Die Rache der Buchstaben - ABC nach der YCS Liverpool

Herzlich willkommen zu meinem zweiten Artikel über das ABC-Deck.


Nachdem wir uns im letzten Artikel erst mal mit dem groben Aufbau des ABC-Decks befasst haben, wird es dieses mal deutlich anschaulicher. Denn am Sonntag ging mit der YCS Liverpool das erste Turnier mit ABC zu Ende.

Deshalb beschäftigen wir uns mit dem Abschneiden des Decks auf der YCS, werfen einen Blick auf die erfolgreichsten Listen und schauen uns die Techs an.

Zusätzlich wird am Donnerstag mit Invasion: Vengance ein neues Set erscheinen und auch dort gibt es wie immer einige Karten die auf jeden Fall einen Einfluss auf das Meta haben werden.

Inwieweit das ABC nun beeinflussen wird werde ich ebenfalls anreißen.


Allgemeines Abschneiden

Von den insgesamt 837 angetretenen Spielern sind insgesamt 284, also knapp 34% mit ABC in Liverpool angetretenen.

Da zweithäufigste Deck war Blue-Eyes mit vergleichsweise mickrigen 81 Spielern.

Zumindest an Tag 1 war ABC also zahlenmäßig allen anderen Decks weit überlegen und damit wie erwartet das Deck, gegen das man sich am meinsten vorbereiten musste.


An Tag 2 hat sich an der zahlenmäßigen Übermacht wenig geändert, nur wurde sie noch größer.

117 ABCs bei insgesamt 256 gespielen Decks entspricht einem Anteil von 45%, eine unglaubliche Menge.

Dazu haben „nur“ etwas weniger als 60% der ABC-Spieler Tag 2 nicht erreichen können, während für mehr als 75% der Blue-Eyes-Spieler das Turnier bereits nach dem ersten Tag beendet war.

Alles in allem also eine extrem beeindruckende Leistung für Tag 1, aber das zeigt lediglich, was jeder wusste: Dass ABC sehr stark und dominant sein wird.


Frisch in den Tops sieht die Verteilung kaum anders aus als am Beginn von Tag 1 und 2.

Zumindest auf den ersten Blick, denn während ABC mit 14 Spielern nun an der 50%-Marke kratzt, ist Blue-Eyes auf gerade mal einen Spieler gefallen.

Dafür tauchen plötzlich die Lichtverpflichteten mit ganzen 3 Spielern als zweithäufigstes Deck auf, was definitiv ein Indiz dafür ist, dass der extrem hohe Preis von Minerva gerechtfertigt ist.


In den Top 8 ist das Bild dann wieder sehr ähnlich. ABC hat nun endlich die 50%-Marke geknackt, Minerva ist als zweitstärkste Kraft in den Tops angekommen und zwei Burning Abyss-Varianten sind auch noch dabei.

Allerdings endet hier der Siegeszug der ABC aprupt, da lediglich einer der vier übrigen Spielern den Einzug ins Halbfinale schaffte.

Die anderen drei Decks waren zwei mal Lichtverpflichtet und das Phantom Knight Burning Abyss, das am Ende den Engländer Thomas Rose zum Sieg tragen sollte.

Aber woran liegt das nun?

Zum einen an den Matchups. Sowohl Lichtverpflichtet als auch Roses PKBA-Variante haben ein gutes ABC-Matchup, was bedeutet, dass die Matches entweder ein Mirror oder zu den eigenen Ungunsten sein werden.

Dadurch wurde ABC sozusagen Opfer der eigenen Favoritenrolle, da die anderen Decks in den Top 8 ausnahmslos stark auf ABC vorbereitet waren. ABC hingegen hatte sich auch hauptsächlich auf ABC vorbereitet und startete damit mit vergleichsweise schlechten Karten in die letzten drei Runden.


Um das Turnier zusammenzufassen: Es war in meinen Augen eine typische YCS, nur mit einem anderen Deck an der Spitze des Metas.

Es ist in letzter Zeit ein sehr häufiges Phänomen, dass das Deck, das als Favorit in ein Turnier startet eben wegen dieser Favoritenrolle am Ende ins Straucheln gerät, da man sich darauf sehr gut vorbereiten kann und mit einem anderen Deck sozusagen unter dem Radar läuft.

Nichtsdestotrotz demonstriert dieses Turnier die blanke Stärke der ABC, da das Deck bis in die Top 4 durchgehend am meisten Vertreter stellte und am Ende nur wegen guter Vorbereitung und schlechten Matchups ausschied.


