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Generationenwechsel

von soulwarrior am 17.06.2011 um 14:15 Uhr
Die Deutsche Meisterschaft 2011 ist Geschichte und es schien sich wieder mal um ein fantastisches Turnier zu handeln. Ich hatte kurz überlegt, ob ich mal versuche, einen Überblick eines „Außenstehenden“ über das Event zu geben, jedoch denke ich, dass euch die Coverage bereits einen guten Eindruck verschaffen konnte; insbesondere auch dann, wenn ihr nicht selbst vor Ort wart.

Heute möchte ich mich daher mit einem anderen Thema behandeln, das durch die Deutsche Meisterschaft sehr schön veranschaulicht werden kann: Dem Generationenwechsel. Auf dem Schirm hatte ich das Thema schon einige Zeit länger; Bestätigung in der Wahl fand ich dann durch den Connect-Eintrag "Die DM als Abschied" von -Sinthoras-.
Dort schreibt der Kölner, dass er Anfang 2008 seine erste Yu-Gi-Oh! Sneak Preview mitgespielt hat – erwiesenermaßen die beste Zeit für einen Neueinstieg, weil das Spiel damals extrem ausgeglichen war und es kaum "Chase Cards" gab, die man unbedingt aus einem Booster ziehen wollte! [1]

Dann wird von ihm weiter ausgeführt, welche Rollen er in den nunmehr 3,5 Jahren durchlebt hat. Er war mal Spieler, Judge und sogar Coverage-Schreiber, so dass man wohl sagen könnte, er hat fast alles mal erlebt. Klar könnte man auch noch mal als Turnierorganisator selbst ein Turnier auf die Beine stellen, doch ich denke, dass er sich auch in dem Feld irgendwie schon mal beteiligte und bei der Orga eines Stand Alone Turniers hinter die Kulissen blicken konnte.
Es lässt sich also zweifellos sagen, dass man innerhalb von 3,5 Jahren "alles mal gesehen" haben kann. Dazu kommt in seinem speziellen Fall, dass er in wohl jedem der Bereiche einen gewissen Erfolg vorweisen kann. Er konnte als Spieler mehrfach die Tops von größeren Events erreichen – insbesondere auch mit kreativen Decks, ihm wurde als Judge auch das Vertrauen für sehr große Veranstaltungen geschenkt und seine Coverages wurden von vielen Spielern gelesen.

Und trotzdem möchte er mit dem Spiel aufhören.

Hier haben wir in meinen Augen ein schönes weiteres Beispiel für den "Generationenwechsel", der gerade wieder statt findet. Spieler werden immer wieder aus den verschiedensten Gründen aufhören, sei es das fehlende Geld, die fehlende Zeit oder das fehlende Interesse. Ich urteile selten über die Gründe, weil ich mich selbst auch schon in zwei der drei Situationen befand und entsprechend mit dem Gedanken spielte, das Spiel an den Nagel zu hängen. Ich hatte dann immer Pausen eingelegt (daher war das auch der letzte Grund, den ich im Artikel Wie halte ich meine Motivation aufrecht? angeführt hatte – ich konnte da aus Erfahrung sprechen) und habe so zum Spiel zurück gefunden.

Als ich damals anfing, da gab es schon Leute, die "legendär" in der Community waren. Im Regelfragenbereich, für den ich mich nach kurzer Zeit sehr interessierte, waren das z. B. Taschendrachen, monsoon und sogar Pinworld (ja, DER Pinworld, der heute noch aktiv ist; damals hatte er noch sehr viel Ahnung von den Regeln). Bazil ist auch schon im Forum herum gerannt, aber war kein Mod und eben auch "nur" normaler User, der noch nicht ganz so bekannt war. Aus meiner persönlichen Sicht war das die erste Generation von den regelkundigen Usern. Dazu gab's natürlich auch die erste Generation von Spielern, die damals von sich Reden machten. Leute wie Rambo oder Edi, teilweise auch Master1. Zuletzt gab's natürlich noch so eine "erste Helfer-Generation" mit Leuten, wie Mew2, Spike85, Kommunist, Cool-Flyer, Bazil und eben unter anderem auch mir.

In den vergangenen Jahren gab's dann immer mal wieder einen Generationenwechsel. Es ist also kein vollkommen neues Phänomen, das wir jetzt erstmals beobachten können; es war schon immer Teil des Spiels und der Community. Witzig ist, wenn einige Leute das Gefühl haben, dass jemand geht, der "schon ewig dabei war", wenn sich z. B. ein -Sinthoras- verabschiedet. Ist natürlich logisch aus deren Sicht, weil die das selbst gar nicht anders kennen; seit die beim Spiel dabei waren, war da eben ein -Sinthoras-, der schon im Forum bekannt war.
Jedoch sind wir aktuell bei Generation 7 oder so. Denn wir hatten wohl fast jedes Jahr ein paar neue Spieler und Helfer, die dann auch immer die jeweilige Generation geprägt haben. So kam in der zweiten Generation auf den Events erstmals Harti dazu. Wieder etwas später dann ein Videoday und noch mal später ein yomifrog. Und trotzdem haben sie jetzt gemeinsam die Deutsche Meisterschaft geleitet.

Genauso ist Vittorio ein "Spieler der ersten Stunde", Michel ist erst ein Jahr später eingestiegen, Weng hat erst in den letzten Jahren richtig auf sich aufmerksam gemacht und Markus Wichmann hat dann in diesem Jahr das große Los gezogen. Trotzdem haben sie alle in den Top 32 der diesjährigen Deutschen Meisterschaft gegeneinander um den Titel gekämpft.
Es muss also nicht immer geradlinig in die eine Richtung laufen: Neue Generation löst alte Generation ab, es kann auch zu einem Mix kommen und mehrere greifen ineinander.

