Hey! Ihr habt lange nichts mehr von mir gehört (1 Monat), das lag vor allem am Prüfungsstress im September. Nun bin ich erstmal frei und könnte für den Rest des Jahres noch Artikel schreiben. Dies war auch von Anfang an mein Ziel, für 1 Jahr lang hier die Erfahrung als Artikelschreiber zu machen. Leider habe ich mich etwas vorzeitig dazu entschieden, meinen Posten als Artikelschreiber abzulegen. Dieser Artikel soll vor allem ein Résumée ziehen und einige Erklärungen/Hintergründe liefern.
Das letzte Format, was ich noch richtig aktiv miterlebt habe, war das Format um Nekroz, Shaddoll, BA und Qliphort, inklusive Tops auf Major Events. In die PePe-Ära habe ich mich immer noch etwas reingespielt, und sogar im folgenden Format (Kozmo, BA, Pendulum, Monarch) an einer YCS teilgenommen. Dennoch war meine Aktivität durchgehend gering. Dank der Vorarbeit auf die YCS kannte ich das Format trotzdem gut genug. Nun aber kommt eine neue Ära mit neuen Kontrahenten, und ich beginne allmählich, dem aktuellen Stand nicht mehr zu folgen. Blue-Eyes, Metalfoes, Burgesstoma nur als Beispiele von Decks, die ich allerhöchstens im Kern kenne, jedoch nie mit ihnen oder gegen sie gespielt habe. Selbstverständlich feiere ich es, dass BA, mein Lieblingsdeck der letzten Formate, immer noch vor sich hin vegetieren darf. Ich bin mir bewusst, dass ich derzeit derjenige Schreiber bin, der für Strategisches oder Formatspezifisches zuständig ist. YGO ist eben auch sehr praxisabhängig und man entwickelt sich nur weiter, wenn man auch spielt. Genau das wäre nun mein Problem: Wenn ich die neuen Formate nicht spiele, habe ich tatsächlich Angst, keine akuraten Artikel mehr zu schreiben. Dann bin ich weit entfernt von einem Veteran des Formats, der ich eigentlich sein sollte mit diesem Schreiberposten. Mir sind vor allem zutreffende Meinungen/Behauptungen und Qualität wichtig, und euch irgendeinen unzutreffenden Mist zu liefern, ist wirklich das letzte, was ich möchte!
Was dort entscheidend mit reinspielte, war jedoch auch die Einschränkung des Online-Spielens dieses Jahr. Das Online-Duellieren, sobald ich es länger getan habe, wurde mein "YGO-Zuhause". Was ich seitdem sonst nur noch in YGO machte, waren private Treffs zum Zocken und der Besuch von Major Events. Ingame hatte ich mit der Zeit auch einen kleinen Freundeskreis, es gab sehr viele epische Momente oder interessante Diskussionen. Ich erinnere mich wirklich nostalgisch daran zurück, doch nun ist meine ehemals größte Aktivitätssparte in YGO flach gefallen. Das distanzierte mich noch weiter vom Spiel und seitdem hatte ich nichtmal ein RL Duell. Das heißt mein letztes Spiel überhaupt liegt schon sehr lange zurück.
Ich hatte damals einen wirklich starken Hang zu YGO. Vor allem neuere Karten weckten mein Interesse meist extrem und egal wie irrelevant irgendetwas sein konnte, ich habe selbst bei Kleinkram länger über mögliche Synergien, Kombos, Fundecks etc nachgedacht. Ich konnte öfters eine halbe Stunde lang auf eine Deckliste glotzen, ohne dass mir dabei im Ansatz langweilig wurde. Meine Extrovertiertheit was YGO anbetrifft war wohl auch ein spezieller Grund für meine Erfolge auf Major Events. Durch das ständige Hinausschauen über den Tellerrand fand ich oft genug neue Möglichkeiten. Der Deckbau und vor allem die Theorie an sich machten mir bereits großen Spaß. Aus diesen Gründen fand ich mich persönlich auch rein typmäßig geeignet als solch ein Artikelschreiber.
