Card Rating: Topf der Begierden
Das neue Set TDIL ist seit ein paar Tage erhältlich und damit haben sind nun auch einige interessante Karten bei uns spielbar. Eine Karte, über welche schon im Vorfeld viel diskutiert wurde, möchte ich euch heute vorstellen. Die Rede ist vom neuesten Topf der Gier-Verschnitt, Topf drs Begierden. Was die Karte so interessant macht lest ihr in den folgenden Zeilen.
Trivia
Wie wir von vielen Pot-Karten gewohnt sind, kann man auf dem Artwork einen Topf der Gier auf der einen Seite und den bei uns verbotenen Topf der Trägheit auf der anderen Seite erkennen. Betrachtet man den Hintergrund genauer, erkennt man ein kreisförmiges Gebilde in unterschiedlichen Farben. Wer das Glück hat und die begehrte Secret Rare aus dem Booster zieht, hat hier eine sehr schöne Karte vor sich liegen.
Effekt
Wie die meisten Karten seiner Art hat Topf der Begierden natürlich auch etwas mit dem Ziehen bzw. Hinzufügen von Karten aus dem Deck zu tun. Seit dem Verbot von Topf der Gier sind immer wieder neue Varianten herausgekommen, welche quasi mit bestimmten Bedingungen oder Drawbacks eine abgeschwächte Version des Originals darstellen und gleichzeitig bestimmte Decks unterstützen sollen. Mit anderen Karten wie Verlockung der Finsternis, Gesegnetes Schwert der sieben Sterne oder Inzahlungnahme, welche auf Decks mit bestimmten Monstern zugeschnitten sind, ist das natürlich nichts Neues. Topf der Reichtümer, welche für Pendel-Decks designt wurde, erlaubt im gleichen Spielzug nur Pendelbeschwörungen als Spezialbeschwörungen und es darf nur eine Kopie pro Spielzug aktiviert werden. Topf des Zwiespalts, welche nur in der Main Phase 1 aktiviert werden darf, erfordert drei Monster mit unterschiedlichem Typ im Friedhof, was zum Beispiel im Evilswarm-Themendeck oder in jedem Random-Pendelhaufen der Fall ist. Dafür darf keine Battle Phase durchgeführt, aber mehrere Kopien pro Spielzug aktiviert werden. Topf der Trägheit ist mit seiner Bedingung, 5 Monster vom Friedhof ins Deck mischen gegen 2 neue Handkarten, sogar für Decks wie dem Wind-Up-Themendeck noch besser, weshalb die Karte zumindest bei uns nun seit längerer Zeit nicht mehr gespielt werden darf und bei uns der Krug der Trägheit einen kleinen Ersatz darstellen soll. Topf der Habgier führt den Kartenvorteil, welchen viele Decks in der heutigen Zeit sehr leicht erwirtschaften können, ins Absurdum.
Mit dem Release einer neuen Varianten sind natürlich viele Spieler auch gespannt, inwiefern der neue Verschnitt für aktuelle Decks interessant wäre. Topf der Begierden hat in Japan übrigens bereits Einzug in sehr viele Decks gefunden, was natürlich wieder einmal logischerweise schlicht und ergreifend am Kartentext liegt. Indem man die 10 obersten Deckkarten, also ein Viertel vom Deck, verdeckt (dadurch scheiden Spielereien mit Gesicht des Todes übrigens gleich aus) verbannt, darf das Deck um 2 neue Karten erleichtert und damit die Hand ausgebessert werden. Das Verbannen verdeckter Karten haben wir zuletzt bei Toon-Königreich gesehen. Zwar darf (und möchte man unter Umständen) nur eine Kopie pro Spielzug aktivieren, weil Topf der Begierden das vorgibt, aber ansonsten gibt es keine Einschränkungen. Man darf also immer noch Spezialbeschwörungen und die Battle Phase durchführen. Was den Umstand, 10 Deckkarten für 2 weitere aufgeben zu müssen, lächerlich macht ist die Tatsache, dass in Japan nun Decks gebaut werden, welche mit dieser Karte nun zwischen 40 und 45 Main Deck-Karten groß sind, teilweise sogar noch größer. Da Spiele in der heutigen Zeit schnell entschieden werden und nur wenige Runden zugunsten der OTK-Fähigkeit vieler Decks dauern, ist es relativ egal, dass mindestens ein Viertel des Decks unspielbar wird. Wie beim uns limitierten Emporkömmling Goblin geht es hier darum bestimmte Schlüsselkarten schnell auf die Hand zu bekommen und dem Deck eine enorme Geschwindigkeit zu verleihen, was zu Beginn des Spiels von großer Bedeutung ist, um die Strategie ins Rollen zu bringen. Dabei geht es nicht mehr um die verlorenen Deckkarten. Die Anzahl erscheint auf den ersten Blick riesig, aber dient im Grunde genommen nur dem Zweck wichtige Karten schneller haben zu können. Dadurch kann die Deckgröße auch dem eigenen Spielstil angepasst und Karten integriert werden, welche normalerweise nicht ins Deck gekommen wären, weil man sich sonst immer bei 40 Karten halten will.
