Bossmonster

Heutzutage ärgern sich die allermeisten Spieler auf Turnieren wegen Gegnern, die sich den Sieg nicht gut erspielt haben, sondern einfach den Judgment Dragon, Dark Armed Dragon, Celestia, Lichtverpflichteter Engel oder ähnliches von oben gezogen und damit das gesamte Spiel gewonnen haben. Nun kann man sagen, dass dies der Reiz des Yu-Gi-Oh! TCGs ist. Aber welche Möglichkeiten haben wir denn momentan, dem Gegner den Sieg nicht ganz so einfach zu machen und welche Möglichkeiten werden wir in naher Zukunft haben?


Auf den letzten sehr großen Turnieren haben sich zum Teil Decks durchgesetzt, die speziellere defensive Karten in das Deck integrieren konnten (wie beispielsweise Royal Oppression in einem Blackwing Deck). Dies hilft schon jetzt gegen viele Bossmonster, da Chaos Sorcerer, Judgment Dragon, Dark Armed Dragon und Co. spezialbeschworen werden. Leider machen einem die Lightsworns da des Öfteren einen Strich durch die Rechnung, indem sie einfach vorher Lyla, Lichtverpflichtete Zauberin oder Celestia, Lichtverpflichteter Engel spielen, die sie mit Angriff der Lichtbrigade aus dem Deck suchen können. Nun kann man nur noch versuchen, dem One Turn Kill (OTK) aus dem Wege zu gehen, indem man sich mit Karten wie Angsteinjagendes Gebrüll oder Tragoedia absichert. Dies macht aber meist Kartennachteil und nur indem man den OTK abwehrt, hat man noch lange nicht das Spiel gewonnen. Durch den Karten- und Feldnachteil verliert man dann meist das Spiel danach auch.

Gut, aber worum geht es nun in diesem Artikel? Die Überschrift heißt "Bossmonster". "Bossmonster" zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine hohe Angriffskraft und einen sehr guten Effekt haben. Die Effekte von Finsterer Bewaffneter Drache und Judgment Dragon sind extrem offensiv, da sie das gegnerische Feld alleine zerstören können. Nun kommt aber demnächst eine neue Karte heraus, die diesen Bossmonstern das Leben schwer machen könnte und selbst als eines gilt. Manche mögen es schon erraten haben, ich rede von keinem anderen Monster als Elementarheld Absoluter Nullpunkt.



Das neue Bossmonster der Elementarhelden!


Text:

1 "Elementarheld", "Schicksalsheld" or "Böser Held" Monster + 1 WASSER Monster


Diese Karte kann nicht als Spezialbeschwörung beschworen werden, außer durch eine Fusionsbeschwörung. Diese Karte erhält 500 ATK für jedes WASSER Monster auf dem Spielfeld außer "Elementarheld Absoluter Nullpunkt". Wenn diese Karte vom Spielfeld entfernt wird, zerstöre alle Monster, die dein Gegner kontrolliert.


Diese Karte erscheint im Yu-Gi-Oh! GX Manga Vol. 4 im Januar, also wird sie ungefähr die Seltenheit wie Elementarheld Stratos haben (als es ihn noch nicht in Common und Rare gab) und es dürfte nicht allzu schwierig sein, ihn zu bekommen.

Doch was macht diese Karte nun so besonders? Er bringt eine neue Art von Bossmonster ins Spiel. Nämlich ist dieser Elementarheld eine Karte, die selbst für ein Fusionsmonster leicht gerufen werden kann, mit 2500 Angriffskraft auch bei einem OTK mithelfen kann, aber einen sehr starken defensiven Effekt mit sich bringt. Warum braucht heutzutage ein Bossmonster denn einen defensiven Effekt, werden sich manche Leute fragen. Die Antwort liegt auf der Hand: So lässt sich diese Karte vielseitiger einsetzen als die alten Bossmonster - sie kann den Spieler beschützen. Der Elementarheld ist nicht auf 1 oder 2 Exemplare pro Deck limitiert, also kann man ihn auch ausspielen, ohne unbedingt in diesem Zug gewinnen zu müssen. Beim Dark Armed Dragon konnte es schwierig werden zu gewinnen, wenn man ihn ausgespielt hat und der Gegner nochmal am Zuge ist und ihn wegbekommt. Ein Lightswornspieler wird auch selten nur einen Judgment Dragon ausspielen, nur um einmal anzugreifen und den Gegner wieder an den Zug kommen zu lassen.

Nebenbei braucht man sich bei dieser Karte auch nicht vor einem Lichteinsperrender Spiegel zu fürchten. Diese Karte könnte die Antwort darauf auf das recht aggressive Metagame sein, da sie Kartenvorteil generieren, offensiv leicht als Spezialbeschwörung beschworen werden und defensiv alle Monster des Gegners zerstören kann. Kein bisher erschienenes anderes Bossmonster macht Vorteil gegen ihn. In vielen anderen Spielsituationen kann er den Spieler vor unglaublichem Kartennachteil retten. Man stelle sich seine Beschwörung nur auf den verhassten Lightswornzug Lumina, Lichtverpflichtete Beschwörerin holt Garoth, Lichtverpflichteter Krieger und am Ende des Zuges werden nochmal ein oder zwei Wulf, Lichtverpflichtetes Ungeheuer gemillt. Der Lightswornspieler kann nach der Fusionsbeschwörung nichts anderes machen, als beispielsweise Honest von Hand zu spielen, eine Bodenlose Fallgrube zu aktivieren oder Celestia, Lichtverpflichteter Engel auf ihn zu spielen. Egal was er tut, er muss noch wertvolle Karten investieren, damit seine gesamten Monster zerstört werden, während man selbst nur eine Karte verliert.

