Hallo alle zusammen! Statt eines Card Ratings kommt diese Woche mal wieder ein Artikel von mir. Ab morgen ist das neue Set „Duelist Saga“, sozusagen der geistige Nachfolger der bisherigen Premium Gold-Produkte, im Handel erhältlich und bringt neben zahlreichen Reprints in Ultra Rare auch ganze 42 neue Karten aus dem OCG mit sich. Über die besten und interessantesten davon möchte ich euch im Folgenden eine kleine Übersicht geben:

So lange hat man im TCG wohl lange nicht mehr darauf gewartet, dass eine Karte aus dem OCG endlich auch hier gedruckt wird. Nicht einmal die Züge wie Nummer 81: Superkanonen-Panzerzug Super Dora und Schwerlastzug Derrikran mit knapp 2 Jahren kommen daran.
Denn das „Duelist Pack: Kastle Siblings“ kam im Land der aufgehenden Sonne bereits Ende 2013 heraus, das ist jetzt fast dreieinhalb Jahre her! Oder, um es für Yugi-Spieler anschaulich zu erklären: Das war zu einer Zeit, als im TCG noch die Drachenherrscher auf 3 ihr Unwesen trieben. Und jetzt endlich kommen die exklusiven Karten aus diesem Produkt ins TCG.
Das klare Highlight ist dabei natürlich Voll Gepanzert – Kristallnull-Lanzenträger. Das Xyz-Monster verlangt zwar 3 Wasser-Monster der Stufe 6 als Material, jedoch lässt es sich auch beschwören, indem man ein Wasser-Xyz-Monster des Rangs 5 als Material verwendet. Denkt man nun an den bislang ziemlich irrelevanten Nummer 19: Frostadon, lässt sich ihr Material auch ganz einfach als „Zwei Monster der Stufe 5“ übersetzen, was die Dinge natürlich um einiges erleichtert und die Lanzenträgerin gewissermaßen zu einem generischen Rang-5-Xyz macht.
Dafür ist sie aber ziemlich stark. Sie erhält für jedes Xyz-Material, das unter ihr liegt, 500 ATK hinzu, was unter normalen Bedingungen (3 Materialien) bei der Beschwörung fette 3700 Angriffspunkte bedeutet. Außerdem besitzt sie, ähnlich wie beispielsweise Nummer 101: Lautlose Ehre ARK einen Effekt, mit dem man, wenn sie zerstört werden würde, stattdessen ein Xyz-Material abhängen kann. Zu guter Letzt kann sie auch noch durch Abhängen eines Materials die Effekte aller offenen Monster, die der Gegner kontrolliert, für den Rest des Spielzuges annullieren. „Leider“ ist dies kein Schnelleffekt, er kann also nur im eigenen Spielzug benutzt werden, was seine Stärke erheblich einschränkt, weil er so weitestgehend wirkungslos gegen die am weitesten verbreiteten Triggereffekte ist, jedoch lassen sich auf diese Weise gegnerische Schutzeffekte umgehen.
Im gleichen Atemzug erscheint mit Voll gepanzert – Schwarzstrahl-Lanzenträger ein weiteres gepanzertes Gegenstück eines bekannten Xyz-Monsters. Diesen kann man (neben den aufgedruckten Beschwörungsbedingungen) beschwören, indem man ein Wasser-Xyz-Monster des Rangs 3 als Material verwendet. Auch er erhält Angriffspunkte für jedes Xyz-Material hinzu (allerdings nur 200) und kann die eigene Zerstörung verhindern, indem man Xyz-Material abhängt. Außerdem hat er einen Effekt, mit dem man Zauber- und Fallenkarten zerstören kann.
