Fate/commonplace

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      Fate/commonplace

      Hallo und herzlich Willkommen zu meiner ersten FanFic! Diese veröffentliche ich exklusiv auf eTCG.
      Ich wollte mich selbst mal im Schreiben einer Geschichte versuchen und das hier ist mein erstes Projekt. Wer mit etwas kennt, der weiß, dass ich Anime liebe. Vor allem Fate/ zählt zu meinen persönlichen Favoriten, von denen ich nicht genug bekommen kann - deshalb wollte ich selbst einen Teil dazu beitragen und den Anime um eine weitere "Welt" erweitern.

      Doch worum geht es überhaupt?

      Im folgenden könnt ihr euch das Vorwort und eine Inhaltsangabe durchlesen.
      Ich rate euch auch diese durchzulesen, da dort einige allgemeine Fragen geklärt werden.

      Bitte diesen Spoiler ausklappen - Der ist mein persönliches Tab-Menu

      Vorwort

      Dieses Vorwort zu meiner FanFic verfasse ich als Autor für euch.

      Diese FanFic entstammt der Fate/ - Reihe, die mit Fate/Zero und Fate/stay night in Deutschland schon gut verkaufte Ableger hat. Sie orientiert sich zum Großteil an den Regeln und Gesetzen des Mangas, und auch die grundlegenden Strukturen – wie beispielsweise die Heldengeister - werden beibehalten.

      Fate/commonplace zielt darauf ab, dass übernatürliche aus der Fate/ - Reihe in eine „normale“ Welt zu integrieren. Sprich, es gibt bis zum Zeitpunkt der Handlung keine übernatürlichen Phänomene und Menschen wie Magier. Das ist der Punkt, an dem sich die Geschichte vom Manga abspaltet.

      Anfangs wird sich die Geschichte etwas schwer tun – die Leser, die den Anime/Novel nicht kennen, werden erst mit den „Spielregeln“ vertraut gemacht. Die ersten beiden Kapitel sind also theoretisch veranlagt. Allerdings werden die Spannung und auch die Dramatik nach hinten heraus deutlich besser.

      Das besondere an Fate/ ist, dass es nicht nur eine Hauptperson gibt – es gibt immer 7 Menschen, die mehr oder weniger im Mittelpunkt stehen. Diese haben alle verschiedene Geschichten, die zusammen den Reiz der Geschichte ausmachen. Besonders die Verbindungen zwischen den Teilnehmern selbst sorgen immer wieder für überraschende Momente und Wendungen, die man nicht immer erahnen kann. Im späteren Verlauf wird der Hauptpunkt der Geschichte auch nicht mehr nur auf mir liegen, sondern auch auf den anderen Teilnehmern. Auf die Dauer wäre es sonst zu langweilig.

      Die Hauptperson werde Ich darstellen, wobei es sich hierbei um ein „geschichtliches“ Ich handelt. Von meinem realen Leben habe ich ausschließlich ein paar Sachen wie meinen Vorname, Alter und einen Teil des Verhaltens übernommen – ansonsten besteht kein oder kaum Zusammenhang zwischen dem geschichtlichen Ich und mir selbst.

      Die Personen, die neben mir in der Geschichte vorkommen, sind alle frei erfunden. Ich habe hierfür Namen verwendet, die entweder sehr häufig in Deutschland vorkommen, oder Namen, die ich einmal gehört habe und ganz gut geeignet fand. Ausschließlich meine Schwester bildet hier eine Ausnahme – ihr Name ist als einziger neben mir noch im Originalzustand.

      Wie schon gesagt, diese Geschichte orientiert sich in keiner Weise am Verhalten einiger meiner Mitmenschen. Die Heldengeister, die in diesem Krieg antreten werden, sind aus dem Anime übernommen, haben aber micht 1:1 die selben Fähigkeiten und Persönlichkeiten – falls also jemand den Anime kennt, sollte er hier auf etwas Abwechslung treffen.

      Zum Schluss will ich nicht zu sehr spoilern, aber es wird einige Elemente geben, die meiner Meinung nach in keiner längeren Geschichte fehlen dürfen:

      Abwechselungsreiche Erzählperspektive: Anfangs wird die Geschichte vorrangig aus der Ich-Perspektive erzählt, mit Einblick in die Gedanken und Gefühle des Erzählers. Später, wenn es auch mehr um die anderen geht, wechselt die Perspektive in die 3. Person.

      Bilder: In manchen Teilen der FanFic sind Bilder aus Fate/stay night oder Fate/zero enthalten. Dies dient vor allem dazu, dass sich Leute mit weniger Vorstellungskraft ein Bild von den Heldengeistern machen können.

      Kräfteverhältnis: Von manchen schon vorher angesprochen – das Kräfteverhältnis sollte nicht so aufgeteilt sein, dass ich selbst überpowert und die anderen alle Schwächlinge sind. Das Verhältnis wird im Verlauf der Geschichte schwanken und sich auch abwechslungsreich verändern.

      Lovestory: Ja, die darf natürlich nicht fehlen. Lasst euch überraschen, aber seid gewarnt: Sie hat nichts mit meiner Person zu tun.

      Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen meiner ersten FanFic! :)


      Inhaltsangabe


      Es ist ein ganz gewöhnlicher Tag im Leben von Lukas. Er geht zur Schule wie jeder andere, zusammen mit seiner kleinen Schwester. Doch später wird Lukas in ein Ritual hineingezogen, dessen Ausmaß er sich nicht bewusst ist: Er wird Teilnehmer im Krieg um den Heiligen Gral, einem allmächtigen Werkzeug, dass dessen Besitzer einen Wunsch gewährt. Lukas selbst wird von nun an ein Master und muss mit seinem Heldengeist, einem so genannten Servant, gegen sechs andere Master antreten. Der Gewinner erhält die Gunst des Grals und darf seinen Wunsch äußern. Allerdings weiß er zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie der Kampf abläuft und wer seine Mitstreiter sind…


      Personenangaben - Master


      Lukas


      Lukas ist 16 Jahre alt und der Hauptprotagonist von Fate/commonplace. Er ist der Master von Saber und gleichzeitig der Erzähler in der Ich-Perspektive. Seine Eltern starben bei einem Autounfall vor einem Monat – seitdem lebt er zusammen mit seiner Schwester alleine in dem leerstehenden Haus seiner Familie. Er wird widerwillig in den Krieg hineingezogen, beschließt dann aber trotzdem zu kämpfen. Er ist einzig und allein dagegen, andere Menschen töten zu müssen, um sein Ziel zu erreichen.


      Lea


      Lea ist die 14-jährige Schwester von Lukas. Sie ist der Master von Archer und lebt zusammen mit Lukas in ihrem Haus, nachdem ihre Eltern gestorben sind. Sie kämpft an der Seite ihres Bruders, damit sie den Gral gewinnen und ihre Eltern wieder beleben können. Sie ist oft am meckern und ist nicht gerade die geschickteste Person, aber wenn es auf sie ankommt, kann man auf sie zählen. Sie und ihr Bruder haben gutes Verhältnis zueinander, auch wenn man das von außen nicht immer erkennen kann.


      Max


      Max ist 16 Jahre alt und der Klassenkamerad von Lukas. Auch wenn die beiden wie Freunde aussehen, trügt der äußerliche Schein. Max’ und Lukas’ Denkweisen sind quasi die Gegensätze voneinander. Er kontrolliert während des Krieges Berserker, ein vollkommen verrücktes Monster.


      Personenangaben - Servants


      Saber


      Sabers echte Identität ist die von König Artus, allerdings ist ihr Name Arturia. Zu ihren Lebzeiten hat sie sich als Mann ausgegeben, da sie sonst als König nicht akzeptiert worden wäre. Sie ist Königin von Britannien und Halter des legendären goldenen Schwertes namens Excalibur. Saber ist der Ritter der Gerechtigkeit – sie kämpft stets ehrenvoll und mit Respekt, wie einst auf dem Schlachtfeld. Sie ist zwar nur 1,55m groß und sieht zierlich aus, besitzt aber eine enorme Schlagkraft. Anfangs hat sie Probleme sich an das neue Zeitalter zu gewöhnen – vor allem in Sachen Kleidung – aber diese anfänglichen Probleme legen sich schnell. Aus den vorherigen Kämpfen ist sie mit fast ausschließlich schlechten Erfahrungen angekommen, da ihre Master sich am Ende immer gegen sie wandten. Da sie einen Vertrag mit dieser Welt schloss, kann sie sich an Bruchstücke aus vergangenen Kämpfen erinnern. Ihr höchstes Ziel ist es den Gral zu gewinnen, damit sie auf dem Thron der Helden aufgenommen wird und nicht mehr kämpfen muss. Während der Dauer des Kampfes wohnt sie zusammen mit Lukas, Lea und Archer in deren Wohnung, genauer gesagt in Lukas’ Zimmer.

      Bilder von Saber:



      Weitere Bilder von Saber


      Archer


      Archer ist der Servant von Lea. Er ist der Bogenschütze Emiya, einem Held aus einer japanischen Sage. Er ist ein hervorragender Nah- und Fernkämpfer. Er kann sowohl mit seinen Zwillingsschwertern als auch mit seinem Bogen umgehen und sich an die Kampfart seines Gegners anpassen. Er und Lea verstehen sich ohne große Worte und haben kaum Probleme miteinander. Er wohnt mit Lukas, Lea und Saber zusammen in deren Haus, schläft aber auf der Couch. Sein Noble Phantasm ist eine von ihm selbst erschaffene Welt namens „Unlimited Blade Works“. Dort kann er nach freiem Willen Schwerter, Lanzen und Speere erschaffen und seine Gegner damit angreifen.

      Bilder von Archer:






      Musik


      Wenn ihr euch in die richtige Stimmung zum Lesen versetzen wollt, empfehle ich euch vor dem neusten Kapitel ein Opening der originalen Fate/ - Series anzuhören. Wenn ihr dann fertig seid, könnt ihr alles mit einem Ending ausklingen lassen.
      Die bekanntesten Openings und Ending werde ich nun aufführen:

      Fate/Zero Opening 1 - Oath Sign Empfehlung
      Fate/Zero Opening 2 - To the Beginning

      Fate/Zero Ending 1 - Memoria Empfehlung
      Fate/Zero Ending 2 - Sora wa Takaku Kaze wa Utau
      Fate/Zero Special Ending - Manten Empfehlung

      Fate/stay night Opening - Disillusion
      Fate/stay night Opening 2 - Kirameku wa Hoshi ni

      Fate/stay night Ending - Anata ga Ita Mori Empfehlung

      Fate/stay night - Unlimited Blade Works 2014 Opening - Horizon Empfehlung
      Fate/stay night - Unlimited Blade Works Ending - Believe (leider kein Video verfügbar) Empfehlung

      Die beiden anderen kommen noch, da der Anime erst im April 2015 weitergeht.

      Fate/kaleid liner prisma Illya Opening - Starlog
      Fate/kaleid liner prisma Illya 2wei Opening - moving soul Empfehlung

      Fate/kaleid liner prisma Illya Ending - Prism Sympathy
      Das selbe als mit dem Kaleidoskop-Tanz aus der OVA Empfehlung
      Fate/kaleid liner prisma Illya Ending 2 - special Ending
      Fate/kaleid liner prisma Illya 2wei Ending - Two by Two

      Staffel "2wei Herz!" und "3rei!" kommen ebenfalls noch 2015 raus.


      Animes


      Folgende Animes verfolgen das Prinzip dieser FanFic - wenn euch die FanFic gefällt, könnt ihr euch sie gerne angucken ;)

      Fate/Zero (Prequel zu Fate/stay night)
      Fate/stay night (Ausgangsanime)
      Fate/stay night Unlimited Blade Works (Kinofilm; Alternative Handlung zu Fate/stay night)
      Fate/stay night UBW 2014 (weitere Alternative Handlung; geht dieses Jahr in die zweite Staffel)
      Fate/stay night Heaven's Feel (Kinofilm; Alternative Handlung; kommt 2015 noch raus)

      Fate/hollow ataraxia (Novel, noch nicht in Deutsch erschienen)
      Fate/Apocrypha (Novel, noch nicht in Deutsch erschienen)

      Weitere Animes, die zwar eine Parallelgeschichte darstellt, aber nur indirekt mit dem Gral-System zu tun hat:

      Fate/kaleid liner prisma Illya
      Fate/kaleid liner prisma Illya 2wei!
      Fate/kaleid liner prisma Illya 2wei Herz! (erschient noch 2015)
      Fate/kaleid liner prisma Illya 3rei! (erschient ebenfalls noch)

      Ich finde diese Reihe Abseits des Gralskrieges sogar fast noch interessanter. Sie fällt zwar unter das "Magicial Girl"-Genre, aber es ist durch guten Humor sehr gut anzuschauen!

      Computerspiele und Co. zähle ich jetzt nicht mehr auf - steht zur Not alles im Fate/ - Wiki ;)




      Das Tabmenu wird mit jedem Kapitel aktualisiert.
      Allerdings stehen dort nicht zu viele Spoiler drin - ihr sollt ja auch die Geschichte noch lesen ;)

      Veröffentlichungen:

      Ich werde versuchen, jeden zweiten Montag ein Kapitel, bzw. eine oppelfolge, falls die Kapitel klein sind, zu veröffentlichen.
      Heute zum Start gibt es aber sofort eine Doppelfolge - diese zwar etwas theoretischer zum Einstieg, aber ich wünsche euch dennoch viel Spaß beim Lesen!

      Kapitelliste:

      Kapitel 1: Der Ruf des Grals - Bist du mein Master?
      Kapitel 2: Vorbereitungen für den Kampf - die Kreuzung zweier Welten?
      Kapitel 3: Bekanntschaften – Verschwindet die Grenze zwischen Alltag und Wahnsinn?
      Kapitel 4: Die erste Nacht - Abrechnung mit ehemaligen Kameraden?
      Kapitel 5: Nachwirkungen - Rückkehr in die Realität?
      Kapitel 6: Schneeweiße Hölle - Es gibt eine neue Schülerin?
      Kapitel 7: Freund oder Feind - auf wessen Seite stehst du?

      Aktuell sind 15 Kapitel geplant.
      Aber je nachdem wie ich hinkomme, können es auch ein paar mehr werden.

      Manche Kapitel sind etwas kleiner - diese werden dann in Doppelfolgen (wie heute) veröffentlicht.

      Bei näheren Nachfragen könnt ihr entweder mich fragen, oder das englischsprachige Type-Moon Wiki besuchen.
      Dort (oder bei mir) werden mögliche Unklarheiten beseitigt.

      P.S.: Mein aktueller Korrekturleser ist Deckcreator16. Er leistet gute Arbeit und hat mir auch storytechnisch sehr geholfen - dafür ein großes Dankeschön!^^

      MfG
      ~Pfannkuchen~


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      Dieser Beitrag wurde bereits 17 mal editiert, zuletzt von Pfannkuchen ()

      Kapitel 1: Der Ruf des Grals - Bist du mein Master?
      Es war noch dunkel draußen, als mein Wecker klingelte. Die Reaktion war die Selbe wie jeden Morgen.
      „Verdammt, sei still du scheiß Ding!“, fluchte ich noch im Halbschlaf, während ich verzweifelt versuchte meinen Wecker abzuschalten. Bis mir das gelang, war ich nicht mehr in der Lage einzuschlafen. Also stand ich auf und suchte meine Klamotten aus dem Schrank, die ich heute anziehen wollte. Nachdem ich meine Wahl getroffen hatte, zog ich mich schnell um und ging aus meinem Zimmer. Ich lief den Flur entlang und öffnete die Tür, hinter der meine Schwester noch seelenruhig schlief.

      „Aufstehen!“, rief ich in das noch komplett finstere Zimmer.

      „Muss das sein? Noch 5 Minuten…“. Diese Antwort bekam ich so gut wie jeden Tag zu hören.

      „Ja, es muss sein. Wenn du heute zu spät kommst, dann tritt dir unsere Schulleitung in den Arsch.“, entgegnete ich. Das war auch der einzige Grund, für den ich an einem Samstagmorgen um kurz vor 7 aufstehen würde. Der jährliche „Schulentwicklungstag“ stand mal wieder an. Hieß im Klartext, dass alle Schülerinnen und Schüler einen Samstag im Jahr von 8:00 – 16:00 Uhr in die Schule mussten, damit man ihnen neue, wichtige Sachen beibringen kann. Wobei das Wort „wichtig“ komplett überflüssig war, da wir sowieso den ganzen Tag über Stuss reden würden, den wir am Ende des Tages schon wieder vergessen hätten – wie immer eigentlich.

      Meine Schwester war 14 Jahre alt, also zwei Jahre jünger als ich. Sie hatte lange braune Haare und blaue Augen. Sie ähnelte damit sehr meiner Mutter. Von der Körpergröße her gab sie nicht viel her – mit gerade einmal 1,60m war sie ziemlich klein geraten.

      Sie stieg verschlafen aus ihrem Bett und trat vor mich.

      „So wie immer, Bruder?“

      „So wie immer.“

      Mehr Worte brauchten wir nicht zu wechseln. Es war unser Ritual, dass wir ausspielten, wer runtergehen musste, um dem Toaster anzuwerfen und das Frühstück zu machen. Wir sahen uns kurz an und es ging schon los.

      „Stein, Schere, Papier!“, ertönte es gleichzeitig aus unserem Mund. Während ich meine Hand – wie so oft – nicht bewegte, um den Stein zu bilden, zeigte ihre Hand die Schere.
      Ganz klarer Fall: Diese Runde ging an mich.

      „Das ist unfair! Ich habe schon die letzten Tage das Frühstück gemacht!“

      „Beschwer’ dich nicht, Lea. Ich habe letztens die ganze Woche über verloren.“

      Leicht gereizt verlies meine Schwester also ihr Zimmer und begab sich auf dem Weg nach unten. Währenddessen zog ich die Rollläden hoch und drehte die Heizung aus.
      Unten angekommen lief in der Küche schon alles auf Hochtouren: Der Toaster würde jeden Moment 2 Stücke Toastbrot ausspucken, meine Lieblingsmarmelade stand schon auf dem Küchentisch und die Flasche Orangensaft befand sich schon in der Hand meiner Schwester.

      Und so nahm der Morgen seinen üblichen Verlauf. Wir aßen zusammen, wir putzten uns nacheinander die Zähne und zogen schließlich Schuhe und Jacke an. Sie hatte eine blaues Sweatshirt und eine schwarze Jacke an. Dazu noch eine typische Jeans und Turnschuhe.

      Ich selbst war nicht ganz 1,70m groß. Ich hatte etwas dunklere Haare als sie und ebenfalls blaue Augen. Ich trug eine Jeans, ein schwarzes T-Shirt und darüber einen grünen Kapuzenpullover. Zum Abschluss noch Turnschuhe und eine dicke Jacke, damit ich während dem Fahren nicht frieren würde.

      Danach kontrollierten wir immer noch gegenseitig, ob wir an alles Mögliche gedacht haben.

      „Mathe, Englisch und Chemie?“ Sie sah mich fragend an.

      „Klar. Deutsch, Geschichte und Bio?“ Jetzt sah ich sie fragend an.

      „Klar.“

      Die Gespräche verliefen oft so kurz, da wir daran gewöhnt waren. Das war aber kein Problem, denn so konnten wir wenigstens Zeit sparen.

      „Wir haben jetzt 2 Möglichkeiten: Entweder nehmen wir den Linienbus, oder wir fahren mit meinem Motorrad zur Schule. Für was bist du?“

      „Du weißt doch, dass der blöde Bus immer so überfüllt ist. Der fährt noch 2 andere Schulen und die Uni ab. Solange das Benzin reicht, fahren wir mit dem Motorrad.“ Ihre Antwort war immer die Selbe. Sie hasste es noch mehr Bus zu fahren als ich. Also schnappte ich mir meine Handschuhe und wir gingen nach draußen.

      Das Thermometer auf dem Weg nach draußen nahm ich automatisch zur Kenntnis.

      „Geil, wieder mal im Minusbereich.“

      „Pass bloß auf, dann sind die Straßen auch sicherlich vereist.“, kommentierte sie meine Bemerkung.

      „Du weißt doch, dass ich ein vorsichtiger Fahrer bin. Es passiert schon nichts.“

      Wir gingen also zu meinem Motorrad und setzten uns auf den Sitz. Die Schutzhelme hingen vom Vortag noch am Lenker, also mussten wir nicht lange suchen.

      Eigentlich konnte ich Motorradfahren nie etwas Positives abgewinnen. Doch der Bus war regelmäßig überfüllt, kam zu spät oder fiel gar komplett aus, wenn die Temperaturen unter dem Nullpunkt waren. Also habe ich mir zu meinem 16. Geburtstag eines gewünscht. Allerdings machte es an solchen Tagen keinen Spaß zu fahren.

      Es war ein kalter Januartag und es lagen überall noch Eisreste auf der Straße herum. Man kann sich durchaus angenehmeres vorstellen, als an einem Samstagmorgen über diese Fahrbahn zur Schule zu fahren.

      Die Fahrt gestaltete sich wie immer. Meine Schwester hielt sich krampfhaft an mir fest, bis
      wir an der Schule waren. Sie hatte immer noch die Befürchtung, dass ich ein mieser Fahrer bin und irgendwann einen Unfall bauen würde. Aber bislang ist noch nichts passiert, auch wenn sie immer den Teufel an die Wand gemalt hat.

      Ich stellte mein Motorrad auf dem Parkplatz ab. Wir stiegen beide ab und sahen uns noch kurz an.

      „Um 5 nach 4 wieder hier?“, fragte ich sicherheitshalber noch einmal nach.

      „Jap. Hab’ für heute nichts geplant.“

      Danach trennten sich unsere Wege. Sie lief nach links Richtung Haupteingang, während ich nach rechts auf dem Hof lief. Es war noch eine Viertelstunde bis Schulbeginn, also tat ich das, was alle anderen auch taten: Auf den Hof gehen und mit den anderen über belangloses Zeug reden.

      Meine Schwester und ich verstanden uns schon immer sehr gut. Natürlich lief nicht immer alles konfliktfrei ab, aber im Großen und Ganzen kamen wir gut miteinander aus. Wir kamen vermutlich besser miteinander aus, als die meisten anderen Geschwister.

      Auf dem Hof angekommen traf ich schon ein paar Leute aus meiner Klasse.

      „Servus Lukas.“, hörte ich schon von weitem jemanden rufen.

      „Grüß dich, Joshi.“, erwiderte ich.

      Joshi war immer einer der ersten in der Schule, da er quasi nur über die Straße gehen musste. Wir gaben uns wie jeden Morgen die Hand – das hat sich hier bewährt.

      Nach und nach trafen auch die anderen Jungs ein. Die Mädchen hatten ab Temperaturen von unter 10 Grad keine Lust mehr auf den kalten Hof und gingen sofort hoch in die Klassenräume. Wir waren ca. 20 Leute, als die Schulglocke um kurz vor 8 läutete.

      Im Grunde war es ein ganz normaler Tag. Nichts Außergewöhnliches ist passiert.
      Deutsch und Geschichte waren im Grunde wie immer zum Vergessen. Nur Biologie machte hin und wieder etwas Spaß, da unser Lehrer dort immer sehr locker war.

      In der Pause kaufte ich mir wie jeden Tag etwas zu essen. Wenn ich das daheim selber machen würde, dann würde mir sicherlich der Appetit vergehen. Meine Kochkunst liegt zwar nicht ganz bei 0, aber in dieser Hinsicht war ich sehr unbegabt.
      Am Ende des Tages verabschiedeten wir uns wieder alle voneinander. Ich ging um kurz nach 4 zurück zum Parkplatz, wo meine Schwester schon auf mich wartete.

      Wir fuhren wieder denselben Weg nach Hause, um möglichst schnell dieser Kälte zu entgehen. Daheim angekommen taten wir das, was wir jeden Nachmittag machen:
      Während ich nach der Post guckte, warf meine Schwester den kompletten Inhalt ihres Schulranzens auf den Küchentisch.

      „Wir haben wieder so viel auf, ich könnte grad’ mal kotzen…“

      Das war normal bei ihr. Sie hatte immer tonnenweise Hausaufgaben, während ich den Großteil in der Schule erledigt hatte oder nachts vor dem nächsten Tag erledigte. So hatte ich den Nachmittag keine Sorgen und konnte mich voll und ganz auf meinen Nachmittag konzentrieren.

      Ich warf mich also auf das Sofa im Wohnzimmer, schaltete den Fernseher ein und ging direkt auf die Bundesliga. Sofort hörte ich meine Schwester stöhnen:

      „Musst du diesen Müll schon wieder anmachen?“

      „Ja, muss ich. Du weißt, dass ich jeden Samstag Fußball gucke. Wenn du irgendwelche Probleme bei deinen Aufgaben hast, dann sag Bescheid. Ich sitze hier.“

      Genervt ging sie an ihre Hausaufgaben, die auch heute nicht gerade wenig waren. Eine komplette Stunde saß sie daran, bevor sie wieder ein Lebenszeichen von sich gab.

      So trottete der Samstagabend vor sich hin. Unter der Woche war deutlich mehr los, aber am Wochenende war Gott sei Dank immer tote Hose. So konnte man wenigstens einmal die Woche ausspannen, bevor sich am nächsten Montag dieser ganze Ablauf wiederholte.

      Schule, lernen, essen, schlafen, am Wochenende entspannen. Zwischendurch noch ein paar Freunde treffen, aber aus mehr bestand meine Woche nicht. Irgendwie war es schon blöd, dass wir immer und immer wieder nur dasselbe machten.

      Abends kochte meine Schwester noch das Abendessen. Als wir gestern einkaufen waren, haben wir uns ein bisschen frisches Gemüse und ein halbes Kilo Hackfleisch gekauft. Darauf konnte sie heute Abend Hackbraten mit gedünsteten Zwiebeln zaubern.

      „Hast du schön gekocht.“, sagte ich zu ihr, kurz bevor ich mit Essen anfing.

      „Weiß ich.“, antwortete sie kurz, während sie ihre Augenbrauen hochzog. Wir fingen beide sofort mit essen an, damit es nicht kalt wird.

      Es war kurz vor 11, da habe ich mich schon auf den Weg nach oben gemacht. Vorher sagten wir uns noch wie immer „Gute Nacht“ – dann verschwand jeder in sein Zimmer, bis der Wecker am nächsten Morgen wieder rappeln würde.

      Ich lag auf meinem Bett und dachte wieder über so einiges nach. Oft kam ich immer wieder auf dieselben Sachen zurück, über die ich seit Wochen so gut wie jede Nacht nachdachte.

      Warum muss das ausgerechnet mir passieren? Ich habe mich mein ganzes Leben über immer anständig benommen, ich habe fast nie für Ärger gesorgt und ich war so gut wie immer freundlich, egal zu wem und egal wann. Warum muss also ausgerechnet ich in dieser Gesellschaft leben? In einer Welt, in der sich täglich Menschen mit Intrigen verraten. In einer Welt, in der man bei jedem dritten Satz fast kotzen muss, weil der, der es sagt, sowieso nichts darauf gibt und nicht zu seiner Meinung steht? In einer Welt, die voll Hass, Rassismus und Asozialität war. Wo sich die Menschen schon ab 13 Jahren gegenseitig Nacktbilder auf WhatsApp und Snapchat schicken und wo im Grunde jeder jeden für alles verantwortlich macht, was in seinem eigenen Leben schief geht? Ich werde die Gesellschaft hier wohl nie verstehen – und ich will sie auch eigentlich nie verstehen! Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich seit Jahren nichts auf die Kette bekomme und mich in letzter Zeit so leer fühle…

      Ich hatte mich mal wieder in Rage gebracht – und das nur durch meine Gedanken. Ich war sauer auf die Gesellschaft, die sich immer mehr zum negativen veränderte; ich war sauer auf die ganze Welt, weil mich anscheinend niemand verstand; und ich war sauer auf mich selbst, weil ich immer mit diesen utopischen Idealen im Kopf rum lief. Es war egal, wie sehr ich mir etwas wünschen würde – es würde sich ja sowieso nichts ändern.

      Meine Eltern starben vor gut einem Monat bei einem Autounfall. Da sie alleine unterwegs waren, blieben ich und meine Schwester verschont. Seitdem war ich den halben Tag darüber wütend, warum ausgerechnet meine Eltern sterben mussten.

      „Wenn ich nur die Macht hätte, um etwas zu verändern, dann wäre die Welt um einiges besser dran. Wenn ich die Macht hätte etwas zu bewirken, dann hätte ich es sicherlich schon längst getan…“, murmelte ich leise vor mich hin. Ich kam wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und musste feststellen, dass ich alleine nichts verändern konnte.

      Ich wollte gerade die Augen schließen um zu schlafen, als mit ein grelles Licht ins Auge fiel. Zuerst dachte ich, dass dieses Licht von einem fahrenden Auto auf der Straße kam. Ich drehte also meinen Kopf zur Seite und wollte gerade aufstehen.

      „Was ist das?!?“, sagte ich panisch, da das Licht nicht von der Straße kam – sondern es kam aus der Mitte meines Zimmers! In der Hoffnung, dass ich mir alles nur einbildete, blieb ich regungslos liegen und wartete ab. Das Licht wurde aber immer greller und ein starker Wind zog durch mein Zimmer. Unfähig etwas zu machen, bemerkte ich plötzlich einen Schmerz auf meiner linken Hand. Auf meiner Handoberfläche kamen merkwürdige Symbole zum Vorschein! Es sah so rot wie ein Brandmal aus, hatte aber die Form eines Kreuzes aus der Kirche, aber mit einigen Verzierungen. Der Wind und das Licht legten sich, als ich bemerkte, dass sich noch jemand in meinem Raum aufhielt.

      Inmitten des Lichtes kam eine junge Frau – nein, besser ein Mädchen - zum Vorschein. Sie trug eine glänzende Rüstung, die einen Großteil ihres Körpers schützte. Darunter kam ein blaues, langes Gewand zum Vorschein. Sie hatte grüne Augen und blonde Haare, die schon fast der Farbe Gold glichen. Ihre Haare waren am Hinterkopf geflochten und mit einer blauen Schleife zusammengebunden, während ihr an den Seiten das Haar bis an die Schultern reichten.

      Ich blickte zu ihr rüber. Erst jetzt bemerkte ich, dass sie in ihrer rechten Hand ein vergoldetes Schwert hielt. Mir wurde angst und bange, wenn ich nur daran dachte, was sie damit alles zerschlagen könnte.

      „Ich bin der Ritter der Gerechtigkeit, der Hüter von Ordnung und Ehrlichkeit, in der Klasse des Sabers wiedererweckt. Ich frage dich: Bist du mein Master?“



      In diesem Moment war ich vollkommen verwirrt. Da stand eine junge Frau, wunderschön und voller Selbstvertrauen, vor mir, mit einem Schwert in der Hand, mit dessen Hilfe sie sicher unser Haus dem Erdboden hätte gleichmachen können. Und nun fragte sie mich, ob ich ihr Master bin. Was bedeutete dieses Wort überhaupt?

      „Ich frage dich erneut“, fing sie wieder an zu reden, nachdem ich ihr keine Antwort gegeben hatte. „Bist du mein Master?“

      Ich bekam wieder keinen Ton raus. Mit meinen Gedanken war ich jetzt total woanders.

      Ich sollte mich schnellstens aus dem Staub machen, sonst zerhackt die mich…
      Ich nickte leicht mit dem Kopf, obwohl ich gar keine Ahnung hatte, ob ich ihre Frage nun wahrheitsgemäß beantwortet hatte.

      „Wenn ihr Euch nicht sicher seid, dann seht auf Eure Hand. Wenn ihr mein rechtmäßiger Master seid, dann findet ihr dort ein rotes Symbol. Dieses Kreuz symbolisiert eure Bindung zu mir.“

      Ich blickte auf meine Hand. Ja, da war eindeutig ein Kreuz. Nur konnte ich mit ihrem Gerede immer noch nichts anfangen.

      „Ich bin hier, um für euch um dein Heiligen Gral zu kämpfen.“, sprach das Mädchen vor mir, welches sich nun einen Schritt auf mich zu bewegte.

      „Um den Heiligen Gral? Ist der nicht nur eine Legende?“

      „Doch, es gibt ihn in Wirklichkeit. Alle 60 Jahre erwacht der Gral aus seinem Schlaf und erwählt 7 Menschen, die um seine Gunst kämpfen dürfen. Diese 7 Auserwählten Magier beschwören durch ein Relikt aus vergangener Zeit ihren Servant. Ich bin euer Servant, und ich bestreite den Krieg in der Klasse des Sabers. Mit mir gezählt gibt es 7 verschiedene Klassen in diesem Krieg.

