Fangen wir erstmal mit den Rohdaten an: Dieser Bericht umfasst die drei Wochen vom 07.10. bis 13.10. als Woche 1, 14.10. bis 20.10. als Woche 2 und dem 21.10. bis zum 27.10. als Woche 3. Während diesen Wochen fand einmal die YCS Niagara Falls (12.10., Woche 1), die Swiss Open in Bern (12.10., Woche 1), die UK Open in Peckham (19.10., Woche 2) sowie 54 Regionals (10 in Woche 1, 23 in Woche 2 und 21 in Woche 3). Das Deck Breakdown für diesen Zeitraum sieht wiefolgt aus:
Deck Breakdown

Gesamt: 420 (113 in Woche 1/175 in Woche 2/132 in Woche 3)
- Tenpai Dragon*: 78 (22/30/26)
- Snake-Eye-Variants: 66 (25/25/16)
- Snake-Eye-Fiendsmith-Azamina: 35 (16/12/7)
- Snake-Eye-Fiendsmith-Azamina-Kashtira: 8 (5/2/1)
- Snake-Eye-Azamina: 20 (3/10/7)
- Snake-Eye-Azamina-Kashtira: 2 (1/0/1)
- Snake-Eye-Evol: 1 (0/1/0)
- Fire King-Variants: 64 (13/31/20)
- Fire King-Azamina-Snake-Eye: 51 (9/27/15)
- Fire King-Snake-Eye: 4 (2/0/2)
- Fire King*: 2 (1/0/1)
- Fire King-Azamina: 5 (1/3/1)
- Fire King-Diabellstar: 2 (0/1/1)
- Yubel-Variants: 51 (13/18/20)
- Yubel*: 1 (0/0/1)
- Yubel-Fiendsmith: 36 (11/11/14)
- Yubel-Millennium-Fiendsmith-Kashtira: 1 (1/0/0)
- Yubel-Fiendsmith-Kashtira: 8 (0/4/4)
- Yubel-Unchained: 2 (1/1/0)
- Yubel-Fiendsmith-Azamina: 1 (0/1/0)
- Yubel-Fiendsmith-Bystial: 1 (0/1/0)
- Yubel-Azamina: 1 (0/0/1)
- Centur-Ion-Variants: 24 (6/10/8)
- Centur-Ion*: 11 (2/4/5)
- Centur-Ion-Bystial: 10 (4/5/1)
- Centur-Ion-Fiendsmith: 1(0/1/0)
- Centur-Ion-Fiendsmith-Superheavy Samurai: 1 (0/0/1)
- Centur-Ion-Salvation-Horus-Tenpai Dragon: 1 (0/0/1)
- Ritual Beast*: 13 (2/3/8)
- Memento-Variants: 12 (3/5/4)
- Memento*: 3 (0/4/3)
- Memento-Fiendsmith: 5 (3/1/1)
- Labrynth*: 10 (4/3/3)
- Rescue-ACE-Variants: 10 (3/5/2)
- Rescue-ACE*: 2 (0/2/0)
- Rescue-ACE-Diabellstar-Azamina: 6 (3/1/2)
- Rescue-ACE-Fiendsmith-Azamina: 1 (0/1/0)
- Rescue-ACE-Fiendsmith-Diabellstar: 1 (0/1/0)
- White Forest-Variants: 10 (4/3/3)
- White Forest*: 1 (1/0/0)
- White Forest-Runick: 6 (2/1/3)
- White Forest-Fiendsmith-Centur-Ion: 1 (1/0/0)
- White Forest-Toy-Azamina: 1 (0/1/0)
- White Forest-Azamina: 1 (0/1/0)
- Purrely-Variants: 6 (2/2/2)
- Purrely*: 3 (1/2/2)
- Purrely-Kashtira: 1 (1/0/0)
- Spright-Variants: 6 (1/2/3)
- Spright*: 3 (0/1/2)
- Spright-Fiendsmith: 2 (1/0/1)
- Other (1-5): 70 (15/38/17)
- Chimera*: 1 (0/1/0)
- Chimera-Fiendsmith: 4 (3/1/0)
- Despia-Branded: 2 (1/1/0)
- Swordsoul-Tenyi: 1 (1/0/0)
- Unchained-Fiendsmith-Magical Musketeer: 3 (1/0/2)
- Unchained-Fiendsmith: 1 (0/0/1)
- Sky Striker*: 3 (1/0/2)
- Plant Link*: 1 (0/1/0)
- Plant-Link-Primite: 1 (1/0/0)
- Exodia-Millennium: 3 (1/2/0)
- Gold Pride-P.U.N.K.: 1 (1/0/0)