Insgesamt nicht ganz so mächtig wie sein Rang-5-Gegenstück, aber, wie es ein eTCG-User wie ich finde ganz schön ausgedrückt hat: Er ist ein „nicht-brokenes, aber gutes Ziel für Bahamut-Hai“ (frei zitiert), insofern, als dass man mit dem genannten Bahamut-Hai ein beliebiges Xyz-Monster des Rangs 3 beschwören kann, um anschließend den gepanzerten Lanzenträger darauf zu legen. Zwar ist dieser bei weitem nicht so stark wie Krötelig umwerfend, aber er würde den Bahamut-Hai weiterhin attraktiv halten, sollte diese eines Tages verboten werden.
Auch zum Beschwören von Bahamut-Hai wird aus dem alten Duelist Pack einiges geboten. Sehr generisch ist die Karte Stiller Angler, den man einfach als Spezialbeschwörung von der Hand rufen kann, sofern man bereits ein Wasser-Monster kontrolliert. Insofern kann er aus jedem beliebigen Wasser-Monster der Stufe 4 einen Bahamut-Hai und damit Krötelig umwerfend machen.
Speziell für Fisch-Decks erscheint außerdem mit Doppelflossenhai ein Monster, das ähnlich funktioniert wie beispielsweise Coachsoldat Bellwolf und ebenfalls Xyz-Plays erleichtert. Außerdem kommt mit Säbelhai eine Art kleiner Sternzeichen-Kundler Kaus für Fisch-Monster, der das Beschwören von Wasser-Xyz-Monstern des Rangs 5 (und damit auch von der gepanzerten Lanzenträgerin) erleichtert.


Denn ähnlich wie Marvel mit seinen Superheldenfilmen um sich wirft, war Konami bzw. Shueisha zumindest seitdem 2005 in The Lost Millenium die ersten Elementarhelden heraus kamen, schon immer sehr großzügig mit neuem Support für ihre Helden.
Die jüngste Welle an Heldensupport kommt in Duelist Saga auf uns zu und diesmal ist sie sogar richtig gut!
Für das Competitive Play am wichtigsten ist hierbei wohl Visionsheld Vyon. Der erste Visionsheld für das Main Deck ist ein themenspezifischer Armageddonritter, dessen Effekt bei der Normal- oder Spezialbeschwörung aktiviert werden kann und ein beliebiges „Held“-Monster (also Elementarheld, Schicksalsheld oder Böser Held) vom Deck auf den Friedhof schicken kann, was praktisch ist, um Elementar-HELD Shadow Mist, Schicksals-HELD – Malicious oder Schicksals-HELD – Celestial dorthin zu befördern, wo man sie haben will. Sein zweiter Effekt erlaubt es außerdem, indem man ein Helden-Monster vom Friedhof aus dem Spiel entfernt (das man ja praktischerweise zuvor bei seiner Beschwörung direkt dorthin legen konnte), seiner Hand eine Polymerisation vom Deck hinzuzufügen. Zwar wird diese in den meisten turnierfähigen Hero-Decks nicht gespielt, Visionsheld Vyon könnte jedoch den entscheidenden Anreiz bieten, ebendies zu tun.
Ein weiteres gutes, neues Helden-Monster ist Elementar-HELD Aufrichtiger Neos. Dieser ist, wie sein Namensvetter Aufrichtig, eine Handtrap, die einem Monster im Spielzug eines beliebigen Spielers fette 2500 zusätzliche Angriffspunkte verschafft, was nicht nur dazu führt, dass man fast alles überrennen kann, sondern auch massiven Schaden verursachen kann, da man mit dem verstärkten Monster sogar direkt angreifen kann.