      „Okay… Ich muss dich aber leider enttäuschen. In dieser Welt gibt es keine Magier.“, stammelte ich vor mich hin, während ich mir einen Fluchtplan überlegte.

      „Das macht nichts. Jeder Mensch hat magische Talente in sich versteckt, wenn auch nur kleine. Wir werden diese in dir noch zum Vorschein bringen, damit du zusammen mit mir am Krieg um den Heiligen Gral teilnehmen kannst. Nun verrate mir aber noch eins: Wie soll ich meinen Master denn nennen?“, fragte sie, während gleichzeitig, wie durch Zauberhand, ihre Rüstung verschwand.

      „N-Nenn mich einfach L-Lukas. Mit wem habe ich das Vergnügen?“

      „Arturia Pendragon, Erbin von Uther Pendragon und rechtmäßige Thronerbin – Britanniens König. Aber nennt mich der Einfachheit halber lieber Saber.“

      „Jetzt bin ich erstaunt. Bist du mit König Arthus verwandt, Saber?“, fragte ich Saber, obwohl ich mir die Antwort schon denken konnte.

      „Ich bin nicht mit ihm verwandt, ich BIN König Arthus höchstpersönlich. Zu meinen Lebzeiten habe ich mich als Mann ausgegeben, da ich sonst nicht akzeptiert worden wäre.“

      „Okay. So oder so, ich muss da noch schnell was erledigen. Wartest du 5 Minuten hier? Ich bin gleich wieder da.“

      Ich war schneller aus der Tür, als Saber mir eine Antwort geben konnte. Natürlich sollte ich jetzt die Ruhe bewahren, aber ich musste zuerst zu meiner Schwester gehen, um ihr die Situation zu erklären. Immerhin hatten wir einen überraschenden Gast in unserem Haus.

      Unten angekommen kam mir meine Schwester schon hektisch entgegen. Mein Gefühl sagte mir, dass irgendetwas geschehen war.

      „Ich muss dir was wichtiges sagen!“, ertönte es aus unseren beiden Mündern gleichzeitig. Wir mussten beide leicht lachen und sahen uns an.

      „In meinem Zimmer sitzt so ein komischer Typ namens Archer. Er meint, dass ich an so einem Krieg um den Heiligen Gral teilnehmen soll!“

      „In meinem Zimmer sitzt eine junge Dame namens Saber. Sie meint ebenfalls, dass ich am Krieg um den Heiligen Gral teilnehmen soll.“

      „Das ist jetzt ein Witz, oder?“, entgegnete mir meine Schwester skeptisch.

      „Streck mal deine Hand aus.“, bat ich sie. Ich wollte mit eigenen Augen sehen, ob sie auch ein Zeichen auf ihrer linken Hand hatte. Sie hielt mir ihre Hand hin: Auf ihr befanden sich 3 rote Halbkreise, die eine gewisse Ähnlichkeit zu dem Zeichen auf meiner Hand aufwiesen.

      „Komm, wir verschwinden schnell, bevor die beiden uns näher kommen!“ Panisch griff ich nach ihrer Hand und rannte zur Tür. Ich drückte die Klinke runter, aber dann fiel mir etwas schlechtes auf – Abgeschlossen!

      Verdammt, warum hab ich ausgerechnet jetzt schon abgeschlossen?!

      Als ich zurücklief und nach dem Schlüssel am Schlüsselbrett suchte, hörte ich Schritte auf uns zukommen. Langsam kam ein Typ in den Flur, bei dem ich schon ahnen konnte, um wen es sich handelte. Er trug einen roten Umhang und hatte weiße, kurz geschnittene Haare, die nach hinten gekämmt waren. Auf seinem Rücken befand sich ein Bogen, mit dem er sicherlich kämpfen würde. Immerhin stand der Name Archer für Bogenschütze, genau so wie Saber für Schwertkämpfer stand.

      „Master?“, fragte er „Ist bei Euch alles in Ordnung?“



      Hinter mir gab es erneut Geräusche. Jemand kam die Treppe runter – wieder war mir sofort klar, dass das nur eine Person sein konnte.

      „Master, ist bei Euch alles in Ordnung?“, hörte ich Sabers Stimme. Kurz darauf betrat sie ebenfalls den etwas längeren Flur.

      Nun standen wir also hier. Saber, Archer, meine Schwester und ich. Damit nichts schlimmeres passierte, versuchte ich ein paar beruhigende Worte zu finden.

      „Schön, dass du hier bist, Saber. Darf ich dir jemanden vorstellen? Das hier drüben ist meine Schwester, Lea. Und dort siehst du ihren Servant, Archer. Archer, ich bin Lukas. Hinter mir siehst du meinen Servant, Saber. Soll ich vielleicht eine Tasse Tee aufsetzen, bevor ihr jetzt das ganze Haus kurz und klein schlagt?“

      Es herrschte eine bedrohliche Stille. Ich sah es jeden Moment kommen, dass Archer seinen Bogen und Saber ihr Schwert zog. Archer ergriff daraufhin das Wort.

      „Master, dort drüben steht einer meiner Feinde im Krieg um den Heiligen. Der Krieg hat offiziell noch nicht begonnen, aber ich frage euch – soll ich ihn zur Strecke bringen?“

      „Nein.“, antwortete meine Schwester in Archers Richtung.

      „Aber Master, der Feind steht uns…“

      „Ich sagte Nein! Das ist kein Feind, das ist mein älterer Bruder. Ich finde es schön, dass du so voller Tatendrang bist, aber gegen ihn und seinen Servant wirst du vorerst unter keinen Umständen kämpfen.“

      „Habe verstanden.“, kommentierte Archer den Befehl meiner Schwester. „Ich denke wir sollten uns alle ein bisschen näher kennen lernen. Ich gehe davon aus, dass unsere Allianz über die komplette Kriegsdauer bestehen wird. Habt Ihr etwas einzuwenden?“

      Während ich noch meine Gedanken sortierte, ergriff da auch schon Saber das Wort.

      „Dem spricht nichts entgegen.“ Sie zeigte dabei keinerlei Emotionen. Es schien fast so, als ob sie auf einen Bluff spekulierte und jeder Zeit zum Angriff bereit wäre.

      „Na dann“, kam meine Schwester jetzt auch wieder zu Wort „Wolltest du nicht Tee aufsetzen? Ich würde es ja gerne machen, aber ich habe weder Ahnung wie man den Wasserkocher benutzt, noch wo die Teetassen und die Teebeutel stehen.“

      „Ist mal wieder typisch für dich. Ich mach’ ja schon. Bring unsere Überraschungsgäste mal in die Küche. Immerhin sollten wir ein solchen Gespräch nicht unbedingt auf dem Flur zwischen der Putzkammer und dem Klo führen…“

      Ich ging also noch immer leicht irritiert in die Küche, um für 4 Leute – von denen 2 anscheinend aus dem Nichts aufgetaucht sind – Tee zu kochen. Zwar spielte ich mit dem Gedanken davon zu laufen, aber meine Schwester ist schon blauäugig vorausgeeilt. Und alleine abhauen konnte ich definitiv nicht.

      Ich hatte keine Ahnung, was in der heutigen Nacht begonnen hatte. Nur eins war mir klar:

      Mein Samstagabend war komplett hinüber. Weglaufen wäre sicherlich die bessere Option gewesen.


      Preview:

      Kapitel 2: Vorbereitungen für den Kampf – Die Kreuzung zweier Welten?
      Nachdem Lukas und Lea von ihren Servants überrascht wurden, müssen diese ihnen zuerst die Regeln erklären. Schnell wird aber klar, dass Saber und Archer nicht aus Spaß vorbei gekommen sind: Sie sind nur die Vorboten eines Krieges, bei dem sich Sieben Menschen bekämpfen, um ihren Wunsch zu verwirklichen. Doch es gibt ein Problem – die einzigen Optionen lauten überleben oder sterben…


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      Kapitel 2: Vorbereitungen für den Kampf – Die Kreuzung zweier Welten?
      Es war schon 11:30 Uhr durch, als ich zu Sinnen kam. Ich lag – wie jeden Sonntag – verschlafen in meinem Bett und wälzte mich hin und her, da ich nicht mehr einschlafen konnte. Ich überlegte krampfhaft, ob ich nicht etwas vergessen hatte. Mir wollte es aber nicht einfallen. Also stand ich auf und fing damit an mich umzuziehen.

      Plötzlich hörte ich Stimmen, die aus dem Erdgeschoss der Wohnung kommen mussten. Jetzt wurde mir klar, was ich vergessen hatte – unten tobte sicher nicht meine Schwester rum, sondern Saber und Archer. Mit stiller Hoffnung, dass alles nur ein böser Traum war, begab ich mich runter in die Küche. Schon von weitem konnte man riechen, dass irgendwas gewaltig schief gegangen ist. Als ich die Küche betrat, kam mir eine dicke, graue Rauchwolke entgegen. Nach ein paar Sekunden nahm ich dann wahr, was da eigentlich vor sich ging.

      Meine Schwester, Saber und Archer standen zu dritt in der Küche und haben ein paar Experimente mit den Herdplatten angestellt. Während meine Schwester verzweifelt versuchte den Stecker der Mikrowelle rauszuziehen, standen Saber und Archer wie 2 routinierte Profiköche vor dem Herd. Allerdings war von Sachen wie Routine wenig zu sehen.

      „Morgen Lukas!“, begrüßten die drei mich aus einem Atemzug und setzten ein leichtes Lächeln auf. Ich hatte jetzt aber nicht viel Zeit, um sie ausgiebig zu begrüßen – immerhin musste ich verhindern, dass unser ganzes Haus abfackelt. Zuerst zog ich den Stecker der Mikrowelle. Was meiner Schwester in geschätzten 5 Minuten nicht gelang, konnte ich in einem Handgriff erledigen. Danach ging ich zu Saber und Archer. Die beiden standen völlig ratlos vor der Herdplatte, ohne jeglichen Schimmer, was sie überhaupt machen. Ich drehte also das Gas von Stufe 9 auf Stufe 5 hinab, schaltete die Lüftung ein und wartete, dass sich der Nebel in der Küche etwas legte.

      „Morgen ihr drei. Will ich überhaupt wissen, was ihr hier gerade probiert habt? Und vor allem: Was ist gestern Abend passiert? Ich kann mich an so gut wie nichts erinnern…“

      Selten war ich morgens schon so sehr gereizt. Ich kam mir vor wie in einem schlechten Film.

      „Also“, fing meine Schwester an zu reden „Gestern Abend, nachdem Archer dich so freundlich begrüßt hat, bist du in die Küche und hast Tee aufgesetzt. Du hast dir eine doppelte Dosis Kopfschmerztabletten reingezogen, mit der Begründung >Mein Kopf platzt gleich. Können wir die lustige Kennenlernrunde auf morgen verschieben?<. Daraufhin hast du dich auf das Sofa geschmissen, einen Schluck von deinem Tee genommen und bist sofort eingepennt. Saber hat dich dann etwas später ins Bett getragen.“

      Könnte in etwa hinkommen…

      Meine Schwester fuhr fort: „Ich habe mich daraufhin mit Saber und Archer an den Tisch gesetzt, habe deinen nicht gerade guten Tee runtergewürgt und mich etwas mit ihnen unterhalten. Weit sind wir aber nicht gekommen. Ich weiß, dass dein Servant Arturia Pendragon ist. Archer ist übrigens der legendäre Held Emiya. Und ich habe noch eine dauerhafte Allianz für uns beide rausgeschlagen. Wäre ja jammerschade, wenn wir uns in den ersten 5 Minuten nach Kriegsbeginn sofort die Köpfe einhauen würden.“

      Das Zuhören fiel mir immer noch etwas schwer. Ich nahm mir einen freien Stuhl und setzte mich zu den dreien an den Küchentisch. Ich hatte keinen Plan, was ich in diesem Krieg machen musste. Also musste mir Saber alles vorbeten, was für sie offensichtlich war.

      „Ähm, Saber… und du auch, Archer… könnt ihr mir erklären, worum es in diesem Krieg überhaupt geht, was ich tun muss und warum ich überhaupt teilnehme?“ Hoffentlich war das nicht zu viel für den Anfang.

      „Kein Problem, ich fange am besten vorne an.“, sagte eine gut gelaunte Saber, die diesmal ohne ihre Rüstung am Tisch saß. „Der Krieg um den Heiligen Gral wird jedes halbe Jahrhundert erneut ausgetragen. 7 Master mit je einem Servant bekämpfen sich, um den Gral und somit seine Macht zu erlangen. Soweit waren wir schon gestern. Wir Heldengeister sind in 7 verschiedene Klassen unterteilt. Das bedeutet im Klartext, dass wir auch alle unterschiedliche Stärken und Schwächen haben. Ich zum Beispiel bin eine exzellente Kämpferin, vor allem im Nahkampf. Dafür bin ich die einzige Teilnehmerin, die keine Magie benutzen kann. Ich bin zudem der einzige Servant, der seine Geisterform nicht annehmen kann.“

      „Geisterform?“, fragte ich leicht irritiert „Was ist das?“

      „Archer, demonstrier es ihm doch bitte mal.“, sprach Saber zu Archer.

      Es dauerte keine 2 Sekunden, da war Archer schon verschwunden. Einfach weg – obwohl er eben noch bei uns saß.

      „Archer, du kannst wieder zurückkommen.“, sprach Saber in Richtung des leeren Stuhls. Kurz darauf erschien Archer wieder in der selben Position, in der er sich unsichtbar gemacht hatte.

      „Wenn wir uns in unsere Geisterform verwandeln, dann kann uns niemand außer unserem Master mehr wahrnehmen. Der Krieg wird so abgehalten, dass uns keine Personen sehen, die nicht darin involviert sind. Sollte uns doch jemand beobachten, dann müssen wir ihn – um den Krieg geheim zu halten – schweren Herzens töten…“, brach Saber ihren Satz ab. Ich musste schlucken. Das klang auf den ersten Blick alles sehr extrem.

      „Der Krieg wird deshalb erst begonnen, wenn es draußen dunkel ist. Dann schlägt die Stunde von uns Servants.“, erklärte mir Saber weiter.

      „Und was hat es eigentlich mit diesem Brandmahl auf meiner Hand auf sich? Das tut übrigens höllisch weh!“

      „Das ist dein Zeichen, dass dich dazu berechtigt ein Master zu sein. Es stellt die magische Verbindung zwischen uns da, wodurch wir die Präsenz des jeweils anderen wahrnehmen können. Zudem gibt es dir die Möglichkeit, uns Heldengeister zu befehligen.“

      „Euch befehligen?“, hakte ich nach. Ich stand komplett auf dem Schlauch.

      „Es gibt auch Heldengeister, die nicht so freundlich gesinnt sind wie Archer und ich. Diesen muss man oft den Befehl erteilen, dass sie ihrem Master gehorchen sollen. Du hast insgesamt 3 von diesen Befehlzaubern. Mit einem Befehlszauber kannst du uns dazu zwingen etwas zu tun, was wir nicht freiwillig tun möchten. Du kannst uns mit diesen auch rufen, wenn du in Not bist. Aber pass auf: Du hast nur drei Stück von ihnen – also gehe mit Bedacht mit ihnen um! Solltest du alle 3 verbraucht haben, so wirst du nicht mehr länger als Master angesehen und hast keine Kontrolle mehr über uns. Und wenn du kein Master mehr bist, so wird es ein leichtes für die anderen sein dich zu töten.“

      „Mich zu töten?“, fragte ich entsetzt „Müssen sich die Master gegenseitig umbringen? Das ist doch Wahnsinn!“

      „Wenn das so ist, dann will ich nicht mehr!“, rief meine Schwester von der Seite. Sie war offenbar noch mehr erschrocken von dieser Aussage als ich.

      „Das Problem ist das Folgende: Sollte ein Master im Krieg seinen Servant verlieren, und ein anderer Servant seinen Master, so können sich beide zusammentun und erneut einen Pakt schließen. Allerdings geht das nur, solange der Master noch mindestens einen Befehlszauber übrig hat. Ein Servant kann ohne Master nicht lange überleben, da die Verbindung zwischen ihnen seine einzige Kraft ist. Sollte er innerhalb von 24 Stunden keinen Ersatz finden, so wird er ebenfalls verschwinden und aus dem Krieg ausscheiden. Die Kirche überwacht den Gralskrieg und kümmert sich darum, dass ausgeschiedene Master zuflucht finden. Sie überwachen zudem die Regeln und sehen zu, dass entstandene Schäden für die Außenwelt verschleiert werden. Sie kümmern sich quasi im Groben und Ganzen um die Geheimhaltung. Der Gral erscheint erst, wenn nur noch ein Heldengeist übrig ist. Dessen Master darf dann seinen Wunsch äußern.“

      Saber nahm einen großen Schluck aus ihrer Teetasse. Anscheinend schmeckte ihr der Tee, den wir noch im Haus hatten. Dabei wusste ich nicht mal, um welche Sorte es sich dabei handelte.

      „Das heißt einer von uns beiden muss sterben?!“, fragte ich entsetzt.

      „Nein.“, sagte Archer und wollte beruhigend klingen. „Nur die Servants eurer Gegner müssen sterben. Ihr beide müsst solange kämpfen, bis alle anderen Servants außer Saber und mir besiegt sind. Danach können wir uns einen Entscheidungskampf liefern, aber ihr hättet so gesehen beide gewonnen. Und ihr dürft nicht im Eifer des Gefechtes sterben – manchmal kommt es vor, dass andere Master über die Stränge schlagen.“

      „Doch warum nehmen ausgerechnet wir an diesem Krieg teil?“, fragte meine Schwester.

      „Der Gral sucht nur Leute aus, die einen Grund zum Kämpfen haben. Jeder Teilnehmer hat einen großen Herzenswunsch, den er sich vom Gral erfüllen lassen will.“, ergänzte Archer.

      Es herrschte für einen kurzen Moment stille im Raum. Daraufhin stellte Saber die Frage aller Fragen: „Master, für was kämpft Ihr in diesem Krieg?“

      „Bitte bleiben wir beim Du, die Anrede >Master< ist mir zu seltsam. Nach meinem Wunsch fragst du also? Ich kann mich nicht so recht entscheiden…“

      „Wieso das denn?“, fragte Saber mich „Ich denke du hast einen großen Herzenswunsch – andernfalls säße ich nicht hier vor Eu-, äh, vor dir.“

      „Ich wünsche mir meine Eltern zurück.“ Nach diesen Worten sahen meine Schwester und ich gleichzeitig betrübt zu Boden.

      „Es geht mich ja vielleicht nichts an – aber was ist mit euren Eltern passiert?“, fragte Archer in die Runde.

      „Nun ja, nichts Besonderes. Sie sind letzten Monat bei einem Autounfall gestorben. Seitdem leben wir beide hier allein. Normalerweise würde sich ja das Jugendamt um uns kümmern, aber die haben das Wohl komplett vergessen, dass wir noch da sind. Unsere Verwandten wohnen auch nicht in unserer unmittelbaren Nähe. Wir kommen zwar alleine ganz gut klar, aber irgendwie fehlt trotzdem was…“

      Mir gefiel es nicht sehr, wenn ich über meine Eltern sprechen musste. In der Schule hätte ich es wahrscheinlich nicht getan, aber Saber und Archer fühlte ich mich aus irgendeinem Grund verpflichtet zu antworten.

      „Wir sollten uns noch eine Strategie für den Krieg überlegen. Immerhin geht es los, sobald ein Vertreter der Kirche uns das Zeichen gibt.“, fing Archer eine neue Diskussion an.

      „Wie können wir denn feststellen, welche Master noch am leben sind? Wie finden wir die Master überhaupt? Und was können die verschiedenen Servants eigentlich?“ Meine Schwester fing sofort an Archer Löcher in den Bauch zu fragen. Allerdings antwortete er sofort, ohne eine Atempause einzulegen.

      „Die Servants müssen wir finden und überwachen. Nur so behalten wir die Übersicht. Da die Servants alle in einem engen Umkreis beschworen werden, sollte es nicht all zu schwer fallen, die anderen ausfindig zu machen. Zudem sollten es Master als auch Servant spüren, wenn sich in anderer Master oder ein fremder Servant in der Umgebung befindet. Wir werden uns wohl oder übel auf unseren Instinkt verlassen müssen.“

      „Archer, wir sind aber gegen das Kämpfen. Gibt es keinen anderen weg?“, hakte ich hoffungsvoll bei Archer nach.

      „Du kannst ja auch versuchen den Gral auszuwürfeln.“, kommentierte Archer meine Frage spöttisch. „Wir gehen hin, töten die anderen Servants und gehen wieder. Oder hast du auch ein Problem damit Geister wie uns zu töten?“

      „Nein. Aber ihr greift nur die Servants an und keinen Master!“ Damit war diese Frage hoffentlich geklärt.

      Archer wirkte so, als ob er das nicht zum ersten Mal machte. Er konnte uns sofort alle Sachverhalte darlegen. Saber wirkte auch gelassener als ich. Aber unbesorgter zu sein als ich war keine große Leistung – immerhin bin ich die Nervosität in Person, auch wenn es nach außen nicht so scheint.

      „Kommen wir nun zur Kriegsführung“, verkündete Archer „Die Klassen Saber, Archer, Lancer, Rider und Berserker können oft nur über den Nahkampf angreifen. Assassins höchste Priorität ist, dass er unerkannt und im Schatten bleibt. Und Caster kann oft nur durch Magie kämpfen, da er der schwächste Servant im Nahkampf ist. Die Stärke der Servants lässt sich nicht pauschal bestimmen. Wir müssen also abwarten, wie stark unsere Gegner sind – sonst erleben wir am Ende noch unser blaues Wunder.“

      „Aber wie willst du im Nahkampf kämpfen, Archer? Saber hat ja noch ein Schwert, aber du hast doch nur deinen Bogen.“ Meine Schwester blickte etwas skeptisch zu Archer rüber. Doch dieser konnte erneut eine blitzartige Antwort geben.

      Seine Hände glühten kurz blau, dann schienen 2 Schwerter, eines in jeder Hand von Archer.

      „Ich benutze diese Doppelschwerter zum Kämpfen. Noch weitere Fragen?“

      „Eine noch“, sprach ich zu Archer „Habt ihr denn irgendwas wie eine Spezialattacke? Also einen sehr mächtigen Angriff.“

      „Ja, das gibt es auch. Das sind unsere so genannten Noble Phantasm. Ein Held hat je nach Charakter eine bestimmte Anzahl an Noble Phantasm. Meistens beläuft sich die Zahl aber auf exakt 2 verschiedene Noble Phantasm, damit die Chancen aller Servants gleich bleiben. Ich wette unsere Ritterin hat ein ganz spezielles Noble Phantasm, nicht war?“ Jetzt schielte Archer leicht nach links in Richtung Saber. Diese konnte sich ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen.

      „Wie recht du hast“, sagte die mit erfreuter Stimme „Mein Noble Phantasm ist das legendäre Schwert Excalibur. Da es mich jedoch sofort verraten würde, habe ich noch eine zweite Fähigkeit: Sie nennt sich Invisible Air. Es versteckt meine Klinge mit ihrem Wind, sodass meine Gegner seine Länge nicht abschätzen können. Die Invisible Air ist immer aktiv, wenn ich mich Excalibur kämpfe – wenn ich jedoch damit auf ein anderes Schwert treffe, wird die Invisible Air sich für kurze Zeit auflösen. Dadurch wird mein goldenes Schwert dann sichtbar. Ich kann meine stärkste Attacke auch nur ein paar Mal aktivieren. Sie kostet mich eine Menge Kraft, die ich nicht oft aufbringen kann.“

      „Was hast du für ein Noble Phantasm? Als dein Master muss ich es immerhin wissen, damit wir optimal kämpfen können.“, fing meine Schwester an mit Archer zu reden.

      „Wie mein Name es schon verrät, bin ich ein Bogenschütze. Mein Noble Phantasm ist ein Bogen, mit dem ich meine Pfeile auf 300 Meter mit mehr als 200 km/h auf mein Ziel schießen kann. Meine Genauigkeit dabei ist erschreckend hoch – die durchschnittliche Abweichung beträgt nur einen Millimeter.“

      Einen kurzen Moment sagte niemand etwas.

      „Aber kannst du auch kämpfen, Lukas? Es geht meiner Erfahrung nach immer richtig zur Sache. Die anderen werden wahrscheinlich nicht zögern dich umzubringen.“ Saber guckte mich an und wollte jetzt sicher hören, dass ich doch lieber zusammen mit Archer und meiner Schwester kämpfe.

      „Ich kämpfe zwar, aber ich lenke nur die anderen Master ab, damit ihr gegen ihre Servants kämpfen könnt. Im Kämpfen selbst habe ich bislang kaum Erfahrungen gesammelt. Ich kann zwar einige Grundtechniken aus dem Kampfsport, aber das sollte reichen, um einigermaßen über die Runden kommen. Abgesehen davon kann ich dich ja nicht alleine alles machen lassen.“

      „Wieso nicht? Hälst du mich für nicht fähig oder vertraust du mir nicht? Mir, deinem eigenen Servant?“, fragte mich Saber sehr aufbrausend.

      „Warte, so war das doch nicht gemeint. Aber wenn der Gegner zu zweit ist, dann ist es schlauer, wenn wir auch zu zweit sind. Zur Not kann Archer ja einschreiten, sollte es wirklich brenzlig für mich werden.“ Ich sah dabei Archer an und hoffte, dass er zustimmen würde.

      „Einverstanden.“, lautete Archers knappe Antwort. Damit war es beschlossen. Wir waren zwar nicht erfreut, dass wir anderen Leute bekämpfen müssen, aber wir konnten Archer und Saber auch nicht im Stich lassen.

      Im Grunde war das Gespräch damit auch beendet. Den restlichen Tag über mussten wir uns noch um Kleinigkeiten kümmern: So wie zum Beispiel das Essen.

      „Da ihr drei ja unfähig wart etwas Anständiges zu kochen, übernehme ich das jetzt. Setzt euch hin und wartet, ich hole die Tiefkühlpizza aus der Speisekammer.“ Ich sah die drei an und wollte mit meinem Blick verdeutlichen, dass sie in Zukunft das Kochen mir und meiner Schwester überlassen sollten. Auch wenn meine Schwester einige Gerichte machen konnte, mit diesen beiden Pappnasen zusammen würde sie niemals etwas Normales hinbekommen.

      Während ich also die Pizza holte, musste meine Schwester die nächste Viertelstunde damit verbringen, dass sie Saber und Archer erklärte, was Tiefkühlpizza ist. Die beiden waren anscheinend ohne jegliches Wissen in unser Zeitalter und unser Land hierher gekommen, denn als meine Schwester nach ihren Essgewohnheiten fragte, entgegneten sie Sachen wie Reis, Suppe und Tee. Im Zeitalter von Pizza, Döner und Fertigkost war das mehr als suboptimal.

      Es schien aber kein großes Problem zu werden. Saber und Archer aßen ihre Pizza sehr zügig auf und beklagten sich nicht im Geringsten. Als auch meiner Schwester und ich fertig waren, versicherte ich den beiden noch, dass wir im Laufe der Woche mal Döner essen gehen. Auf die Frage „Was ist denn Döner?“ von Archer antwortete ich in kurz, dass er es sehen wird, wenn es vor ihm steht. Ich wusste selbst nicht wie ich um das hätte vermitteln können.

      Den Rest des Tages verbrachten wir also damit, dass wir Saber und Archer auf die neuen, technologischen Fortschritte unserer Gesellschaft aufmerksam machten. Ich gab beiden jeweils ein altes Handy meiner Eltern und erklärte ihnen die wichtigsten Funktionen. Nach nicht mal einer Stunde konnten die beiden dann schon in ihr Adressbuch gehen und mich anrufen.

      Es regnete den ganzen Tag über. Eigentlich wollte ich Saber und Archer die Stadt ein bisschen zeigen, damit sie sich besser zurechtfinden würden. Bei diesem Wetter konnte ich das allerdings nicht machen, da wir sonst alle mit einer Erkältung und Fieber zurückgekehrt wären. Im Verlaufe des Nachmittags trat dann noch ein weiteres Problem auf.

      „Ich kann ja meine Geisterform annehmen, aber was macht Saber eigentlich?“, wies uns Archer auf das Problem hin, dass Saber in ihren Klamotten zu sehr auffallen würde.

      „Kein Problem.“, antwortete meine Schwester „Saber, kommst du mal kurz mit?“

      Danach verschwand Lea mit Saber circa 10 Minuten in ihrem Zimmer. Als Saber danach wieder heraus kam, konnte ich meinen Augen nicht glauben. Vor mir stand der König der Ritter – in Adidas Jogginghose, Nike Turnschuhen und einem T-Shirt.

      „Passt ja perfekt für die heutige Gesellschaft.“ Ich musste meine Schwester für ihren Einfallsreichtum loben. Saber sah jetzt genau so unterbelichtet wie manche anderen aus. Aber sie fühlte sich nicht ganz wohl.

      „Ist dir kalt?“, fragte ich Saber „Meine Schwester trägt fast nur T-Shirt, weil ihr immer warm ist. Selbst im Winter kennt sie kaum etwas anderes. Du bist aber unter deiner Rüstung andere Temperaturen gewohnt, oder?“

      „Du hast recht. Nichts gegen deine Kleidung, Lea, aber das Oberteil entspricht Meiner nicht ganz.“

      „Kein Problem.“, sagte ich. Entschlossen lief ich also in mein Zimmer, um Saber einen meiner etwas zu kleinen Kapuzenpullover zu holen. In dem blauen Lappen sah sie jetzt wirklich wie eine von uns aus.

      „So erkennt dich niemand, wenn ihr ab morgen durch die Stadt lauft und die anderen Servants suchen.“, lobte ich mich ein bisschen selber.

      „Nun ja, ich weiß nicht so ganz…“, sprach Saber leise vor sich hin.

      „Mach dir keinen Kopf, deine Klamotten sind perfekt. Und falls dich jemand fragt, dann sag einfach, dass du Besuch aus Übersee bist und für ein paar Tage hier wohnst, weil euer Haus renoviert wird.“

      Mittlerweile wurde es draußen schon wieder dunkel. Wir den gesamten Nachmittag mit der Planung verbracht, dass die Zeit wie im Flug verging. Meine Schwester fing also an das Gemüse für das Abendessen vorzubereiten, während Saber, Archer und ich das Geschirr vom Mittagessen abspülten. Da wir jetzt zu viert waren, gab es auch doppelt so viel dreckiges Geschirr als vorher. Immerhin murrten die beiden nicht rum, sondern begannen direkt mit der Arbeit. So konnten die beiden sich auch ohne großes Wissen über unser Zeitalter im Haushalt nützlich machen.

      Wir setzten uns zum Abendessen in das Wohnzimmer. Während des Essens durfte ich dann Saber und Archer noch ausgiebig erklären, wie es möglich ist, dass wir einen Kasten mit bewegenden Bildern vor den Augen hatten. Die beiden waren völlig überwältigt von unserem Fernseher. Ich versuchte es ihnen zwar zu erklären, aber nach einer halben Stunde gab ich letztendlich auf. Die beiden kamen sich so vor, als ob sie das Rad neu entdeckt hätten – mir hingegen war es egal wie der Fernseher ging, Hauptsache ich konnte immer meine Serien und Fußball gucken.

      „Wir müssen noch überprüfen, welche Fähigkeiten ihr als Master besitzt.“, fing Archer nach dem Abendessen an. „Am besten probieren wir es gleich aus, damit wir nicht während des Kampfes experimentieren müssen.“

      Was zur Hölle soll ich denn bitte für Fähigkeiten haben? Gerade genug, dass ich ein bisschen kochen, rechnen und den Haushalt planen kann.

      Doch es half alles nichts. Saber stand mir nun gegenüber; Archer bei meiner Schwester genau so. Sie reichten uns beiden jeweils ihre rechte Hand entgegen, die wir ergreifen sollten.

      „Bei der Macht von uns Heldengeistern, offenbart uns eure Kräfte.“, sprachen die beiden im Chor. Unsere Befehlszauber leuchteten kurz auf, verblassten aber darauf schon wieder.

      „Lukas, ich habe schöne Neuigkeiten für dich: Du beherrschst die Time Manipulation, kurz den Time Alter, genau wie ich es erwartet habe“, freute sich Saber.

