemlich unpassend. Kuscheltiere für Julie passen schon eher, auch wenn ich persönlich nicht gerne Decks für meine Fanfic verwende, die auch in einem offziellen YGO-Anime eine große Rolle hatten. Aber das ist meine Sache. Das der Gangster so geskillt war, hat mich zunächst überrascht, aber du gehst ja darauf ein (Kombos auswendig lernen). Ein netter Einfall war, dass diejenigen, die das Spiel schon vor der Apokalypse kannten, im Vorteil sind. Julies Finisher war schon sehr offensichtlich geskriptet (Einfach mal vier Fluffals in der Hand haben...), aber das ist nicht weiter tragisch. Keiner will ein Duell lesen, in dem Spieler A Leere der Eitelkeit flippt und Spieler B dann für den Rest des Duells nichts mehr machen kann.

      Und da wären wir: Der Härtegrad. Natürlich respektiere ich deinen düsteren Anspruch, aber ich finde, es gibt Grenzen. Eine Chloroform-Entführung? Eine gewalttätige Informationsabpressung? Menschenhandel? Alles gut, kann man machen. Aber irgendwann bei Enthaupteten und in der Mitte geteilten Menschen, weißen Flecken auf Bettdecken und zynischen bildlichen Vergleichen ("Wie Holzspähne in einem Sägewerk") hört der Spaß dann auf. Ich fand das Ende mitunter echt widerlich. Musste das sein? Aber na gut, das ist Ansichtssache. Ich bin da auch empfindlich.

      Auch wenn ich das Ende abseits davon prizipiell wirklich sehr gut fand (Die Protagonistin geht zur Rettung ihrer Freundin über Leichen, woraufhin die nichts mehr mit ihr zu tun haben will. Echt stark.), du bist mal wieder mit den Gefühlen deiner Figuren zu schnell. Julie wird dort vom liebenden Menschen zur Serienkillerin und wieder zurück in nichtmal zwei Seiten. Ich weiß ja nicht (und will es wohl auch gar nicht wissen), was der Kerl alles mit Miriam angestellt hat, aber sie hätte schon ein wenig Dankbarkeit zeigen können. Im gleichen Atemzug hätte Julie versuchen können, ihr Handeln vor ihrer Freundin zu rechtfertigen, was sie schlussendlich für sich selbst auch macht. Die Ambivalenz der Situation bzw. der ethische Konflikt hätte viel stärker hervorgehoben werden können und müssen.

      Zu guter Letzt noch zwei Dinge zu der inneren Logik der Gesamtstory:
      - Zwischendurch bietet der Gangster Julie an, aufzugeben und so ihr Leben zu retten (Natürlich unter gewissen Bedingungen, aber hier geht es um diese Möglichkeit an sich). Wenn das möglich ist, zerstört das doch dein ganzes Konzept. Wie läuft das? Geht das nur, wenn der Gegner es ausdrücklich anbietet?
      - Warum können Monster auf einmal auch Außenstehende töten und warum fallen die Tode plötzlich blutig aus? Bisher sind die Opfer doch immer nur zu Staub zerfallen. Ich vermute mal, das hat etwas mit der emotionalen Verfassung der Duellanten zu tun...

      Na ja, genug für heute. Ich bleib' am Ball. Man sieht sich! ;)

      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Leseleff ()

      Ich beantworte die Fragen/Dinge lieber wieder jetzt, da es doch eine sehr lange Zeit hin ist, bis zum nächsten Chapter:

      @Leseleff

      @Seitenlänge: Joa, als ich am Ende fertig war, hatte ich mir auch gedacht, dass das recht viel sei. Doch dann habe ich die Länge einfach mal mit dem vorherigen Chapter verglichen gehabt(21 Seiten), und dann auch gleich mal in Bereichen geguckt gehabt: Das Duell war fast genauso lang, wie beim Vorgänger(es waren zwar nur wenige Züge, dafür LANGE Kombos//btw: das erfreut mich bei meinem nächsten Chapter sogar richtig), und der "Vorlauf" gerade mal 7 Seiten ausmacht. Beim Vorgänger war dieser aber auch "nur" 3-4 Seiten lang(obwohl da ja die Einführung drinne war). Naja, ich dachte mir abschließend dann einfach nur: sind ja nur 3 Seiten mehr, also nicht so viel länger[Ich lese halt recht häufig, und da sind selbst 10-20 Seiten nur "wenig"].

      @Schneidete/schnitt:
      Argh... verdammt. Jetzt wo ich es höre, fällt es mir auch wieder auf :verwes:

      @Korrektur:
      Ich gehe mal davon aus, das Aska damit eher eine Einzelaufgabe draus macht. Zumindest klang das in der PN immer noch so, als wäre er noch sehr stark ausgelastet. Das Angebot lasse ich mir mal überdenken, auch wenn das Pfannkuchen gegenüber echt beleidigend klingen könnte. Zudem erscheint dies natürlich der Allgemeinheit wohl auch sehr gierig, wenn man mehrere hat, die einem alles durchprüfen wollen.

      @Dialog:
      Hatte ich mir anfangs sogar überlegt gehabt, ob ich hier nicht eine Erzählung aus der "Erzählerperspektive" mache(omg, wie das falsch klingt.... ich glaube das Abi geht in die Hose :mowl:... ). Bloß hatte ich kurz gebrainstormt, was das dann alles an Stoff wäre, und bin zum Schluss gekommen, das ein 2-Teiler schon im 2. Kapitel ungeeignet wäre. Zudem ist das am Ende so viel Stoff geworden, das ich es gleich mal für Bonuschapters notiert habe. Aber Psss ;)

      @Chloroform: Komischerweise wusste ich irgendwoher noch(Schule, Krimi, whatever), dass das Zeug süß duften soll, und habe es nur nochmal kontrolliert. Und ich kann mir halt gut vorstellen, das man danach nicht sofort wieder vollkommen "funktionsfähig" ist. Man darf schließlich nicht vergessen, das es immer noch eine "drogenartige" Wirkung hat. Und wenn, dann sollte man nach dem "erwachen" nur langsam wieder alle Körperfunktionen zurück erhalten. Gerade das Indiz, ob man gefesselt ist, oder nicht. Denn das Zeug ist immer noch ein Narkosemittel, weshalb es ja dafür sorgen soll, einem das fühlen zu "nehmen". Somit sollte man also nicht "erfühlen" können, ob man geknebelt ist, oder nicht. Aber das kann uns halt nur jemand sagen, der damit schon Erfahrung hat, damit arbeitet(hoffentlich wenn dann ein Arzt ;) ), oder sonstirgendwie damit betroffen ist/war.

      @Julies lange Nacht: Gerade hier finde ich, passt alles sehr genau. Nehme man eine deutsche Herbst/Winter-Nacht, so hat man gut 15h Nacht auf dem Taschenrechner(18-8 Uhr). Da sollte also sowas gut zu schaffen sein. Zudem sollte die Stadt nicht allzu groß sein(sollte zwar auch kein Kaff sein, kommt aber schon dem ganzen sehr nahe). Und ich kann mir auch gut vorstellen, das wenn man so fokussiert ist, zudem ein wenig psychophatisch "geladen" ist, sollte der Schmerz gut verdrängbar sein.
      Spoiler anzeigen

      Es gibt zwar noch einen Grund, doch darüber muss ich erstmal Stillschweigen bewahren...


      @Duell: Also so schwer finde ich gerade die letzte Szene nicht geskriptet. Denn das Deck hat wirklich häufig diese (ekeligen, aus meiner Sicht) Hände. Zumindest sehe ich die immer wieder bei unserem Furnimal-Spieler(ist auch immer schön, wenn sein geproxter Tiger/Wolf dann an einer PWWB krepiert :rofl: ). Ob das nun für die Allgemeinheit gilt, oder nur an seinem Build liegt, weiß ich nicht... Ich hatte mir eher sorgen gemacht, das der Agent-Zug dieser Unterstellung stehen würde(auch wenn hier im Grunde das selbe gilt). Aber ich verstehe nicht so ganz, weshalb du das Agent-Deck unpassend findest?! Oder du bist genau auf das getreten, was ich erreichen wollte. Nur die Begründung fehlt dir noch

      @Härtegrad: Ich hatte es ja schon in der Vormerkung erwähnt, das dieses Kapitel nichts für schwache Nerven ist. Aber ich hatte auch schon Diskussionen mit meinem Co-Leser deswegen(hierbei eher wegen der Angst vor Zensur seitens der Mods)(Nicht falsch verstehen. Ich hatte ihn VORHER darauf angesprochen gehabt.). Hatte auch lange mit mir gerungen, das Kapitel zu verwerfen. Doch fand ich das aus mehreren Gründen schade:
      1. Es wäre verschwendete Zeit. Und das kann ich überhaupt nicht leiden
      2. Ich wollte mal was recht provokatives. Zudem wollte ich alles aus den Charakteren rausholen, die man ne lange Zeit nicht sehen wird/sehen könnte
      Aber ich kann schonmal Entwarnung geben: so schnell wird es nicht mehr so provokativ. Kann mir aber jederzeit vorstellen, das es wieder sehr "geschmackvoll" wird. Somit kann man dieses Kapitel auch gerne als Vorwarnung auf möglichen zukünftigen Stoff sehen(wer dies also nicht verkraftet, sollte spätestens jetzt aussteigen. Auch wenn es noch eine Zeit dauern könnte, bis es zu so etwas kommt, doch wird irgendwann so viel Spannung aufgebaut, das man weiterlesen will/muss)

      @Reaktion der Figuren:
      Ich vermute zwar, das dir 2 Seiten wirklich sehr kurz erscheinen, doch ich finde diese halt noch "gerade so im Rahmen". Mit der fehlenden Dankbarkeit war aber volle Absicht. Schließlich sind meine Charaktere gerne mal so, das sie sich der normalen Haltung wiedersetzen. In diesem Falle bleibt Miriam halt konsequent in ihrer Rolle als Angsthase/"Vorwürfeschmiederin". Aber im Grunde hast du schon recht.... ich muss das noch stärker ausprägen...