Die anderen beiden Karten, auf die ich in diesem Zusammenhang zu sprechen kommen möchte, sind Zauberkarten. Die erste, und mächtigere, von beiden ist Nachlass eines Helden, denn wenn eine Karte in ihrem Effekttext die Worte „Ziehe 3 Karten“ trägt, sollten bei jedem strategisch orientierten Yugioh-Spieler die Alarmglocken läuten. Nachlass eines Helden ist eine solche Karte, mehr noch, sie ist eine der ganz wenigen, legalen Karten, die nur mit ihrem eigenen Effekt ein +2 erwirtschaften können. Alles, was man dafür tun muss, ist, zwei Fusionsmonster, die ein „Held“-Monster als Material auflisten, vom Friedhof zurück ins Extra Deck zu legen, was durchaus realistische Bedingungen sind. Zwar ist die Karte in turnierfähigen Helden-Decks aufgrund des mangels an Fusionsbeschwörungen eher unbrauchbar, zumal Maskierte Helden wie Maskierter HELD Dunkles Gesetz keine gültigen Ziele sind, jedoch könnte sie eine extrem mächtige Karte in Helden-Decks sein, die sich mehr auf die Wurzel des Themas berufen, nämlich der Fusionsbeschwörung.
Die letzte neue Helden-Karten, die ich noch erwähnen will, ist Wolkenkratzer-Schuss. Für diese benötigt man ein Elementarhelden-Fusionsmonster auf dem Feld und kann dann alle gegnerischen Monster mit höheren ATK als das gewählte Fusionsmonster zerstören und dem Gegner außerdem Schaden in Höhe der höchsten Grund-ATK unter den zerstörten Monstern zufügen. Hierfür empfehlen sich natürlich Fusionsmonster mit niedrigen Angriffswerten, wie beispielsweise Elementar-HELD Mariner, der praktischerweise auch das einzige Elementarhelden-Fusionsmonster darstellt, das mit Instantfusion beschworen werden kann. Durch diesen Umstand braucht man, um Wolkenkratzer-Schuss zu aktivieren, nicht einmal unbedingt ein Helden-Deck zu spielen. Man kann die Karte auch einfach mit Instantfusion kombinieren.

Obwohl, eigentlich waren sie ja nie da. Denn die drei Heiligen Bestien, die Rede ist von Hamon, Herr des tosenden Donners, Raviel, Herr der Phantome und Uria, Herr der reißenden Flammen, die Verschnitte der ägyptischen Götterkarten aus der ersten GX-Staffel, waren schon immer spektakulär unspielbar. Bis jetzt! Denn nun erscheinen mit Dunkle Beschwörungsbestie und Gefallenes Paradies zwei geradezu lächerlich starke Supportkarten, die im GX-Anime deutlich später zu sehen waren.
Dunkle Beschwörungsbestie übernimmt die einfache Beschwörung der Bestie. Indem man sie einfach als Tribut anbietet, kann man einen der drei Kollegen unter Missachtung der Beschwörungsbedingungen als Spezialbeschwörung von der Hand oder vom Deck beschwören. Einfach so. Zwar kann man danach nicht mehr angreifen, aber sonst kommt die Karte mit keinerlei weiteren Kosten oder Bedingungen daher. Der Harken ist, dass Dunkle Beschwörungsbestie ein Monster der Stufe 5 ist, man sich also erst einmal etwas überlegen muss, um sie auf das Feld zu bekommen. Jedoch besitzt sie keinerlei weitere Beschwörungsbedingungen, deshalb sollte das nicht allzu schwer werden. Man könnte z.B. Sturmkraft der Monarchen, Seelenaustausch (man hat, nachdem man den Effekt der Beschwörungsbestie genutzt hat, ja eh keine Battle Phase mehr) oder die neu aufgelegte Gehirnkontrolle nutzen, um gegnerische Monster als Tribut verwenden zu können, ihn mithilfe von Düsterer Yorishiro (der auch im Friedhof die ATK von Uria heben kann) oder Übermut der Gnome (die auch eine nette Anti-Karte gegen Xyz-Decks und durch den Friedhofseffekt zweimal verwendbar ist) ohne Tribut als Normalbeschwörung beschwören oder sie einfach als Spezialbeschwörung beschwören, beispielsweise durch Mystische Tomate, per Pendelbeschwörung oder indem man es mit Armageddonritter in den Friedhof legt und dann mit [Ruf der Gejagten von dort beschwört.
