Nachdem ich euch beim letzten Mal trotz eines fehlenden Diskussionsthread über die Stärke der Draw-Effekte der 3 Zauberkarten Schicksalsziehen,
Da wir bzw. ich nicht unbedingt ein Deck mit nur eine der Karten will/wollen (das könnte schon knapp 90% der Decks sein), schauen wir uns nun die Spielmöglichkeiten von Decks mit 2 oder allen 3 unserer Zauber an! Dabei möchte ich zunächst mal auf den absoluten Extremfall eingehen, bei dem man sogar sagen kann, dass es sich um eine auf die 3 Karten konzentrierte Draw-Engine handelt! Dabei will ich kein komplettes Deck bauen, sondern einen Teil eines Solchen!
Die ersten Slots lassen sich noch leicht erraten, es handelt sich um unsere 3 Zauberkarten!
Nun kann man auf verschiedene Weisen fortfahren. In diesem Fall wählen wir zunächst einmal das Beispiel, in dem die Karten herausgepickt werden, die sich sehr gut mit zwei oder sogar allen drei Karten gut kombinieren lassen. Um mal zunächst die Karten zu suchen, die wirklich mit allen Dreien kombinierbar sind, muss man nur nach dem gewohnten Ausschlussverfahren handeln.
Da alle Schicksalshelden dem Finsternis-Attribut entsprechen, ist es schon einmal kein Problem, die beiden entsprechenden Karten (Verlockung der Finsternis und Schicksalsziehen) zu kombinieren. Um auch noch die dritte Karte einbauen zu können, muss man nur noch die Bedingung, nämlich alle Level 8-Monster, „herausfiltern“.
Um es mal recht unkompliziert zu machen, bleiben folgende Karten übrig:
Nun, nachdem wir die Draw-Engine kennen gelernt haben, ist es wohl eine berechtigte Frage, in welchem Deck sie gut und vor allem effektiv einsetzbar ist! In diesem Sinne kam es mir gerade entgegen, dass am vergangenen Wochenende beim 50. Shonen Jump-Turnier und bereits vor geraumer Zeit (ungefähr als der erste Artikel online kam) im eTCG.de-Forum ein Deck auftauchte, dass zufälligerweise um diese Idee baute! Es handelte sich dabei um ein Exodia-Deck, nennen wir es Passenderweise Exodia-Turbo!
Es ist eben dieses Deck, was darauf baut, den Sieg durch das Aufziehen der Exodia mithilfe eines ungemein großen Draw-Speeds zu erlangen. Dabei sind die Strategie und der Aufbau des Decks recht schnell und einfach erklärt.
Immerhin sind bereits 18 (!) Slots durch die uns nun bekannte Engine belegt. Auch der Rest des Decks ist nahezu komplett dazu da, Speed, entweder durch Deck-Ausdünnung oder Draw-Effekte zu liefern. So finden sich z.B. auch Donnerdrache und Toon-Inhaltsverzeichnis (+1 Toon-Monster, das noch für eine der drei Drawer abgeworfen werden kann) im Deck wieder, um einfach das Deck verkleinern zu können. Ähnliches gilt für
Entscheidend für das Deck sind allerdings vor allem auch die drei Reckless Greeds. Diese steuern zwar dem eigentlichen Thema nichts bei, doch sind, was erste Tests meinerseits ergeben haben, zwei von ihnen zusammen aktiviert, schon „Gamebreaker“!
Dies war wohl bemerkt ein Beispiel für ein Deck, in dem die extreme Engine verwendet wird. Zugegeben, es dürfte auch nicht einfach sein, noch viele weitere gute Möglichkeiten zu finden.
Nun stellt sich die Frage, ob es nicht besser ist, eine nicht ganz so extreme und kombo-abhängige Engine zu benutzen!
Wie lässt sich das Ganze nun also noch besser und spielbarer anstellen? Immerhin soll die Draw-Engine nicht alles sein, was das Deck zu bieten haben soll! In einer weniger extremen oder auch in einzelnen Teilen anderweitig verwendbaren Engine sind wichtige Aspekte wie die Flexibilität oder die allgemeine Schlagkraft des Decks viel besser ausgeprägt, die einzelnen Karten müssen auch allein etwas leisten können und nicht nur in einer Kombo agieren können!