Genauso bei den Spielern; ein schönes Beispiel ist Roland Gress, der dann in späteren Jahren David Dursun ans Spiel heran und so auch zu Erfolgen geführt hat. Noch deutlicher wird das gesamte Prinzip des "alte Generation führt neue Generation ans Spiel heran", wenn wir uns ein paar der Familienväter ansehen, die ihren Söhnen mehr oder weniger alles über das Spiel beigebracht haben. Oder in etwas weniger extremen Weise (was den Altersunterschied betrifft) wenn ein älterer Bruder seinem jüngeren das Spiel beibringt.

Meiner Ansicht nach ist es toll, dass Yu-Gi-Oh! so viele Menschen aus verschiedenen Altersgruppen so mühelos miteinander verbinden kann. [2] Darüber hinaus sollte man sich nicht dagegen stellen, wenn die junge Generation nach vorne drängt und die ältere ablösen will. Schließlich wird man nur besser, wenn man sich ständig mit den Besten misst und diese dann schlägt.
Was glaubt ihr, könnte es daran liegen, dass ältere Spieler bevorzugt mit ihresgleichen testen und dass sie es deshalb aktuell eher weniger schaffen, auf den Turnieren ganz groß abzuschneiden? Müssten wir mehr "Mix" sehen, was zumindest kurze Zeit lang innerhalb der United Gosus geschah und ihnen wohl den größten Höhenflug der Team-Geschichte bescherte?

Bei den Staff Teams ist es eigentlich offensichtlich – ältere Schiedsrichter haben logischerweise mehr Erfahrung als die jüngere Generation. Entsprechend können diese auch viel Wissen weitergeben und so dafür sorgen, dass auch ein Judge, der noch nicht so lange dabei ist, schnell rein findet und die "Kniffe des Gewerbes" versteht. Während wir sonst immer "flüssige Übergänge" hatten und ein Schiedsrichter-Veteran nach dem anderen ausgeschieden ist, während immer mal wieder ein paar neue Judge-Azubis in die Teams gerutscht sind, gab es zuletzt leider einen relativ "harten Schnitt".
Nachdem Amigo das OP übernommen hatte und sich die Anforderungen an Schiedsrichter stark veränderten, wagten viele der Veteranen gar nicht mehr den Schritt, sich überhaupt für die Premier Events zu bewerben. [3] Wieder andere wurden dann aus den verschiedensten Gründen nicht in die Teams eingeladen, so dass eben auf Events mitunter schon mal "Erfahrungslücken" ans Licht treten. Klar, in den wenigsten Fällen verursachen diese echte Probleme; immerhin haben wir ja auch wirklich mega-erfahrene Leute, wie Harti oder Videoday, die kleinere Problemchen mühelos wieder gerade biegen können, doch wenn man in jedem Team (Deck Check, Logistik, usw.) gleich zwei erfahrene Leute hat, läuft das alles wie geschmiert und "wie von allein".

Ich bin aber zuversichtlich, dass die kleine Lücke in Windeseile wieder aufgeholt werden wird, so dass sich auch die nunmehr 7te (oder wie auch immer) Generation bestens schlagen wird und die zukünftig folgenden eine tolle Einweisung geben kann. Genauso bin ich gespannt, ob im nächsten Jahr die Leute, die dieses Jahr auf der DM erstmals weiter oben mitspielen konnten, abgelöst werden oder ob es vielleicht mal nicht zum Generationswechsel kommen wird und wir wieder einige Spieler aus der alten Garde ganz vorne antreffen können.


soul


Trends der Woche


Bauchschmerzen



Absoluter Anti-Trend der Woche sind Bauchschmerzen. Ich weiß noch nicht genau, was sie ausgelöst hat, aber ich schließe selbst EHEC (RolfKaese könnte mich angesteckt haben) nicht mehr aus. Vor allem hatte ich noch nie einen vergleichbaren Mist; fühlte sich ein wenig wie Muskelkater gemixt mit Magenproblemen an...

Bowling



Am Mittwoch wurde kurzerhand mal ein Bowling-Abend beschlossen. Ist aus meiner Sicht eine der interessantesten "Sportarten". Man sieht nirgendwo anders so viele unförmige Menschen, die teilweise dann auch echt noch erfolgreich in dem jeweiligen Sport sind!
Einziges Problem sind die kaputten Daumen und kleinen Finger am Tag danach...

Gesundheitswochen



Ich wurde quasi zwangsweise zu Gesundheitswochen verbannt, denn nachdem Fabian hier gerade mitwohnt, gibt's keinen Zucker im Tee und nur fettarme Milch und lauter so Blödsinn...




[1] NICHT!!!

Denn eigentlich war zu dem Zeitpunkt jeder hinter Verlockung der Finsternis, Finsterer Bewaffneter Drache und so einigen anderen Karten (Kartenvernichtungsvirus) her, die uns das extrem populäre (weil unbesiegbare) Kin-Tele-DAD Deck beschert haben, das von einigen komischen Schreibern liebevoll als "Schwarzgeld" betitelt wurde.


[2] Es besteht nicht immer die 1 zu 1 Verbindung zwischen tatsächlichem Alter und "Spieler- oder Helfer-Generation", aber in vielen Fällen stimmen beide in etwa überein. Ältere Spieler haben eben oft früher angefangen als jüngere Spieler, die beispielsweise jetzt erst mit dem Spiel begonnen haben.


[3] Kurz gefasst: Man muss ein Gewerbe anmelden, um jetzt als Judge auf den größeren Events tätig sein zu können, was einige Schiedsrichter vor Probleme stellt, da ihnen ihr jeweiliger Arbeitgeber ganz schön was erzählt, wenn sie nebenbei irgendwie ein Gewerbe aufnehmen...