Doch auch, wenn die Beschwörung der Bestien auf diese Weise massiv erleichtert wird, ändert das nicht viel an ihrer geringen Spielstärke. Die einzige mit einem guten Effekt ist Uria, Herr der reißenden Flammen, der aber auch 0 ATK besitzt, sofern man keine permanenten Fallenkarten im Friedhof hat. Hamon und Raviel hingegen können nicht viel, außer 4000 ATK haben.
Genau dort setzt die zweite neue Karte, Gefallenes Paradies, an. Durch deren Effekt können die drei genannten Monster sowie deren Fusion, Armityle, das Chaosphantom zunächst einmal nicht mehr als Ziel für gegnerische Karteneffekte gewählt oder von diesen zerstört werden, was nahe an Unverwundbarkeit grenzt. Denn Removals, die weder zielen noch zerstören, sind recht selten. Dazu würden unter anderem Raumzeit-Fallgrube oder Stürmische Spiegelkraft zählen. Leider aber auch Kaijus, die sich seit ihrem Erscheinen als nahezu unfehlbares Omni-Out gegen die immer besser geschützten Bossmonster immer mehr etabliert haben, sich aktuell sehr großer Beliebtheit erfreuen und gegen die man eigentlich nichts machen kann, außer vielleicht Maske der Beschränkung im Main Deck zu spielen. Und auch die Zerstörung im Kampf durch Nummer S39: Utopia der Blitz oder eine Karte wie Aufrichtig ist weiterhin möglich.
Doch hätte man bis hierher auch Hügel des gebundenen Schöpfers spielen können. Wirklich mächtig wird der Feldzauber erst durch den zweiten Effekt. Mit diesem kann man nämlich, wenn man eine der drei heiligen Bestien kontrolliert, einmal pro Spielzug zwei Karten ziehen. Einfach so. Ohne weitere Kosten oder Bedingungen, außer, dass man sein gefallenes Paradies nicht durch eine weitere Kopie ersetzen und den Effekt erneut nutzen kann. Selbst den normalen Zug zu Beginn der Draw Phase behält man. Topf der Gier, der zurecht verboten ist und von vielen als beste Yugioh-Karte aller Zeiten bezeichnet wird, macht genau das gleiche. Zwar besitzt Gefallenes Paradies die Einschränkung, dass man eines dieser nicht leicht zu beschwörenden Monster kontrollieren muss, solange diese erfüllt ist, ist sie aber jede Runde aufs Neue ein besserer Topf der Gier. Und allein dafür lohnt es sich auf jeden Fall, eines dieser Monster, das ja durch ebendiesen Feldzauber auch ein sehr schwer zu entsorgender Beatstick mit (meist) 4000 ATK ist, auf dem Feld zu halten.
Insgesamt ist es unwahrscheinlich, dass die heiligen Bestien dadurch auf einmal das komplette Metagame auf den Kopf werfen, aber ein nettes Fundeck könnten sie allemal werden.


Sogar generischen Support für zwei Monstertypen kann man in Duelist Saga finden. Zombie-Decks bekommen Gozuki zur Seite gestellt, den Bruder ihres Lieblingsmonsters Mezuki. Sein Effekt bewirkt, dass man einmal pro Spielzug ein Zombie-Monster vom Deck auf den Friedhof schicken kann. Und da Zombie-Decks bekanntermaßen ihre Monster gerne im Friedhof sehen, kommt dieser Effekt sehr gelegen. Dadurch stellt er gewissermaßen eine Alternative zu Zombies des Gleichklangs dar, deren Milleffekt den Nachteil besitzt, dass der Psi-Hüllenlord Omega (oder halt irgendein anderes Nicht-Zombie-Monster), den man anschließend beschwört, nicht mehr angreifen kann, der dafür aber den Vorteil hat, ein Empfänger zu sein.