      „Erklär’ mir bitte kurz, warum du das erwartest hast und was ich damit machen kann.“

      „Nun, es ist so: Du bist anscheinend sehr schnell, deshalb hast du diese Fähigkeit. Mit ihr kannst du deine eigene Zeit verschnellern, verlangsamen oder gar anhalten, je nachdem wie du ihn benutzt. Allerdings nie für sehr lange, sondern nur für Sekunden oder Sekundenbruchteile. Du kannst diese Fähigkeit auch nicht oft nacheinander benutzen, weil sie deinen Körper extrem unter Stress setzt. Teste es doch einfach. Du rufst >Time Alter: Double Accel<, wenn du die doppelte Geschwindigkeit erreichen willst. Mit >Time Alter: Double stagnate< wirst du langsamer. >Release Alter< sagst du, wenn du in der Zeit stehen bleiben willst.“

      „Ich probiere es dann aus“, sagte ich entschlossen. „Lea, schlag mir bitte mal ins Gesicht.“

      „Das lass ich mir nicht zweimal sagen.“, freute sich meine Schwester. Sie ballte eine Faust und zog sie zurück, um Schwung zu holen.

      „Time Alter:“ Ihre Faust kam nun auf mich zu. „Double Accel!“

      Ich konnte förmlich sehen, wie sich ihre Hand in Zeitlupe bewegte. Ich konnte ganz gelassen ausweichen, ohne dass sie es realisierte. Als danach die Zeit wieder normal verlief, sah sie mich entsetzt an.

      „Ich hätte nicht gedacht, dass das klappt.“, bekannte sie erstaunt.

      Allerdings spürte ich schon jetzt, dass ich nur schwer atmen konnte. Die beiden Zeitlinien, die durch den Time Alter entstanden sind, fügten sich wohl jetzt in meinem Körper zusammen. Nach ein paar kräftigen Atemzügen fühlte ich mich jedoch wieder wie vorher.

      „Und was kann ich?“, fragte meine Schwester total aufgeregt. „Ich will auch so was cooles können!“

      „Du beherrschst die Heilungsmagie.“, sprach Archer laut in die Runde. „Jede Person, die du einen Moment lang anfasst und dich darauf konzentrierst, kannst du an ihrer Wunde heilen. Aber es ist ganz wichtig, dass du folgendes weißt: Du kannst nur kleine Wunden heilen. Bei größeren Wunden, wie etwa einem Knochenbruch, kannst du nur den Heilungsprozess beschleunigen.“

      „Das will ich doch gleich mal ausprobieren.“ Meine Schwester ging in die Küche, holte ein Messer aus der Schublade und umfasste es mit beiden Händen. Sie kam damit wieder zurück zu uns.

      „Pack es weg.“, befahl ich ihr.

      „Ich will meine Fähigkeiten auspro-“

      „Pack das verdammte Messer weg!“, schrie ich sie nun an.

      Archer trat ihr entgegen und nahm ihr das Messer ab. Er hielt es sich knapp über seine Hand.

      „An mir könnt ihr es gefahrlos ausprobieren.“

      Das war die so ziemlich dümmste Idee des Tages. Nein, sogar des ganzen Monats. Ich konnte kaum hinsehen, wie Archer sich selbst in die Handoberfläche ritzte.

      „Und nun bist du dran.“, sprach er zu meiner Schwester. Sie legte zögern ihre Hand auf seine. Schon kurz darauf floss kein Blut mehr aus Archers Hand, und nach ein paar weiteren Sekunden schloss sich die Wunde von selbst! Die Haut schien einfach aus dem Nichts zu kommen und den Schnitt zu überdecken.

      „Das ist auch in Ordnung.“ Sie strahlte über ihr ganzes Gesicht und freute sich sehr, dass sie eine nützliche Fähigkeit beherrschte.

      „Es ist schon spät. Packen wir unsere Sachen und gehen schlafen, morgen ist wieder Schule.“ Mir wurde das klar, als ich auf die Uhr sah: Mittlerweile war es schon 11 Uhr.

      Meine Schwester und ich packten unsere Sachen, gingen nacheinander Zähneputzen und begaben und dann in unsere Betten. Hier trat dann das letzte Problem des Abends auf: Wo sollten Saber und Archer schlafen?

      „Also ich schlafe hier, wenn es euch nicht stört.“, verkündete Archer recht schnell und zeigte dabei auf die Couch. Offenbar gefiel sie ihm, denn er saß schon den halben Abend darauf.

      Meine Schwester ging also in ihr Zimmer und Saber folgte mir, ohne das ich sie realisierte. Ich stellte mir also meinen Wecker und legte mich hin, so wie ich es immer tat. Doch plötzlich hob sich die Bettdecke neben mir und Saber legte sich dazu.

      „Saber?!“ Ich sah sie verdutzt an, denn ich hatte nicht erwartet, dass sie mir bis in mein Bett folgt.

      „Ich bin euer Servant und der Krieg kann jeden Augenblick beginnen. Ich bin also in meiner Ehre als Ritter verpflichtet, Euch zu beschützen!“, entgegnete sie mir. Dieser Satz klang so, als ob sie ihn schon lange einstudiert hätte.

      „Sie es mal so, Saber. Du bist ein Mädchen. Ich bin ein Junge. Verstehst du das Problem?“

      „Nein, nicht wirklich.“

      Mit genau so einer Antwort hatte ich gerechnet. Ich hatte nichts mit Saber, im Gegenteil sogar, sie war mir überaus sympathisch. Nur war ich in der Schule schon nicht der Beste, wenn es um den Umgang mit Mädchen ging. Mit den meisten konnte ich so gut wie kaum reden, weil ich einfach viel zu unauffällig war. Wobei unauffällig das falsche Wort ist – ich war einer der wenigen, die sich benehmen konnten. Das war in unserer Schule aber leider nicht gefragt. Je auffälliger und schlimmer man sich benommen hatte, desto mehr fuhren die Mädchen auf jemanden ab. Da gab es nur sehr wenige Ausnahmen.

      „Also okay, leg dich hin. Aber weck’ mich bitte auf, wenn du meinen Wecker klingeln hörst und ich noch schlafen sollte. Ich hole meinen Schlafsack und schlafe hier auf dem Boden.“

      Kurz darauf schaltete ich meine Nachttischlampe aus und legte mich hin. Anfangs fühlte es sich noch komisch an, aber nachdem Saber eingeschlafen war, und ich mich weniger beobachtet vorkam, hatte ich keine Lust mehr über solche Kleinigkeiten nachzudenken. Immerhin musste ich morgen pünktlich zur Schule.

      Letztendlich schlief auch ich dann ein - ohne Plan, wie es morgen weitergehen würde.


      Preview:

      Kapitel 3: Unerfreuliche Bekanntschaften – Verschwindet die Grenze zwischen Alltag und Wahnsinn?

      Es könnte ein ganz normaler Montag sein: Lukas und Lea gehen in die Schule und alles ist wie immer. Doch bald wird klar, dass die beiden kein normales Leben mehr führen können. Die Schule, normalerweise ein völlig langweiliger Ort, wird plötzlich zum Schauplatz des Geschehens – und dabei treffen die beiden nicht nur auf gut gelaunte Leute…


      So, jetzt habt ihr den ersten Lesestoff.
      Kritik, Anregungen und Co. könnt ihr gerne dalassen.

      Aktuell stehe ich bei Kapitel 7, weitere Kapitel sind schon in Arbeit.

      MfG
      ~Pfannkuchen~


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      Damits hier mal nicht so nackelig aussieht, ein kleiner Kommentar von mir zum Startpost, sowie eine weitere Information für die Leser:

      @Startpost:
      Spoiler anzeigen

      Sieht im Grunde recht gut aus. Nur würde ich noch 2 Sachen bemängeln/ändern:
      1. Vielleicht solltest du wichtige Dinge im Vorwort hervorheben(unterstreichen oder Fettdrucken). Denn als ich den riesigen Berg an Worten gesehen habe, wurde man gleich erstmal erschlagen(ist zwar etwas komisch, da man ja hier eh lange Texte sieht, doch das Vorwort demotiviert schon irgendwie). Hier ein paar Beispieltextstellen:
      "ansonsten besteht kein oder kaum Zusammenhang zwischen dem geschichtlichen Ich und mir selbst"
      "Die Personen, die neben mir in der Geschichte vorkommen, sind alle frei erfunden."
      "orientiert sich in keiner Weise am Verhalten einiger meiner Mitmenschen"

      Außerdem würde ich vorschlagen diese ganzen Kleinigkeiten lieber in einem extra Tab einzufügen(z.b. wichtiges). Oder stattdessen an erster Stelle nur die kleine inhaltsangabe(die dir wiederum sehr gelungen ist).

      Ist einfach nur wegen des ersten Eindrucks.

      @Veröffentlichungsspanne:
      Ist die nicht ein bisschen hoch? weil ich finde bei geplanten 15 Kapiteln jeden Montag(sprich jede Woche) doch ein bisschen sehr starken Rhytmus. Klar ist das jetzt noch ganz in Ordnung bei der Masse an vorgeschriebenen Kapiteln, doch wenn man rein rechnerisch ran geht(15 Chapter = 15 Wochen; +- 3 Chapter wegen Doppelveröffentlichungen[siehe Chapter 1+2] = 12 Wochen = ca. 4 Monate), ist deine Story nicht nur schnell zuende, sondern könnte der Leser womöglich garnicht so schnell hinterherkommen(bsp: Momentan brauch ich bei normalen Tempo 3 Tage für 2 Chapter FanFic zu lesen. Deine sind zwar etwas kürzer, aber trotzdem...). Zudem darfst du nicht vergessen, das für dich wohl auch mal Engpässe kommen könnten(bzw. auch irgend wann mal bei mir zum Korrekturlesen. Insbesondere wenn ich sehe, das ca. 3-4 Monate innerhalb meiner Abi-Prüfungen sind :heul: ). Ich persönlich würde also einen 2-Wochen Rhytmus bevorzugen(gleiche Rechnung = ca. 8 Monate). Aber da das deine FF ist, solltest du das natürlich selber wissen.


      @an alle Leser:
      Spoiler anzeigen

      Wie es Pfannkuchen ja schon reingeschrieben hat, stelle ich seinen Korrekturleser dar. Ich habe mich zwar explizit fast nur auf Story-orientierte Fehler/Verbesserungsvorschläge kontrolliert, und weniger groß die bis ins kleinste Detail angepasste Grammatik/Rechtschreibung, doch jeder dadurch geschuldete Fehler darf mir gerne in die Schuhe geschoben werden. Wenn man mir auch explizit sagt, was falsch war, werde ich natürlich darauf besonders Acht geben(auch wenn dies meist einige Kapitel dauern könnte, da Pfannkuchen doch eine SEHR SEHR große Menge an Chapters vorgeschrieben hat).
      Aber ich nehme keine Haftung für nachträglich geänderte Textstellen, oder falls Pfannkuchen einige meiner Verbesserungsvorschläge ignoriert hat(glaub ich zwar nicht, kann aber trotzdem sein). Denn die korrigierten Kapitel kontrolliere ich nur noch stichprobenartig auf für mich besonders wichtige Kapitelfetzen.



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      Erstmal Danke für den ersten Post, der nicht von mir kam^^

      @Startpost
      Spoiler anzeigen
      Okay, hier sehe ich ein, dass ich noch einiges besser machen kann. Ich werde ihn die Tage noch bearbeiten und ein paar Verbesserungen vornehmen, damit der erste Eindruck besser ist.


      @Veröffentlichungsspanne
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      Ich habe mich auch schon gefragt, ob sie ein bisschen hoch ist. Ich werde das vermutlich noch korrigieren und auf alle 2 Wochen runtergehen, damit doch nicht zu schnell die Luft raus ist. Wäre am besten, wenn man ein Mittelding, etwas wie "alle 10 Tage" finden könnte, da ich 2 Wochen irgendwie für sehr lange halte^^


      @an alle Leser
      Spoiler anzeigen
      Also Rechtschreibung lese ich mir beim Korrigieren immer noch einmal durch. Ich habe auch schon einige Fehler gefunden, die du mir nicht angestrichen hast - auf den zweiten Blick sieht man viel mehr^^

      Ein paar deiner Vorschläge habe ich zwar nicht 1:1 umsetzen können (da ich mir für den späteren Verlauf dabei schon etwas gedacht habe), aber großteils konnte ich mit deiner Verbesserung viel anfangen.
      Besondern Details sind immer sehr wichtig - vor allem Personenbeschreibungen und Co.

      Ausschließlich die Bilderidee habe ich beibehalten - das ist in gewisser Art mein persönlicher Stil, dass ich dem Leser die Charaktere vor Augen führen will (zumindest die Servants).


      MfG
      ~Pfannkuchen~


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      Kapitel 3: Unerfreuliche Bekanntschaften – Verschwindet die Grenze zwischen Alltag und Wahnsinn?

      Es war ungefähr Viertel vor 7, als mein Wecker mich wie gewohnt wachgeklingelt hat. Als ich aufstehen wollte, bemerkte ich, dass Saber auf meinem linken Arm lag. Sie ist wohl in der Nacht aufgestanden und lag nun, mit ihrem Kopf in meine Richtung geneigt, an meiner Schulter. Ich musste mir erst mit der rechten Hand die Augen reiben, bevor ich dieses Bild komplett wahrnahm.

      Die schläft ja wirklich wie ein Stein…

      Ich beugte mich nach vorne, um den Aus-Schalter an meinem Wecker zu betätigen. Zu meiner Verwunderung wachte Saber nicht auf, obwohl ich mich nicht gerade sanft bewegt hatte. Ich neigte mich etwas näher zu ihrem Kopf.

      „Saber?“, flüsterte ich ihr zu. „Bist du wach?“ Gleichzeitig tippte ich sie mit meinem Handrücken an ihre Schulter. Langsam wachte sie auf und öffnete ihre Augen.

      „Guten Morgen.” begrüßte ich sie mit einem breiten Lächeln. „Gut geschlafen?“

      Saber riss ihre Augen auf und jetzt wurde ihr klar, dass sie sich im Schlaf unbewusst zu mir bewegt hatte. Sie lief daraufhin leicht rot an und brachte nur ein sehr dünnes „Guten Morgen.“ heraus.

      Die Peinlichkeit legte sich wieder, als wir aufstanden und ich meine holte. Ich kramte ein wenig in meinem Schrank, bis ich meine Klamotten ausgesucht hatte. Ich zog mich an, während Saber darauf bestand schon in die Küche zu gehen und die Rollläden hochzuziehen. Danach ging ich in das Zimmer meiner Schwester und weckte auch diese.

      „Wie immer?“, fragte sie mich noch im Halbschlaf, als ich vor ihrem Bett stand.

      „Nein, heute nicht. Ich mache freiwillig das Essen, nachdem ich gestern Zeuge eurer Unfähigkeit geworden bin. Noch mal fackelt ihr mir die Küche nicht ab.“

      Ich begab mich also auch in die Küche, während mir Archer aus dem Wohnzimmer entgegen kam. Seinem Gesichtsausdruck zu urteilen hat er besser geschlafen als wir anderen, denn er konnte schon so früh am Morgen nichts anderes als ein Lächeln hervorbringen.

      „Deine Couch ist wirklich bequem.“, sagte er mir, als ich den Raum betrat. Das bekräftigte meine Gedanken noch weiter.

      Hätte ich mich doch nur für die Couch entschieden…

      Der Morgen lief so ab wie immer: Wir aßen zusammen – heute eben zu viert anstatt nur zu zweit – und machten uns fertig für die Schule. Kurz bevor wir gingen kam noch eine Diskussion auf, ob Saber und Archer uns begleiten sollten. Saber wollte unbedingt mitkommen, allerdings beharrte ich darauf, dass sie mindestens bis zum Kriegsbeginn warten solle.

      „Es kann jeden Moment das Signal der Kirche kommen. Wenn ich dich jetzt alleine losgehen lasse, wer verspricht mir, dass du auch wieder zurückkehrst?“

      „Nein, nein und nochmals nein. Solange es noch nicht losgeht, ist das nicht nötig und sorgt nur für Aufmerksamkeit. Du bleibst hier daheim und wartest, bis ich wieder zurückkomme. Verstanden?“

      „Verstanden.“, murrte Saber leise. Sie war offensichtlich wütend über meine Entscheidung. „Falls du in Schwierigkeiten kommst, dann benutze aber einen deiner Befehlszauber.“, wies sie mich noch zurecht.

      „Keine Sorge. Wenn etwas Unvorhersehbares passiert, dann rufe ich dich.“

      „Das selbe gilt auch für dich“, fügte Archer hinzu. Meine Schwester gab ihr Einverständnis mit einem simplen Kopfnicken. Wir verließen daraufhin das Haus und begaben uns zu meinem Motorrad.

      Der Weg war nicht mehr so vereist wie am Samstag. Die Temperaturen lagen zwar auch im Bereich des Gefrierpunktes, aber mit einer Motorradjacke war alles erträglich. In der Schule angekommen, ging jeder von uns seinen eigenen Weg. Meine Schwester musste allerdings mit dem Bus nach Hause fahren, da ich heute Nachmittagsunterricht hatte. Wir vereinbarten deshalb keine Zeit, zu der wir uns wieder an meinem Motorrad treffen würden.

      Die Schule war unverändert. Montags waren die Gesichter der anderen allerdings noch betrübter als sonst, da in Gedanken alle noch im Wochenende waren. Ich lief in meinen Deutschkurs, den man schon von weitem hören konnte. Als ich den Raum im dritten Stock unserer Schule betrat, spielte sich ein gewohntes Bild vor meinen Augen ab.

      In der Mitte des Raumes stand Max, der gerade den männlichen Besuchern unseres Kurses seine neusten Errungenschaften präsentierte. Max hatte ein für mich ziemlich unnötiges Hobby: Er schreibt minderjährige Mädchen auf WhatsApp, Facebook und Instagram an und versucht im Laufe der Gespräche von ihnen Nacktbilder zu bekommen. Erst spielte er ihnen Interesse vor, und am Ende erpresste er sie meistens noch damit. Es gab ihm wohl eine Art Befriedigung, wenn er Macht hatte und diese ausspielen konnte.

      Max hatte sehr kurze, schwarze Haare. Er war ungefähr 1,85m groß und sah neben mir fast wie ein Riese aus, auch wenn das nur meine Einschätzung war. Neben mir sah fast jeder wie ein Riese aus. Des Weiteren schmückte eine großflächige Akne sein Gesicht. Wie fast jeder andere auch trug er eine Jeans und einen grauen Kapuzenpullover.

      Über sein Handeln war unser Jahrgang gespalten. Es gab die eine Seite mit Leuten wie mir, die das einfach lächerlich fanden. Die zweite Gruppe waren sozusagen seine „Anhänger“, die noch was von ihm lernen wollten. Diese bestand hauptsächlich aus den Jungs und Mädchen unserer Klasse, aber auch aus ein paar anderen.

      Schulisch gesehen kam ich gut mit ihm klar. Wir saßen in vielen Fächern nebeneinander, da seine Anhänger oft nicht gerade die Hellsten waren. Wenn er also nicht damit beschäftigt war, alle möglichen Mädchen aus unserem Jahrgang anzugrabschen – bei denen er sowieso nie landen würde – war er ein ganz erträglicher Zeitgenosse. Je weniger Leute um ihn herum standen, desto normaler konnte man sich mit ihm unterhalten.

      Morgens gab es dann wieder die typische Begrüßung unter uns Jugendlichen. Ich habe extra aufgepasst, dass ich meine linke Hand nicht zu weit aus der Jackentasche ziehe. Ich hatte mir die Befehlszauber mit einem Verband verbunden, damit sie niemand sehen kann.

      „Was hast du da an deiner Hand, Lukas?“, fragte mich Leonie von der Seite.

      „Ach, nichts schlimmes. Bin ausgerutscht und hingefallen.“, antwortete ich mit meiner bereits festgelegten Antwort.

      „Hmm, das ist aber ein Zufall.“, sagte Leonie erstaunt. „Du bist schon der Dritte der heute mit einem Verband an der Hand in die Schule kommt.“

      „Der Dritte? Wer sind denn die anderen?“

      „Guck mal da drüben.“, sagte sie und zeigte dabei auf Max. „Max hat sich beim Handball etwas zugezogen. Und deine Lieblingsschülerin hat sich beim Gardetanz wehgetan.“ Sie zeigte dabei auf Berit, die in der letzten Reihe saß und wie immer eifrig mit ihren Freundinnen diskutierte. „Kannst ja mal hingehen und sie bedauern.“ Dabei lachte mich Leonie leicht ironisch an.

      „Du weißt genau, dass ich mir eher ein Bein ausreißen würde als mit der noch mal zu der zu gehen und zu reden.“, gab ich mit einem nur schwer aufgesetzten lächeln zurück.

      Berit hat mich vor ungefähr einem Monat abblitzen lassen. Erst hat sie mir Wochenlang geschrieben und mir mit Absicht vorgespielt, dass sie mich mag, und als ich die Initiative ergriffen und gefragt habe, hat sie mir eiskalt ein Nein gegeben. Zudem hat sie es im kompletten Jahrgang rumerzählt, wodurch ich mit den meisten Mädchen absolut nicht mehr klarkomme. Immerhin war Berit so was wie die Göttin des Jahrgangs und ich bin im Vergleich nur Abschaum. Allerdings war ich nicht der einzige, dem es so ergangen ist: Auch Max ist auf die Nummer reingefallen und hat einen kräftigen Abputzer kassiert. Er konnte sich allerdings wieder berappeln. Mein Selbstvertrauen ist seitdem so gut wie im Keller, aber ich versuche es mir so wenig wie möglich anmerken zu lassen.

      Die Schulglocke ertönte und alle eilten auf ihre Plätze. Unsere Deutschlehrerin kam herein und wir begannen mit dem Unterricht. Es war eigentlich alles wie immer, bis zu dem Zeitpunkt, als wir eine Gruppenarbeit beginnen sollten.

      Normalerweise arbeitete ich immer mit Max, meinem Sitznachbar, und dem Tisch neben uns zusammen. Aber Max schien heute etwas Spezielles vorzuhaben.

      „Wir arbeiten heute mit Berit und Nora zusammen, in Ordnung?“, fragte er mich. Auf diese Frage konnte man eigentlich nur eine Antwort geben.

      „In Ordnung.“ Mit nein zu antworten, hätte sowieso keinen Sinn, da wir dann nur unnötig lange diskutieren müssten. Da gab ich lieber sofort nach.

      Nora und Berit waren dicke Freunde. Sie waren beide ungefähr so groß wie ich, aber auch nur, wenn sie ihre Absatzschuhe anhatten. Berit hatte schulterlanges braunes Haar und Nora längeres blondes.

      Draußen angekommen begannen wir sofort mit der Arbeit. Naja, hauptsächlich Max und ich. Die Mädchen redeten wie immer über total belanglose Sachen. Ich fragte mich, warum Max unbedingt mit denen Arbeiten wollte. Irgendwann ging Nora auf Toilette. Kaum war sie um die Ecke, baute sich eine gewisse Spannung unter uns dreien auf.

      „Wir brauchen gar nicht lange diskutieren.“, fing Berit an zu sprechen. „Ich weiß genau, was ihr da an eurer Hand habt.“

      „Wahrscheinlich das Selbe wie du, oder?“, gab Max selbstbewusst zurück.

      Beide wickelten die Bandagen an ihren linken Handgelenken ab und zeigten sich ihre Befehlszauber. Sie wiesen beide deutliche Unterschiede zu meinen auf. Ich wusste nicht, ob ich ihnen jetzt was vormachen sollte oder auch meine Hand auswickeln sollte.

      „Du hast doch sicher auch einen.“, sprach mich Berit mit einem aggressiven Ton an. „Zeig doch mal her.“

      „Ich weiß nicht wovon du redest.“, antwortete ich, obwohl allen sofort klar war, dass ich gelogen habe.

      Berit griff instinktiv nach meiner Hand und riss mir die Bandage ab. Es geschah so plötzlich, dass ich nicht reagieren konnte. Darunter kam ein Teil meiner Befehlszauber zum Vorschein.

      Ich wickelte meinen Verband wieder auf - immerhin hatte Berit das erreicht, was sie wissen wollte. Problem Nr. 1 war hiermit für uns 3 gelöst: Wir wussten mit wem wir es zu tun bekamen. Es herrschte für einen kurzen Moment totenstille, dann ergriff Max das Wort.

      „Dann leg ich euch beide als erstes um.“

      „Das werden wir heute Abend sehen.“, fauchte Berit zurück. „Gegen einen Minderjährigenficker werde ich nicht verlieren.“

      Minderjährigenficker war eine speziell auf ihn zugeschnittene Beleidigung. Max’ Freundin war noch 13, obwohl er längst 16 war. Ein weiteres Symbol dafür, dass in unserer Gesellschaft etwas falsch lief. Schließlich war er nicht der einzige, der die kompletten unteren Jahrgänge in seiner Kontaktliste hatte. Mehr Zeit war nicht mehr übrig, da Nora wieder von der Toilette zurückkam.

      Der restliche Tag verlief überraschend ruhig. Obwohl die beiden sich eine deutliche Kampfansage gemacht hatten, haben wir den Rest des Tages damit verbracht, uns nichts anmerken zu lassen. Das war nicht all zu schwer, denn immerhin belog man sich bei uns regelmäßig. Alleine die Tatsache, dass ich Max normal hassen müsste, mich aber ihm gegenüber immer normal verhielt, war beschreibend für das „Totschweigen“ unseres Konflikts. Zum Glück konnte ich mich bei dieser ersten Auseinandersetzung im Hintergrund halten. Mir war zwar klar, dass weder Max noch Berit mich besonders mochten – aber gegenseitig hassten sich die beiden noch viel mehr. Ich wusste auch nicht ob das daran lag, dass Max sie mal nach einem Date gefragt hatte. Aber seit einigen Monaten waren die Spannungen zwischen den beiden kaum übersehbar.

      Mittags fuhr meine Schwester mit der Linie nach Hause. Sie sollte für sich, Saber und Archer das Mittagessen zubereiten. Ich hatte lange Schule und musste dementsprechend in unserem Gebäudekomplex bleiben und in der Mensa zu Mittagessen. Doch als ich diese Betrat und aus dem Fenster blickte, traf mich fast der Schlag – war das da draußen etwa Saber?

      Ich ging auf den Schulhof und geradewegs in Richtung der Hecke, hinter der ich Saber vermutete. Und wahrhaftig, sie kniete halb hinter dem Busch und schien mich zu beobachten.

      „Hab ich dir nicht ganz klar gesagt, dass du zu Hause bleiben sollst?!“, flüsterte ich in einem wütenden Ton, damit mich auch ja niemand bemerkte.

      „Aber ich -“

      „Nein, nichts aber!“, unterbrach ich Saber. „Da drüben steht meine Schwester. Du geht jetzt bitte zu ihr und verschwindest von hier, bevor dich jemand bemerkt. Und ein Nein werde ich nicht akzeptieren. Verstanden?!“

      Die letzte Frage musste Saber mir gar nicht beantworten, denn ich hätte sowieso nur eine Antwort durchgehen lassen. Sie lief daraufhin zu Archer und Lea, die zwar verwundert über ihr Erscheinen waren, aber sie mitnahmen.

      Meine folgende Doppelstunde war mal wieder richtig entspannt. Ich bin so was wie der Hilfsarbeiter unseres Informatiklehrers und durfte demnach wieder die Hälfte der Zeit durch das Gebäude laufen, um irgendwelchen Kleinkram für ihn zu erledigen. Meine Aufgaben kamen dabei nicht zu kurz, ich war einer der besten. Es war also nicht nur ein entspannender Unterricht, sondern ich bekam auch immer gute Noten.

      Die Schulglocke läutete zum Schulschluss. Während alle so schnell wie möglich nach draußen rannten, blieb ich noch 2 Minuten um aufzuräumen. Immerhin war ich mit dem Motorrad da und hatte Zeit. Zudem hasste ich es, wenn die Schränke so unordentlich waren. Außer mir befand sich keine Menschenseele mehr in der Schule.

      Wirklich keine? Ich hörte jemanden die Treppe hoch laufen und rechnete stark damit, dass ich jetzt von der Putzfrau vertrieben werden würde. Doch von der Putzfrau war nichts zu sehen – stattdessen kam Max die Treppe hinauf.

      „Was machst du denn so spät noch hier?“, scherzte ich, während ich den letzten Karton in das Regal räumte.

      „Bleib einfach ruhig stehen, dann tut es nur halb so weh.“, befahl er mir, während er sich seinen rechten Ärmel runterkrempelte. Auf seinem Arm war eine große, rote Schraffur, die von dem Ellenbogen bis zum Handgelenk verlief.

      „Was ist denn jetzt los?“

      Ich fragte vergebens. Ich bekam keine Antwort.
      An Stelle einer Antwort flog eine riesige Kugel, die Ähnlichkeiten zu einem Feuerball aufwies, auf mich zu. Ich schaffte es gerade noch mich rechtzeitig nach links wegzubewegen.

      „Ich sagte doch, dass du stehen bleiben sollst!“, schrie Max mich an.

      Bevor ich etwas Weiteres sagen konnte, kam mir nur ein Gedanke in den Kopf: Lauf weg!
      Ich rannte so schnell wie möglich aus der Hintertür des Computerraums, während Max zwei weitere Salven abfeuerte. Er verfehlte mich jeweils nur knapp.

      Was jetzt folgte, war der panischste Moment in meinem bisherigen Leben: Ich rannte wie ein Bekloppter durch das Treppenhaus, während Max jedes Mal mit einem Feuerball nach mir schoss. Er war ein Master, das war mir klar. Aber dass er mich wahrhaftig umbringen wollte, konnte ich kaum fassen. Jedes mal entging ich dem Schuss nur knapp, indem ich um eine weitere Ecke lief. Ich war überrascht von meinem Reaktionsvermögen, aber das war wohl nur so gut, weil ich kurz davor stand einen Kopf kürzer gemacht zu werden. Treppen rauf, Treppe runter – es schien mir endlos lange vorzukommen, obwohl es wahrscheinlich nicht mal 2 Minuten andauerte. Er brüllte mir jedes Mal etwas hinterher, was ich aber schon gar nicht mehr wahrnahm.

      Nachdem wir einmal rauf und runter gerannt sind, befand ich mich wieder im dritten Stock. Die Feuertüren waren geschlossen und bis zum Haupteingang wäre ich nicht gekommen, da der Weg dorthin ein langer Gang war. Dort hätte er mich nicht verfehlen können.

      Er wurde immer schneller, also musste ich reagieren: Ich schloss mich in einen Klassenraum ein, der noch offen stand. Ich versperrte die Tür, indem ich das Bücherregal davor schob.

      Max stand nun vor der Tür und schoss auf sie. Einmal, zweimal, aber die Tür hielt Allem stand. Nach weiteren zwei Schüssen bildeten sich die ersten kleinen Risse, aber noch schützte sie mich. Ich befand mich in der Mitte das Raumes und hatte gerade ein bisschen Ruhe gefunden, da verkündeter er mir eine Nachricht.

      „Da hast es nicht anders gewollt, jetzt zeige ich dir wer der bessere von uns beiden ist!“

      Oberhalb der Tür befand sich ein kleines Glasfenster. Durch dieses flog plötzlich ein kleiner Edelstein, der das Fenster in einem Schlag zerspringen lies. Als der Stein genau in meine Richtung flog, fing er an blau zu schimmern.

      „SIGN OF FIRE!“, brüllte Max vor der Tür, woraufhin der Stein noch heller leuchtete.

      Das kann nicht sein. Er wird doch nicht alles in die Luft sprengen?!

      Ich rannte auf das Fenster zu und sprang gegen die geschlossene Scheibe. Ich hatte die Ellenbogen schützend vor mein Gesicht gehalten und durchbrach die Scheibe, ohne dabei große Verletzungen davon zu tragen. Es war wie ein Wunder, dass diese zerbrach und ich entkommen konnte. Nur knapp hinter mir spürte ich die Druckwelle, die den kompletten Raum in Schutt und Asche legte. Doch nun folgte mein nächstes Problem: Ich fiel aus dem dritten Stock geradewegs in den Tod!

      „AAAHHHHHHHHHHHHHHH, HILF MIR, SABER!“, waren die einzigen Worte, die ich noch rausbekam. Ich war dem Boden schon so Nahe, dass ich dachte ich würde sterben. Ich presste meine Arme dicht an mich und verschloss die Augen so fest, wie ich es noch nie zuvor getan hatte – sie waren kurz davor zu platzen, so kam es zumindest mir vor. Ändern würde es aber trotzdem nichts…

      Doch kurz vor dem Boden hielt ich an. Schwebte ich etwa in der Luft? Nein, dass konnte nicht sein!

      „Seid Ihr in Ordnung, Master?“, fragte mich eine ziemlich bekannt vorkommende Stimme. Es war Saber, die mich wie ein Baby in den Armen hielt. Sie hatte mich tatsächlich aufgefangen.