      @innere Logik1:
      Hier haben wir doch wieder den selben Fall, wie beim vorherigen "Experiment": würdest du es ausprobieren?! ;)
      Ansonstens muss man es aus der Sicht des Anbieters betrachten: Stell dir vor, du wärst jemand, der im Grunde keine Ahnung von diesem "Spiel" hat. Eigentlich nutzt du es selbst nur als Druckmittel, um andere so handeln zu lassen, wie du es willst. Doch nun wirst du gezwungen, ein solches Spiel mitzumachen. Du hast zwar elementare Kenntnisse, aber weiterhin jede Runde schiss, dein leben zu verlieren. Da du nicht weißt, was noch passieren kann, würdest du nicht deshalb dieses Angebot aussprechen, um dich abzusichern?
      (btw: man sieht an diesem und der Logikfrage vom letzten mal, das ich diese Psychospielchen echt gerne mache. Mein Tipp ist also mal, einige Stellen meiner FF auf diese weise zu betrachten. Dann kommt man auf einmal auf ganz neue Gedankengänge :D )

      @innere Logik2:
      Zu der Sache Blutig/unblutig: du darfst ja nicht vergessen, das er das Spiel erst nach seinem "eigentlichen Tod" verloren hatte. Heißt also im Klartext, das er vermutlich abschließend trotzdem noch zerfallen ist. Wurde dann halt nur nicht mehr gezeigt.
      Somit fragst du in diesem Moment eher, wie die "Realitätsstärke" der Hologramme definiert wird. Und dazu passt deine Vermutung(emotionale Verfassung) wieder sehr gut.



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      Mit einer kleinen Verspätung geht es endlich weiter:

      Chapter3: Duel with a God

      „Endlich bin ich da!“, dachte Infinite Zero, als er die Stadt erreichte. Er lief nun schon drei Tage und drei Nächte ununterbrochen, um hierher zu gelangen.

      Er war erschöpft von der langen Reise, doch eine Pause konnte er sich leider nicht gönnen. Nun musste er schleunigst seine Zielperson treffen und die Mission fortführen. Jede Minute die er wartete, könnte das Geschehen, was er zu verhindern versuchte.

      Doch leider konnte er jetzt nichts machen. Der Tag brach an, und die Stadt begann erste Lebenszeichen von sich zu geben. Geschäfte stellten ihre Waren nach draußen und bereiteten sich darauf vor, diese der Welt zu präsentieren.

      Somit war er gezwungen, da er seine Mission nur des Nachts ausführen könne, bis zum Abendrot zu warten. „Dann bleibt mir keine andere Wahl, als doch eine kleine Pause einzulegen.“

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Er verbrachte einige Stunden in einer dunklen Seitengasse, wo er Ruhe vor den arbeitstätigen Menschen hatte. Er wünschte sich zwar eine Herberge oder ähnliches aufzusuchen, doch besaß er weder Geld noch einen Ausweis. Und gerade letzterer würde ihm Probleme bereiten. Denn kaum betrat er eine Stadt, schien es so, als würde man nach im fahnden. Als könne man ihn „orten“.

      Nachdem er wieder erwachte, ungefähr zur Mittagszeit, ging Infinite Zero in Richtung Innenstadt und suchte sich auf dem Marktplatz eine einfache Sitzbank, um sein Ziel unauffällig zu beobachten.

      Von hier konnte er den Großteil des Marktplatzes überblicken. Zuerst waren da die vielen kleinen Geschäfte, die den Platz umgaben, sowie die riesigen Gebäude der Großkonzerne, die sich im Hintergrund der sonst so einfachen Geschäftsstraße sammelten und dabei deren Ambiente verunstalteten. Dies lag daran, dass sie noch sehr neu erschienen und deswegen noch nicht ins Landschaftsbild passten. Auch die Spitze eines Kirchturms war von hier aus zu erkennen, auch wenn diese von den hässlichen Betonklötzen überschattet wurde. Nur das Schlagen der Turmuhr zu jeder vollen Stunde war zu vernehmen, auch wenn dies den Einwohnern und Geschäftstätigen nicht auffallen mochte.

      „Junger Mann, kann ich mich neben Sie setzen?“, fragte ihn eine alte Dame mit einer Einkaufstüte in der Hand. Sie wirkte sehr zerbrechlich, erweckte jedoch einen freundlichen Eindruck, sodass Infinite Zero ihrem Wunsch nachkam.

      „Aber natürlich.“, antwortete er ausgesprochen höflich, wobei er älter wirkte, als er äußerlich schien. „Ich brauche nicht so viel Platz.“

      „Oh“, machte die alte Dame überrascht, von Zeros unerwarteter Höflichkeit, während sie sich neben ihn setzte, wobei sie ihre Einkaufstüte auf den Boden legte. „Sie sind aber ein netter, junger Mann. Wenn meine Enkel doch nur auch so wären. Die haben nämlich keinen Sinn für Anstand und Respekt vor Erwachsenen...“

      „Oh, sagen Sie das nicht“, antworte Infinite Zero, als wäre er selbst jemand, der schon vor Weisheit strotzte, „Das ist nur die Sprunghaftigkeit der Jugend. Das wird sich schon noch bessern. Ich habe es damals noch auf die harte Tour beigebracht bekommen...“

      Kaum sprach er dies aus, schon kamen glückliche Erinnerungen aus seiner doch schon recht fernen Vergangenheit in ihm hoch. Doch kaum dachte er darüber nach, kam ihm erneut sein größter Fehler in Erinnerung. Derjenige, der ihn schlussendlich hier her brachte, und ihm und so vielen anderen Menschen unendlichen Schmerz zugefügt hatte. Aber die Erinnerungen taten zu sehr weh, sodass er sich zwingen musste, an andere Sachen zu denken und im besten Falle wieder das Gespräch mit der alten Dame aufzunehmen. Schließlich sollte auch sie nichts von seinem psychischen, sowie auch physischen Kampf nichts wissen. Er hatte schon genug Menschen mit hinein gezogen.

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      Die zwei gerieten in einen Plausch, und beide unterhielten sich wie bei einem Kaffeekränzchen über alle möglichen Dinge der alten Zeit. Doch dann sprach die alte Dame ein Thema an, über das er nur ungern reden wollte: „Wo kommen Sie denn her? So wie Sie sprechen, können Sie nicht von hier stammen. Dafür sind Sie viel zu höflich und anständig!“

      „Ich? Ich komme von weit her. Sie müssen wissen, ich bin ein Reisender, und auf der Suche nach etwas sehr Wichtigem...“, sagte er und verstummte anschließend.

      Scheinbar merkte die alte Frau, das ihm das Thema unangenehm war, weshalb sie es leicht wechselte: „Wenn Sie ein Reisender sind, haben sie dann Niemanden, der mit Ihnen reist? Niemanden, der Ihnen wichtig ist?“

      „Nein“, antwortete Infinite Zero schlicht.
      „Es gibt niemanden mehr, auf den ich achten müsste. Geschweige denn jemanden, der mit mir reisen könnte...“

      Erneut verstummte er. Ihm viel dieses Mädchen ein, welches er in der letzten Stadt getroffen hatte. Die, die ihm ein warmes Bett und was zu essen spendete, nach mehreren Wochen rastloser Reise. Zwar brauchte er letzteres nicht zum überleben, doch hatte ihn ersteres besonders erfreut. Nur blieb ihm kaum Zeit dieses zu genießen, weil er seiner Mission treu bleiben musste und diese nun erledigen wollte. Leider folgte sie ihm klammheimlich und platzte somit in sein Duell, was dazu führte, das sie als Geisel genommen wurde. Und anschließend rettete er sie, indem er riskierte, das Duell und somit sein Leben, zu verlieren.

      Dies machte ihm Gedanken, warum er so gehandelt hat, wie er gehandelt hat. Denn die oberste Regel bei seiner Reise war es, dass er Menschen, die nichts mit seiner selbst auferlegten Mission zu tun hatten, aus dem Weg gehen sollte. Denn jeden, der enger mit ihm in Kontakt trat, würde früher oder später ein trauriges Schicksal ereilen. Deshalb hatte er geschworen, sich keine Freunde unter den Menschen zu machen und niemanden zu retten, der in eine gefährliche Situation geriet.

      Doch wieso hatte er seine Prinzipien gebrochen und dann dieses Mädchen gerettet? Und noch viel wichtiger: Wieso hat er riskiert, das Duell nur wegen ihr zu verlieren? Schließlich hatte seine Aufgabe oberste Priorität.

      Denn vom Erfolg seiner Mission hing das Schicksal der gesamten Menschheit ab. Und um großes zu erreichen, musste man nunmal Opfer bringen. Aber wieso hatte er bei diesem Mädchen dann eine Ausnahme gemacht? Was war so besonders an ihr, dass er für sie seine Prinzipien gebrochen hatte?

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      Während sie so dasaßen und Infinite Zero aus seinen Gedanken erwachte, unterhielten sie sich wieder über die verschiedensten Themen. Infinite Zero hielt dabei seinen höflichen Tonfall bei, auch wenn dieser nicht zu seinem Aussehen passte. Gerade seine zerrissenen Kleider, die auf seiner Reise entstanden, würden ihn als Rüpel ausweisen, wäre dies nicht für seinesgleichen momentan in Mode. Er verheimlichte scheinbar nicht viel von sich während des restlichen Gespräches. Nur eines schien ihm wichtig zu sein: Dass niemand seine Arme sah. Denn einerseits war da sein Duellhandschuh, welcher für viele schon als Indiz eines Mörders ausreichte. Aber auch sein D-Pad machte einen höchst unheilvollen Eindruck, denn es war mit einem riesigen Symbol verziert, dass einer schrecklichen Grimasse ähnelte.

      Die Zeit verging und die Dame verschwand irgendwann. Kurze Zeit später brach dann endlich auch die Nacht herein und seine Mission konnte endlich beginnen...

