- Platz 10: Der Retter des nördlichen Wasserstamms
- Platz 9: Redox-Reaktionen
- Platz 8: Kaleidoskop für alle!
- Platz 7: Neue Werkzeuge
- Platz 6: Epic Gamer Moment
- Platz 5: Kontakt gesucht?
- Platz 4: Nibirus kleine Schwester
- Platz 3: Noch eine von den Roten
- Platz 2: Eine Menge Tränen zu vergießen
- Platz 1: New Season in the Abyss
- Dishonorable Mention:
- Honorable Mentions:
- Competitive Mentions:
- Schlusswort:
Platz 10: Der Retter des nördlichen Wasserstamms

Meine Top 10s fangen gefühlt immer auf eine von zwei Weisen an: Mit der Alibi-Fallenkarte oder der Alibi-TCG-exclusive. Da das hier keine Fallenkarte ist, könnt ihr euch ja denken, was es sonst ist. Wobei, to be fair, die TCG-onlys sind dieses Mal eigentlich ziemlich solide. Und spoiler, zumindest aus den OCG-Importen wird noch Ranking-Material hervorgehen. Nur ist das neue Ghoti-Thema eben leider nicht viel mehr als den zehnten Platz wert. Denn oh boy: Konami hat mit dem Ghoti-Themendeck meinen Geschmack getroffen. Ich liebe ja alle Arten von Tiefsee-Monstern, wegen ihnen habe ich sogar angefangen, Biologie zu studieren. Und endlich haben wir ein angemessenes Tiefsee-Thema, noch dazu eines, das auf Synchros setzt! Ihre Strategie ist, allerhand Zeug zu verbannen und im gegnerischen Zug die Synchromonster zu beschwören, um den vollen Nutzen aus ihren Effekten zu bekommen. Das Bossmonster ist dabei mein Platz 4: Ghoti aus dem tiefen Jenseits. Dieses Synchromonster der Stufe 10 kann, wenn es im Zug des Gegners als Synchrobeschwörung beschworen wird, sämtliche Karten auf dem Feld aus dem Spiel entfernen. Leider verlangt er dafür Fisch-Empfänger-Monster. De facto eigentlich sogar seine themeneigenen Empfänger Paces, Licht des Ghoti oder Shif, Fee des Ghoti, denn nur die können ihn zur effektiven Nutzung seines Effekts im gegnerischen Zug beschwören. Das Problem: Sie sind Stufe 2, man braucht also entweder drei Materialien oder eine Stufe-8-Monster. Aber immerhin harmoniert das Deck mit [y]Superantiker Tiefseekönig Coelacanth, der das Feld leicht mit Materialien fluten kann.
Und dann ist da noch die Tatsache, dass Rötlicher Rosendrache existiert und man sich streiten kann, welches Monster jetzt besser ist. Der Drache kann selbst auf dem Feld bleiben und über Kristron Halqifibrax into Gartenrosenflora beschworen werden, dafür zerstört er das Feld „nur“. Und Ghoti aus dem tiefen Jenseits bleibt auch nicht für immer fort. In der nächsten Standby Phase kehrt er zurück, und wenn ihr ihn richtig getimt hat, braucht man ihn auch nicht früher. Außerdem kriegt er 500 ATK für jedes verbannte Monster, was potenziell astronomisch hohe ATK bedeutet.
Platz 9: Redox-Reaktionen

Das neue Vernusylph-Thema soll glaube ich für das Erd-Attribut das sein, was die Icejades für Wasser sein sollten: Eine Reihe von Karten, die neben ihrer Funktion als Support für ein ganzes Attribut auch für sich genommen ein spielbares Themendeck darstellen. Nur dass die Vernuslyphs im Gegensatz zu den Icejades ihren Job tatsächlich gut machen. Schließlich haben sie relativ offensichtlich bei dem wohl besten Erde-Support abgeschrieben, den es je gegeben hat: Redox, Drachenherrscher der Felsen. Wie dieser können alle Monster sich selbst und ein anderes Monster abwerfen, um ein Monster vom Friedhof zu beschwören. Außerdem haben sie noch alle einen individuellen Effekt, der sich aktiviert, bevor die Beschwörung stattfindet, und der meist die Synergie mit den restlichen Themen-Karten herstellt. Soweit ich das verstehe, müsste hierbei auch das gleiche Ruling wie bei Redox greifen, wonach man zur Aktivierung ein legitimes Ziel im Friedhof braucht, danach aber auch eine der beiden abgeworfenen Karten selbst beschwören kann. Aber sie sind auf andere Weise schwerer eingeschränkt, denn sie können nur Erde-Monster beschwören und außerdem, was viel entscheidender ist, beschränken sie dich für den Rest des Zuges auf die Effekte von Erde-Monstern. Das macht sie zu reinem Erde-Support, der sich aber sehr gut in allem techen lässt, was die Beschränkung ertragen kann. Z.B. Adamancipators, Madolche, Traptrix, Züge bzw. Earth Machines. Oder Apparate! Hach, das waren noch Zeiten.
