Yu-Gi-Oh Karten Shop

TCGMarket.eu

eTCG.de Partner: FanTrade.de

Videospiele - Konamis geheime Inspirationsquelle

von Fluke1310 am 04.01.2012 um 16:49 Uhr
Und da ist es auch schon wieder vorbei, das gute alte 2011. Ich hoffe, ihr hattet einen schönen Jahreswechsel und habt ordentlich die Raketen und Korken knallen lassen. Ich persönlich bin zwar nicht der große Fan von Vorsätzen für das neue Jahr, aber nichtsdestotrotz werde ich weiterhin mein Bestes tun, um euch etwas zum Lesen bieten zu können.

Heute wollen wir einige Karten aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten. Ihr erinnert euch vielleicht noch an eine Artikelreihe namens „Karten mit Geschichte”, in der Gam uns Zusammenhänge zwischen diversen Yu-Gi-Oh!-Karten und historischen bzw. mythologischen Gestalten, wie z.B. den Gladiatorungeheuern, ägyptischen Kreaturen oder Bauten und den Spirits, nähergebracht hat.

Da die ursprüngliche TV-Serie einen Bezug zu Ägypten hatte[1], ist es nicht verwunderlich, dass Konami diese Thematik als Grundlage für einige Karten genutzt hat. Doch das Yu-Gi-Oh! TCG ist nicht Konamis einziges Standbein; auch zahlreiche Videospiel-Serien gehen auf ihr Konto, die aber größtenteils im Westen relativ unbekannt sind. Daher fällt es wohl wenigen TCGlern auf, aber einige der Charaktere aus diesen Spielen dienten den Designern bei Konami als Vorlage für Yugi-Karten. Egal, ob ursprünglich als versteckte Werbung oder als Selbstparodie gedacht, ein genialer Einfall ist das allemal.




Vor einer Woche hat Nimrod Hellfire schon ihr neues durch Order of Chaos ermöglichtes Themendeck vorgestellt und um sie geht es auch heute:
Die Ninjas
Einige aus ihren Reihen entstammen dem SNES-Spiel „The Legend of the Mystical Ninja”. Da ist allen voran Goe Goe, der galante Ninja zu nennen. Der japanische Titel des Spiels - „Ganbare Goemon: Yukihime Kyuushutsu Emaki” - liefert einen Beweis für den Ursprung des Namens der Karte. Der Spieler übernimmt die Rolle des Titelhelden Goemon und seines Freundes Ebisumaru, die sich auch eine Reise durch Japan begeben, um - wer hätte es gedacht - eine entführte Prinzessin zu retten.
Sogar die Existenz einer realen Person namens Ishikawa Goemon ist historisch belegt. Dabei handelt es sich um den Anführer einer japanischen Diebesgilde, der im 16. Jahrhundert lebte und im Jahre 1594 durch Kochen in Öl hingerichtet wurde. Des Weiteren rankt sich eine Vielzahl von Mythen um den Ninja und so entwickelte sich Goemon über die Jahrhunderte zu einer Heldenfigur der japanischen Folklore, der ähnliche Motive wie Robin Hood nachgesagt werden. Hier hat Konami mitgedacht, denn das Bestehlen reicher Leute wird auch im Effekt von Goe Goe, der galante Ninja zum Ausdruck gebracht.

Auch Ebisumaru, Goemons Gefährte, wurde mit einer eigenen Sammelkarte bedacht, die in ORCS zu uns kommen wird: Masked Ninja Ebisu! Der Effekt bzw. dessen Aktivierungsbedingung stellt die Abhängigkeit von Goemon dar.
Wie im Artwork zu sehen ist, ist Ebisumaru etwas fülliger als der Durchschnittsninja, den man geistig vor Augen hat. Im Spiel erfährt man, dass Essen eines seiner Lieblingshobbys ist und er in seinem Stammteehaus einmal zu einer Mahlzeit rekordverdächtige 200 Portionen Dango verdrückt hat, was seine Wampe erklärt. Trotzdem hat er Erfolg bei den Frauen, was oft für Streitigkeiten zwischen ihm und seinen Freunden sorgt.
Im Kampf ist er sehr kreativ und flexibel, nutzt er doch nicht nur Bomben, wie das Artwork veranschaulicht, sondern auch allerlei Haushaltsutensilien oder Sportgeräte, wie z.B. Hula Hoops.

Außerdem mit von der Partie ist Yae. Bei dem Namen klingelt es eventuell bei einigen, die schon länger dabei sind, denn in grauer Vorzeit ist damals in Ancient Sanctuary Ninjalady Yae erschienen.
Sie arbeitet für die „Secret Investigational Ninjas” und gerät bei ihrer Arbeit in einen Hinterhalt, aus dem Goemon und Ebisumaru sie befreien. Daraufhin schließt sie sich der Gruppe an, um den Erfinder Jiisan aus der Zukunft in ihre Zeit zurückzuholen[2], nachdem er mit seiner selbstentwickelten Zeitmaschine dorthin gereist war, um dort jungen Frauen nachzujagen.
Einige Jahre später reist sie mit Goemon und den anderen ins All[3], um den von Robotern bevölkerten Planeten Impact vor dem Bösewicht Seppekumaru zu retten, der ein von vier auf den Monden des Planeten stationierten Generatoren aufrechterhaltenes Kraftfeld errichtet hat, um den Planeten abzuschotten.
Yae schafft es, einen der Generatoren zu zerstören und trägt so einen entscheidenden Teil zu Seppekumarus Niederlage bei.

