Neue Formate statt Bannliste: die WILL Challenges

Im Force of Will TCG gibt es keine Bannliste, die ermöglichen würde, das aktuelle Meta plötzlich etwas zu modifizieren. Einige FoW-Spieler sind aufgrund dieser Tatsache etwas demotiviert, da das aktuelle Meta, dass wir aus den größeren ausländischen Turnieren sehen, sehr monoton ist. Vorallem der Herrscher Reflect / Refrain sorgt für viele Diskussionen und sollte auf Meinung vieler ein weiteres Errata erhalten, wenn nicht besser ein Verbot....


Daher kommt die aktuelle Will-Challenge gerade rechtzeitig, um sich neue Gedanken um den Deckbau zu machen und für Abwechslung zu sorgen.

Hier hat jeder die Chance, ein neues und interessantes Deck zu bauen. Der verfügbare Kartenpool ist zwar begrenzt, lässt jedoch die unterschiedlichsten Strategien zu.


Die 1. Welle der Will-Challenges starterte bereits Ende März und baut auf das Attribut LICHT.

Nähere Informationen und Termine sowie die Preise zu den Events sind hier nachzulesen: Will Challenge Events


Wir haben uns mal einige Turniere mit interessanten Decks angeschaut. Einige Karten wurden zwar in der Tat zum Staple, jedoch gab es für kreative Köpfe auch schöne Kombinationen.

Wie wir wissen, ist nicht jeder Spieler in der Lage, ein gut durchdachtes Deck selber zu bauen, weswegen wir unseren FoW-User Dragonslay gebeten haben, uns nicht nur sein Deck vorzustellen, sondern auch die Hintergedanken beim Deckbau zu offenbaren.

Mit einer 4:0 Leistung hat er nämlich mit einem interessanten Herrscher den Sieg bei einem solchen Event geholt.

Für Netdecker lohnt sich dieser Artikel doppelt: wir bekommen nicht nur eine Deckliste, die wir selber Testen können, sondern erfahren, wie solche Decks überhaupt im Ansatz entstehen.


Dankenswerterweise hat sich Dragonslay auch zusätzlich die Mühe gemacht, und uns bei diesem Artikel unterstütz:


Zu meiner Person:

eTCG User: dragonslay

Name: Jean-Paul K.

Alter: 20

Wohnort: Kiel (komme jedoch aus Hamburg)


zum Hobby:

Ich bin mit Sammelkartenspielen (besonders YuGiOh) aufgewachsen und so auch irgendwann zu eTCG gekommen. Vor einigen Monaten besuchte ich meinen Stammladen in Hamburg und sah ein neues TCG:

Aufgrund der Thematik „Märchen & Alice in Wunderland“ sowie den Artworks hat es meine

Aufmerksamkeit gezogen.

Im darauffolgenden Monat habe ich an drei Road2Nationals teilgenommen, die

alle sehr erfolgreich waren. (1x Sieg, 1x Finale und 1x Top4).

Auf der DöM in Kassel habe ich zwar den Top Cut geschafft, jedoch dann gegen den späteren Deutschen Meister verloren.



meine Erwartungen und Entscheidungen:

Beim Deckbau habe ich zuerst versucht die aktuellen "meta-verändernden" Karten unter allen Licht-Attribut-Karten zu finden: im Constructed sind dies meiner Meinung nach momentan u.a. Lancelot / Reflect / Gwiber, also die entscheidenden Karten, welche das Format alleine definieren.

Nach meiner getroffenen Auswahl habe ich mir die einzelnen Karten angeschaut und versucht, passende Anti-Karten zu finden. Hiernach kann man sich dann entscheiden, ob man sich eher nur auf diese persönlichen starken Karten verlässt, oder eine Control-Engine einbaut, die ggf. den Gegner hiermit einschränken. Schon alleine mit dieser Entscheidung, sind unterschiedliche Strategien und Deckbaumöglichkeiten fast grenzenlos...



Primär sind für mich hier Threats, sogenannte Problemkarten

(z.B. Tsukuyomi / Alice / Sign) und generische Antworten, also unabhängige Outs (z.B. Moon Blast / Seal of Wind and Light) relevant.