Ich habe mich übrigens für Vernusylph of the Thawning Mountains als Themen-Vetreter entschieden, weil der schlicht den generischsten Bonus-Effekt hat und sich daher am einfachsten irgendwo techen lässt. Er lässt dich nämlich einfach eine Karte ziehen, was an die Danger!-Monster erinnert und was schon immer der Gold-Standard für einen guten Effekt in Yu-Gi-Oh! war. Außerdem kann er zweimal angreifen, falls irgendjemand fragen sollte.
Platz 8: Kaleidoskop für alle!

Das erste T0-Deck, das ich so wirklich mitbekommen habe, waren die Nekroz, die damals das unmögliche geschafft haben und Ritual-Monster spielbar gemacht haben. Einer der Gründe dafür war Nekroz-Kaleidoskop into Nekroz vom Einhorn, ein damals ziemlich mächtiges (und auch heute noch ziemlich okayes) Play, bei dem man nicht nur besagtes Einhorn mit seinem respektablen Floodgate-Effekt beschwor, sondern auch Herold des Bogenlichts für ein weiteres Mal Suchen vom Extra Deck auf den Friedhof legen konnte. Und nun, dank Emperor Tanuki’s Critter Count, ist Nekroz-Kaleidoskop quasi für jedes beliebige Ritual-Deck verfügbar. Okay, nicht in Form einer praktischen Ritualzauberkarte, sondern eines random-Packfillers, den man erst einmal beschwören muss, der aber dank Einer für einen und Piri-Reis-Karte immerhin gut verfügbar ist. Die beste Verwendung ist auch hier das Beschwören eines Stufe-4-Rituals mit Herold des Bogenlichts oder Ältestes Wesen N’tss als Material. Leider ist und bleibt das beste Ziel dafür Nekroz vom Einhorn und na ja… dafür braucht man keinen random Packfiller ohne Angriffspunkte. Aber es gibt auch noch das Megalith-Deck, schätze ich. Außerdem könnte man auch höherstufige Ritualmonster beschwören und nur einen Teil des Materials durch eines der beiden Monster ersetzen. Oder halt einfach irgendein Monster vom Extra Deck, das der Stufe des Ritualmonsters entspricht, auch wenn es dann kein Plus erzeugt. Z.B. gibt es nun eine weitere Kosteneffiziente Möglichkeit, Herold der Endgültigkeit zu beschwören. Im schlimmsten Fall ist unser Tanuki-König also eine Art Fortgeschrittene Ritualkunst, die uns das Material für unsere Ritualbeschwörung „schenkt“. Könnte besser sein, könnte schlechter sein, ist aber einfach eine ziemlich sympathische Karte.
Platz 7: Neue Werkzeuge

Platz 8 stammt aus einer Welle von vor erst seit recht kurzem aus dem OCG bekannten Karten, deren Import mich persönlich auch sehr überrascht hat. Die neuen Morphtronisch/Leo-Karten, wobei ich mich zunächst einmal mit Werkzeug-Tapferdrache beschäftigen möchte, der wie schon seine ursprüngliche Form Werkzeugdrache eigentlich nicht viel mit dem durch den Anime assoziierten Thema zu tun hat. Und ebenso wie dieser schreit das Retrain geradezu danach, abused zu werden. Denn nicht nur hat er komplett generische Materialien, mit seinem Effekt kann man ihn mal eben mit bis zu drei Ausrüstungszaubern von Deck oder Friedhof ausrüsten. Auf Anhieb fallen mir dazu gleich vier „spaßige“ Nutzungsmöglichkeiten ein. Erstens: Man geht einfach auf maximalen Damage mit Karten wie Megawandler, Kraft der Magie, Zweischneidiges Schwert, „Flammedle Waffen - Hauteclere“ und Ceal, Sternschnuppenbogen. Zweitens: Man zieht ein paar Karten mit einer Bambusschwert-Engine. Dafür rüstet man ihn mit Zerbrochenes Bambusschwert und Verfluchtes Bambusschwert aus, anschließend benutzt man seinen Effekt, um das verfluchte Schwert auf den Friedhof zu schicken, sodass es Goldenes Bambusschwert sucht. Drittens: Man benutzt Supermagisches Schwert von Raptinus für eine zusätzliche Normalbeschwörung in der Battle Phase. Viertens: Man benutzt Zweischneidiges Schwert, um Wirbelsturm-Inferno zu triggern. Und außerdem ist Werkzeug-Tapferdrache natürlich auch noch eine Interruption, denn sein zweiter Effekt ist ein Quick Effect. Damit kann man eine der ausgerüsteten Karten auf den Friedhof schicken, um den Effekt eines Monsters zu annullieren. Dies harmoniert besonders gut mit seiner designierten Lieblingsausrüstung Extremes Leben, mit der man wahlweise seine Kampfposition ändern kann, um eine Karte auf dem Feld zu zerstören. Außerdem kann man, wenn sie selbst auf den Friedhof geschickt wird, den Werkzeug-Tapferdrache als Tribut anbieten, um Lebensstrom-Drache zu beschwören. Warum auch immer man das tun wollen sollte.