      „Saber.“, kam es erleichternd aus mir. „Ich bin so froh, dass du hier bist. Aber wie bist du so schnell hierher gekommen?“

      „Hast du es vergessen? Du hast mich mit einem deiner Befehlszauber gerufen.“

      Ich blickte auf meine linke Hand. Dort war von dem Kreuz das untere Segment verblasst. Man konnte zwar noch leichte Konturen sehen, aber es war nicht mehr da.

      „Stimmt. Aber ich dachte, du kannst deine Geisterform nicht annehmen?“

      „Das ist wahr. Aber durch die Befehlszauber sind Servants in der Lage, selbst die übernatürlichsten Dinge zu bewältigen; ich konnte dich also fangen, obwohl ich bis eben an eurem Küchentisch saß.“

      Saber ließ mich daraufhin runter und wir gingen schnell zu meinem Motorrad. Auf dem Weg nach Hause war ich immer noch voller Angst, dass wieder ein Master hinter uns her sein könnte. Das bewegte mich dazu öfter nach hinten zu schauen als sonst. Als wir dann aber ankamen, war ich heilfroh, dass auch Archer in der Nähe war. Im Umfeld von 2 Servants fühlte ich mich endlich sicher.

      Natürlich musste ich nun Rede und Antwort stehen.

      „Waaaaaaaaaas“, platzte es aus meiner Schwester raus, nachdem ich meine Geschichte beendet hatte. „Max und Berit sind Master? Und Max hat dich angegriffen?“

      „Sieht ganz so aus. Jetzt sind wir schon zu viert. Bleiben also noch 3 Leute übrig, die wir nicht kennen.“

      „Du solltest dich auf jeden Fall umziehen gehen. Du sieht ganz schön ’durchnässt’ aus.“ Dabei zwinkerte mir meine Schwester mit dem rechten Auge zu.

      „Ich hab mir nicht in die Hose gemacht, ich bin wirklich geschwitzt. Immerhin bin ich aus dem dritten Stock gesprungen!“, gab ich wütend zurück. Danach ging ich mich trotzdem umziehen, da meine Klamotten förmlich an mir klebten. Nachdem ich wieder unten stand, waren die anderen auch schon fertig für den heutigen Abend.

      „Meine Güte, wie seht ihr denn aus?!“, fragte ich genervt in die Runde. Archer hatte seinen roten Mantel an, der zwar ganz gut aussah, aber damit würde er jedem sofort ins Auge springen. Meine Schwester hatte sich ihr Stirnband von der Sendung ’Naruto’ angezogen, womit sie aussah, als ob sie der nicht weit entfernten Psychiatrie entlaufen wäre. Ausschließlich Saber sah wie ein normaler Mensch aus. Sie trug ein weißes Hemd und einen langen blauen Rock, der von ihrer Hüfte bis zu dem Fußknöcheln reichte. Dazu trug sie ein paar Turnschuhe und eine weiße Winterjacke von meiner Schwester. Bis dato wusste ich nicht einmal, dass meine Schwester solche Klamotten besaß. Die hatte sie sicher aus der hintersten Ecke ihres Kleiderschranks hervor gekramt.

      „Keine Sorge, mein Stirnband zieh ich gleich wieder aus. War doch nur ein Witz.“ Sie musste lachen und löste den Knoten ihres Stirnbands.

      „Selten hab ich so schlecht gelacht.“

      „Aber Archer und Saber können bleiben wie sie sind. Archer wird sowieso seine Geisterform annehmen, damit man ihn nicht sehen kann. Und Saber sieht doch wirklich normal aus.“

      Ich blickte nochmals in Richtung von Saber. Sie sah wirklich mehr als normal aus. Irgendwie stand ihr dieses Outfit sogar sehr gut.

      „Nun, dann lasst uns anfangen.“, sagte Archer in einem ernsteren Ton als sonst. „Jetzt kommt es drauf an. Hast du eine Idee, wo wir auf die beiden anderen Master treffen könnten?“

      „Nun, ich bin mir nicht ganz sicher. Aber unsere Schule ist ziemlich abgelegen und es befinden sich nur wenige Häuser im Umkreis. Aber abgesehen davon wohnen sowohl Max als auch Berit in unmittelbarer Nähe zur Schule. Wir sollten also dort anfangen.“

      Ich war mir zwar selbst nicht sicher, aber diese Erklärung klang plausibel. Die beiden waren so gesehen Nachbarn, also würden sie sich nicht die Mühe machen und einen weit entfernten Ort für die Austragung ihrer Kämpfe zu wählen.

      Wir verließen das Haus und liefen zu meinem Motorrad, welches vorne in unserer Einfahrt parkte. Hier merkte meine Schwester schnell, dass wir ein weiteres Problem hatten.

      „Du weißt schon, dass auf dein Motorrad nur du und Saber passen. Sollen ich und Archer etwa laufen?“

      „Keine Sorge, ich habe schon vorgesorgt.“ Lächelnd ging ich in Richtung Scheune und holte ein zweites Motorrad aus der mittlerweile verstaubten Abstellkammer.

      „Ist für dich.“, fügte ich knapp hinzu.

      „Für mich? Danke!“ Meine Schwester freute sich wie ein kleines Kind über ein Dreirad zu Weihnachten. „Aber du weißt schon, dass ich nicht fahren kann, oder?“

      „Du vielleicht nicht – aber Archer sicherlich. Ich habe mich von Saber aufklären lassen: Wenn Servants in eine andere Zeit kommen, dann bekommen sie ein gewisses Wissen mitgeliefert. Und bestimmte Klassen haben bestimmte Fähigkeiten. Saber und Archer sollten eine große Reitfähigkeit besitzen, habe ich mir sagen lassen. Also kann Archer ganz getrost damit fahren, obwohl es für ihn das erste Mal ist.“

      Wir setzten uns auf unserer Räder und fuhren zum angepeilten Punkt: Der Schule.
      Unsere Strategie war klar: Wir mussten nicht mehr viele Worte verlieren, um uns klarzumachen, dass es ab jetzt ernst wird.

      „Ihr tötet nur die Servants und lasst die Master am Leben! Um die anderen Master kümmern ich und Lea uns.“ Saber und Archer nahmen den Befehl hin. Sicher war es nicht schlau die anderen Master am Leben zu lassen, aber ich konnte nicht zulassen, dass andere Menschen für diesen Krieg sterben würden. Wenn alle anderen Servants besiegt wären, dann hätten wir so oder so gewonnen – mehr Blut wollten wir nicht vergießen.


      „So, ich denke mal, dass wir uns gleich zur Schule aufmachen. Dort treffen wir die anderen am ehesten an.“ Max saß auf seiner Couch in seinem Zimmer. Er hatte ein leichtes, aber dennoch furchteinflößendes Lächeln auf den Lippen.

      „Aber sicher doch. Und wenn wir sie sehen, dann machen wir sie fertig. Aber lass mir auch was übrig.“, sagte ein Mädchen, welches unmittelbar neben ihm saß. Ihr Unterton klang leicht scherzend, als ob sie sich des Sieges schon sicher waren.

      „Und wenn wir den Gral haben, dann darfst du dir auch was wünschen.“, fügte Max hinzu, bevor er aufstand und nach seiner Jacke griff. Das Mädchen folgte ihm ohne ein Wort zu verlieren.

      „Mach dich auf was gefasst, Lukas. Jetzt wird abgerechnet…“


      Preview:

      Kapitel 4: Die erste Nacht – Abrechnung mit ehemaligen Kameraden?

      Lukas, Lea, Saber und Archer machen sich auf die Suche nach anderen Mastern mit ihren Servants. Schnell sind sie sich einig, wo sie suchen wollen und begeben sich auf eine Reise ins Ungewisse. Wer ist das mysteriöse Mädchen, mit dem sich Max über den Krieg unterhalten hat? Und auf wen werden die Geschwister treffen, wenn sie angekommen sind?


      Viel Spaß bei dem neusten Kapitel.
      Heute geht es endlich zur Sache!

      Wie ich den Startpost vorübergehend bearbeite, muss ich noch sehen. Ohne Tabmenu sind wir ziemlich arm dran...

      Kritik und Anmerkungen sind gern gesehen ;)

      MfG
      ~Pfannkuchen~


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      Pfannkuchen schrieb:

      :push:

      Gibt es überhaupt Leser?^^
      Ja, mich :)

      Sorry, das ich mich erst jetzt melde. Ich wollte eigentlich mal meine Meinung abgeben, wenn ich up to date bin, aber bei meinem üblichen Schneckentempo wird das eh nichts. Deshalb hier meine Gedanken zu den ersten beiden Kapiteln:
      Spoiler anzeigen
      Zunächst einmal finde ich deinen Schreibstil sehr gut. Wenn man bedenkt, dass das dein erster Ausflug in die Belletristik ist, kann sich der echt sehen lassen. Lob auch an Deckcreator als Korrekturleser, besonders viele Rechtschreibfehler konnte ich jetzt nicht ausmachen, aber ein paar schon.

      Inhaltlich kann ich noch nicht allzu viel sagen, ist ja noch nicht so viel passiert.

      Aber ich will's dir ja nicht zu einfach machen. Ein paar Kritikpunkte habe ich auch parat:

      - Einige Dinge finde ich doch recht unglaubwürdig. Zum Beispiel glaube ich kaum, dass das Jugendamt zwei 16- und 14-Jährige einfach so allein leben lässt. Ich weiß, Bürokratiehölle Deutschland und so, aber trotzdem. Wenn ich ein paar eigene inhaltliche Ideen einbringen darf: Du hättest zum Beispiel in Kapitel 1 eine Szene einbauen können, in der das Jugendamt vor der Tür steht und du und deine Schwester euch auf dem Dachboden oder sonst wo verschanzt und so tut, als wäret ihr nicht da. Im späteren Verlauf könnte das Jugendamt dann nochmal auftauchen und ihr könntet Saber und Archer als eure Erziehungsberechtigten ausgeben :D
      Außerdem finde ich, dass ihr euch etwas zu schnell an Saber, Archer und diese ganze Gralskrieg-Sache gewöhnt und daran glaubt. Wobei ich es aber auch für nahezu unmöglich halte, hier eine authentische Menge an Skepsis darzustellen, von daher halb so wild.

      - Ein bisschen komisch fand ich auch deinen Gesellschaftskritischen Ansatz. Du schreibst:
      Warum muss also ausgerechnet ich in dieser Gesellschaft leben? In einer Welt, in der sich täglich Menschen mit Intrigen verraten. In einer Welt, in der man bei jedem dritten Satz fast kotzen muss, weil der, der es sagt, sowieso nichts darauf gibt und nicht zu seiner Meinung steht? In einer Welt, die voll Hass, Rassismus und Asozialität war. Wo sich die Menschen schon ab 13 Jahren gegenseitig Nacktbilder auf WhatsApp und Snapchat schicken und wo im Grunde jeder jeden für alles verantwortlich macht, was in seinem eigenen Leben schief geht?
      Ich bin zwar ein großer Freund von Gesellschaftskritischen Ansätzen und rebellischen Helden, aber nicht so. Ich meine klar, ich lebe in der gleichen Welt wie du und weiß, was du meinst, aber das kam einfach viel zu plötzlich. Du schreibst das alles, ohne irgendetwas davon vorher dargestellt zu haben. Show, don't tell.
      Allgemein hätte es der Geschichte nur gut getan, wenn du mit dem Erscheinen von Saber und Archer ein oder zwei Folgen gewartet hättest, um in Ruhe ein Bild deines Lebens zu vermitteln.

      - Allgemein sehe ich es als größtes Problem deiner Fanfic an, dass alles etwas zu schnell und kurz gerät. Sabers und Archers Probleme mit der modernen Welt sind z.B. mMn deutlich zu kurz geraten.

      - Zu guter Letzt habe ich als jemand, der das Vorbild nicht kennt, die Regeln nicht ganz verstanden. Ich verstehe nicht ganz, wessen Kampf das nun ist. Der der Servants oder der Master? Bisher hatte ich den Eindruck, die Servants seien so etwas wie unsterbliche Geisterwesen, die alle paar Dekaden wiedergeboren werden, um den Masters bei ihrem Kampf beiseite zu stehen. Quasi wie Coaches. Gleichzeitig sagst du aber auch, dass die Servants sterblich seien und es ihr Ziel ist, die anderen Servants zu vernichten, um den Gral zu erlangen. Die Frage, die sich mir bei letzterem auftut lautet: Wozu brauchen die dann noch euch Master? Wieso lasst ihr die nicht einfach ihren Kampf selber austragen und versucht, ein normales Leben zu führen? Und sind es eigentlich jedes Mal die gleichen Servants oder immer andere?

      Und zum Startpost: Ich finde, man kann das auch ganz gut mit Spoilern machen. Sieht mit dem neuen System ganz elegant auch. Ich bin bei meiner Fanfic auch mittlerweile auf Schachtelspoiler umgestiegen. Kannst du dir ja mal ansehen.

      So, dann bin ich mal gespannt, wie das ganze wird, wenn es mit der Action losgeht. Man sieht sich ;)

      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2
      @Leseleff (war gestern Abend zu müde zum Antworten^^)

      Spoiler anzeigen

      Leseleff schrieb:

      - Einige Dinge finde ich doch recht unglaubwürdig. Zum Beispiel glaube ich kaum, dass das Jugendamt zwei 16- und 14-Jährige einfach so allein leben lässt. Ich weiß, Bürokratiehölle Deutschland und so, aber trotzdem. Wenn ich ein paar eigene inhaltliche Ideen einbringen darf: Du hättest zum Beispiel in Kapitel 1 eine Szene einbauen können, in der das Jugendamt vor der Tür steht und du und deine Schwester euch auf dem Dachboden oder sonst wo verschanzt und so tut, als wäret ihr nicht da. Im späteren Verlauf könnte das Jugendamt dann nochmal auftauchen und ihr könntet Saber und Archer als eure Erziehungsberechtigten ausgeben
      Außerdem finde ich, dass ihr euch etwas zu schnell an Saber, Archer und diese ganze Gralskrieg-Sache gewöhnt und daran glaubt. Wobei ich es aber auch für nahezu unmöglich halte, hier eine authentische Menge an Skepsis darzustellen, von daher halb so wild.


      In Sachen Jugendamt habe ich euch quasi schon ein eine "fertige" Welt geworfen, da es sonst noch zu ausdauert wird. Es wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine (oder auch zwei) OVAs, also Bonusfolgen geben. Du liegst also mit deiner Jugendamts-Idee gar nicht mal so verkehrt ;)

      Ja, die Gewöhnungssache. Ich habe sie einfach damit abgekürzt, dass es jeden Moment losgehen könnte. Zudem ist Saber meinem lyrischen Ich nicht gerade unsympathisch, deshalb gibg hier wohl alles etwas schnell.

      Leseleff schrieb:

      Ich bin zwar ein großer Freund von Gesellschaftskritischen Ansätzen und rebellischen Helden, aber nicht so. Ich meine klar, ich lebe in der gleichen Welt wie du und weiß, was du meinst, aber das kam einfach viel zu plötzlich. Du schreibst das alles, ohne irgendetwas davon vorher dargestellt zu haben. Show, don't tell.
      Allgemein hätte es der Geschichte nur gut getan, wenn du mit dem Erscheinen von Saber und Archer ein oder zwei Folgen gewartet hättest, um in Ruhe ein Bild deines Lebens zu vermitteln.


      Auch hier seid ihr ein eine fertige Welt reingeschmissen worden. Ich kann dazu nur sagen, dass sich einige Fragen erst im Laufe klären werden und es auch Gedankengänge in Vergangenheit geben wird, weshalb hier noch einiges kommen wird.

      Leseleff schrieb:

      - Allgemein sehe ich es als größtes Problem deiner Fanfic an, dass alles etwas zu schnell und kurz gerät. Sabers und Archers Probleme mit der modernen Welt sind z.B. mMn deutlich zu kurz geraten.


      Ab den nächsten Kapiteln gerät alles viel länger, glaub mir^^ Die Einleitung mag recht kurz sein, aber später dauert die Tage viel länger.

      Leseleff schrieb:

      - Zu guter Letzt habe ich als jemand, der das Vorbild nicht kennt, die Regeln nicht ganz verstanden. Ich verstehe nicht ganz, wessen Kampf das nun ist. Der der Servants oder der Master? Bisher hatte ich den Eindruck, die Servants seien so etwas wie unsterbliche Geisterwesen, die alle paar Dekaden wiedergeboren werden, um den Masters bei ihrem Kampf beiseite zu stehen. Quasi wie Coaches. Gleichzeitig sagst du aber auch, dass die Servants sterblich seien und es ihr Ziel ist, die anderen Servants zu vernichten, um den Gral zu erlangen. Die Frage, die sich mir bei letzterem auftut lautet: Wozu brauchen die dann noch euch Master? Wieso lasst ihr die nicht einfach ihren Kampf selber austragen und versucht, ein normales Leben zu führen? Und sind es eigentlich jedes Mal die gleichen Servants oder immer andere?


      Im Grunde kämpfen beide zusammen. Master und Servant agieren als ein Team, um den Gral zu holen. Es ist allerdings (kommt später noch) nur Servants möglich, den Gral in Empfang zu nehmen. Die Master kümmern sich darum, dass die Servants im verborgenen bleiben und wollen am Ende, dass ihr Servant ihnen den Gral überreicht. Wenn Servant und Master aber beide einen Wunsch haben, kommt es umvermiedlich zum Konflikt der beiden. Die beiden sollen sich quasi Ergänzen, um ihr Ziel zu erreichen und werden vom Gral auf die Probe gestellt, da am Ende nur "der Würdigste" den Gral erhält. Dass dabei auch die Master sich gegenseitig angreifen ist nicht ungewöhnlich, da man am besten beide Parteien der gegnerischen Teams ausschalten will. Wenn man dann seine Gegner noch kennt, kommen oft Emotionen mit ins Spiel (sowie gute als auch schlechte) und man ist nicht mehr immer Herr der Lage.

      Die Servants sind immer verschiedene, Ausnahmen gibt es aber immer. Hier will ich noch nicht zu viel Spoilern, da diese Thematik später auch noch wichtig ist.

      Aber vielden Dank für deine Kritik :)


      MfG
      ~Pfannkuchen~


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      Kapitel 4: Die erste Nacht - Abrechnung mit ehemaligen Kameraden?


      Die Uhr an der Kirche schlug Acht, als wir an der Schule ankamen. Draußen war es schon so dunkel wie in der finstersten Nacht, aber es war bei weitem nicht so kalt, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich stand komplett unter Strom, weil ich keine Ahnung hatte was sich gleich abspielen würde. Wir parkten nicht auf meinem gewohnten Platz, sondern ein paar Meter weiter hinten. Dort konnten wir die Motorräder hinter einem Gebüsch verstecken, damit sie nicht sofort auffallen würden. Wir liefen in Richtung Schulhof, der eine große Fläche für einen Kampf bot.

      Als ich den ersten Schritt über die Schwelle machte, fühlte ich ein starkes Stechen in meiner Brust. Ich griff mit meiner Hand danach und wollte es am liebsten rausreißen. Saber drehte sich zu mir um.

      „Ist alles okay bei dir?“

      „Ja, es geht schon. Ich glaube ich bin nur ein bisschen angespannt.“

      „Nein, das ist es nicht. Hier geht etwas anderes vor.“, stellte Saber fest. Ich hatte den Eindruck, dass sie wusste, womit wir es zu tun haben.

      „Wir befinden uns zum Eingang einer magischen Barriere. Die lässt uns einen leichten Schmerz spüren, wenn wir sie betreten. Was in der Barriere passiert, ist für alle anderen außerhalb nicht wahrnehmbar. Es könnte eine Bombe explodieren und niemand würde es mitbekommen.“, erklärte Archer.

      Nun ergriff Saber wieder das Wort: „Was heißt, dass unsere Gegner schon hier sein müssen. Lasst uns ein Stück weiter hineingehen und ihnen Hallo sagen. Immerhin erwarten sie uns schon.“ Saber verwandelte ihr Outfit schnell in ihre Rüstung. Jetzt war sie für den Kampf gewappnet.

      Saber ging allen voran. Hinter ihr lief ich, danach kam meine Schwester und Archer sicherte uns von Hinten ab. Im Falle eines Hinterhalts konnte Archer uns beschützen; bei einem Frontalangriff konnte Saber in den Kampf einsteigen. Und falls jemand mich und meine Schwester angreifen würde, könnte ich sie zumindest durch meinen Reflex schützen. Fast in einer Reihe begaben wir uns auf den Schulhof.

      „Wenn das mal nicht mein alter Freund ist. Wie ich sehe, hast du den Sturz aus dem 3. Stock überlebt. Dann können wir unsere Angelegenheiten ja auch gleich hier klären.“

      In der Mitte des Hofes stand Max, der einen ziemlich gelassenen Eindruck machte. Nahm er den Kampf auf die leichte Schulter? Oder hatte er schon einen Plan, wie er uns besiegen konnte?

      „Ich bin gerne dazu bereit, dir hier und jetzt eine Lektion zu erteilen. Saber, mach dich bereit!“

      Saber trat nach vorne und nahm ihre Kampfposition ein. In der Hand hielt sie ihr Schwert, wessen Klinge durch die Macht ihrer Invisible Air verdeckt wurde.



      „Oh, du hast also niedliches Mädchen bekommen? Kocht sie dir auch immer schön dein Essen und macht deine Wäsche?“ Er stieß einen Lacher über seinen eigenen Witz aus, den man sonst nur von Bösewichten aus dem Fernsehen kannte. „Komm raus und kämpfe für meinen Sieg, Berserker!“

      Aus den Schatten erhob sich eine Kreatur, die ich sonst nur in Zombie-Filmen gesehen habe. Sie war gefühlte 3 Meter groß und überdimensional breit. Seine körperlichen Proportionen standen in keinem Verhältnis zu allem, was ich bisher gesehen hatte. Er richtete sich auf und stand am anderen Ende des Hofes.

      Das war ist also Berserker, der verrückt gewordene Krieger…



      Ich war geschockt. Wie zur Hölle sollte es die zierliche Saber mit einem solchen Monster aufnehmen können? Saber war geschätzt 1,55m groß – ihr Kontrahent war also gut doppelt so hoch gewachsen und war sechsmal so breit!

      „Archer, geh in Position. Das könnte ungemütlich werden.“, gab meine Schwester ihrem Servant den Befehl. Dieser positionierte sich daraufhin ein paar Meter weiter hinten und bereitete seinen Bogen vor.

      Kurz bevor die Situation eskalierte, leuchteten unsere Befehlszauber und die Hände unserer Servants blau auf. Ich wusste nicht, was das zu bedeuten hatte. Aber Saber wusste sofort, was dieses Signal verhieß.

      „Das war das Startsignal. Ab jetzt beginnt der Krieg.“, sagte sie, während sie sich zu mir umdrehte.

      „Dann wollen wir uns nicht zurückhalten – Berserker, töte sie alle!“, befahl Max seinem Monster in einem sehr aggressiven Ton. Daraufhin brüllte Berserker einmal laut über das komplette Gelände und lief in Richtung Saber. Sein rechtes Auge wurde dabei mit einem roten glänzen versehen, welches ihn wie einen Dämonen aussehen lies.

      Berserkers Schritte waren gigantisch. Er kam rasend schnell auf Saber zu und griff sie mit der großen Steinplatte an, welche er in seinen Händen hielt. Die Platte hatte eine Art Griff und es schien, als ob er sie als Schwert benutzen wollte. Er war noch ungefähr 2 Meter von Saber entfernt, als er kräftig ausholte.

      Ich hoffe, dass du dem standhältst, Saber…

      Berserker schwang sein Schwert von links in Richtung von Sabers Kopf, aber diese parierte den Angriff mit ihrem unsichtbaren Schwert. Doch Berserker agierte blitzschnell und schlug weitere Male mit seinem Schwert aus Stein zu. Zweimal, dreimal, aber Saber konnte die Angriffe immer gezielt abwehren, auch wenn sie dabei immer weiter nach hinten gedrängt wurde. Immer wenn die beiden Schwerter sich kreuzten, trat eine gewaltige Druckwelle auf und Sabers Schwert zeigte für kurze Zeit seine wahre Gestalt. Die Steine aus dem Boden flogen meterweise in die Ferne und auch die Luftzirkulation konnte man genau erkennen.

      „Immer weiter Berserker, bald sind sie alle zerstört!“, feuerte Max seinen Servant aus dem hinteren Feld an. Dieser schlug weiterhin ohne Hemmungen auf Saber ein. Als er ausholte und von oben herab auf Sabers Kopf zielte, ergriff sie sofort ihre Chance: Sie drehte ihren Körper nach link ab, sodass das Schwert von Berserker im Boden versank. Danach holte sie aus, um mit voller Kraft zurückzuschlagen. Ihr Schwert glänzte beim Ausholen in einem goldenen Gelb, welches man nur von ihren Haaren kannte. Sie traf Berserker in den Bauch und durchbohrte diesen komplett. Nur einen Augenblick später zog sie das Schwert heraus und wich etliche, große Schritte nach hinten.

      Berserker schrie in seiner dämonischen Stimme auf, bevor eine Menge Blut aus seinem Bauch lief. Doch irgendetwas war falsch: Die Wunde leuchtete rot und wuchs wieder zusammen!

      „Was ist jetzt los? Ich hatte ihn doch erwischt!“ Saber war über die Geschehnisse genau so überrascht wie der Rest von uns.

      „Jetzt Archer, spieß die Bestie auf!“, schrie meine Schwester von hinten. Archer, der sich hinterrücks weggeschlichen hatte, stand nun auf dem Dach unserer Schule. Von dort aus schoss er einen Pfeil, welcher von grünen Blitzen umgeben war, direkt in Richtung von Berserker. Er hatte den Bogen schon vorher gespannt und wartete genau auf diesen Moment.

      „Und tschüss.“, flüsterte er leise vor sich hin.

      Berserker drehte sich aus Instinkt noch um, aber es war zu spät – der Pfeil durchbohrte Berserkers rotes Auge und ein Teil trat hinten aus seinem Kopf wieder heraus.

      Das muss doch der Sieg sein! Sowas kann er nicht überleben!

      Doch was war das? Berserker hob seine Hand und zog den Pfeil von Archer ohne Zögern raus. In seinem Gesicht klaffte ein großes Loch, welches Archer verursacht hatte. Daraufhin zerbrach Berserker den Pfeil mit beiden Händen und warf die Einzelteile in Richtung Sportplatz.

      „Es kann doch nicht sein, dass er das überlebt hat!“, platzte es aus meiner Schwester. „Er hätte tot sein müssen. Definitiv!“

      Berserkers Wunde leuchtete wieder rot und füllte sich erneut mit Fleisch. Sie schloss sich nach nur wenigen Sekunden.

      „Denkst du, dass du Berserker mit solchen Kleinigkeiten töten kannst? Vielleicht sollte ich dir etwas über ihn erzählen: Er hat ein einzigartiges Noble Phantasm, die Hand Gottes. Durch diese hat er nicht nur ein Leben, sondern muss zwölfmal getötet werden, um endgültig zu verschwinden!“

      Das kann nicht sein! Den gleichen Servant zwölf Mal töten, ohne selbst dabei draufzugehen?! Das war nicht möglich, zumindest nicht in ein und derselben Nacht.

      „Aber ich habe euch unterschätzt. Ich bin mir sicher, dass ihr beide nur schwer zu besiegen seid.“, bekannte Max, nachdem Berserker wieder komplett geheilt war. Er hob seine Hand und schnippte mit dieser einmal demonstrativ. Ich wusste nicht, ob er das zum Spaß machte, oder ob es irgendein Signal werden sollte.

      „Pass auf!“, schrie mir Saber zu, die in meine Richtung sprang und mich zu Boden riss. Aus dem Fenster schoss ein langer Speer, der uns beide nur knapp verfehlte. Er rauschte geradewegs in die Mauer unseres Schulhofes. Aus dem Fenster trat ein Typ, der einen blauen Ganzkörperanzug trug, heraus. Seine Frisur sah ganz modern aus, nach oben gegelte, blaue Haare und kurz rasierte Seiten. Er war sichtlich enttäuscht, dass sein Speer uns verfehlt hatte.

      „Das ist aber Schade. Sonst trifft und tötet mein Gae Bolg alles.“, sagte der mysteriöse Speerkämpfer, während er in Richtung von Max lief.



      Ich und Saber rappelten uns auf und Saber nahm sofort wieder ihre Kampfhaltung ein. Der rote Speer aus der Wand löste sich kurz daraufhin in Luft auf und erschien wieder in der Hand des unbekannten.

      „Ich bin wohl nicht der einzige, der Heute Nacht alleine hier ist. Wer auch immer neben dir steht: Er muss auch einen Master haben. Also komm raus und zeig dich, du Feigling!“

      „Schon gut, schon gut.“, hörte man eine weibliche Stimme sagen, die immer näher zu kommen schien. Sie trat aus dem zerbrochenen Fenster hervor und gesellte sich ebenfalls zu Max. „Kein Grund so wütend zu werden.“

      Ich konnte es kaum fassen: Vor mir stand erneut eine Klassenkameradin. Eigentlich hatte ich mit ihr nie wirklich Probleme, aber ich konnte ihre Art nicht ab. Max machte sich Hoffnungen bei ihr und sie nutzte dies aus, um an kostenlose Hausaufgaben zukommen. So sah der Alltag aus.

      „Ich hätte nicht gedacht, dass du auch bei einer solchen Sache zu ihm hältst, Nina.“

      „Warum auch nicht?“ entgegnete sie mir fragend. „Immerhin will er den Gral für mich Gewinnen und ich kann mir dann das Wunder zu Eigen machen.“

      Nina hatte wie meine Schwester lange braue Haare, aber diese waren gefärbt. Als ich sie kennen gelernt hatte, waren ihre Haare glänzend blond. Sie trug nur ein langärmliges Shirt und eine Jeans – entweder war ihr verdammt warm, oder sie genoss es einfach in der Kälte zu stehen.

      „Sei ehrlich: Was hast du ihm im Gegenzug versprochen, dafür dass er dir den Gral überlässt?“

      „Gar nichts.“, sagte sie und umfasste Max’ Schultern von hinten. „Ich werde auf ewig mit ihm zusammen sein. Nicht mehr und nicht weniger.“

      „Bald sind wir für immer vereint, aber vorher müssen wir diesen Plagegeist loswerden.“ Max sprach nun auch wieder mal etwas. „Ich denke wir sollten uns aufteilen – du übernimmst seine Schwester und ich wende mich der anderen hübschen Dame zu.“ Er drehte seinen Kopf dabei herum und sah grinsend Saber an.

      Nun musste Saber lachen. „Nur weil du mir Komplimente machst, werde ich dich nicht verschonen.“ Sie sprach dabei mit einer Selbstsicherheit, die ich so nur selten erlebt habe. Sie nahm ihr Schwert wieder in beide Hände und machte sich bereit, als ob sie zum nächsten Angriff ausholen würde.

      „Aber eines müsst ihr mir noch sagen: Wie lautet euer Name? Da wo ich herkomme, ist es unehrenhaft zu kämpfen, wenn man die Namen seines Gegenüber nicht kennt.“

      „Das sollte kein Problem sein.“, antwortete der Lanzenträger. „Mein Name ist Cú Chulainn, der Held der irischen Mythologie. Ich trete in der Klasse des Lancers an. Und wie heißt du, meine Schönheit?“

      „Ach Lancer, Komplimente kommen deutlich zu spät.“, sprach Saber mit einer ernsten Miene aus. „Mein Name ist Arturia Pendragon. Erbin von Uther Pendragon und rechtmäßige Thronerbin Britanniens – ich bestreite diesen Kampf in der Klasse des Sabers.“

      „Und das da hinten ist Berserker. Er war mal Herkules, der Halbgott der griechischen Mythologie und Sohn des Zeus. Falls das jemanden interessiert…“, gab Max spöttisch zurück.

      „Da wir uns nun alle kennen, können wir ja endlich loslegen!“, rief Lancer, der daraufhin seinen Speer wie wild um seinen Körper herumwirbelte.

      Doch plötzlich fing die Erde an zu beben, wie ich es noch nie erlebt hatte. Alle Master und Servants waren verwundert darüber, was sich vor unseren Augen abspielte. Auf einmal sprang eine Frau, nicht gerade großzügig bekleidet, vom Dach der Turnhalle genau zwischen Saber und Lancer. Als sie aufkam, folgen die Pflastersteine im Umkreis von einem halben Meter von der Wucht des Aufpralls nach außen weg. Komischerweise trug sie eine Augenbinde – wie konnte sie also sehen, wo sie hin springt?

