eTCG.de Partner: FanTrade.de

Yu-Gi-Oh Karten Shop

TCGMarket.eu

Lehren der Weltmeisterschaft

von soulwarrior am 18.11.2011 um 15:22 Uhr
Zunächst mal Entschuldigung, dass meine Kolumne letzte Woche ausgefallen ist. Wenn ich mich nicht irre, so handelte es sich dabei um den ersten Ausfall in diesem Jahr, was immer noch einen persönlichen Rekord bedeuten würde, wenn ich bis zum Ende des Jahres lediglich 1 Wochenende ausgesetzt hätte. Kreuzt also die Finger und lasst mir auch ruhig noch ein paar Themenvorschläge zukommen, damit ich die Zeit mühelos überstehe.

Da ich mich die vergangenen 14 Tage primär mit dem WoW TCG beschäftigt habe, werde ich auch in der Kolumne heute ein wenig WoW-Zeugs einarbeiten. Keine Sorge, es gibt auch nicht wenige Lehren, die man mühelos auf Yu-Gi-Oh! übertragen kann, daher hoffe ich, dass ihr mir nicht schon jetzt abspringt.


Weitreichende Umstrukturierungen


Gestern hat eine News WoW TCG-Deutschland erschüttert: Amigo gibt die Distribution des WoW TCGs in Deutschland ab (Link auf die Amigo-Seite). Nachdem die Pressemitteilung von Amigo noch etwas widersprüchlich war, konkretisierte Matthias Nagy, der bei Cryptozoic für Europa zuständige Mitarbeiter, die Situation:

Wir möchte offiziell klarstellen, dass wir von unserer Seite die Zusammenarbeit beendet haben. Die Pressemitteilung kann in zwei Richtungen ausgelegt werden, daher möchten wir deutlich machen, dass Cryptozoic das entschieden hat.

Ein neuer Distributor wird schon sehr bald bekannt gegeben.


- Ende des Zitats

Es tut sich also wieder mal etwas im TCG Markt Deutschland. "Konkurrenz belebt das Geschäft" ist zwar nicht unbedingt der passende Ausdruck, da das WoW TCG weder Magic noch Yu-Gi-Oh! Konkurrenz macht, ich denke aber, dass es im Sinne aller Sammelkartenspieler ist, wenn nicht alle größeren Spiele bei ein und demselben Distributor liegen. [1]

Entsprechend denke ich also, dass das auch für Fans des Yu-Gi-Oh! TCGs vorteilhaft ist. Gut, warum habe ich mich ständig nur mit WoW beschäftigt? Ganz einfach, vergangenes Wochenende war wieder mal Weltmeisterschaft. In meinem Fall die erste, an der ich als Spieler teilnehmen konnte. Es wird zwar einen recht ausführlichen Turnierbericht geben, dieser wird aber an anderer Stelle online gehen. Euch möchte ich lediglich meine


Lehren der Weltmeisterschaft


mit auf den Weg geben!

  • Lehre #1: Kenne deine Match-Ups und den richtigen Gewinnplan für jedes einzelne!

    Direkt in Runde 1 des Main Events wurde ich gegen einen Teamkollegen gepaart, gegen den ich das Spiel bereits im ersten Spielzug abgegeben hatte. Ich habe schlichtweg den falschen Verbündeten ausgespielt und hätte mit einer anderen Karten langfristig gesehen viel mehr Vorteil erwirtschaftet.
    Genauso ist das auch bei Yu-Gi-Oh! – gegen manche Decks müsst ihr eben mit eurem Deck in die Offensive gehen, gegen wieder andere Decks könnt ihr es ruhig erstmal gemächlich angehen. Das müsst ihr wissen und euer Spiel je nach Gegner flexibel anpassen!

  • Lehre #2: Denkt nach, bevor ihr einen Move macht!