Konami hat wie gesagt dem Missbrauch einiger Karten übriges gleich einen Riegel vorgeschoben. Anders als bei Gold-Sarkophag kann Gesicht des Todes zum Beispiel nicht seinen Effekt aktivieren, weil er verdeckt verbannt wird. Leider funktionieren Karten wie D.D. Spähflugzeug ebenfalls nicht, weil die Karten nicht offen verbannt werden. Begräbnis aus einer anderen Dimension geht leider auch nicht, weil Topf der Begierden verdeckt verbannt und verbannte Karten keinem Typ zugeordnet werden können. Die kommende Karte Pot Of Avidity aus INOV funktioniert aus dem gleichen Grund nicht. PSI-Hüllenlord Omega dagegen klappt, weil er Karten und nicht nur speziell Monster in den Friedhof zurückbringt. Konami hat also sich gut überlegt, wie man einige Karten umgehen kann. Neue Deckideen gibt es allerdings auch schon. Gren Maju Da Eiza könnte schnell mit 4000 ATK und DEF das Spielfeld betreten und wäre damit stärker als Kozmo-Dunkelzerstörer. Mit Seelenübernahme kriegt man so schnell viele Life Points zusammen. Aktuell sieht es danach aus, dass die verdeckt verbannten Karten für den restlichen Verlauf des Spiels tatsächlich keinen weiteren Zweck haben, weswegen die Bezeichnung "aus dem Spiel entfernte Karten" hier wohl lustiger weise passend gewesen wäre. Ob künftig noch Karten herauskommen, welche die verdeckt verbannten Karten auch zurück mischen können, wird sich zeigen. Im Grunde genommen geht es eigentlich nur darum an wichtige Karten zu kommen. Übrigens gibt es noch die Kombination mit Frühe Saat, wodurch sich bestimmt das eine oder andere Interessante Deck bauen lässt. Man sollte allerdings bedenken, dass nur ein Exemplar pro Spielzug aktiviert werden darf. Mehr als maximal zwei möchte man sicher in einem Spiel nicht verwenden, aber hat man zwei Kopien auf der Hand, ist eine Kopie für den aktuellen Spielzug auf der Hand unnötig.
Fazit
Topf der Begierden dürfte der zweite Emporkömmling Goblin und Topf der Gier werden, weil so gut wie alle Decks sie spielen können. In Decks, welche schnell an bestimmte Karten herankommen wollen, ist die Karte definitiv nicht verkehrt. Und kaum eine andere Karte hat den Umfang des Main Decks bisher so erheblich beeinflusst wie Topf der Begierden. Nachteile gibt es kaum. Man sollte beachten, dass eben nur eine pro Spielzug aktiviert werden darf. Was ich gut finde, ist, dass wenigstens Karten wie Gesicht des Todes nicht kompatibel sind, aber Fun-Decks trotzdem von dieser Karte profitieren. Ob in Zukunft noch Karten erscheinen, welche etwas mit den verdeckt verbannten Karten machen können, wird die Zeit zeigen. Topf der Habgier bekommt fantastische 9 Punkte!
Ich hoffe, dass ihr viel Spaß beim Lesen hattet. Sachliche Kritik und weitere Anregungen nehme ich gerne im unten verlinkten Thread entgegen. Bis zum nächsten Rating.