Aber genug vom Turnier, werfen wir einen Blick auf zwei der vier Listen die ABC bis in die Top 8 gebracht haben:


Decklisten der erfolgreichsten Spieler

4. Platz: Niccolo Mazzoleni


3 A-Angriffskern

3 B-Busterdrachling

3 C-Crashwyvern

3 Photonendrescher

2 Goldener Apparat

2 Silberner Apparat

2 Maxx „C“

1 Verbündeter der Gerechtigkeit Umlaufleser

2 Artefakt Sense


3 Union-Hangar

3 Landformen

3 Topf der Begierde

3 Zwillings-Twister

1 Verstärkung für die Armee

2 Buch der Verfinsterung


3 Artefakt Heiligtum

1 Leere der Eitelkeit


3 ABC-Drachenbuster

1 Bujintei Tsukuyomi

1 Getrieberiese X

2 Diamant-Direwolf

1 Nummer 39: Utopia

1 Nummer S39: Utopia der Blitz

1 Nummer S39: Utopia Prime

1 Nummer 80: Rhapsodie im Berserkern

1 Daigusto Emeral

1 Castel, der Himmelssprenger-Musketier

1 Abyss-Bewohner

1 Sternzeichenkundler Pleidaden


2 Gameciel, der Kaiju der Meeresschildkröte

2 Geisteroger und Schneehase

1 Kosmoszyklon

1 Zombiewelt

3 Systemabsturz

1 Oase der Drachenseelen

1 Union-Alarmstart

1 Taifun

3 Anti-Magischer Duft


Was hier stark auffällt, ist die Anwesenheit der Artefakte im Main Deck.

Niccolo hatte dafür aber eine sehr einleuchtende Begründung:

Wenn man gegen ABC verdeckte Zauber/Fallenkarten sieht, wird man sie aus Angst vor Ernste Warnung und Feierlicher Schlag sofort zerstören wollen.

Wenn dann das verdeckte Monster aber eine Sense, ist darf man sein Extra Deck nicht mehr benutzen und verliert so automatisch einen Zug.

Sie ist, unabhängig davon, ob man anfängt oder nicht unglaublich mächtig.

Wenn man anfängt und sie wird zerstört, kann fast kein Deck mehr Druck aufbauen.

Wenn man gegen ABC nicht anfangen darf und sie wird aus Angst vor der Konterfalle mit Diamant-Direwolf zerstört, hat ABC danach kaum mehr Optionen um die 2200 ATK im Kampf zu überwinden, und man erhält einen Zug lang fast keinen Schaden.

Die Heiligtümer sind lediglich dazu da, um die Sense schneller beschwören zu können.

Im Nachhinein hätte Niccolo vielleicht gerne Artefakt Moralltach gespielt, weil die Sense gegen ungewöhnlichere Decks wie z.B. Nixenrüstung deutlich schwächer ist.

Zusätzlich fällt der Umlaufleser als eigentliche Side Deck Karte im Main Deck ins Auge.

Aber er ist gegen ABC, Blue-Eyes und Lichtverpflichtet derartig stark, dass Niccolo ihn direkt für Spiel 1 haben wollte.

Dass Buch der Verfinsterung ebenfalls seinen Weg ins Main Deck gefunden hat, hängt damit zusammen dass sie eine Karte ist die, sollte man nicht anfangen, gegen jedes Deck extrem stark ist, da man so die starken Monstereffekte direkt verhindern kann und der Gegner den eigenen Spielaufbau deutlich schwerer stören kann.


Im Side Deck fällt vor allem die Abwesenheit der von vielen als „beste Side Karte“ betitelten Geisterschnitter und Winterkirschblüten auf.

Hier ist die Begründung eine andere: ABC ist das einzige Deck, gegen das sie richtig gut ist, und das Mirror Match ist ab Spiel 2 mehr ein Ressourcenkampf als alles andere.

Wenn man die Kirschblüte direkt zur Hand hat, muss man danach trotzdem noch gegen Bujintei Tsukuyomi und verdeckte Fallen spielen und gewinnen, und das ist mit 6 Karten weit einfacher als mit 5. Dass, sollte man die Kirschblüte nicht aktivieren, noch 4 ABCs rumliegen ist irrelevant, da diese im eigenen Zug nicht stören.

Zusätzlich empfindet er die Kombination aus Geisteroger und Schneehase und Systemabsturz als ausreichend, da man so fast jeden ABC dauerhaft verbannen kann und mit Geisteroger den Nachschub an ABCs durch Hangar verhindert.