Die Threats erkannt man daran, dass sie das Spiel entscheidend beeinflussen können, sofern der Gegner entweder keine Antwort darauf hat, oder sie selber spielt.

Sign ist hier ein Sonderfall, welcher genannt werden sollte, da sie verhindert, dass man mehr als 3 Kreaturen selber auf dem Feld haben will, was vor allem beim Deckbau

zusätzlich relevant ist.


Gute Antworten bzw. Reaktionen lösen die meisten Spiele des Gegner im Alleingang auf.

Spielt der Gegner Tsukuyomi und man selbst hat Moonblast oder Seal macht diese nichts, hat man keins der beiden, ist man in einer verzwickten Lage, wenn man sich z.B. darauf verlassen hat, dass die eigene Alice das Feld beschützt sollte.



Tsukuyomi im besonderen sorgt auch dafür, dass Zusatz-Karten nicht wirklich etwas im Deckbau verloren haben, da man einfach nicht damit rechnen kann, dass dieser

den gegnerischen Zug überlebt. Es würde einen großen Kartenvorteil für den Gegner bedeuten, was ebenfalls beim Deckbau in Erwägung gezogen werden sollte.

Mit dem entsprechenden Herrscher dürfte man zwar auch eine Karte ziehen, jedoch entschloss ich mich gegen diesen Herrscher.


Die Existenz von Seal of Wind and Light verhindert außerdem, dass man Karten mit Gesamtkosten größer als 3 kaum effektiv spielen kann, da sie in den meisten fällen

einfach nicht resolven würden.


Unter diesen Hauptgesichtspunkten habe ich mir daher folgendes Deck gebaut

Deckliste: Mein Deck


Bei der Deckliste fehlen 2 Moonbreeze Memorials, weil diese in dem Editor als Spell geflaggt sind, was der Übersichtlichkeit unzuträglich war


Ich habe mich für das Human Package (Grimm / Pandora / Holy Warrior) zusammen mit dem Saint Package (Jeanne Darc / Caterina / Breath / March) entschieden.

Obendrauf noch alle spielbaren Removals und Tsukuyomi / Alice eingebaut.

Somit konnte ich meine o.g. Gedanken kombinieren.

Ich hatte eine gute Willen-Kurve, starke Resonatoren mit entscheidenden Effekten und zusätzlich die Möglichkeit, Feld- und Handvorteile zu generieren. Im Schlimmsten Fall jedoch für Ausgleich zu sorgen.


Human Package:

Der 4/4 1er Drop hat tatsächlich überhaupt nicht überzeugt und würde bei einem 2.

Event komplett aus dem Deck verschwinden. Grimm ist ein atk-buff

für das gesamte Deck, hat solide Werte und kann mit Pandora aus dem

Deck gesucht werden. Pandora hilft der Konstanz, da sie beides ein 1

oder 3 drop sein kann und man so häufiger das hat, was man braucht

um die Wille-Kurve perfekt legen zu können


Saint Package:

4x Jeanne d´Arc war ungefähr das erste, was ich mir für das deck überlegt habe. Wäre

sie von den Kosten nicht an mono weiß gebunden, würde ich sie auch im Constructed spielen, da sie einfach so verdammt stark ist. Breath of god ist umsonst, wenn man Jeanne mit ihm schützen will. Inklusive dem Zieheffekt ist das gerade relevant, wenn man im "Mirrormatch" on the Bubble ist. Caterina ist nicht nur ebenfalls ein Saint, sondern auch ein Gutes Ziel für Jeanne d´Arcs Erweckungseffek. Wobei viele nicht einmal damit gerechnet haben, dass man überhaupt ein Ziel für die Beschwörung spielt. Erneut eine weitere

Möglichkeit on the Bubble den entscheidenden Move hinzulegen, was sonst ein eher

schwieriges unterfangen ist, besonders in einem Format, bei dem alle die

gleichen Karten spielen sollen.

Der March of Saints ist eine weitere Karte, mit der wenige gerechnet haben und sie einige Spiele einfach in Turn 4 beendet hat. Zusammen mit Jeanne d’Arc auf dem Feld, was einfach zu Stande kommt, da bei ausgeglichenem Board und Jeanne d’Arcs auf dem Feld, keiner der Spieler der Angreifer sein will, kann man sehr viel Schaden drücken (meist endet das Spiel auch mit einem gecasteten March of Saints ab turn 5).


