Allround-, Player Management Judges an drei Laptops

Als ich gestern damit begann die Einleitung niederzuschreiben kam ich über mehrere Ecken zum Titel des Artikel:

Drei Notebooks für zwei Allrounder

Jedoch rang ich mich dazu durch den oben stehenden Ausdruck zu verwenden, weil er das Augenmerk mehr auf den Teil des Artikels legt, den ich für wichtiger halte.


Der Tag vor dem ersten großen Highlight des angebrochenen Jahres 2009.

Innerlich aufgewühlt und ebenso inbrünstig trottete ich über den braunen und matschigen Ascheplatz an der Klarastraße. Den morgigen Tag fest vor Augen und beinahe greifbar. Auf der Suche nach einer Ablenkung...

Die Flutlichtmasten erhellen die entlegensten Winkel des 600 Quadratmeter großen Feldes und tauchen den umliegenden Schulhof in ein schummriges Dämmerlicht.

Auf der Suche nach einer Ablenkung...

Meine übergroß geratenen Füße rammen sich zusammen mit den Stollen in den Untergrund und warfen Fragmente der Asche in die Luft.

Im Nachhinein lache ich darüber einen Glassplitter aufgehoben zu haben, nur um für einen Moment nicht an Morgen denken zu müssen. Der Splitter war nach innen gewölbt und knappe zwei Zentimeter groß...


Etwa 120 Minuten später prasseln Wassermassen in der kleinen Duschkabine auf mein Haupt.

Ich suche noch immer nach Ablenkung.

Also trotte ich in Gedanken versunken durch die Dunkelheit zwischen den Laternen hindurch nach Hause und nehme die nicht aufhörenden Treppen bis hin in den zweiten Stock.

Dummerweise vergaß ich vorher den Lichtschalter und wandelte völlig blind durch den pechschwarzen Korridor, der kurzzeitig vom einfallenden Dunkel des Abends erleuchtet wurde.


Drinnen angekommen stieß ich auf meinen Coveragekollegen Shurgal aka Tobias und meinen Bruder Sebastian, die es zu einer Partie Siedler von Catan, genauer gesagt Candamir- Die ersten Siedler, in die Küche verschlagen hatte.


Ich nahm die beiden auf eine seltsame Art und Weise gar nicht richtig wahr und konnte meine geistige Abwesenheit auch in den darauffolgenden Stunden nicht unterdrücken.

Immer noch auf der Suche nach Ablenkung.....!

Sichtlich, oder eben nicht, erleichtert lag ich letztendlich im knartschenden Bett, wirbelte öfter mal herum und fuhr pünktlich um halb sechs in der Frühe wieder aus dem Halbschlaf hoch.


Glücklicherweise schweiften meine Gedanken zur Morgendämmerung ab und verdrängten die ebenso latenten Gedankengänge zum kommenden Turnier, und somit meinem ersten Einsatz als Coveragehelfer !


Das Frühstück fiel gewissermaßen flach und die einstündige, im Tempo 160, langweilige, von Baustellen und Ausdrücken extremen Extremismus geprägten Autofahrt vom schönen, aber weniger florierenden Recklinghausen bis nach Köln steigerte sich abermals in der sehr günstig verlaufenden ( ! ) Parkplatzsuche.

Meine beiden Mitfahrer, und nervige zudem, staunten nicht schlecht, als ich nach einer sehr kurzen Fahrt endlich eintraf und den 50-Meter entfernten Parkplatz ausmachte.


An der Location, Le Buffet am Wiener Platz , angekommen war Boogey aka Christian Zierke ( TO Toys and Fun ) auch schon eifrig dabei, alles wunderbar herzurichten.

Ich gesellte mich dazu und begann kurz darauf mit dem Aufbau der Technik, bestehend aus einem ganzen ( ! ) Laptop plus Drucker, der von Christian gestellt wurde und gleichsam angeschlossen und eingerichtet werden musste.


Mittlerweile fanden sich immer mehr Spieler im Le Buffet ein, setzten sich sogleich an die Tische, zückten die verschiedenfarbigen Deckboxen oder Sammelmappen und brachen in Gelächter aus.

