Frische Deckideen für die State Open Championships

Bald stehen die State Open Championships an. Und obwohl sich Hidden Arsenal 7: Knight of Stars und vor allem Lord of the Tachyon Galaxy anschicken, das Metagame ordentlich durcheinander zu wirbeln, werden diese das Metagame der Landesmeisterschaften wohl nur in geringem Maße beeinflussen. Selbst auf der Deutschen Meisterschaft wird das jetztige Metagame nur geringfügig anders sein als jetzt. Somit bleibt noch mehr als genug Zeit, sich mit frischen Deckideen zu versorgen und ein wenig zu testen. Aus diesem Grund habe ich mich für Euch durch die amerikanische Blog-Landschaft geschlagen und möchte Euch heute ein paar Perlen vorstellen.


Dieser Artikel richtig sich somit nicht an Yu-Gi-Holics, die 24h am Tag alles an Informationen verschlingen, was sich im Bereich Yu-Gi-Oh! so tut. Stattdessen richtet sich dieser Artikel mehr an Gelegenheitsspieler und diejenigen, die mit der englischen Sprache noch kleinere Probleme haben. Dafür ist der Artikel auch extralang.


Ewiges Infernal


Schon auf der letzten YCS Miami haben wir gesehen, wie eine alte Strategie zu neuem Ruhm kommen konnte. Desmond Johnson verhalf den Karakuri dank Solar Wind Jammer {{Aus Konsitzenzgründen werde ich heute bei englischen Kartennamen bleiben, da mir dies viel Überetzungsarbeit erspart. Aber ich denke unsere Kartensuche erledigt diesen Job genau so gut.}} zu neuem Glanz. Ähnliches vollbrachte Matt Chasteen mit seinem Erfolg auf der WCQ Alabama: Er schaffte es dort mit einem Infernity Deck in die Top 8. Für die englischsprachige Seite TCGPlayer war dies Grund genug, dem Deck einen ganzen Artikel zu widmen.


MAIN DECK


2 Dark Grepher

3 Infernity Archfiend

3 Infernity Beetle

3 Infernity Necromancer

1 Stygian Street Patrol


1 Dark Hole

1 Foolish Burial

1 Heavy Storm

1 Infernity Launcher

1 Monster Reborn

3 Mystical Space Typhoon

2 Pot of Duality

1 Reinforcement of the Army


2 Bottomless Trap Hole

2 Compulsory Evacuation Device

3 Infernity Barrier

3 Infernity Break

2 Mirror Force

1 Solemn Judgment

1 Solemn Warning

1 Starlight Road

2 Torrential Tribute


SIDE DECK


2 Crevice Into the Different Dimension

2 Dust Tornado

2 Gozen Match

2 Soul Drain

2 Soul Taker

1 The Transmigration Prophecy

2 Tour Guide From the Underworld

2 Trap Stun

EXTRA DECK


1 Ally of Justice Catastor

1 Black Rose Dragon

1 Gachi Gachi Gantetsu

2 Gaia Knight, the Force of Earth

1 Infernity Doom Dragon

1 Leviair the Sea Dragon

1 Maestroke the Symphony Djinn

1 Mist Wurm

1 Number 17: Leviathan Dragon

1 Number 50: Blackship of Corn

1 Photon Papilloperative

1 Stardust Dragon

1 Void Ogre Dragon

1 Wind-Up Zenmaines


Die erste wichtige Beobachtung, die man hier machen muss, ist das Fehlen von Hundred Eyes Dragon, Infernity Mirage und Infernity Avenger. Diese Monster waren vor allem dafür bekannt, dass sich mit ihnen alle möglichen bösen Loops basteln lassen. Matt verzichtet in seinem Deck auf diese Möglichkeit und geht sehr viel Konsequenter auf die Möglichkeit, mit Infernity Beetle einem Lv4-Monster und dem Umweg über Gaia Knight, the Force of Earth auf ein Lv8-Synchromonster zu kommen.


Das schöne ist, dass hier oft sehr viel weniger Set-Up notwendig ist, als bei einer Kombo rund um Infernity Mirage und Infernity Necromancer. Im Prinzip braucht man nur ein Lv4-Monster und den Beetle auf dem Feld und kann loslegen. Da man mit Dark Grepher und Stygian Street Patrol auch relativ gute Möglichkeiten hier für hat, ist das auch alles kein großes Problem.


