Mit Kusshand begrüße ich euch zu einem weiteren Artikel in meiner Rubrik „Why so Serious?“ und schwenken den Fokus dabei erneut auf ein Deck, was durch Raging Tempest größtenteils spielbar wurde. Das Deck debütierte in Invasion of Vengeance und sticht durch einen ganz besonderen Spielstil hervor und gewinnt gerade dadurch unter vielen (Rogue-)Spielern an Popularität. Die Rede ist vom „Kristron“-Archetype!
Was macht das Deck aus? Wie spielt man überhaupt mit den Kristrons und worauf sollte man achten? Diese Fragen möchte ich euch in diesem Artikel beantworten. Den Support aus RATE möchte ich euch indessen auf keinen Fall vorenthalten. Außerdem möchte ich neben den Vor- und Nachteilen, weitere Techkarten thematisieren, die eure persönlichen Vorlieben ergänzen könnten und schließlich soll euch eine Deckliste aus diesem Artikel verabschieden. Weitestgehend forciere ich hierbei nicht tiefer auf die angekündigte „Link-Beschwörung“ einzugehen, die dem ganzen Deck leider einen bitteren Beigeschmack hinterlässt. Dieser Artikel soll vielmehr einer Momentaufnahme gleichen, trotzdem werde ich mit Blick in die Zukunft und einem Fazit ein paar Worte zu dem Thema verlieren.
Die Kristrons sind auf das Beschwören von Synchro-Monstern während des gegnerischen Spielzugs ausgelegt. Das Maindeck lässt sich unterdessen in zwei Kategorien einteilen. Das sind zum einem die Nicht-Empfänger Monster, die erstens eine offene Karte zerstören können, die man kontrolliert um ein „Kristron“-Empfänger Monster aus dem Deck als Spezialbeschwörung zu beschwören. Man kann sie logischerweise auch selbst zerstören, was bei Betrachtung der Tuner auch durchaus Sinn ergibt. Darüber hinaus teilen sich die Nicht-Empfänger Monster Friedhofseffekte, indem man Sie vom Friedhof verbannt. Jedoch ist nur ein Effekt pro Spielzug jeweils verwendbar und ist bei Aktivierung des ersten Effekts bis zu Ende des Spielzuges bei Beschwörung vom Extradeck auf Synchro-Monster des Typs Maschine limitiert.




- Kristron Rosenix beschwört bei der eigenen Verbannung vom Friedhof eine „Kristron-Spielmarke“ (Typ Maschine/ WASSER/ Stufe 1/ ATK 0/ DEF 0) und im Prinzip nur wichtig als Beatstick oder für eine Combo für Trishula, Drache der Eisbarriere.
- Kristron Thystvern fügt einem durch den Friedhofseffekt ein „Kristron“-Monster vom Deck der Hand hinzu.
- Kristron Smiger fügt einem eine themeninterne Zauber- oder Fallenkarte hinzu. Gerade der Zugriff auf „Kristron“-Einschlag ist da von beachtlicher Relevanz.
- Kristron Prasiöte beschwört bei Verbannung ein „Kristron“-Monster von der Hand.
Neben den Nicht-Empfänger Monstern, gibt es konsequenterweise auch Empfänger-Monster. Diese „Kristron“ Empfänger-Monster können alle während der Main- oder Battlephase des Gegners eine Synchrobeschwörung per Schnelleffekt durchführen, indem Sie den Nicht-Empfänger entweder aus dem Friedhof, von der Hand oder aus der Banishzone als Spezialbeschwörung beschwören. Die Effekte der Nicht-Empfänger sind dabei negiert und der Typ der Synchro-Monster auf Maschinen begrenzt. Als Hauptbeschwörungsziel gilt da in erster Linie Kristron Quandax, der ein Empfänger Synchro-Monster darstellt und ähnlich wie Schnellsynchron funktioniert. Kristron Quandax teilt sich ebenfalls den Effekt, während der gegnerischen Main- oder Battlephase eine Synchrobeschwörung durchführen zu können. Im Gegensatz zu den Empfängern im Maindeck ist Kristron Quandax dabei nicht auf die Beschwörung eines Synchro-Monsters des Typs Maschine limitiert, sondern kann nach völliger Freiheit streben.



- Kristron Rion beschwört den Nicht-Empfänger aus der Banishzone. Ich persönlich nutze ihn hauptsächlich für eine Combo mit Kristron-Zugang um über Kristron Quandax und Mechanisches Insektron auf den Sternenstaubkrieger zu kommen. Die Synchromaterialen landen dabei wieder im Deck.
- Kristron Citree ist der wichtigste Empfänger für die gängigsten Combos. Er beschafft sich die Materialien aus dem Friedhof und befördert diese nach Beschwörung in die Banishzone. Dies ist optimal um Kristron-Einschlag mit diesem Vorgang zu kombinieren.
- Kristron Quan beschwört das Material für seinen Schnelleffekt von der Hand. Die Materialen landen dabei ganz normal im Friedhof.
Ergänzend dazu, möchte ich erwähnen, dass die Materialen nur bei Synchrobeschwörung während des gegnerischen Spielzuges an die jeweilige Stellen wie Banishzone, Friedhof oder im Deck gelangen.

