Hallo alle zusammen! Seit einer Weile ist die neue Karte Topf der Begierden erhältlich und ersetzt zumindest teilweise den guten alten Topf der Gier. Jedoch profitieren im Gegensatz zu diesem manche Decks mehr von ihm als andere. Ein Deck, das sehr stark vom neuen Topf profitiert und das ich persönlich sehr mag ist das Watt-Deck. Wie man dieses Deck aktuell spielen kann und was man beim Deckbau beachten sollte, darum soll es in diesem Artikel gehen.

Fangen wir mit einem kleinen Abschnitt über die spielbaren Themenkarten an. Das sind nämlich gar nicht mal so viele. Das mit Abstand stärkste und wichtigste Monster ist natürlich Wattkobra. Wie alle (relevanten) Monster des Themas hat diese für ein Stufe-4-Monster unterdurchschnittliche ATK (in diesem Fall von 1000), kann den Gegner dafür aber direkt angreifen und besitzt einen Effekt, der sich aktiviert, wenn sie dem Gegner Kampfschaden durch einen direkten Angriff zufügt. Im Falle von Wattkobra „muss“ man seiner Hand ein Watt-Monster von seinem Deck hinzufügen. Muss in Anführungsstrichen, weil der Effekt zwar in der Tat nicht-optional ist, aber dafür äußerst positiv. Er erlaubt es sogar, eine weitere Kopie von sich selbst zu suchen. Dies geschieht auch meist, solange man noch mindestens eine Kopie im Deck übrig hat. Denn so hat man, auch wenn Wattkobra zerstört wird, im nächsten Spielzug immer noch eine weitere Kopie zur Hand, um weiter anzugreifen und zu suchen.
Das zweitbeste Monster des Themas ist Wattgiraffe. Diese hat (leider nur im Vergleich zum Rest des Themas…) schwindelerregend hohe ATK von 1200 und besitzt ebenfalls einen soliden Effekt. (Leider erst) nachdem sie direkt angegriffen hat, kann der Gegner für den Rest des Spielzugs keine Effekte mehr aktivieren. Das mag nett sein, aber bewirkt nur selten wirklich etwas. Denn letztendlich hat der Gegner trotzdem in der Main Phase 1 und vor dem erfolgreichen Angriff der Giraffe noch allerlei Gelegenheiten, unser Spiel zu unterbrechen. Deshalb liegt der tatsächliche Vorteil der Giraffe, die sie neben Wattkobra zum zweiten 3-off macht, wirklich in den 200 ATK mehr und einfach in dem Umstand, dass sie ein weiterer Direktangreifer ist.
Das dritte Themenmonster, das ich in meinem Build spiele, ist Wattfasan. Dieser ist wie die Kobra ein Direktangreifer mit 1000 ATK. Wenn er erfolgreich direkt angegriffen hat, kann man mit seinem Effekt ein offenes Monster auf dem Spielfeld wählen, um es bis zum Ende dieses Spielzugs aus dem Spiel zu entfernen. Ähnlich wie der der Giraffe könnte dieser Effekt gut sein, wäre sein Aktivierungszeitpunkt nicht so ungünstig. Denn dadurch, dass sein Effekt nur im eigenen Spielzug aktiviert werden kann und bis zum Ende von diesem gilt, bekommt der Gegner (sofern man ein gegnerisches Monster wählt) sein Monster noch vor seinem eigenen Spielzug zurück. Auch Wattfasan selbst zu verbannen bringt nicht viel, weil auch dieser noch vor dem gegnerischen Spielzug zurückkehrt, und der Gegner ihn so in seinem Spielzug zerstören kann. Der einzige Nutzen, den der Effekt des Fasans haben kann, ist, ein gegnerisches Xyz-Monster zu wählen und diesem so das Material zu klauen. Ich spiele ihn eigentlich nur deshalb 2-mal, um mehr Direktangreifer zu haben.
Die weiteren Themenkarten können nicht wirklich überzeugen. Monster wie Wattspecht oder Watteichhörnchen können statt direkt anzugreifen zweimal angreifen, was zwar ein ähnlich guter Effekt ist, dem die niedrigen Angriffspunkte der Monster aber weit mehr zum Verhängnis werden. Deshalb würde ich diese Monster eher nicht spielen, da es ihnen fast unmöglich ist, irgendein Monster zu überrennen.
Hinzu kommen auch noch ein paar themeneigene Empfänger-Monster, die jedoch keine Effekte besitzen, mit denen sie sich als Spezialbeschwörung beschwören könnten. Deshalb bräuchte man für eine Synchrobeschwörung theoretisch zwei Normalbeschwörungen, was es jedoch meist nicht wert ist. Deshalb würde ich auch auf diese Monster verzichten.