Desweiteren fällt auf, dass das Deck extrem defensiv aufgebaut ist. Es spielt unglaublich viele Fallen und unter diesen ist auch Infernity Break zu finden, die in meinen Augen eine der meist unterschätzten Karten des Themendecks ist. Sie ist ankettbar und kann praktisch jede potentielle Gefahr vernichten. Abgesichert durch Infernity Barrier kann man so extrem stabile und nahezu undurchdringbare Felder aufbauen. Die hohe Zahl an Fallen ist außerdem hilfreich, da man so viele Karten setzen kann, anschließend eine leere Hand hat und die Effekte der Infernity perfekt nutzen kann.


Dieser von Matt gewählte Ansatz ist sehr viel stabiler als die vielen Kombo-Decks, die sonst das Bild der Infernity prägen. In diesem Build ist es sehr viel schwerer, eine schlechte Hand zu ziehen als in den sonst so üblichen Builds. Gerade die Fallen garantieren, dass man lange Zeit durchhält, um im Zweifelsfall dann doch noch die spielentscheidenden Karten zu ziehen.


Maschinenwesen Chidori


Besonders ans Herz legen möchte ich Euch einen Artikel von Jason Grabher Meyer, in dem er für CoreTCG ein Machina Deck von Bernardo Guerreiro analysiert und verbessert. Um die Grundidee des Decks zu verstehen, muss man sich ein neues Xyz-Monster aus Cosmic Blazar angucken: Lightning Chidori. Das der Effekt dieses Monsters sehr mächtig ist, versteht sich mehr oder weniger von selbst, sorgt er doch direkt für massig Kartenvorteil. Das Problem der Karte ist, dass sie nur in wenigen Decks wirklich effektiv gespielt werden kann. Und wenngleich einige Fire Fist Builds mit Rescue Rabbit und Nin-Ken-Dog experimentieren, so sind bisher doch nur erschreckend wenige Lösungen gefunden worden.


Eine mögliche Antwort aber stellt Debris Dragon dar, welcher selbst ein Lv4-WIND-Monster ist und im Idealfall ein zweites aus dem Friedhof holen kann. Blöderweise gibt es da nur aktuell nur 2 potentielle Ziele: Gladiator Beast Secutor und Armored Cybern. Und mit letzterer Karte ergeben sich im richtigen Deck interessante Synergien.


MAIN DECK


3 Machina Fortress

1 Machina Cannon

3 Machina Gearframe

3 Machina Peacekeeper

3 Armored Cybern

2 Card Trooper

2 Debris Dragon


3 Machine Duplication

3 Mystical Space Typhoon

2 Pot of Duality

2 Forbidden Lance

1 Pot of Avarice

1 Monster Reborn

1 Heavy Storm

1 Dark Hole


2 Bottomless Trap Hole

2 Call of the Haunted

2 Torrential Tribute

2 Fiendish Chain

1 Solemn Warning


EXTRA DECK


2 Lightning Chidori

1 Abyss Dweller

1 Gagaga Cowboy

1 Gear Gigant X

1 Maestroke the Symphony Djinn

1 Number 50: Blackship of Corn

1 Number 39: Utopia

1 Diamond Dire Wolf

1 Number 16: Shock Master

1 Gachi Gachi Gantetsu

1 Number 11: Big Eye

1 Orient Dragon

1 Iron Chain Dragon

1 Black Rose Dragon


Zunächst einmal kann man Armored Cybern mit Machina Fortress in den Friedhof bringen. So weit so bekannt und langweilig. Auch dass Card Trooper diese Aufgabe sehr gerne erledigt, ist keine bahnbrechende Neuigkeit.


Besonders interessant aber ist die Integration von Machine Duplication, die eben nicht nur altbekannt mit Card Trooper zusammenarbeitet, sondern auch Armored Cybern optimal verwerten kann. So hat mit nur zwei Karten gleich 3 Lv4-Monster auf dem Feld und kann beispielsweise einen Number 16: Shock Master rufen. Kommt noch ein weiteres Lv4-Monster dazu (z.B. Tin Goldfish), dann kann man auch einen Lightning Chidori und einen Number 39: Utopia holen, ein extrem spielstarkes Feld. Zusätzlich hat man in diesem Moment dann auch das nötige Set-Up für Debris Dragon geschaffen und gleichzeitig alle Kopien von Armored Cybern aus dem Deck entfernt, so dass man die eigentlich nutzlose Karte nicht mehr nachzieht.


Tatsächlich bin ich sogar mehr als versucht, die beiden Karten Armored Cyber und Debris Dragon in meinem Morphtronic Deck zu testen, in dem Machine Duplication ebenfalls eine Schlüsselkarte darstellt.


