Outside the Box - Five Nights at Frightfurs

Outside the Box - Five Nights at Frightfurs


Artwork by Evolution at Pixiv


Hallo und herzlich Willkommen zu meinem ersten Artikel in diesem Jahr 2016!


Ich starte hiermit mit meiner Kolumne „Outside the Box“ und werde euch von nun an Donnerstags mit aktuellen Techs, interessanten Decks/Archetypen, Infos über Besonderheiten im derzeitigen Spielgeschehen und generellem strategischen Content versorgen.


Werdegang der Plüschgesellen


Schon seit The New Challengers bin ich ein begeisterter Anhänger der Kuscheltiere, oder weiträumig gebräuchlicher, Fluffals. Der in der ARC-V Staffel von Sora Shinu'in (oder Perse in der englischen Fassung) pilotierte Archetyp erhielt in diesem Booster einiges an Rüstzeug um den Grundstein zu legen, eine mehr als passable Infrastruktur wurde geschaffen durch die kleinen Plüschies, das Suchen von Material zum Durchführen von Fusionen war schon damals eine Leichtigkeit, jedoch war die Qualität der Bossmonster in Form von Schreckenspelz Bär und Schreckenspelz Wolf vollkommen unzureichend um ein ernsthafter Mitbewerber in einem von Shaddoll, Burning Abyss und Qli dominierten Format zu sein. Erste Builds konzentrierten sich somit auf den Wolf für den man zuerst den Weg freiräumen und zugleich genug Material aufwenden musste. Wolf an sich ist eine OTK-Maschinerie in kompakter Verpackung, jedoch sehr fragil für das hohe Investment. Verlor man ihn war das Spiel auch schon gelaufen. Von daher wurde es erstmal still um das Thema.


Mit Crossed Souls gesellten sich weitere Karten zum bereits vorhandenen Pool. Vor allem in Sachen Kobolden geizte man nicht, fast eine ganze handvoll der von Geistern beseelten Gegenstände reihte sich zum vorher einsamen Scherenkobold hinzu und mit Kuscheltier Schaf fügte sich ein weiteres, flexibles Puzzelteil bei den kuscheligen Tierchen ein. Auch die weiteren Schreckenspelze konnten sich sehen lassen. Mit Löwe und Schaf wurden spielstarke Optionen geschaffen sowohl um Feldpräsenz zu halten bzw. um die des Gegners zu minimieren. Besonders das Schaf mit seinem vollwertigen Armades-Effekt inklusive eingebauter Wiedergeburt plus Buff bei Zerstörung punket auf ganzer Linie und stellt auch heute noch einen der Grundpfeiler in der Strategie dar. Mit Schreckenspelz Fusion wurde auch der Friedhof als Ressource nutzbar und Schreckenspelz Fabrik erlaubte noch mehr Fusionen durchführen zu können . Zusammen mit der leichten Suchbarkeit der Karten durch Kettenkobold wurde das bereits vorhandene Fundament wesentlich verstärkt und die Spielzüge gingen deutlich einfacher von der Hand.


Aus Clash of Rebellions stieß noch Kuscheltier Maus zum Kader und letztendlich erschien mit Kuscheltier Flügel und Schreckenspelz Scharfzahn das Tüpfelchen auf dem i. Der Plüschie erarbeitet zwei frische Handkarten zusammen mit einer Suche durch Spielzeugspender bei ziemlich geringem Aufwand und Scharfzahn gibt der Offensive den lange vermissten Pepp. Er holt bei seiner Beschwörung einen Frightfur vom Friedhof wieder zurück (häufig das Monster mit dem man die Fusion durchführt) und gibt allen lila Kollegen 400 zusätzliche Atk. Werden mindestens 3 Monster in seine Fusion gesteckt wird er als Bonus unzerstörbar. In Sachen Konstanz muss sich der Archetyp nicht mehr verstecken, denn diese ist mehr als gegeben. Trotz Scharfzahn fehlte dennoch etwas wichtiges um Fluffals endlich die komplette Bandbreite an Optionen zu geben: Schreckenspelz Tiger.

Dieser erschien nun Mitte Dezember endlich in unseren europäischen Gefilden und ermöglicht es die volle Spielstärke des Decks herauszukitzeln.