Gozuki besitzt auch einen weiteren Effekt. Mit diesem kann man, wenn er auf den Friedhof gelegt wird, ein anderes Zombie-Monster von dort aus dem Spiel entfernen, um ein weiteres als Spezialbeschwörung von der Hand zu beschwören. Auch dieser Effekt ist praktisch, zumal man damit auch die Effekte von Shiranui-Monstern im Freidhof triggern kann, indem man sie verbannt, sollte insgesamt jedoch weniger ins Gewicht fallen.
Zusätzlich dazu wird mit Brudonner die Donner-Familie vervollständigt. Dieser ist dabei nichts Geringeres als ein Elementar-HELD Stratos, mit dessen Effekt ein beliebiges Donner-Monster der Stufe 4 vom Deck gesucht werden kann. So wird nicht nur der Anti-Meta-Klassiker Donnerkönig Rai-Oh endlich suchbar, sondern auch Denko Sekka, die eine der mächtigsten Anti-Karten gegen das aktuell gefährliche Paleozoic-Deck darstellt. Leider benötigt Brudonner dafür die Normalbeschwörung, was der ironischerweise ohnehin schon problematischen Langsamkeit aller Donner-Decks und -Karten auch keine Abhilfe verschafft. Auch ist sein Angriffswert mit mageren 900 Punkten sehr schwach, weshalb man ihn möglichst nicht unbeaufsichtigt liegen lassen sollte.
Der Vergleich mit Stratos hinkt also etwas, aber trotzdem ist er schöner Support für einen der am schwächsten unterstützten Monstertypen überhaupt.

Auch die Harpyien bekommen im neuen Set enorm guten Support. Harpyien-Federsturm heißt die gute und auch, wenn der letzte Effekt, mit dem man Harpyien-Flederwisch suchen kann, aufgrund des fortwährenden Verbots dieser Karte im TCG wegfällt, bleibt es eine extrem mächtige Fallenkarte, mit der man sämtliche Monstereffekte, die der Gegner in einem Spielzug aktivieren würde, annullieren kann. Somit ist sie vergleichbar mit einem zeitlich begrenzten Kräfte Rauben, das einen nicht selbst beeinträchtigt. Kräfte Rauben ist als eines der stärksten Floodgates im Spiel zu Recht limitiert, weil sich das Metagame seit Jahren immer mehr zu Monstereffekt hin entwickelt und man damit einen Spieler, der kein Out hat, komplett vom Spiel ausschließen kann. So auch Harpyien-Federsturm. Dieser wirkt zwar nur einen Zug, was jedoch bei der aktuellen Geschwindigkeit des Spiels gut und gerne ein Drittel bis ein Viertel des Duells bedeutet und sehr entscheidend sein kann. Und der Verzicht auf sämtliche Monstereffekte bedeutet fast immer einen verlorenen Zug. Außerdem fällt der einzige Nachteil, den Kräfte Rauben bietet, die Beeinträchtigung der eigenen Monster, bei Harpyien-Federsturm auch weg.
Aktivieren kann man die Falle einfach, wenn man ein Wind-Monster vom Typ Geflügeltes Ungeheuer kontrolliert. Wenn meine eine Harpyie kontrolliert, sogar von der Hand! Eine Handtrap im wahrsten Sinne des Wortes also, mit allen Vorteilen, die eine solche gegenüber konventioneller Backrow besitzt. Darüber hinaus ist sie mit Hysterisches Zeichen sogar suchbar. Insgesamt also hochkarätiger Support für ein älteres Deck, wie man ihn nur selten zu Gesicht bekommt!

