Aus 2 mach 1!

Bevor ich in der nächsten Woche wieder zum Thema "Deckbau" übergehe, möchte ich mich in dieser Woche noch einmal mit dem analytischen Teil der Strategie auseinandersetzen und ein immer häufiger anzutreffendes Phänomen entschlüsseln.


Es geht darum, dass immer mehr Finsternis-Builds um Finsterer Bewaffneter Drache mit Teilen des alten Perfect Circles um Light and Darkness Dragon zusammen als Hybrid gespielt wird. Was für Vor- und Nachteile das Ganze hat und wie sich so ein Deck zusammensetzt, versuche ich heute herauszufinden.



Fast schon Old School: Perfect Circle


Monster:


3 x Gravekeeper's Spy

2 x Cyber Dragon

2 x Destiny Hero - Fear Monger

2 x Destiny Hero - Malicious

2 x Caius the Shadow Monarch

2 x Light and Darkness Dragon

1 x Elemental Hero Stratos

1 x Destiny Hero - Disk Commander

1 x Raiza the Storm Monarch

1 x Sangan

1 x Spirit Reaper

1 x Marshmallon

1 x Treeborn Frog

1 x Snipe Hunter

1 x Card Trooper


Zauber:


3 x Destiny Draw

2 x Allure of Darkness

2 x Enemy Controller

1 x Heavy Storm

1 x Scapegoat

1 x Premature Burial

1 x Monster Reborn

1 x Brain Control

1 x Reinforcement of the Army

1 x Lightning Vortex

1 x Pot of Avarice


Fallen:


1 x Mirror Force

1 x Torrential Tribute

1 x Crush Card Virus

1 x Trap Dustshoot


Nach dem Erscheinen der neuen Liste bzw. schon einige Wochen vorher - beim Erscheinen von Phantom Darkness - verlor das in den mehr als sechs Monaten davor kontrollierende Perfect Circle deutlich an Spielstärke. Nachdem man vorher durch die Schicksalshelden-Engine so ziemlich das schnellste Deck darstellte und durch das Zusammenspiel von Monarchen, dem Light and Darkness Dragon und anderen Karten zum pluuus-Erzeugen auch jedes andere Deck kontrollieren und in Schach halten konnte, brachte die neue Edition mit den ganzen Finsternis-Monstern und verschiedenem Themen-Support das Deck der Helden zum Wanken. Zwar konnte man noch auf dem Winter Cup-Finale überzeugen, doch bei den meisten Spielern machten sich dort schon Anzeichen breit, dass es das mit diesem Deck fürs Erste war, zumal ja auch die neue Banned List das Deck im Gegensatz zu den meisten anderen Deckarten eher schwächte. Momentan kommen aber wieder viele Spieler auf den Light and Darkness Dragon und sein recht großes Potenzial zurück.


Und viel hat sich an dem Perfect Circle auch im neuen Format nicht geändert. Der Speed kommt vornehm durch die Schicksalshelden ins Deck, Schicksalsziehen oder Schicksalsheld - Disc Commander lassen Karten ziehen, während Elemental Hero Stratos oder Verstärkung für die Armee das Deck ausdünnen. Die Schlüsselkarten, die hier neben dem Light and Darkness Dragon und den (Schicksals-)Helden die Monarchen sind, können durch die vielen Spezialbeschwörungen meist problemlos beschworen werden. Egal ob die Standard-Reborner wie Wiedergeburt oder Monster wie Grabwächters Spion: genug Monster dürften in den meisten Fällen vorhanden sein. Zur Not hat man auch noch Spirit Reaper oder Marshmallon, die einfach mal etwas stallen.