Schreckenspelz Tiger ist mit Abstand die stärkste Fusion der Fluffals. Genauso wie bei Wolf kann man beliebig viel Material bei seiner Fusion benutzen um bis zu der selben Menge an Karten auf dem Spielfeld anzuzielen und zu zerstören, hierbei kann man auch eigene Karten anwählen (beispielsweise einen Spielzeugspender um ein Monster zu suchen). Diese Fähigkeit war bisher nicht vorhanden und macht das Deck so viel stärker als zuvor. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen pusht Tiger alle eigenen Frightfurs auf dem Feld um bis zu 1500 Angriff! Ein erfolgreich aktivierter Tiger läutet nicht selten den Sieg ein und eröffnet eine Vielzahl an OTKs welche vor kurzem vollkommen undenkbar waren.


Fluffals heute


Da wir uns jetzt ausgiebig mit der Vorgeschichte beschäftigt haben kommen wir nun zum spielerischen Aspekt. Kuscheltier ist ein sehr aggressiver Archetyp, welcher durch leichte und repetetive Fusionen immensen Schaden aufs Feld bringen und zudem auf eine gute Auswahl an Feldkontrolle zurückgreifen kann. OTKs stehen an der Tagesordnung und sind Butter und Brot des Decks. Man kann auch längere Spiele gewinnen, jedoch versucht man vornehmlich den Sieg schnell zu erringen.


Ich gebe euch hier mal eine Beispielliste von mir um euch zu zeigen wie ein solches Deck aussehen kann:


3 Kuscheltier Hund

3 Kuscheltier Eule

3 Kuscheltier Bär

2 Kuscheltier Katze

2 Kuscheltier Hase

2 Kuscheltier Flügel

1 Kuscheltier Schaf

3 Kettenkobold

2 Scherenkobold

3 König des Sumpfes


3 Spielzeugspender

3 Polymerisation

3 Schreckenspelz Fusion

2 Finstere Fusion

3 Parallel Twister

1 Törichtes Begräbnis


2 Durchbruchsfähigkeit


3 Schreckenspelz Tiger

3 Schreckenspelz Schaf

2 Schreckenspelz Wolf

2 Schreckenspelz Scharfzahn

1 Schreckenspelz Löwe

1 Castel, der Himmelsmusketier

1 Nummer 101: Lautlose Ehre ARK

1 Abgrund Bewohner

1 Himmelskavallerie Kornblume


Ich muss anmerken, dass ich mir für das Meta nach Breaker of Shadows noch einige Änderungen vorbehalten werde und ich dieses Deck nach meinen persönlichen Vorlieben und Erfahrungen zusammengestellt habe, andere Builds können stark von meinem variieren.


Hund, Bär, König des Sumpfes, Kettenkobold, Spielzeugspender und Polymerisation sind in fast jedem gängigen Build als volles Playset gesetzt. Hund als Pseudo-Stratos sucht genau das Puzzleteil welches noch fehlt und liefert von den 3 minimal erforderlichen Materialien (Fluffal, Imp, Poly) bis zu zwei. Mit einer erfolgreichen Normalbeschwörung haben wir also schon 2/3 unserer Einkaufsliste abgehakt. Dies ist mit Eule ebenfalls der Fall da sie eine Polymerisation sucht und ihre Fähigkeit auch für 500 LP als lebendige Polymerisation zu fungieren lässt sie etwaige Nuisauncen wie Naturia Ungeheuer oder Antimagischer Duft umsegeln. Im Gegensatz zu Hund empfindet ein nicht geringer Teil der Fluffal-Spieler, dass Eule verzichtbar ist und haben eine entsprechend verringerte Anzahl an Kopien im Deck. Ich hingegen bin fest von 3 überzeugt, ich will meine Polys schnell und sicher haben, zudem ist ein Frightfur + Eule stets ein Scharfzahn was in vielen Situationen von Vorteil sein kann, auch die Möglichkeit sie mit Spielzeugspender aufzudecken ist recht passabel. Bär ist ein ebenfalls essentieller Bestandteil, er sucht den Spielzeugspender heraus welcher wiederum eine weitere Karte suchen kann und den Friedhof mit Sachen füttert die wir dort sehen wollen, wie weitere Spender, Kettenkobolde oder Flügel. Auch der Effekt eine Poly wieder auf die Hand nehmen zu können ist in bestimmten Situationen gebräuchlich. Mit Bär + Flügel hat man ein 2-Karten Setup um 2 Karten zu ziehen und einen beliebigen Fluffal oder Scherenkobold auf die Hand zu bekommen. Da Hund auch eine der beiden mit Elan apportieren kann erhält man nicht selten Zugriff auf diese starke Drawengine welche weiterführende Combos befeuert.