…Die Rede ist hierbei von Nummer 70: Übelwollende Sünde, einem neuen, generischen Xyz-Monster des Rangs 4 und gewissermaßen eine bessere Version von Castel, der Himmelssprenger-Musketier. Im Vergleich zu diesem hat sie 400 ATK mehr und verlangt zum Aktivieren ihres Effekts nur das Abhängen eines Xyz-Materials, weshalb er theoretisch zweimal eingesetzt werden kann. Außerdem hat sie noch einen weiteren Effekt, mit dem sie ATK hinzu gewinnen und ihren Rang erhöhen kann. Der „Haupteffekt“ besteht jedenfalls darin, ein gegnerisches Monster bis zu dessen nächster Standby Phase aus dem Siel entfernen und somit freie Bahn für Angriffe zu schaffen. Der große Nachteil gegenüber Castel ist dabei, dass der Gegner sein Monster für seinen eigenen Spielzug zurück bekommt. Welches Monster man letztendlich bevorzugt, bleibt also jedem selbst überlassen. Die Beschwörungsbedingungen sind jedenfalls gleich: Zwei Monster der Stufe 4 genügen, um eines von ihnen zu Beschwören.


Für alle, die in den letzten Monaten vor der Link-Apokalypse noch einmal schönen Synchrospam betreiben wollen, hat Duelist Saga auch ein paar nette Karten zu bieten. Da wäre z.B. der neue Synchroempfänger Himmlischer Doppelstern-Schamane, der bei seiner Synchrobeschwörung beliebig viele Nichtempfänger der Stufe 2 (also bis zu 4, wobei 2 zum Ausrasten vollkommen reichen sollten) als Spezialbeschwörung von der Hand oder, was entscheidender ist, vom Friedhof als Spezialbeschwörung beschwören kann, deren Effekte annulliert werden. Mögliche Ziele in Synchrospam-Decks sind z.B. Stachelschrauben-Igel oder Doppelkrieger.
…Oder Klarer Effektor. Dieser kommt ebenfalls neu heraus und lässt einen, wenn er als Synchromaterial verwendet wird, eine Karte ziehen. Außerdem kann das Synchromonster, das mit ihm als Material beschworen wird, nicht durch Karteneffekte zerstört werden. Leider ist er vom Typ Hexer, weshalb er nicht durch Straßenkrieger beschworen werden kann.
Zusätzlich erscheint noch eine Zauberkarte, die ich persönlich auch für recht praktisch in Synchrospam-Decks halte. Totensynchro erlaubt es durch das Verbannen von passenden Materialien vom Friedhof ein „Sternenstaub“-Synchromonster als Synchrobeschwörung zu beschwören (In Frage kommen hier vor allem Sternenstaub-Angriffskrieger und natürlich Sternenstaudrache). Dieses bekommt zwar ebenfalls seine Effekte annulliert, jedoch ist es wunderbar dazu geeignet, um weiterverarbeitet zu werden, z.B. um Sternschnuppen-Drache, Quasarschnuppen-Drache, Kristallflügel-Synchrodrache, Ultimaya Tzolkin oder Sternenstaubdrache/Angriffsmodus zu beschwören.

Zum Abschluss der Neuerscheinungen möchte ich noch auf ein paar Karten hinweisen, die zwar spielerisch wenig relevant sein sollten, aber vielleicht für Sammler und Anime-Fans interessant sind.
So erscheint beispielsweise mit Diabound Kernel eine ikonische Karte von Yami Bakura endlich in Wirklichkeit. Außerdem erscheint mit Gemeinsame Wünsche die Karte, mit der Yusei in Yu-Gi-Oh! 5D’s den finalen Antagonisten, Z-ONE, besiegt hat. Und auch Kosmischer Blazardrache ist mit von der Partie, sein mysteriöses ,Bossmonster, das er nie beschworen hat und dessen Effekt bislang unbekannt war. Jedoch muss ich als 5D’s-Fan sagen, dass ich von dessen realen Druck enttäuscht war. Zwar ist er durchaus spielstark, jedoch stellt er nichts als eine nahezu identische Kopie von Quasarschnuppen-Drache dar, dem Monster, das er im Anime stattdessen beschworen hat, und ist in Level, ATK und Beschwörungsbedingungen genau gleich. Ich hatte beispielsweise auf Stufe 11 und/oder leicht unterschiedliche Beschwörungsbedingungen gehofft, sodass in Synchrospam-Decks Platz für beide gewesen wäre. Immerhin: Er ist vom Attribut Wind und könnte daher, sobald ein Empfänger-Synchromonster vom Attribut Wind heraus kommt, für das Speedroid-Deck interessant werden.