    Ja, ich weiß – das hatte ich auch schon mal im Artikel erwähnt, in dem ich auf die häufigsten Anfängerfehler hingewiesen habe. Allerdings wird dieses Thema einfach nie alt...
    So habe auch ich wieder auf dem Turnier Moves gemacht, von denen ich mir etwas versprochen hatte – ohne vorher mal konkret zu durchdenken, wie sich der Spielzustand verändern wird. Tja, das ging natürlich – ihr habt es euch schon gedacht – nach hinten los. Daher auf jeden Fall Kopf einschalten und nachdenken, was passieren wird, BEVOR es geschehen ist!

  • Lehre #3: Gebt nicht jeden eurer Fehler an eure Freunde weiter...

    Ebenfalls ein ganz hilfreicher Tipp ist nicht jeden eurer Noob-Fehler an eure Freunde zu kommunizieren. Die ziehen euch nämlich nicht selten den Rest des Tages damit auf...

  • Lehre #4: Hebt euch eure Konter für die richtigen Situationen auf!

    Im zweiten Teil des ersten Tages (auf der Weltmeisterschaft wurden 3 verschiedene Formate gespielt) habe ich ein Combo-Deck gespielt, das auf eine 2-Karten Combo setzt, die euch das Spiel gewinnen kann. Das kriegt sie insbesondere dann ganz gut hin, wenn sich der Gegner seine Antworten nicht aufhebt oder sie einfach mal nicht ausspielt. [2]

    Eigentlich hätte er aber bereits wissen müssen, dass ich auf dieses Deck setze und entsprechend handelte es sich um einen groben Schnitzer seinerseits, seine Antworten nicht online zu bekommen. Das ist so, wie wenn ihr euer Aufschlagen auf das erstbeste Monster eures Gegners spielt, anstatt auf eine echte Bedrohung zu warten, die ihr dann nicht mehr im Kampf bezwingen könnt.

  • Lehre #5: Nehmt euch mindestens so viel vor, wie ihr maximal schaffen könnt!

    Damit meine ich: Versucht auf einem Turnier nicht, 3 : 3 zu gehen. Es ist OK, wenn ihr am Ende 3 : 3 geht und euch darüber freuen könnt, aber versucht euch lieber zu motivieren, indem ihr euch sagt, ihr wollt heute 5 : 1 gehen. Wenn ihr euer Ziel knapp verfehlt und am Ende 4 : 2 geht, habt ihr immer noch mehr erreicht, als wenn ihr von Anfang an "nur" das 3 : 3 anstrebt! Entsprechend gilt hier wirklich, dass Gier GUT ist. Ihr müsst viel wollen, um auf einem Turnier viel erreichen zu können!

  • Lehre #6: Kennt die Tricks eures Decks

    Fast jedes Deck beherrscht ein paar "Standardzüge", die euch erheblich weiterhelfen können, wenn sich die jeweilige Situation ergibt. So auch eines meiner Decks, das ich im Limited gebaut hatte. [3]
    Leider holte ich aus einer recht einfachen Kartenkombination nicht immer das Maximum heraus, da ich schlichtweg der Meinung war, ein Überraschungseffekt würde meinem Gegner mehr Probleme bereiten als geballte Power. Dem war nicht so – brachiale Gewalt wäre deutlich effektiver gewesen.

    Entsprechend solltet ihr auch die besten Züge eures Decks kennen, verinnerlichen und natürlich auch anwenden, wenn sich die Situation in einem Spiel ergibt!


  • Lehre #7: Behaltet alle Zonen eures Gegners im Auge!

    Einmal hatte ich eine Karte abgeworfen, die aus dem Friedhof aufs Spielfeld zurückkehren kann, wenn man noch einen anderen bestimmten Verbündeten (= Monster) im Friedhof hat. So ähnlich wie Mezuki also, der einen anderen Zombie wiederbringen kann. Mein Gegner hatte das nicht richtig realisiert und sorgte dann im Folgezug dafür, dass ich eine Karte abwerfen muss. Das kam mir selbstverständlich vollends entgegen, da ich so eine Combo online bekam, die ihn ordentlich ins Schwitzen brachte!
    Er musste dann einen seiner Removal auf meine wiedergeborene Bedrohungen spielen, um nicht von ihm im Alleingang vermöbelt zu werden. Diesen hätte er sich aber lieber für eine andere Karte aufgehoben.