In erster Linie kann jeder Nicht-Empfänger, ein Empfänger-Monster seiner Wahl aus dem Deck holen. Kristron Sulfefnirs Einfluss auf das Deck begründet sich nun in mehreren Punkten. Zuallererst ermöglicht die Karte das Abwerfen von „Kristron“-Karten um idealerweise die Friedhofseffekte der Nicht Empfänger-Monster oder der Fallenkarten nutzen zu können. Der Clou hinter seiner Beschwörung, ist die Möglichkeit ihn selbst zu Zerstören, um sich dadurch Zugriff auf einen beliebigen Nicht-Empfänger zu verschaffen, der wiederum ein „Kristron“-Empfänger Monster beschwören kann. Frei nach dem Motto: „Bau dir die Combo, wie Sie dir gefällt!“. Ich würde Kristron Sulfefnir mindestens zweimal spielen, viel wichtiger finde ich jedoch Karten wie Schrottrecycler, Mathematiker oder Törichtes Begräbnis als Comboeröffner, um ihn entweder zu suchen oder direkt in den Friedhof zu legen. Nichtsdestotrotz bietet sein Level u.a. auch Zugriff auf Cyber Drache Unendlichkeit oder Ultimaya Tzolkin, dessen Beschwörungen ich bei den Techkarten genauer debattiere.

Der Effekt von Kristron Quariongandrax kommt in einer brachialen Gestalt daher, die seines Gleichen sucht. Die Beschwörung gelingt über das sogenannte „Double Tuning“, sprich man benötigt mehrere Empfänger für die Beschwörungsbedingung. Die Gesamterscheinung des Artworks lässt demnach auf eine Vermischung von Kristron Sulfefnir, Kristron Rion und Kristron Quan hindeuten, welche zusammen sogar die Voraussetzung der Beschwörung darbieten. Bei erfolgreicher Beschwörung kann man demnach mindestens 3 Monster des Gegners vom Feld und/ oder Friedhof verbannen, was richtig stark ist. Wie alle anderen themeninternen Synchro-Monster teilt es den Effekt bei Zerstörung durch Kampf oder Karteneffekt ein Monster als Spezialbeschwörung beschwören zu können. In diesem Fall ist es jedenfalls ein Monster aus der Banishzone, egal ob aus deiner Banishzone oder aus der des Gegners. Nett oder?
Um das imposante Monster zu Beschwören sind nur zwei Karten nötig in diesem Deck. Die folgende Combo legt aber auch gut dar, wie genau man seine Spielzüge planen und kombinieren muss. Das Konstrukt kann bei der kleinsten „Interruption“ leider schon zusammenbrechen.
Wir starten also mit Schrottrecycler und Kristron Smiger in der Hand:
- Als erstes beschwören wir Schrottrecycler als Normalbeschwörung und nutzen seinen Effekt um Kristron Sulfefnir von Deck in den Friedhof zu legen.
- Danach aktivieren wir Kristron Sulfefnir´s Effekt, werfen Kristron Smiger ab und beschwören Kristron Sulfefnir als Spezialbeschwörung aus dem Friedhof.
- Bei erfolgreicher Beschwörung schießen wir ihn aufgrund seines Effekts selbst, um durch seinen zweiten Effekt bei Zerstörung durch Kampf- oder Karteneffekts, Kristron Prasiöte aus dem Deck zu beschwören.
- Kristron Prasiöte lassen wir sich nun auch selbst zerstören um Kristron Citree aus dem Deck als Spezialbeschwörung zu beschwören. Anschließend nutzen wir noch Kristron Smiger´s Effekt im Friedhof, verbannen ihn und suchen uns die Fallenkarten Kristron-Einschlag, welche wir dann auch verdeckt in die Zauber- und Fallenkartenzone setzen und in die Endphase übergehen.
- Während der gegnerischen Main- oder Battlephase sollte man nun Kristron Citree´s Effekt aktivieren um Kristron Prasiöte zu beschwören um per Schnelleffekt auf das themeninterne Synchro-Empfänger Monster Kristron Quandax zu gehen.