Demise, Kaninchen des Jüngsten Tages


Eine dritte und besonders coole Deckidee ist mir dann erneut auf TCGPlayer über den Weg gelaufen, und diese möchte ich Euch nicht vorenthalten. Im groben geht es in dem Artikel um eine Kombination aus Rescue Rabbit und Demise, King of Armageddon.


MAIN DECK


3 Demise, King of Armageddon

3 Doom Dozer

3 Insect Knight

3 Manju of the Ten Thousand Hands

3 Neo Bug

2 Rescue Rabbit


2 Advanced Ritual Art

1 Dark Hole

3 Forbidden Dress

1 Heavy Storm

1 Megamorph

1 Monster Reborn

2 Mystical Space Typhoon

2 Pot of Duality

2 Trade-In


2 Bottomless Trap Hole

2 Compulsory Evacuation Device

1 Solemn Judgment

1 Solemn Warning

2 Torrential Tribute


EXTRA DECK


2 Abyss Dweller

1 Evigishki Merrowgeist

2 Gem-Knight Pearl

3 Maestroke the Symphony Djinn

1 Number 16: Shock Master

2 Number 39: Utopia

1 Number C39: Utopia Ray

2 Photon Papilloperative

1 Steelswarm Roach


Gleich vorneweg sollte ich noch erwähnen, dass ich Girochin Kuwagata dem Neo Bug trotz seiner etwas schwächeren ATK für prinzipiell überlegen halte, einfach weil man mit ihm die Option auf Lightning Chidori hat, der im Idealfall das Feld bereits mehr als genug für einen OTK säubern kann.Ich bin mir auch nicht sicher, ob es total clever ist, auf Metal Armored Bug zu verzichten. Zusätzlich bin ich persönlich der Meinung, das aktuelle Rabbit-Builds nur 1 Vanilla-Monster je 3x spielen sollte und nicht 2 verschiedene je 3x. Aber das ist vielleicht auch Geschmackssache.


Auch bin ich mir nicht ganz sicher, ob 1 Megamorph wirklich ausreichend ist. Zach Buckley selbst begründet diese Entscheidung damit, dass er auf gar keinen Fall zwei Exemplare der Karte auf der Hand haben möchte. In meinen Augen ist aber gerade diese Karte in diesem Deck in der Lage, so schnell so viel Schaden zu verursachen, dass sie eher 2x gespielt werden sollte, vor allem mit Blick auf eine potentielle Ergänzung von Lightning Chidori, welcher spielend leicht die gegnerische Verteidigung ausbremsen kann.


Ansonsten hat dieses Deck eine bemerkenswerte Synergie durch die zwei einzigen Karten, die

normale Monster je wirklich spielbar gemacht hatten: Advanced Ritual Art und Rescue Rabbit. Da kommt es ja praktisch wie gerufen, dass die Ritualzauberkarte zuletzt mit der Banned-List ein wenig hochgestuft wurde. Eignetlich ist diese Idee sogar so naheliegend, dass man sich fragt, wieso vorher noch keiner darauf gekommen ist.


Abschließend sei für alle, die die Strategie rund um Demise, King of Armageddon noch nicht kennen, der OTK kurz skizziert. Zunächst beschwört ihr das Ritualmonster mit Hilfe von Advanced Ritual Art und schickt dabei 2 Insekten in den Friedhof. Dann zerstört Ihr mit Demise alle Karten auf dem Feld. Nun beschwört ihr Doom Dozer, rüstet diesen mit Megamorph aus und wenn ihr weniger Lebenspunkte als Euer Gegner habt, dann habt Ihr nunr 2 * 2800 ATK + 2400 ATK = 8000 ATK auf dem Feld und es gibt nichts, was Euch noch aufhalten könnte.


Säuregolem-Hai


Die letzte interessante Deckidee, die ich Euch heute noch verstellen möchte, stammt von der amerikanischen Seite AlteRealityGames, die derzeit einen ungeahnten Popularitätsschub in den USA genießt. Dort wird eine sehr coole Deckidee von Adam Gooding analysiert und verbessert. Dies ist das Endergebnis:


MAIN DECK


3 Gagagigo

3 Kabazauls

3 Hydrogeddon

3 Gishki Beast

2 Gishki Ariel

2 Rescue Rabbit

2 Tour Guide from the Underworld

1 Aqua Spirit


3 Creature Swap

3 Forbidden Lance

2 Moray of Greed

2 Pot of Duality

1 Monster Reborn

1 Heavy Storm

1 Dark Hole

1 Mystical Space Typhoon


2 Compulsory Evacuation Device

2 Bottomless Trap Hole

1 Solemn Warning

1 Solemn Judgment

1 Mirror Force

1 Torrential Tribute


EXTRA DECK


1 Wind-Up Zenmaines

1 Temtempo the Percussion Djinn

1 Leviair the Sea Dragon

3 Number 30: Acid Golem of Destruction

1 Gagaga Cowboy

1 Abyss Dweller

1 Maestroke the Symphony Djinn

1 Evolzar Dolkka

2 Evolzar Laggia

3 Bahamut Shark


Neben der klassischen Kaninchen-Dinosaurier-Kombo hat dieses Deck vor allem ein Primärziel: Bahamut Shark, mit diesem Number 30: Acid Golem of Destruction und diesen dann mit Creature Swap auf die gegnerische Spielfeldseite schieben. Die 2000 Lebenspunkte Schaden, die der Gegner dann allermeistens bekommen wird, dürften diesem schwer zusetzen. Damit erinnert das Deck sehr an die Strategie, die vor sehr langer Zeit einmal die Karte Ameba sehr populär gemacht hatte.


Was mir persönlich an dem besonders gefällt ist die Tatsache, dass man es über weiter Strecken ganz normal wie ein Rabbit-Deck spielen kann. Hydrogeddon übernimmt hier die Rolle von Jurrac Guiaba und macht dies auch nicht wirklich viel schlechter, bietet aber eine zusätzliche Synergie, die sonst nicht vorhanden wäre.


Überhaupt ist das Deck in meinen Augen sehr konstant gebaut. Auch Gishki Beast und Gishki Ariel setzen alles daran, das Hauptziel des Decks - Bahamut Shark - möglichst konstant und effektiv zu erreichen, ohne das das Deck dafür jetzt großartig in Kartennachteil gehen würde.


Theoretisch gesehen wäre es nämlich auch möglich, das Deck sehr viel stärker wie ein echtes Aggro-Burner aufzubauen. Vor allem Magic Cylinder wäre eine Karte, die ich mir bei den Fallen extrem gut vorstellen könnte. Auch Ceasefire könnte in dem Deck sehr viel Sinn machen. Letztendlich ist dies aber eine Frage der persönlichen Priorisierung. Ich halte den hier eingeschlagen Weg für erfrischend und interessant.


Noch mehr frische Ideen?


Wer noch mehr frische Ideen für seine Decks haben will, dem seien noch 2 weitere Blogs von Jason Grabher Meyes ans Herz gelegt, in denen er aktuelle Spieltrends seziert. Ihr findet diese Blogs hier und hier. Die wichtigsten Erkenntnisse seien hier kurz zusammengefasst:


  • Tsukoyomi ist eine starke Side-Deck-Karte gegen Fire-Fist, da die permanenten Zauber- und Fallenkarten nur die ATK von diesen stärken, nicht aber die DEF.

  • Wenn ein Deck Rescue Rabbit spielt, sollte es dringend über Sabersaurus nachdenken, denn Evolzar Laggia ist extrem stark. Das gilt vor allem für das Fire-Fist.

  • Noble Knight Gawayn ist besser als Photon Thrasher, denn er ist nicht so oft tot auf der Hand, kann aber im Prinzip das gleiche.

  • Dust Knight bringt gezielt die Monster in den Friedhof, die ihr dort benötigt, und erhöht so die Stabilität. Er ist unkontrolliertem Millen vorzuziehen.

  • Zenmailstrom ist eine gute Karte fürs Wind-Up und hat diesem zu einem Regional-Win verholfen.

  • Dark Hole und Torrential Tribute sind im Fire-Fist verzichtbar.

  • Mermail Abyssdine, Mermail Abysshilde und Mermail Abyssgunde sind gute Karten, denn sie ermöglichen massenhaft Sezialbeschwörungen.


Spätestens wenn an diesem Wochenende die YCS Austin zu Ende gegangen ist, werden wir hoffentlich ein sehr klares Bild von dem haben, was uns auf den State Open Championships im April erwarten wird. Bis die neuen Decks aus Lord of the Tachyon Galaxy (vermeintlich) das Metagame dominieren werden, ist noch ein wenig Zeit. Diese Zeit sollte man ausnutzen, denn gerade jetzt, im noch immer nicht sortierten Metagame, haben kreative Decks die größte Chance, ganz vorne mitzuspielen.


Viel Glück dabei wünscht,

Nimrod Hellfire


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