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      Infinite Zero prüfte noch einmal, ob die Straßen wirklich leer waren und als er sich dessen sicher war, bewegte er sich auf den Glockenturm der Stadt zu. Dort angelangt kraxelte er mit seinen jungen und undefinierten Muskeln, die aber trotzdem ihren Zweck erfüllten, den Turm hinauf bis zur Spitze. Oben angekommen befreite er seinen linken Arm aus dem Mantel wobei er gewollt sein D-Pad aktivierte. Das holografische Feld erschien vor jenem, woraufhin Infinite Zero einen Knopf an der Unterseite der kleinen Maschine drückte, woraufhin eine einzelne Karte aus seinem Deck herausgedrückt wurde. Er nahm sie auf und schob sie anschließend in eine der Zonen seines Spielfeldes. Es handelte sich um eine Fallenkarte, auf der ein riesiger, weißer Drache abgebildet war und dabei auf einem grünlich leuchtenden Strahl geleitet wurde. Doch der Name der Karte war viel wichtiger: „Starlight Road“.

      Eine Straße, bestehend aus purem Licht, entstand, welche zwar eine gewisse Durchlässigkeit besaß, aber auf unerklärlicher weise realistischer war, als der schein annahm. Diese baute sich immer weiter und weiter auf, sodass sie über einen großen Teil der Stadt führte. Doch wo sie endete, war unbegreiflich: sie ankerte am Ende des größten Wolkenkratzers, der in seiner Eigenschaft als Landschaftsverunstalter die meisten Blumentöpfe holte.

      Diese beschritt der junge Mann rasch. Nicht aus Angst, das sie einbrechen würde, sondern aus Sorge vor ungewollten Zuschauern, die somit in seine Mission geraten könnten. Denn schon einmal hatte er seine Regel nun gebrochen. Er brauchte dies nicht ein zweites mal erzwingen.

      Nachdem er das Dach erreicht hatte, riss er sofort die Tür zur Treppe auf, welche glücklicherweise nicht abgeschlossen war, betrat diese und rannte sie hinunter, sodass er sich eine Etage tiefer befand. Viel weiter wäre er auch nicht gekommen. Denn die Treppe war nur für die obersten fünf Stockwerke erreichbar und nicht für alle 30 des riesigen Komplexes, bestehend aus Büro- und Server-Räumen. Doch ihn interessierte nur eine Etage. Eine Person. Ein Ziel. Sein Ziel.

      Nachdem er durch einen breiten Flur gegangen war, riss er die größte Tür im Raum auf, sodass sich ihm der Blick in eine gewaltige Halle eröffnete. Infinite Zero betrat diese und schlurfte langsam in Richtung eines riesigen Schreibtisches. Dabei betrachtete er die „Halle“ genauer. Die Wände waren verziert mit verschiedenen Kulturschätzen, etwa Gemälden oder ausgestopften Tierköpfen, und ein mächtiger, ausgestopfter Grizzlybär stand in einer Ecke des vermeintlichen Büros.

      Am Schreibtisch selbst stand ein riesiger Stuhl, welcher anders als gewöhnlich, nicht zum Tisch gedreht war, sondern zum riesigen Fenster und somit einen Blick nach draußen bot. Dieser Ausblick war aus normaler Sicht nichts besonderes, da er einen nur die kleinen Geschäfte zeigte, die 30 Stockwerke tiefer hart aber ehrlich arbeiteten. Doch aus der Sicht eines Chefs, welcher diesen Stuhl normalerweise nutzte, konnte es nur ein Gefühl von Macht auslösen. Der Blick aus großer Entfernung, der die Besitzer der vielen, kleinen Geschäfte als winzige Ameisen erscheinen ließen, welche eh in nächster Zeit dem großen Fuß der Großkonzerne zu spüren bekommen sollten, konnten einem ein Gefühl von Stärke verleihen.

      Neben dem Schreibtisch stand außerdem ein riesiges Regal, welches mit verschiedenen Büchern über Wirtschaft gefüllt war, und somit dem Besitzer dazu dienen sollte, immer mehr und mehr vom schon schmutzigen Geld auf möglichst einfachen weg zu erhalten.

      Kaum hatte Infinite Zero die Mitte des Raums erreicht, drehte sich der Bürostuhl in Zeros Richtung, woraufhin sich ihm ein Mann im schwarzen, seidenen Anzug präsentierte. Er hatte blondes Haar und grinste mit einem vergoldeten Zahn in die Richtung seines neuen Besuchers.

      „Endlich zeigst du dich“, schwoll er nur so daher.

      „Wieso?“, fragte Infinite Zero, der die Welt nicht mehr verstand. „Woher wusstest du, dass ich kommen würde?“

      „Du bist wahrhaft nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik, Stimmt's?!“, rieb ihn der Mann mit dem Goldzahn seine Unwissenheit unter die Nase. „Bist wohl genauso verstaubt, wie die armen Trottel, die deinen Weg bisher gekreuzt und versagt haben... Ich habe dich natürlich sofort orten lassen, nachdem dich das D-Net als anwesend geortet hat. Somit brauchte ich nur noch auf dich warten...“

      Infinite Zero verstand nichts davon, weshalb er auch nur stumm in der Gegend herumstand.

      Doch sein Gegenüber hatte Erbarmen mit ihm, weshalb er das Thema wechselte. Aber nicht ohne einen weiteren Seitenhieb: „Da schweigt er , wie ein seniler, wehrloser Mann. Ich vermute mal, obwohl du in mein Reich eingebrochen bist, hast du keine Ahnung, wer ich bin. Deshalb erlaube mir, mich kurz vorzustellen: mein Name ist Giovanni Medulci. Und diese riesige Corporation gehört mir, genau wie alle anderen auf der Welt.“

      „Sind diese alle dein Werk oder hattest du Hilfe von Ihm?“, fragte der als alter Mann betitelte. Währenddessen erhob sich Giovanni von seinem Stuhl, drehte sich ein weiteres mal zum Fenster und schaute erneut aus diesem hinunter auf die winzigen Geschäfte, die er wohl demnächst auslöschen würde, um neue Parkplätze daraus zu machen.

      „Natürlich hatte ich von ihm Hilfe. Er hat ja nicht nur für all das hier gesorgt, nein, er hat mir sogar die Möglichkeit gegeben, diesen ganzen Unsinn zu vermarkten und damit alles geebnet, damit ich da bin, wo ich jetzt bin. Und das alles wurde nur möglich, da du dich ihm widersetzt hast. Ich danke dir also. Schon fast Schade, was ich jetzt machen muss...“

      Giovanni hob seinen linken Arm, an dem sein D-Pad befestigt war, auf Brusthöhe, aktivierte dieses mit Schwung, zog die obersten zwei Karten und legte selbige offen auf das holografische Feld. Eine in die linke und eine in die rechte Ecke.

      Als Infinite Zero dies mitbekam, begann er damit, auf Giovanni zuzulaufen. Doch es war zu spät. Innerhalb eines Sekundenbruchteils zersprang das Fenster und Giovanni schritt auf das nun offene Loch zu. Dabei wirbelte Staub auf, welcher von den zerstörten Fensterbefestigungen, darunter der Fensterbank oder den hölzernen Fensterrahmen kam und Giovanni verschwand kurzerhand darin.

      Infinite Zero näherte sich weiter dem ehemaligen Fenster, doch kurz davor leuchtete ein heller Strahl im Rauch auf, welcher Infinite Zeros Alarmglocken schrillen ließ. Mit einem mächtigen Hechtsprung flüchtete er an die Wand, während aus dem Staub ein gelblicher Laserstrahl geschossen kam. Dieser verfehlte ihn zwar, doch bohrte es ein weiteres Loch in seinen schon zerfetzten Mantel.

      Unterdessen schien der Staub vom Zentrum des Lasers aufgesogen zu werden. Als sich das Sichtfeld dadurch besserte, konnte er nun endlich sehen, was auf ihn geschossen hatte, auch wenn er es innerlich schon geahnt hatte. Und er hätte sich gewünscht, er hätte sich geirrt...

      Es handelte sich um eine Art einen Meter große Drohne, welche eine ovale Form besaß. Doch erweckten die spitz zulaufenden Enden, sowie die 3 metallenen Insektenbeinpaare einen Eindruck, es handele sich bei der Maschine um einen Krabbelkäfer.
      Dank einer metallenen Fläche, die zusätzlich am „Bauch“ montiert war, konnte es in der Luft schweben, ohne Flügel zu besitzen. Der Hauptbereich, welcher den gesamten Rücken des Untiers darstellte, leuchtete dabei in einem hellen gelb auf. Es schien, als wäre es die offene Platine, welche so leuchtete. Außerdem war an dessen vordere Spitze ein Kristall eingelassen, welcher scheinbar seine Farbe wechseln konnte. Doch dieses Mal leuchtete er rot auf.

      Kaum hatte sich Infinite Zero aufgerafft, schon flog ein zweiter Laserstrahl auf ihn zu. Doch da er dies schon vorhergesehen hatte, konnte er nun geschwinder und eleganter ausweichen.

      Nun, da er den ersten Überraschungsangriff überstanden hatte, war ihm klar, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis er die Maschine besiegen würde, aber natürlich musste wieder etwas dazwischen kommen...

      Das Quietschen einer schweren Tür war zu hören. Zwar nur leise, doch für Infinite Zero und seinem scharfen Gehör dennoch wahrzunehmen.
      Leider auch für die Drohne, auf deren Rücken bei der Registrierung einer flüsternen, weiblichen Stimme einige Funken sprühten, woraufhin die Maschine sich schnurstracks auf den Weg zur Quelle der Störung machte.

      „So nicht, mein Freund“, sagte Infinite angestrengt, während er dem Ding folgte.

      Unterdessen wurde die Flüsterstimme immer lauter, weshalb er nun auch verstand, warum das Ziel gewechselt wurde: „Infinite Zero? Bist du hier? Zero?...“

      Kaum waren er und die Maschine aus der riesigen Halle raus und somit wieder im „Flur“, erkannte Infinite auch die Person, die nach ihm suchte.