Ja, ich habe mich in den letzten Tagen oder auch Wochen mit den neuen Themen auseinandergesetzt, sprich die neuen Metadecks sowie die Spoiler zu Invasion of Venom und Raging Tempest. Bereits vor dem Durchlesen empfand ich wesentlich weniger Spannung als normalerweise. Ich war schon interessiert und habe teilweise über Möglichkeiten nachgedacht, aber ich nahm es größtenteils eher hin. Nicht vergleichbar mit früher, wo mir so viele Ideen durch den Kopf schossen bei neuen Spoilern. Ich weiß nicht wie ich das genau beschreiben soll, aber ich verweise mal auf den Youtuber MegaCapitalG. Er macht etliche Videos, auch zu Einzelkarten, egal wie irrelevant das alles sein mag. Er schildert eben seine Meinung und Ideen. So ähnlich viele Gedanken habe ich mir eben früher gemacht. Nun aber scheint diese Leidenschaft bei mir weg zu sein. Ich kann es natürlich nicht erklären, so habe ich mich eben entwickelt. Ich habe schlichtweg nicht mehr so viel Hang zum Spiel wie davor. Folglich könnte es demnächst auch sein, dass ich Artikel eher aus Zwang schreibe und nicht mehr so viel Spaß daran habe. Die Artikel, die ich dieses Jahr auf eTCG geschrieben habe, habe ich auch genossen zu schreiben, sonst hätte ich das wohl nicht gemacht. Sollte ich weniger Freude an YGO haben und demnach auch am Schreiben, würde natürlich auch die Qualität meiner Artikel darunter leiden. Und selbstverständlich möchte ich nur Artikel abliefern, mit denen ich auch wirklich zufrieden bin!
Es kann natürlich auch sein, dass dieses stark gesunkene Interesse an der Entwicklung des Spiels liegt. Man weiß aus meinen Artikeln sicherlich, dass mich die Richtung, in die YGO immer mehr geht, nicht sonderlich berauscht. Mir haben ältere Formate mit langsameren (und damit auch häufig epischen) Spielen mehr Spaß gemacht als die Spiele von heute. Darunter "leidet" auch meine "Theorie-YGO", da ich mir sehr gerne Gedanken darüber machte, was ein Deck, eine Kombo, eine Synergie oder sonstwas drauf hat im 1. Zug, 2. Zug, im Midgame, im Lategame, unter bestimmten Bedingungen und so weiter. Wenn sich das alles aber auf die Starthand beschränkt, gibts logischerweise längst nicht mehr so viel Raum für Theorie, und viele Möglichkeiten fallen direkt flach. Dieser Aspekt hat da sicherlich mit reingespielt.
Der Posten als Artikelschreiber bei euch hat mir definitiv Spaß gemacht! Ich möchte mich nochmals beim Team bedanken, welches mich als Schreiber aufgenommen hat und dem netten Einstieg. Auch respektiere ich die Kulanz, falls es mal schlecht ausgeschaut haben sollte bezüglich dem Schreiben eines Artikels (wie bei mir eben die Uni).
Ich bedanke mich weiterhin herzlich an alle Leser, insbesondere diejenigen, die auch häufig oder regelmäßig die Kommentare genutzt haben! Die Kommentare machen schließlich einen großen Teil der Motivation aus. Ich hoffe meine Artikel haben euch gefallen oder ihr konntet ab und zu irgendwas Neues damit lernen. Es tut mir an der Stelle außerordentlich Leid, falls ihr davon ausgegangen seid, dass ich noch länger Content liefern würde.
Ich mache zum Abschluss eine kleine Motivation für das Artikelschreiben. Das richtet sich vor allem an diejenigen, die sich aktiv mit dem Format befassen (am besten leidenschaftlich!), es regelmäßig spielen und sich dafür qualifiziert finden würden, Artikel zu schreiben. Schließlich sollte es jemanden geben, dessen Artikel die Aktualität, das Format und Strategisches behandeln. Wir haben keinen Überschuss an Schreibern, ganz im Gegenteil, wir suchen sogar nach neuen Schreibern! Falls ihr also Interesse habt, schreibt eine Bewerbung mit Artikel an beispielsweise Twinmold1986 (Content Team Leiter) oder den guten Pfannkuchen. Wir freuen uns über jede Bewerbung!
Falls ihr das nötige Wissen habt und aktiv seid, kann ich es nur empfehlen. Einerseits leistet ihr damit eTCG einen wertvollen Beitrag, andererseits bringt es auch euch selbst voran. Falls ihr einen Artikel schreibt über irgendwas aktuelles, was euch interessiert, werdet ihr das einerseits viel besser verinnerlichen und sehr wahrscheinlich auch während dem Verfassen des Artikels auf neue Ideen kommen, die ihr sonst vielleicht nicht hättet! Eventuell teilt ihr auch damit eure Meinungen und könnt sie dann besser differenzieren bei genug Feedback.