- Runick-Stun: 5 (2/2/1)
- Salamangreat*: 4 (1/2/1)
- Dinomorphia*: 2 (1/0/1)
- Tearlaments*: 2 (0/1/1)
- Tearlaments-Fiendsmith-Kashtira Horus: 2 (1/1/0)
- Voiceless Voice*: 3 (0/2/1)
- Voiceless Voice-Dogmatika: 1 (0/1/0)
- Voiceless Voice-Fiendsmith: 1 (0/1/0)
- Kashtira*: 2 (0/2/0)
- Kashtira-Fiendsmith: 1 (0/1/0)
- Mermail Atlantean*: 5 (0/3/2)
- Mimighoul*: 1 (0/1/0)
- Mimighoul-Kashtira: 1 (0/1/0)
- Dragon Link*: 1 (0/1/0)
- Dragon Link-Bystial: 1 (0/0/1)
- Madolche*: 1 (0/1/0)
- Mannadium-Fiendsmith 1 (0/1/0)
- Mannadium-Scareclaw 1 (0/1/0)
- Floowandereeze*: 2 (0/1/1)
- Bystial-Metalmorph: 1 (0/1/0)
- Bystial-Fiendsmith-Metalmorph: 1 (0/0/1)
- HERO-Primite: 1 (0/1/0)
- Gimmick Puppet: 1 (0/1/0)
- Goblin Biker-Fiendsmith-Armored: 1 (0/1/0)
- Goblin Biker-Armored: 1 (0/1/0)
- Ancient Gear: 1 (0/1/0)
- Thunder Dragon-Horus-Bystial: 1 (0/1/0)
- Drytron: 1 (0/1/0)
- Phantom Knights-Horus: 1 (0/1/0)
- Shark-Armored: 1 (0/0/1)
- Fur Hire-Runick-Spright: 1 (0/0/1)
* = Die tatsächliche Menge der Subvarianten kann aufgrund unbekannter Decklisten abweichen
In diesen drei Wochen konnten 420 Decks erfasst werden, wo jeweils 113 Decks in Woche 1, 175 in Woche 2 und 132 in Woche 3 zusammen kamen. Davon waren zum Ende des Recherchezeitraums 73 von 113 Decklisten aus Woche 1 bekannt, während Woche 2 mit 97 aus 175 und Woche 3 mit 69 aus 132 zur Verfügung standen. Es sei also angemerkt, dass diese Wochen nur sehr wenig Decklisten (im Verhältnis zu den bekannten Decktypen) öffentlich bekannt geworden sind. Dies sorgt dafür, das eine Datenanalyse der Einzelkarten sich etwas schwierig gestaltet. Es kann zwar davon ausgegangen werden, das sich die Zahlen prozentual angleichen, aber so verschwimmen vereinzelte Details. Wer sich die bekannten Decklisten und Daten nochmal im Detail anschauen möchte, kann dies im beigefügten Spreadsheet nachholen.
Ansonsten möchte ich noch eine Anpassung anmerken: wie bereits in dem letzten Bericht angemerkt ist schwierig zu entscheiden, ob Snake-Eye und Fire King Varianten getrennt oder gemeinsam aufgezählt werden sollten. Da sich in diesen Wochen aber gezeigt hat, das Fire King immer häufiger auch ohne Snake-Eye Engine auftritt, werden diese vorerst getrennt aufgezählt, aber es sollte beachtet werden, dass dies die Sichtweise verzerren kann. Nehme man diese Overall Breakdown als Beispiel so sieht man, das Tenpai mit 18,6 % das Pie Chart zwar anführt, doch Snake-Eye sowie Fire King mit 15,7 und 15,2 % recht nah an diesem Vertreter hängen. Betrachtet man aber Fire King und Snake-Eye als eine "Fire Deck Variante", so nehmen sie mit weiten Abstand 30,9 % aller Top Spots ein.