      Es handelte sich um das Mädchen aus der letzten Stadt, welche ihrerseits einen frohen Eindruck machte, als sie Infinite Zero erblickte und dabei vollkommen ausblendete, das ein riesiger Roboterkäfer auf sie zugestürmt kam.

      Unterdessen lud jener einen weiteren Energiestrahl auf. Doch dies konnte Infinite Zero nun nicht mehr zulassen. Er griff nach der obersten Karte seines Decks, doch anstatt sie auszuspielen, warf er sie in Richtung des Monsters.

      Wie ein Wurfstern durchschnitt sie die Luft, traf die offen liegende Platine am Rücken der feindlichen Maschine und blieb darin stecken. Der verursachte Schaden war so groß, dass das metallene Insekt nicht mehr dazu in der Lage war, einen Energiestrahl abzufeuern. Stattdessen färbte sich das gelbe Licht in seinem Zentrum rot, die Maschine stieß dichten, schwarzen Rauch aus und die überladene Elektronik gab ein schrilles Surren von sich, das eine so hohe Frequenz annahm, dass es in den Ohren schmerzte.
      Schließlich explodierte das Ding in einer dichten Wolke aus Rauch und Flammen, die die Sprinkleranlage des Stockwerks auslöste.

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      Wieder einmal war Julie von Infinite Zero verblüfft. Denn kaum traf man auf ihn, schon begann das Abenteuer.

      Er ging auf sie zu und sie natürlich auf ihn, in der Hoffnung, sie würde von ihm herzlich in die Arme geschlossen. Doch bevor sie sich in der Mitte treffen konnten wich Infinite Zero ihr geschickt aus, um die verbliebenen Bruchstücken der Maschine zu inspizieren. Julie hingegen wurde starr und verharrte in ihrer Position, während der stete Regen der Sprinkleranlage dafür sorgte, dass sie vollkommen durchnässt wurde. Entäuschung machte sich in ihr Breit, sowie auch teils eine Menge Wut. Niemand wurde gerne im Regen stehen gelassen. Auch Julie nicht.

      Unterdessen zog Infinite Zero die Karte, die er zuvor warf, aus den Resten hervor und steckte diese in sein Deck zurück. Sie war vollkommen unbeschädigt und wurde deshalb von dem D-Pad erkannt und reingemischt. Doch einen Kommentar konnte sich Infinite Zero nicht verkneifen: „Du hast verdammtes Glück, das Karten seit der Apokalypse stabiler sind. Du weißt hoffentlich, dass du hättest Tod sein können?“

      Julie drehte sich zu ihm um und antwortete ihm: „Aber natürlich wusste ich das. Nur brauch ich mir darum keine Sorgen machen, wenn du in meiner Nähe bist...“

      Infinite Zero konnte es nicht mehr hören: „Jetzt fängst du damit schon wieder an... Und wie konntest du mich überhaupt finden... und wieso wissen scheinbar alle, wo ich mich aufhalte?“

      Julie zog ihre linke Augenbraue hoch. „Weißt du etwa nicht, wo wir uns gerade befinden? Das ist das Hauptsitz der Medulci-Corporation. Die haben schließlich das D-Net entwickelt, mit dem man jeden Duellstraftäter ungefähr orten kann. Und da du ja als solcher Weltbekannt bist, ist es nur verständlich, das jeder weiß, wo du dich ungefähr befindest. Für den Rest brauch man nur zum Himmel schauen und nach dem Ort mit der meisten Action Ausschau halten. Und naja, das riesige Fluggerät, welches vorhin hier war, war ja Beweis genug...“

      Infinite Zero schaute dumm drein, was zusammen mit seinem von der Sprinkleranlage durchnässten Haaren und Kleidern den Eindruck eines nassen Pudels vermittelte. Das war also der Grund, warum alle schon vorher wussten, wo er sich aufhielt. Und er machte sich so viel Arbeit, im Geheimen zu agieren...

      Doch besonders die letzten Worte von Julie erregten seine Aufmerksamkeit: „Moment... da war noch eine Maschine? Wohin ist sie geflogen?“

      „Ich weiß nicht genau... Kaum war sie aufgetaucht, schon war sie wieder weg..."

      Die Sprinkleranlage gab ein kleines "Ping" von , als die Plastikabdeckung abflog und der Sprühregen mehr zum Wasserfall wurde. Nun klebten die Haare der beiden, die durch das viele Wasser schwerer wurden, noch stärker im Gesicht, weshalb Julie einen guten Einwand machte: „Lass uns hier erstmal verschwinden, bevor wir noch Unterwasser stehen.“

      Infinite Zero sah ein, das Julie recht hatte und beide machten sich auf dem Weg nach draußen, wobei beide einen anderen Weg gehen wollten. Julie wollte zurück aus der Richtung, asu der sie kam und Infinite Zero wieder zur Treppe, die zum Dach führte.

      „Wo willst du hin?“, fragte Julie, und zeigte dabei in die Richtung, aus der sie kam, „Zum Ausgang geht es hier lang.“

      „Aber es gibt keine Treppen, die bis nach unten führen“, warf Infinite Zero ein, „Deswegen müssen wir über das Dach verschwinden...“

      Verdutzt zeigte Julie in die Richtung, in die sie zuvor schon gehen wollte. „Wozu Treppen? Es gibt einen Fahrstuhl bis zum Erdgeschoss. Es ist sogar einer von den Neueren, die auch im Brandfall funktionieren.“

      „Fahr-Stuhl?“, kam es entgeistert von ihm zurück...

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      Während sie da so im „Fahr-Stuhl“ standen, begutachtete Infinite Zero alles mit solch einer Neugier, wie es ein kleines Kind tun würde, das etwas Neues erblickte.

      Julie schämte sich währenddessen dafür.

      Er ist mein Retter und ein grandioser Mann. Und das was er gerade tut hat nichts damit zu tun, wie er in Wirklichkeit ist. Um genau zu sein, tut er dies gerade nicht... Genau, er bestaunt nicht diesen Fahrstuhl, weil er ihn nicht kennt, nein, er wird ihn wohl so betrachten, weil er irgendwelche Wanzen oder so vermutet. Ja, so muss es sein...

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      Nachdem sie das Erdgeschoss erreicht und den Fahrstuhl verlassen hatten, wobei Infinite Zero jenem einen sehnsüchtigen Blick nach warf, machten sie sich möglichst schnell aus dem Staub. Da die Sprinkleranlagen im 30. Stock angegangen waren, würde die Feuerwehr wohl in wenigen Minuten hier sein. Und beide wussten, dass es nicht sehr gut wäre, wenn sie sich dann immer noch hier befänden.

      Sie huschten zur nächsten Seitengasse und verschwanden aus der näheren Umgebung. Auch wenn Julie es nicht merkte, schien Infinite Zero einen Ort zu kennen, wo sie ungestört sein konnten...

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      Beide befanden sich wieder bei dem Glockenturm, an dem Infinite Zero seine Mission startete. Beide setzten sich auf die eisig kalten Stufen einer nahe liegenden Treppe und Infinite Zero begann damit, weitere Fragen an sie zu stellen:

      „Woher wusstest du eigentlich so viel über diese Firma?“

      "Von meinem Vater", erwiderte Julie und erinnerte sich daran, wie die Medulci Corporation vor etwa drei Monaten plötzlich aus dem nichts zur Umsatzstärksten Firma der Welt wurde und ihr Vater eine Stelle bekam. "Er arbeitet da. Im Grunde ist er nur ein einfacher Angestellter, aber weil er immer zwischen den weltweiten Zweigstellen als Vermittler pendelt, ist es für mich besonders wichtig zu wissen, wann ich damit rechnen kann, das er mal zuhause ist...“

      Infinite Zero spürte förmlich, wie diese Wort Julie innerlich weh taten und wollte sie aufmuntern: „Hey, er mag zwar wenig zu Hause sein, aber wenn er mal da ist, unternehmt ihr doch sicher eine Menge zusammen, stimmt's?“

      Julie schenkte Infinites letzten Worten keinerlei Beachtung und beendete stattdessen mit verbitterter Stimme ihren eigenen Satz: "...damit ich mich von ihm fernhalten kann."

      Es entstand eine peinlich berührte Pause. Doch Infinite Zero fehlte einfach die Zeit dafür, hier rum zu sitzen und Trübsal zu blasen. Es standen schließlich Leben auf dem Spiel.

      „Wo willst du hin?“, fragte Julie, als Infinite Zero sich wieder erhob und auf dem Weg machen wollte.

      Ich werde den Kerl suchen, der mit dem Flugobjekt geflohen ist, das du gesehen hast. Denn das was du gesehen hast und das, womit ich im Gebäude gekämpft habe, waren beides Monster seines Decks. Sie heißen Qliphort Scout und Qliphort Stealth. Deshalb konntest du auch letzteres nach kurzer Zeit nicht sehen. Denn es hat die Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen.“

      „Aber wie willst du ihn finden, wenn er unsichtbar ist?“, fragte Julie irritiert.

      Ihm gefiel nicht, was sie sagte. Doch sie hatte Recht. Wie sollte er etwas finden, das unsichtbar ist?

      Auf einmal warf Julie eine kleine Hilfe in den Raum: „Moment. Du suchst doch die Person, die mit dir zuvor in dem Gebäude war, stimmt's? Wenn ja, dann hat er sein D-Pad verwendet. Und dann sollte man seine Daten orten können...“

      Reflexartig zog Julie ihr Smartphone, und tippte wie wild auf diesem rum. Infinite Zero staunte nur, und machte dabei ein Gesicht, das nicht zu interpretieren war, aber voller Fragezeichen.

      „Scheinbar weiß er auch nicht, was ein Smartphone ist“, dachte sich Julie. Infinite Zero schien wirklich so, als wäre er etwas unbeholfen mit dieser modernisierten Welt. Von wo er wohl kam, sodass er sich so wenig mit der modernen Technologie auskannte? Unterdessen freute sich Julie still: „Dann habe ich ja etwas, weswegen er mich braucht.“

      Kaum eine Minute später grinste Julie selbstgefällig, während sie Infinite Zero den Bildschirm ihres kleinen, neumodischen Spielzeugs zeigte. „Hier. Ich habe ihn orten können. Es ist zwar nicht ganz genau, doch innerhalb eines 100m Radius sollten wir ihn finden können.“

      Gierig wie ein Kleinkind geierte Infinite Zero nach dem Telefon, doch im letzten Moment zog Julie das Gerät weg, wobei sie wie eine fiese Mutter wirkte, die ihr Kind damit aufzog.