Das größte Manko ist das gleiche wie bei Isolde, Heldin zweier Edler Rittergeschichten: Man muss Ausrüstungszauber spielen. (Igitt!) Aber hierbei hilft immerhin die Möglichkeit, auch Karten vom Friedhof zu nehmen, sodass man sie ruhigen Gewissens zunächst mit Isolde dorthin schicken kann.
Platz 6: Epic Gamer Moment

Passenderweise haben wir als nächstes gleich die Karten, mit denen der neue Power Tool Dragon harmonieren soll, auch wenn er es nicht wirklich tut. Ebenfalls aus dem OCG importiert bekommen Morphtronics neuen Support, und der kann sich sogar richtig sehen lassen! Also, nach Morphtronic-Maßstäben. Ich habe einen weichen Platz in meinem Herzen für dieses Deck, denn nicht nur ist es eines der OG-5D’s-Anime-Themen, für ein so albernes Deck kann es auch krass eskalieren. „Adamancipators in schlecht“ war vor kurzem im Forum zu lesen, und das trifft den Nagel brillant auf den Kopf. Kaum ein anderes Deck ist dermaßen Hit or Miss; entweder man macht gar nichts, oder man beschwört Quasarschnuppen-Drache, Roter Nova-Drache und Naturia-Ungheuer in einem Zug. Die (für das Thema) beste neue Karte ist dabei gar kein Morphtronic-Monster, sondern Apparatespieler. Der ist so ne Art Elementar-HELD Stratos und Einzelfeuer-Blüte gleichzeitig und kann bei seiner Beschwörung ein Maschine-Monster der Stufe 1 suchen. In 90% der Fälle dürfte das der Dreh- und Angelpunkt des Decks, Morphtronisches Celfon sein, das man anschließend von der Hand beschwören kann, indem man Gamer für seinen zweiten Effekt als Tribut anbietet. Schnell und konstant an Celfon zu kommen, am besten in Kombination mit Maschinen-Duplizierung ist die größte Schwachstelle des Decks, für die Apparatespieler grandios Abhilfe schafft. Klar, das ganze scheitert immer noch an jeder Handtrap, aber hey, es sind immerhin Morphtronics, von denen wir hier reden. Übrigens kann Gamer bei Ausführung seines zweiten Effekts auch noch Apparateschlepper vom Deck beschwören. Der ist zwar nicht viel mehr als ein Vanilla, aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Auf diese Weise ist er übrigens ein 1-Karten-Stufe-7-Synchro für jedes Deck.
Okay, und nun, da das geklärt ist, wollen wir noch ein bisschen über die Shitshow reden, die Morphtronisches Telefon ist? Eigentlich auch guter Support, der Monster vom Friedhof beschwören kann. Nur gibt es zwei Probleme: Erstens fehlt ihm ein Hard once per turn, wobei das eigentlich schon eine Trademark des Decks ist. Entscheidender ist, dass es auch eine weitere Kopie von sich selbst beschwören kann und deine LP dabei, aus welchem Grund auch immer, um 100-600 erhöht. Wir haben es also mit einem Monster zu tun, das mit Kristron Halqifibrax beschworen werden kann, das ein legitimes Ziel für Maschinen-Duplizierung darstellt, das sich mit zwei Kopien seiner selbst unendlich loopen kann, dabei unendlich LP generieren und unendlich Link- oder Synchro-climben kann, und das zu einem Deck gehört, das über Getrieberiese X und Platin-Apparat spielend leicht Kanonensoldat integrieren kann. Good job, Konami…
Platz 5: Kontakt gesucht?