Die Stille ward durchbrochen und endlich wich meine 16 Stunden alte Nervösität meiner Pflicht als verantwortlicher Coveragekraft.



Multitaskingfähigkeit an drei Bildschirmen und Danksagung


Gegen unsere ( also Shurgal und meiner ) kühnsten Erwartungen kamen wir runde 90 Minuten in den Genuss Mantis bedienen zu dürfen.

---> Problem 1: Nach 10 Minuten gelöst !

Nach einem Crashkurs in das sehr einfach strukturierte Programm trudelten auch schon die ersten Anmeldungen plus Namen und Decklisten bei uns ein.


Während ich damit beschäftigt war die aktuelle Bleachfolge zu schauen ( nein, das stimmt natürlich nicht ), mühte sich mein Coveragekollege Shurgal aka Tobias Dang damit ab die hereinströmenden Spielerdaten in das Mantisprogramm einzugeben.

Nebenbei beantwortete er noch einige allgemeine Fragen, bis ich ihn ablöste und diesen Part freiwillig übernahm, damit ihm eine Pause vergönnt sei.


Das Turnierprogramm Mantis bedarf keiner weiteren Erwähnung, denn die Erstellung der Rundenpaarungen verlief reibungslos, wenn dort nicht der "anwesende" Drucker das Haar in der Suppe dargestellt hätte.

Dieser eigenwillige Fluss gegen den geregelten Turnierstrom und Turnierablauf wurde jedoch nach einem einstündigen Kampf gestillt, so dass der HP Deskjet Drucker letztendlich unseren magischen Fingern gehorchen musste, um sich dem bereits aufgestauten Jähzorn zu entziehen.

---> Problem 2: Nach 60 Minuten gelöst und den Kampf gewonnen !


Aufgrund der nahtlosen Tatsache, dass alle guten Dinge bekanntlich drei sind möchte ich euch diese Gegebenheit kalligraphisch darstellen.

Eine Kartographentätigkeit würde momentan meine Zeit sprengen....!


Zwei Notebooks und ein bildhübscher pechschwarzer Laptop, der sich als internetfähig erwies, bildeten die solide Grundlage unseres kommenden Arbeitstages, den wir weiterhin in frenetischer Art und Weise erwarteten.


Genug beschönigende Worte wurden nun zum Aufbau und der Organisation gesprochen.

Aus ideeller Sicht der Dinge muss ich leider, aber ehrlichweise sagen, dass meine Ansprüche, die mir zuvor durch den Kopf gegangen sind, nicht bitter enttäuscht worden sind, jedoch leider nur zu einem geringen Bruchstück in Erfüllung gegangen sind.

Hinsichtlich meiner gedanklichen Vorbereitung und Antizipation der unbekannten Gegenbenheiten vor Ort gebe ich offen zu, dass ich die Diskrepanzen zwischen dem Ideal Yugioh und Naruto nicht bedacht habe und blindlings die Schlinge an meinen Fuß gebunden habe.

An dieser Stelle vezichte ich getrost auf eine beschönigende Darstellung der Tatsachen, weil ich ebenso die Grundansicht vertrete, dass Kritik, in positiver Art und Weise dargebracht, den Menschen weiterhelfen kann.

Dies gilt natürlich auch für mich ! Jeder Punkt, der euch missfiel, kann und soll angesprochen werden !


Denn: Ich vertrete die Auffassung, dass eine korrekte, unverfälschte Darstellung der Situation der Realität entspricht und zu einer Verbesserung der zukünftigen, veranstalteten Turniere beitragen kann.


Außerdem möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen und auf ein bereits älteres, aber nicht vergessenes Zitat hinweisen, dass ich persönlich als Reaktion auf Lord Pegasus Sigmas Antwort in meinem Feedbackthread geschrieben habe.


"Konstruktive Kritik ist lehrreich, destruktive Kritik, die bis zu einer Beleidigung geht, ist natürlich "Müll" !



Daher, um einen Schlussstrich zu ziehen und euch, der Community interessante Einblicke in die Materie zu gewähren, möchte ich keinesfalls, dass du, Christian diese drei oder vier Sätze meinerseits in den falschen Hals bekommst.