Die 3 alice´s und 2 Tsukuyomi´s sind eigentlich nur enthalten, um nicht in Situationen zu

landen, in denen man selbst keine und der Gegner eine/beide dieser Karten kontrolliert.


Ich hatte mich bereits vor dem Deckbau gegen Unmengen an Resonatoren entschieden, damit es meine Gegner mit Ihren Sign to the Future schwerer haben. Somit war ich mit 20 Resonatoren sehr zufrieden.


Meine Zauberkarten

An Zaubern benötigte ich etwas um gegen die "Großen & Mächtigen" anzukommen;

also namentlich Arthur Pendragon, Engel und Izanagi. Die nicht sonderlich große Auswahl lässt hier eigentlich nur Seal of wind and Light and Moonbreak zu.

Die obligatorische Sign to the Future würde bei einer erneuten Teilnahme auch ins Board verlagert werden und stattdessen würde ich 2 weitere Kopien von God´s Sword hinzufügen, da diese wirklich überzeugt haben.


mein Herrscher

Meine Herrscherwahl fiel auf Hannibal und Barca

Daher verdient er hier nochmal einen eigenen Abschnitt. Fast jeder meiner Gegner musste erst einmal fragen, was dieser denn überhaupt könne.


Viele Spieler hatten sich für Lumia entschieden, was die "offensichtliche"

(aber meiner Meinung nach falsche) Wahl war.


Mein Augenmerk lag darauf, dass der Herrscher beim urteilen sofort das Spiel beeinflusst, und hier ist die Auswahl an Licht-Herrschern für mich auf 2 begrenzt. Da die andere

Option wäre Grimmia, welche jedoch voraussetzt, dass man bereits verliert, weshalb ich mich für Hannibal entschieden habe.


Der defensive Pusheffekt kam der Deckstrategie auch zu gute und war nicht zuletzt ein Hauptargument dafür, dass dieser der einzige wirklich gute Main Herrscher für dieses Format war.


Die Strategie bestand im Endeffekt darin, bis turn 3/4 ein relevantes Board aufzubauen und danach nur noch mit den Spells / Alice dieses abzusichern und das Spiel mit March zu beenden.

Dadurch lässt man häufig das gesamte Mana offen und da die Spells und Alice nur vor Zaubern, aber nicht vor Kampfschaden geschützt sind, half Hannibals Effekt hier sehr häufig. Bei möglichen selben Resonatoren können 200+ DEF sehr gut beeinflussen.


weitere mögliche Decks

Viele Spieler haben sich mit Percefal eine Ritter der Tafelrunde Engine aufgebaut:

Vorallem mit Gawain sind interessante Spielzüge möglich.


Was habt Ihr für Deckideen gehabt und wie habt Ihr abgeschlossen?

Schreibt uns eure Gedanken und andere Deckideen und wie Ihr solche Turniere mit Sonderformaten überhaupt findet.

Ein spezielles Turnier, bei dem man tolle Preise erhalten kann, dürfte im Grunde nicht verkehrt sein


and “last but not least”: Über Uns

Als FeCH – ForceOfWill eTCG Crew Hessen planen wir in festen Zyklen verschiedenste Artikel zu Turnieren, Decks und sonstigen aktuellen Themen rund um FoW auf eTCG zu posten, um somit ggf. andere auch vom Spaß an FoW teilhaben zu lassen.

Auch auf unserer Facebook-Seite sind wir recht aktiv und posten immer wieder Kurzberichte einiger Turniere ;-)


Im Force of Will Forum seid Ihr herzlichst Willkommen, in der recht aktive Nutzer zu allen Themen bereit sind, eure Anfragen zu beantworten.


Dort findet Ihr auch alle neuesten Informationen und Events!



Habt Ihr Fragen, Anregungen oder Themenwünsche für Artikel oder wollt uns nur ein Feedback geben, dann schreibt uns an, damit wir vllt. auch einen weiteren Artikel schreiben ;-)


euer FeCH-Member GM_TeamDroppers

mit diesmaliger Unterstützung von Dragonslay