Die Grundstrategie und der Grundaufbau ist eigentlich derselbe geblieben. Was sich aber beispielsweise verändert hat, ist die Besetzung der Tributmonster. Light and Darkness Dragon kann inzwischen nur noch 2x gespielt werden, auch wenn diese Zahl eigentlich der Standard war. Dazu kommt nur ein Raiza, der Sturmmonarch durch dessen Limitierung. Die frei gewordenen Slots werden vom ähnlich agierenden Caius, der Schattenmonarch ausgefüllt. Doch auch positive Veränderungen zum Vorteil des Decks hat es gegeben. Verlockung der Finsternis mag zwar grundlegend andere Decks gestärkt zu haben, doch auch im Perfect Circle ist er durch den hohen Anteil an Finsternis-Monstern (10-15) gut spielbar und einfach integrierbar. Auch der Crush Card Virus ist nun besser erhältlich und spielt auch hier dem Circle in die Karten, der durch gleich 6-7 entsprechenden Monstern sicher von dem Reprint der Crush Card profitiert hat.


Der Perfect Circle ist ein gutes Beispiel für ein schnelles und vorteilsbringendes Control, was auch der Hauptgrund für seine Spielstärke war und ist. Da das Deck aber allen wohl noch zu Genüge bekannt sein dürfte, gehen wir nun mal weiter auf das nächste Deck ein!



Das neueste Beispiel eines Meta-Decks


Monster:


3 x Dark Armed Dragon

3 x Cyber Valley

2 x Destiny Hero - Plasma

2 x Destiny Hero - Malicious

1 x Darklord Zerato

1 x Dark Magician of Chaos

1 x Jinzo

1 x Elemental Hero Stratos

1 x Destiny Hero - Disk Commander

1 x Destiny Hero - Dasher

1 x Dark Grepher

1 x Prometheus, King of the Shadows

1 x Armageddon Knight

1 x Destiny Hero - Fear Monger

1 x Snipe Hunter


Zauber:


3 x Destiny Draw

3 x Trade In

2 x Allure of Darkness

2 x Reinforcement of the Army

1 x Premature Burial

1 x Monster Reborn

1 x Brain Control

1 x Heavy Storm

1 x Machine Duplication

1 x D.D.R. - Different Dimension Reincarnation


Fallen:


1 x Crush Card Virus

1 x Torrential Tribute

1 x Mirror Force

1 x Return from the Different Dimension


Spätestens die Deutsche Meisterschaft hat es gezeigt: das Schwarzgeld-OTK, oder wie man es auch immer nennen will, hat die Spitze im Metagame nach dem Bannen verschiedener OTKs endgültig übernommen. Zwar blieb der DM-Titel verwehrt, doch dass 12 von 16 Decks in den Tops dem Finsternis-Element entsprungen sind, zeigt die Spielstärke, die in erster Line durch Phantom Darkness hervorgerufen wurde.


Als anscheinend beste Variante der Finsternis-Builds hat sich die mit dem größsten Speed hervorgetan, die auch daher schon fast als Dark-Turbo bezeichnet werden kann. Dies trifft eine Form, wie sie beispielsweise Vittorio Wiktor bei der Deutschen Meisterschaft gespielt hat, zu. Dort war bekanntlich der Speed durch praktisch jede Karte gegeben. Entweder wurden neue Karten nachgezogen, das Deck ausgedünnt oder anderes getan, um einen OTK vorzubereiten oder auszuführen. Denn eins steht fest: auch ohne Dimensionsfusion hat das Deck einen hohen OTK-Faktor. Der Speed und die Spielstärke des Decks machen momentan den Unterschied aus. Da kann aus dem Nichts mal ein Finsterer Bewaffneter Drache von oben kommen und das Spiel herumreißen. Gleiches gilt für Finsterlord Zerato bei einem Schicksalsheld - Dasher im Friedhof, wie wir es beim Finale der Deutschen Meisterschaft beobachten durften. Kartenvorteil ist auch hier an der Tagesordnung und es ist auch nicht selten, dass der Schwarzgeld-Spieler mal auf 7-8 Handkarten aufzieht, wogegen man meist nicht mehr viel machen kann.


Die hier gewählte Deckliste ist geringfügig langsamer und etwas mehr auf Control ausgelegt, um es besser mit dem zuerst gezeigten Deck kombinieren zu können. Halten wir uns aber nun nicht mehr länger mit Bekanntem auf, sondern gehen wir nun auf das Hauptthema ein!