Woche 1 ROTA - Wie zwei Handtraps das komplette Format umgeschrieben haben

Wer sich an das Format vor dem neuen Hauptset zurückerinnert, wird noch Wissen, das zuvor Yubel mit 27 bis 33 % Metapräsenz an der Spitze stand und nur von Tenpai mit etwa 10 % Abstand als Konkurrenz betrachtet. Doch das Format hat sich dank des neuen Hauptsets komplett gedreht. Das vorher so starke Yubel ist vom Spitzenplatz auf den Platz 3 mit 11,5 % gefallen. Denn Snake-Eye hat in dieser Woche 22,1 % aller Top Spots eingenommen und ist der unangefochtene Sieger, dicht gefolgt von Tenpai mit 19,5 %. Einen etwas größeren Abstand hat dann das Fire King Deck als einzelnes Thema, welches sich zusammen mit Yubel den dritten Platz teilt. Sollte man aber Snake-Eye und Tenpai in einen Topf werfen, was man bei 11 aus 13 Fire King-Snake-Eye-Varianten voraussichtlich dürfte, so stellen sie mit 33,6% den unangefochtenen Formats-Champ dar.
Der Grund für diesen Wandel können wir unter den meistgespielten Einzelkarten wiedererkennen: Zwar sind Ash Blossom & Joyous Spring sowie Unendliche Unbeständigkeit weiterhin unangefochten an Platz 1 und 2, doch zwei neue Handtraps aus Rage of the Abyss haben einen Siegeskurs zu verzeichnen, was wiederum auch zum Erfolg einer dritten Handtrap geführt hat. So finden wir an dritter Stelle nämlich schon Mulcharmy Fuwalos wieder, die mit 73,52 % auftreten in allen Decklisten, welche getoppt haben und veröffentlicht wurden, auftrumpfen können. Dies bedeutet das etwa drei von vier Decks diese Karte integriert haben. Und wie stark sie ist, brauch ich an dieser Stelle wohl nicht zu wiederholen. Stattdessen hinterlasse ich lieber einen Link zu Leseleffs Top 10 der Highlights aus Rage of the Abyss, wo auch er sich der gewalten Macht dieser Karte nicht beugen konnte. Diese Karte alleine sorgt dafür, das Decks, welche zu stark von Beschwörungen aus dem Main oder Extra Deck angewiesen sind, besonders hart bestraft werden. Und hierzu gehört insbesondere das Yubel-Deck, welches sehr häufig seine Yubel-Monster für Kartenvorteil in einem nahezu Endlosloopt zerstört, aus dem Main Deck specialt und mittels Spezialbeschwörung von Phantom of Yubel immer wieder vom Friedhof zurück ins Deck mischt. Das einzig schwere gegenüber diesem Deck ist der Zeitpunkt, wo man diese Handtrap zum Einsatz bringt. Denn Yubel-Spieler die Angst vor dieser Handtrap haben, beschwören Phantom of Yubel sofort am Beginn der Main Phase zum Preis von zwei Handkarten, wovon auch noch mindestens eine aus fünf bis bis sechs Yubel im Namen haben müssen. Dies führt wiederum dazu, das vereinzelte Spieler der Meinung sind, Mulcharmy Fuwalos direkt während der Draw oder Standby Phase abzuwerfen, um diesen entgegenzuwirken, selbst wenn man sie Blind im ersten Game abwirft. Dies hat wiederum den Jojo-Effekt, das Decks, welche auf wenig bis gar keine direkte Spezialbeschwörung aus Main oder Extra Deck setzen können, extreme Vorteile verzeichnen. Dies führt uns wieder zurück zu Snake-Eye beziehungsweise explizit Fire King. Fire King kann dank dem starken Fokus auf seine Main Deck Monster komplett ohne Extra Deck im eigenen Zug ein Board aufbauen, oder sich auf ein oder zwei Spezialbeschwörungen aus dem Extra Deck verlassen. Anschließend können die wichtigsten Monster im gegnerischen Spielzug über Fire King Sanctuary oder I:P Maskerena beschworen werden. Insbesondere auch das Snake-Eye Deck zeichnet sich dadurch aus, das es zwar mehr Monster aus dem Extra Deck beschwören kann, aber schon mit einer einzelnen I:P oder einem einzelnen aus dem Deck beschworenen Flamberge genug Druck aufbauen können. Snake-Eye sowie Fire King leiden wiederum enorm unter der nun viertplatzierten Handtrap Mulcharmy