- Die Materialen Kristron Citree und Kristron Prasiöte werden bei der Beschwörung verbannt! Wichtig ist es schnell in diese Ausgangslage zu kommen. Kristron-Einschlag kann nun ein verbanntes „Kristron“-Monster beschwören.
- Hat man Trishula, Drache der Eisbarriere als Beschwörungsziel, wählt man den verbannten Kristron Prasiöte mit Kristron-Einschlag. Über Schrottrecycler, Kristron Prasiöte und Kristron Quandax´s Schnelleffekt kann man im Anschluss den besagten Trishula, Drache der Eisbarriere beschwören.
- Alternativ ist es möglich den verbannten Kristron Citree durch Kristron-Einschlag zu beschwören. Dadurch bietet sich durch Schrottrecycler und den zwei Empfängern Kirstron Citree und Kristron Quandax die Option auf Kristron Quariongandrax.
Ich hoffe es wurde deutlich, dass das Deck klassischer Weise anfangen möchte und darin liegt auch die große Stärke des Decks. Zusammen mit Karten wie Gerümpelkreuzung des Sternenlichts kann man sehr effektiv das Spielgeschehen des Gegners beeinträchtigen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit sehr mächtige Synchro-Monster zu beschwören. Dazu zähle ich z.B. die beiden Synchro-Monster Sternenstaubkrieger und Kristron Phoenix, der neben Kristron Quariongandrax zu den Boss-Monstern des Archetypes zählt.

Kristron Phoenix und Sternenstaubkrieger sind beide jeweils über die sogenannte „Accel Synchro Summon“ beschwörbar. Das heißt eben soviel, dass die Materialen für die Synchro-Beschwörung selbst aus Synchro-Monstern bestehen. Also beispielsweise, dass ein Synchro-Empfänger und ein Synchro-Nicht-Empfänger Monster für die Beschwörung gebraucht werden. Dadurch sind die Kristrons auch das erste Archetype, welches themenintern die „Accel Synchro Summon“, sowie das „Double Tuning“ unterbringt. Kristron Phoenix kann bei durchgeführter Beschwörung alle Zauber- und Fallenkarten des Gegners vom Feld und Friedhof verbannen. Bei dem aktuellen Trend von Zauber- und Fallenkarten mit Friedhofseffekten wie u.a. bei dem Metalfose-Archetype, ist der Effekt sehr wirksam.
Ansonsten zähle ich Schwarzer Rosendrache oder Schwarzer Rosen-Mondlichtdrache auch zu guten Optionen um Sie während des gegnerischen Spielzuges zu beschwören.
Die Spielmechanik kann bedauerlicherweise aber auch sehr leicht aus der Angel gehoben werden. In Zeiten, wo “Kaiju“-Monster einer großen Beliebtheit ausgesetzt sind, reicht das Tributieren des Empfänger-Monsters aus, um anschließende Interaktionen komplett zu unterbinden. Nicht ganz belanglos ist auch die fehlende Explosivität des Decks. Stellt euch vor im Lichtkegel eures Heckscheinwerfers taucht ein Lamborghini auf, den man im Schach halten muss, ihr habt dabei aber nur ein Mofa zur Verfügung. Die Kunst darin liegt nun darin dem gegnerischen Deck immer einen Schritt voraus zu sein. Jagt ihr nun aber mit dem Mofa den Lamborghini, ist das Szenario nahezu schmeichelhaft um das Ganze mal sehr überspitzt darzustellen. Wie dem auch sei, das führt dazu, dass man kaum eine andere Wahl hat als Anzufangen. Des Weiteren sollten die Unterbrechungen beim Gegner durch die Wahl eines Extradeck-Monsters gut überlegt sein, um das Maximum aus dem Deck herauszuholen. Der große Trumpf des Decks, ist immer noch der Zugriff auf gute Synchro-Monster, wird man jedoch selbst gestört geht das Deck schneller unter als einem lieb ist.
Sinnbildlich für das Problem ist die themeninterne Fallenkarte „Kristron-Einschlag“. Die Karte ist essentiell für die stärksten Combos, jedoch als Fallenkarte nich gerade beeindruckend in ihrer Schnelligkeit. Um diesem Dilemma etwas auf die Schliche zu kommen, lohnt es sich also Karten zu spielen, die es einem ermöglichen im eigenen Spielzug bereits auf das Extradeck zuzugreifen. Diesbezüglich, gehen wir aber später bei den Techkarten genauer drauf ein.
Letztlich bietet das Deck kaum effektive Durchschlagskraft aus dem Maindeck. Das stärkste Monster, was leicht als Normalbeschöwung beschworen werden kann, ist Kristron Rosenix mit Angriffswerten von 1800 ATK. Die Empfänger bringen es auf 500 ATK jeweils und ansonsten sind die restlichen Werte auch eher spärlich. Aus diesem Grund stützt sich das Archetype doch sehr auf das Extradeck.