Wenn man sich nun verschiedene Decks der vergangenen Wochen und Monate kurz ansieht, wird schnell deutlich, wie viel besser eine solche Variante ist! Gehen wir nun mal kurz in 2 weiteren Beispielen auf die vergangene Zeit ein!
Die wohl bekannteste, am längsten währende und am meisten verbreitete Kombination unser Kartenzieher findet sich in den verschiedenen Turbo-OTKs wieder, zunächst im Diamond Dude Turbo, dann daraufhin in dessen Neu-Entwicklung, dem Cyber Valley Turbo, und neuerdings auch in ähnlichen Builds, die noch vermehrt auf den Vorteil und Sieg per Finsterer Bewaffneter Drache & den anderen Dark-Monstern/-Supportern.
Wie bereits an anderen Stellen (siehe auch letzter Artikel) erwähnt, findet sich hier zumindest die Hälfte der oben gezeigten Engine wieder. So sind 3 Schicksalsziehen aufgrund der um die Schicksalshelden-bauenden Monster-Slots schon Pflicht, da praktisch immer entweder ein Ziel vorhanden ist oder sich dieses leicht suchen lässt (dank Elementarheld Stratos, Der lebendig heimkehrende Krieger oder Verstärkung fuer die Armee). Ähnliches gilt für den zweiten Kartenzieher, Inzahlungsnahme. Diese lässt sich auch, wie wir inzwischen wissen, mit einigen Schicksalshelden kombinieren. Und deshalb wird auch einer dieser Helden, vorzugsweise Dogma, aber auch Plasma, gleich 3x gespielt, um auch immer etwas Abwurfbereites parat zu haben.
Nicht zu vergessen ist im DDT aber auch die Möglichkeit, Schicksalsziehen oder Inzahlungsnahme via Schicksalsheld – Diamond Dude in den Friedhof zu senden, um die Karten dann im nächsten Zug für noch mehr Speed und Kartenvorteil von dort aus zu aktivieren. Dies ist letztendlich auch ausschlaggebend dafür, dass die beiden Karten 3x gespielt werden können. Wie gesagt kommt aber natürlich auch hinzu, dass es eigentlich immer ausreichend abwurfbereite Karten gibt oder zur Not die beiden Draw-Karten ebenso für den Effekt einer anderen Karte abgeworfen werden können (z.B. Magische Steinsausgrabung oder Kartenzerstörung).
Obwohl dies alles in erster Linie auf den DDT bezogen war, so gilt fast alles ebenso für den modifizierten CVT! Einzig und allein steht der Diamond Dude nicht zur Verfügung, womit die Abwurfkosten nicht mehr umgangen werden können. Doch dafür finden sich immer noch dieselben Monster und meist noch mehr als im DDT zum Abwurf zur Verfügung. So wird im Main Deck meist nur auf eine Inzahlungsnahme verzichtet, die den Braten aber auch nicht fett macht. Der CVT ist ohnehin schnell genug und nicht so sehr auf die Draw-Effekte unserer beiden Karten angewiesen, auch wenn sie immer noch sehr wichtig bleiben. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass im Side Deck normalerweise noch die Möglichkeit des „Umboardens“ auf den inzwischen fast schon klassischen DDT besteht, indem dann auch, um wieder zum Hauptthema zurück zu kommen, die dritte Inzahlungsnahme integriert ist.
Inzwischen hat sich das alles etwas gewandelt. Verlockung der Finsternis tritt mehr in den Mittelpunkt, gerade die Inzahlungsnahme verschwindet etwas, was Schicksalsheld – Dogma u.a. weniger notwendig macht. Das Dark-Attribut tritt immer mehr in den Vordergrund, der Dark Armed Dragon wird immer mehr in nahezu jedes Deck integriert, doch mehr dazu weiter unten!
