Mit Level 4 zum Sieg

Zwei Wochen sind seit meinem letzten Artikel schon wieder vergangen, dazwischen lagen ein paar Bundesliga-Spiele, die Deutsche Meisterschaft des Yu-Gi-Oh!-TCGs und zwei der Zentralen Abschlussprüfungen, die ihrem Namen wirklich alle Ehre gemacht haben ... nicht!


Wie dem auch sei, zunächst noch einmal einen Glückwunsch an den neuen Deutschen Meister Roland Gress, der sich nach 13 harten Runden abschließend auch noch gegen Christian Böttcher durchsetzen konnte. Kommen wir aber nun zum eigentlichen Thema des heutigen Artikels, das ich eigentlich auch schon vor Wochen bekannt gegeben, aber noch nicht bearbeiten konnte. So wartet der Beschwörungsmönch immer noch auf seinen Einsatz, den er in diesem Moment auch bekommen wird!



Beschwörungsmönch, Summon Priest oder wie auch immer...



Auch der Beschwörungsmönch zählt zu der Gruppe von Karten, die im Grunde gar nicht so neu sind, sondern lediglich unzugänglich für alle Spieler abseits des asiatischen Raums waren. Dort ist der Mönch nämlich eher als "Summon Priest" bekannt und ist ebenfalls eines der Monster - wie auch schon Dandylion oder Gorz the Emissary of Darkness -, um das man die Japaner & co. beneidete. Als vor einigen Wochen schließlich das Structure Deck Spellcaster's Command, das ja im Rahmen meiner Kolumne bereits ausführlich behandelt wurde, erschien, schloss sich wieder die Brücke zwischen dem OCG- und dem TCG-Pool etwas mehr, indem wir eine weitere, von nun an ehemalige OCG-Karte erhielten.


Der Beschwörungsmönch war unter all den OCG-Onlies aber noch einmal eine der begehrtesten, da die Karte auch schon im asiatischen Metagame einiges bewirkte, in viele Decks Einzug erhielt und so auch ein Grund für verschiedene Top-Decks in Asien im Vergleich zu Europa/Amerika war. Nicht ohne Grund ist er schon seit längerer Zeit halblimitiert und darf folgerichtig nur 2x gespielt werden. Was der "Summon Priest", der auf Englisch ja eigentlich den Namen "Summoner Monk" trägt, so alles auf dem Kasten hat und warum er eine so gute Karte ist, wollen wir heute feststellen!




Der Mönch ist ein Finsternis-Monster vom Typ Hexer mit 800 Angriffs- und 1600 Verteidigungspunkten. Während die ersten beiden Punkte schon allein recht zufriedenstellend sind, da das Finsternis-Attribut ja wohl ohnehin das beste und supportreichste ist und auch die Hexer auf einiges an Unterstützung vertrauen können, was wir zuletzt erst erfahren haben, sind die Werte wohl eher ausbaufähig. 1600 Verteidigungspunkte mögen ja noch recht ordentlich sein und durchaus Brecher, Magischer Krieger, Mystische Tomate und vielen weiteren Level 4-Monstern standhalten (alles darunter stellt sowieso kein Problem dar), aber 800 ATK-Punkte reichen nicht einmal für Sangan oder Flinker Momonga und sind für ein Monster der vierten Stufe einfach nicht genug. Trotzdem lässt sich ja aus fast jedem Nachteil noch ein Vorteil herausschlagen und so ist dies im Fall des Beschwörungsmönchs die Kompatibilität mit dem Crush Card Virus. Jedoch sollte man dabei beachten, dass, wenn man vorhat, den Mönch für den Virus zu opfern, man den Hexer verdeckt aufs Feld setzt, da der erste Satz seines Effektes ein Opfern verhindert, was jedoch nicht gilt, wenn der Mönch verdeckt liegt, weil er dann keinen Effekt besitzt, ähnlich wie bei aktivem Skill Drain. Weiterhin lässt sich der Beschwörungsmönch auch via Sangan und Mystische Tomate suchen, womit man ihn direkt zur Verfügung hat, wenn man ihn braucht.


