Letzte Tipps für die DM


Die deutsche Meisterschaft 2013 steht vor der Tür. Noch drei Tage sind es, bis es erneut um den großen Titel geht. Höchste Zeit also euch mit ein paar letzten Tipps für das große Turnier auszustatten, um vielleicht auch dabei helfen zu können, den Einzug in die Top32 oder sogar den Weg nach ganz oben zu schaffen. Verlieren wir keine weitere Zeit und legen direkt los!


#1 Kenne dein Deck


Sein Deck in- und auswendig zu kenne ist bei der Vorbereitung auf ein Turnier das A und O. Dazu gehört nicht nur die genaue Anzahl der verschiedenen Karten, die man spielt, zu kennen, sondern auch die Rulings und Effekte seiner Karten genau zu kennen.


Mir sind schon viele Mermail Spieler begegnet (die ihr Deck offenbar noch nicht gut genug kannten), die, nachdem ich eine Mermail Abysslinde auf ihrer Seite zerstörte, noch eine Abyssphere aktivierten, um noch eine zweite Linde zu beschwören – dabei jedoch vergaßen, dass der Effekt von Mermail Abysslinde nur einmal pro Spielzug aktiviert werden kann. Genau der gleiche Denkfehler ist mir selber auf einem Turnier schon einmal mit Mermail Abysspike passiert. Nachdem ich den Effekt von einem Mermail Abysspike genutzt hatte, beschwor ich über Mermail Abyssgunde einen zweiten Pike, nur um dann festzustellen, dass ich seinen Effekt nicht mehr nutzen konnte. Ein anderer Spieler vergaß in Barcelona in seinem Top 16 Match den zweiten Effekt von Atlantean Dragoons, der Lv3 oder niedriger Seeschlangen direkt angreifen lässt, wodurch er sein Match letztendlich verlor. Hier ist es wichtig, genug mit seinem Deck zu trainieren, sodass man die nötige Routine in sein Spiel bekommt, denn nur dadurch kann man effektiv solcherlei Unachtsamkeiten vermeiden.


Mindestens genauso wichtig ist es, die Rulings seiner Karten genau zu kennen. So ist es zum Beispiel der kleine Unterschied im Effektext von Bahamut-Shark, (This card cannot attack for the rest of the turn you used this effect), der es ihm erlaubt, nach dem Angreifen noch seinen Effekt zu benutzen. Viele Spieler denken, dass Mermail Abyssmegalo, nachdem sein Effekt durch Teuflische Kette negiert wurde, trotzdem noch als Kosten ein Wasser Monster als Tribut anbieten kann, um dessen Effekt zu aktivieren. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Genauso wenig wie Mermail Abyssmegalo seinen Effekt in Main Phase 2 aktivieren kann, ist es möglich seinen Effekt zu aktivieren, wenn ein anschließender Angriff nicht möglich ist (und das ist er durch Fiendish Chain nicht). Ebenfalls gibt es viele Irrtümer um den Effekt von Mermail Abysslinde in Verbindung mit Mermail Abysspike. Viele Spieler wissen nicht, dass ein durch Mermail Abysslinde beschworener Mermail Abysspike sein Timing verpasst, wenn der Effekt von Mermail Abysslinde nicht als Kettenglied eins aktiviert wurde. Diese Tatsache kann man sich jedoch oft selbst zunutze machen, wenn man eine gegnerische Linde mit einer eigenen doppelt oder mit einem Brotherhood of the Fire Fist – Gorilla überrennt. Wenn man auf einem Turnier erfolgreich sein möchte, sind gute Regel- und Rulingkenntnisse oftmals entscheidend. Vor allem die Rulings seiner eigenen Karten zu kennen, ist deshalb sehr wichtig.


Zusammenfassend kann man festhalten, dass Routine hier der Schlüssel zum Erfolg ist. Nimm dir schon Wochen vor dem Turnier dein Deck und mach so viele Spiele damit wie möglich. Teste am besten alle wichtigen Matchups durch uns, spiele nicht nur gegen ein Deck. Nur so bekommst du die nötige Spielpraxis, um unnötige Fehler zu vermeiden. Auch um die richtigen Techkarten zu finden, mit denen man seinem Deck den letzten Feinschliff gibt und die oftmals den Unterschied machen, ist ausgiebiges Testen die einzige effektive Möglichkeit.


#2 Kenne deinen Gegner


Wenn ich euch sage, dass ihr euren Gegner kennen sollt, dann meine ich damit natürlich nicht, dass ihr potenzielle Gegner schon Wochen vor dem Turnier stalken sollt, um etwas über dessen Spielweise zu erfahren. Ich meine damit vielmehr, dass ihr die anderen Decks, eure Matchups, kennen sollt. Simon He, der definitiv zu den aktuell erfolgreichsten YuGiOh Spielern gehört, erzählte in einem Interview nach einer YCS beispielsweise einmal, dass er vor einer YCS jedes der Decks, gegen die er auf der YCS vermutlich spielen wird, selber testet, um zu verstehen wie das Deck funktioniert und wo seine Schwachstellen liegen. Natürlich nimmt diese Methode sehr viel Zeit in Anspruch, effektiv ist sie jedoch auf jeden Fall. Alternativ reicht es auch, sich mit den potenziellen Matchups lediglich auseinanderzusetzen, indem man sich zum Beispiel mit Leuten, die schon lange eine bestimmtes Deck spielen, unterhält. Somit kann man auch viel über andere Decks lernen, vermeidet allerdings, jedes dieser Decks selber zu spielen.