      „So nicht. Ich habe zwei Bedingungen: Erstens lässt du mich mit dir diesen Typen schnappen. Und zweitens will ich deinen echten Namen wissen. Es ist echt mühselig, dich Infinite Zero zu nennen. Ich meine, ich will für immer bei dir bleiben und du hast dich noch nichtmal richtig vorgestellt!"

      Er machte nun einen entnervten Gesichtsausdruck: „Ich kann dich nicht mitnehmen. Das ist viel zu gefährlich für dich. Und meinen wahren Namen darf niemand wissen. Das bringt nur Probleme.“

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      Nachdem sie eine lange Diskussion geführt hatten, womit die Wünsche beider nicht erfüllt wurden, machten sie sich auf die Suche nach Giovanni. Denn weder erfuhr Julie von Infinite Zero seinen wahren Namen, noch wurde er sie endlich los. Doch irgendwann musste Infinite Zero einsehen, das er nicht vorankam, wenn er sich unentwegt mit Julie zoffte, weshalb er sie einfach zu ignorieren versuchte Seine Mission hatte nämlich Vorrang. Glücklicherweise war Giovanni leichter zu finden, als beide erwartet hatten. Denn mit dem unsichtbaren Gerät flog er raus aus der Stadt und verschanzte sich dabei in einer kleinen Ruine in der Nähe eines Bauernhofs, wo weit und breit nur noch Ackerland war. Ein besseres Versteck konnte er sich nicht aussuchen, damit Julie und Infinite Zero ihn finden konnten. Denn innerhalb des 100m Radius befand sich nur dieses eine Gebäude, in dem er sich hätte verstecken können.

      Beide betraten die verfallene Ruine. Doch entgegen ihrer Erwartungen, war sie leer.

      „Wie kann das sein?!“, staunte Julie nicht schlecht, als sie merkte, das sie scheinbar ausgetrickst wurde. „Befindet er sich etwa immer noch in Stealth, und verschanzt sich über uns in der Luft?!“

      Infinite Zero antwortete ihr nicht. Scheinbar ignorierte er sogar seine Begleiterin. Stattdessen begutachtete er die maroden Wände.

      „Ah. Er klopft an den Wänden, um nach Hohlräumen zu suchen...“, erkannte Julie, und tat es ihm gleich. Doch leider benahm sie sich recht tollpatschig, und da die Wände der Ruine so brüchig waren, schlug sie versehentlich ein Loch hinein, woraufhin ein kopfgroßes Loch nach draußen frei wurde. Kaum drehte sich Infinite Zero zu Julie um, um sie grimmig anzugucken, und ihr einen Gesichtsausdruck zu zeigen der “du bist hier unangebracht” ausdrücken sollte, kam von der Wandbrecherin schon ein lang gezogenes „Ups“.

      Während Julie weiter die Wände betatschte, nun etwas vorsichtiger, ging Infinite Zero mehr in die Mitte des Gebäudes und hörte daraufhin ein sehr leichtes, dumpfes „Klonk“-Geräusch. Er kniete sich hin und klopfte mit seiner Faust auf den Boden. Scheinbar handelte es sich um eine versteckte Tür, die im Boden eingelassen war. Eine dicke Schicht von Stroh und Dreck befand sich auf dieser, doch schnell fand er ein Seitenende der Tür und kurz darauf einen Griff, mit dem er die Tür öffnen konnte.

      Diese war recht schwer, doch er konnte sie noch öffnen. Infinite Zero schaute die Öffnung hinab und auch Julie trat heran, um zu sehen, was unter der Scheune lag. Überrascht stellten sie fest, dass der Raum darunter, offenbar ein langer Tunnel, beleuchtet war. Und ohne sich abzusprechen wussten beide, dass der Weg zu Giovanni unweigerlich durch diesen Tunnel führte...

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      Am Ende des Tunnels befand sich ein einzelner, recht kleiner Raum. In diesem befand sich nicht viel, außer ein paar alte Waffen und Munition, die nicht mehr funktionierten, sowie ein paar Vorräte, an denen sich Giovanni bedienen wollte. Dieses Vorhaben gab er jedoch schnell wieder auf, da die Vorräte verdorben zu sein schienen. Aus dem Inhalt der Kammer ließ sich vermuten, dass es sich um einen alten Bombenbunker aus der Kriegszeit handeln musste. Die Scheune war also nur als Tarnung gedacht.

      Giovanni saß mitten im Raum auf einem alten Holzstuhl, dabei in Ruhe eines der Wirtschaftsbücher lesend, die auch im Bücherregal seines „Büros“ standen. Als Infinite Zero und Julie in den Raum kamen und einen Schatten über ihn warfen, schreckte Giovanni hektisch auf und drehte sich dabei zu den beiden hin.

      „W-Wie konntet ihr mich nur finden?“, gab er schlotternd von sich.

      „Ganz einfach: Durch deine eigene kleine Erfindung“, sprach Infinite Zero mit kräfitger Stimme. Nun zeigte er auf das Smartphone und machte sich dabei unbewusst zur Lachnummer. „Dank dieser kleinen Maschine, die du entwickelt hast, konnten wir dich problemlos aufspüren.“

      „Ehm“, räusperte sich Julie leise. „Er hat nicht das Handy erfunden. Es geht eher um das, was auf dem Handy drauf ist...“

      Erneut entstand eine peinlich berührte Stille, in der Infinite Zero wie angewurzelt da stand und Julie sich schämte, seine Begleiterin zu sein.

      Nun übernahm sie das Gespräch und drängte sich selbst in der Vordergrund: „Nun hat dein letztes Stündlein geschlagen, Bösewicht!“

      Und wieder wurde es kurz still, bis Giovanni im normalen Ton eine Frage an Infinite Zero stellte, der neben ihr stand, und dabei abfällig auf Julie mit dem Finger zeigte: „Wer ist die Kleine?“

      „Wer ich bin?!“, lautete deren gereizte Gegenfrage, „Dein schlimmster Albtraum! Und Infinite Zeros Freundin!!“

      Obwohl Giovanni wusste, das der Aufenthalt von Infinite Zero seinen Tod bedeuten konnte, konnte er sich in diesem Moment nicht mehr halten. Es wahr einfach zu klischeehaft, wie sich Julie als Heldin vorzeigte. Sie war einfach so naiv und schien nicht zu ahnen, in welche große Sache sie hier eigentlich reingetreten war. Zudem musste er einfach nur Mitleid mit Infinite Zero bekommen. Er hatte zwar schon Nervensägen gesehen, die es übertrieben, aber dieses Mädchen war nochmal einen Tick durchgeknallter. Und das sah scheinbar nicht nur Giovanni.

      Nachdem Zero die Worte „Freundin“ gehört hatte, wurde es ihm wohl zu bunt. Er drückte Julie zur Seite, erhob sein D-Pad, damit es auf Brusthöhe war, und ergriff entschlossen wieder das Wort: „Lassen wir den Unsinn und machen da weiter, wo wir aufgehört haben!“

      Sofort war die Stimmung wieder zum Zerreißen gespannt.

      „Ich biete dir an, gib gleich auf und gib mir das, wonach ich suche. Dann werde ich dich verschonen und du kannst dein Leben so weiterleben, wie bisher auch.“
      Erneut versuchte Infinite Zero den Kampf auf friedliche Weise zu lösen. Aber wieder nur mit mäßigem Erfolg...

      „Du denkst also wirklich, du würdest so leicht an den Splitter kommen? Träum' weiter! Ich habe schließlich geschworen, diesen Splitter zu beschützen, wenn er mir dafür den unendlichen Reichtum schenkt. Und diesen hat er mir mit dem Programmcode für das D-Net gesichert! Er würde mich töten, wenn ich ihn dir nun so einfach übergeben würde!“, Erklärte Giovanni. Gerade bei dem letzten Satz konnte man seinen Angstschweiß schon riechen. „Und das hier habe ich ja auch noch!"

      Giovanni zeigte auf das Deck in seinem D-Pad, während er daraufhin selbiges auch auf Brusthöhe platzierte.

      „Dann habe ich keine Wahl“, stellte Infinite Zero fest, woraufhin er die folgenden Worte unter großen Unwohlsein aussprach: „D-Pad aktivieren!“

      Kurz darauf ging von Infinite Zeros D-Pad eine dumpfe, mechanische Stimme aus: „Contract Confirmed“, und die beiden D-Pads schalteten in den Duellmodus um. Plötzlich wurde es dunkel im Raum, dichter Nebel zog auf und eine Kälte kroch Julies Rücken herunter, die ihr sämtliche Haare zu Berge stehen ließ.

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Aus dem kalten Steinboden, der im dichten Nebel kaum zu sehen war, erschien wieder die knöcherne Waage und auch diesmal füllten sich die beiden Waagschalen rasch mit einer Flüssigkeit, die man mit Blut verwechseln konnte. Als diese versiegte, kippte sie in die Richtung von Giovanni, der inzwischen auf fünf Karten aufgezogen hatte, ähnlich wie Infinite Zero.

      LP: Infinite Zero 4000/Giovanni Medulci 4000 Hand: 5/5 Front: 0/0 Back: 0/0

      „Damit beginne ich wohl“, prahlte dieser, als er sein Blatt betrachtete. Wenige Sekunden später fing er an, ungemein böse zu grinsen.