Um es mal zusammen zu fassen: man kann hier sicher auf die alte Redewendung „weniger ist mehr“ zurückgreifen! Dabei ist es auch wieder eine interessante Frage, ob die hier vorhandene Engine, wenn man von einer sprechen kann, wirklich kleiner oder nicht sogar größer als die eigentliche extreme Version, denn es ist, zumindest meiner Meinung nach, nicht genug, für die Engine nur folgende Karten aufzuzählen:
3x Schicksalsziehen
3x Inzahlungsnahme
Viel mehr gehören auch eigentlich noch viele andere Karten dazu, um das Deck wirklich zum Laufen zu bringen und Speed zu integrieren! Was würde man ohne Elementarheld – Stratos, Verstärkung für die Armee oder Der Lebendig Heimkehrende Krieger machen, die das Abwurfmaterial beschaffen oder ohne Schicksalsheld – Diamond Dude und Dark Magician of Chaos, die ab und zu mal (zur Not) das Abwurfmaterial sind?
Man sieht, dass eine Draw-Engine meist aus viel mehr besteht als nur ein paar Karten, die den Spieler Karten ziehen lassen, wie in unserem Beispiel. Es ist das Deck im Ganzen, was die Stärke ausmacht, fast jede einzelne Karte muss schon allein wirksam sein! Ein weiteres passendes Beispiel findet sich im nun etwas ausgedientem Perfect Circle wieder, wo jedes der für Schicksalsziehen abwurfbereite Monster etwas leisten konnte und auch einige andere Karten hier die Engine an sich wieder unterstützen. Gehören die Karten aber deshalb dazu? Ich weiß, ich schreibe heute irgendwie ab und zu im Edi-Style, aber letztendlich ist es auch nicht so entscheidend, ob jetzt Supporter der Engine auch Teil dieser sind. Und irgendwie ist es auch kaum zu beantworten, jeder hat da seine eigene Meinung oder?
Wichtig ist wohl in erster Linie, dass nun aber wohl klar geworden ist, was wichtig oder sogar entscheidend ist und dass es für die Allgemeinheit eben nicht ausreicht, einfach stur auf Karten ziehen zu spielen (Exodia ist da eine der wenigen Ausnahmen)!
Zu guter Letzt, um danach dieses Thema vorerst abzuschließen, wäre es doch auch noch einmal schön zu sehen, wie es momentan mit den Draw-Engines um Verlockung der Finsternis & co. aussieht!
Und zwar zeigte das Shonen Jump-Championship des vergangenen Wochenendes, wie sehr momentan alles über den Speed und das Dark-Attribut läuft. Die große Mehrheit der Decks in den Tops setzte auf Dark-Controls oder Turbos, die gleich oder ähnlich wie die bisher gesehenen Decks aufgebaut waren! Immer zu sehen waren dabei neben den PTDN-Monstern Finsterer Bewaffneter Drache und Finsterlord Zerato oder altbekannten Monstern Dark Magician of Chaos oder Schicksalsheld – Dogma auch vor allem die neueste „2 für 1“-Karte, die Verlockung der Finsternis, die sich meist eben noch leichter aktivieren lässt, als seine beiden Vorgänger!
Und egal ob das Sieger-Deck von Lazaro Bellido, das Deck des Zweiten, Kris Perovic, oder weitere, in den Tops vertretenen Decks (wie das des Deutschen Michel Grüner): immer stehen die 3 Draw-Karten sowie das Dark-Attribut im Vordergrund! Egal wie man es nennt: DAD-Turbo, Schwarzgeld-OTK oder wie auch immer. Man wird in Zukunft sicher noch öfter von Decks solcher Art hören und auch lesen, weshalb das hier als erster Einblick erst einmal genügen soll!
Das 50. Shonen Jump-Turnier in Costa Mesa hat am Wochenende die Augen der kompletten Yu-Gi-Oh!-Welt auf sich gezogen. Als Sinnbild dafür wird der entsprechende Thread im Nachhinein hiermit zum Thread der Woche benannt!
Greetz,
Toby