Auch wenn man das Problem des schwachen Angriffswerts nun einigermaßen umgehen kann, ist es sowieso kaum möglich, den Priester in Angriffsposition anzutreffen, da sich der Hexer nach Normal- oder Flippbeschwörung sofort in die Verteidigungsposition begibt, die ihm ja ohnehin besser steht. Viel wichtiger ist aber letzten Endes der Hauptteil seines Effekts, der besagt, dass man für den Preis einer abgeworfenen Zauberkarte ein Level 4-Monster direkt vom Deck beschwören kann. Zwar liegt dem gesuchten Monster dann das Handicap auf, im gleichen Zug nicht mehr angreifen zu können, aber der Effekt lässt sich auch ohne den zusätzlichen Angriff definitiv sehen, wobei man in den meisten Fällen sowieso kein Monster beschwört, um mit diesem anzugreifen.


Nun stellt sich die Frage, wie man den Effekt des Priesters, der - richtig eingesetzt - einen gewissen Vorteil in vielen Situationen gewähren kann, am besten und effektivsten einsetzt. Bevor ich darauf gleich spezieller im Hinblick auf verschiedene Deckarten eingehe, möchte ich die Frage mal im Generellen beantworten. Die Kosten in Form einer Zauberkarte dürften eher selten ein Problem sein, fast jedes Deck spielt mindestens 8-10 Zauberkarten, es werden des Öfteren jedoch auch mal bis zu 15, die zwar alle eine besondere Funktion haben, aber in manchen Situationen unbrauchbar oder zumindest entbehrlich werden. Dass man in den meisten Situationen aber zumindest erst einmal eine Zauberkarte überhaupt in der Hand hält, sollte machbar sein.


Hat man dann eine abwurfbereite Zauberkarte zur Verfügung, gilt es nur noch, das passende Monster aus dem Deck zu rufen. Dabei hat man ein wirklich breites Suchspektrum zur Auswahl, denn Level 4-Monster gibt es schließlich zu Genüge. So bietet sich einerseits die Option an, einen Empfänger wie Rose, Kriegerin der Rache oder Hypersynchron aus dem Deck zu suchen, um dann gemeinsam mit dem Beschwörungsmönch einen Synchro wie Sternenstaubdrache oder Kolossaler Kämpfer aufs Feld zu bringen. Genauso gut kann aber auch Mystische Tomate bzw. ein anderer Sucher dieser Art beschworen werden, um das Suchspektrum indirekt zu vergrößern, damit man beispielsweise schneller an Schicksalsheld - Malicious oder Schwarzflügel - Gale der Wirbelwind gelangt, die durch den Priester nicht ohne Weiteres rufbar sind. Themenspezifisch gibt es auch noch viele weitere Möglichkeiten, so kann der Beschwörungsmönch zum Ersatz für die inzwischen limitierte Verstärkung für die Armee werden, er kann Zombiemeister und Kristallungeheuer Saphirpegasus aus dem Deck suchen, um auch in ansonsten recht langsame Decks Geschwindigkeit zu bringen, oder direkt ein Removal wie Truppen im Exil oder Lyla, Lichtverpflichtete Zauberin für die passende Situation herbeizaubern. Hat man noch mehr Zauberkarten über, kann man auch zunächst noch einen weiteren Beschwörungsmönchen rufen, bevor man schließlich das eigentliche Ziel anvisiert.


Das wichtigste Ziel des Mönchs in den kommenden Monaten (wenigstens bis zum 1. September) dürfte jedoch die Rettungskatze werden, was dann bereits zur Mechanik des erfolgreichen OCG-Decks "Rescue Synchro" (auch "Cat Synchro" genannt) gehört. Doch auch dazu später mehr.


Ohne Zweifel ist der Effekt des Beschwörungsmönchs einer der besten des ganzen Spiels. Er verspricht ein hohes Maß an Flexibilität, da man oft zwischen vielen verschiedenen Suchzielen wählen kann, die Kosten sind durchaus erfüllbar und man kann ihn in den meisten Decks problemlos spielen. Auch kann er alte und vergessene bzw. bisher wenig erfolgreiche Deckarten ins Spiel zurückbringen, da er auch diesen Decks Geschwindigkeit einflößt. Kurz: es gibt eine Menge an Möglichkeiten, um den Priester einzusetzen, vielleicht schon zu viele, und das gilt es von nun an auszunutzen. Schauen wir uns im Folgenden mal an, wo und wie man den Beschwörungsmönch einsetzen kann!