Ansonsten gäbe es an eventuell interessanten Monstern vielleicht noch Wattlibelle, einen Recruiter im Stile von Glänzender Elf, der jedoch letztendlich zu langsam ist, und Wattgrashüpfer. Dieser kann, in doppelter Ausführung auf dem Feld, einen kleinen Lockdown erzeugen, der jedoch letztendlich etwas zu unkonstant ist.
Auch der Zauber- und Fallensupport ist nicht der Rede wert. Der Feldzauber Wattschloss reduziert die ATK von Monstern, die mit Watt-Monstern gekämpft haben. Dies kann durchaus nervig sein, jedoch gibt es bessere Alternativen. Auch Wattimpfstoff kann frustrierend sein. Der permanente Zauber addiert den Kampfschaden, den Donner-Monster dem Gegner zufügen, den eigenen Lebenspunkten hinzu. Hier war es letztendlich der Platz, der mich daran gehindert hat, die Karte ins Deck aufzunehmen. Schlussendlich gibt es mit Watthüter und Wattabbruch noch themeneigene Versionen der Staple-Karten Ruf der Gejagten und Ernste Warnung, die jedoch keine echten Vorteile gegenüber den Originalen bieten.

Aufgrund ihrer durchgängigen Attribut/Typ-Kombination können die Watt-Monster auch von einigem externen Support profitieren. Durch den Typ Donner und die niedrigen ATK können sie mit Karten wie Donner-Seepferd und Batterien-Recycling kombiniert werden, die für Konstanz und Ressourcen sorgen. Donner-Seepferd kann der Hand, indem man es abwirft, zwei Kopien eines beliebigen Watt-Monsters hinzufügen. Wenn man nicht gerade dringend eins braucht, wird man jedoch in der Regel den Effekt erst benutzen, um sich die beiden restlichen Kopien des Seepferds zu suchen. Batterien-Recycling macht im Grunde das selbe, nur dass die Zauberkarte die Monster vom Friedhof auf die Hand gibt und man auch verschiedene Monster wählen kann. Diese Karte hilft dabei, dass einem auch bei einem geringen Aufgebot von 8 Watt-Monstern diese nicht so schnell ausgehen, indem man sie sich vom Friedhof zurück auf die Hand holt. Aufgrund des Deaddraw-Risikos, wenn nicht genug Ziele im Friedhof liegen, spiele ich diese Karte jedoch nur in 2-facher Ausführung.
Das Licht-Attribut sorgt außerdem für Verstärkung in Form von Aufrichtig. Die Handtrap sollte als Staple in mehr oder weniger jedem Licht-Deck bestens bekannt sein, deshalb braucht man über sie eigentlich nicht viele Worte verlieren. Sie ist auf jedem Fall eine spitzen Ergänzung für das Deck, da sie dabei hilft, die Watt-Monster länger auf dem Feld zu halten und zusätzlich Schaden zu machen.

Die Strategie des Watt-Decks besteht darin, mit den Monstern direkt anzugreifen und sie dafür möglichst lange auf dem Feld zu halten. Neben den Direktangreifern sind also insbesondere Verteidigungs-Karten wichtig.
Eine Karte, die geradezu danach fleht, im Watt-Deck gespielt zu werden, ist Bebende Spiegelkraft. Diese kann Angriffe aufhalten und hält die Monsterzonen des Gegners daraufhin dauerhaft blockiert, sodass es ihm unter Umständen schwerer fällt, neue, große Kombos aufzuziehen. Somit kann sie im Gegensatz zu anderen Spiegelkraft-Fallen für lang anhaltenden Schutz sorgen. Das Entscheidende ist aber, dass die Watt-Monster sich kein bisschen an den verdeckten Monstern des Gegners stören, da sie einfach „um diese herum“ direkt angreifen können.
Aus den selben Gründen ist auch Wasserloch-Fallgrube gut in dem Deck. Im Moment spiele ich beide Karten.
Eine weitere, fast schon vergessene Karte, die ich spiele, um den Gegner dauerhaft am Angreifen zu hindern, ist Friedensbote. Dieser verbietet es gegen minimale Kosten von 100 LP pro Runde allen Monstern mit 1500 oder mehr ATK, anzugreifen. Alle Watt-Monster liegen darunter, können also weiterhin direkt angreifen. Der Gegner wird jedoch in den meisten Fällen nicht dazu in der Lage sein. Deshalb wird diese Karte auch meist das Ziel der Wahl für gegnerisches Zauber- und Fallenremoval sein und kann so beispielsweise eine verdeckte Bebende Spiegelkraft beschützen.