Die Kombination der Stärken


Das, worauf ich hinauswollte und auch schon in der Einleitung hingewiesen habe, ist die neuerdings in einer bemerkenswerten Zahl gespielte Hybrid-Version. Beim Betrachten der Strategien und des jeweiligen Deckaufbaus erscheint dies aber in einigen Zügen durchaus logisch und ohne zu wissen, wie ein solches Deck laufen könnte, würden die Meisten wohl sagen, dass ein solches Hybrid-Deck durchaus Potenzial hat. Immerhin hat man neben dem gemeinsamen Speed-Element (jedoch in verschiedenen Ausführungsgraden) sowohl den OTK-Faktor und die Schlagfertigkeit über die Finsternis-Monster um Finsterer Bewaffneter Drache als auch das Control-Element um Light and Darkness Dragon und Monarchen abgesichert. Da sich die Zauber- und Fallenkarten sowieso schon in weiten Teilen ähneln - man spielt ja jeweils die Staples, themenbezogene Karten wie Verstärkung für die Armee sowie dieselbe Draw-Engine -, muss nur noch das LineUp bei den Monstern angepasst werden. Da es auch hier einige Gemeinsamkeiten gibt, sollte sich auch das verbinden lassen, in der Theorie also schonmal alles eine lösbare Aufgabe!


Doch wie genau lässt sich das jetzt bewerkstelligen? Als Deckvorlage für die Hybrid-Version habe ich übrigens das Top 8-Deck der DM von Roland Gress verwendet!


Fangen wir mit den Monstern an! Ohne Widerspruch sind hier wohl als Schlüsselmonster sowohl der Dark Armed Dragon als auch der Light and Darkness Dragon in maximaler Ausführung, also dreifach bzw. zweifach, gesetzt. Als weiteres Tributmonster fungiert Caius, der Schattenmonarch, der hier für das Perfect Circle die Monarchen vertritt und als Finsternis-Monster besser als Raiza, der Sturmmonarch zum Schwarzgeld passt. Auch er wird natürlich 3x gespielt.


Eine weitere interessante und passende Karte für das Hybrid ist Grabwächters Spion, der sowohl das Dark-Attribut unterstützt, Tributmaterial beschafft und das Deck ausdünnt und Vorteil auf dem Feld schafft. Da man ja zur Not einen nutzlosen Spion mit Verlockung der Finsternis abwerfen kann, kann er ruhig ebenfalls in maximaler Anzahl gespielt werden. Die D-Hero-Engine muss aus Platzgründen ebenfalls etwas zusammenschrumpfen, aber auch Elemental Hero Stratos, Schicksalsheld - Disc Commander sowie je zwei Schicksalsheld - Fear Monger und Schicksalsheld - Malicious dürften, wie man es vom Circle ja kennt, ausreichen. Gerade der Malicious ist als Tributmaterial wichtig, hinzu kommt, dass die gewählten Schicksalshelden ausnahmslos für Crush Card Virus opferbar sind und größtenteils aber auch alleine etwas bewerkstelligen können. Von daher scheint diese Auswahl nur logisch.


Um das Finsternis-Attribut (vor allem aus dem Friedhof) noch etwas ausnutzen zu können, wird zudem auf einen Schlag-Ninja zurückgegriffen. Dieser mag dem ein oder anderen etwas "rand0m" vorkommen, doch da das Deck ja nicht ausschließlich aus Finsternis-Monstern besteht, und man ihn daher im Early Game meist weniger gebrauchen kann, und auch Verstärkung für die Armee gespielt wird, dürfte der einen Ninja wohl reichen, zumal auch im Normalfall dieser eine Ninja für genug Vorteil ausreicht.


Mit Sangan, Jäger im Hinterhalt und Baumfrosch werden die Monster-Slots, ohne dass es eine große Erklärung dessen bedarf, abgeschlossen.




Wie gesagt: bei den Zauber- und Fallenkarten sind die meisten Slots eher gewöhnlich und standardmäßig verteilt, weshalb eine Erklärung wohl nicht immer von Nöten ist.