Decks, in denen der Mönch eine Rolle spielt


Rescue Synchro

Das erste Deck, in dem der Beschwörungsmönch super einsetzbar ist, ist das bei uns noch nicht spielbare Rescue Synchro. Erst mit dem Erscheinen des Starter-Decks 2009 im kommenden Monat wird das Deck auch für uns komplett zugänglich sein, da mit diesem der Level 3-Empfänger "X-Saber Airbellum" erscheint, der als Ungeheuer durch Rettungskatze suchbar ist, welche wiederum bevorzugt durch Beschwörungsmönch gerufen wird. Auf jeden Fall bringt der Mönch hier viel Geschwindigkeit ein und ermöglicht ein schnelles Ausführen von mehreren Synchrobeschwörungen. So gibt es eine ganze Reihe von Kombinationen aus dem Priester, der Rettungskatze, X-Saber Airbellum und weiteren Monstern wie Ryko, Lichtverpflichteter Jäger, Neo-Weltraum Dark Panther oder ein Monster, das vom Gegner geklaut wurde. Hat man sogar zwei Zauberkarten über, lassen sich zunächst beide Beschwörungsmönche aufs Feld holen, anschließend eine Rettungskatze, die wiederum zwei X-Saber Airbellums aufs Feld zaubert. Aus den 4 Monstern kann man daraufhin zwei Dark Strike Fighters machen, die bei freiem Feld sogar für einen OTK sorgen würden! Wie schnell das Ganze, mithilfe des Priesters gehen kann, wird hier wohl deutlich!


Dark Synchro

Egal ob man Skill Drain und Unterdrückungsherrschaft spielt oder nicht, auch in diesem Synchro-Build kann der Beschwörungsmönch eine Menge bewirken. Diesmal profitiert er schon allein vom Finsternis-Attribut, das ihn hier in Form von Mystische Tomate oder Verlockung der Finsternis unterstützt und so auch schnell verfügbar macht. Auf dem Feld angekommen ist Rose, Kriegerin der Rache der erstbeste Partner für den Hexer, da die beiden Monster zusammen ein Level 8-Synchromonster wie Sternenstaubdrache generieren können. Doch auch Finsterer Grepher oder eine neue Mystische Tomate sind mögliche Ziele des Mönchs, um so weitere Synchrobeschwörungen durch Schicksalsheld - Malicious, Krebons oder Schwarzflügel - Gale der Wirbelwind zu ermöglichen. Zu guter Letzt ist auch Elementarheld Stratos ein Ziel und so profitiert auch die Elementar- und Schicksalshelden-Engine vom Priester, nachdem sie zuletzt durch die Limitierung von Verstärkung für die Armee nicht mehr so flüssig vonstatten ging.


Gladiatorungeheuer

Ja, auch die Gladiatorungeheuer können durchaus etwas mit dem Hexer anfangen, denn auch hier spielt das schon bekannte Verhältnis zur Rettungskatze eine Rolle. Bringt man nun also einen Beschwörungsmönchen aufs Feld, kann man mit seiner Hilfe schnell eine der berüchtigten Gladiator-Fusionen wie Gladiatorungeheuer Heraklinos oder Gladiatorungeheuer Gyzarus beschwören oder generell einfach mithilfe eines Versuchstigers einen Vorteil erzeugen. Die Kombos wurden hier auch schon zu Genüge genannt. Im Cat-Gladi scheint der Priester aber auch eine Alternative zu sein, da er das ganze Szenario erheblich beschleunigen kann. Zur Not sucht er einen Gladiator wie Gladiatorungeheuer Laquari heraus, der dann, wie gewohnt, im Kampf glänzen kann.