Purulia, da sie nicht nur enorm von der Normalbeschwörung abhängig sind, sondern auch viele ihrer Spezialbeschwörungen aus der Hand tätigen. Dadurch das diese beiden Decks einen enormen Siegeserfolg erzielten, haben auch mehr Decks getoppt, welche Mulcharmy Purulia im Main oder Side Deck gespielt haben und so für einen noch größeren Erfolg der bisher eher müde belächelbaren Karte geführt. Das dritte Deck, welches wiederum von der Handtrap-Entwicklung besonders stark profitiert ist Tenpai. Nicht nur ist Tenpai als reines Going Second Deck unantastbar von beiden Handtraps, es profitiert dank seinen Handtrap-armen und Boardbrecher-fokussierten Spielstil stark von beiden Handtraps im eigenen Deck. Denn selbst wenn man weiss, dass das gegenüber Tenpai spielt und man voraussichtlich wenig bis gar keine weiteren Handtraps frisst, so besteht immer die Problematik dass die Mulcharmys den Tenpai-Spieler am Ende des Zuges nur auf sechs Handkarten plus Boardgröße des Gegnerfeldes reduzieren. Dies heißt wiederum, je mehr Karten man auf das Spielfeld wirft um sich vor Tenpai zu wehren, gibt ihm weitere Handkarten um diese Gegenwehr im Keim zu ersticken.
Das Ganze führt nun dazu, dass das Format signifikant vorsichtiger gespielt werden muss, und Outs benötigt werden, die auf der Hand verbleiben. Und hier kommt dann die zweite neue Handtrap ins Spiel. Denn der neue sechste Platz ist mit 38,36 % Vertretung in den Top Decks die Karte Dominus Impulse. Diese besitzt einen Effekt, welcher der Anwendung von Ash Blossom und Ghost Belle ziemlich nahe kommt, da sie dafür verwendet werden kann, Effekte zu annullieren, welche eine Beschwörung durchführen. Der Vergleich passt hier sehr gut, will man doch bevorzugt aus dem Deck oder Friedhof beschwören. Zugleich handelt es sich hier aber um eine Fallenkarte, welche wiederum ähnlich wie Unendliche Unbeständigkeit durch ihre Immunität gegen Karten ala Talent der drei Taktiken aufwarten kann. Der interessante Fakt ist hier aber denke eher die erste Zeile des Effektes: "Falls dein Gegner eine Karte kontrolliert, kannst du diese Karte von deiner Hand aktivieren". Dies bedeutet gerade im vorherigen Beispiel mit Tenpai, das es neben Ash Blossom & Joyous Spring eine weitere gezielte Antwort gegen Sangen Kaimen gibt, und somit selbiges Deck unter Kontrolle halten kann. Der Preis, für den Rest keine LICHT, ERDE und WIND Monstereffekte mehr aktivieren zu können hat daraus resultierend zwar auch eine Auswirkung auf das Format, aber das heben wir uns für später auf. Zumindest gibt es mit dieser Karte einen perfekten Konter gegen einen der größten Problemkinder im Format. Wobei sie zugleich aber generisch genug ist, um gegen Snake-Eye, Fire King, Yubel und anderen Decks Anwendung zu finden.
Woche 2 ROTA - Fire King oder Snake-Eye? Was darf es denn nun sein?

Mit der zweiten Woche haben wir direkt die erste Woche die neben einer UK Open einzig und alleine aus Regionals besteht, und somit ein perfektes Vergleichsbild für Regional- und YCS-Resultate liefern dürfte. Dabei sind die Auffälligkeiten von eher marginaler Natur. Zwar Ist Snake-Eye um fast 10 Prozentpunkte gefallen und Fire King hat sich etwa fünf dieser Punkte einverleibt, doch sind wie für Regional-Wochenenden gewohnt mehr Prozente an die unteren Ränge verteilt worden. Addiert man hingegen Snake-Eye und Fire King weiterhin zusammen, kommen sie immer noch auf stolze 32 % Repräsentation. Dabei lässt sich aber direkt ein Bild erkennen, das Snake-Eye Varianten entweder schwächer sind, als Anfangs vermutet, oder das auf Regional-Events Fire King Varianten die Nase vorne haben. Um das genauer bewerten zu können würde ich erstmal die Entwicklung der kommenden Wochen abwarten wollen.