    Schaut euch also den Friedhof eures Gegners an, bevor ihr ihn eine Karte abwerfen lasst. Behaltet ebenfalls die Zone der verbannten Karten im Auge, denn auch diese kann euch mitunter mal einen Rückschluss auf einen der nächsten Moves eures Gegners geben!

  • Lehre #8: Wisst, was ihr noch im Deck habt!

    Ihr solltet nicht nur nach einer Aktivierung von Topf der Gegensätzlichkeit wissen, welche Karten sich noch in eurem Deck befinden. Gerade dann, wenn ihr mit solchen und ähnlichen Tutoren spielt, die euch Karten von eurem Deck auf die Hand befördern können, ist es besonders wichtig, zu wissen, was für Ziele ihr überhaupt noch habt.
    Kennt die Inhalte eures Decks also in- und auswendig, um so immer auf die bestmögliche Antwort zum bestmöglichen Zeitpunkt Zugriff zu haben!

  • Lehre #9: Spielt nie mehr als 40 Karten!

    Erneut eine Lehre, die ich auch schon im bereits erwähnten Artikel aufgelistet hatte, doch auch das begegnete mir wieder auf der Weltmeisterschaft bzw. auf dem Dunkelmond-Jahrmarkt, also dem größten Side Event an diesem Wochenende.
    Mein Gegner hatte einen sehr spielstarken Pool mit einigen wirklich bombigen Karten. Trotzdem hat er mehr als 30 Karten (im Limited beim WoW TCG die minimale Deckgröße) gespielt und so die Wahrscheinlichkeit gesenkt, auch in diese Karten zu ziehen. Begeht diesen Fehler nicht und haltet euer Deck schlank!

  • Lehre #10: Geht keine unnötigen Risiken ein!

    Ich hatte einen Gegner, der es mehrfach drauf angelegt hatte. Er hätte meine Leute abtauschen können, doch stattdessen hat er lieber die Gesundheit meines Helden (= Life Points) gesenkt, da er im nächsten Zug gewonnen hätte. Tja, die Rechnung ging eigentlich nie wirklich auf – er hat immer den Kürzeren gezogen, da ich noch ein Ass in der Hinterhand hatte, das mir in dem mir verbleibenden Zug den Sieg bringen konnte.

    Entsprechend empfehle ich euch, ein solches Risiko nur einzugehen, wenn euch wirklich keine andere Wahl mehr bleibt. Dann steht ihr sowieso vor der Wahl: "Alles auf eine Karte setzen oder fold", und plötzlich ist das Risiko gar keine allzu schlechte Option mehr.

  • Lehre #11: Den Würfelwurf gewinnen ist gut!

    Ähnlich wie bei Yu-Gi-Oh! kann es auch beim WoW TCG nicht allzu schlecht sein, den Würfelwurf zu gewinnen. Insbesondere dann, wenn man gegen ein Deck antritt, das auf eine ähnliche Taktik wie das eigene Deck setzt.
    Ich hatte am vergangenen Wochenende recht häufig das glücklichere Händchen, was auch erklärt, wie ich es erneut in die Top 8 eines Dunkelmond-Jahrmarkts geschafft habe.

  • Lehre #12: Verlasse dich nicht auf Antworten, die erst 2 Züge später kommen, sondern drücke lieber aufs Gas!

    Erneut lässt sich diese Lehre nicht 1 zu 1 auf das Yu-Gi-Oh! TCG übertragen. Trotzdem gibt es wohl wieder vergleichbare Situationen.
    Jedenfalls hielt ich an einem High Drop fest, der erst 2 Turns später aufs Spielfeld kommen konnte. So ähnlich also, wie wenn ihr Urteilsdrache auf der Hand habt und darauf wartet, noch 2 Lightsworns in euren Friedhof zu bekommen.