Ebenso wie ich zum ersten Mal als vollwertiges Coveragemitglied gearbeitet habe, was durch dich ermöglicht worden war, hast du, meines Wissens nach, zum allerersten Mal ein Narutoturnier dieser Größenordnung neben deiner monatlichen Ladenturnierreihe veranstaltet.


Daher bedanke ich mich abermals und erneut respektvoll, ebenso wie mein Coveragehelfer Shurgal, dass du uns die Chance gegeben hast die Arbeit der Turnierberichterstatter kennenzulernen.

Wir stehen jederzeit wieder zur Verfügung, wenn das nächste Turnier ausgerichtet werden soll !


Hinsichtlich des Tagesablaufs muss ich sagen, dass die Flucht vor den heranströmenden Spielermassen, nachdem der aktuelle Pairingzettel aufgehangen worden war, sich als wohl markanteste Herausforderung herausstellte.

Kaum verließ die knochige, dünne Hand den gelben Rand des mit Tesafilm anbgebrachten Zettels spürte ich in meinem toten Blickwinkel bereits gute 20 Leute, die darauf erpicht waren, ihren Namen ausfindig zu machen.

Wer kann es ihnen verübeln ?


Weithin weniger dramatisch gestaltete sich die Arbeit mit dem Mantisprogramm. Hier und da mal ein Ergebnis eintragen sollte man im Nachhinein nicht als überaus überfordernd bezeichnen und nach außen hin darstellen.


Während der Vorrunden verfassten mein Kollege und meine Wenigkeit die Artikel für die Coverage, rutschten oftmals von Stuhl zu Stuhl, um besser an den dritten Laptop heranzukommen, so dass Mantis bedient oder eine Narutofolge via Video Lan Media Player angeschmissen werden konnte.

Letzteres bedarf keiner weiteren Erwähnung.



Schiedsrichter und Player Management


Vorwiegend bestand unsere Aufgabe nicht darin Regelfragen zu klären, aber diese Gelegenheit bot sich einige Male und selbstverständlich entlastete ich durch dieses beherzte Eingreifen den angesetzten Schiedsrichter Rene, der seiner Aufgabe, abgesehen von den wenigen Momenten auf dem Stuhl, gerecht geworden ist.

Während meiner Zeit auf dem "Floor" ( ---> Fachjargon ) stellte ich mir daher das persönliche Ziel dem 360 Grad Judge so nah zu kommen, wie möglich.


Hierzu ein kurzer Exkurs:

Der 360 Grad Schiedsrichter versteht es permanent, trotz einer wichtigen Konversation mit seinen Freunden oder anderweitigen Personen, auf Abruf bereit zu stehen, um den angereisten Spielern des jeweiligen Events mit Rat und Tat ,auf eine freundliche, joviale Art und Weise, zur Seite zu stehen.

Er verkörpert den Ansprechpartner in einer beliebigen Situation und kommt des Weiteren seinen Pflichten nach, die ihr am letzten Donnerstag lesen durftet.

( Diejenigen unter euch, die sowohl den "Donnerstag" Artikel als auch die Antworten verinnerlicht haben, wissen mit unumstrittener Sicherheit, worauf ich soeben angespielt habe )


Aber ich schweife ab. Und das ist nicht im Sinne des immer länger werdenden Artikels.

Ich hoffe, dass ihr noch gute zehn Minuten eures Tages dafür opfern könnt.


Die Kunst, Barmherzigkeit zu zeigen weicht aus meinem ansonst ruhigen und zurückhaltendem Gemüt, wenn ich wahrnehme, dass ein Spieler aufgrund eines verlorenen Matches in den Top 16 die Selbstbeherrschung verliert, seinem Repertoire der fairnessfernen und abstoßenden Worte freien Lauf lässt und sich das ganze zu einer Humoreske entwickelt.

An dieser Stelle kann der angesprochene Spieler, den ich aus Gründen der Anonymität nicht nenne werde, glücklich schätzen, dass wir uns nicht mehr in der Vorrunde befanden, sondern bereits in den frühen Abendstunden die Top 16 freigegeben worden waren und im Anschluss daran das Turnier für ihn mit dem Ausscheiden beendet wurde.


