Warum noch ein TCG?

Es ist wohl unbestreitbar, die Helden von Azeroth sind ein größerer Erfolg geworden als wohl jeder erwartet hätte. Und schaut man sich die Frequentierung der Fan-Foren an, so sieht es nicht so aus, als würde sich dies bald ändern. Daher ist es an der Zeit sich diesem Sammelkartenspiel aus verschiedenen Richtungen zu nähern.


Auch wenn die Überschrift dies vermuten läßt, soll es hier nicht um die Motiviation von Blizzard / UDE bezüglich eines neuen Sammelkartenspiels gehen, diese Frage mag sich jeder Leser selbst beantworten. Vielmehr ist hier eher ein indivdueller Ansatz gewählt, der mir auch gleichzeitig Gelegnheit gibt, ein wenig von mir zu erzählen, habe ich doch die Absicht hier öfters von mir hören zu lassen.


Als man – genauer gesagt der Fantasia-Verlag – mich fragte, ob ich auf etcg.de auch (bisher habe ich in der Sammelkartenwelt nur im Card Players Magazin über YGO geschrieben) WoW-Artikel schreiben will, habe ich gerne zugesagt. Schließlich ist dieses Forum jedem TCG-Fan ein Begriff und so ein Angebot bekommt man wohl nicht allzu oft.


So werde ich denn versuchen – frei nach dem Vorbild anderer konstanter und allseits bekannter Autoren auch in anderen Foren – hier lesenwerte, unterhaltsame und nicht immer ganz ernst gemeinte Artikel rund um das Thema "Bemerkenswertes aus der Welt von Warcraft" einzustellen. Und das eine oder andere aus dieser fantastischen Welt hervorzuheben oder einfach nur zu kommentieren.


Kehren wir aber wieder zur Eingangsfrage des Artikels zurück!


Da beschäftigt man sich viele Jahre lang mit einem Sammelkartenspiel investiert einen großen Teil seiner Ressourcen, versucht voranzukommen oder groß raus zu kommen – je nach gusto- - und fühlt sich eigentlich in der Klientel dieser Tag-Gefolgschaft zu Hause. Und dann das…


Die Ankündigung für ein neues Sammelkartenspiel angesiedelt im Warcraft Universum.


Warcraft war und ist den meisten bereits ein Begriff. Sei es aus Begeisterung für das ursprüngliche PC-Spiel, seine sämtlichen Add-Ons und des Weltraum-Ablegers Starcraft oder einfach für WOW-Online.


Zugegeben mit dem online Spielen hat es bei mir leider nie geklappt, da anfangs die Infrastruktur und später die zeitliche Verfügbarkeit nicht passten. Aber Warcraft in allen seinen Facetten (das schließt vor allem auch die Geschichte rund um die Spiele ein) begeisterte mich damals immer über Wochen und Monate hinweg. Und als das Thema für den ersten Artikel feststand, suchte und fand ich in meiner alten Spielesammlung schließlich noch Warcraft II + Erweiterung - schon 12 Jahre alt (es existiert wohl kein PC mehr, auf dem dieses Spiel laufen würde) und noch aus einer Zeit stammend, "als die bösartigen Orcs die friedliebenden Menschen überfielen..."


Als ich diese Ankündigung also vor ca. einem Jahr las, war ich – die ich mich jahrelang erfolgreich gegen jede Versuchung anderer TCG's, außer dem bereits erwähnten, erfolgreich wehrte – sofort begeistert. Wenn überhaupt ein anderes Sammelkartenspiel dann konnte es nur dieses sein. Verbanden sich doch zu viele positive Erinnerung an diese Welt und gepaart mit den begeisterten Äußerungen bereits Verführter, wagte ich die ersten Schritte in eine neue geheimnisvolle Welt. Und auf einmal war es YGO, das - anfangs vergeblich - um Aufmerksamkeit kämpfen musste.


Viele werden dieses "Schicksal" teilen, und eine Vergangenheit in Magic und/oder YGO haben - oder kommen aus der Online-Welt in das "reale Leben" eines TCG's - wollten mit einem oder zwei Starterdecks nur mal reinschnuppern, einfach mal antesten und sind hängen geblieben.


Hängen geblieben in einer Welt, die ich nie zuvor betreten hatte, die sich aber so vollkommen anders als die von YGO darstellte und die sie gerade deshalb so anziehend für mich machte. Fasziniert vom Unbekannten, machte ich mich – wie wohl jeder andere Infizierte auch – auf, diese Welt für mich zu erobern, lernte ihre Gesetze und "Bewohner" kennen und entdeckte ihre Möglichkeiten, die sich bei einem Set und einem Raid-Set noch sehr in Grenzen halten, aber weitere Bausteine der Welt warten in greifbarer Nähe.


Und auf einmal stellt sich die Eingangsfrage nicht mehr. Stunden voller Spaß, Spannung, das Kennenlernen vieler "Leidensgenossen" und mitgenommene angenehme Erinnerungen wiegen das eingesetzte Geld und sonstige Aufwände bei weitem auf.


So hoffe ich, dass sich jeder die Faszination der ersten Stunde für dieses TCG noch lange bewahren kann und doch das eine oder andere Mal hier reinschaut.