Für Fans von Yu-Gi-Oh! ZEXAL gibt es neuen Utopia-Support in Form von Lichtschwingenschild (dem Namen seines Effekts) und Halfway to Forever (bewusst englisch gelassen), die nach dem zweiten englischen Opening-Song der Serie benannt ist.
Außerdem kommt mit Entertainment-Duell eine sehr spaßige Karte heraus, die einen Spieler immer dann zwei Karten ziehen lässt, wenn er eine von fünf komplizierten Bedingungen erfüllt, und die auf den Duell-Stil des Arc-V-Protagonisten Yuya Sakaki anspielt.
Auch sozusagen neu sind einige Karten, die in Duelist Saga ein Erratum (= eine nachträgliche, abschwächende Änderung des Effekts) erhalten haben und nach der neuesten Liste der verbotenen und limitierten Karten mit neuem Effekttext wieder erlaubt sind.
Am nach wie vor spielstärksten dürfte wohl Kaiserlicher Befehl sein. Das Floodgate annulliert die Effekte sämtlicher Zauberkarten und ist daher ähnlich mächtig wie Naturia-Ungeheuer. Die Änderung des Effekts besteht zum Einen darin, dass nun in der Standby Phase jedes Spielers 700 LP bezahlt werden müssen, um die Karte auf dem Feld zu halten, nicht nur in der eigenen, was unterm Strich doppelte Kosten bedeutet. Viel wichtiger ist jedoch, was meiner Meinung nach oft verkannt wird, dass das Zahlen der Kosten ab sofort nicht-optional ist, man also die LP bezahlen muss, sofern man noch genug hat. Früher hatte man die Wahl, nicht zu bezahlen und die Karte dadurch absichtlich aufzugeben, was nun nicht mehr möglich ist. Dadurch kann sie natürlich zum Einen zur Kostenfalle werden, entscheidender ist aber, dass sie nach der Aktivierung auf jeden Fall auch einen selbst beeinträchtigen wird, während man sie früher einfach durch Verweigern der Kosten loswerden konnte, wenn sie einem nicht mehr ins eigene Spiel passt.
Dennoch bleibt sie ein extrem mächtiges Floodgate, das wie schon Unterdrückungsherrschaft und Leere der Eitelkeit den Spieler unfair begünstigt, dessen Deck besser mit der Einschränkung umgehen kann oder einfach denjenigen, der bereits die Gelegenheit hatte, sein Feld aufzubauen.
Zukunftsfusion kommt ebenfalls mit einer, wie ich finde, sehr sinnvollen Effektänderung zurück. Alles, was sich ändert, ist, dass das Senden der Materialien auf den Friedhof erst in der auf die Aktivierung folgenden, eigenen Standby Phase erfolgt. Das Beschwören des Fusionsmonsters bleibt uneingeschränkt, denn darum ging es bei Zukunftsfusion im Competitive Play auch nie. Was sich ändert, ist, dass der Gegner nun eine ganze eigene Main Phase Zeit hat, Zukunftsfusion zu entsorgen, bevor sein Gegner das Power Play entfesselt und beispielsweise fünf Drachen-Monster auf den Friedhof schicken kann. Gleichzeitig zur leichteren Entsorgbarkeit werden dabei auch die Möglichkeiten als Kombostarter verlangsamt.