Analysieren wir die dargelegte Situation :

Es ist unhaltbar wüste und unglaublich impertinente Ausdrücke gegen seinen Rundengegner auszusprechen, den man vor allem mit Respekt behandeln soll, wenn man selbiges von ihm erwartet.

Auf diese Art und Weise behandle ich nämlich meine Gegenüber und erwarte im Gegenzug natürlich dementsprechend ein angemessenes Verhalten der anderen Tischhälfte.

Dieser Fall würde niemals ohne eine adäquate Ahndung dessen unter den Tisch gekehrt werden.

Welche Strafen haltet ihr für angemessen und sogar gerechtfertigt ?


DAS überlasse ich ausnahmsweise einmal euch und hoffe, dass sich zahlreiche begründete Meinungen im Feedbackthread wiederfinden werden, worüber diskutiert werden kann.



Am besagten Turniertag kamen der Judge und das Coverage-Team zwar des Öfteren in den Genuss, Regelfragen zu klären und wahrten die Kompetenz auf unserer Seite.


Jedoch erreichte mich auch ein Regelfall, den wir zu unserer Schmach falsch beantwortet haben.


Es handelt sich um eine Situation bezüglich der Ereigniskarte Ruhe.

Daniel Lutter war am vergangenen Samstag der überzeugten Auffassung, dass es möglich ist einen weiteren Ninja auszuspielen, wenn die Karte Ruhe als Reaktion auf die Herbeirufung gespielt wurde.

Das offizielle FAQ Dokument auf der Amigo-Spiele bejaht dies. Der anwesende Schiedsrichter verneinte.


Daraus müssen wir lernen, dass das antike Sprichwort "Errare humanum est" auch vor dem Kartenspiel Naruto und den zuständigen Offiziellen nicht Halt macht.


Was kann man im Nachhinein deswegen tun ?


Einerseits ist es möglich daherzugehen und die Meinung zu teilen, dass eine Entschuldigung ein Zeichen von Schwäche ist. Eine Charakterschwäche ?

Vielmehr beweist man Größe, indem man auf den betroffenen Spieler zugeht und sich kurz mit ihm oder ihr darüber unterhält. Persönliche Fehler eingestehen fällt nämlich niemandem besonders leicht, aber mit der aufrechten Absicht dies zu tun beweist der Schiedsrichter, dass auch er/sie irren kann und somit nicht starrsinnig auf der eigenen Meinung verharrt.

Zudem ist es wichtig jede dieser Situationen zu nutzen, um auf die Spieler zuzugehen.

Der freundliche Umgangston und die angemessene Ausdrucksweise sind ebenfalls Bestandteil des 360 Grad Judges.


Mit den nachdrücklichen Worten "Einsicht ist der erste Weg zur Besserung" entlasse ich euch aus dem Klassenzimmer und schalte um.



Neues aus dem Büro des Kazekage


Nachdem die Dämmerung bereits eingetreten war und der Sieger des Turnieres, Pascal Kabbe, nach einem packenden Finale mit Daniel Lutter gekührt werden konnte, begannen die Aufräumarbeiten und ich war im Nachhinein froh keinen Strafzettel bekommen zu haben.....


Bevor wir jedoch die Heimreise antraten nutzten Raito und ich die Gelegenheit, um eine Runde Yugioh zu spielen.

Die Anspannung fiel wie ein Betonklotz von meinen Schultern auf den hellgrauen Boden und endete mit der Rückkehr des völlig vergessenen Hungergefühles.


Blitzschnell verschlang ich ein großes Mars und wiegte mich in Geduld, als auch mein kleiner Bruder ebenfalls ein Match gegen Raito bestritt, das aufgrund seiner Deckout Strategie ziemlich lange andauerte.


Danach machten wir uns auf dem Heimweg und mein Fuß auf dem Gaspedal wurde von dem Verlangen nach etwas herzhaftem stetig fester auf jenes gedrückt.


Was zu Hause auf mich gewartet hat, bleibt mein Geheimnis.



Wir lesen uns in zwei Wochen ! Oder alternativ im neu eröffneten Card Rating Bereich.