Es ist 2021 in der Konami-Zentrale in Japan, die Planungen für das neue Hauptset stehen an. „Seit Jahren ballern wir eine Welle Legacy-Support nach der nächsten raus, aber es spielt immer noch niemand Neo-Spacians!“, eröffnet Koichi das Meeting. „Was können wir dagegen tun?“
„Die waren schon vor 15 Jahren Mist“, erwidert Shinji, während er durch Youtube-Kommentare surft. „Wie wäre es, wenn wir stattdessen ein Deck supporten, das tatsächlich Potenzial hat, zum Beispiel Volca…“
„Die gehörten keinem Anime-Protagonisten!“, ruft Koichi dazwischen. „Wenn wir so weiter machen, wissen die Kinder bald nicht einmal mehr, wer Elementar-HELD Neos ist! Nein, es braucht neuen Legacy Support! Wie können wir das Deck endlich spielbar machen?“
Eine lange, peinliche Stille entsteht. Um sie aufzulockern sagt Shoko schließlich: „Habt ihr gehört, was Takemura entworfen hat? Dieses super überpowerte Deck, mit dem man mit zwei Rang-7-Monstern das komplette Feld des Gegners sperren und sein halbes Extra Deck verbannen kann.“
Koichi klatscht in die Hände: „Das ist es! Wir machen eine Instantfusion für Stufe 7, mit der man die Neos-Fusionen beschwören kann!“
„Aber das würde doch nur in irgendwelchen random-Decks gespielt werden, um Stufe 7 zu spammen…“
„Nein! Es wird eine Instantfusion!“
…Oder so ähnlich könnte es abgelaufen sein. Es ist immer toll, wenn Support, um irgendwie relevant zu werden, dermaßen generisch gerät, dass er überall gespielt wird, außer in seinem eigentlichen Deck. Und dann kommt halt sowas wie Instantkontakt heraus. Der macht im Grunde auch nichts, was Fertigfusion nicht könnte, außer das Level-Limit auf 7 zu erhöhen. Okay, streng genommen bekommen die Monster sogar ihre Effekte und können angreifen, wenn man einen Neos im Friedhof hat. Aber mal ehrlich, es ist Neos…
Platz 4: Nibirus kleine Schwester

Die zweite Hälfte beginnt mit einer der ersten (oder sogar der ersten?) Karte, die aus dem neuen Set geleaked wurde. Anfangs hat sie noch etwas Aufmerksamkeit generiert, aber das hat sich schon bald gelegt, so sehr, dass ich bis zur „Recherche“ für diesen Artikel ganz vergessen hatte, dass sie existiert. Aber eine interessante Karte ist Kurikara Gottheitsinkarnation trotzdem, wie auch nicht, wenn sie so offensichtlich bei Nibiru, das Urwesen abgeschrieben hat. Wie ihr großes Vorbild hat sie es sich zum Ziel gemacht, den Gegner dafür zu bestrafen, zu viel zu wollen. Doch während Nibiru sich auf das Ruinieren von Kombos spezialisiert hat, geht es Kurikara darum, bestehende Boards zu brechen. Man kann sie von der Hand beschwören, indem man alle Monster des Gegners als Tribut anbietet, die in diesem Spielzug bereits ihren Effekt aktiviert haben. Leider fehlt da irgendwie das (Schnelleffekt), also kann man den Effekt… nur im eigenen Zug aktivieren? Ich fürchte, das ist so, aber das heißt trotzdem, dass sie sämtliche Negates des Gegners loswerden kann, allerdings erst, nachdem diese, nun ja, negated haben. Damit ist Kurikara Gottheitsinkarnation der wohl stärkste Trostpreis in Yu-Gi-Oh!, der, nachdem der Gegner alles andere ruiniert hat, immerhin schnell mit 4500 oder mehr ATK zu ihrer Rache ausholen kann und dazu am Ende noch eines der kostbaren Negates des Gegners zurückklauen kann. Könnte schlimmer sein, aber mal ehrlich: Hättest du die Negates nicht lieber von vornherein verhindert? Mit Lavagolem oder so?
