Nachdem die Deutsche Meisterschaft nun verjährt ist und mein letzter Artikel mehr oder weniger ein Produkt der Top-Spieler war, die nur meine Fragen beantwortet haben, komme ich heute zu einem Thema, das wahrscheinlich eine noch kleinere Gruppe interessieren wird. Raito leistet eine hervorragende Arbeit, seitdem er sich dem „Job“ als Card Rating Schreiberling in spe angenommen hat.
Soweit ich weiß sind bisher 35 Card Ratings erschienen, meistens im Zwei-Tage-Rhythmus. Allein diese Leistung wird immer weniger gewürdigt, wenn sie überhaupt einmal irgendwo schriftlich gelobt worden war. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass eine viel größere Anzahl von Usern die Ratings lesen, aber zu faul sind, um letztendlich ihren Kommentar abzugeben.
Die Gründe, die diesem Verhalten zugrunde liegen, mögen vielschichtig sein und daher werde ich auch gar nicht näher darauf eingehen. Heute möchte ich einmal näher darauf eingehen, was es genau heißt ein Card Rating zu schreiben, und dass es ebenso gut denkbar ist eine andere Art und Weise einzuschlagen.
Aus dem Deutschunterricht kommt der allseits unbeliebte Begriff : Die W-Fragen. Gemerkt habe ich mir die wichtigsten Fragen immer durch einen zusammenhängenden Fragesatz. „Wer tut was wann wo wie, mit wem und weshalb ?“ In abgeänderter Form werden ihn viele kennen. Übertragen wir diesen einmal auf unser Card Rating Lite.
Wer ? Der zuständige beziehungsweise freiwillige Schreiberling. Momentan allein verantwortlich für die CRs Lite: Raito.
Was? Doofe Frage, natürlich einen informativen, innovativen, rechtschreibfehlerfreien Text schreiben, der in alternierender Art und Weise Schachtel- und Einzeilersätze verwendet, die leicht gelesen werden können.
Wann? Prinzipiell liegt es am Schreiber. Allerdings bietet es sich an regelmäßig Ratings abzuliefern, um die Leser zu behalten und vor allem, bei Laune zu halten. Meiner Meinung nach ist ein Zeitintervall von drei Tagen durchaus angemessen und gibt dem Schreiber auch genügend stresslos zu schreiben.
Wo ? In eurem Sammelkartenspielforum eTCG !
Im Grunde genommen hätte ich die beiden Fragewörter wie und mit wem weglassen können, denn bezogen auf den aktuellen Kontext erscheinen die beiden nicht nur sinnlos. Sie sind es auch. Von daher schließe ich die kleine Einführung mit dem „weshalb / wieso“ ab.
Weshalb ? Nur für euch. Communityförderung ! Informationsweitergabe. Pure Freundlichkeit ??? Oder einfach nur Profilierungsgründe ?
Ganz ehrlich : Wer sofort auf letzteres angesprungen ist, hat entweder ein stark ausgeprägtes Minderwertigkeitsgefühl oder aber eine arrogante Goldader im Blut.
Wenn Spontanität auf Strukturprobleme treffen….dann befindet ihr euch in meiner kleinen Welt. Oftmals sitze ich an meinem neuen, gebrauchten HP Laptop, öffne ein Microsoft Word Dokument und schreibe solange drauflos, bis meine Gedanken entweder erschöpft sind oder mein Magen knurrt.
Dabei leidet ein Faktor der erfolgreichen Präsentation :
Die Struktur. Gedankengänge mit massig Ideen in vollständigen und korrekten Sätzen sind zwar gut und vielleicht auch schön, aber eine strukturielle Ordnung muss bereits vorher auf dem Schmierblatt niedergeschrieben worden sein. Soviel ist sicher.
Die Struktur muss sich also wie ein roter Faden durch ein Rating ziehen. Absätze, klare Gedankengänge oder Hinweise auf das Thema beziehungsweise die Karte helfen weiter. Wirklich essentiell und hyperwichtig ist die Wahl der Karte, worauf dann alles abgestimmt und aufgebaut wird.
Es beginnt mit der allgemeinen Erklärung der Karte. Unter „Erklärung“ verstehe ich einfach die Präsentation, aber aufgrund der Tatsache, dass ich nicht drölftausend mal das Wort Präsentation verwenden will, was nun schon wieder passiert ist, ersetze ich Präsentation, schon wieder…., durch „Erklärung“.
Ein Ninja beispielsweise wird bis auf die Unterhose ausgezogen und komplett durchleuchtet. Element, Kampfwerte, Effekt und nicht zu vergessen die Eigenschaften. Das sind bereits vier Faktoren, die die Spielbarkeit oder Schredderkompabilität aus machen können.