Zombiewelt als etwas ungewöhnliche Karte hat zusätzlich die Aufgabe, Majespenst, auszukontern. Mit Geschwisterbund hat dieses Deck die Möglichkeit, im ersten Zug 3 der themeninternen Zauber und Fallen zu setzen und sofort das Tributmaterial für diese zu beschaffen.

Allerdings fehlt es dem Deck an Backrowremoval, und Zombiewelt verhindert das Aktivieren der Zauber und Fallen, da diese alle einen Hexer als Tributmaterial fordern. Zusätzlich ist sie als Spielfeldzauberkarte durch Landformen suchbar.

Über Kosmoszyklon hat er sich extrem lobend geäußert, da diese Karte bei ABC die ausgerüsteten Monster direkt verbannen kann, bei Pendel die Skalen entfernt, ohne dass das Monster auf das Extra Deck gelegt wird und bei Phantom Knights die themeninternen Fallen verbannt, dass sie nicht mehr für die Wiedergeburt eines Ritter zu gebrauchen sind.

Zudem eine weitere Karte gegen die wieder präsente Backrow.


Top 8 Marcello Baberi



3 A-Angriffskern

3 B-Busterdrachling

3 C-Crashwyvern

2 Photonendrescher

3 Goldener Apparat

3 Silberner Apparat


3 Union-Hangar

3 Landformen

3 Topf der Begierde

3 Zwillings-Twister

1 Verstärkung für die Armee

2 Instantfusion

1 Emporkömmling Goblin


3 Feierlicher Schlag

1 Ernste Warnung

1 Leere der Eitelkeit

1 Bodenlose Fallgrube

1 Zeit-Raum-Fallgrube


3 ABC-Drachenbuster

1 Ältestes Wesen Norden

1 Bujintei Tsukuyomi

1 Getrieberiese X

2 Diamant-Direwolf

1 Nummer 39: Utopia

1 Nummer S39: Utopia der Blitz

1 Castel, der Himmelssprenger-Musketier

1 Abyss-Bewohner

1 Fallenstellerin Rafflesia

1 Gagaga-Samurai

1 Dante, Reisender des Brennenden Abrunds


3 Geisterschnitter und Winterkirschblüten

3 Systemabsturz

3 Chaosjägerin

2 Maxx „C“

3 Anti-Magischer Duft

1 Kosmoszyklon


Dieser Build entspricht deutlich stärker dem Standard, mit dem man auf der YCS rechnen konnte.

Die einzigen Auffälligkeiten bei den Monstern sind die lediglich 2 Photonendrescher und die insgesamt 6 Apparate. Allerdings ist das, wenn man etwas länger darüber nachdenkt, logisch.

Während der Drescher ausschließlich auf der Starthand gut ist und damit meistens nur ein mal im gesamten Spiel benutzt wird, sind die Apparate immer ein Monster mehr und geben damit Zugriff auf größere Züge.

Zusätzlich lösen sie das Problem, nicht anfangen zu dürfen, da man so öfter mit mehr Monstern startet und dadurch auch mal gerne 2 XYZ im ersten Zug beschwören kann, mit denen man schneller durch Backrow und nervige Monster brechen kann.

Ansonsten ist im Main außer der Instantfusion wenig Ungewöhnliches zu finden. Sie hilft dabei gegnerisch Felder zu brechen, indem sie immer eine XYZ mehr ist, oder eigene zu schützen, indem man zusätzlich noch eine Fallenstellerin Rafflesia oder einen Abyss-Bewohner beschwört.

Im Extra sticht auch nur der Gagaga-Samurai ins Auge, der OTKs einfacher machen soll.

Auch das Side Deck ist nichts besonderes, es ist nur extrem auf ABC ausgelegt.

Und während Marcello im Gegensatz zu Niccolo für Geisterschnitter und Kirschblüten ganze 3 Plätze in seinem Side Deck eingeräumt hat, äußerte auch er sich eher negativ über die Karte, da sie dem Gegner zwar den Boss klaut, es aber gleichzeitig schwieriger macht überhaupt ins Spiel zu kommen.

Und auch was den Kosmoszyklon angeht stimmt er Niccolo zu, auch ihm hat die Karte gute Dienste erwiesen.

Chaosjägerin hat er hier als seine beste Sidekarte besonders hervorgehoben, da man so ABC bereits in ihrem ersten Zug beim Spielen stark behindert und, sollten sie kein Out auf sie ziehen, auch mal im Alleingang Spiele gewinnen kann.