Vollständig vermeiden lässt sich das Auseinandersetzen mit anderen Decks nicht. Hat man keine Ahnung, wie die verschiedenen Matchups funktionieren, so ist auch die Chance zu gewinnen gering. Ein Paradebeispiel dafür bieten die Hieratics. Schon mehrmals schafften sie es eine YCS zu toppen. Ein Grund ihres Erfolgs war und ist, dass viele Spieler schlicht nicht wissen, wie man richtig gegen ein Hieratic Deck spielt. Es zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es ist, sich auch mit anderen Decks zu beschäftigen. Der Schlüssel zum Erfolg lautet auch hier wieder üben, üben, üben. Sehr gut und einfach kann man diese Übung bekommen, indem man regelmäßig zur örtlichen Hobby Leaque geht (falls vorhanden). Auch wenn ihr dafür jetzt so kurz vor der deutschen Meisterschaft wohl nicht mehr kommen werdet, ist dies trotzdem etwas, was ihr euch für die Zukunft merken könnt. Geht man regelmäßig zur Hobby Leaque, trifft man nicht nur auf die verschiedensten Decks, sondern bekommt gleichzeitig auch die nötige Spielpraxis und vermeidet, spielerisch einzurosten.


#3 Das richtige Side Deck


Ein sehr klassischer Fehler, den man bei der Vorbereitung auf ein Event begehen kann, ist, sich zu sehr auf sein Main Deck und zu wenig auf sein Side Deck zu konzentrieren. Dabei ist ein gut gebautes Side Deck auf dem Turnier später genauso wichtig, wie ein gut gebautes Main Deck. Viele Decks lassen sich überhaupt erst durch das Side Deck wirklich schlagen. Andere Decks haben es auf Turnieren oft schwer, weil sich so effektive Side Deck Strategien gegen sie finden lassen. Insofern sollte man schon bei seinen Testspielen immer mit und nicht ohne Side Deck spielen (wie es viele gerne machen), um es genauso wie das Main Deck im Vorfeld bereits testen und eventuell verbessern zu können.


Doch wie baue ich überhaupt ein gutes Side Deck? Viele Spieler tendieren dazu, einfach ein paar Karten gegen alle Decks, die ihnen gefährlich werden könnten, in ihr Board zu klatschen, um dann zu hoffen, dass das Ganze auch funktioniert – so solltet man es nicht machen. Stattdessen sollte man sich zuallererst überlegen, welche Matchups einem selber besonders gefährlich werden könnten. Im Falle eines Fire Fist Decks wäre dies zum Beispiel das Mermail Matchup. Auch sollte man sich überlegen, ob es wiederum andere Side Deck Karten gibt, gegen die man vorgehen muss. Spielt man beispielsweise ein Mermail Deck, wären dies Karten wie Dimensionsriss oder Makrokosmos. Anschließend teilt man die 15 Slots, die das Side Deck hergibt, entsprechend ein, sodass gegen das schwierigste Matchup am meisten und für leichtere Matchups am wenigsten Karten im Side Board vorhanden sind. Sofern es nicht ein absolut dominantes Deck gibt, gegen das man wohl auf jeden Fall sehr oft spielen wird, sollte man dabei auch soweit es geht vermeiden, Karten zu integrieren, die nur gegen ein bestimmtes Matchup zum Einsatz kommen (bsp. Überarbeitet), stattdessen sollte man lieber auf flexible Allrounder zurückgreifen (bsp. Maxx C).


Ebenfalls nicht verkehrt ist es, sich schon vor dem Turnier in etwa zu überlegen, welche Karten man gegen die verschiedenen Decks aus seinem Main Deck herausnimmt. Man kann dies zwar durchaus auch spontan im Spiel entscheiden, jedoch kommt man oft zu besseren Ergebnissen, wenn man vorher in Ruhe darüber nachdenkt, anstatt in der Hektik Fehler zu machen, die einem vielleicht letztendlich das Spiel kosten. Ein gut durchdachter Side Deck Plan ist insofern durchaus sinnvoll.


#4 Hab Spaß!


Bevor ihr jetzt denkt „jetzt kommt der Typ wieder mit der Nummer..“, denkt doch nochmal darüber nach, was YuGiOh für euch selber eigentlich ist. Für beinahe alle von uns (von den Händlern mal abgesehen) ist YuGiOh nicht mehr als ein Hobby. Ein Hobby betreibt man in erster Linie um Spaß zu haben, nicht um am laufenden Band zu gewinnen und jede Konkurrenz in den Boden zu stampfen. Natürlich macht es manchmal mehr Spaß, zu gewinnen als zu verlieren, jedoch kommt es dann darauf an, wie man mit seiner Niederlage umgeht. Verliert man ein Spiel, ist es die falsche Reaktion, das Glück auf seine Gegner oder das eigene Pech zu schieben, vielmehr muss man den Fehler bei sich selber suchen und sich fragen, was man selber hätte besser machen können. Es ist nicht schlimm, Fehler zu machen, keineswegs. Viele Spieler, die konstant Events toppen, machen noch immer spielentscheidende Fehler. Das Wichtige ist dann jedoch, aus diesen Fehlern Konsequenzen zu ziehen und sich zu verbessern, anstatt die Schuld woanders zu suchen.

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Ich hoffe ihr konntet aus dem heutigen Artikel etwas für die kommende DM mitnehmen. Hinterlasst mir gerne einen Kommentar im Diskussionsthread, vielleicht habt ihr ja selber noch den einen oder anderen Tipp, auf den ich hier noch nicht eingegangen bin.


Bis zum nächsten Mal,


~ Scarx

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