Eine Alternative könnte Finstere Zuflucht aus dem relativ neuen Duelist Pack: Rivals of the Pharaoh sein. Diese kann bei jedem Angriff aufs Neue einen Magischer-Zylinder-Effekt besitzen, ist jedoch glücksabhängig. Der Burn-Schaden, den die Karte bei erwartungsgemäß jedem zweiten Angriff verursachen wird, kann jedoch enorm dabei helfen, die Lebenspunkte des Gegners herunterzubrennen.
Weitere denkbare Schutz-Karten wären z.B. Bauzug-Signal Rot oder Waboku.

Um auch nur irgendwie mit aktuellen Top-Decks mitzuhalten, braucht ein Deck außerdem Konstanz und Deckspeed. Mit anderen Worten Karten, die andere Karten suchen oder ziehen lassen. Zu einem dienen dazu natürlich die bereits erwähnten Karten Donner-Seepferd und Batterien-Recycling. Aber auch einige generische Karten sollten gespielt werden.
Wie ich bereits in der Einleitung erwähnte, profitiert das Deck sehr stark von Topf der Begierden, den ich als klares 3-off ansehe. Dies liegt einfach daran, dass es kaum andere Decks gibt, die das verdeckte Verbannen von einem Viertel des Decks so gut verkraften wie das Watt-Deck. Es gibt keine Kombos, die man sich zerstören kann, und kaum wichtige Schlüsselkarten (eigentlich nur Wattkobra), auf die man nicht verzichten kann. Alle wichtigen Karten sind außerdem 3x enthalten. Kritisch wird es eigentlich erst, wenn man mit einem Topf der Begierden mindestens 5 der 8 Watt-Monster verbannt, was aber doch sehr unwahrscheinlich ist. Selbst mit vieren verbannt sollte man noch arbeiten können, dann sollte man es aber vermeiden, weitere Töpfe zu aktivieren, solange noch Watt-Monster im Deck sind. Alles in allem sollte es aber oft auch gar kein Problem sein, zwei Kopien von Topf der Begierden im selben Duell zu aktivieren.
Das Deck benutzt außerdem im Normalfall niemals Spezialbeschwörungen, deshalb ist es auch problemlos möglich, Topf der Gegensätzlichkeit zu aktivieren, den ich ebenfalls drei Mal spiele, weil er langsamen Decks immer noch sehr viel zusätzliche Konstanz bieten kann. Und seine Einschränkungen sind für das Deck wirklich vollkommen irrelevant.
Als letzte „Speed“-Karte, die sich auch mit dem nächsten Punkt überschneidet und die eigentlich Standard in allen Decks ist, die ich spiele ist Maxx "C". Der kleine Käfer ist wichtig, damit der Gegner mit seinen deutlich schnelleren Kombos möglichst nicht zu sehr an einem vorbeiziehen kann.
Übrigens: Karte des Untergangs, obwohl in anderen Control-Decks sehr beliebt, ist im Watt-Deck eher unbrauchbar. Dies liegt daran, dass man durch Donner-Seepferd, Wattkobra und Batterien-Recycling oft große Mengen an Watt-Monstern auf der Hand hortet, die nur auf ihre Normalbeschwörung warten. Diese möchte man aber nicht für den Effekt von Karte des Untergangs abwerfen.

Das zweite, was ein Deck wie das Watt-Deck neben Konstanz und Speed braucht, um halbwegs gegen das Meta bestehen zu können, sind Anti-Elemente. Denn eine weitere große Stärke des Decks ist, dass es mehr oder weniger problemlos unter eigentlich jedem Floodgate arbeiten kann. Gozen-Match, Rivalität der Kriegsherren, Einmal aussetzen, Maske der Beschränkung, Beschwörungslimit, Seelenentzug, Tal der Toten, Makrokosmos, Dimensionsriss und Leere der Eitelkeit jucken das Deck jeweils kein bisschen. Kaiserliche Eisenmauer beeinträchtigt „nur“ Topf der Begierden, daher sollte man sie höchstens im Side Deck spielen und auch dann genau abwägen, wie sehr sie dem Gegner weh tut. Auch ein Einsatz von Antimagischer Duft ist denkbar. Dieser würde das Deck zwar verlangsamen, aber nicht lahmlegen. Eigentlich ist das einzige bekannte Floodgate, das auch dem Watt-Deck weh tut, Kräfte Rauben. Dieses ist aber glücklicherweise auf 1.