      „Niemand fängt hier an, bevor ich mich nicht vorgestellt habe.“, hörte ich eine Stimme sagen, die mir sehr bekannt vorkam. Es war Berit, die aus den Schatten der Turnhalle hervortrat. Ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, war sie ziemlich mies gelaunt.

      „Fünf Master mit ihren Servants auf einem Fleck. Das ist doch ein gelungener Auftakt.“, tönte Berit in den Schatten der Nacht herum. Ihre Servant richtete sich derweilen auf und sah sich nun um.



      „Ich schließe mich mal der Vorstellungsrunde an. Vor euch steht Rider, mein treuer Servant. Rider, zeig ihnen gleich mal was du drauf hast!“

      Rider schwang mit jedem Arm eine Kette in unsere Richtung. Am Ende jener Ketten befand sich ein großer Nagel, mit dem sie uns aufzuspießen drohte. Doch Saber wehrte beide Ketten mit einem einzigen Schwerthieb ab. Nach der missglückten Attacke zog Rider ihre Ketten wieder zurück.

      „Ist ja schön, dass du auch hier bist.“, rief Max Berit zu. „Aber das sind UNSERE Gegner! Verpiss du dich bis morgen, dann bist du auch dran.“

      „Du hast mir nichts zu befehlen, sonst bist du der nächste!“, schrie Berit in Max’ Richtung zurück.

      Die Lage drohte zu eskalieren. Wir waren zu fünft auf dem Schlachtfeld und jeder konnte jeden angreifen. Rider machte mir eher weniger Angst, aber da ließ ich mich sicher zu sehr von ihrem Äußeren verleiten. Lange, pinke Haare sprachen nicht gerade für einen gefährlichen Helden aus der Vergangenheit.

      „Wir brauchen ganz dringend einen Plan, sonst werden wir gleich draufgehen.“, flüsterte meine Schwester in meine Richtung.

      „Das weiß ich auch. Aber hast du eine Idee?“, antwortete ich. „Nutz doch deine mentale Verbindung zu Archer und frag ihn.“

      Meine Schwester schloss ihre Augen und sprach in Gedanken zu Archer.

      Archer, ich hoffe du hörst mich. Kannst du das Feld teilen, sodass wir uns um einen Gegner kümmern und mein Bruder um die anderen beiden? Nur so haben wir eine reelle Chance hier heil raus zu kommen.

      Kaum eine Sekunde später tauchte Archer aus dem Nichts neben ihr auf. Ihr schloss ebenfalls die Augen und fing an zu reden.

      „I am the bone of my sword
      Steel is my body and fire is my blood
      I have created over a thousand blades
      Unknown to Death, Nor known to Life
      Have withstood pain to create many weapons
      Yet, those hands will never hold anything
      So as I pray, unlimited blade works.”

      Wie ein Sturm wirbelte der Wind um Archer und Rider. Eine Nebenwand erhob sich, so hoch, wie ich es noch nie gesehen hatte. Kurz darauf verschwand diese Wand wieder und beide waren mitsamt ihrem Master verschwunden.

      „Wo sind die beiden hin?!“, wollte ich von Saber wissen.

      „Ich kann es mir selbst nicht erklären, aber es muss Archers Werk sein. Sie sind vermutlich in einem Anti-World Noble Phantasm, mit dem sie diese Welt verlassen haben. Er wird es aber nicht lange aufrechterhalten können, also sollten wir uns beeilen.“

      „Also so willst du es haben. Von mir aus gerne, immerhin sind wir zu zweit. Berserker, Angriff!“, meldete sich Max wieder zu Wort. Berserker rannte daraufhin erneut mit großen Schritten aus Saber zu.

      „Saber, kannst es mit beiden aufnehmen?“

      „Ja.“

      „Dann los, mach sie fertig.“


      „Wo sind wir hier?“, fragte meine Schwester, aber niemand antwortete ihr.

      Ungefähr 20 Meter von ihr entfernt stand Berit, die ebenfalls noch ihrem Servant Ausschau hielt. Sie befanden sich in einer fast regungslosen Wüste. Nur der Wind pustete etwas Sand durch die Luft. Und am Horizont sah man ein paar große in einander verzahnte Zahnräder, welche sich langsam drehten. Einige Schwerter steckten in dem sandigen Boden, aber sonst war weit und breit niemand zu sehen.



      „Willkommen in meiner Welt. Hier können wir uns auf einer schlichten Ebene einen ausgezeichneten Schwertkampf liefern.“, hallte es von irgendwo weiter hinten. Es war, als ob die Stimme aus dem Himmel kam – sie gehörte Archer, aber dieser war nirgends auffindbar.
      Rider erschien aus dem Nichts vor ihrem Master. „Master, wie lautet euer Befehl?“

      „Rider, mach das Mädchen da vorne kalt.“, lautete Berits Befehl. Sie kannte zwar meine Schwester vom Aussehen, aber sie bekam bei all ihrer Beliebtheit die Namen nicht immer sortiert.

      Rider lief in Leas Richtung. Meine Schwester stand wie angewurzelt auf der Stelle, während von Archer weiterhin nichts zu sehen war. Kurz später war Rider nur noch wenige Schritte von ihr entfernt.

      „Hast du noch was zu sagen, Master von Archer?“, fragte Rider sie kalt.

      Bevor meine Schwester etwas sagen konnte, flog ein Speer von weit hinten knapp an ihrer Schulter vorbei. Dieser traf Rider in ihre rechte Schulter, woraufhin diese mit einem lauten Aufstöhnen zu Boden ging.

      „Das hier ist meine Welt. Und in meiner Welt spielen wir nach meinen Regeln.“

      Das war eindeutig Archers Stimme, aber er war immer noch nirgends aufzufinden. Was nun folgte, war unvorstellbar: Weitere Speere, Schwerter und Pfeile regneten aus dem Himmel auf Rider hinab. Diese sprang immer weiter nach hinten, um den Geschossen auszuweichen. Mit geschickten Radwenden und Saltos entging sie allen möglichen Treffern. Der Speer in ihrer Schulter schien sie dabei nicht weiter zu stören.

      „Umlimited Blade Works: Level 1!“, rief Archer, als er plötzlich vor Rider stand. Er hielt ein Schwert in der Hand, mit welchem er nach ihr schlug. Sie wehrte es mit ihrer Kette ab und dann verzerrte sich das Bild von Archer – er war wieder weg.

      „Level 2!“

      Nun hielt er Doppelschwerter in seinen Händen und griff Rider an. Diese konnte nicht alle Hiebe abwehren und wurde, trotz Einsatz ihrer Ketten, mehrfach getroffen.

      „Level 3!“

      Archer hielt nun 2 große Lanzen in seinen Händen, mit denen er Rider angriff. Sie konnte nichts anderes tun als zurückweichen, aber ihre linke Wange wurde von Archers Schlag in Mitleidenschaft gezogen. Völlig unerwartet holte Rider zum Gegenschlag aus – sie schwang ihre Ketten um Archers Arme und zog diesen schnell an sich heran. Aus ihrem Mund ragte ein Dolch, mit welchem sie ihm in den Brustkorb stach.

      „Archer!“, rief Lea völlig außer sich. Sie war fest in der Überzeugung, dass Archer schwere Schäden erleiden würde. Aber Archer löste sich plötzlich in Sand auf, welcher im Wind verweht wurde – es war nur eine Kopie!

      „Absolute Zero!“

      Archer stand oben auf dem größten Zahnrad, welches sich am Horizont zeigte. Er hielt einen gespannten Bogen in der Hand und schoss einen Pfeil, der die Größe eines Speers besaß, direkt auf Rider. Diese konnte nicht reagieren oder ausweichen – auch wenn der Pfeil gefühlt zehnmal so schnell wie seine anderen Attacken!

      „Rider, was ist los mit dir? Steh wieder auf, du Schwächling!“, rief Berit ihrem Servant zu. Doch Rider zeigte keine Reaktion – der Pfeil steckte quer in ihrem Hals und sie atmete nur noch sehr flach…


      Saber und Berserker lieferten sich wie zuvor einen heftigen Kampf. Saber konzentrierte sich dabei hauptsächlich auf Ausweichen und wollte keinen Schaden erleiden. Sie wehrte ausschließlich seine Schwerthiebe ab und sprang quer über den ganzen Schulhof. Doch sie kam plötzlich tauchte Lancer hinter ihr auf.

      „Vorsicht, Saber!“, brüllte ich ihr zu, damit sie Lancer bemerkte.

      Saber bemerkte gerade noch Lancer, der hinter ihr stand und mit seinem roten Speer noch ihr schlug. Sie duckte sich ab, aber der Speer schnitt ihr die obersten Haarsträhnen ab. Danach schlug Lancer erneut zu, jedoch auf Kniehöhe. Saber reagierte schnell und sprang aus der Hocke in die Luft, damit sie nicht von Lancers Speer getroffen wurde. Als ihre Beine auf Lancers Kopfhöhe waren, gab sie ihm einen kräftigen Tritt in sein Gesicht und baute mit einem Rückwärtssalto wieder Distanz auf.

      Lancer guckte sie hasserfüllt an und spuckte eine Hand voll Blut aus. Er war sichtlich verärgert, dass Saber ein so ausgeprägtes Reaktionsvermögen besaß.

      „Ganz nett für den König der Ritter. Aber ich denke nicht, dass du auf lange Sicht mit Ausweichen erfolgreich bist.“, sagte er zu Saber, während er sich die Blutreste in seinen Mundwinkeln mit seiner Hand wegwischte.

      Ich konnte nur aus einiger Entfernung zusehen, wie Saber immer wieder abwechselnd mit Berserker und Lancer kämpfte. Ein Gegner wäre für sie sicher machbar gewesen, aber kaum kam sie in eine halbwegs gute Position, tauchte der zweite Gegner auf und machte jegliche Hoffnung zunichte.

      „Wenn das so weitergeht, stehen wir ja Morgen noch hier.“, meckerte Max im Hintergrund rum. „Das reicht mir. Jetzt helfe ich selbst nach.“

      „Meinst du wirklich, dass das eine gute Idee ist? Wir werden gewinnen, da kommt es doch nicht auf ein paar Minuten an.“

      „Nein, Nina. Da vorne steht noch jemand, mit dem ich was zu klären habe.“

      Max ging ein paar Schritte zur Seite und hob eine Eisenstange vom Boden auf, die bei den momentan andauernden Bauarbeiten liegen geblieben ist.

      Ganz ruhig. Der Typ ist ein absoluter Grobmotoriker. Ich muss ihm nur die Stange abnehmen, dann hat er keine Chance mehr.

      Max kam ohne Worte immer näher auf mich zu. Ich wusste genau, dass er in meine Richtung lief und den Kampf mit mir suchte. Die Stange hielt er fest in seiner rechten Hand.

      „So willst du unsere Meinungsverschiedenheiten also jetzt klären?“, fragte ich ihn. Aber er reagierte nicht. Er war nun noch weniger Schritte von mir entfernt. Ich hob meine Hände wie ein Boxer auf Kopfhöhe, damit ich seinen Schlag abblocken konnte. Ich hatte nur eine Chance, denn wenn er mich treffen würde, dann wäre es aus für mich.

      „Ich dachte du kannst Feuerbälle schießen? Wieso willst du mich also mit der Eisenstange erschlagen?“

      „Mit einem Feuerball wäre das Ganze nur halb lustig. Für das, was du getan hast, will ich dich totprügeln bis du um Gnade wimmerst!“

      „Hältst du mir die Geschichte von damals immer noch vor? Berit wollte keinen von uns beiden – du kannst mich nicht für dein Scheitern verantwortlich machen!“

      Auf einmal machte es Sinn, warum Max so versessen auf meinen Tod war: Er machte mich dafür verantwortlich, dass Berit ihn nicht leiden konnte. Als ob ich ihr gesagt hätte, was er für ein schräger Vogel ist und sie es mir auch noch geglaubt hätte.

      „Abgesehen davon hast du doch deine Nina. Warum musst du also noch so an Berit hängen?“, fragte ich ihn frech mit einem Lächeln auf den Lippen. Max war nur noch wenige Schritte von mir entfernt.

      „Weißt du was der Unterschied zwischen uns ist: Deine Gedanken und deine komplette Persönlichkeit sind belanglos und vollkommen Fehl am Platz in dieser Welt!“

      Max versuchte vom Thema abzulenken und holte mit der Stange zum Schlag aus. Jetzt kam es drauf an.

      „Time Alter: Double Accel!“, flüsterte ich leise vor mich hin.

      Max’ Schlag hätte perfekt gesessen. Aber die Zeit um mich herum wurde so dermaßen verschwommen und langsam, dass ich ohne große Mühe unter der Eisenstange hindurch ausweichen konnte. Danach drehte ich mich noch in seinen Rücken, wodurch sein Scheitern feststand. Bevor die Zeit wieder in ihr Normaltempo zurück verfiel, setzte ich mit meinem rechten Arm und meiner linken Hand eine Würge von hinten bei ihm an.

      „Weißt du was der wahrhafte Unterschied zwischen uns ist? Ich verstelle mich nicht nur um mich bei anderen beliebter zu machen. Ich mache keine leeren Versprechungen wie deine Freundin da vorne, nur um an das zu kommen was ich will.“

      Max ließ die Eisenstange fallen, da ich den Hebel immer fester zu zog. Doch ihn loszulassen kam mir nicht in den Sinn.

      „Ich spiele mich nicht als großer Aufreißer auf und begrabsche auch nicht jüngere Mädchen, nur um mir Selbstwertgefühl anzueignen.“

      Max fing an zu husten und sein Kopf lief sicherlich schon blau an, aber ich machte keine Anstalten den Hebel zu lockern.

      „Lieber bleibe ich der letzte Mensch mit ein bisschen Anstand an dieser Schule, als dass ich mich für Leute wie dich verstelle! Ich würde sogar lieber mit dieser Einstellung sterben, bevor ich mich auch nur im Geringsten verändern würde! Aber davon verstehst du ja nichts: Du verstellst dich seit Jahren und hattest noch nie irgendwas wie eine Ideal!!“

      Zu Ende fing ich förmlich an zu schreien, bevor ich den Hebel noch etwas enger anzog. Max sank daraufhin zusammen und wurde ohnmächtig, da er kaum noch atmen konnte. Ich lies ihn zu Boden fallen und ging danach in Ninas Richtung.

      „Du hast es nie verstanden. Und du wirst es auch nie verstehen. Ehrlichkeit war dir ja sowieso immer ein Fremdwort…“, redete ich vor mich hin, während ich immer weiter lief.

      „Was hast du mit ihm gemacht?! Max! Max, wach auf!“, schrie Nina und lief panisch an mir vorbei, direkt zu Max rüber. Sie versuchte verzweifelt ihn wachzurütteln, aber es gelang ihr nicht.

      „Keine Sorge, er ist nicht tot. Er ist ohnmächtig und wird wieder zu sich kommen, wenn sich eure beiden Servants in Luft aufgelöst haben.“

      „Und was hast du jetzt mit mir vor?“, fragte mich Nina leicht ängstlich.

      „Willst du auch Ärger machen wie dein Freund?“

      „Ähm… Nein.“

      „Dann haben wir kein Problem miteinander. Unsere Servants kämpfen ja für uns. Ich bin nur hier, um mich um Leute wie ihn zu kümmern.“

      „Und sag nicht, dass er mein Freund ist.“, fügte sie genervt hinzu. „Er ist allemal mein Partner.“

      „Ich hab’s doch gleich gewusst!“, äußerte ich lachend. „Aber okay, wer hier für wen kämpft ist mir schnuppe. Lüg ihm ruhig weiter was vor, damit du näher an dein Ziel kommst. Der Zweck heiligt bei dir ja anscheinend die Mittel. Solange er es mit sich machen lässt, und du dich selbst noch ertragen kannst, soll es recht sein.“

      Nina senkte ihren Blick und wirkte bedrückter als vorher. Vielleicht hatten meine Worte ja etwas bewirkt, oder sie hatte einfach gemerkt, dass ihre Chancen auf den Sieg mit einem so unfähigen Partner nahe dem Nullpunkt standen. Mehr als wild drauf los prügeln konnte Max mit seinem Servant nicht, und wenn er selbst in den Kampf einsteigen wollte, ging es auch nicht gerade zu seinen Gunsten aus.

      Ich wollte mich vergewissern, wie Sabers Kampf lief. Ich drehte meinen Kopf und suchte mit meinen Augen das Gelände nach ihr ab, aber ich konnte sie nicht sehen. War Saber jetzt verschwunden? Nein, das konnte nicht sein. Sie war doch bis eben noch mitten im Kampf.

      Plötzlich zerbrach ein weiteres Fenster des Schulgebäudes. Hatten Saber, Lancer und Berserker ihren Kampf mittlerweile in die Gänge der Schule verlagert? Erschrocken von dem Gedanken, dass die drei die Schule zerlegen könnten, rannte ich in Richtung des Eingangs. Ich lief die Gänge entlang, aber ich konnte Saber nirgendwo finden. Kurz darauf vernahm ich vereinzelte spitze Schreie aus dem Treppenhaus.

      Ist das etwa Saber?

      Ich rannte so schnell wie mich meine Beine tragen konnten die Treppen hinauf. Als ich letztendlich im dritten Stock ankam, sah ich etwas, was ich mir lieber erspart hätte: Eine blutverschmierte Saber lag in der Mitte des Ganges, mit dem Rücken an die Wand gelehnt.

      Ich beeilte mich und rannte zu ihr.

      „Saber! Saber, bist du okay?“ Die Frage klang nicht nur richtig dumm, sondern ich konnte mir auch schon die Antwort denken. „Was zur Hölle ist passiert?“

      „Lukas?“ Saber sah mich fragend an, als ob sie mich nicht erkannte. „Bist du es?“

      „Ja, Saber, ich bin es. Jetzt erzähl mir was mit dir passiert ist.“ Ich legte ihren Arm um meinen Hals und half ihr auszustehen. Saber stöhnte dabei qualvoll auf, so als ob ihre Rippen gebrochen wären. Als sie stand, konnte sie sich kaum mehr bewegen. Nicht nur ihr Schwert und ihre Rüstung waren voller Blut, sondern auch ihre Haare haben ihren Glanz verloren und waren blutverschmiert. Von ihrem linken Auge aus aber quoll ein wahrer Tränenkanal aus Blut, der ihre Wange runterlief. Es war schon schlimm das mit anzusehen, aber ich wollte jetzt nicht in ihrer Haut stecken.

      „Berserker und Lancer haben mich immer weiter in die Enge gedrängt und irgendwann waren wir hier oben.“ Sie hielt kurz inne und fing danach stark an zu husten. Aus ihrem Mund spritze noch etwas mehr Blut.

      „Berserker hat mich in diesem engen Gang dann mit seiner Steinkeule erwischt. Ich konnte nicht ausweichen. Es tut mir leid, Mas-“

      „Warte, warte. Aber wo sind die beiden jetzt?“

      Sabers Augen weiteten sich.

      „Dreh dich doch mal um!“

      Mir lief es eiskalt den Rücken runter, als ich Lancers Stimme hörte. Ich drehte mich noch reflexartig um, aber ich nahm nur noch wahr, wie ein Schlag mich mitten im Gesicht traf. Lancers Schlag war so stark, dass ich bis an das andere Ende des Ganges geschleudert wurde und gegen die Wand prallte.

      „Es war klar, dass so ein stümperhafter Master wie du hier rauf kommt, nur um seinem Servant zu helfen.“, sagte Lancer gefühllos in meine Richtung. Ich hatte Schwierigkeiten damit wieder auf die Beine zu kommen, aber kurz darauf stand ich wieder. Mein Rücken fühlte sich an, als wäre ein Auto drübergefahren.

      „Aber es ist auch ganz praktisch.“ Nun musste er anfangen zu grinsen. „Denn jetzt kann ich zuerst deinen Servant abmurksen, und danach kann ich dich erledigen.“

      Lancer ging nun auf die am Boden liegende Saber zu und packte sie mit beiden Händen am Hals. Er hob sie hoch und würgte sie, woraufhin sie schmerzhaft aufschrie. Man konnte den Schmerz nicht an ihrem Schrie erkennen, sondern auch an ihrem Gesichtsausdruck – Lancer wollte sie tatsächlich vor meinen Augen erwürgen!

      Nein, dass kann er nicht machen…

      Saber schrie erneut auf, aber diesmal lauter als zuvor.

      Nicht solange ich hier bin…

      Lancer drückte ihren Hals immer fester zu und stand kurz davor Sabers Genick zu brechen.

      Nicht vor meinen Augen!

      Wie vom Blitz getroffen sprang ich auf und rannte zu den beiden. Ich musste Lancer dazu bringen Saber loszulassen.

      Time Alter: Triple Accel

      Die letzten Meter bewegte ich mich schneller als jemals zuvor. Ich glaubte nicht, dass ich die Zeitmanipulation nur durch Kraft meiner Gedanken benutzen könnte, aber es funktionierte einwandfrei. In Windeseile stand ich vor Lancer und verpasste ihm einen Haken, infolge dessen er einen Schritt nach hinten wich und Saber fallen lies.

      „Nein, was machst du da? Du kannst es nicht mit einem Servant aufnehmen… dafür bin doch ich da.“, röchelte die fast atemlose Saber.

      „Und wenn er der Allmächtige in Person wäre, ich kann dich nicht einfach so sterben lassen!“, erwiderte ich.

      Inzwischen kam Berserker auch wieder in den dritten Stock. Er kam zum Fenster hinein geklettert, welches Lancer und er kurz vorher zerbrochen hatten. Er schien wütend über das was mit seinem Master passiert ist – oder er war einfach so schlecht gelaunt. Bei einem Heldengeist, der seinen Verstand verloren hatte, konnte so gut wie alles möglich sein.

      „Du willst es also unbedingt wissen, was? Das kannst du gerne haben!“, gab ein schwer genervter Lancer zurück.

      „Lancer, wenn du nicht bald ernst machst, kommen die anderen zurück. Benutze dein Noble Phantasm, um beide zusammen zur Hölle zu schicken.“ Nina war nun auch zu uns gestoßen. Sie kam hinter Lancer zum Vorschein und meinte es anscheinend ernst.

      „Wie mein Master es für richtig hält. Bei der mir gegebenen Kraft als Servant: Verhilf mir zum Sieg, mein treuer Speer. Alles, was dich berührt, soll verflucht werden und nicht mehr zu retten sein. Besiege den Feind, Gae Bolg!“

      Lancers Speer leuchtete nun und schoss bedrohliche rote Blitze aus, die sich in unmögliche Richtungen bewegten. Er richtete seinen Speer in unsere Richtung und schrie: „Feuer“!

      [img]http://img2.wikia.nocookie.net/__cb20100801040216/typemoon/images/0/04/Gaebolgbending.jpg[img]

      „Time Alter: Release Alter!“, schrie ich so laut ich konnte. Plötzlich hielt die Zeit an, genau wie ich es haben wollte. Niemand außer mir konnte ich bewegen außer mir, und selbst ich hoffe meine Schwierigkeiten. Ich umklammerte Saber und ließ mich umkippen, sodass wir beide auf dem Boden lagen. Nun sollte der Angriff über uns weitergehen und uns verfehlen. Doch das war kein gewöhnlicher Angriff. Als die Zeit kurz darauf wieder normal verlief, schoss der Blitz quer durch das Stockwerk und zerstörte alle Wände und Fenster. Der ganze Flur stand wie unter Strom. Ich traute mich kaum meine Augen zu öffnen, aber was ich sah war erschreckend:

      Saber und ich sind ohne Schaden weggekommen, jedoch konnte ich kaum mehr atmen. Ich hatte den Time Alter anscheinend einmal zu viel benutzt, denn ich spürte regelrecht, wie mein Herz immer unregelmäßiger schlug. Die verschiedenen Zeitlinien kamen in meinem Körper zusammen und zerrissen ihn fast.

      Nina und Lancer lagen beide am Boden. Sie schienen durch die Reflektion von Lancers Gae Bolg ohnmächtig geworden zu sein. Berserker stand noch auf seinen Beinen, aber in seinen Oberkörper und seinen Kopf klafften mehrere große Löcher. Lancers Speer hatte ihn mehrfach durchbohrt – aber seine Wiederbelebung blieb aus.

      „Was der Gae Bolg trifft… ist verloren…“ Saber fing leise an mit mir zu reden.

      [i]Saber, bist du okay?[/i]

      Ich fragte sie in Gedanken, damit uns auch sicher niemand hören konnte. Wir waren beide fast unfähig zu sprechen, also konnten wir so unsere Kräfte sparen,

      [i]Ja. Lass uns gehen, bevor Lancer wieder bei Sinnen ist.[/i]

      Kaum hatte sie das gesagt, löste sich Berserker in Millionen kleiner Polygone auf. Er wurde anscheinend besiegt und verschwand deshalb, als ob sich ein holografisches Bild auflöste. Aber war der Gae Bolg wirklich so mächtig, dass er Berserker zig-mal töten konnte?

      Lancer fing an sich zu bewegen, also ergriffen Saber und ich die Initiative und verschwanden. Mehr schlecht als recht richteten wir uns auf und humpelten die Treppe hinunter. Als ob Saber meine Gedanken lesen konnte, erklärte sie mir was eben vorgefallen ist.

      „Wunden, die der Gae Bolg in diesem Zustand hinterlässt, verheilen niemals. Selbst wenn er eine unbegrenzte Anzahl an Leben hätte, könnte er das nicht überleben. Lancer hat wahrscheinlich viel zu stark angegriffen und selbst die Rückkopplung des Schlages zu spüren bekommen.“

      „Wie kannst so viel über gegnerische Angriffe wissen? Kanntest du Lancer denn wirklich nicht?“

      „Nein, ich kenne ihn nicht. Aber ich als Servant kann die Statuswerte der anderen Servants auslesen.“

      „Statuswerte?“ Ich sah Saber fragend an.

      „Die Stärke der Angriffe, die Kampfstärke, Magiestärke und solche Sachen werden in die Ränge A bis E unterteilt. Ich als Servant kann diese Werte bei meinen Gegnern ablesen. Aber das kann ich dir auch noch in Ruhe bei dir zu Hause erzählen, wenn wir wieder zurück sind.“

      Ich willigte ein und nickte. Wir waren mittlerweile wieder auf dem Hof angekommen. Ich suchte nach Max, aber der lag nicht mehr dort wo er noch vorhin war. Er hatte sich sicherlich auf und davon gemacht. Nach einigen weiteren Sekunden sammelte sich vor unseren Augen wieder eine dicke Nebelwand. Als diese abgezogen war, kamen Archer, Rider, Berit und Lea zum Vorschein. Rider zog sich gerade etwas aus dem Hals, von dem man ausgehen konnte, dass es sich um Archers Waffe handelte.

      „Das hier ist noch lange nicht vorbei… Glaub nicht, dass du mich so einfach… aus dem Weg räumen kannst…“, stammelte Rider vor sich hin, während ihr Hals noch blutete. Ich war verwundert, dass sie überhaupt noch so viele Worte raus bekam.

      „Archer, gib ihr den Rest.“, befahl Lea ihrem Servant. Dieser holte erneut seine Doppelschwerter raus und bewegte sich langsam in Richtung von Rider.

      „Rider, jetzt mach doch irgendwas!“, schrie Berit panisch. Die Angst vor Archer stand ihr förmlich ins Gesicht geschrieben, dann sie schien schreckend viel Angst vor ihm zu haben.

      „Noch ein paar letzte Worte?“, fragte Archer spöttisch. Doch Rider riss sich die Maske von ihrem Gesicht und enthüllte ihre Augen. Sie waren leicht rötlich gefärbt, aber strahlten eine komplett gefühllose Aura aus.

      [img]http://img2.wikia.nocookie.net/__cb20100730170645/typemoon/images/1/1d/Cybele.jpg[/img]

      „Mystic Eyes of Petrification!“

      In Bruchteilen einer Sekunde versteinerten alle außer Rider und Berit. Niemand konnte sich nur im geringsten Bewegen – nicht einmal Blinzeln war möglich.

      „Komm zu mir, dann verschwinden wir.“, rief Rider Berit zu. Die war aber immer noch völlig perplex und blieb wie angewurzelt stehen, obwohl sie sich als Einzige bewegen konnte.

      „Mach schnell, ich kann das hier nicht lange halten!“, schrie Rider nun in ihre Richtung.

      Aber was war das? Aus Riders fing an Blut zu laufen! Es floss dort, wo normal die Tränen rauskommen und entlanglaufen würden, aber anstatt Tränen schien sich eine Wunde aufzutun.

      Berit stand mittlerweile neben Rider. Rider nahm sie an ihrer Hand und rief mit voller Stimme: „Befehlszauber – Teleport!“ Daraufhin leuchteten Berits Befehlszauber auf, beide Mädchen würden von einem roten Schatten umhüllt und lösten sich in Luft auf. Nachdem sich Rider mitsamt ihrem Master aus dem Staub gemacht hatte, konnten wir uns wieder bewegen.

      „Ist Rider entkommen?“, fragte ich noch leicht verwirrt.

      „Sieht ganz so aus.“, musste Archer eingestehen. „Dabei hatte ich den Sieg so gut wie sicher.“

      Archer ärgerte sich ganz offensichtlich am meisten, dass Rider entkommen war. Ich hingegen war noch immer fertig, obwohl ich meine Zeitmanipulationsmagie nur dreimal eingesetzt hatte.

      „Sind die anderen alle weg?“, fragte ich weiter.

      „Ja, sieht so aus, als ob wir mal wieder die letzten sind - wie auf jeder Familienfeier.“, gab meine Schwester sarkastisch von sich.

      „Heißt das ich kann jetzt schlafen?“

      „Du willst jetzt schlafen? Um Viertel nach 9? Wow, ich bin begeistert und erschrocken zugleich, dass ich so etwas von meinem Bruder zu hören bekomme.“

      Meine Schwester drehte sich um und lief in Richtung unserer Motorräder. „Komm, ich dachte du willst schlafen.“, rief sie mir zu. Ich konnte sie nur noch ganz schwach hören.

      „Will ich auch.“, antwortete ich kurz. Mir wurde von Sekunde zu Sekunde schwindeliger. „Ich leg mich dann hin. Gute Nacht…“

      „Lukas?“ Jetzt schaltete sich auch Saber ein. „Geht es dir gut?“

      Ich setzte mich auf den Boden und lehnte mich gegen die nicht weit entfernte Wand. Meine Augenlider wurden immer schwerer.

      „Lukas? Lukas! Lukas du Schnarchsack, wach verdammt noch mal auf!“, schrie meine Schwester mich an, während sie versuchte mich wachzurütteln. Mehr bekam ich nicht mehr mit, bevor ich einschlief…


      Preview:
      Kapitel 5: Nachwirkungen - Rückkehr in die Realität?

      Der Kampf an der Schule ist vorerst vorbei, doch er hat einige Spuren hinterlassen. Während die Einen ihre Kräfte erneuern müssen, stellt sich für die anderen ein neues Problem: Wie können Lukas und Lea noch zur Schule gehen, ohne sich in Gefahr zu begeben? Die Antwort ist relativ simpel – Saber hat eine Idee, die nicht sofort auf positive Resonanz stößt…


      Viel Spaß mit der neuen Ausgabe.
      Der Startpost wird so gut es geht bearbeitet.

      MfG
      ~Pfannkuchen~


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      Kapitel 5: Nachwirkungen - Rückkehr in die Realität?


      „Lukas? Lukas?“

      Wer war das? Und vor allem: Wo bin ich gerade?

      „Lukas, bist du wach?“

      Diese Stimme kam mir vertraut vor, aber ich konnte sie nicht zuordnen.

      „Jetzt sag doch was!“

      Die Stimme klang traurig, fast sogar weinend. Ich öffnete die Augen leicht und sah nur einen Schatten vor mir. Erst nach ein paar Sekunden merkte ich, dass meine Schwester über mir gebeugt hing.

      „Zum Glück, du bist wach.“ Ihre Stimme klang extrem erleichtert.

      Meine Schwester und ich waren nie Geschwister, die sich emotional sehr nah standen. Wir umarmten uns nie, wir saßen nicht oft unmittelbar nebeneinander und wir weinten nicht umeinander. Außer einem High-Five war relativ wenig los bei uns. Zumindest bis jetzt – sie schien wirklich um mich zu weinen, was mich irgendwie rührte…

      Langsam realisierte ich wo ich war. Ich lag bei mir daheim auf der großen Couch im Wohnzimmer. Ich beugte mich nach vorne, sodass ich aufrecht auf der Couch saß. Archer und Saber saßen beide auf der kleineren Couch gegenüber von mir.