Platz 3: Noch eine von den Roten

Ach, Sprights, was mache ich nur mit euch? Sie sind mit Abstand die besten und wichtigsten Karten des Sets, aber sind sie auch interessant? Sie machen im Grunde nur, was ein modernes Meta-Deck tun soll: Spezialbeschwören, suchen und negieren, bis der Elektriker kommt. Einen wirklich ungewöhnlichen Spielstil verfolgen sie nicht, ihr Gimmick ist ihre Stufe. Das funktioniert allerdings sehr gut und macht sie zu hervorragendem Support für alle Stufe- und Link-2-Monster. Gut genug, um auch einen hohen Platz in der Top 10 der „interessantesten“ Karten zu verdienen, was die nächste Frage aufwirft, welche Karte als Stellvertreter? Spright Elfe ist die wohl beste und generischste Karte des Themas, stinkt für meinen Geschmack mit ihrer Fähigkeit, mit Kristron Halqifibrax als Material beschworen zu werden und diesen dann gleich wieder aufs Feld zurückzuholen aber zu sehr nach billigem Link-climbing. Spright-Starter ist ein Notfallteleport und entspricht damit schon viel eher meinem Geschmack, könnte durch seine Beschränkung auf Lv/Rang/Link-2-Monster aber generischer sein. Warum also nicht gleich die Karte nehmen, die man in 75% der Fälle mit Starter beschwören würde? Spright Rot nämlich, das vielleicht billigste Negate in Monster-Form aller Zeiten. Man kann sie einfach als Spezialbeschwörung von der Hand beschwören, wenn man ein Level- oder Link-2-Monster kontrolliert. Ziemlich viele Decks beschwören irgendwann in ihrer Kombo mal ein Link-2-Monster, zumindest ein Halqifibrax geht im Zweifel immer. Mit anderen Worten: Spright Rot hat eigentlich keine Beschwörungsbedingungen. Dafür macht sie aber verdammt viel, sie kann nämlich ein anderes Lv/Rang/Link-2-Monster als Tribut anbieten, um als Schnelleffekt einen Monstereffekt zu annullieren und das Monster bestenfalls zu zerstören. Und wenn man gerade keinen zusätzlichen Negate braucht oder kein mögliches Tribut mehr übrig hat? Verwendet man sie halt als Material für irgendwas. Das alles gilt übrigens auch für ihre Schwester Spright Karotte, die exakt den gleichen Effekt hat, bis darauf, dass sie statt Monstern Zauber- und Fallenkarten annullieren kann. Beide sind Extender der Extraklasse und dazu billiger Boardschmuck bzw. Handtrap-Schutz für alle, die nie so recht wissen, was sie mit ihrem Halqifibrax machen sollen.
Platz 2: Eine Menge Tränen zu vergießen

Und die Silbermedaille geht an das zweite neue Metadeck des Sets, denn ja: In diesem Set gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit zwei neue Top-Decks, was… sehr lange nicht mehr vorgekommen ist (Ich glaube das letzte Mal damals mit Virtual Worlds und Infernoble Knights? Okay, es gab vor nicht allzu langer Zeit auch noch Burst of Destiny mit Swordsouls und Floowandereeze, aber letztere waren/sind im TCG soweit ich weiß eher guter Rogue-Status). Im OCG haben sich die Tearalaments inzwischen zusammen mit den Retrains von Ishizus Erde-Feen-Karten sogar nahezu einen T0-Status erarbeitet, nachdem Sprights gechwächt wurden. Besagte Feen lassen bei uns im TCG erstmal auf sich warten, aber irgendwas wird einem schon einfallen, die Karten zu abusen. Denn sie laden durchaus dazu ein, mit ihren Effekten, mit dem sie alle, wenn sie durch einen Karteneffekt auf den Friedhof gelangen, eine Fusionsbeschwörung durchführen können, indem sie Monster von eigentlich überall ins Deck zurückmischen, einschließlich sich selbst im Friedhof. Ganz egal ob mit Der Mathermatiker, Armageddonritter, Oberstes Meer Mare, irgendeiner Lichtverpflichtet- oder Themenkarte. Oder was dir halt sonst so einfällt. Auch egal ist, welches Fusionsmonster du beschwörst, solange die Materialien zulässig sind. Zu den Favoriten der Tearlaments-Spieler im OCG gehören dabei Raubpflanze Drachostapelia und El Schattenpuppe Winda und natürlich die themeneigenen Fusionsmonster wie mein neues Bae Tränenklage Kitkallos, die auf Beschwörung sofort ein neues Monster vom Deck in den Friedhof schicken kann, um munter weiter zu fusionieren. Eine Menge Spam und eine Menge Kombinationsmöglichkeiten also. Und wo kommt mein Platz 2, Tränenklage Scheiren, ins Spiel? Sie ist schlicht die generischste Karte des Themas. Neben dem Standardmäßigen Fusions-Effekt kann man sie nämlich mit ihrer tollen 4er-Stufe einfach so von der Hand beschwören, wenn man anschließend eine Handkarte abwirft und die obersten drei Karten vom Deck auf den Friedhof schickt. Und ja, damit kann man die Effekte von Dark World-Monstern triggern (edit von Leseleff: Dies hat sich als Fehlinformation erwiesen, es geht tatsächlich nicht (siehe Diskussionsthread). Danke an Aven Fallen für die Richtigstellung), ganz zu schweigen von Shaddolls, Burning Abyss-Monstern und so weiter und so fort. Das macht sie zum perfekten Extender für alle möglichen Friedhofs-basierten Decks, die ganz nebenbei noch eine Winda, eine Dragostapelia oder einen Grapha, Dragon Overlord oft he Dark World aufs Feld zu zaubern können.