Da ich erstens generell eher ein Fan klassischer Backrow statt Floodgates bin und zweitens auch deshalb nicht mehr Platz in meinem Deck gefunden habe, habe ich neben der obligatorischen, einen erlaubten Kopie von Leere der Eitelkeit, die schon fast eine Staple ist, in meinem Deck nur Platz für ein weiteres Floodgate als 3-off gefunden. Das Meta ist momentan noch sehr ungefestigt, deshalb habe ich mich aktuell für drei Kopien von Rivalität der Kriegsherren entschieden, die im letzten Meta sehr stark war (Rivalität über Gozen-Match, weil es mehr Typen als Attribute gibt und die Wahrscheinlichkeit deshalb höher ist, dass der Gegner mehrere verschiedene spielt). Was aber wirklich die beste Wahl ist, muss sich noch zeigen.
Auch Floodgates in Monster-Form sind denkbar. Donnerkönig Rai-Oh ist wieder auf 2 und mit Rivalität der Kriegsherren und Gozen-Match verträglich. Jedoch hält sich die Stärke seines Anti-Effekts momentan in Grenzen und er beeinträchtigt auch einen selbst recht stark. Weitere Optionen wären zum Beispiel Fossiler Pachycephalosaurier oder Verbanner des Strahlens. Jedoch bin ich allgemein kein Freund dieser Karten im Watt-Deck, da sie die Normalbeschwörung verbrauchen, die auch die Watt-Monster benötigen.

…Kommt nur äußerst selten zum Einsatz und besteht in meinem Fall einfach aus Rang-4-Staples. Die einzige Besonderheit hier sind Sternenvasall Paladynamo und Sternzeichen-Kundler Omega, die aufgrund des Licht-Attributs der Watt-Monster beschworen werden können. Die einzigen Xyz-Monster, die ich mit dem Deck jemals benutzt habe, waren soweit ich weiß Gagaga-Cowboy für billige Siege und Fallenstellerin Rafflesia, deren Einsatz manchmal sinnvoll ist, wenn man genug Monster als Reserve auf der Hand hat, zwei auf dem Feld und nur wenig, um sie zu beschützen. Aber auch Castel, der Himmelssprenger-Musketier und Nummer S39: Utopia der Blitz sollten als einfache Outs auf sehr viel nicht fehlen.
Dies bedeutet aber auch einen sehr großen Spielraum im Extra Deck, weshalb man auch problemlos viele „tote“ Monster darin unterbringen kann, die man nie beschwören wird und die lediglich dem Zweck dienen, sie für Geisterschnitter und Winterkirschblüten vorzuzeigen. Auch diese Karte stellt also eine gute Anti-Option dar.
Zum Schluss möchte ich euch meine Deckliste präsentieren. Hier sei noch einmal gesagt, dass ich mich nicht für eine absolute Deckbau-Koryphäe halte und keineswegs behaupte, dies sei die beste Art und Weise, das Deck zu spielen. Sie ist lediglich das Produkt meiner Überlegungen, mit dem ich sehr gut klar komme, und soll euch als grobe Vorlage dienen, damit ihr eine ungefähre Idee habt, wie man das Deck spielen könnte.
Monster (15):
3x Wattkobra
3x Wattgiraffe
2x Wattfasan
3x Donner-Seepferd
2x Aufrichtig
2x Maxx "C"
Zauber (12):
3x Friedensbote
3x Topf der Begierden
3x Topf der Gegensätzlichkeit
2x Batterien-Recycling
1x Raigeki
Fallen (13):
3x Bebende Spiegelkraft
3x Rivalität der Kriegsherren
2x Wasserloch-Fallgrube
3x Feierlicher Schlag
1x Ernste Warnung
1x Leere der Eitelkeit
Extra Deck (15):
1x Sternenvasall Paladynamo
1x Sternzeichen-Kundler Omega
1x Fallenstellerin Rafflesia
1x Nummer 39: Utopia
1x Nummer S39: Utopia der Blitz
1x Castel, der Himmelssprenger-Musketier
1x Gagaga-Cowboy
1x Gagaga-Samurai
1x Nummer 82: Herzlanddracho
1x Nummer 59: Buckliger Koch
1x Nummer 106: Riesenhand
1x Nummer 101: Lautlose Ehre ARK
1x Finsterrebellion Xyz-Drache
1x Cairngorgon, der antileuchtende Ritter
1x Abyss-Bewohner
So, das war’s erstmal wieder. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen. Habt ihr selbst Erfahrungen mit dem Watt-Deck? Werdet ihr es ausprobieren? Seid ihr mit meiner Deckliste einverstanden oder würdet ihr es anders spielen? Lasst eure Meinungen im Diskussionsthread! Ich freue mich über jedes Feedback.
Ansonsten bis zum nächsten Mal!
- Leseleff -