    Anstatt mal meine anderen möglichen Bedrohungen auszuspielen, habe ich quasi 2 Turns dabei zugesehen, wie mein Gegner das Heft in die Hand nahm und das Spiel drehte. Hätte ich meine Leute mal aufs Feld gebracht und Druck gemacht, hätte ich ihn einfach überwältigen können.
    Man sollte eben nicht auf das Brems- und das Gaspedal gleichzeitig treten und wissen, wann es an der Zeit ist, noch einen Gang hoch zu schalten.


Das waren sie, meine Lehren, die ich auf der Weltmeisterschaft mitnehmen konnte. Unabhängig davon, dass ich nicht alles richtig gespielt habe, hatte ich ein wirklich fantastisches Wochenende und es ist irgendwo schon wieder schockierend, dass es 5 Tage her ist, seit ich anderen Leuten meine Karten auf den Hals gehetzt habe.
Ihr werdet wahrscheinlich die Sneak von Photon Shockwave gespielt haben und ich gehe davon aus, dass ihr dort auch so einiges gelernt habt. Lasst es uns doch einfach im Feedback-Thread wissen, so dass wir alle davon profitieren können!


soul


Trends der Woche


iPad 2



Nachdem ich mal wieder ein paar Preise abgeräumt hatte, dachte ich mir, ich kann diese auch gegen die Preise eines Teamkollegen eintauschen. Der hatte beispielsweise ein iPad 2 gewonnen, mit dem ich schon längere Zeit liebäugelte. Gesagt, getan und seitdem hänge ich an dem Gerät, das mich sogar dazu bringt, wieder Zeitung zu lesen – es macht einfach Spaß, darauf Artikel zu lesen.

Last Chance Qualifier



Jörg, der einigen von euch immer noch bekannt sein sollte, hat sich erst am Donnerstag qualifiziert, nur um dann auf der Weltmeisterschaft bis in die Top 8 vorzustoßen und sich so 10.000 $ Preisgeld zu sichern! Das ist doch mal ein Lauf nach Maß, dem ich daher nur gratulieren kann!

Zuversicht



Ebenfalls ganz vorne mit dabei ist unter meinen Trends diese Woche Optimismus. Zwar versetzt mir das Wetter einen kleinen Dämpfer und ich habe kaum Lust, das Haus zu verlassen, doch abgesehen davon gibt es wirklich keinen Grund zur Klage und entsprechend ist "zuversichtlich in die Zukunft blicken" klarer Trend der Woche!





[1] Es lässt sich nur schwer vermeiden, dass eines der Spiele hier immer mal wieder zu kurz kommt. Das geht auf den Personalengpass zurück bzw. auf "Stoßzeiten", in denen einfach überraschend viel in kurzer Zeit zusammen kommt. Beispielsweise wenn für 2 Spiele gleichzeitig Sneaks anstehen oder eine Deutsche Meisterschaft.


[2] Da man beim WoW TCG Ressourcen zahlen muss, um eine Karte auszuspielen, kann man nicht wie bei Yu-Gi-Oh! alle Zauber- / Fallenkarten runter legen, sondern man muss vielmehr auch Ressourcen aufheben, um diese aktivieren zu können. Wenn sich der Gegner die ganze Zeit "austappt" und somit nie Ressourcen offen hat, um auf eure Bedrohungen antworten zu können, ist das genauso wie wenn ihr bei Yu-Gi-Oh! eure Fallenkarten auf der Hand aufhebt. Das ist im Grunde in diesem Spiel geschehen.


[3] Bei diesem Format baut ihr euch ein Deck aus ein paar Boostern, die ihr erhaltet. Also ganz ähnlich, wie bei einer Sneak Preview bei Yu-Gi-Oh!