      Er zog eine Karte aus seinem Blatt und schmetterte diese in die rechte Ecke seines holografischen Feldes: „Als erstes lege ich mein Pendelmonster Qliphort Scout als permanente Zauberkarte in meine rechte Pendelzone.“

      Erneut erschien der metallene Flugkäfer, mit dem Infinite Zero schon einmal in dieser Nacht gerangelt hatte, auf dem Spielfeld und wurde dabei von einer Lichtsäule gefangen gehalten. Die Erinnerungen an dieses Monster lagen noch tief in Infinite Zeros Erinnerungen begraben, aber anders als zuvor nahm das Monster nun ziemlich viel Platz in dem kleinen Raum ein. Auch dieses Mal leuchtete der kleine Kristall an seiner Spitze rot auf.

      Qliphort Scout Stufe: 5 ATK: 1000/ DEF: 2800 PS: 9/9

      „Aber damit noch nicht genug: Den zum Preis von läppischen 800 Lebenspunkten kann ich meinem Blatt eine Qli-Karte von meinem Deck hinzufügen!"

      Ein dünner, durchsichtiger Schleier stieg aus Giovanni, ähnlich einer Seele, die ihren Körper verlässt und flog direkt vor Qliphort Scout, welcher wie vorhin den Staub dieses mal den Schleier aufsaugte. Kurz darauf leuchteten viele Funken auf, die auf der offenen Platine hin und her schossen. Nachdem dieser Vorgang abgeschlossen war, wurde eine Karte aus dem Kartenstapel von Giovanni gedrückt, welche er kurzerhand aufnahm. Diese zeigte er Infinite Zero, um zu beweisen, das es eine Qli-Karte war. Es war schlecht zu erkennen, aber der Namensteil Qli schien regelrecht zu leuchten und zeigte auf, das er ein legales Ziel genommen hatte.

      „Doch damit nicht genug“, fügte Giovanni hinzu, während er die nächste Karte in die andere Ecke seines D-Pads pfefferte. „Ich lege ein weiteres Pendelmonster in die verbliebene Pendelzone. Komm erscheine Performapal Trampolynx!“

      Ein kleiner, lilafarbener Kater erschien links vor Giovannis Füßen, welcher einen kleinen, schwarzen Hut trug, der scheinbar von einem irischen Kobold geklaut wurde. Außerdem war an dem Tier besonders, dass er auf seinem Rücken ein Trampolin besaß und dadurch recht lang in der Körpergröße ausfiel. Daher nahm es auch weiteren Platz im schon engen Versteck ein. Auch der Kater war in einer Säule gefangen und an der Fliege um seinen Hals erschien plötzlich ein ähnlicher Kristall, wie bei Qliphort Scout, nur stattdessen in blauer Farbe.

      Performapal Trampolynx Stufe: 2 ATK: 300/ DEF: 300 PS: 4/4

      Doch Giovanni fuhr fort und wer jetzt schon beim Anblick seiner Monster in dem beengten Raum Klaustrophobie bekam, der würde wohl bei dem, was folgte, Zusammenbrechen: „Und da ich meine Pendelzonen nun gefüllt habe, kann ich eine Pendelbeschwörung im Levelbereich von fünf bis acht machen! Erscheine, meine Monsterarmee!“

      Es öffnete sich ein riesiges Dimensionsloch an der Zimmerdecke, während Giovanni drei Karten aus seinem Blatt auf das holografische Feld warf. Unterdessen fing der kleine Schutzbunker an zu beben. Anstatt wie gewöhnlich aus dem Dimensionsloch zu erscheinen, brach selbiges stattdessen die Decke, um Raum für die neuen Monster zu schaffen. Plötzlich konnte der Nachtwind, der von der Oberfläche kam, den Inhalt des Raumes aufwirbeln. Doch das, was nun am Himmel zu sehen war, gefiel weder Infinite Zero noch Julie. Es waren drei riesig große Flugobjekte. Eines war das zuvor bekannt gewordene, größtenteils unsichtbare Flugzeug Qliphort Stealth. Auch jetzt waren seine Schwingen und der Rumpf unsichtbar und nur der Rechenkern, der Ähnlichkeiten zu dem von Scout hatte, war sichtbar.
      Neben diesem befand sich noch eine Art grün-roter, fliegender Pilz in der Luft, der mit gut zehn Metern Länge ein gigantisches Monster darstellte.
      Und als würde dies nicht genügen, folgte ein etwas kleineres, gelbliches Monstrum, welches wie bei einem DNA-Strang einen Aufbau ähnlich einer Doppelhelix, also zwei Spiralen, die einander folgten, aufwies.
      Alle drei hatten gemeinsam, das vor ihren Rechenkernen ein kleiner Kristall war, welcher diesmal weder blau noch rot aufleuchtete, sondern einfach farblos blieb.

      Qliphort Stealth Stufe: 8 ATK: 2800/ DEF: 1000

      Qliphort Cephalopod Stufe: 7 ATK: 2800/ DEF: 1000

      Qliphort Helix Stufe: 6 ATK: 2400/ DEF: 1000

      LP: Infinite Zero 4000/Giovanni 3200 Hand: 5/0 Front: 0/3 Back: 0/0 PB: 0-0/4-9

      Nachdem diese Monster das Feld betreten hatten, fingen die Prozessorkerne, die vorher noch rasant leuchteten, an zu verdunkeln, als würde ihnen der Saft ausgehen.

      Schnell klärte Giovanni alles auf: „Leider werden die Angriffspunkte meiner Monster zu 1800, sowie dessen Stufen zu 4, wenn sie auf diese Art beschworen werden.“

      Qliphort Stealth Stufe: 4(8) ATK: 1800(2800)/ DEF: 1000

      Qliphort Cephalopod Stufe: 4(7) ATK: 1800(2800)/ DEF: 1000

      Qliphort Helix Stufe: 4(6) ATK: 1800(2400)/ DEF: 1000

      Doch Giovanni genügte dieses große Feld noch nicht, er musste noch einen draufsetzen: „Und weil ich eine Pendelbeschwörung gemacht habe, darf ich durch den Effekt von Trampolynx eine der Karten aus meiner Pendelzone wieder auf die Hand nehmen. Und ich wähle Scout!“

      Plötzlich zerfiel die Säule um Scout, und es fiel direkt auf Trampolynx' Rücken, woraufhin die Maschine in ein kleines Licht schrumpfte und sich in die Karte auf dem D-Pad von Giovanni zurückzog. Selbige nahm er kurzerhand zurück auf die Hand.

      Aber nur für einen Moment, denn kurz darauf legte er die Karte wieder an ihren vorherigen Platz zurück: „Erneut spiele ich Scout aus und kann seinen Effekt ein zweites Mal benutzen!“

      Erneut materialisierte sich das im Vergleich zu seinen Geschwistern winzige Flugobjekt vor Giovanni und war wieder in einer Säule gefangen. Doch dies hinderte es nicht daran, einen weiteren Schleier, welche von dessen Besitzer stammte, aufzusaugen. Kurz darauf suchte dieser eine weitere Karte aus seinem Deck auf sein Blatt.

      LP: Infinite Zero 4000/Giovanni 2400 Hand: 5/1 Front: 0/3 Back: 0/0 PB: 0-0/4-9

      Doch das, was nun geschah, brachte Julie zum Staunen. Obwohl Infinite Zeros Gegenüber schon drei mächtige Monster besaß, entfernte er diese von seinem Feld und legte sie auf seinen Extradeckslot, welcher sich kurz zuvor an seinem D-Pad öffnete, und platzierte die neu gesuchte Karte direkt auf die mittlere Fläche selbiger.

      Alle drei Hologramme verschwanden daraufhin und verwandelten sich in kleine Lichtpartikel, welche von der Karte auf dem D-Pad eingesaugt wurden.

      Erneut begann der Boden heftig zu beben und kurz darauf begann sich der schon offene Teil des Bunkers aus der Erde zu erheben, wodurch Giovanni sich unbewusst immer weiter von seinem Gegner und dessen Begleiterin entfernte. Unnütze Steine des Gebäudes fielen herab und rutschten von dem riesigen Gebilde, welches dessen Platz einnahm. Es handelte sich um ein riesiges, kolossartiges Objekt, das trotz seiner vier riesig großen und gewiss Tonnenschweren Arme in der Luft schweben konnte. Inmitten dieser befand sich eine Art Turm, auf dessen unterster Plattform sich Giovanni wie auf einem Balkon hinstellen konnte. Überall aus den Ritzen des riesigen Flugobjektes drang buntes Licht hervor und erzeugte einen ähnlichen Lichteffekt wie die ersten Duelldisks aus der Anfangszeit der Duellgeschichte.

      Apoqliphort Towers Stufe: 10 ATK: 3000/ DEF: 2600

      „Doch damit ist noch lange nicht Schluss“, gab Giovanni großkotzig von sich. „Denn einmal pro Spielzug zwingt dich der Effekt meines Monsters dazu, eine Monsterkarte abzuwerfen! Zwar darfst du sie wählen, aber trotzdem verlierst du immer noch einen Teil deines Besitzes...“

      Auf der Spitze des riesigen Turmes lud sich eine kleine Energiekugel auf, welche Blitze zu Boden sendete und dabei Infinite Zero traf. Julie merkte, dass er Schmerzen hatte und damit er den Schmerz loswerden konnte, musste er sich rasch von einer Handkarte trennen. Unter schweren leiden zog er eine der Karten aus seinem Blatt, und sendete sie zum Friedhof, woraufhin keine weiteren Blitze hinab zuckten. Infinite Zero sank zu Boden, und kniete geschwächt vor seinem Gegner, während seine Arme in der Luft hingen. Er schaute zu Boden und seine Haare fielen ihm in die Augen.

      Giovanni ließ daraufhin ein filmreifes, böses Lachen hören. „Hast du schon genug, Infinite Zero?!“

      „Von wegen“, sprach der, wobei er diabolisch grinste. „Denkst du wirklich, ich hätte nichts ausgewählt, was mir einen Vorteil erbringen würde? Ich aktiviere den Effekt von Cagna, Malebranche of the Burning Abyss. Mit dessen Hilfe kann ich einmal pro Spielzug eine Burning Abyss-Zauber- oder -Fallenkarte auf den Friedhof senden. Und ich entscheide mich für Good & Evil in the Burning Abyss!“

      Plötzlich tauchte ein riesiger Dämonenhund vor Infinite Zero auf, dessen hintere Körperhälfte irgendwie durchsichtig war. Dieser verwandelte sich in eine winzige Energiekugel und verschwand im D-Pad von Zero. Im nächsten Moment aber schoss eine Karte aus dem Deck heraus und landete, vom Wind getragen, im Friedhofsschlitz von Infinite Zero.