Hase und Katze sind Monster die auf dem ersten Blick nicht viel Spannung erzeugen. Man muss sich hier etwas tiefer mit der Materie auseinandersetzen um deren wirklichen Nutzen objektiv abschätzen zu können. Zwecks Kettenbildung sind die beiden nämlich wahre Künstler und können richtig eingesetzt einen Schreckenspelz Tiger/Scharfzahn vor einer ganzen Palette an Effektnegierern schützen. Nennenswerte Beispiele hierfür sind Solemn Strike, Traptrix Nightmare Traphole, Nebeltal Goldadler, Odd-Eyes Vortex Dragon etc. Inzwischen sieht man beide etwas öfter in den aktuellen Builds zwecks dieser Interaktion, besonders im Tandem mit Tiger. Das kleine Schaf kann Eulen und Hunde wieder auf die Hand holen und somit weitere Sucheffekte ermöglichen, gleichzeitig holt es einen Kobold vom Friedhof um eine eventuelle Fusion zu unterstützen. Ich spiele keine Kuscheltier Maus da ich diese für mich als nicht notwendig erachte, andere hingegen schwören auf sie als Playset. Sie stellt optimalerweise durch ihren Effekt 2 weitere Mäuse zur Verfügung um mit diesen Wolf, Tiger und Scharfzahn fürchterlicher zu machen. Im schlechtesten Fall muss sie auf der Hand bleiben weil man die Normalbeschwörung für Hund oder Eule braucht. Maus ist eine Karte die polarisiert.


Scherenkobold und Kettenkobold sind ganz klar in der Liste, ohne sie kommt man nicht auf die Frightfurs. König des Sumpfes hat 2 Funktionen, entweder erhält man für den Abwurf eine Polymerisation oder man verwendet ihn als Kobold um auf alle Fusionen bis auf Wolf und Scharfzahn zu kommen (Wolf erfordert zwingend Scherenkobold als Material). Bei den Zaubern habe ich zusätzlich Finstere Fusion drin um zielende Effekte auf meine Frightfurs zu stoppen, Parallel Twister um eine Karte gezielt zu zerstören und gleichzeitig Spielzeugspender zu triggern (diesen hat man mit 3 Hund und Bär ziemlich zuverlässig auf dem Feld) und ein Törichtes Begräbnis um mir bestimmte Monster in den Friedhof zu legen die ich dort benötige. Weitere nennenswerte Zauber sind Instant Fusion, Fusionseinberufung, Doppelzyklon und Mystischer Raum Taifun, Magischer Quell und ab mitte Februar Twin Twister.


An Fallen probiere ich zur Zeit die beiden Durchbruchsfähigkeiten aus. Eine beliebte Wahl von vielen Spielern ist Fusions Reserve, welche es erforderlich macht Schreckenspelz Bär zu spielen und im Gegenzug wie eine bessere Fusionseinberufung wirkt. Mich überzeugt sie nicht, aber sie ist solide und durchaus empfehlbar.


Da ich die Fusionen oben bereits abgedeckt habe gehe ich nicht erneut alle durch. Xyzs runden das Extra ab und liefern Antworten für Situationen die mit den momentanen Fusionsmonstern eher schwer zu bewältigen sind.


Es bietet sich auch an Fluffals mit Shaddolls zu mischen. Ein schneller Zugriff auf Shekhinaga, gepaart mit den vielfältigen Möglichkeiten zu Recyclen und zu Suchen machen diesen Hybrid ebenfalls zu einer passablen Option. Leider würde das ausführen dieses Decks den Rahmen des Artikels sprengen, in den Shaddoll- und Fluffal-Strategiethreads könnt ihr mehr dazu finden.


Mein Fazit


Wer ein aggressives, comboorientiertes Deck sucht welches über gute Bossmonster und eine solide Engine verfügt wird mit diesem Archetyp sicherlich seine Freude haben. Mehrere Erfolge auf Regionals sprechen inzwischen für die Spielstärke die diesem Thema innewohnt, hierbei noch zwei weitere Deckprofiles für euch:


https://youtu.be/EoejsmwTvOs


https://youtu.be/MDcZiJK0LPg



Artwork by EntemberDesigns at DeviantArt



Für weitere Fragen oder Kritik könnt ihr den Diskussionsthread nutzen, besonders Kritiken zu meinem Schreibstil bzw. Inhalt und Layout sind gerne gesehen um mich stetig zu verbessern.


Und hier geht’s zum entsprechenden Thementhread für diejenigen die das Ganze vertiefen wollen:


Friedhof-der-Kuscheltiere-Der-Fluffal-Strategiethread


Den Diskussionsthread findet ihr hier:


Diskussionsthread