Da sich bestimmt nicht alle schon vor diesem Artikel mit diesem Elementarhelden auseinander gesetzt haben, noch einmal die Erklärung wie er leicht beschworen werden kann - und zwar ohne den Nachteil zu erzeugen, den die meisten Fusionsmonster mit sich bringen: Die Zauberkarte Wunderfusion macht es möglich!




Damit kann man ganz einfach einen Helden und ein Wassermonster aus dem Friedhof oder von der eigenen Spielfeldseite entfernen, um den Absolute Zero zu beschwören. Wenn er liegt, braucht man auch weniger Angst vor den gegnerischen Bossmonstern haben, da sie auch mit-zerstört werden würden. Somit reißt diese Karte unweigerlich alles andere mit sich. Die Beschwörungsbedingungen von einem Wassermonster und einem Helden werden ein Deck verlangen, dass selbstverständlich auch ein wenig auf den Elementarhelden ausgelegt ist. Allerdings hat man dort sehr viele Freiräume dieses Deck zu gestalten. Ein Deck könnte beispielsweise so aussehen:


Absolute Zero Deck

Monster: 20


1 Elementarheld Stratos

2 Schicksalsheld - Defender

1 Schicksalsheld - Dasher

2 Schicksalsheld - Malicious

3 Caius der Schattenmonarch

3 Tiefseetaucher

1 Baumfrosch

1 Stachliger Gillman

2 Schneemannfresser

1 Seuchenverbreitender Zombie

1 Abgrund-Soldat

1 Gorz the Emissary of Darkness

1 Schicksalsheld - Diamond Dude


Zauber: 14


3 Schicksalsziehen

2 Verlockung der Finsternis

1 Verstärkung für die Armee

1 Zukunftsfusion

3 Wunderfusion

1 Schwerer Sturm

1 Gehirnkontrolle

1 Topf der Trägheit

1 Mystischer Raum-Taifun


Fallen: 6


2 Bodenlose Fallgrube

1 Reißender Tribut

1 Rückkehr aus der anderen Dimension

1 Spiegelkraft

1 Feierliches Urteil


Dieses Deck bietet nun sehr viele Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden. Zum einen hat man selbst viele Möglichkeiten, einen One Turn Kill hinzulegen. Tiefseetaucher mit Schicksalsheld – Malicious und einem Schicksalsheld – Defender wären 2 starke Synchromonster, beispielsweise Stardust Dragon und Brionac, Drache der Eisbarriere. Brionac kann das Feld freiräumen und zusammen sind das schon stolze 4800 Angriffskraft. Eine Wunderfusion und schon ist man auf 7800 Schaden. Da der Gegner wahrscheinlich in den Defender reingerannt ist oder sonst schon einmal Schaden bekommen hat, kann dies bereits das Ende des Spiels sein. Nach ein paar Zügen kann eine Rückkehr aus der anderen Dimension ebenso den Sieg bedeuten.

Ansonsten ist das Deck sehr kontrolllastig ausgelegt. Baumfrosch und Caius der Schattenmonarch können viel Vorteil erwirtschaften, Abyss Soldier kann lästige Synchromonster wie Stardust Dragon erledigen und ein Tiefseetaucher alleine ausgespielt kann einen Stachliger Gillmann rufen und zusammen kann damit ein Verbündeter der Gerechtigkeit Catastor beispielsweise gerufen werden. Die Schneemannfresser erwirtschaften Vorteil und können diesen Vorteil mit Caius der Schattenmonarch oder einer Synchrobeschwörung mit Tiefseetaucher weiter ausbauen. Und jedes Mal, wenn es brenzlig auf dem Feld aussieht, wird eine Wunderfusion im wahrsten Sinne des Kartennamens Wunder vollbringen und das Spiel wenden. Zudem besitzt das Deck mit 3 Schicksalsziehen und 2 Verlockung der Finsternis ausreichend Geschwindigkeit, um mit den meisten Decks mithalten zu können. Das Solemn Judgment kann einen OTK absichern, einen gegnerischen OTK abwehren oder gravierenden Feldnachteil verhindern.



Mit Absolute Zero hat ein Schicksalsheldendeck nun also endlich sein Bossmonster bekommen, was das Metagame sehr ins Wanken bringen und insbesondere den Lightsworns das Leben schwer machen kann.

Wie ich bereits in meinem Artikel von letzter Woche erwähnte: Letztendlich muss sich jeder Spieler mit neuen Karten beschäftigen und unbedingt damit befassen, mit welchen Decks er es auf dem nächsten Turnier zu tun haben könnte. Genau deshalb sollte man gegen Schicksalshelden-Decks aufpassen, nicht gleich das ganze Feld mit Monstern zu besetzen. Es könnte ja sehr schnell ein Wassermonster in den Friedhof kommen und schon kann man all seine Monster abschreiben bei einer Wunderfusion. Genauso sollte man sich, falls man sich für dieses Deck entscheidet, auch auf die Abwehrmöglichkeiten gegen Antistrategien absichern. Der Gegner kann mit Royal Oppression die gesamte Strategie zerstören, ein Kycoo, Geistzerstörer kann das Entfernen der Monster aus dem Friedhof verhindern und selbst alle Wassermonster oder Helden beispielsweise entfernen. Und diese Antikarten werden auch in vielen Sideboards gespielt. Deshalb sollte man dort eventuell auf Staubtornados zurückgreifen und sehr umsichtig spielen, damit der Kycoo das Spiel nicht für den Gegner nicht wendet.

Zum Schluss möchte ich mich bei allen Lesern bedanken und hoffe auf reichlich positive wie negative konstruktive Kritik im Diskussionsthread. Ansonsten bleibt mir nur zu sagen: Der Elementarheld Absolute Zero ist nicht die einzige neue Karte mit Potential, also Augen auf für Neues!