Was etwas erschreckend wirkt ist hingegen die recht stabile Positionierung von Tenpai Dragon. Dieses hat nur 2 Prozent einbüßen müssen und zeigt somit starke Resultate auf YCS sowie auch Regional-Niveau. Dies zeigt erneut, was für eine enorme Power das Deck besitzt und es sich doch wenig danach verändert, welches Top Deck neben ihm an der Spitze steht. Umso härter wird das Deck von verschiedensten Tech Karten gehittet. So werden nicht nur vermehrt Karten wie Angsteinjagendes Gebrüll (in 5 Decklisten enthalten) oder insbesondere Dimensionsbarriere (in 65 Decklisten mind. 1x integriert) gespielt, auch Decks welche mit Leichtigkeit beispielsweise Kikinagashi Fucho (in 15 Decklisten enthalten) spielen können, gewinnen an Beliebtheit. Und gerade letzteres ist in jedem Deck mit Stufe 1 Fokus leicht beschwörbar, was somit auch Snake-Eye-Varianten oder Yubel-Decks miteinschließt. Es gibt sogar schon Versuche, in Decks wie Centur-Ion Sangenpai Transcendent Dragion zu integrieren, da Centur-Ion Atrii den Typ Drache besitzt und somit über jeden Stufe 6 Bystial beschwörbar ist. Dadurch das Aktivierungsbedingung des Synchrobeschwörungseffekt von Stand Up Centur-Ion! nicht auf die Beschwörung eines Monsters aus der Zauber- und Fallenkartenzone angewiesen ist, sondern durch die Spezialbeschwörung durch einen beliebigen Spieler ausgelöst wird, kann somit über gegnerische Spezialbeschwörungen oder Bystials auch in der Battle Phase in dieses Synchro-Monster gegangen werden. Anschließend ist der Tenpai-Spieler nicht mehr in der Lage, Effekte in der Battle Phase anzuwenden, was den OTK verhindern dürfte. Der Tenpai-Spieler kann dies wiederum kontern, indem er selber den Transzendenten Dragion in der Main Phase beschwört, doch wird dies die Menge des Schadens sichtbar verringern. Alles in allem nimmt das Tenpai-Deck die Rolle ein, welche bereits Decks wie Floowandereeze oder rund um Mystische Mine eingenommen haben. Und auch diese haben einen gezwungen, eine spezielle Strategie auszuarbeiten, um gegen diese Decks agieren zu können.
Ansonsten halten sich die direkten Auffälligkeiten in dieser Woche stark zurück. Trotzdem möchte ich noch auf einen interessanten Aspekt hinweisen, der beim betrachten des Pie Charts auffällt: nachdem man die Top 4 Decks, Snake-Eye, Tenpai Dragon, Fire King und Yubel, abzieht, wird das Format sehr divers. So haben wir 9 weitere Decks direkt auf dem Diagramm und 32 weitere verstecken sich mit 1 oder 2 Ausführungen im Other-Bereich. Das bedeutet das eine relativ große Auswahl an Decks im Tier 2 Bereich besteht, aus denen man wählen muss. Und auch wenn viele davon vermutlich durch die neuen Handtraps stark unterdrückt werden, gibt es auch einige, welche diese selber spielen können.
Woche 3 ROTA - kehrt Yubel zurück?
In der finalen Woche dieses Reports veränderten sich auf dem ersten Blick die Top Spots doch sehr gewaltig. So hatte Yubel es schlussendlich doch noch geschafft Snake-Eye zu überholen. Und auch Fire King musste seinen ersten Platz sichtlich an Tenpai Dragon abtreten. Doch auch hier stellt sich die Frage, ob man nicht weiterhin Fire King und Snake-Eyes als ein und das selbe Deck betrachten sollte. Denn mit diesem zweiten Blick im Hinterkopf hielten sich die Feuer-Deck-Variante auf 27,3 % und würden somit immer noch das Metagame anführen, auch wenn der Abstand zu den beiden Mitessern sichtbar abgenommen hat.