Gehirnkontrolle wurde so abgeändert, dass man nur Monster auswählen kann, die als Normalbeschwörung beschworen werden können, was sämtliche Fusions-, Synchro-, und Xyz-Monster schon einmal ausschließt und die Karte so deutlich weniger flexibel macht. Brionac, Drache der Eisbarriere kehrt unterdessen fast in alter Stärke zurück, lediglich eine Klausel, wonach der Effekt nur noch einmal pro Spielzug aktiviert werden kann (es können bei diesem einen Mal jedoch immer noch beliebig viele Karten abgeworfen und zurückgegeben werden), wurde hinzugefügt. Das verhindert beispielsweise, dass der Effekt mit nachgezogenen (oder –gesuchten) Karten erneut durchgeführt wird, und schränkt insbesondere seine Nutzbarkeit in unfairen Loops ein.
Ebenfalls eine Einschränkung, dass man den Effekt von Karten mit ihrem Effekt nur einmal benutzen kann, hat Rettungskatze bekommen, die außerdem so variiert wurde, dass die Effekte der Monster, die sie beschwört, annulliert werden, was wohl in erster Linie dreiste Spielereien mit Einblum, mystisches Ungeheuer des Waldes verhindern soll. Dennoch stellt sie immer noch guten Support für X-Säbel oder Waschbärbaby-Decks dar oder einfach eine Möglichkeit, ein Synchromonster der Stufe 6 oder niedriger oder ein Xyz-Monster des Rangs 3 oder niedriger aus einer einzigen Karte zu beschwören, was auch starke Monster wie Naturia-Ungeheuer, Naturia-Barkion oder Seele des Silberbergs mit einschließt.
Auch ein Erratum bekommen, wenngleich die Karte durchgehend legal war, hat mit Duelist Saga Tal der Toten, wodurch dieses jetzt auch Karten mit einschließt, die sich selbst vom Friedhof an einen anderen Platz bewegen. Das macht sie zum derzeit heißesten Tipp als Anti-Karte gegen das nach der neuen Banlist möglicherweise sehr starke Paleozoic-Deck.
Jedoch kommt zu den neuen Errata wahrscheinlich noch ein detaillierterer Artikel von einem anderen Autor, deshalb soll das jetzt dazu erst einmal genügen.
Da sich dieser Artikel in erster Linie mit den neuen Karten beschäftigen soll (was ich, wenn ich ehrlich sein soll, auch spannender finde), soll das jetzt nur noch kurz angerissen werden.
Denn neben neuen Karten gibt es auch eine ganze Reihe Reprints im neuen Set. Am begehrtesten dürfte dabei wohl M-X-Säbel-Beschwörer sein, der seit seinem Release tatsächlich nie neu gedruckt wurde und deshalb und wegen seiner Spielstärke im Zoodiac-Deck zuletzt sehr hohe Preise erzielte.
Aber auch der Reprint von Evolzar Laggia kommt angesichts des anstehenden Dino-Structure Decks gelegen.
Hinzu kommen zu den neuen Karten passende Reprints wie Mezuki oder die heiligen drei Bestien, Kartenklassiker wie Blauäugiger weißer Drache oder Trishula, Drache der Eisbarriere, nostalgische Karten aus längst vergangenen Meta-Ären wie D.D. Kriegerin, Schädelsuchender Ritter und Tsukuyomi und beliebte Karten wie Fremdenführerin aus der Unterwelt, Fortgeschrittene Ritualkunst oder eben das begehrte Tal der Toten, die endlich im beliebten Ultra Rare heraus kommen.
So, das war’s erstmal wieder. Es ist gut möglich, dass ich manchmal falsche deutsche Kartennamen verwendet habe. Ich hatte Schwierigkeiten, deutsche Namen der neuen Karten im Internet zu finden, deswegen habe ich oft frei übersetzt. Unabhängig davon vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen. Was sind eure Favoriten aus Duelist Saga? Seid ihr mit dem Produkt zufrieden? Welche der Karten werdet ihr ausprobieren? Lasst eure Meinung gerne im Diskussionsthread. Ansonsten bis zum nächsten Mal!
- Leseleff -