      „Was ist passiert? Wir waren doch eben noch auf dem Schulhof.“

      „Du bist ohnmächtig geworden, da haben wir doch so schnell wie möglich nach Hause gebracht. Die anderen sind alle verschwunden, also hatten wir auch keine Gegner mehr.“

      „Moment, wie lange war ich weg?“

      „Nicht lange.“, antwortete meine Schwester. „Höchstens 2 Minuten.“

      „Okay, drei Fragen hab ich dann: Erstens, wie sind wir in 2 Minuten von der Schule nach Hause gekommen? Hast du etwa einen deiner Befehlszauber benutzt?“

      Meine Schwester wand ihren Blick von mir ab und guckte zur Seite. Das hieß so viel wie Ja.

      „Also ja. Dann zweitens: Wo ist mein Motorrad?“

      „Na klasse. Erst bist du halb am verrecken und dann fragst du, wo sich dein beklopptes Motorrad befindet. Wie ich sehe, bist du schon wieder vollkommen genesen.“, gab meine Schwester angefressen zurück.

      „Also?“ Sie hatte mir immer noch nicht geantwortet, also bohrte ich nach.

      „Die habe ich natürlich mitgenommen.“, tönte Archer. „Immerhin bin ich ja nicht von Gestern – mir war klar, dass du dein Motorrad dringend benötigt.“

      „Gelobt seist du, Archer! Der erste den ich sehe, der soweit mitdenkt. Und jetzt noch die letzte Frage: Sind Berit und Rider wirklich entkommen, oder hab ich mir das nur eingebildet?“

      „Die beiden konnten sich durch Riders Noble Phantasm absetzen. Ihre Verfolgung war leider nicht möglich. Es tut mir Leid, mein Master.“, meldete sich Saber zu Wort.

      „Es gibt nichts, wofür du dich entschuldigen musst, Saber. Wie geht es dir und deinen Verletzungen?“

      Ich blickte auf und sah Saber an. Ihr Gesicht war immer noch arg blutverschmiert, aber sie atmete normal und machte auch sonst nicht den Eindruck, dass ihr etwas fehlte.

      „Meinen Verletzungen geht es schon wieder besser. Es sind vermutlich einige Adern geplatzt und ein paar Rippen angebrochen, aber es ist nichts, was lange zum regenerieren benötigt.“

      „Ist das gerade dein Ernst?!“ Ich konnte Saber für das, was sie gesagt hatte, nur skeptisch angucken. „Ein paar Rippen gebrochen und Adern geplatzt, aber das wird schon wieder??“

      „Du musst wissen:“, fing sie an „Wir Heldengeister können unsere Wunden zum Großteil regenerieren, wenn wir für einen gewissen Zeitraum keine Tätigkeiten ausüben. Ich schlafe zum Beispiel auch nicht wie Menschen, sondern ich befinde mich in einem Ruhezustand. Zudem kann ich bestimmen, wann ich aufwache und wie lange ich mich noch in diesem Zustand befinden muss, damit meine Kräfte wieder wie vorher sind.“

      „Heißt also, dass sich deine Wunden – die übrigens extrem ekelig aussehen – schon heute Nacht wieder schließen werden?“

      „Höchstwahrscheinlich. Aber du musst dir angewöhnen, den Time Alter nicht so oft zu benutzen. Sobald es anfängt und du Übelkeit, Schmerzen oder Schwindelanfälle hast, verzerrt sich dein Wahrnehmungssinn. Du hättest da vorhin sterben können, bist du dir darüber im Klaren?“ Saber, die sonst immer höflich war und lächelte, erschien jetzt extrem sauer. Sie schimpfte mit mir wie meine Mutter es früher tat.

      „Ja, Saber, aber ich wollte dir doch nur helfen. Du lagst da und warst so gut wie erle-“

      „Das Kämpfen an der Front solltest du ausschließlich uns Servants überlassen. Wenn du stirbst, dann ist der Krieg vorbei – ein Servant überlebt nicht lange ohne Master.“

      „Aber wenn du stirbst, dann ist doch auch alles vorbei!“

      „Nicht ganz.“, korrigierte mich Saber. „Du kannst dann immer noch an deine Schwester und Archer glauben. Und du kannst auch noch einen Vertrag mit einem anderem Servant schließen…“

      „Nie im Leben! Hast du die anderen Servants gesehen? Die sind alle wahnsinnig! Abgesehen davon kann ich meinen Vertrag mit dir nicht einfach brechen. Eher sterbe ich selbst, bevor ich so etwas mache.“

      Jetzt herrschte eine bedrohliche Stille im Raum. Niemand von uns vieren sagte auch nur ein Wort, was die Stimmung nicht gerade hob.

      „Wenn ich aber ausreichend trainiere“, griff ich erneut das vorherige Thema auf „dann kann ich den Time Alter bald komplett kontrollieren.“

      „Kontrollieren? Jetzt öfter du ihn einsetzt, desto schwächer und gefährlicher wird er! Du wirst dich noch umbringen, also benutze ihn ab jetzt nur noch in absoluten Notfällen!“

      Das konnte nicht sein. Dieser Krieg schien in keiner Hinsicht normal zu sein. In Videospielen oder bei Sportübungen wurde man mit der Zeit immer besser. Aber ich sollte durch das Verwenden des Time Alters immer schwächer werden?

      „Genug davon. Lea, Archer, wollt ihr zuerst duschen gehen? Ich fange in der Zeit schon mal mit den Hausaufgaben an.“ Ich brach das Thema ab, da es für zu viele Spannungen sorgen würde.

      „Hör mir auf von Hausaufgaben. Dazu habe ich jetzt keinen Nerv mehr…“, motzte Lea herum.

      „Willst du darauf spekulieren, dass es bis morgen zugeschneit ist? Es schneit nicht besonders stark, also werden wir morgen in die Schule müssen.“

      „Okay, fang du schon mal damit an. Ich zeige Archer mal wo hier was zu finden ist.“

      Lea und Archer zogen von Dannen, während ich mich auf den Weg in die Küche machte. Zum Glück hatten wir 2 Duschen, also dauerte es nicht so lange, bis wir alle dran waren. Ich hob das Geschichtsbuch meiner Schwester und mein Mathebuch auf den Tisch – zum Glück hatten wir nichts großes mehr zu tun, da die stressige Prüfungszeit gerade vorbei war. Saber folgte mir in die Küche.

      „Kann ich dir in irgendeiner Weise behilflich sein?“

      Sie war wie immer sehr hilfsbereit, auch wenn ich nicht wusste inwiefern sie in Geschichte und Mathematik informiert war.

      „Setz dich einfach hier vorne auf die Bank, ich komme auch gleich dazu.“

      Saber nahm Platz und durfte nun gespannt zugucken, wie ich mir eine Aspirintablette zurechtmischte. Mein Kopf dröhnte immer noch von dem Kampf an der Schule. Kaum hatte ich das Zeugs runtergewürgt, konnte ich mich wieder halbwegs konzentrieren. Ich nahm ein paar Taschentücher und hielt sie kurz unter den Wasserhahn. Danach setzte ich mich neben Saber.

      „Was hast du jetzt vor?“, fragte sie mich leicht verwirrt.

      „Man kann dich ja nicht einfach mit dem ganzen Blut im Gesicht hier rumsitzen lassen.“, gab ich zurück, während ich ihr mit dem ersten Taschentuch das blutverschmierte linke Auge abwischte.

      „Du weißt, du bist mein Master. Du bist mir also im Rang höhergestellt. Also musst du das hier nicht tun…“ Saber wurde nun leicht rot und senkte ihren Kopf ein bisschen ab.

      „Du bist mir in gar nichts untergeordnet. Immerhin hast du auch einmal ein normales Leben geführt. Dass der Gral dich wiedererweckt, hattest du sicher nicht geplant.“

      „Wobei das Leben als König nicht immer so einfach war.“ Jetzt fing sie an leicht zu schmunzeln.

      Eigentlich sollten wir ja mit den Hausaufgaben beginnen, aber vorher behandelte ich Sabers Gesicht. Auch wenn es die ganze Zeit über nichts zu erzählen gab, war die Stimmung sehr freundlich. Auch wenn ich Saber nicht kannte, kam ich mit ihr viel besser klar als mit den meisten anderen Mädchen an unserer Schule.

      „Saber, darf ich dich etwas persönliches fragen?“

      „In Ordnung. Als mein Master darfst du mich alles fragen.“

      „Wie alt bist du eigentlich?“

      „Spielt das denn eine Rolle?“, wollte sie von mir wissen.

      „Eigentlich nicht, aber ich wollte einfach mal nachfragen…“

      „Schon gut.“ Sie fing sofort wieder an zu lächeln. „Mein momentanes Alter… hmm, das ist nicht leicht. Aufgrund meines Körpers würde ich schätzen, dass ich mich zurzeit ungefähr im sechzehnten Lebensjahr befinde.“

      Gibt es wirklich so viele Zufälle auf einmal, dass mein Servant und ich jetzt auch noch gleich alt sind? Da hat der Gral es ja besonders gut mit mir gemeint…

      „Wie alt sind du und deine Schwester eigentlich?“

      Das war das erste Mal, dass Saber eine persönliche Frage stellte. Endlich waren wir auf dem Weg der Besserung – ich hatte schon Angst, dass Saber sich in ihrer Rolle als Servant wie ein Sklave fühlen und absolut nichts fragen würde.

      „Ähm… also ich bin so alt wie du. Meine Schwester ist zwei Jahre jünger als ich. Sie ist also im Moment vierzehn.“

      „Das ist ja ein schöner Zufall. Dann falle ich Morgen überhaupt nicht auf, wenn ich dich in die Schule begleite.“

      „Bitte was?! Du willst mich in die Schule begleiten? Wozu?“

      „Wir haben Heute gesehen, dass du nirgends mehr sicher bist. Du wurdest in der Schule von Mitschülern angegriffen und musstest mich mit einem Befehlszauber rufen. Nur wenn ich dich begleite, kann ich dich beschützen.“

      „Und was ist mit meiner Schwester?“

      „Leider hast du das Pech den einzigen Servant der Anti-Magie-Klasse beschworen zu haben.“ Anscheinend konnte Saber auch ganz gut mir Sarkasmus umgehen. „Du musst mich also verkleiden und so mitnehmen. Archer kann sich unsichtbar machen und deiner Schwester folgen.“

      „Na toll. Und ich kann dich davon nicht abbringen, oder?“

      „Nein, außer du willst unbedingt sterben – dann kannst du ruhig alleine gehen.“

      Die Diskussion war damit beendet. Da Sabers Gesicht aufgehört hatte zu bluten, konnte ich mich noch einen Moment den Hausaufgaben zuwenden. Es war kurz vor 10, als meine Schwester und Archer zurückkamen. Wir tauschten die Plätze und ich zeigte Saber das Badezimmer.

      „Hier hast du Handtücher und Klamotten für die Nacht. Wenn dir noch irgendwas fehlt, dann ruf einfach nach meiner Schwester.“, wies ich Saber ein.

      „Wieso soll ich deine Schwester rufen und nicht dich? Immerhin bist du doch mein Master.“

      „So gern ich dir helfen würde, aber ich werde mich nicht ins Bad begeben, während da ein nacktes Mädchen in der Wanne sitzt.“

      Saber fing an leise zu kichern, welches sich nach kurzer Zeit in ein lauteres Lachen wandelte. Sie hielt sich die zu einer Faust geballte Hand vor den Mund, damit die Lautstärke ihres Lachens abnahm.

      „Darf ich fragen was daran so lustig ist?“

      „Tut mir Leid.“ Saber stoppte zu kichern und sprach wieder so wie immer. „Aber du musst wissen, ich bin ein Servant. Mein Dasein als Servant geht vor, egal welches Geschlecht ich besitze. Und selbst wenn ich kein Servant wäre, dann wäre ich ein Ritter. Du musst dir also keine Gedanken über derartige Konflikte machen.“

      Am Ende ihres Satzes setzte sie wieder ihr typisches Lächeln auf. Ich kratzte mich am Kopf, während ich nach einer passenden Antwort suchte.

      „Schon gut, ich will dich hier nicht in Verlegenheit bringen. Falls etwas sein sollte, dann rufe ich nach deiner Schwester.“ Danach betrat sie das Bad und schloss die Tür hinter sich.

      Ich hätte nicht gedacht, dass mir jemals so die Worte fehlen würden. Aber Saber nahm das Ganze mit viel Humor. Entweder musste sie zu ihren Lebzeiten schon so gewesen sein, oder sie hat es sich in ihren vorherigen Kämpfen angewöhnt. Jedenfalls war sie mir äußerst sympathisch in ihrer Art.

      Ich machte mich also auch auf den Weg. Nachdem ich fertig war und frische Kleidung angezogen hatte, machte ich mich wieder auf den Weg in die Küche. Dort saß aber mittlerweile nur noch Archer, der an den Matheaufgaben zu scheitern drohte. Damit war er sicher nicht der einzige, denn an unserer Schule blicken geschätzte 90% der Schüler das Fach Mathe nicht. Ich habe ihn dann abgelöst und die Aufgaben beendet. Den Rest konnte ich bei bestem Willen nicht machen, also schob ich die Bücher und Hefte zur Seite und begann in den zweiten Stock zu laufen.

      Zeitgleich half meine Schwester Saber sich die Haare zu machen. Von Haaren hatte ich noch nie wirkliche Ahnung – ich selbst hatte keinerlei Struktur in meinem Haar und es sah immer zerzaust aus, was sich aber zu meinem persönlichen Style entwickelte. Deshalb war ich ganz froh, dass ich dafür nicht auch noch herhalten musste. Sie machte Saber wieder ihre typische Frisur mit dem Zopf am Hinterkopf. Als wir später dann unser Zeug fertig gepackt hatten, gingen wir auf unsere Zimmer. Ich hatte noch immer keine Idee wie ich Saber unbemerkt in die Schule bekommen sollte, aber darüber konnte ich mir auch Morgen noch Gedanken machen – jetzt waren wir alle viel zu kaputt dafür.

      „Für einen 16-jährigen hast du dich als Master aber echt gut geschlagen. Auch wenn du kein Magier bist und mich nicht mit Mana versorgen kannst.“, lobte mich Saber, die sich gerade neben mich in das Bett legte.

      „Dafür, dass du schon hunderte von Jahren alt sein müsstest, hast du dich aber echt gut gehalten, Saber. Und du kannst dich ja durch Essen und Schlafen selbst versorgen, also sollte das kein großes Problem sein.“

      Kurz darauf fiel mir auf, dass Saber und ich nun beide im selben Bett lagen.

      „Selbst wenn ich jetzt aufstehen und mich auf den Bogen legen würde, du würdest dich in der Nacht heimlich zu mir legen. Hab ich nicht recht?“ Ich wollte mich keinen Millimeter mehr bewegen, aber aus Anstand fragte ich bei Saber nach.

      „Du hast vollkommen recht.“, war ihre kurze und ziemlich humorfreie Antwort.

      „Na dann.“

      Ich schaltete das Licht aus und wir schlossen beide die Augen. Immerhin mussten wir halbwegs ausgeschlafen sein, bevor Saber ihren ersten Schultag bei uns erleben würde. Wie wir das problemlos überstehen sollten, war dann unser morgiges Problem…


      Preview:
      Kapitel 6: Schneeweiße Hölle – Es gibt eine neue Schülerin?

      Es ist Sabers erster Schultag an der Schule und es geht sofort drunter und drüber! Nicht nur, dass sie innerhalb eines Tages zum begehrtesten Mädchen des Jahrgangs wird – sie wird sogar sofort nach einem Date gefragt. Zu dem ganzen Rummel kommen dann noch weitere Probleme, mit denen man nicht gerechnet hat.


      Wie immer viel Spaß beim Lesen ;)

      MfG
      ~Pfannkuchen~

      Edit: Startpost muss ich morgen nochmal gucken, irgendwie wollen die ganzen Spoiler nicht mehr...


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      Kapitel 6: Schneeweiße Hölle – Es gibt eine neue Schülerin?

      Der Wecker klingelte wie jeden Morgen pünktlich. Es war erst Dienstag, aber die Woche dauerte meiner Meinung nach schon viel zu lange. Nach dem gestrigen Tag hatte ich eindeutig Entspannung nötig. Ich schaltete mit meiner Hand den Wecker aus und war im Begriff aufzustehen – wäre da nicht wieder mal Saber gewesen, die quer über mir lag.

      „Saber? Saber, bist du wach?“, fragte ich sie. Ich bekam jedoch keine Reaktion zu sehen. Ich stupste ihr leicht mit dem Zeigefinger in ihr Gesicht, aber sie schlief vorerst weiter. Ich beugte mich nach vorne und kam näher an ihr Gesicht.

      „Saber? Aufstehen, wir müssen los!“, sprach ich sie erneut an. Ich stupste sie dabei stärker an als zuvor, wodurch sie endlich zu sich kam. Sie sah noch fertiger aus als ich – und was war eine Höchstleistung.

      „Ist es schon Morgen?“, fragte sie, während sie ausgiebig gähnte und ihre Arme streckte.

      „Leider. Also komm, ich hab dir deine Sachen schon zurechtgelegt.“

      Saber hatte geäußert, dass ihr das weiße Hemd und der blaue, lange Rock am besten gefallen. Die meisten würden sicher kurze Röcke bevorzugen, aber Saber hatte anscheinend ihren eigenen Kleidungsstil. Ich zog mir meinen Pulli über und die Hose an und wollte daraufhin den Raum verlassen.

      „Hey, Saber, was machst du da??“, rief ich, während ich mir die rechte Hand vor das Gesicht hielt. Saber hatte anscheinend keine Probleme sich vor mir bis auf die Unterwäsche auszuziehen.

      „Ich ziehe mich nur an. Übrigens kannst du deiner Schwester danken – sie hat mir perfekt passende Sachen ausgeliehen bis ich-“

      „Schon gut, so genau will ich nichts über die Unterwäsche meiner Schwester wissen. Zieh dich an, ich geh schon mal Frühstück machen.“, unterbrach ich Saber und ging aus dem Zimmer. Ich weckte meine Schwester und ging danach in die Küche.

      Das Frühstück verlief weitestgehend ohne Gespräche – wir waren alle noch zu erschöpft von Gestern. Ausschließlich meine Schwester merkte an, dass Sabers Wunden sehr gut verheilt sind. Anscheinend hatte sie recht und eine simple Mütze Schlaf half bei ihr wahre Wunder.

      Wir waren auf dem Weg nach draußen als wir bemerkten, dass es wie verrückt schneite. Wir befanden uns im Januar, soweit war also nichts ungewöhnlich, aber im Bezug auf die letzten Tage war es sehr überraschend, dass Heute so viel Schnee fiel. Letzte Woche waren es noch fast 10°, Heute waren es fast -10°.

      „Meinst du wir bekommen Schulfrei?“, fragte mich meine Schwester plötzlich.

      „Glaube nicht. Selbst wenn im ganzen Umkreis alles ausfällt, haben wir immer noch Unterricht.“

      Wir setzten uns auf die Motorräder und fuhren zur Schule. Unterwegs überlegte ich mir noch ein paar letzte Einzelheiten für Sabers neue Identität, damit diese nicht auffallen würde.

      Es war 10 vor 8, als wir ankamen. Wir parkten am selben Platz wie immer und verabschiedeten uns. Bei diesem Wetter stand niemand draußen, also konnte ich Saber in aller Ruhe in den Plan einweihen.

      „Also Saber, der Plan ist wie folgt: Deine Eltern und meine Eltern haben sich angefreundet, als wir uns im Urlaub in England kennen gelernt haben. Sie sind zurzeit geschäftlich unterwegs hier in der Nähe und du musst irgendwo unterkommen. Also wohnst du bei mir und kommst ebenfalls mit mir in die Schule.“

      „Okay, soweit verstehe ich.“, antwortete sie kurz.

      „Den Rest kannst du dir spontan überlegen. Aber jetzt lass uns losgehen, sonst kommen wir zu spät.“


      Kurz bevor die Klingel läutete, betraten Saber und ich das Klassenzimmer. Wir hatten gleich Englischunterricht, also eilte ich zu meinem Platz. Unterwegs begrüßte ich wie immer meine Freunde, die oftmals in den selben Kursen saßen wie ich.

      Die Frage, wo sich Saber hinsetzen sollte, klärte sich auch recht schnell. Sowohl Max als auch Berit waren heute beide nicht da. An ihrer Stelle wäre ich auch nicht gekommen – immerhin hätte sie das an ihre gestrige Niederlage erinnert. Max und ich saßen wie fast überall nebeneinander, also konnte Saber seinen Platz einnehmen.

      „Good morning boys and girls.“, hörte ich meine Englischlehrerin rufen, während sie die Tür herein kam. Die erste Doppelstunde konnte also beginnen. Es dauerte aber keine 10 Sekunden, bis der Kurs, der eben noch vertieft in Privatgespräche war, Saber zur Kenntnis nahm.

      „Lukas, would like to introduce this young lady?”

      Na toll, soweit hab ich nicht gedacht. Mein Englisch war in solchen Momenten unter aller Sau, also konnte das ja nur schief gehen.

      „Well…“ Mehr bekam ich nach diesen paar Sekunden nicht raus.

      „I would like to introduce myself.“, fing Saber plötzlich an zu reden und stand auf. “I’m a friend of Lukas and I will live here with him for a few days. I will rise back, when my parents come back from their busniess trip. My name is Saber and I’m glad to meet you all. I hope we won’t have any trouble.” Danach setzte sie ein typisches Lächeln auf und setzte sich wieder.

      Da hab ich total vergessen, dass sie der König – oder auch die Königin - von Britannien war…

      Jetzt fiel mir wie Schuppen von den Augen, warum Saber so gut Englisch sprechen konnte – immerhin war es ihre Muttersprache. Wenigstens musste ich mir so keine Gedanken mehr über ihre Vorstellung machen.

      Saber und meine Lehrerin unterhielten sich daraufhin noch ein bisschen auf Englisch. Saber erzählte, sie sei zweisprachig aufgewachsen und sie hätte deshalb keine Probleme mit der deutschen Sprache. Zumindest reimte ich mir das zusammen, dann Sabers Englisch war ein ganz anderes Level als das von mir.

      In der Pause stellte ich meinen Freunden nochmals Saber vor. Wir standen draußen immer in einer Art Kreis und redeten über alles mögliche, während es immer stärker schneite. Saber blieb die ganze Zeit in meiner Nähe und wich mir niemals einen Meter von der Seite – bei jedem anderen hätte ich schon längst etwas gesagt, aber sie ist ja mitgekommen um mich vor weiteren Angriffen zu schützen. Zudem schien sie etwas schüchtern zu sein, weshalb sie mir immer folgte.
      Es dauerte nicht lange, da gesellten sich ein paar Mädchen zu uns. Zu uns? Eher zu Saber. Sie redeten ein bisschen mit ihr, tauschten Handynummern aus und zogen danach weiter. Bei uns gibt es genau genommen 3 Gruppen die sich bilden, wenn jemand neues an unsere Schule kommt: Die freundlich Gesinnten, die freundlich mit einem reden; Die Hater, die über die Neuen überall abrotzen; und zum Schluss die Leute, denen alles egal war.

      Nach der nächsten Doppelstunde hatte sich bereits überall herum gesprochen, dass wir eine „Kurzzeitschülerin“ an unserer Schule hatten. Schnell war Saber zu einem der begehrtesten Mädchen der Schule aufgestiegen, was man an den Blicken mancher Jungs nur unschwer nicht bemerken konnte. Jeder wollte bei ihr landen oder ihre Nummer abstauben, solange sie uns besuchte.

      „Guck mal da drüben. Da kommt der Erste, der sich gleich an Saber ranmachen wird.“, sagte mein guter Freund Lars zu mir. Von weitem sah man Marc auf uns zulaufen – die Hose hing ihm schon auf halb Acht und das Cappy hatte er sich schon falsch herum aufgesetzt. Er kam – so cool wie immer – heran gelaufen und trat direkt vor Saber.

      „Hey, Süße. Na, wie geht’s?“

      Marc war der wahrscheinlich größte Pflegefall unserer Schule. Er war genau so alt wie ich, ging aber in den Jahrgang meiner Schwester. Und wie es aussah, war er nicht weit davon entfernt eine dritte Ehrenrunde zu drehen…

      „Schnucki, ich meine dich.“, hakte Marc nach, nachdem Saber ihm keine Antwort gab. Er legte seine Hand an ihre Wange und sah ihr tief in die Augen.

      „Lukas, geh mal lieber deine Freundin retten. Die ist doch viel zu schüchtern um Marc abzuweisen.“, flüsterte mir Lars zu. Doch ich war die Ruhe selbst.

      „Keine Sorge. Ich bin mir sicher sie kriegt das hin.“, antwortete ich gelassen. Zwar kannte ich Saber noch keine ganze Woche, aber ich konnte mir vorstellen, was sie jetzt machen würde.

      Marc hatte kurze, braune Haare, die an den Seiten fast immer ordentlich rasiert waren. Er war gefühlte zwei Meter groß, aber das kam mir wahrscheinlich nur so vor, weil ich so klein war. Manche Mädchen schwärmten von seinen süßen brauen Augen, aber die Mehrheit fand ihn einfach abstoßend. Würde es einen Wettbewerb wie „Deutschland sucht die besten Nachwuchs-Gangster“ geben, dann wäre er sicher ganz vorne mit dabei.

      „Verzeihung, aber würdest du deine Hand von meinem Gesicht nehmen? Ich wäre dir sehr dankbar.“, sprach Saber fast emotionslos, während sie Marcs Hand nahm und von ihrem Gesicht entfernte. Ein leichtes Raunen ging durch die Zuschauer, die dieses Trauerspiel beobachteten.

      „Ähm.. ich glaube, ich muss mich besser vorstellen. Ich bin Marc und einer der beliebtesten Leute hier. Sicher, dass du dich nicht mal mit mir treffen willst?“ Er ging dabei auf Saber zu, stellte sich neben sie und legte seinen Arm um ihre Schulter.

      „Wie ich dir schon gesagt habe, ich habe kein Interesse an dir.“ Saber sprach nun bestimmter als vorher, und ich wusste genau, dass es beim nächsten Versuch eine Eskalation geben würde.

      „Schade. Dabei fand ich siehst du echt super aus. Vor allem deine schönen, goldenen Haare.“, sprach Marc leise zu Saber, während er ihr dabei mit der Hand durch das Pony glitt. Doch Saber hielt sich nun nicht länger zurück.

      „Ahhhhhhhhh!“, fing Marc an zu schreien, während er zu Boden ging. Saber hatte ihm mit ihrer rechten Hand einen Faustschlag ins Gesicht verpasst.

      „Ich hatte dich gewarnt.“ Saber klang nun bestimmter – genau so, als ob sie jeden Moment ihr Schwert ziehen würde.

      „Du blöde Schlampe, was fällt dir ein mich zu schlagen?!“, schrie Marc, der immer noch auf dem Boden kniete. Er sprang auf und ging auf Saber los, doch diese entging seinem Schlag und griff sich einen Kopf mit beiden Händen.

      „Du lernst es anscheinend nicht!“, schrie sie nun zornig, wie ich sie nur selten erlebt hatte. Sie setzte anscheinend auf die Stärke ihres Schreies. Danach schubste sie ihn noch von sich weg, was er allerdings nicht überstand. Er stolperte dabei und fiel rückwärts zu Boden.

      Marc lag nun wimmernd am Boden, während ihm das Blut aus der Nase schoss. Um uns herum waren alle sprachlos über Sabers Aktion, aber insgeheim freuten sie sich wahrscheinlich, dass jemand mal Marc die Meinung gegeigt hat.

      „Habe ich etwas falsch gemacht?“, fragte mich Saber wieder normal gelaunt. Marc zog währenddessen ab und fluchte auch von weitem noch so laut, dass es jeder hören konnte.

      „Ne, absolut nicht. Du hast ihm nur deine Meinung gesagt. Und verdeutlicht…“

      Die Menge fing an zu grölen und zu applaudieren. Sie feierten Saber für ihren Mut gegenüber Marc.

      „Manchmal reicht es eben nicht, wenn man seine Meinung nur mit Worten vertritt.“ Irgendwie passte Sabers Siegesspruch zu ihrem Auftreten.

      Kurz darauf klingelte die Schulglocke wieder. Saber und ich machten uns auf den Weg zur letzten Schulstunde für Heute.


      Es war ungefähr Viertel nach 1, als die Glocke zum letzten Mal läutete. Alle Schüler eilten zu ihren Bussen, um schnellstmöglich nach Hause zu kommen. Inzwischen schneite es noch stärker als am Morgen, sodass der Schnee schon geschätzte 15 Zentimeter hoch stand. Der Nachmittagsunterricht fiel aufgrund des starken Schneesturms aus, und voraussichtlich fuhren Morgen die Busse nicht zur Schule.

      Saber und ich hatten jedoch keine Eile. Während Archer und Lea schon auf dem Heimweg waren, spazierten Saber und ich ein Stück durch den anliegenden Park. Saber wollte unbedingt den Park genauer sehen, hatte sie mir schon während der Schule gesagt. Also liefen wir mit eingehakten Ellenbogen durch die Mischung aus Schneesturm und schneeweiß bedeckten Ästen und Büschen. Jeder, der uns so sehen würde, hätte uns sicher für ein Pärchen gehalten. Dabei wusste ich nicht einmal, warum wir so durch den Wald zogen – Saber hatte mich ohne ein Wort zu sagen gepackt und hierher geführt.

      „Warum führst du mich hier hin, Saber?“, fragte ich sie, obwohl man mich durch den Wind kaum hören konnte.

      „Ich muss mit dir etwas bereden.“, lautete Sabers recht kurze Antwort. Wir gingen noch ein Stück weiter, bis wir eine Parkbank vorfanden. Da diese unter mehreren Bäumen stand, war sie kaum mit Schnee bedeckt. Wir setzten uns auf die Bank und starrten in Richtung unserer Schule, welche man aber durch die vielen Bäume kaum sah.

      „Das ist ein echt nettes Plätzchen hier.“, merkte Saber an. Sie genoss anscheinend die Aussicht und den Schnee.

      „Also, warum hast du mich hierher geführt?“, hakte ich bei ihr nach. Diese hielt kurz inne und fing an zu erzählen.

      „Ich habe die Präsenz der anderen beiden Master wahrgenommen. Beide gehen an diese Schule, aber ich konnte nur eine Person exakt bestimmen.“

      „Das ist ja super, Saber! Aber wie kommt es, dass du nur eine Person bestimmen konntest?“

      „Nun ja, um eine Person zu bestimmen, muss ich mit ihrem Magiekreislauf in Kontakt kommen.“

      „Bitte verständlicher.“

      „Ich muss sie berühren, um mir sicher zu sein.“

      Ich musste schlucken. Auch wenn Saber mit vielen Personen heute geredet hat, hat sie kaum andere berührt. Es gab im Grunde nur eine einzige Person, mit der sie körperlichen Kontakt hatte…

      „Marc ist ein Master? Bist du dir sicher? Er scheint mir nicht schlau genug, um diese ganze Heiliger-Gral-Geschichte überhaupt zu verstehen.“, fragte ich bei Saber nach. Ich konnte es noch nicht richtig glauben.

      „Ich bin mir ziemlich sicher. Ich habe die Vermutung, dass sein Servant mich wahrgenommen hat. Deshalb wollte ich nach der Schule hier bleiben – falls er angreift, können wir ihn direkt besiegen.“

      „Hast du seine Befehlszauber gesehen?“, wollte ich sichergehen.

      „Nein.“, sagte Saber und blickte auf den Boden. „Aber ich habe es gespürt. Und mein Gefühl hat mich noch nie im Stich gelassen.“

      Sabers Erklärung klang zwar nicht ganz logisch, aber ich nahm sie hin. Zudem war so meine Schwester nicht in Gefahr, wenn wir hier auf einen Angriff von Marc spekulierten. Also war ich alles in allem zufrieden…

      „Aber ich wollte mich auch einfach noch ein bisschen mit dir unterhalten.“, meinte Saber plötzlich. Sie fing wieder an zu lächeln und schien sehr glücklich zu sein. „Der Heilige Gral verbindet nur Master und Servants, die sich in ihrem Auftreten, ihrem Denken und ihrer Ideologie annähernd gleich sind. Ich will gerne wissen, was uns beide in unserem Handeln verbindet. Bislang hatte ich ausschließlich Master, die in übertriebener Weise Gerechtigkeit suchten…“

      Ich wusste zwar nicht worauf ich mich hier einließ, aber ich unterhielt mich gerne mit Saber. Sie hatte eine so positive Ausstrahlung, dass ich immer fröhlich war während ich mit ihr redete.