Schwer zu sagen, ob jetzt Spright oder Tearlaments das TCG regieren werden. Hierzulande haben Sprights noch Krötellig umwerfernd, aber keinen Maxx „C“, dafür fehlen den Tearlaments die Ishizu-Karten. Gut möglich, dass Sprights, wie im OCG, zuerst die Oberhand haben werden, aber das OCG hat auch gezeigt, dass sie sich leicht regulieren lassen, während die Tears ziemlich schwer tot zu kriegen sein sollten. Außerdem sind es Emo-Waifus! Der geneigte Leser weiß, dass dafür bei mir gerne mal ein paar Bonuspunkte rausspringen.
Platz 1: New Season in the Abyss

Manchmal sind die besten Karten am schnellsten erklärt, vor allem, wenn sie etwas völlig neuartiges darstellen. Das Spiel hat einen langen Weg zurückgelegt, seit es ein krasser Zug war, Aufschlagen zu droppen, mit Brecher, Magischer Krieger die Backrow zu zerstören und dann direkt anzugreifen. Und auch, wenn man hierzulande inzwischen wieder mit je drei Kopien von Raigeki und Schwarzes Loch rumrennen darf, bislang gab es noch immer keinen 1:1-Zauberremoval mit komplett freier Zielwahl. Doch diese Zeit ist nun endgültig vorbei, mein erster Platz für die interessanteste Karte und den coolsten Namen aus POTE geht daher an Ultimativer Schlächter.
Tatsächlich legt die Karte neben dem Removal sogar nicht nur eine, sondern gleich zwei oder drei Schippen drauf. Zum einen ist sie Spell Speed 4, zumindest in Bezug auf Monster, aber was will der Gegner denn auch sonst als Reaktion aktivieren? Magische Störung? Dies wird auch der Hauptgrund für ihre Relevanz sein, denn sowas braucht ein gutes Removal heutzutage wohl. Außerdem „muss“ man, um den Effekt zu aktivieren, ein Monster vom Extra Deck auf den Friedhof schicken. Mit der guten alten Ältestes Wesen N’tss lässt sich also z.B. ein +1 draus machen, sofern der Gegner ein Fusionsmonster hat, was dank Tearlaments und Albaz/Despia sogar gelegentlich vorkommen könnte. Denn das ist das einzige Problem von Ultimativer Schlächter: Sie kann de facto nur Monster entsorgen, die vom Extra Deck beschworen wurden, indem man ein Monster gleicher Gattung von dort auf den Friedhof schickt. Generisch positive Nebeneffekte lassen sich damit Stand jetzt über Fusionen, Synchros und Links erzielen erzielen (Wobei Fusionen mit Abstand die besten Möglichkeiten haben), aber auch Xyz-Monster machen immerhin kein Minus. Man muss natürlich mindestens ein passendes Ziel im Extra Deck haben, aber das sollte das kleinere Problem sein. Das größere ist da noch, dass manche Main Deck-Monster wie Spright Rot sich nicht entsorgen lassen. Nichtsdestotrotz, Ultimativer Schlächter macht ihrem Namen alle Ehre. Es ist eine Zauberkarte, die ihresgleichen sucht, und zwischen der und einem Staple-Status höchstens die Konkurrenz durch artverwandte Karten wie Verbotener Tropfen und Superpolymerisation stehen könnte.