      „Und was soll dir das nun bringen?“, tönte Giovanni, der nicht genau verstand, was das sollte. „Willst du etwa dein eigenes Deck zerstören? Wohl um nicht durch mein Monster getötet zu werden?! Wählst wohl lieber den Selbstmord, als von einem Gott besiegt zu werden!“

      „Wart es nur ab“, antwortete Infinite. „Ich ziehe!“

      LP: Infinite Zero 4000/Giovanni 2400 Hand: 5/1 Front: 0/1 Back: 0/0 PB: 0-0/4-9

      „Mach ihn fertig!“, brüllte Julie wie eine Cheerleaderin, woraufhin Infinite Zero ein wenig zusammenzuckte, da seine Begleiterin direkt neben ihm stand und scheinbar versuchte, sein Trommelfell zum Platzen zu bringen.

      Auf die Reaktion Infinite Zeros hin musste Giovanni aber anfangen lautstark zu lachen: „Hahaha.... oh man, Infinite, da hast du dir ja eine Begleiterin angelacht. Quält sie dich einfach noch ein wenig in dem Duell, welches du schon so gut wie verloren hast.“

      „Das wollen wir mal sehen!“, antwortete Julie auf die Aussage von Giovanni, womit sie Zeros Trommelfell ein weiteres Mal an seine Belastungsgrenze brachte.

      „Wie soll er dieses Monster denn aufhalten“, quasselte Giovanni. „Diese Kreatur bleibt von Karteneffekte unberührt. Und falls er versuchen will, es im Kampf zu besiegen, dann sollte er sich merken, dass alle seine spezialbeschworenen Monster noch 500 ATK und DEF verlieren. Somit kann er dieses Monster gar nicht bezwingen!“

      Auch wenn es Julie nicht gefiel: Giovanni hatte im Grunde recht. Wie sollte man ein solches Monster schlagen? Sie schaute zurück zu Infinite Zero, welcher sich währenddessen wieder erhob. Auch jetzt hing ihm sein Haar im Gesicht, was ihn irgendwie traurig wirken ließ. Doch was war das? Grinste er etwa immer noch?

      Nun ließ Infinite Zero seinen Kopf nach oben schnellen: „Als erstes aktiviere ich den Effekt von Good & Evil in the Burning Abyss. Diese erlaubt es mir, wenn ich sie verbanne und eine Burning Abyss-Monsterkarte abwerfe, eine Burning Abyss-Karte von meinem Deck meinem Blatt hinzuzufügen. Und ich werfe Graff, Malebranche of the Burning Abyss ab.“

      Auf einmal leuchtete Über Infinite Zero eine vergrößerte Kopie der verbannten Zauberkarte auf. Auf ihr waren scheinbar zwei Gesichter abgebildet. Das eine ähnelte einem Dämonengesicht. Und das andere... das andere war für Julie nicht zu erkennen. Es schien, als wäre das Bild gestört oder unkenntlich gemacht. Es war richtig gespenstisch, warum gerade dieses Bild fehlte. War dies etwa absichtlich? Oder konnte sie das Bild aus einem anderen Grund nicht erkennen?

      Kurz darauf erschien für einen kurzen Moment ein weiterer Dämon. Nur ähnelte dieser einer Mischung aus einem Höllenhund und eines Gargoyles. Er Zerfiel aber schon wenige Sekunden später in winzige Kristalle und berieselte dabei das Deck von Infinite Zero. Selbiges nahm er noch altmodisch in die Hand und suchte sich die Karte heraus, die er haben wollte. Diese zeigte er kurz, sodass Julie sehen konnte, dass es ein Burning Abyss- Monster war.

      Doch bevor er das Deck zurücksteckte, erschien vor Infinite Zero erneut der eben abgeworfene Halb-Gargoyle: „Wenn ich Graff auf den Friedhof lege, kann ich ein Burning Abyss-Monster von meinem Deck spezialbeschwören. Und ich entscheide mich für den hier...“

      Er nahm eine weitere Karte aus dem Stapel heraus, bevor er sie wie ein Kartenspieler zurück in den Deckslot verfrachtete, wo es dann automatisch gemischt wurde und legte sie auf seine holografische Fläche.

      Plötzlich erschien eine weitere Dämonengestalt vor Infinite Zero, bloß dieses Mal in einer festeren Gestalt als zuvor Graff. Diese wirkte nun mehr wie ein gewöhnlicher Dämon, nur waren seine Augen mit einem weißen Material bedeckt, dass demjenigen ähnelte, aus dem seine gebogenen Widderhörner bestand.

      Alich, Malebranche of the Burning Abyss Stufe: 3 ATK: 700(1200)/ DEF: 0

      „Und da ich keine Zauber- oder Fallenkarten kontrolliere, kann ich das eben gesuchte Monster von meiner Hand spezialbeschwören. Erscheine, mein Tuner-Monster Rubic!“

      Aus dem dichten Nebel vor ihren Füßen Erschien plötzlich ein weiterer Dämon. Doch dieser ähnelte viel eher einem Hexenmeister, als einem der vorherigen Dämonen.

      Rubic, Malebranche of the Burning Abyss Stufe: 3 ATK: 0(100)/ DEF: 1600(2100)

      „Und da es sich um ein Tuner-Monster handelt, kannst du dir denken, was das heißt... ich stimme meinen Rubic auf meinen Alich ein!“

      Aus dem dichten Nebel vor ihren Füßen Erschien plötzlich ein weiterer Dämon. Doch dieser ähnelte viel eher einem Hexenmeister, als einem der vorherigen Dämonen.

      Rubic, Malebranche of the Burning Abyss Stufe: 3 ATK: 0(100)/ DEF: 1600(2100)

      „Und da es sich um ein Tuner-Monster handelt, kannst du dir denken, was das heißt... ich stimme meinen Rubic auf meinen Alich ein!“

      Rubic erhob seinen Zauberstab und wurde halbwegs durchsichtig, während sein Körper sich in 3 Ringe verwandelte. Kurz darauf setzte sich der nichts-sehende Dämon Alich in Bewegung und durchquerte diese Ringe, wobei sein Körper kurzzeitig drei leuchtende Kugeln zeigte. Währenddessen legte sich der Halbimmaterielle Rubic auf die Körperkonturen Alichs, woraufhin dieser kurzzeitig extrem grell leuchtete. Als man die Szenerie wieder sehen konnte, befand sich dort, wo sich zuvor die beiden Dämonen befanden, ein unheimlich wirkender Fremder mit einem riesigen Entdeckerhut, auch wenn dieser eher einem Sombrero nahe kam. Er trug neben eher altmodischen, dafür recht bunten Kleidern einen gewaltigen Gegenstand in der Hand und Julie war gespannt, welche Art von Waffe dies war.

      Ist es wohl ein Raketenwerfer oder ein Schwert? Oder eher ein Zauberstab?

      Plötzlich zog das Wesen seinen Sombrero etwas nach oben, sodass das Gesicht zu sehen war: es handelte sich um einen jungen Mann mit rotem Haar. Obwohl Julie normalerweise nicht darauf abfuhr, war sie plötzlich richtig vernarrt in dieses Gesicht. Im nächsten Augenblick schaute es zu Julie, blinzelte kurz mit dem rechten Auge, und grinste dabei über beide Ohren. Er hob seine rechte Hand von dem Gegenstand, womit diese nur noch vom linken an einer Art Griff hing und begann... in die Saiten zu hauen.

      Jetzt erkannte es Julie. Der Gegenstand war keine Waffe... nein, es war ein Instrument. Eine Gitarre, nein eine Laute, nein, irgendwas dazwischen...

      Virgil, Rock Star of the Burning Abyss Stufe: 6 ATK: 2000(2500)/ DEF: 500(1000)

      Beherzt begann der junge Mann auf seinem Instrument zu spielen woraufhin Giovanni lauthals begann, sich kaputtzulachen: „Buahaha.... das soll deine Geheimwaffe sein?! Ein Hofnarr?!“

      „Unterschätze ihn mal lieber nicht“, gab Infinite Zero überaus stolz von sich. „Er kann viel mehr, als du denkst! Denn einmal pro Spielzug kann ich eine Burning Abyss-Karte, zum Beispiel meinen Libic, abwerfen, um eine Karte von dir zu wählen und sie ins Deck zurück zu schicken!"

      Infinite Zero nahm eine Karte aus seinem Blatt, und schob sie in seinen Friedhofsschlitz.

      „Na und“, antwortete Giovanni gelangweilt. „Was soll das bringen? Towers bleibt von allen Karteneffekten unberührt, schon vergessen?“

      „Habe ich gesagt, dass ich diese Karte zurückschicken will?“, antwortete Infinite Zero gelassen. „Ich schicke deinen Qliphort Scout zurück in dein Deck.“

      Nun begann Virgil richtig in die Saiten seiner Gitarre zu hauen, wodurch eine so starke Druckwelle erzeugt wurde, dass sie das Monster wegschleuderte. Dabei verwandelte es sich wieder in einen kleines Licht, welches zurück ins Deck wanderte, gefolgt von dessen materieller Kopie auf dem holografischen Feld.

      LP: Infinite Zero 4000/Giovanni 2400 Hand: 3/1 Front: 1/1 Back: 0/0 PB: 0-0/4-4

      „Das wird aber nicht ausreichen, um mich zu stoppen“, brachte Giovanni gehässig von sich, auch wenn man ihm anmerkte, dass es ihm nicht gefiel, dass man Scout wegschickte. „So wirst du an meinem Gott nicht vorbeikommen“.