      „Also gut. Lass uns zusammen überlegen, was uns verbinden könnte. Hast du noch viele Erinnerungen an die vergangenen Kämpfe?“

      „Normalerweise kann man sich nicht an die vergangenen Kämpfe erinnern. Normal wird man als Servant auch nur einmal ernannt, aber bei mir ist das anders. Ich habe einen Vertrag mit dieser Welt abgeschlossen, weshalb ich immer wieder erscheinen und kämpfen muss. Ich weiß nicht mehr viel, aber ich kann mich erinnern, dass jeder meiner bisherigen Master zum Ende des Krieges verrückt wurde. Sie wandten sich mit ihren Befehlen gegen mich, sodass es am Ende nichts außer der Niederlage gab. Ich hielt den Gral zu keiner Zeit in den Händen.“

      Es war nicht schön anzuhören, dass Saber das hier zum gefühlt hundertsten mal durchmachen musste. Aber das sie, als so mächtiger Servant, noch nie gewinnen konnte, machte mir Angst – warum sollte sie dann also mit mir gewinnen, wenn ihre Master früher um Längen besser waren?

      „Jeder Heldengeist hat das Ziel auf den Thron der Helden aufgenommen zu werden. Aber um das zu erreichen, muss er den Krieg um den Heiligen Gral einmal gewonnen haben. Solange ich also nicht gewinne, werde ich vom Gral immer und immer wieder beschworen.“

      So absurd das auch alles klang, lies ich Saber weiterreden. Immerhin war sie gerade so gut in Fahrt, dass ich sie nicht unterbrechen wollte.

      „Meine ersten Master suchten in dem Gralskrieg nach der Weltherrschaft. Sie waren so besessen von diesem Gedanken, dass er sie am Ende zu Grunde richtete. Die folgenden Master aber waren nicht besser – sie suchten den Gral, um sich eine gewaltfreie Welt oder die Errettung ihrer Vergangenheit zu wünschen. Ein Master versuchte sogar eine Beziehung zu mir aufzubauen – aber weder konnte ich bleiben, noch wollte ich in dieser Welt ein zweites Leben führen.“

      „Warte.“, unterbrach ich Saber. „Ein zweites Leben führen?“

      „Wenn man den Krieg gewinnt und aus dem Heiligen Gral trinkt, so erhält man ein zweites, menschliches Leben. Jetzt bin ich nur ein Servant, aber ich würde meine Kräfte behalten und erneut wie ein normaler Mensch leben können. Bislang hat das aber nur ein einziger Servant geschafft.“

      Saber hing immer noch eingehakt in meinem Arm. Ich wusste zwar nicht warum, aber ich wollte mich auch nicht darüber beschweren.

      „Erzähl mir doch ein bisschen was aus deinem Leben. Ich nehme an, dass du meine Geschichte kennst. Also erzähl mir etwas von dir.“, forderte mich Saber auf.

      Ich stimmte zu indem ich leicht nickte. Ich holte tief Luft, um Saber über mein Leben zu erzählen.

      „Aber mach dich darauf gefasst, dass es dich runterzieht. Neben dir sitzt einer der größten Verlierer, den diese Schule zu bieten hat. Ich bekomme seit 16 Jahren so gut wie nichts auf die Reihe und alles was ich anfasse wird ein Misserfolg. Ich habe meine komplett eigene Weltanschauung, die aber so gut wie niemand teilt. Respekt, Höflichkeit und die Eigenschaft, dass man sich nicht verstellt, habe ich von meinen Eltern beigebracht bekommen. Egal was kommt, ich werde mich nie so verhalten wie die meisten anderen hier. Du siehst ja selbst was für Psychopaten mit Max dabei entstehen, die andere Menschen wegen einem Mädchen umbringen wollen. Apropos Mädchen: Ich bin Dauersingle und kann kaum normal mit einem Mädchen reden, ohne das dieses zu erkennen gibt, wie wenig sie mich mag. Das liegt vermutlich daran, dass ich mich einmal versucht habe zu verabreden. Seitdem bin ich bei vielen irgendwie unbeliebt bei Mädchen, weil ich mich quasi mit ihrer Anführerin verstritten habe. Es ist so gut wie aussichtslos, dass sich dieser Streit und mein Ansehen hier jemals bessern. Zum Glück dauert es nur noch ein halbes Jahr hier. Willst du noch mehr Details oder reicht dir das?“

      „Ich denke das reicht.“, meinte Saber daraufhin. „Ich war ein König, der seine Untertanen nie wirklich verstanden hat. Einst musste ich gegen einen meiner treuen Gefährten bei diesem abartigen Krieg kämpfen. Mit wurde durch die vielen Kämpfe eins klar – egal, ob ich gegen Helden aus der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft kämpfe: Viele, mit denen ich sprach, hielten mich für einen schlechten König. Mein Wunsch war es, in der Zeit zurück zu reisen und meine Regentschaft niemals beginnen zu lassen. Inzwischen habe ich gemerkt, dass das nicht möglich ist, aber ich habe meine Aufgabe als König dennoch nicht erfüllt. Mein Land fiel unter meiner Obhut als König zu meinen Lebzeiten. Ich durfte ebenfalls nie die Bedeutung von Liebe erfahren. Und selbst die, die ich einst retten konnte bevor mein geliebtes Land unterging, waren sich selbst überlassen und somit verloren. Das Land, das mir meine Klinge gab – dem ich mein ganzes Leben gab – wäre mit einem anderen König besser dran gewesen. Wenn man es genau nimmt, sitzt hier auch eine Verliererin neben dir.“

      Sabers Geschichte klang so traurig, dass ich meine eigenen Sorgen komplett vergas. Mein Schicksal war die Geschichte eines Einzelnen – Saber, als König Artus, trug das Schicksal aller ihrer Landsleute auf ihren Schultern. Sie war verantwortlich für das Versagen eines ganzen Landes – von Millionen Menschen, die ihr geglaubt und ihr gefolgt sind.

      „Es ist schon komisch, dass sich zwei Verlierer wie wir treffen und einen Pakt schließen. Da hat der Gral seinen Job ja gut gemacht.“, scherzte ich herum. Immer wenn ich schlecht gelaunt oder traurig war, fing ich an blöde Witze zu reißen. An meiner Stimmung änderte das zwar oft nichts, aber so konnte ich mich ablenken. Humor und Sarkasmus waren zu bestimmten Zeiten das Einzige, was mir noch von meiner Persönlichkeit blieb.

      „Lieber Kämpfe ich an der Seite eines so charmanten Verlierers wie dir, als an der Seite eines sich selbst viel zu wichtig nehmenden Egoisten.“ Das waren wirklich sehr nette Worte von Saber, die sie für mich übrig hatte.


      Saber und ich saßen die nächsten 10 Minuten einfach auf der Bank und taten nichts. Es war irgendwie ein schöner Moment, wenn man sich nicht allein fühlte. Saber lehnte ihren Kopf an meine Schulter und hielt weiterhin meinem Arm fest. Sie saß da einfach und machte genau so viel wie ich – überhaupt nichts. Wir waren nur still und beobachteten die herunterfallenden Schneeflocken, welche immer größer und mehr wurden. Auf der Bank waren wir von den Bäumen geschützt und bekamen immerhin keinen Schnee ins Gesicht – die eisige Kälte war schon schwer genug zu ertragen. Saber schien mir fast abwesend, als ob sie eingeschlafen wäre.

      „Ich glaube der Schneesturm wird immer stärker. Und mir ist kalt. Wollen wir uns nicht lieber auf den Weg nach Hause machen?“, frage ich Saber, die ihre Augen mittlerweile geschlossen hatte.

      „Bitte warte noch 2 Minuten. Es ist so schön hier…“, seufzte Saber vor sich hin. Sie war anscheinend sehr von der schönen Landschaft beeindruckt, dass ihr alles andere egal war.

      Trotz der Kälte sah sie immer noch so elegant wie immer aus mit ihren goldblonden Haaren und ihren leuchtend grünen Augen. Doch die friedliche Ruhe wurde kurz darauf unschön unterbrochen…

      „AAAAHHHHHHHHHHHHHHHH!!!“

      Das war eindeutig ein Schrei! Aber von wem?

      „Saber, mach dich bereit!“, rief ich aus Reflex. Saber sprang auf und hatte in Windeseile ihre Rüstung an.

      „Wo kam der her?“, fragte mich Saber. Doch ich wusste bei bestem Willen nicht, woher die Stimme kam. Der spitze Schrei hätte von überall kommen können, denn durch den fast gigantischen Schneesturm konnte man eine Richtung herausfinden. Von allen Seiten peitschte der Wind.

      „Ich weiß es nicht, Saber.“, antwortete ich knapp. Wir waren beide in größter Alarmbereitschaft, obwohl wir den Schrei nicht zuordnen konnten.

      „Nein, tu mir bitte nichts!“

      Da war schon wieder diese Stimme! Saber und ich sahen uns kurz an und liefen los. Wir rannten querfeldein ohne einen Plan zu haben. Und schon nach wenigen Sekunden wurden wir fündig: Auf dem schneebedeckten Boden lag ein Mädchen, welches mir stark bekannt vorkam.

      Kann das sein? Ist das wirklich sie?

      Ich hatte keine Zweifel mehr, wer da auf dem Boden lag. Vor mir lag Amalia, eines der beliebtesten Mädchen unsere Schule. Amalia ging in meine Parallelklasse und ich hatte bislang nichts mit ihr zu tun. Wenn man es genau nimmt, habe ich mit ihr noch nie ein Wort gewechselt. Aber was war mit ihr geschehen?

      „Hier und jetzt wird es enden, du blöde Fotze! Hast du wirklich gedacht, du könntest MICH besiegen?!“

      Das war doch die Stimme von Marc!

      Marc kam langsam auf Amalia zu. In seiner Hand hielt er ein Messer, das schon stark blutverschmiert war. Es tropfte von der Messerklinge auf den Schnee am Boden und färbte ihn in einem tiefen rot, was man sonst nur aus Horrorfilmen kennt.

      „Caster, mach sie fertig!“, brüllte er mit voller Kraft. Vor ihm materialisierte sich eine Person, die sein Servant zu sein schien. Es war eine Frau, ungefähr so groß gewachsen wie ich. Sie trug einen dunklen Mantel mit Kapuze, doch an der Seite hingen ihr ein paar blaue Haarsträhnen heraus. Ihre Augen konnte ich nicht einsehen, aber mir gefror allein von ihrem Anblick das Blut in den Adern. Eine so Furcht einflößende Person hatte ich noch nie gesehen.



      „Wenn das alles ist.“ Casters Stimme klang bedrohlich freudig. Sie schien es zu genießen, dass sie die Oberhand hatte.

      „Saber, tu doch irgendwas, aber rette das Mädchen da drüben!“

      Saber hinterfragte meinen Befehl erst gar nicht und schritt zur Tat. Sie sprang hinter dem Busch hervor, wo wir uns bis eben versteckten.

      „Der Krieg um den Heiligen Gral ist eine Sache.“, begann Saber zu reden. „Aber wenn du wahllos Menschen umbringst, dann bist du ein Mörder und sonst nichts!“

      Während sie ihre letzten Worte sprach, war sie so wütend wie nie zuvor. Ihre Stimme klang sonst immer sehr weich, aber in diesem Moment war alles anders. „Wenn du nicht sofort das Weite suchst, dann halte ich mich nicht zurück!“

      Saber hielt ihre Klinge fest in beiden Händen und war zum Angriff bereit. Ihr Gegenüber zögerte deutlich, als sich Saber ihm in den Weg stellte.

      „Was willst du denn hier?“, fluchte Marc extrem laut. Er fasste sich an die Nase und war in Gedanken wieder bei seiner Auseinandersetzung mit Saber auf dem Schulhof – er hatte sie soeben wieder erkannt. „Sag mir nicht, dass du auch ein Servant bist?!“

      „In der Tat, ich bin ein Servant. Hast du ein Problem damit?“, fragte Saber immer noch leicht zornig zurück.

      „Das kann nicht sein! Ich wollte mich auf ein Date mit einem Geist einlassen?! Das wirst du mir büßen – niemand spricht so mit mir, nicht mal ein Geist wie du!!“

      „Ich frage dich genau einmal: Hast du vor gegen mich zu kämpfen?“ Saber war jetzt fest entschlossen, einen möglichen Kampf zu gewinnen.

      „Caster, greif an!“

      Das war die Kriegserklärung. Saber stürmte auf Caster zu, während diese einen großen lila Feuerball aus ihrer Hand schoss. Dieser flog genau auf Saber zu.

      „Saber!“, schrie ich besorgt. Sie machte keine Anstalten auszuweichen und behielt ihren Kurs bei. Als sie und der Feuerball dann aufeinander prallten, gab es zwar eine Explosion, aber Saber trat auf der anderen Seite der schwarzen Rauchwolke unverletzt heraus. Sie war schneller als zuvor und hatte nur ein Ziel – Marcs Servant. Der gefährlich aussehende Feuerball hatte ihr nicht ein Haar gekrümmt!

      „Sie ist immun gegen meine Magie?! Nein, das kann nicht sein! Nicht ein Servant der Anti-Magie-Klasse!!“, schrie Caster laut, aber es halt nichts. Saber traf die frontal mit dem Schwert in ihrer Brust. Doch Caster stieß keinen Schrei aus, sondern grinste vor sich hin.

      „Bis zum nächsten Mal, Schätzchen.“, flüsterte Caster leise und dennoch bedrohlich Saber zu, während sich ihr Körper anfing zu leuchten. Sie zerfiel in tausende kleine Polygone und verschwand einfach – und nicht nur sie löste sich auf, sondern mit Marc geschah das Selbe!

      Saber und mir stand für eine kurze Zeit die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Doch wir mussten uns schon kurz darauf auf das nächste Problem konzentrieren: Amalia lag noch immer verletzt im Schnee. Um ihr herum hatte sich schon eine Blutlake gebildet, die den Schnee komplett rot färbte.

      „Wir müssen sie hier wegschaffen, sonst stirbt sie noch.“, gab ich Saber zu verstehen. Saber packte sie an ihren Füßen und ich unter den Armen. Wir hoben sie hoch und dann legte Saber sie mir in beide Hände.

      „Soll ich fahren?“, fragte mich Saber, als wir vor meinem Motorrad standen. Manchmal konnte ich es nicht glauben, dass sie das alles ernst meinte.

      „Saber, wir können unmöglich mit drei Personen gleichzeitig auf meinem Motorrad fahren.“

      „Und wie willst du das ganze dann lösen?“

      Ich hatte keine Idee mehr. Ich legte Amalia kurz auf dem Boden ab und schaute mir ihre Wunden an. Sie hatte ordentlich einstecken müssen und das Blut strömte nur so aus ihrer Hand und ihrem Kopf. Ich war vollkommen überfordert mit der Situation und versuchte verzweifelt, Amalias Wunde am Kopf mit etwas zu bedecken. Aber mehr als der Ärmel meines Pullis, den ich unter der Jacke hervorzog, fiel mir nicht ein – und helfen würde es sicher auch nicht viel.

      „Ist dir bewusst, wer hier gerade vor dir liegt?“

      „Ja, Amalia.“ Diese Antwort klang für mich selbstverständlich. „Sie geht zwar nicht in meine Klasse, aber sie geht in meinen Jahrgang.“

      „Verstehst du nicht, worauf ich hinaus will?“, hinterfragte Saber meine Antwort.

      „Nein. Erzähl mir was los ist.“, forderte ich Saber auf. Anscheinend wusste sie mehr als ich.

      „Du stehst in genau diesem Moment vor dem siebten Master des Krieges.“

      Ich konnte nicht fassen, was Saber da sagte. Amalia war der letzte fehlende Master? Das würde zwar erklären, warum Marc sie angegriffen hat, aber von ihrem Servant fehlte jede Spur.

      „Wir nehmen sie trotzdem mit zu mir. Da sehen wir dann weiter.“, verkündete ich meinen Beschluss. Auch wenn Amalia ein Master war, wollte ich sie hier nicht zurücklassen.

      Es gab nur ein Problem: Wie bekamen wir Amalia von hier bis zu mir nach Hause, wenn wir nicht alle auf das Motorrad passten. Eins war klar: Wir mussten schnell weg, bevor noch jemand zu uns stoßen würde. Dann hätten wir nämlich alle ein riesengroßes Problem.

      „Dann muss ich es wohl so regeln…“, murmelte ich mich vor mich hin.

      „Hm?“, gab Saber von sich und blickte auf mich, während ich auf dem Boden kniete und immer noch versuchte die Blutung zu stoppen.

      „Bei der Macht meines zweitens Befehlszaubers.“, rief ich und erhob meinen linken Arm. Meine Handfläche glühte und die beiden verbliebenen Zauber leuchteten auf. „Saber, bring uns drei unverzüglich zu mir nach Hause.“

      „Seid ihr euch auch sicher, mein Master?“ Offenbar sprach mich Saber wieder mit der Anrede Master an, wenn ich einen Befehlszauber benutzte.

      „Ja, ich bin mir sicher. Dies ist mein Befehl.“

      Saber erhob nun ihre ebenfalls ihre Hand, welche kurz darauf zu glänzen begann. Ich schloss die Augen und hoffte, dass mein Befehl Wirkung zeigte. Dabei gingen mir etliche Gedanken durch den Kopf.

      Ich habe ja gar keine Wahl, oder? Kann ich sie sterben lassen, nur weil sie vielleicht eine Gefahr für mich darstellt? Nein, dass ist absurd! Ich kann doch niemanden im Stich lassen, nur weil ich mir dadurch einen Vorteil versprechen könnte. Aber was soll ich tun, wenn ich sie dann zu mir gebracht habe? Sie ist immer noch ein Master. Sie wird mich vielleicht töten wollen, genau wie Max… Oder sie könnte abhauen und so tun, als ob nichts passiert ist… Wie soll ich es ihr überhaupt erklären, wenn sie kein Master ist…?

      Mit Zweifeln und gemischten Gefühlen öffnete ich meine Augen. Ich wusste immer noch keine Antwort auf meine unzähligen Gedanken, aber nun stand folgendes fest: Mein Befehl hatte gewirkt. Ich befand mich in Mitten meines Wohnzimmers.


      Preview:
      Kapitel 7: Freund oder Feind – auf wessen Seite stehst du?

      Amalia liegt nun verletzt in Lukas’ Wohnung. Als sie zu sich kommt, unterhalten sich die beiden zwangsläufig über ihre Ziele des Gralskriegs. Ob es wirklich gut geht, wenn zwei vermeintliche Gegner direkt nebeneinander sitzen?


      Viel Spaß beim Lesen

      Vielleicht schneit ja Heute etwas Kritik rein^^

      MfG
      ~Pfannkuchen~


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      Heyho,

      mittlerweile bin ich auch mal dazu gekommen, deine Fanfic anzufangen. Der Post hier bezieht sich erstmal nur auf das erste Kapitel, denn weiter bin ich noch nicht. Kommt aber noch.

      Ich muss gestehen, mich nicht so mit der Materie von Fate auszukennen. Hab nur mal ein paar, zugegeben recht beeindruckende, Videos auf YT dazu gesehen.
      Dementsprechend weiß ich nicht, was mich erwartet. Die Kommis der anderen habe ich jetzt nicht gelesen, um mich a) nicht zu spoilern und b) mir nicht irgendeine Impression vorweg nehmen zu lassen, die beim neutralen Lesen vielleicht ganz anders ausgefallen wäre. Insofern kann ich nicht auf das eingehen, was dir bisher so gesagt wurde.

      Spoiler anzeigen
      Insgesamt fand ich das erste Kapitel recht okay. Ich meine, es ist dein erstes überhaupt und es laß sich, trotz einiger Unstimmigkeiten, sehr flüssig. Das ist gut!
      Zum Einen möchte ich erstmal deine Darstellungen der beiden Servants loben. Obwohl man sie nur kurz kennengelernt hat, kommen sie rüber wie aus einer anderen Welt. Wie nah sie jetzt am Original sind, kann ich nicht beurteilen, es hat sich aber vom Klang und der Wortwahl der Servants ziemlich authentisch angehört. Man merkt auch gleich, dass sie vom selben Schlag stammen.
      An sich war das Kapitel als Intro auch recht gut gelungen. Man lernt erst die Lebensumstände der Geschwister kennen und merkt sofort, dass sie sich blind verstehen, ehe dann die Servants aus dem Nichts auftauchen. Da gleich meine Frage: Passiert das in den Fate-Animes genauso, dass die einfach mal vor einem auftauchen?
      Deine Rechtschreibung- und Grammatik ist sehr solide, wenige Fehler insgesamt. Aber ein paar halt doch, was aber beim Lesen kaum bis gar nicht auffiel. Deine Wortwahl ist ebenfalls schon ziemlich gut für jemanden, der das noch nicht lange macht. Sieht man selten genug. :)

      Leider gibt's, wie angedeutet, auch ein paar Kritikpunkte.
      Gehe ich recht in der Annahme, dass die Story in unserer Realität spielt? Dann wird Lukas leider kein Motorrad fahren dürfen, höchstens Moped/Roller. Vielleicht meintest du das auch?
      Dann die Sache mit den Eltern. Da beide minderjährig sind, müsste es irgendeinen Vormund geben, der mit ihnen im Haushalt lebt. Einen solchen hast du bisher nicht erwähnt und vielleicht kommt er auch noch vor, aber ich wollte nur vorsichtshalber drauf hinweisen, dass die beiden eigentlich nicht alleine leben dürften.

      Dann kam da diese Sache mit der Gesellschaft. Da hast du echt Potential verschenkt, denn seine Gedanken dazu kamen praktisch aus dem Nichts. Hättest du vorher vielleicht in der Schule ein paar dieser Beispiele aufgegriffen, z.B. dass jemand nicht hinter seiner eigenen Meinung steht oder diese WhatsApp-Bilder und später im Fernsehen dann noch andere Berichte, dann wäre das nachvollziehbarer gewesen, als es jetzt ist.
      So aber kam das irgendwie "out of place" und völlig unabhängig, ob du das mehr in das Kapitel eingearbeitet hättest oder nicht, erfüllte der Einschub keinen wirklichen Zweck. Außer diese negativen Gedanken, der daraus geborene Wunsch etwas ändern zu wollen, hat Saber auf den Plan gerufen. Das kam bei mir aber nicht wirklich an. Wie gesagt, das alles war nicht greifbar genug.

      Der letzte Kritikpunkt bezieht sich auf die Reaktion der Geschwister auf die Servants. Da hab ich schon ein wenig gedacht "wtf!?". Okay, Lukas wollte Saber nicht provozieren, da gehe ich noch mit. Aber als er dann seiner Schwester an der Treppe davon erzählt und beide lachen, das fand ich schon arg unglaubwürdig. Die müssten sich einscheißen, wortwörtlich. Da fehlt irgendwo diese richtige Angst, der Respekt vor den beiden, auch wenn du sie erwähnst. Aber auch hier, das ist noch nicht richtig greifbar, spürbar. Irgendwie hast du versucht Humor reinzustreuen, was aber nicht geklappt hat. Es hätte schon gereicht, wenn die Geschwister untereinander aufgeregt flüstern, das Haus leise verlassen wollen und die Polizei rufen wollen, irgendwas, was man selber in der SItuation tun würde.
      Es wirkt, so ironisch es ist, so, als ob die alle zum Tee trinken verabredet sind. Zumal Lukas Saber gleich alles abkauft, statt erst einmal ein wenig zu hinterfragen.

      Aber genug gemeckert, vielleicht gibt das nächste Kapitel mehr Aufschluss über die Verhaltensweisen der Anwesenden.
      Wie gesagt, es ist ein solider Auftakt mit einigen Schwächen, die du sicher im Laufe der Zeit noch ausmerzen kannst. Ich fand mich im positiven Sinne unterhalten. ^^


      Ahja, eine Sache noch: Du hattest mal erwähnt, einen fanfiktion-Account anlegen zu wollen, um die FF zu posten.
      Ich hab mich mal dort umgeschaut, also sonderlich aktiv ist die Fate-Kategorie dort nicht. Da gibts nur eine Handvoll Storys. Das kann gut oder schlecht sein. Einerseits ist der "Markt" noch nicht, wie YGO oder Pokémon, übersättigt, andererseits gibts dementsprechend wenig Leser. Aber an deiner Stelle würde ichs versuchen. Vielleicht kannst du ein paar Sachen im selben Zuge noch etwas überarbeiten, ehe du sie dort hochstellst?

      In dem Sinne erstmal Cya und bis zum nächsten Mal!
      -Aska-

      Erstmal danke für deinen Kommentar! :)
      Die Wortwahl bei den älteren Servants (hauptsächlich Saber) ist extra angehoben, da diese auch in der originalen Serie einen sehr durchdachten und wohlklingenden Wortschatz haben. Immerhin kommt sie ja aus einer anderen Zeit, in der man anders miteinander geredet hat.

      -Aska- schrieb:

      Da gleich meine Frage: Passiert das in den Fate-Animes genauso, dass die einfach mal vor einem auftauchen?

      Im Anime werden auch ein Großteil der Teilnehmer von ihren Servants "überrascht", wodurch etliche "WTF?"-Momente erzeugt werden^^

      -Aska- schrieb:

      Dann wird Lukas leider kein Motorrad fahren dürfen, höchstens Moped/Roller.

      Ich hoffe Lukas wird nicht von der fiktiven Polizei erwischt, das hatte er vollkommen außer Acht gelassen. Liegt vielleicht daran, dass ich im echten Leben damit nichts am Hut habe.

      -Aska- schrieb:

      Da beide minderjährig sind, müsste es irgendeinen Vormund geben, der mit ihnen im Haushalt lebt. Einen solchen hast du bisher nicht erwähnt und vielleicht kommt er auch noch vor, aber ich wollte nur vorsichtshalber drauf hinweisen, dass die beiden eigentlich nicht alleine leben dürften.

      Kapitel 2 gibt Aufschluss: Unsere Großmutter besucht Lukas und Lea gelegentlich und ist auch der Vormund, da der Rest der Familie zu weit weg wohnt. Trotzdem wohnen beide alleine, da ihre Großmutter auch nicht mehr die Jüngste ist.

      Die genauere Einbindung der negativen, gesellschaftskritischen kommt noch in späteren Kapiteln. Allgemein werden Themen immer nach hinten heraus erweitert und vertieft, so kommt nachher auch noch ein Abschnitt, der sich mit dem "Schicksal" der Auserwählten befasst (Bei dem Namen "Fate" sicher verständlich).

      Zuletzt zu dem fehlenden WTF-Moment: Das liegt vielleicht daran, dass ich mich nicht genug mit dieser Option beschäftigt habe. Ich bin aber zuversichtlich, dass du in den folgenden Kapitel einige dieser Momente erleben wirst. Im Endeffekt verstehe ich, dass ich hier hätte mehr draus machen können/müssen.

      Es freut mich aber, dass du dich gut unterhalten gefühlt hast^^


      Ich habe selbst schon mal geguckt wieviele FanFics es von Fate/ so gibt. Selbst im englischsprachigen gibt es dort kaum Storys, außer dem ein oder anderen Crossover mit Sword Art Online, wo Kirito an Sabers Stelle antritt. Ich werde sie wahrscheinlich noch einmal leicht bearbeiten, ehe ich sie hochstelle. Da ich nächste Woche Ferien habe, bin ich zuversichtlich das in die Tat umzusetzen.

      MfG
      ~Pfannkuchen~


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      So, es ist zwar schon etwas über der Zeit, aber hier kommt das neuste Kapitel:

      Kapitel 7: Freund oder Feind – auf wessen Seite stehst du?

      Es war schon dunkel draußen, als wir am Esstisch saßen. Amalia lag immer noch auf der Couch im Wohnzimmer, wie schon seit mehreren Stunden. Nachdem wir mit ihr hier angekommen sind, hat meine Schwester sie sofort verarztet und ihre Wunden mit ihrer Heilmagie behandelt. Amalia hatte mehrere Platzwunden an ihrem Kopf und etliche Messerstiche in ihrem Handgelenk, welche ihre Hand und die Befehlszauber komplett entstellten. Saber vermutete, dass Marc ihr die Hand, und gleichzeitig damit die Befehlszauber, abschneiden wollte, damit sie ihren Servant nicht rufen konnte. Zu allem übel ist ihm das gelungen – nur waren die Befehlszauber nicht verschwunden, sondern nur „zerkratzt“. Saber sagte mir noch, dass Amalia zu ihrem Servant höchstwahrscheinlich keinen Kontakt mehr aufnehmen konnte, da auf diese Art zerstörte Befehlszauber keine Macht mehr haben. Ich eilte schnell in den Keller, um das Erste Hilfe Set zu holen - doch mehr als ein paar Binden, Handtücher und einer Decke konnte ich nicht auffahren. Und auch die Heilkraft meiner Schwester stieß an ihre Grenzen – sie konnte lediglich bewirken, dass nicht mehr all zu viel Blut aus Amalias Wunden kam. Geschlossen waren sie aber trotzdem noch nicht…

      Wir sollten uns echt mal einen größeren Verbandskasten zulegen. Wenn diese Psychopaten so weiter machen, dann liegen Lea und ich irgendwann auch noch da und brauchen Hilfe…

      Den Nachmittag verbrachten meine Schwester und ich getrennt: Sie wurde von dem unsichtbaren Archer zu ihrem Handballtraining begleitet, während Saber und ich die ganze Zeit über daheim saßen. Ich konnte den ganzen Nachmittag nichts anderes tun, als auf der kleinen Couch zu sitzen und warten, dass Amalia wieder aufwachen würde. Damit es nicht ganz so langweilig war, schaltete ich das Radio an.

      „Alle Schulen im Umkreis lassen morgen den Unterricht ausnahmslos ausfallen. Sämtlichen Schülern wird geraten, sich während des Schneesturms nicht aus ihren Häusern zu gehen…“

      Immerhin ein Problem weniger…

      Sie spielten den ganzen Nachmittag die beliebtesten Songs des Vorjahres. Ich war nicht in der Stimmung zu reden, also saß ich tatenlos rum und lauschte dem Radio. Ich saß dort lange Zeit, ohne dass ich auch nur einen Handgriff machte. Bei manchen Songs wippte ich leicht mit dem Fuß mit, was auch Saber nicht verborgen blieb.

      „Magst du diese Art von Musik?“, fragte sie mich plötzlich. Sie hockte die ganze Zeit neben mir auf der Couch und war wohl mit den Gedanken ebenfalls ausschließlich bei Amalia.

      „Naja, mal mehr, mal weniger. Aber im Groben und Ganzen mag ich sie.“ Besonders Musikrichtungen wie Rap konnte ich wenig abgewinnen. Aber ich musste Saber nicht auch noch die Unterschiede von Musikrichtungen erklären. Das wäre dann zu viel des Guten geworden.

      „Da habt ihr aber einen komischen Geschmack.“, sagte sie leicht scherzend. Sie versuchte mich anscheinend zum Lachen zu bringen, doch im Moment konnte ich nicht lachen. Ich war zu besorgt um Amalia, die immer noch nicht bei Sinnen war. Irgendwann stand ich dann auf und bereitete das Abendessen zu. Saber half mir dabei so gut sie konnte. Und zu meiner Überraschung war sie gar nicht so schlecht darin – solange sie keine neumodischen Geräte benutzen musste.


      „Hat sich schon was getan?“, fragte mich meine Schwester am Esstisch.

      „Nein. Absolut nichts.“, musste ich enttäuschend zurückgeben.

      Saber und Archer hielten sich weitestgehend zurück. Sie fanden es von Anfang an schlecht, dass ich Amalia mitgenommen habe. Sie hätte dringend in ein Krankenhaus gemusst, aber Saber und Archer waren strikt dagegen. Sie begründeten dies damit, dass wir nicht wussten wo ihr Servant war – er könne jeden Moment erscheinen und die Leute dort angreifen. Abgesehen davon sah man noch ihre Befehlszauber, auch wenn diese nur noch zum Teil vorhanden waren. Da der Gralskrieg aber unbedingt geheim bleiben sollte, gaben meine Schwester und ich letztendlich nach.

      „Was hast du eigentlich vor, wenn das Mädchen aufwacht?“, fragte Archer mich plötzlich. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Was um Himmels Willen sollte ich denn zu ihr sagen? Oder anders – Konnte ich ihr wirklich vertrauen, oder würde sie mich sofort angreifen?

      „Nun ja, dass… weiß ich noch nicht so ganz…“, stotterte ich mir meine Antwort zurecht.