Doch ein Blick nur auf die Einzelkarten gewährt keine Begründung für diese Veränderungen. So ist deren Zahl im großen und ganzen identisch geblieben. Auch bei den Techs oder Decks gab es nichts, was einem sofort ins Auge gesprungen ist. Aber diese "Pause" würde ich dafür verwenden, um den Blick auf die Entwicklungen der meistgespielten Engines zu schwenken:

Wie auch bei den anderen Daten in diesem Bericht, entstammt dieses Diagramm aus einem eigenen Spreadsheet, wo ihr die entsprechenden Daten selber verifizieren könnt. Für die Bestimmung, welche Karten genügen, um eine gespielte Engine als solche zu identifizieren, hab ich schon im letzten Report ausführlich behandelt und kann jederzeit nachgelesen werden.
Und wenn man sich nur auf die letzten beiden Balken beschränkt wird man auch an den meistgespielten Engines sehen, das sich wenig bis gar nichts zwischen Woche 2 und Woche 3 getan hat. Dafür sieht man aber eine große Veränderung von Woche 11 INFO zu Woche 1 ROTA. So haben entgegen der vorherigen Prognosen die Zahl der Kashtira und Fiendsmith-Engines mit dem neuen Set stark abgenommen und sich seither fast gar nicht erholt. Stattdessen hat diesen Platz die Azamina-Engine eingenommen und hat sich am stabilsten erhalten können. Auch hierfür kann der Grund in den neuen Handtraps Mulcharmy Fuwalos und Dominus Impulse erkannt werden. Denn anders als die Fiendsmith-Engine erlaubt es die Azamina-Engine auch mit weniger Spezialbeschwörungen aus dem Deck oder Extra Deck auf ein passables Board enden zu können. Dies gilt zwar grundsätzlich auch für Kashtira, doch büßt letztere insbesondere durch Dominus Impulse ein. Denn alle Decks, die sich auf die Kashtira oder Fiendsmith-Engine verlassen, spielen automatisch Licht (jedes Fiendsmith-Monster), Wind (Kashtira Unicorn) oder Erde (Kashtira Fenrir), wodurch eine von der Hand aktivierte Dominus Impulse plötzlich die Verwendung der aktivierenden Effekte dieser Monster einbüßen wurde. In der Folge verzichten meist alle Decks, welche sich auf diese Karten verlassen, zugleich auch auf Dominus Impulse, was ihnen wiederum einen sichtbaren Nachteil gegen die Konkurrenz einbringt. Die Frage die sich hierbei stellt, ist die, ob dies weiterhin so verbleiben wird, oder in den späteren Formaten rotiert. Denn wie sich bereits im OCG gezeigt hat, hatte dort auch Dominus Impulse sowie Azamina einen Initialen Topstart, während es in den Folgewochen immer stärker abgenommen hat. Andererseits hatte das OCG damals ein weitaus stärkeres Format mit Karten wie Beatrice, Lady of Eternal auf dem limitierten Status als es im heutigen TCG der Fall ist. Allgemein kann man festhalten, das seit dem neusten Set im TCG fast alle Decks die Fiendsmith-Engine gecuttet haben, ausgenommen sie spielen von sich aus schon Unterweltler-Monster wie beispielsweise Muckraker From the Underworld oder Unchained Soul of Sharvara. Zwar gibt es noch vereinzelte Snake-Eye Decks welche die Karten integrieren, doch auch hier kann man Woche für Woche einen Abwärtstrend erkennen. Genauso ergeht es Kashtira, welche außerhalb seines eigenen Decks nun fast ausschließlich in Snake-Eye wiederzufinden ist und auch hier immer weiter abzunehmen droht. Nun steht die Frage im Raum, ob dies nur ein kurzfristiger Trend ist, oder einfach dem Interesse an der neuen Engine und dem "New Toy Syndrome" geschuldet ist. Doch auch das soll weiter beobachtet werden.