      „Wart es nur ab“, sprach Infinite Zero, dabei aber kein wenig eingebildet klingend. „Mein Zug ist noch nicht beendet...“

      Infinite zog eine Karte aus seinem inzwischen stark dezimierten Blatt und schob selbige in einen passenden Slot seines D-Pads: „Als nächstes beschwöre ich als Normalbeschwörung Cir, Malebranche of the Burning Abyss.“

      Ein weiteres Monster aus der Unterwelt erhob sich auf Infinite Zeros Feld. Diesmal war es ein Minotaurus-artiges Monster, das ebenfalls eine starke Ähnlichkeit zu seinen Artgenossen hatte.

      Cir, Malebranche of the Burning Abyss Stufe: 3 ATK: 1100(1600)/ DEF: 700(1200)

      Doch was Infinite Zero jetzt tat, konnte Julie nicht so recht begreifen:
      „Nun wechsle ich in die Battlephase, und greife mit Virgil deinen so genannten Gott an!“

      Der junge Mann mit der Gitarre schlug ein weiteres Mal heftig in die Saiten, um eine weitere Druckwelle abzufeuern, die dieses Mal auf Towers losging. Dessen Besitzer lachte sich aber nur darüber kaputt: „Willst du jetzt wirklich auf diese Art verlieren?! Indem du mit einem Clown meinen Gott angreifst?!“

      „Wer hat hier was von verlieren gesagt!“, sagte Infinite Zero, als er eine der letzten Karten seines Blattes zwischen Mittel- und Zeigefinger drehte, sodass Giovanni einen blick auf diese werfen kann. „Ich aktiviere den Effekt von Honest! Dadurch werden die ATK meines Virgils um die selbe ATK erhöht wie deine Festung. Und das wären genau 3000 ATK.“

      „A-Aber“, begann Giovanni wieder zu stottern, „die Burning Abyss-Monster sind doch alle vom Attribut Finsternis?! Honest funktioniert aber nur mit Licht-Monstern!“

      „Tja, dann schau dir Virgil lieber nochmal genauer an“, sagte Infinite Zero, wobei er provozierend auf seine Karte schaute. Auch Julie schaute sich die Karte nochmal genauer an. „Er ist ein Licht-Monster!“

      Über der sich bewegenden Schallwelle erschien urplötzlich eine Art Engel und streute dabei etwas von seinem „Glanz“ über den Angriff, woraufhin dieser rapide an Stärke zulegte.

      Virgil, Rock Star of the Burning Abyss Stufe: 6 ATK: 5000(2500)/ DEF: 500(1000)

      Dieser Angriff traf schlussendlich das haushohe Ungetüm und sorgte dafür, dass selbiges zerfiel. Die riesigen Arme zerbarsten, die zuvor in regenbogenfarben glänzenden Öffnungen erloschen und die Spitze brach wie ein Ast bei einem Gewitter. Unterdessen fiel der Besitzer der zerfallenden Maschinerie zu Boden und wurde kurzzeitig unter den holografischen Trümmern begraben, bis sich selbige auflösten.

      LP: Infinite Zero 4000/Giovanni 400 Hand: 1/1 Front: 2/0 Back: 0/0 PB: 0-0/4-4

      „Und da dein Monster nun Geschichte ist“, fügte Infinite Zero noch hinzu, „gehen die ATK meiner Monster wieder auf ihrem Ursprungswert! So auch die von Cir, der immer noch angreifen darf!“

      Cir, Malebranche of the Burning Abyss Stufe: 3 ATK: 1600/ DEF: 1200

      Virgil, Rock Star of the Burning Abyss Stufe: 6 ATK: 5000(2500)/ DEF: 1000

      „Nein. Moment, Nein! Hör auf, bitte!!“, begann Giovanni um sein Leben zu flehen. „I-ich kann dir auch Geld geben, damit du mich am Leben lässt, nur töte mich nicht!“

      „Tut mir leid“, antwortete Infinite Zero, dabei von dem am Boden liegenden Menschen wegsehend. Er ließ es sich zwar nicht anmerken, aber Julie merkte, wie schwer ihm doch seine Tat leid tut. „Ich kann mit deinem Geld nichts anfangen. Ich habe dir am Anfang eine Alternative vorgeschlagen. Und nun kann ich es nicht mehr ändern...“

      Cir näherte sich schlussendlich Giovanni und riss ihm die letzten Lebenspunkte vom Leib, bzw. von seinem D-Pad.

      LP: Infinite Zero 4000/Giovanni 0 Hand: 1/1 Front: 2/0 Back: 0/0 PB: 0-0/4-4

      Wie die Male zuvor gab sein D-Pad die immer gleiche Bandansage von sich. Und jedes Mal schien es ihm mehr weh zu tun, diese Worte zu hören: „Duel Finished! Contract Cleared! Contract Payment will be received!“

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Nachdem das Duell beendet war und Infinite Zero wusste, dass Giovanni nun seine letzten Atemzüge machen würde, näherte er sich ihm noch einmal. Julie folgte ihm stillschweigend.

      Infinite Zero bückte sich vor zu seinem noch vor wenigen Minuten ernst zu nehmenden Gegner, um ihm erneut ein paar Fragen zu stellen: „Meinst du, das Geld das alles hier Wert war? Du hättest dich ihm nie anschließen dürfen. Und zu diesem Deck....“

      Infinite Zero nahm das Deck in die Hand. Es war ein Wunder, denn normalerweise würde es zerfallen, wenn es sich in der Hand eines anderen Menschen befände. Er beendete seinen Satz plötzlich: „... ich kannte es schon. Es war immer sein Spielzeug, bevor er sich ein anderes ausgesucht hat. Er hat also einfach nur an dir seinen Müll entsorgt.“

      Giovanni begann scheinbar vieles zu bereuen: „So ist das also. Deswegen hat er mir all das gegeben. Nicht, weil er mich für würdig hielt. Ich habe ihm also nie etwas bedeutet, ich war nur eine seiner Marionetten, seiner Spielzeuge. Und das Geld, die Firma, all das bringt mir nun nichts mehr. Bestimmt erwählt er inzwischen einen neuen Geschäftsführer für das Imperium, das ich aufgebaut habe.“

      „So ist es“, antwortete Infinite Zero.

      Das waren die letzten Worte, die Giovanni hörte, bevor auch er schlussendlich zu Sand zerfiel. Abschließend ehrte Infinite Zero den gefallenen Verlierer mit einer sozial gemeinten Geste: Er schloss seine Augen und wurde unvorstellbar still, wobei er sich mit zwei Fingern an seine Stirn fasste, als versuche er etwas herbeizurufen. Dies hielt er wenige Sekunden inne, bis sich seine Haltung wieder lockerte.

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      „Warum hast du ihn nicht für all seine Bemerkungen fertig gemacht“, fragte Julie, wenige Sekunden, nachdem das Spektakel beendet war. Indes wühlte Infinite Zero im Staub nach etwas. „Er hat sich schließlich wie Dreck benommen.“

      Unterdessen fand Infinite Zero das was er suchte und steckte es sich ein, aber so, das seine Begleiterin nicht mitbekam, was es war. Denn sonst hätte er noch eine weitere Frage, die er ihr nicht beantworten konnte und wollte.

      „Nein“, antwortete Infinite Zero harsch. „Er war ein Mensch, egal, wie durchtrieben und hinterlistig er auch war. Jemand, der am Boden liegt, muss nicht weiter getreten werden. Das hätte niemand verdient.“

      Plötzlich musste sich Julie an ihr letztes Duell erinnern. Mit dem Entführer, der sich auch wie ein Monster benommen hatte. Hätte sie ihn wirklich ehren sollen? Obwohl er sich wie ein Monster statt wie ein Mensch benommen hatte? Hätte sie Nachsicht zeigen sollen? Unmöglich. Sie hat doch genau das Richtige getan. Schließlich musste sie ihre Freundin schnellstmöglich aus den Klauen von diesen Untieren befreien... Oder hatte Infinite Zero recht?

      Unterdessen machte sich Infinite Zero auf dem Rückweg, zurück in die Stadt. Julie, die noch in Gedanken versunken war, wachte schnurstracks wieder auf: „Hey, wo willst du hin? Wir hatten eine Abmachung. Du nimmst mich als deine Begleitung an und verrätst mir endlich deinen wahren Namen.“

      Plötzlich blieb Infinite Zero stehen: „Tja.... ich habe gelogen. Ich werde dich weder als meine Begleiterin anerkennen, noch dir meinen wahren Namen sagen. Also verschwinde wieder da hin, wo du hergekommen bist.“

      „A-Aber“, begann Julie fassungslos von sich zu geben, „Du hast ja noch gar nicht gesehen, was ich alles drauf habe. Und wie willst du überhaupt alleine zurecht kommen? Du weißt ja noch nichtmal, was ein Fahrstuhl ist! Aus welchem Kuhkaff kommst du denn?! Du kannst nicht auf meine Hilfe verzichten. Sieh' es doch endlich ein!“

      „Nein bleibt nein“, antwortete Infinite Zero stur. „Das ist viel zu gefährlich. Und zudem habe ich es bis jetzt auch immer ohne dich geschafft.“

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

      Dieses Gezanke ging noch den gesamten Rückweg über so weiter, weshalb die Streithähne nicht merkten, wie sie von jemandem beobachtet wurden. Es war wieder das mysteriöse Phantom, welches dieses mal auf einer nahe gelegenen Scheune stand. Und auch dieses Mal führte es Selbstgespräche: „Hat die Königin also wieder zu ihren Bauern gefunden... es läuft also alles, wie ich es geplant habe... jetzt muss ich nur noch den letzten Knall ausführen, um alles ins Rollen zu bringen...“

      Wieder verwandelte sich das Phantom in eine Staubwolke, die sich vom Wind in die Stadt tragen ließ, um Vorbereitungen für das „Event“ zu treffen...


      Preview zu Chapter 4: In the Blue Hell

      Nachdem Julie und Infinite Zero endlich zurück in die Stadt kamen, machte Infinite Zero den Vorschlag, eine ihm bekannte Taverne zu besuchen. Doch warum will er diese besuchen? Und noch viel wichtiger: woher kennt er diese?!



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