Ähnlich ergeht es einem Jutsu oder einem Ereignis. Untersucht werden die doppelten Kosten, das Element und der Effekttext, bezogen auf ein Ereignis. Deckstaple oder Mülltonne ? Darauf wird es hinauslaufen, wenn der nächste Teil betrachtet wird.
Die möglichen und unmöglichen Verwendungsmöglichkeiten, das Zusammenspiel mit dem prädestinierten Element oder die Ausrichtung des Decks. Ich könnte jetzt fortfahren und noch dutzende andere Faktoren auflisten, aber ich bin mir sicher, dass auch ihr heute noch was anderes vorhabt als diesen trockenen Theoriegedankengang zu lesen, der diesmal um das Wort Präsentation herumgekommen ist.
Ein kurzer Rückblick auf das bisher gesagte zeigt uns, was unabdingbar ist :
- Konzeptpapier ( ein 500er Druckerpapierpaket wird für eure Karriere als Schreibeling mit Sicherheit ausreichen; wenn dem nicht so ist seid ihr auf dem besten Weg zum Top 10 No-Lifer des Jahres; Ich habe noch 167 Blätter übrig….)
- Struktur und Ideensammlung : Prinzipiell gehören beide Punkte zusammen, aber es ist mir besonders wichtig diese Unterteilung anzuführen.
- Auswahl der Wunschkarte : Karte ausschlachten und das Potenzial erstmals kurz andeuten
Richtungsweisend wird es erst jetzt. Inwiefern eine Karte spielbar ist oder nicht, entscheidet sich nicht nur durch die Betrachtung in einem begrenzten Horizont. Das komplette Programm muss durchlaufen werden.
Sprich : Passt unsere „auserwählte“ Karte in irgendein Deck, am besten Metadeck ? Wie genau jetzt weiter vorgegangen wird kann man nicht verallgemeinern, denn es hängt selbstverständlich von der Karte ab. Auch an dieser Stelle empfiehlt es sich eine kleine Unterteilung in Ninja-, Ereignis- und Jutsukarte vorzunehmen. Ihr merkt es vielleicht schon, oft kommt man nicht einfach durmherum tiefergehende, detailreiche Ansichten niederzuschreiben, um auf die Stärke oder starke Schwäche zu schließen.
Ein Ninja brüstet sich nur damit kloppen zu können oder aber den größtmöglichen, penetrantesten Effekt vorzuweisen. Ob sich dieser Effekt gut mit anderen Bausteinen „versteht“, sollte sinnigerweise geprüft werden. Ereigniskarten dienen meistens dazu Ninjakarten zu schwächen, zu eliminieren oder aber Geschwindigkeit zu schaffen.
Eine Karte wie Frühaufsteherin kann bedenkenlos integriert werden, aber beispielsweise Finaler Angriff bringt eine Bedingung mit sich : Einen Chu-Nin.
Ich gebe zu, dass das keine dramatische Voraussetzung ist. Mir geht es vielmehr darum zu zeigen, dass eine starke Karte eine starke Karte sein kann, wenn die starke Karte in ein starkes Deck eingebaut werden kann, die die Voraussetzung der starken Karte besonders stark kompensiert.
Last, but not least, das Jutsu. Primär als Powerboost eingesetzt, aber oftmals auch Techkarte oder Vernichtungsmaschine eingesetzt. Technik der Vögel, meinetwegen auch 2000, Drachenfeuerkunst oder prasselnde Wasserfälle fallen mir spontan ein.
Eine Sache fehlt allerdings noch: How to rate the card properly.
Den Abschluss eines professionellen Ratings bildet oftmals, eigentlich immer, die vergebene Punktzahl. Yugioh Standards übernehmen hätte zwar eine gewisse Parallelität, aber meiner Meinung nach sollte man die Kluft zum erfolgreichsten Kartenspiel auf dem Globus etwas breiter treten.
Trotzdem ist es sinnvoll sich nicht allzu weit davon zu entfernen. Nicht umsonst kommt es seltener vor, dass hohe Punktzahlen vergeben werden. Ich will aber auch noch anmerken, dass ich keineswegs etwas gegen Raitos Punktvergaben habe. Jedermann geht anders vor und bewertet daher auch ganz anders. Ganz nach den eigenen Ansichten.
Abschließend kann ich nur noch darauf hoffen, dass auch weiterhin genügend Publikum in der weiten Welt existiert, das dafür sorgt, dass Naruto nicht ausstirbt.