Dishonorable Mention:

Es gibt Legacy-Support, der seinem jeweiligen Deck seit Jahren in den Hintern geschoben wird, in der Hoffnung, es irgendwann relevant zu machen. Es gibt Legacy-Support auf Basis von irgendwelchen Random-Vanillas, die mal in einer Folge der Original-Serie gespielt wurden. Und es gibt Legacy-Support zu kleineren, aber funktionalen Anime-Themen, die die dadurch tatsächlich zu interessanten Decks werden.
…Und es gibt Mokey Mokey. Ihr wisst schon, dieses kleine dämliche Feen-Monster, das aussieht wie ein Maoam-Bonbon mit Flügeln, auf dem der Riddler eine Trophäe versteckt hat. Der bekommt in diesem Set Support in Form von Treibender Mokey Mokey. Wer danach gefragt hat? Ich habe keine Ahnung. Jedenfalls kann man ihn von der Hand abwerfen, um eine der beiden anderen Mokey Mokey-Karten, die existieren, zu suchen. Eine davon ist der original-Mokey Mokey. Ich kann also mein Stufe-1-Effektmonster mit 300 ATK abwerfen, um ein Stufe-1-Vanilla mit 300 ATK zu suchen? Sign me up! Die andere ist Mokey Mokey Wutanfall, mit der man die kleinen Kerlchen zu 3000 ATK aufpowern kann. Daraus könnte man jetzt den käsigsten OTK aller Zeiten aufbauen, man könnte allerdings auch einfach Nummer 39: Utopiadoppel spielen.
Honorable Mentions:

Kommen wir jetzt zu den Karten, die vielleicht sogar tatsächlich jemand gebrauchen kann. Es ist schon eine Ironie, dass die besten Sets diejenigen sind, für die ich am wenigsten Zeit habe. Rekordverdächtige 23 Karten habe ich in die engere Auswahl für diese Top 10 gezogen, und über ein paar davon möchte ich jetzt noch gerne sprechen. Aussa die Erdkanalisiererin zum Beispiel, die wie schon Wynn die Windkanalisiererin einen Sucher für gefühlt alle Monster eines ganzen Attributs darstellt. Im TCG geht ohne die Ishizu-Karten und Maxx „C“ dabei natürlich einiges verloren, aber sie ist z.B. großartig in Adamancipators, um Steinbefreier Forscherin zu suchen. Um gleich bei Waifus zu bleiben, da gibt es auch noch Exoschwester Martha. Die ist ein 1-Karten-Rang-4-Play ohne Normalbeschwörung und umgeht außerdem die Geißel des Decks, auf Aktionen des Gegners angewiesen zu sein. Liest sich erstmal nicht schlecht, um es genau zu wissen müsste man aber wohl verstehen, was das Deck macht. Aber der Secret Rare-Status wird schon nicht von irgendwo kommen. Wobei, wem mache ich was vor, wir wissen genau, woher der kommt. Und dann gibt es auch noch Edelstein-Ritter Quartz, schätze ich. Die kann man abwerfen, um eine permanente „Fusion“-Zauberkarte zu suchen. Mit Brillante Fusion oder einen unkastrierten Zukunftsfusion wäre sie sogar richtig gut gewesen, aber so muss sie sich auf die ebenfalls neue Streufusion verlassen, die… im eigenen Deck ganz okay ist, denke ich.
Auf eine ganz andere Art cute (hoffe ich…) ist Melffy-Walli, aber nicht für den Gegner, denn sie drückt ihrem ohnehin schon nervigen Deck ein neues, mächtiges Werkzeug in die Hand. Wenn der Gegner ein Monster beschwört oder es angreift, mutiert es zum Rettungskaninchen und kann zwei andere Melffy-Monster vom Deck zu beschwören. Man muss das Deck nicht wirklich verstehen, um zu sehen, dass das guter Kartenvorteil ist. Ebenso Krawler Soma (also in Sachen guter Kartenvorteil, nicht cuteness), der zu den Karten gehört, die super gut wirken, bis man feststellt, dass es sie bereits gibt. In diesem Fall ist es Sendbotin der Schöpfung – Venus, die den Job, einen Haufen Garnets aufs Feld zu spammen, schlicht besser macht und die trotzdem nicht gespielt wird. Allerdings haben Insekten im Allgemeinen und Krawlers im Speziellen ihre ganz eigenen Link-Optionen und für sein eigenes Deck ist Soma bestimmt bahnbrechend. Wenn zufällig einer der beiden Krawler-Spieler dies liest, kann er es ja im Diskussionsthread bestätigen. Und sonst? Den Neo-Weltraum-Kram gibt es ja auch noch, der sich nicht nur auf Instantkontakt beschränkt. Querhüter ist zum Beispiel ganz solide. Mit sich selbst als Abwurfkosten kann er Elementarhelden oder Neo Spacians von Hand oder Friedhof beschwören. Außerdem kann er Karten ziehen, wenn er im Friedhof liegt und man ein Elementarheld-Fusionsmonster beschwört. Und generischer Stuff? Tatsächlich dünn in diesem Set. Großzahn-Drache kann auf Beschwörung bis zu zwei Karten zerstören (er ist ein Drache Stufe 8, euch fällt schon was ein) und Cartorhyn die versteckte Perle des Strandes ist eine Doppelbeschwörung für Erde- und Wasser-Decks mit eingebauter Extender-Option. Außerdem Fels, was sie eigentlich auch wieder zu Adamancipator-Support in allem außer dem Namen macht.