      „Na super. Wenn dir etwas passiert, dann bist du dafür aber selbst verantwortlich. Du bist auch selbst schuld, wenn du dir deinen Feind direkt ins Haus holst.“ Archer gab mir zu spüren, dass er meinen Entschluss nach wie vor für falsch hielt. Und auch Saber sah nicht gerade begeistert aus, während Archer über dieses Thema redete. „Glaub bloß nicht, dass ich die Sauerei hier wegmache, wenn es ein Blutbad gibt.“

      „Archer, es reicht!“, kommentierte meine Schwester seinen Kommentar. Sie gab ihm deutlich zu verstehen, dass er den Mund zu halten hatte.

      Nach dem Essen kümmerten meine Schwester und ich uns um den Abwasch. Da dieser nicht lange dauerte, konnten wir kurz darauf schon wieder getrennte Wege gehen – sie und Archer verdrückten sich in Leas Zimmer, während ich und Saber uns wie zuvor auf die Couch setzten und Amalia beobachten.

      Amalia war ungefähr 1,75m groß und hatte lange, pechschwarze Haare. Ich konnte kaum mit ansehen, dass ein Mädchen gleichen Alters, welches ich auch noch kannte, so zugerichtet in meinem Wohnzimmer lag. Saber merkte sofort, dass ich wieder einen betrübten Gesichtsausdruck bekam. Sie suchte erneut das Gespräch.

      „Du machst dir ja wirklich sehr viele sorgen um sie. Obwohl sie dein Feind ist. Warum kümmerst du dich so fürsorglich um sie? Immerhin ist sie unser Gegner…“, sprach Saber ihre Gedanken laut aus.

      „Ich kenne sie, aber nur vom Aussehen… ich glaube, dass wir beide noch nie ein Wort miteinander gewechselt haben.“

      „Also kennst du sie nicht besonders gut. Warum hilfst du ihr dann? Sie ist unsere Gegnerin und das sollte im Vordergrund stehen.“

      „Ich weiß doch, Saber. Aber irgendwie…“

      „Aber irgendwie?“, holte mich Saber aus meinen Gedanken.

      „Irgendwie konnte ich sie doch nicht einfach da liegen lassen. Ich sehe es nicht gerne, wenn es Menschen schlecht geht. Ich versuche immer zu helfen, egal wo, egal wann. Wahrscheinlich klingt es blöd, aber ich kann selbst einen Gegner in diesem brutalen Krieg nicht sterben sehen…“

      „Ich verstehe. Ich bleibe aber zur Sicherheit bei dir, damit dir nichts passiert. Immerhin kann sie jederzeit ihren Servant rufen, wenn sie aufwacht…“

      „Wer kann… seinen Servant rufen…?“

      Ruckartig drehte ich mich um in Richtung Amalia. Hat sie etwa gerade gesprochen??

      „Wo bin ich hier…?“, fragte sie sich anscheinend selbst, während sie sich auf der Couch wand.

      Ich war geschockt. Die ganze Zeit lang habe ich darauf gewartet, dass sie aufwacht und redet, und nun bekam ich vor Schreck kein Wort mehr aus meinen Hals. Amalia richtete sich auf und blickte mit ihren grünen Augen in unsere Richtung.

      „Bitte sag mir… wie bin ich… hierher gekommen…?“ Mit der rechten Hand hielt sie sich den Kopf, der allem Anschein nach noch sehr schmerzte. Ich stand auf und ging ein paar Schritte näher an sie ran.

      „Amalia, kannst du mich sehen?“

      Wow, diese Frage hat mich selbst umgeworfen. In solchen Momenten fand ich immer einen Weg die blödesten Fragen zu stellen.

      „Du bist doch der, der so gut mit Zahlen umgehen kann… wie hießt du noch gleich...? Warte ich komme gleich drauf…“

      In meinem Jahrgang war ich oft als Mathe-Freak bekannt. Ich konnte mit Zahlen jonglieren wie kein anderer, was mir aber zum Teil ein Sterber-Image verschaffte. Und selbst die, die meinen Namen nicht kannten, wussten aber sofort, dass ich der Mathe-Freak aus der zehnten Jahrgangsstufe war…

      „Lukas… Genau, du heißt Lukas!“

      Immerhin hat sie meinem Namen zusammenbekommen…

      „Lukas, sag mir bitte… was ist mit mir passiert?“, wollte Amalia von mir wissen. Sie sprach sehr gebrochen und atmete noch sehr schwer.

      „Wie soll ich das am besten erklären?“, fragte ich mich selbst laut. „Du wurdest… na ja… angegriffen…“

      Amalias Blick sagte mir, dass ihr Gehirn die einzelnen Puzzleteile von der Zeit vor ihrer Ohnmacht zusammensetzte. Sie überlegte kurz und war plötzlich voll auf der Höhe.

      „Stimmt, ich wurde von diesem perversen Schwein Marc angegriffen. Erst wollte er mit mir ausgehen, und als ich ihn abwies kam sein Servant. Sie entdeckten sofort meine Befehlszauber und ehe ich mich versah… bin ich hier aufgewacht.“

      Sie blickte auf ihr Handgelenk. Ihre Hand fing an zu zittern, als sie sah, was die beiden mit dieser gemacht hatten.

      „Caster und Marc haben dir mit einem Messer in die Hand gestochen, habe ich recht?“

      Ich war überrascht, dass sie Saber zu Wort meldete. Bis eben war sie noch Mucksmäuschen still, und nun fing sie an mit Amalia zu reden.

      „Du konntest deinen Servant nicht rufen, weil sie dir in die Befehlszauber gestochen haben. Sie wollten dich unschädlich machen und im Schneesturm liegen lassen.“, schlussfolgerte Saber. Man musste kein Detektiv sein, um Sabers Theorie für glaubwürdig zu halten. Sie hatte damit voll ins Schwarze getroffen.

      „Beantworte mir nur noch eine Frage:“, sprach Amalia jetzt vollkommen ängstlich. „D-Du bist doch ein Servant? W-Was hast d-du mit mir vor? Wollt ihr mich t-töten?!“

      Amalia wich auf die Seite der Couch zurück. In ihren Augen sammelten sich schon kleine Tränen und sie zitterte am ganzen Körper – sie ging fest davon aus, dass wir sie töten würden.

      „Amalia, bitte beruhige dich.“, versuchte ich sie zu besänftigen. „Wenn ich dich hätte töten wollen, dann hätte ich das doch schon längst getan…“

      „Und warum hast du mich dann hierher gebracht? Etwa um mich zu retten?“

      Ich erwiderte nichts auf ihre Frage. Keine Antwort war hier aussagekräftig genug.

      „Du wolltest mich wirklich vor den beiden retten?“ Ihre Stimme klang nun wieder normal. „Ähm… Danke…“

      Weder sie noch ich wussten so richtig, was wir hätten sagen sollen. Wir saßen einfach beide dort und schwiegen vor uns hin.

      „Ähm… wir haben noch etwas vom Abendessen übrig. Willst du es vielleicht essen?“

      Amalia lächelte kurz und nickte. Sie musste unglaublichen Hunger haben wenn sie aufwachen würde, so habe ich es mir zumindest gedacht. Deshalb hatte ich extra eine Portion für sie weggestellt.


      „Verzeih meinem Bruder, dass er sich um dieses Mädchen kümmert. Er hat schon immer anderen geholfen und konnte niemanden im Stich lassen…“ Lea saß an der Kante ihres Hochbettes und sprach zu Archer.

      „Es gibt nichts, für das du dich rechtfertigen musst. Es ist dein Bruder, also ist es seine Entscheidung.“

      Archer und Lea hatten es sich währenddessen in Leas Zimmer gemütlich gemacht. Lea saß auf ihrem Hochbett und Archer unten auf ihrem Sitzsack. Die beiden befanden sich somit zwar nicht ganz unmittelbar nebeneinander, aber zum Reden reichte es.

      „Der Tod unserer Eltern hat ihn noch mehr mitgenommen als mich.“

      „Wie meinst du das? Hat er sich etwa verschlossen oder zurückgezogen?“

      „Nein, ganz im Gegenteil.“, ging Lea auf Archers Frage ein. „Mein Bruder ist manchmal ein komischer Mensch – wenn er wirklich traurig ist, dann lacht und freut er sich umso mehr als vorher.“

      „Tut mir leid, aber das verstehe ich nicht ganz.“, kommentierte Archer.“ Wenn er traurig ist, dann sollte man sich normal dementsprechend benehmen. Ebenso andersherum. Wieso macht er das?“

      „Um nicht aufzufallen.“

      „Um nicht aufzufallen?“, wiederholte Archer.

      „Ja, deswegen. Wenn jemand wirklich traurig ist, und man ihm es ansieht, dann bekommt er unweigerlich Aufmerksamkeit. Je mehr Aufmerksamkeit mein Bruder bekommen würde, desto öfter würde er seine Geschichte erzählen müssen. Und da er über negative Ereignisse oft nicht reden möchte, setzt er einfach ein falsches lächeln auf und tut, als ob alles in Ordnung ist.“

      Archer saß nachdenklich in dem Sitzsack. Er konnte der Erklärung folgen, aber für ihn passte noch immer nicht alles zusammen.

      „Und im Bezug auf andere Personen ist er ein absoluter Gutmensch. Er ordnet sich immer unter und will dafür Sorge tragen, dass anderen Menschen nichts passiert.“

      „Hat er dir das gesagt?“

      „Nein, aber ich kenne meinen Bruder jetzt schon vierzehn Jahre. Mittlerweile weiß ich einigermaßen wie er tickt.“

      „Das würde einiges erklären.“, stellte Archer fest. „Aus diesem Grund will er keine Menschen töten.“

      „Und aus diesem Grund sitzt er genau jetzt unten und wartet darauf, dass Amalia aufwacht.“, fügte Lea hinzu. „Er will sich vergewissern, dass es ihr gut geht, auch wenn sie ihn sofort töten könnte.“

      „Sollten wir dann nicht lieber auch wieder nach unten gehen und auf ihn aufpassen?“, wollte Archer wissen.

      „Lieber nicht. Er wird vermutlich die ganze Nacht da unten sitzen und warten. In der Zeit können wir uns besser beschäftigen, wie zum Beispiel mit schlafen. Abgesehen davon ist ja Saber bei ihm. Wenn du wirklich die Präsenz des letzten Servants wahrnimmst, dann weck mich bitte auf und wir eilen sofort runter.“

      „Ist gut so.“, beendete Archer damit dieses Thema. „Wo schlafe ich heute eigentlich? Die Besucherin blockiert ja meinen Stammplatz.“

      „Bleib einfach hier. Aber du bleibst unten und ich oben, okay?“

      „Kein Problem. Ich denke, ich kann dich auch aus zwei Metern Entfernung beschützen, sollte etwas passieren.“

      Lea wischte sich mit ihrer Hand noch einmal über ihr Gesicht, um sich ihre Haare aus diesem zu entfernen. Sie knipste das Licht aus und legte sich hin.

      „Gute Nacht, Archer.“, sprach sie, bevor sie ihre Augen schloss.

      „Gute Nacht.“, gab dieser daraufhin zurück.


      „Ist das Essen okay?“

      Ich hatte für Amalia einen Teller Linseneintopf und ein Brötchen vom Abendessen aufgehoben. Sie hatte zu meiner Überraschung nicht mal rumgemault und sich sofort für das Essen bedankt.

      „Die Linsen sind leicht angebrannt, aber das ist verzeihbar.“, lachte sie mir entgegen. Ich wusste nicht warum sie auf einmal so fröhlich war. Man konnte aber spüren, dass sie deutlich weniger angespannt war als zuvor. Sie hätte wohl eher mit einem Mordversuch gerechnet, als dass ich sie nach Hause nehme und dann auch noch bekoche.

      Wie immer gestaltete sich der Gesprächsaufbau für mich schwierig. Ich wusste weder was ich fragen sollte, noch wann ich es gefahrlos wagen konnte. Und bei einem Master war ich lieber doppelt vorsichtig.

      „Du bist also auch in dieses Spiel auf Leben und Tod hineingeraten?“, begann Amalia sich mit mir zu unterhalten.

      „Anscheinend. Ich glaube jedem von uns ergeht es so. Aber das ist kein Kampf mehr, dass ist die Hölle auf Erden! Es gibt keine normalen Menschen mehr in diesem Krieg, es gibt nur noch Besessene und Wahnsinnige, die den Gral um jeden Preis haben wollen.“

      „Es gibt doch aber auch die Guten, die alle Bösen besiegen wollen, damit der Gral keinen Schaden anrichtet.“, entgegnet mir Amalia. „Du bist doch auch einer von den Guten. Ansonsten hättest du mich liegen gelassen, bis ich jämmerlich erfroren wäre.“

      Amalia hatte aufgegessen und stellte ihren Teller mitsamt Löffel auf den Tisch zurück. „Danke für das gute Essen.“

      „Keine Ursache.“, antwortete ich, als ob es selbstverständlich wäre. „Du hast es schon erkannt, ich bin einer von denen, die sich nicht unbedingt die Weltherrschaft, Macht und Reichtum wünschen wollen.“

      „Weißt du…“, fing sie zögerlich an. „Meinst du es wäre machbar, dass wir… ähm… dass wir solange zusammen kämpfen, bis alle Leute mit schlechten Absichten besiegt sind?“

      Ich war überrascht. Zum einen, weil mir gerade jemand eine Allianz angeboten hat – zum anderen, weil ich mich jetzt nicht mehr so fühlte, als ob alle außer mir und meiner Schwester wahnsinnig geworden sind. Beides klang aber auf Anhieb gut.

      „Ich hab zurzeit nicht mal einen Servant bei mir und du hast deinen direkt neben dir.“ Ihr Blick richtete sich auf Saber, die uns die ganze Zeit über still beobachtete. „Ich kann dich schlecht hintergehen, wenn ich in so einer Position bin.“, fügte sie noch scherzend hinzu.

      „Auch wieder richtig.“, lachte ich nun. Ich war zwar immer noch nicht ganz von ihren Absichten überzeugt, aber mein Bauchgefühl hat in diesem Moment mein Gehirn überstimmen.

      „Dann sind wir von jetzt an Partner?“, fragte sie und reichte mir die Hand.

      „Von jetzt an sind wir Partner.“, antwortete ich und schüttelte ihre Hand. Es war ein komisches Gefühl, dass ich nach vier kooperationsunwilligen Mastern eine Partnerin gefunden hatte. Mit meiner Schwester waren wir also schon zu dritt – und außer uns waren noch drei andere Servants übrig, falls Berserker wirklich gestorben ist.

      Also stehen nun Amalia, Lea und ich zusammen unseren Gegnern gegenüber? Eigentlich sollten wir das schaffen, wenn wir zusammenhalten. Sie kämpfen ja alle alleine…

      „Ach ja, Amalia, musst du nicht noch nach Hause? Rasten deine Eltern nicht aus, wenn du nicht zeitig zurück bist?“ Ich schaute aus dem Fenster und beobachtete den Schneesturm, der noch immer tobte. Amalia nach Hause zu bringen, käme bei diesem Wetter einem Selbstmordversuch gleich.

      „Du, hör mal… meine Eltern sind beide fast immer auf Geschäftsreise. Ich sehe die beiden höchstens zwei Tage im Monat. Die werden es sicher nicht bemerken, wenn ich heute Nacht hier bleibe.“

      War ja klar: Nach draußen konnte man nicht, also musste Amalia hier bleiben. Mein Haus verkam immer mehr zu einer Art Jugendherberge, nur dass der Service und der Komfort deutlich geringer waren.

      „Reicht dir die Couch?“, fragte ich sie ohne richtig nachzudenken. „Da hast du ja auch schon die letzten Stunden geschlafen.“

      „Mir soll’s reichen.“, lächelte sie.

      Damit war vorerst alles erklärt. Sie stand auf, legte sich schon wieder auf die große Couch und zog die Decke an sich heran.

      „Wir reden morgen über die Einzelheiten weiter, okay?“

      Amalia willigte mit einem Kopfnicken ein. Sie musste daraufhin gähnen – anscheinend war sie schon wieder müde. Ich verabschiedete mich, wünschte eine gute Nacht und begab mich mit Saber in mein Zimmer.

      Ich war Abend für Abend froh, wenn dieser Alptraum von Tag vorbei war. Die letzten zwei Tage meines Lebens waren die verrücktesten und gleichzeitig schwersten Tage, die ich jemals erlebt hatte. Ich ließ mich einfach in mein Bett fallen und drückte die Augen zu. Rechts neben mir hörte ich zwar noch wie sich Saber neben mich legte, aber ich war viel zu müde zum Diskutieren.

      Auf was hab ich hier eigentlich schon wieder eingelassen...?


      „Rider, kannst du wieder kämpfen?“, fragte Berit ihren Servant.

      „Jawohl, Master. Meine Wunden sind so gut verheilt, wie es möglich war.“

      Berit lief in ihrem Zimmer auf und ab. Sie schien nervös zu sein, aber ihr Tonfall war wie immer.

      „Gut. Dann besuchen wir Morgen Lukas. Mit seiner Schwester hab ich noch eine Rechnung offen…“

      „Master, solltet ihr nicht lieber überlegt kämpfen anstatt nach Vorliebe und Rache eure Gegner auswählen?“

      „Nein. Ich kämpfe so wie ich es sage. Ich will auf meine Art gewinnen.“

      „Und was ist eure Art?“, hakte Rider nach.

      „Ich will gewinnen – sonst nichts! Ich will in allem was ich mache die Beste sein. Und wenn ich einmal etwas angefangen habe, dann bringe ich es auch zu Ende.“

      „Ich soll also gegen Archer kämpfen, um meine Niederlage vom letzten Mal auszugleichen?“

      „Du hast es erfasst.“ Berit legte eine kurze Redepause ein. „Aber dieses Mal musst du offensiver kämpfen. Immerhin hast du noch ein Ass im Ärmel, mit dem niemand rechnet.“

      „Ich werde mein bestes geben, meine Gebieterin. Morgen wird der Tag, an dem ich euch den Kopf des Gegners bringe.“


      „Wie soll ich jetzt weitermachen? Kannst du mir das Erklären?!“, schrie Max wie wild durch den Raum.

      „Es tut mir leid. Eure Niederlage lag nur an einer Fehleinschätzung der Situation von mir…“, wollte sich dieser entschuldigen, aber Max lies es nicht zu.

      „Das ist mir egal! Ich habe meinen Servant verloren und du bist daran schuld!“

      Max stand in seinem Zimmer und schrie Lancer an. Dieser war mit Nina zu ihm gekommen, um sich über die Ereignisse des letzten Abends zu unterhalten.

      „Max, es ist doch noch nicht alles verloren. Ich kann doch immer noch –“

      „Es ist mir egal, Nina! Wenn ich ihn nicht besiegen kann, dann hat es keinen Sinn mehr für mich zu kämpfen!“

      Eine bedrückende Stille füllte den Raum. Es war hiermit alles gesagt, was man hätte sagen können. Doch plötzlich erschien ein blaues, leuchtendes Licht in Max’ Zimmer. Dieses Licht kam ihm sehr vertraut vor – es war das Selbe Licht, welches im damals Berserker in sein Zimmer setzte!

      Vor ihm erschienen die Umrisse einer Frau – erst nur ganz leicht, dann immer stärker. Schließlich stand sie in seinem Zimmer.

      „Wer bist du denn?“, fragte Max, der immer noch aggressiv war.

      „Mein Name ist Jeanne D’Arc. Ich bin der Servant der Ruler-Klasse und überwache diesen Krieg.“

      Vor ihm stand eine Frau, die starke Ähnlichkeiten zu Saber aufwies. Es war aber deutlich zu erkennen, dass es sich nicht um ein und die selbe Person handelte. Sie hatte eine ähnliche Figur und ebenfalls blonde Haare, aber sie war deutlich größer gewachsen.



      „Ich frage dich“, fing Jeanne an zu reden. „Willst du weiterkämpfen? Alle Master, die nicht mehr weiterkämpfen, werde ich unter meine Obhut nehmen und ihr Leben beschützen. Ich bin so in etwa der Schiedsrichter dieses Krieges, wie ihr es heute sagen würdet.“

      Max war noch immer komplett perplex von dem plötzlichen Erscheinen der Dame. Er bekam kein Wort raus – Nina und Lancer ebenfalls nicht.

      „Ich bin der Vertreter der Kirche.“, wiederholte Jeanne. „Ich frage dich erneut: Willst du aufgeben oder weiterkämpfen?“

      „Wie soll ich denn weitermachen? Ich habe doch nicht mal mehr einen Servant!“

      „Ungeachtet von deinem Servant – würdest du weiterkämpfen oder aufgeben?“

      „Natürlich würde ich weiterkämpfen!“, schrie Max nun. „Er hat mich besiegt! Er und dieses kleine Mädchen, das kann ich mir doch nicht gefallen lassen! Jetzt schaut er auf mich hinab; er hält mich für einen Verlierer, nur weil er einen Fehler ausgenutzt und unverdient gewonnen hat!!“

      „Du willst also noch nicht aufgeben?“

      „Nein, ich will solange kämpfen, bis er endgültig beseitigt ist! Aber Berserker war komplett nutzlos – er hat nicht einmal die erste Nacht ausgehalten!“

      „Du meinst also ein anderer Servant hätte den Ausgang des Kampfes verändert?“ Jeanne sprach durchgehend höflich, ohne dabei eine Miene zu verziehen.

      „Dieser ganze Krieg ist doch geschoben!! Es gewinnt immer derjenige, der die Saber-Klasse hat – selbst so ein Stümper wie Lukas kann mit einem solchen Mitstreiter nicht verlieren!“

      „Wenn es aber ein gerechter Kampf wäre, dann würdest du gewinnen, oder?“

      „Auf jeden Fall!“

      „Dann soll es so sein. Streck bitte deine Hand aus.“

      „Was soll das jetzt werden?“

      „Du wolltest doch einen Servant der Saber-Klasse haben, um diesen anderen Master zu besiegen, oder nicht? Ich werde deine Bitte erhören und dir eine zweite Chance gewähren.“

      Max war unglaublich erstaunt über diese Aussage. Er wusste noch nicht so recht, wie ihm geschah.

      „Und… und was willst du dafür haben?“

      „Nicht viel. Ich nehme dir deine alten Befehlszauber ab und gebe dir einen neuen dafür, mit dem du deinen Servant kontrollieren kannst. Aber wenn du verlierst…“

      „Dann was?!“

      „Wenn du verlierst, dann bekommt der Gral deine Seele. Solltest du also sterben, so dient deine Seele als Gefäß für den Gral und wird auf ewig durch die Hölle gehen.“

      „Das ist mir egal! Ich mache alles für einen neuen Servant!“

      Jeanne legte ihre Hand auf seine. „Du hast wirklich Glück, dass es noch einen achten Servant in Reserveposition gibt.“

      Max musste anfangen zu lächeln. Eine solche Chance bekam man schließlich nicht jeden Tag. Jean fing an ihre Beschwörung durchzuführen, indem sie eine Beschwörungsformel aufsagte:

      „I give myself for all the world's evil, to destroy the order and promise the chaos.
      Black blood will form my body, and a curse is placed on my soul.
      I won’t fight for the king of knights, I will fight for the counterpart of his heart.
      Black knight of chaos, come down from the mirror world and fight for the victory!”

      Ein schwarzes Licht leuchtete auf Max’ Hand. Es wurde immer größer und breitete sich vor ihm aus – offenbar wurde sein neuer Servant beschworen.

      Vor ihm stand ein Mädchen: Sie war so groß wie Saber, wie trug die selbe Kleidung wie Saber – aber sie sah sehr düster aus. Saber hatte goldene Haare und eine glänzende Rüstung – doch dieses Mädchen bestand fast nur aus dunklen Farben.

      „Ich bin Arturia Pendragon, Tochter von Uther Pendragon und rechtmäßige Thronerbin Britanniens.“, fing die Unbekannte an zu reden. Sie hatte genau die gleiche Stimme wie Saber, und auch von ihrer Betonung der Wörter kam sie Saber ganz nahe.

      „Ich frage dich: Bist du mein Master?“



      Preview:
      Kapitel 8: Saber vs Saber – Wiedersehen in einer Welt aus Kristallen?
      Nachdem Amalia, Lukas und Lea sich verbündet haben, machen sie sich wieder auf die Suche nach neuen Servants mit ihrem Master. Plötzlich bemerkt Saber, dass noch ein weiterer Gegner mitmischt, obwohl schon alle sieben Servants bekannt sein müssten. Wer ist der mysteriöse achte Servant, der sein Unwesen treibt und um den Heiligen Gral kämpft?


      Viel Spaß beim Lesen

      MfG
      ~Pfannkuchen~


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      Ahoi! So, wieder zwei Kapitel geschafft. Hier sind meine Gedanken zu Kapitel 3 & 4:
      Spoiler anzeigen
      Ich werde nicht streng Lob und Kritik trennen, sondern einfach ein wenig an der Handlung entlanghangeln.

      Zunächst einmal: Dein Schreibstil kann sich immer noch sehen lassen. Das machst du echt gut. Auch die Fehler, wenn auch sicher vorhanden, sind nicht wirklich tragisch.

      Okay, ein paar Worte zu deinen Mitschülern:

      Leonie: Die kommt mir irgendwie süß vor. Ich spüre da auch eine gewisse Chemie... Mal sehen, ob die noch relevant wird. Eine ahnunglose, gute Seele zwischen den Fronten kann nie schaden. Außerdem scheinst du (also dein RL-Ich) mir genau wie ich jemand zu sein, der nur den wichtigsten Charakteren Namen gibt. Und in diesem Fall sogar ein sehr hübscher Name...

      Max: Sein "Hobby" ist nicht nur ziemlich unnötig, sondern in hohen Maßen abstoßend, pervers, illegal und ethisch verwerflich. Und mit sowas freundest du dich an? (Okay, wie sich später herausgestellt, nicht wirklich. Aber dazu später mehr.) Ich weiß, was du damit beabsichtigt hast. Du wolltest deinen gesellschaftskritischen Ansatz vertiefen und einen ansprechenden Antagonisten schaffen. Dafür war das gebotene aber wieder einmal zu wenig.

      Berit: Die finde ich schon authentischer. Dass du sie zu so einer Bitch gemacht hast, finde ich aus persönlichen Gründen sehr gut. Ich hatte nämlich auch eine Berit im Jahrgang... ein ätzendes Weib X/

      Nina: Der fünfte Master im Bunde... Die irgendwie, obwohl sie auch in deine Klasse geht, das erste Mal plötzlich in Kapitel 4 auftaucht. Das ist zwar ein super Überraschungsmoment, aber eine kleine Andeutung im vorigen Kapitel hätte ruhig sein gedurft. (Z.B. hättest du erwähnen können, dass sie an diesem Tag nicht in der Schule war oder plötzlich unter einem Vorwand gegangen ist, als sie merkte, dass es noch andere Master in ihrem Umfeld gibt.)

      Kommen wir zu den Actionszenen. Die erste gab es ja bereits in Kapitel 3, Kapitel 4 bestand dann quasi nur noch aus Action. Ich denke, hier sieht man, wo deine Stärken liegen und was dir an deiner Fanfic wirklich wichtig ist. Du schaffst es nämlich gut, Spannung aufzubauen und zu halten. So kam es, dass ich gestern Abend eigentlich nur bis Seite 12 von Kapitel 4 lesen wollte und dann plötzlich doch das ganze Ding durchhatte, auch wenn das Kampfsystem an sich nicht ganz mein Fall ist.

      Warum? Nun, man merkt es schon daran, dass ich mit "Kampfsystem" einen Begriff aus der Videospielbranche gebraucht habe. Das ganze kommt mir irgendwie wie ein ausgeschriebenes Videospiel vor, so mit mehreren Leben, Waffenklassen, Statuswerten und allem. Ich warte nur noch drauf, dass Saber dir erklärt, du musst 3x B und dann Y drücken, um einen Komboangriff zu starten...
      Um bei diesem Vergleich zu bleiben, die Master kommen mir bisher eher wie die unbeteiligten Spieler vor, die vorm Fernseher an den Controlern sitzen. Oder, um einen anderen Vergleich zu bringen, der für einen waschechten Fate-Fan wahrscheinlich fast wie eine Beleidigung klingt, wie Pokémon-Trainer, die ihren Servants Anweisungen erteilen, während diese den eigentlichen Kampf übernehmen.
      Aber das ist alles Dinge, an denen du als Autor wenn überhaupt nur eine Teilschuld trägst. Schließlich willst du nur das Original imitieren. Dies versuchst du aber, wie ich finde, manchmal ein bisschen zu sehr. Z.B., wenn deine Charaktere auf einmal anfangen, englisch zu reden (Das fand ich schon in Askas The Last Asylum furchtbar nervig). Denn ganz ehrlich, was bringt es Archer, lautstark "Unlimited Blade Works: Level 2" zu brüllen? Dadurch macht er es seinem Gegner bestenfalls einfacher, ihn aufzuspüren. Hier hättest du versuchen können, das Original ein wenig in Frage zu stellen. Aber das sind natürlich Kritikpunkte, die von jemanden kommen, der das Original nicht kennt. Ein Fate-Fan würde das wahrscheinlich anders sehen.

      Ebenso bin ich nicht unbedingt ein Fan des Übernatürlichen, zumindest nicht wenn jenes omnipräsent ist. Ich hätte ranzige Garagen-Schlägereien mit Schrott und Gartenwerkzeug viel cooler gefunden. Entsprechend war meine Lieblingsszene die, in der Max mit der Eisenstange auf dich losgeht. Hier kommen auch die Gründe für euren Konflikt durch. Du schreist ihn für seine Perversion zusammen, während er es scheinbar aus Eifersucht so auf dich abgesehen hat. Ein perfekter Konflikt, auch wenn du diese Dinge viel mehr zuvor durch Andeutungen, Gedankengänge o.Ä. hättest einbringen müssen. Echte Konflikte brauchen eine Zeit, um zu wachsen und dem Leser begreifbar zu werden. So ging mal wieder alles zu schnell.

      Womit wir am Ende angekommen wären. Ich fand es sehr gut und richtig, dass du es nicht über dich bringst, Max umzubringen. Ich warte noch auf eine epische Revanche, die könnte echt gut werden. Ebenso ist die allerletzte Szene ein gelungener Cliffhanger, auch wenn du und deine Schwester nach dieser Nacht mMn noch zu gut drauf wart. Ich denke nicht, dass man in dieser Situation noch groß dazu aufgelegt sein wird, Witze darüber zu reißen, dass du schon um 21 Uhr schlafen gehen willst (Schließlich liegt Saber im Sterben!).

      Nichtsdestotrotz schätze ich deine Fanfic, auch wenn ich mit dem Fate-Universum wohl nicht ganz grün werden werde. Einen Lieblingsservant habe ich auch: Ich finde Rider irgendwie cool. Mit ihrer Messerzunge und den Blutaugen ist sie schön Psycho-mäßig :D btw, ich nehme mal an, dass Servants mehr ab können und bessere Selbstheilungskräfte haben als Menschen, denn ansonsten halte ich es doch für sehr fragwürdig, dass Rider noch so redselig ist und einfach abhauen kann, nachdem ihr Hals mit einem Speer durchbohrt wurde...

      So, das war's erstmal wieder. Man sieht sich! ;)

      Meine Fan Fiction auf eTCG - Yu-Gi-Oh! PHOENIX
      Serie 1 / Serie 2

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Leseleff ()

      @Leseleff

      Danke für die Kritik! :)
      Ich werde auf ein paar Punnkte eingehen:

      Spoiler anzeigen

      Leseleff schrieb:

      Ich warte noch auf eine epische Revanche, die könnte echt gut werden.

      Dann freu dich schon mal auf die Revanche, da gibt es mehr Hintergrundinformationen über den Konflikt und der Kampf wird hoffentlich noch epischer^^

      Charaktere habe ich mir die Namen oft nur zusammengewürfelt, da ich ja keine Bindung zum echten Leben aufstellen will. Die wichtigsten Charakterzüge stellen sich später hoffentlich noch besser heraus, da jeder wichtige Charakter seinen eigenen "entscheidenden" Moment bekommen soll/wird. Kämpfe zu beschreiben fällt mir manchmal womöglich noch etwas schwer, aber auch daran versuche ich zu arbeiten. Immerhin will ich mich ja auch im gesamten Verlauf verbessern^^


      Übrigens werden es womöglich doch mehr Kapitel als erwartet. Vor allem der Mittelteil zieht sich schon - sowohl in meinen Gedanken, als auch auf dem Papier.

      MfG
      ~Pfannkuchen~


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