Nachdem euch in der letzten Woche Capt. Nuke an dieser Stelle einen Artikel präsentiert hat, während ich meine planmäßige Pause hatte, bin ich heute wieder am Zug. Also hallo und herzlichen Willkommen zur ersten September-Ausgabe meiner Kolumne!
Heute befassen wir uns mit Schmuckstücken. Schmuckstücke finden wir nicht allzu selten als Yu-Gi-Oh!-Karten, man denke an die vielen verschiedenen Ringe (Ring of Destruction, Ring der Verteidigung, etc.), Uhren (Pyro Clock of Destiny) oder Masken wie Mask of Darkness oder Mask of Restrict (ok, Masken sind keine Schmuckstücke, mir fehlte nur ein weiteres Beispiel…).
Heute soll es aber nicht um ein Schmuckstück in Form einer Karte gehen, sondern eines, das erst durch die Karten entsteht. Völlig verwirrt? OK, die Rede ist von Ketten. Da kommt dem ein oder anderen möglicherweise schon die erste Frage auf…
Da wir jetzt endgültig bei Yu-Gi-Oh! sind, klären wir natürlich auch, was dort eine Kette ist.
Eigentlich sollte das (fast) jeder Spieler wissen, denn im Grunde ist es eine gewöhnliche Spielmechanik, nämlich das Reagieren mit einer Zauber oder Falle (oder einem Multi-Trigger-Monster-Effekt) auf einen vorher aktivierten Karteneffekt. So werden Karten (bzw. die Effekte der Karten) aneinander gekettet bis kein Spieler eben dies mehr tun möchte. Dann resolven die einzelnen Karten (bzw. Effekte) von hinten nach vorne, also die zuletzt gekettete Karte (Effekt) wird zuerst aufgelöst, dann die Vorletzte usw…
Wenn eine Kette entsteht, bezeichnet man die zuerst aktivierte Karte als „Kettenglied 1“, die/der daraufhin aktivierte Karte/Effekt ist „Glied 2“ usw… Da ich jetzt aber weder die Lust noch das nötige Fachwissen habe, um großartig von Rulings, dem Aufbau und ähnlichem Kram einer Kette zu reden, empfehle ich jedem einfach, das Regelbuch zu lesen (um Ketten zu verstehen) oder auf verschiedenen Internet-Seiten nachzuschauen (z.B. im Regelfragen-Bereich auf eTCG, vor allem für weitere Fragen)!
Nachdem das wohl geklärt ist, wenden wir uns dem für 95% der Leser (von mir ganz zu schweigen…) angenehmeren Teil zu, der Strategie. Diese gibt es für Ketten seit Cyberdark Impact (CDIP) nämlich auch. In dieser Edition erschienen eine Reihe von Karten, die ihre Effekte aktivieren, wenn bestimmte Bedingungen bei Ketten erfüllt sind. Somit sind Ketten eine der ersten Spielmechaniken, die ein eigenes Deckthema bekommen haben. Schauen wir uns erst einmal den „Ketten-Support“ genauer an!
CDIP bescherte uns (=den Spielern) gleich zwölf (!) Karten für das Thema „Ketten“. Wer jetzt gut und schnell im Kopfrechnen ist, wird schon bemerkt haben, dass dies gleich ein Fünftel der Serie war! Rein rechnerisch hatte man so in jedem Boosterpack 1-2 solcher Karten.
Zugegeben, die meisten der Supporter sind alles andere als gut und was für Themendecks sich mit Ketten machen lassen, sehen wir gleich. Zunächst möchte ich die Karten aber einmal kurz vorstellen.
Einige Karten sind in der Lage, durch Ketten Kartenvorteil zu erwirtschaften. Dank Iris, der Erdmutter darf man immer nach einer 3-Glied-Kette eine neue Karte ziehen, für die gleiche Bedingung zerstört Blitzrächer ein beliebiges gegnerisches Monster.
Kombokämpfer und Kombomeister können, nachdem eine beliebig lange Kette in Main Phase 1 auftrat, jeweils 2x in der Battle Phase des dazugehörigen Spielzugs angreifen, das etwas schwächliche Menschliche Ungeheuer von Ares erhält 500 zusätzliche ATK-Punkte (was es allerdings nicht bedeutend stärker macht).