Veränderungen mit Invasion: Vengence

WATER/Aqua - Xyz - Effect/Rank 2/2200/0

2 Level 2 Aqua-Type monsters

Once per turn, during the Standby Phase: You can detach 1 Xyz Material from this card; Special Summon 1 "Frog" monster from your Deck, except "Frog the Jam". Once per turn, during either player's turn, when your opponent activates a Spell/Trap Card, or monster effect: You can send 1 Aqua-Type monster from your hand or field to the Graveyard; negate the activation, and if you do, destroy that card, then you can Set the destroyed card on your field. If this card is sent to the Graveyard: You can target 1 WATER monster in your Graveyard; add it to your hand.


Sicherlich das beste XYZ des Sets und eine der stärksten Karten seit langem.

Durch sie erhalten viele Decks, etwa Frosch oder Paläozonisch eine sehr starke Karte.

Man kann sie außerdem mit Bahamut-Hai aus dem Extra Deck rufen, was in Decks wie Helden oder Nixenrüstung problemlos möglich ist.

Aber was hat das mit ABC zu tun?

Ganz einfach, es ist ein weiteres Extra-Deck Monster das neben ABC-Busterdrachen einen starken Einfluss aufs Spiel ausüben wird.

Sie ist so stark, dass sie am besten das Spielfeld gar nicht betreten sollte, und das kann man am einfachsten mit Geisterschnitter und Winterkirschblüten verhindern. Diese Karte hat nun also ein zweites, lohnendes Ziel erhalten und wird deshalb vermutlich auch dem Trend, die Kirschblüten aus dem Side Deck der ABCs zu verbannen, entgegen wirken und in vielen Decks mit der Kröte zusätzlich zum Busterdrachen einen Platz in Side und Extra beanspruchen.

Vielleicht geht der Trend sogar, wie schon bei Thomas Roses PKBA zu Kirschblüten im Main Deck. Das wird die Zeit zeigen müssen.


Quick Spell Card

Target 3 banished monsters; shuffle all 3 into the Deck, then draw 1 card. You can only activate 1 "Pot of Acquisitiveness" per turn.


Auf den ersten Blick wirkt diese Karte sehr schwach. 3 verbannte Monster ins Deck mischen und eine Karte ziehen? Topf der Trägheit hat mehr aus dem Friedhof recycelt und gleich 2 Karten ziehen lassen.

Aber sie hat es in sich.

Zum ersten ist sie ein Konter gegen die Kirschblüten, da man im ABC immer 3 ABC-Drachenbuster spielt und somit dank dem Topf direkt alle wieder in sein Extra zurücklegen kann. So verpufft die Kirschblüte zu einer verschwendeten Karte.

Aber das war noch lang nicht alles: Da man auch die gebannten Monster des Gegners ins Deck mischen kann, ist diese Karte ein direkter Konter gegen den Recycling-Effekt des Busterdrachen.

Aktuell nutzen ABC-Spieler diesen Effekt aus Angst vor den Kaiju gerne in der gegnerischen Standby Phase, um ein sicheres Feld zu haben. Genau das könnte sich aber ändern, da der Topf nun die angezielten Monster des Gegners in dessen Deck zurückmischt und sie so nicht mehr beschworen werden können. Und wenn der ABC-Spieler den Busterdrachen liegen lässt kann man ihn einfach mit den Kaiju wegtributen und entsorgen.

Also ist der Topf für ABC Fluch und Segen zugleich, man kann ihn nutzen um Geisterschnitter und Winterkirschblüten nutzlos zu machen, allerdings kann er auch gegen das Deck benutzt werden, um einen Busterdrachen sehr einfach und vorteilsbringend loszuwerden.

Aus diesem Grund freue ich mich auch auf den Topf, da nun das langweilige „Ich hol mit mal meine Monster zurück“ schnell zu einem spielentscheidendem Fehler werden kann. Diese Karte in Kombination mit den Kaiju bringt sehr angenehme Mindgames zustande, in denen man sich immer fragen muss, ob es cleverer ist ABC-Drachenbuster aus Angst vor einem Kaiju zu tributieren oder ob der Gegner nun den Topf hat, um genau das zu bestrafen. Zusätzlich verliert man dadurch eine Möglichkeit den Gegner in seinem Zug zu behindern, was das ganze noch interessanter macht.

Dass der Topf auch noch die Schwäche gegen Systemabsturz etwas abfangen kann, sei hier ebenfalls erwähnt.

Alles in allem wird die Karte die wahrscheinlich in jedem ABC Side Deck mit mehreren Kopien ihren Platz finden und das Spiel hoffentlich etwas interessanter gestalten.


Normal Trap Card

Declare 1 monster card type (Ritual, Fusion, Synchro, Xyz, or Pendulum); this turn, neither player can Special Summon monsters of the declared type, also negate the effects of face-up monsters on the field of the declared type while they are on the field. You can only activate 1 "Dimension Barrier" per turn.