Competitive Mentions:

Es sagt einiges über ein Set aus, wenn mir fast mehr Competitive Mentions einfallen als Honorable Mentions. Tatsächlich haben wir es hier mit dem dritten wirklich guten Hauptset der post-VRAINS-Ära zu tun, mindestens ebenbürtig mit Burst of Destiny oder Return of the Duelist. Vielleicht sogar ein wenig besser, denn mit Sprights und Tearlaments sind zwei absolute Top Decks dabei, die das Meta um sich herum neu definieren werden. Dazu noch Ultimativer Schlächter, eine Karte mit absolutem Staple-Potenzial, einen widerlich konstanten FTK über Morphtronisches Telefon und mit den Vernuslyphs eine Engine, die sich in fast allen reinen Erde-Decks dauerhaft etablieren könnte. Dazu natürlich divserse mögliche spicy Techs wie Kurikara Gottheitsinkarnation, sowie wertvollen Support für Rogue-Decks wie Dark Worlds, Exosisters und P.U.N.K., die sich eine Rolle als Budget Picks erbarbeiten könnten (zumindest Dark Worlds. K.A. was die anderen kosten…)
Die wichtigsten Karten sind also allesamt bereits im Ranking vertreten, bleiben also noch ein paar der besagten spicy techs. Garura, Flügel des nachklingenden Lebens ist zum Beispiel ein Superpolymerisation- (und Ultimativer Schlächter)-Ziel der Extraklasse, mit sehr generischen Materialien und einem zumindest brauchbaren Effekt. Weitere gute, generische Extra Deck-Monster sind Ashura-König, der zwar mit drei Xyz-Materialien teuer zu Buche schlägt, dies aber mit Mehrfach-Angriff und Negate bezahlt macht. In die andere Richtung schlägt Boxenritterin Earlie, deren Negate zwar sehr clumsy ist und ein weiteres Monster mit Schnelleffekt verlangt, das möglichst zu einem beliebigen Zeitpunkt seinen Effekt aktivieren kann (Kristron Halqifibrax z.B.), das dafür aber mit zwei beliebigen Effektmonstern denkbar billig ist. Dann gibt es noch Vorhut des Untergrundkaisers, der wohl als Support für Reptilien-Decks wie Abhyss gedacht ist, in Wahrheit aber vor allem das Rang-8-Game von Dark World-Decks verbessern dürfte. Und zum Abschluss, damit ich zumindest irgendeine Fallenkarte noch irgendwo erwähnt habe: Draco-Utopia Aura, ein echter Konkurrent für Feierlicher Schlag, dessen einziger Nachteil gegenüber jenem ist, dass er nur Monstereffekte auf dem Feld annullieren kann. Dafür kann man aber (freiwillig) eine Karte abwerfen, um das gegnerische Monster à la [y]Krötellig umwerfend[/y] zu klauen.
Nach reiner Stärke wäre das Ranking vermutlich ungefähr so ausgefallen:
10. Instant Contact
9. Power Tool Braver Dragon
8. Exosister Martha
7. Draco-Utopian Aura
6. Kurikara Divincarnate
5. P.U.N.K. Jam Extreme Session
4. Morphtronic Telefon
3. Ultimate Slayer
2. Tearlaments Kitkallos
1. Spright Elf
Schlusswort:
So, das war’s erstmal wieder. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe der Artikel hat euch gefallen. Seid ihr mit meiner Liste einverstanden? Und was sind eure Lieblingskarten aus Power of the Elements? Seid ihr Team Spright oder Team Tearlaments? Lasst es mich im Diskussionsthread wissen! Ansonsten wünsche ich euch noch einen schönen Sommer und wir hören dann wieder zu Darkwing Blast voneinander! Naturia-Support, here I come.
- Leseleff -