Theme Spotlight: der aktuelle Feuer-Gulaschtopf
Nachdem wir jetzt einige Zeit lang keine Decks mehr im Spotlight hatten, würde ich dies nun gerne wieder aufnehmen. Und den Anfang mach ich dabei mit einem Deck, welches seit dem Release von Rage of the Abyss einen interessanten Schwenk hingelegt hat. Und dafür nehme ich mir auch einfach mal die Deckliste des erstplatzierten Landon Oliver von der YCS Niagara Falls zur Hand:

Was direkt erstmal auffällt ist die doch recht kleine Menge an Snake-Eyes Monster. Denn nach der neusten Liste der limitierten und verbotenen Karten ging der Trend dahin, das zwei oder sogar drei Kopien von Snake-Eye Oak dem Deck hinzugefügt worden sind, um die verlorenen Puzzleteile auszugleichen. Interessanterweise wurde sich hier aber dagegen entschieden und auch die Fire King Engine wurde nur um zwei Fire King Courtier Ulkanix und dem zugehörigen Brick Feuerkönig Hochavatar Garunix erweitert, anstatt beispielsweise die Anzahl der Fire King High Avatar Kirin oder Sacred Fire King Garunix anzuheben, und somit ein "richtiges" Fire King Deck zu werden. Stattdessen wurde sich entschieden, auf 15 Handtraps zu verlassen, wovon eine ebenfalls Dominus Impulse war. Dies hatte wiederum zur Folge, dass sich nicht auf Kashtira oder Fiendsmith verlassen wurde, sondern auf die neue Engine rund um die Azamina-Karten. Interessanterweise hat er sich auch hier gegen ein Komplettpaket aus drei Deception of the Sinful Spoils entschieden und nur zwei Kopien in das Deck integriert. Dies sorgt zwar dafür, dass das Deck kompakter wird, und auf 42 Karten passt, hat aber schon für einen interessanten Einfluss gesorgt. Zwar ist Deception immer noch ein 1.5-Karten-Weg um in die Snake-Eye-Kombo zu kommen, doch soll diese wohl primär von Diabellstar the Black Witch zugegriffen werden, und eben nicht hart aufgezogen sein. Dies ergibt auch Sinn, existiert neben der Täuschung nur Original Sinful Spoils - Snake-Eye in der Main Engine als suchbares Ziel für Diabellstar. Und gerade Letztere wird in den Standard-Kombos als Fusionsmaterial verwendet um schlussendlich für ihren Friedhofseffekt verbannt zu werden.
Die typische Standard-Kombo sieht dabei wiefolgt aus:
- Zuerst wird auf einen beliebigen Weg Diabellstar the Black Witch beschworen. Ihr Effekt wird aktiviert und Deception of the Sinful Spoils vom Deck gesetzt.
- Nun wird selbige aufgeflippt und ein Monster von der Hand oder dem Spielfeld als Tribut angeboten um The Hallowed Azamina zu suchen. Bei dem Tribut kann Diabellstar weggesendet werden, aber es bietet sich an stattdessen Bricks aus der Hand zu entfernen.
- Anschließend wird The Hallowed Azamina verwendet, um aus Deception of the Sinful Spoils Azamina Mu Rcielago zu machen[1]. Mu Rcielago darf wiederum Sinful Spoils und Azamina-Karten aus dem Deck auf die Hand suchen, hier nur noch Original Sinful Spoils - Snake-Eye.
- Daraufhin könnte man Original Sinful Spoils - Snake-Eye aktivieren, Mu Rcielago wegsenden und ein Snake-Eye-Monster oder Legendary Fire King - Ponix vom Deck spezialbeschwören. Doch dies spielt gefährlich in beispielsweise Bystials welche Mu Rcielago vom Friedhof verbannen könnte, sodass häufig entschieden wird, den Friedhofs-Effekt von The Hallowed Azamina anzuwenden und damit Mu Rcielago zurück ins Extra Deck zu legen und die Zauberkarte auf die Hand zu nehmen. Anschließend wird The Hallowed Azamina verwendet, um mittels Original Sinful Spoils - Snake-Eye Azamina Ilia Silvia spezial zu beschwören. Ab diesem Punkt besitzt man einen Omni-Negate, welcher problematische Effekte annullieren kann.
- Jetzt kann der Friedhofseffekt von Original Sinful Spoils - Snake-Eye verwendet werden, Diabellstar zurück ins Deck gemischt werden und sich das gewünschte Stufe 1 Feuermonster auf die Hand gesucht. Anschließend kann selbiges Normalbeschworen werden und der Rest der Kombo kann durchgeführt werden.