Zuallererst werfen wir den Blick auf eine kleine Engine, bestehend aus Antriebsstadt und Antiker Antriebsingenieur. Beschwört man Kristron Sulfefnir, muss man eine offene Karte schießen, die man kontrolliert. Häufig ist es Sulfefnir selbst, aber in Verbindung mit Antriebsstadt kann die Beschwörung von Kristron Sulfefnir in Cyber Drache Unendlichkeit enden. Dabei hilft der Antiker Antriebsingenieur, der durch die Antriebsstand beschwörbar ist. Aber aufgepasst! Einem sollte klar sein, dass wenn die Antriebsstadt von einem anderen Nicht-Empfänger „Kristron“-Monster zerstört wird, das Extradeck für den Rest des Spielzuges nur auf das Beschwören von Synchro-Monstern des Typ Maschine greifbar ist. Effekt ist das Ganze also nur mit Kristron Sulfefnir.

Durch die Vielzahl an Level 3 Monstern, die man in diesem Deck spielt, ergibt sich die Option Schwarzflügel - Gofu der vage Schatten zu integrieren. Zusammen mit einem Level 3 Monster wie u.a. Schrottrecycler, kann man auf Psi-Hüllenlord Omega gehen. Dieser passt exzellent in das Deck um die verbannten Nicht-Empfänger Monster zurück in den Friedhof zu legen, damit man erneut Gebrauch derer Friedhofseffekte machen kann. Außerdem kann Schwarzflügel - Gofu der vage Schatten zwei „Vager-Schatten-Spielmarken“ beschwören, die man u.a. durch die „Kristron“-Monster schießen kann. Abschließend ermöglicht „Gofu“ auch den Zugriff auf Karten wie Ultimaya Tzolkin mit Hilfe von Kristron Sulfefnir.

Tiefseegraben aus einer anderen Dimension ist eine nette Ergänzung in dem Deck. Letztlich ist es eine 3-Karten Combo, falls man noch kein Setup auf dem Spielfeld oder im Friedhof hat, ansonsten benötigt man eben die besagte Karte und einen „Kristron“ Nicht-Empfänger. Der Trick ist es ein „Kristron“-Monster durch Tiefseegraben aus einer anderen Dimension zu verbannen und mit einem „Kristron“-Nicht-Empfänger kann man die permanente Zauberkarte nun zerstören, damit man das verbannte Monster nun als Spezialbeschwörung beschwören kann. Et Voilá!
Maindeck(40):
Monster(26):
2xKristron Sulfefnir
1xKristron Rosenix
3xKristron Thystvern
3xKristron Smiger
1xKristron Rion
2xKristron Prasiöte
3xKristron Citree
1xKristron Quan
3xSchrottrecycler
1xMathematiker
2x Schwarzflügel - Gofu der vage Schatten
1xSchnellziehsynchron
1xJet Synchron
2xMaxx „C“
Zauberkarten(7):
2xGerümpelkreuzung des Sternenlichts
1xRaigeki
1xSeelenlast
1xTörichtes Begräbnis
1xZwillings-Twister
1xEmporkömling Goblin
Fallenkarten(7):
3xKristron-Einschlag
1xKristron-Zugang
3xFeierlicher Schlag
Extradeck(15):
Xyz-Monster(2):
1xCyber Drache Nova
1xCyber Drache Unendlichkeit
Synchro-Monster(13):
1xUltimaya Tzolkin
1xSternenstaubkrieger
1xKristron Quariongandrax
1xKristron Phönix
1xTrishula, Drache der Eisbarriere
1xKristallflügel-Synchrodrache
1xPsi-Hüllenlord Omega
1xRoter Mondlicht-Rosendrache
1xMechanisches Inzektron
1xKristron Ametrix
1xSchnellsynchron
2xKristron Quandax
Schließlich ist es ein sehr interessantes Deck, was jedoch vielmehr durch die außergewöhnliche Spielmechanik heraussticht, als durch die eigentliche Spielstärke selbst. Im Hinblick auf die „Link-Beschwörung“, ist es sehr schade, dass vor allem die „Accel Synchro Summon“ sehr erschwert wird. Damit verliert das Deck den leichten Zugriff auf eines ihrer Boss-Monster Kristron Phönix. Andererseits könnte man argumentieren, dass die „Link-Beschwörung“ das langsamere Tempo der Kristrons begünstigt im Vergleich zu schnelleren Decks basierend auf das Extradeck. Aber vielmehr möchte ich da noch nicht rein interpretieren, dafür ist die Thematik viel zu jung. Letztlich appelliere ich an jeden Yu-Gi-Oh!-Spieler ihre Tin-Boxen voller Commons zu durchsuchen. Der Schrottrecycler liegt dort eventuell geziert von Spinnweben drin, damit tut ihr euch und den Kristron-Spielern einen großen Gefallen. Das war es mit diesem Artikel, diskutiert gerne im entsprechenden Diskussionsthread mit und ansonsten wünsche ich euch angenehme Tage bis zum nächsten Artikel!