Fangen wir hier mal bei der Draw-Engine an. Auf Inzahlungsnahme wird hier gänzlich verzichtet, da ja auch Schicksalsheld - Plasma gänzlich fehlt und man den Light and Darkness Dragon für gewöhnlich lieber ausspielen will. Dafür sind aber noch beide Exemplare von Verlockung der Finsternis vorhanden, die sich aber, um ehrlich zu sein, in praktisch jedes Deck fast problemlos einbauen lassen. Dass das reicht, sollte auch durch die Spielstärke des Disc Commanders nochmal vor Augen gehalten werden, für den es ja auch genug Variationen zum Kartenziehen gibt. Allein durch die Staples Voreiliges Begräbnis und Wiedergeburt lässt sich - nicht nur über den Commander - einiges an Vorteil herausschlagen, gerade da ja auch der gegnerische Friedhof dank der Wiedergeburt zugänglich ist. Und dass durch diese Reborner ebenfalls wichtiges Tributmaterial geschaffen wird, sollte inzwischen deutlich geworden sein.


Zum Thema "Tributmaterial" passen auch Gehirnkontrolle, die auch gern als Finisher eingesetzt wird, und Feindkontrolle, die immer noch eine der vielseitigsten Karten überhaupt ist. Letztere kombiniert übrigens auch gut mit dem Tokens, die Sündenbock produziert, obwohl diese ja eigentlich eher zur Verteidigung da sind. Auch so können also mehr oder weniger indirekt Monster zum Opfern herbeigeführt werden, nebenbei wird hier, wie schon gesagt, der defensive Aspekt unterstützt. "Flexibilität" ist hier wie so oft das Stichwort. Auch das gute Zusammenspiel von Baumfrosch und Feindkontrolle, durch das man quasi eine kostenlose Gehirnkontrolle erhält, erklärt sich fast von selbst.


Abgerundet werden die Zauber von der bereits erwähnten Verstärkung für die Armee, die immer den passenden Krieger (Stratos, Ninja oder Schicksalsheld) heraussucht, und Schwerer Sturm, die ohne Diskussion ebenfalls eine Staple ist.




Mit 21 Monstern und 13 Zaubern im Deck, bleiben noch 6-7 Slots für die Fallen, um in etwa auf die ideale Kartenanzahl für ein Deck von 40 zu kommen.


Spiegelkraft und Reißender Tribut sind hier als typische Mass-Removals schon seit Generationen gesetzt. Gleiches könnte in Zukunft wohl auch auf den Crush Card Virus zutreffen, wäre dieser nur etwas preiswerter zu erhalten- Trotzdem ist er hier durch gleich sechs mögliche Monster zum opfern und aufgrund seiner unglaublichen Spielstärke optimal.


Weiterhin wurden in dem Deck 2 Bodenlose Fallgruben gespielt, die sich bei genauerer Überlegung als gute Wahl beweisen. Immerhin kann, wie vor Wochen bereits gesagt, ein Finsterer Bewaffneter Drache fast ohne Schaden beseitigt werden. Zu guter Letzt kommen die wiedererstarkten Bodenklappenfalle und Geisteszersetzung zur Handkontrolle hinzu.


Das gesamte Deck:


3 Finsterer Bewaffneter Drache

2 Light and Darkness Dragon

3 Caius der Schattenmonarch

1 Elemental Hero Stratos

2 Schicksalsheld - Malicious

1 Schicksalsheld - Disc Commander

2 Schicksalsheld - Fear Monger

1 Schlag-Ninja

1 Jäger im Hinterhalt

1 Sangan

1 Baumfrosch

3 Grabwächters Spion


3 Schicksalsziehen

2 Feindkontrolle

2 Verlockung der Finsternis

1 Premature Burial

1 Wiedergeburt

1 Heavy Storm

1 Gehirnkontrolle

1 Sündenbock

1 Verstärkung für die Armee


1 Spiegelkraft

1 Reißender Tribut

1 Bodenklappenfalle

1 Geisteszersetzung

1 Crush Card Virus

2 Bodenlose Fallgrube




Mit einer kurzen Zusammenfassung der Vorteile dieses Hybrids verabschiede ich mich für diese Woche!


  • Kontrolle durch LaDD & co.
  • OTK-Potenzial und Schlagkräftigkeit durch DAD & co.
  • Speed durch die D-Hero-Engine


Greetz,

Toby