Wie man sieht erzeugt die Azamina-Engine einen einzelnen Negater und sucht zugleich ein Feuer-Monster der Stufe 1, was entweder die Fire King oder Snake-Eye Engine zum laufen bringt. Außerdem hilft es dabei die Bricks, welche das Deck in Form von Snake-Eyes Flamberge Dragon, Feuerkönig Hochavatar Garunix und Sacred Fire King Garunix zahlreiche besitzt, noch sinnvoll weiterverarbeiten zu können. Dies sorgt dafür, das alle drei Engines nun noch besser ineinander greifen und sich gegenseitig sichtbar unterstützen.
Bevor ich diesen Abschnitt aber beende will ich noch auf einige interessante Punkte in seinem Side Deck hinweisen. So hat er einen einzelnen Nibiru the Primal Being hinzugefügt, um diesen voraussichtlich über die beiden Mulcharmy-Monster, die er jeweils im Main und Side spielt, aufzuziehen. Außerdem hat er sich für Vergeltendes „C“ entschieden, welche primär das Mirror Match gegen die Azamina-Engine verbessern soll. Außerdem hat er sich entschieden, die zuvor im Fire King Main Deck etablierte Karte Fire King Sky Burn in das Side Deck zu verbannen, voraussichtlich gegen Backrow-Heavy Matchups oder gegen Centur-Ion gerüstet zu sein. Zwei weitere sehr interessante Karten sind dann Sinful Spoils of Betrayal - Silvera sowie Dramatic Snake-Eye Chase. Letztere fungiert hier wohl primär als Extender, da Snake-Eye Poplar mit so wenig Snake-Eye-Zauberkarten nur selten ein weiteres Suchziel besitzt, und diese Karte in der Lage ist die Snake-Eye Engine zurück mit den Diabellstar-Karten zu verbinden. Und in eine ähnliche Richtung geht auch Silvera. Diese kann nämlich ebenfalls von Mu Rcielago gesucht werden und ermöglicht es so, falls man keine Diabellstar für Deception of the Sinful Spoils als Tribut angeboten hat einen zusätzlichen Negate in das Deck zu kriegen. Zusätzlich sorgt diese Falle auch dafür, die Diabellstar im gegnerischen Turn zu triggern, sodass man sie nicht nur wiederbeleben sondern auch erneut suchen kann.
Abschließende Worte
Damit würde ich dann auch schon zum Schluss kommen. Wie man sieht entwickelt sich das Format in eine bisher doch noch recht interessante Richtung. Es bleibt abzuwarten, ob wir damit wieder in Richtung eines Stalemate-Formates laufen, oder noch andere Entwicklungen entstehen. Doch das wollen wir dann im nächsten Artikel bewerten. Ansonsten würde ich das Wort nun an euch zurückgeben. Was haltet ihr von den ersten Entwicklungen die das Set gebracht haben? Steht ihr dem ganzen eher positiv gegenüber, oder habt ihr eher eine Kritik gegenüber beispielsweise Mulcharmy Fuwalos zu äußern? Falls ja, dann schreibt doch etwas dazu in den Kommentaren.
-deckcreator16
[1] Falls es nicht bekannt sein sollte, erkläre ich nochmal kurz die Funktionsweise der Azamina-Fusionskarten: Anders als bei einer regulären Fusion werden Sinful-Spoils-Zauber- und Fallen auf den Friedhof geschickt, und anschließend Monster beschworen, deren das 4-fache der verwendeten Zahl nicht überschreiten oder entsprechen. Dies kann leicht mit einer "normalen" Ritualbeschwörung verwechselt werden, wo die tributene Stufen-Menge diese entweder entsprechen oder überschreiten muss, wobei jede Zauber- oder Fallenkarte hier als Stufe 4 Monster behandelt werden würde. Hier wird aber die andere Richtung betrachtet. Heißt wenn ich eine Karte als Material verwende, kann ich alle Monster beschwören dessen Stufe 4 bis 7 entspricht. Bei der Stufe 8 muss ich hingegen zwei Zauber- oder Fallen wegschicken. Als Merkleitsatz könnte man es so betrachten, das man Zauber- und Fallenkarten verwendet und dabei die Fusionskarte mit verwendet wird.