Und nun zur letzen Karte, die ich euch heute vorstellen will.

Es handelt sich um eine Falle, die es in sich hat.

Dimensionsbarriere erlaubt es euch, eine Beschwörungsmethode für einen Zug zu verbieten und die Effekte aller Monster dieser Methode zu negieren.

Und das ist extrem unfair, da man meistens nach der ersten Karte bereits weiß, auf welche Methode man losgehen muss und den Zeitpunkt für die ideale Aktivierung sehr genau abpassen kann.

So kann man gegen Pendel warten, bis die Skalen liegen und das Deck erst dann daran hindern zu pendeln. So verliert das Deck schnell zuviele Karten, um aus dem Zug noch irgendetwas zu machen.

Aber auch gegen so ziemlich jedes andere Deck macht die Karte eine extrem gute Figur.

Man kann je nach Situation ABC entweder daran hindern, eine XYZ zu stellen (empfehle ich als Entscheidung in ihrem ersten Zug, so verhindert man Tsukuyomi + Fallen und das Setup für den Busterdrachen) oder ihren Busterdrachen zu beschwören, man kann also sehr flexibel eine Hälfte der möglichen Beschwörungen verhindern.

Burning Abyss-Varianten werden auch sehr heftig von der Karte getroffen, da das Deck komplett auf XYZ-Beschwörungen baut und somit eingeschränkt ist, wenn es nicht so früh wie möglich Zugriff darauf hat.


Dass sie zusätzlich wie ehemals Kräfte Rauben die Effekte der Monster negiert, macht sie noch stärker, da man so im eigenen Zug den Effekt eines Majespenst Einhorn – Kirin verhindern kann und seinen Zug deutlich ungestörter fortsetzen kann. Man kann danach Kirin sogar anzielen und ihn mit ABC-Drachenbuster verbannen.


Allerdings hat die Karte neben ihren offensichtlichen Stärken auch Schwächen:

Ihren besten Aktivierungszeitpunkt hat sie im ersten Zug des Gegners, was bedeutet, dass man anfangen muss um ihr volles Potential auszuschöpfen. Das ist allerdings nur in 50% der Spiele der Fall.

Decks wie z.B. ABC, Lichtverpflichtet oder Metalfoe benutzen dazu mehrere Beschwörungsmethoden, man kann sie also nur zum Teil aus dem Spiel ausschließen.

Zusätzlich ist der zweite Effekt der Karte zwar extrem stark, aber Dimensionsbarriere hadert mit ihrem Status als Fallenkarte, da man so eine Runde warten muss, um diesen Effekt zu nutzen.

Und eine Runde ist in einem Meta, in dem viele Spiele nach 3-5 Zügen entschieden sind, mitunter viel zu lange.

Ein weiterer negativer Punkt ist, dass der Effekt beide Spieler betrifft.

Um z.B. Brennender Abgrund am XYZ-Beschwören zu hindern, muss man auf den Effekt seiner Abyss-Bewohner verzichten. Um einen ABC-Drachenbuster zu verhindern, muss man seinen eigenen negieren.

Dazu ist sie ein lausiger Topdeck, wenn man nicht im Spiel ist, und verschafft sie einem nur eine Runde Zeit. Wenn man dann immer noch nichts brauchbares nachgezogen hat war die Karte nur verschwendet.

Alles in allem hilft die Karte ABC nicht, ihre Probleme zu lösen. Das hätte sie als Schnellzauberkarte getan, doch so ist sie nur eine weitere Karte, die den sowieso schon sehr starken ersten Zug noch besser macht.

Ob und wie oft sie gespielt wird, muss sich zeigen. Ich freue ich selbst darauf, die Karte zu testen, da sie definitiv, wie schon die Kröte, zu den besten Karten ihrer Art gehört.


Schlussworte

Und so endet meine kleine Serie über die ABC.

Abschließend habe ich allerdings noch ein paar Fragen an euch:

Was haltet ihr vom Abschneiden des Decks in Liverpool und vor allem den Decklisten die ich vorgestellt habe?

Was haltet ihr von den neuen Karten und erwartet ihr dass sich ABC an der Spitze des Metagames halten wird?


Meinungen dazu, Anregungen für eventuell weitere Artikel und Kritik könnt ihr wie immer im dazugehörigen Diskussionsthread hinterlassen.

Es würde mich freuen, das Thema mit euch dort weiter zu vertiefen.


Bis zum nächsten Mal.


Euer Lenant