Hexer

Definitiv gehört auch das Hexer-Deck in diese Auflistung hinein, schließlich ist der Beschwörungsmönch ja selbst ein Monster dieser Gattung und kann dementsprechend vom Support des Themas profitieren. Egal ob im Dorf- oder Zitadellen-Build: dem Priester bieten sich auch hier genug Einsatzchancen an, auch Zauberkarten spielt man in beiden Builds in ausreichender Zahl. Entscheidend ist es, dass man früh im Spiel an ein Magisches Exemplar gelangt. Hat man dieses schon, kann man genauso gut Verteidiger, Magischer Ritter oder das Zauber/Fallen-Removal Lyla, Lichtverpflichtete Zauberin beschwören.


Makrokosmos

War das Deck um Dimensionsriss und Makrokosmos selbst schon einmal eines der besten Anti-Meta-Decks, ist es nun in der Versenkung verschwunden. Der fehlende Speed und die Instabilität machten dem Deck immer wieder zu schaffen und auch hier kann Beschwörungsmönch vielleicht etwas bewirken. Eine tote Zauberkarte wie ein unwichtiger Dimensionsriss kann hier abgeworfen werden, um einen D.D. Survivor aus dem Deck zu beschwören, damit man in den folgenden Zügen ausreichendes Tributmaterial für die Monarchen oder Cybertal parat hat. Ansonsten kann man sein Deck ja auch noch etwas an den Hexer anpassen und weitere Level 4-Monster wie Armageddonritter oder Grabwächters Spion spielen. Auch Grand Convergence wäre wieder eine Option, da man sie notfalls via Beschwörungsmönch abwirft.


Zombies

Eigentlich kann man nun jedes Deck nennen, in dem wichtige Level 4-Monster vorhanden sind. Auch die Zombies gehören zweifellos zu dieser Sorte von Decks, denn Pyramidenschildkröte, Zombiemeister und Mezuki entspringen allesamt der Stufe 4 und sind für den Erfolg des Zombie-Decks unersetzlich. In Windeseile kann man mithilfe von ein paar Handkarten eine Zombie-Armee aufs Feld bringen und womöglich sogar einen OTK vollenden.


Kristallungeheuer

Als abschließendes Beispiel wollte ich noch ein Deck erwähnen, das beispielhaft für eine Reihe ansonsten beschränkt spielbarer Decks steht. All diese Decks, wie eben das Kristallungeheuer-Themendeck, besitzen durchaus Potenzial, haben aber nicht die benötigte Konstanz und Stärke, um im Metagame eine Rolle zu spielen. Ab jetzt ist das wichtigste Monster, Kristallungeheuer Saphirpegasus, direkt aus dem Deck mithilfe von Beschwörungsmönch suchbar, sodass sich die eigene Zauber- und Fallenkarten-Zone schneller füllt und Karten wie Kristallungeheuer Rubinkarfunkel einfacher verwendet werden können. Ob der Hexer dabei hilft, die Kristallungeheuer turnierfähig zu machen, weiß ich nicht, aber er bringt auch sie wieder ein Stück voran!




Dies war mal ein kleiner Überblick über Decks, in denen der Beschwörungsmönch helfen kann und wie er dies tut. Wenn auch ihr ähnliche Ideen habt, schreibt sie einfach mal direkt in den Diskussionsthread, denn jeder freut sich natürlich über weitere Möglichkeiten und Gedankengänge um den Mönchen.


Das soll es für diese Woche auch schon wieder gewesen sein. Abschließend lässt sich wohl festhalten, dass der Beschwörungsmönch noch einmal eine echte Bereicherung für das TCG ist und man ihn durch seinen Effekt in sehr vielen Decks spielen kann, um (wichtige) Level 4-Monster zu beschwören und Handlungsabläufe zu ermöglichen bzw. zu vereinfachen. Er bringt Geschwindigkeit ins Spiel und bietet zudem den Vorteil, keine hohen Kosten zu besitzen und leicht zu handhaben ist. Er wird in den kommenden Monaten definitiv einiges verändern und Neues ins Spiel bringen. Vor allem im Rescue Synchro wird er ab Mitte Juni wohl voll aufblühen und sogar Metagame-Strukturen verändern. Dieses Deck wird dann aber noch gesondert vorgestellt. In diesem Monat wird es, um euch mal einen kleinen Ausblick zu geben, jedoch zunächst primär um das neue Set Raging Battle gehen. Bis dahin noch eine schöne Woche!


Greetz,

Toby