Bis jetzt wohl insgesamt etwas mau. Zum Glück fallen die Effekte der Zauber/Fallen etwas stärker aus! Kettenschlag fügt dem Gegner 400 Punkte x der Kettengliedsnummer des Schlags zu. Schnell sind so mal 1200-2000 Punkte an Schaden erzielt (warum die Karte limitiert ist, weiß ich trotzdem nicht, denn überstark ist sie auf keinen Fall). Der Effekt von Wundersame Wiedergeburt erinnert einen an das damalige Original, nur die Aktivierungsbedingung (WW muss Glied Nummer 4 oder höher sein) ist vorhanden bzw. gleich in extremer Ausführung (verständlich bei einem solchen Effekt).
Mystischer Wind-Taifuns Effekt ähnelt dem des MST, nur kann der MWT erst als Kettenglied 3 aktiviert werden.
Kettenheilung und Kettendetonation ähneln sich als erste Fallen sehr stark, wobei man bei der Heilung 500 LP bekommt und der Gegner bei der Detonation denselben Betrag als Schaden erhält. Zudem erhalten die Karten, (natürlich) je nach Kettengliedsnummer, Zusatzeffekte.
Angehäufte Reichtümer birgt sogar einfachen Kartenvorteil, ist aber ähnlich schwer einzusetzen wie Wundersame Wiedergeburt.
Zu guter Letzt bleibt Einbildungsruf, die zunächst Feierliches Urteil ähnlich ist, aber schwieriger einzusetzen ist, dafür aber eine ganze Kette außer Kraft setzen kann, wobei das meistens nur den Ketten-Spieler behindern dürfte…
Die meisten „Deckideen mit Ketten“ konnten sich nicht lange halten, nur eine richtige Ketten-Strategie ist bis heute sehr interessant für viele Spieler und hat es bisher auch am weitesten gebracht, klar, das Ketten-Burner!
Wie wir bereits erfahren haben, fällt es dem Burner schwer, nach neuer Liste Fuß zu fassen. Vor allem die wiederkehrenden Zauber-/Fallenremoval machen das Leben um einiges schwerer. Das Ketten-Burner könnte jedoch noch Chancen haben, da man auf nahezu jede Situation reagieren kann, z.B. indem man einfach seine verdeckten Karten allesamt an einen Schweren Sturm ankettet. Auch trifft der gegnerische Nobleman of Crossout wohl auf recht wenige Ziele, da allgemein sehr wenig Monster gespielt werden, und die noch nicht mal alle verdeckt.
Das Ketten-Burner versucht, wie der Name schon sagt, über lange Ketten zu Effektschaden und folglich zum Sieg zu kommen. Von den vorhin vorgestellten Karten kommen für dieses Deck meist nur Kettenschlag und Angehäufte Reichtümer in Frage, aber auch durch zwei zeitgleich aktivierte Reckless Greeds kann man schnell Speed (die große Stärke des Decks) erlangen. Meist werden nur 5-7 Monster gespielt, dafür werden im Normalfall über 20 Fallen genutzt.
Nun wird über alle erdenklichen Schadensmacher versucht, den Gegner in nur wenigen Zügen zu eliminieren, was auch meist (zumindest in der 1. Runde) gelingt. Mit Zauber- und Fallen-Removals hat man es schwer gegen dieses Deck, da fast alles chainbar ist, selbst die meisten Staller wie z.B. Waboku. Am ehesten kann man dem Deck mit Königlicher Erlass beikommen (versteht sich aufgrund der vielen Fallen von selbst), natürlich sind auch Jinzo und Des Wombat gegen Burner immer gut. Doch auch hier sollte der Ketten-Burner-Spieler etwas entgegen zu setzen haben, denn Offerings to the Doomed, Twister u.ä. lassen sich wunderbar in die Deckstrategie einbauen. Somit ist das Ketten-Burner zu recht eines der momentan am stärksten Eingeschätzten seiner Art und vor allem bei uns regional (östlich des Ruhrgebiets) konnte das Deck schon den ein oder anderen Erfolg aufweisen, denn wenn es einmal in Fahrt ist und die Schwierigkeiten des Decks überwunden sind, ist es kaum noch zu stoppen. Übrigens konnte man dies ebenfalls schon häufiger auf den amerikanischen Shonen Jump-Turnieren sehen, wo sich Ketten-Burner häufiger mal in den Top 8 bzw. 16 einnisteten.
Zunächst ist hier noch eine Beispiel-Deckliste für ein typisches Ketten-Burner!
Monster:
3 x Lava Golem
1 x Spirit Reaper
1 x Morphing Jar
Zauber:
1 x Chain Strike
1 x Scapegoat
Fallen:
3 x Just Desserts
3 x Ojama Trio
3 x Secret Barrel
3 x Jar of Greed
3 x Dimension Wall
3 x Waboku
2 x Reckless Greed
1 x Ceasefire
1 x Magic Cylinder
1 x Gravity Bind
Wie eben schon angekündigt, liegt eine große Besonderheit bei der Aufteilung Monster/Zauber/Falle. Fünf Monster wären in einem „normalen“ Deck geradezu lächerlich und 27 Fallen total überzogen.
Die Monsterwahl beschränkt sich nur auf Lava Golem (hauptsächlich gegen Burner-Schädlinge in Monster-Form, vor allem Jinzo, (natürlich auch für den Schaden)), Spirit Reaper (selbstverständlich für den Schutz) und Morphing Jar (für Handkarten-Nachschub). Für diesen sorgen auch Reckless Greed, Jar of Greed und Accumulated Fortune, bei denen der Vorteil umso größer ist, wenn die Kette entsprechend lang ist. Mit
Für das Side Deck sollte man vor allem darauf achten, etwas gegen die schlimmsten Gegner des Decks parat zu haben. In erster Linie sollte man etwas gegen den momentan größten Störenfried Jinzo zur Hand haben. Monster-Removal, vornehm in Form von (Schnell-)Zauberkarten könnten hier das richtige Mittel sein. Hier bieten sich vor allem weitere Offerings to the Doomed und Lava Golems, Aufschlagen, Spalt oder Feierliches Urteil an. Wie wichtig es ist, den gegnerischen Jinzo wegzubekommen, sollte man bereits am Aufbau des Main Decks erkannt haben. Des Wombat sollte mit diesen vielen Mitteln auch kein großes Problem mehr darstellen.
Vor Königlicher Erlass sollte man sich dagegen nicht mehr zu stark fürchten. Natürlich sollte man auf Twister nicht verzichten, da auch nur ein bleibender Erlass tödlich sein kann, aber die Fallen-negierende Falle (*lol*) ist inzwischen aus vielen Side Decks verschwunden.
Ein weiterer Geheimtipp ist Doppelfalle, die dann sofort sowohl mit Jinzo, als auch mit Königlicher Erlass den Garaus macht!
Weiterhin sollte man über Schaden in leicht anderer Form (z.B. Des Koala und Tremendous Fire) und mehr Stall (Messenger of Peace u.ä.) nachdenken, wobei dies eher zur Slotfüllung dienen sollte…
Weiterhin könnte auch Mask of Restrict in einem Chain-Burn helfen, gegen einige Decks könnte dies wohl noch mehr helfen, als der Lava Golem. Zudem ist ja auch Jinzo mit der Maske schon „abgedeckt“.
Zu guter Letzt sei noch gesagt, dass man bei all den Mitteln gegen die Anti-Burner-Karten die Hauptstrategie des Decks nicht vernachlässigen sollte. Die Möglichkeiten der Kettenbildung dürfen nicht geringer werden, ansonsten hat man hinterher genug Karten, um gegen Jinzo & co. anzukommen, muss aber letztendlich einsehen, dass man nicht den entscheidenden Schaden drücken kann, da einfach die Mittel dazu fehlen. Ansonsten sollte man mit einem ordentlichen Build einiges hinbekommen können, vielleicht hat der ein oder andere ja schon Erfahrungen nach der neuen Banned List gemacht!
So, das wars auch schon wieder für diese Woche, unglaublich was man aus einer gewöhnlichen Spielmechanik machen kann oder?
Er kommt endlich! Unser Kartenpool rückt am 6. November diesen Jahres erneut eine Karte näher an den asiatischen Pool heran! Der „Light and Darkness Dragon“ wird als Promokarte dem „Yu-Gi-Oh! GX Manga (Vol.1)“ beiliegen, der sich vermutlich größerer Beliebtheit erfreuen wird.
In diesem Thread findet ihr sowohl alles zum Thema, inklusive der Quelle, den Infos zur Karte (ansonsten sollte sich vor allem Mastakillaz mit ihr auskennen…) und der dazugehörigen Diskussion!
Wenn das keine Neuigkeit ist, somit ein würdiger Thread der Woche!
Bis zur nächsten Woche,
Toby