Der Letzte im Bunde ist Sasuke. Bei ihm handelt es sich um einen Kampfroboter, den Jiisan ursprünglich als seinen Leibwächter entwickelt hatte. Er ist so konzipiert, dass er gewöhnliche Nahrungsmittel als Energiequelle nutzen kann, was ihm gewisse menschliche Züge verleiht.
Weiterhin existieren Parallelen zur Folklore-Figur des Sarutobi Sasuke, dem ersten Ninja, der für ein positives Bild der Ninjas in der Gesellschaft verantwortlich war, während viele in ihnen zuvor nur skrupellose Attentäter sahen.
Ähnlich wie dieser ist der Roboter äußerlich ein Kind mit überragenden Fähigkeiten und hat ein Vater-Sohn-Verhältnis zu einem mysteriösen Mann - bei der Sagenfigur ist dies ein alter Ninja, der ihn im Kampf unterrichtet, beim Roboter sein Erfinder Jiisan.

Bei seinen ersten Zusammentreffen mit Goemon und Ebisumaru hält Sasuke diese für Eindringlinge und greift sie an, um seinen Schöpfer zu schützen. Das Missverständnis klärt sich jedoch auf und Sasuke steht den anderen fortan mit helfender Hand zur Seite, sorgt aber durch seine direkte, oft kindlich-naive Art und sein mangelndes Verständnis für Ironie ab und an für Konflikte in der Gruppe.
Jiisan hat den kleinen Helfer mit einer Vielzahl von Waffen und technischen Raffinessen ausgestattet, was sich in unserem TCG durch die hohe Anzahl an Karten zeigt, für die Sasuke Modell stand.

Sasuke-Samurai und Sasuke Samurai #2 beweisen seine Schwertkünste, durch die er seine Gegner mit Hieben schmerzend wie Feuer zur Stecke bringt, noch bevor sie zum Kampf bereit sind - #1 verhindert das Aufdecken dieser - und ohne dass sie hinterlistige Aktionen starten können, da #2 die Aktivierung von Zauber- und Fallenkarten unterbindet.

Sasukes Gesichtsausdruck auf der Karte Sasuke Samurai #3 veranschaulicht seine Aggressivität, sollte er gereizt werden, und auch der japanischer Name „Lavish Feast Samurai” weist darauf hin, dass er sich gerne an großen Kämpfen beteiligt und seine Gegner als „Festessen” bezeichnet. Allerdings lässt er sich oft zu sehr von seinem Kampfinstinkt leiten und kämpft ohne Rücksicht auf Verluste, was dazu führt, dass er geduldigen Gegnern früher oder später eine Chance zum Zurückschlagen bietet. Diese Eigenschaft spiegelt auch der Kartentext wider - für geringen Schaden an den Life Points lässt #3 den Gegner auf ganze 7(!) Karten aufziehen, was sich nicht einmal bei offener Gier gut anhört und nicht selten der erste Schritt zur eigenen Niederlage ist.

Dann wäre da noch Sasuke-Samurai #4. Hier präsentiert sich der Technik-Ninja in neuem Outfit und mit neuer Waffe, was seine Vielseitigkeit zeigt. Im Spiel verfügt er zudem sogar über ein Jetpack, was noch Spielraum für weitere Versionen des Sasuke-Samurai bietet.

Aus unbekannten Gründen hat Jiisan einen Mechanismus in Sasuke eingebaut, der ihn zu einer gewissenlosen Killermaschine werden lässt. Man könnte vermuten, dass es sich hierbei um Ninja-Maestro Sasuke handelt, welcher sowohl vom Artwork her bedrohlicher wirkt und durch seinen Effekt kurzen Prozess mit seinen Gegnern macht als auch bezüglich der ATK stärker ist als die keinen Sasukes.




Das war es auch schon für heute! Ich hoffe, ihr fandet es zur Abwechslung unterhaltsam, über Karten auch einmal einige weniger offensichtliche Details zu erfahren und vielleicht konnte der Artikel den einen oder anderen dazu animieren, die „Ganbare Goemon”-Reihe anzutesten.

Würdet ihr gerne mehr über Karten lesen, die aus Videospiel-Serien stammen, sodass sich eine kleine Artikelreihe zu dem Thema lohnen würde? Ist euch in einem Spiel vielleicht schon einmal eine Figur aufgefallen, die euch an eine Yu-Gi-Oh!-Karte erinnert? Lasst es mich wissen.

Danke für eure Zeit und auf ein gutes Jahr 2012!


Fluke

[1]: ...und erheblich weniger „abgehoben” war; man bedenke die Entwicklung über eine Schule, an der ausschließlich Kartenspielen unterrichtet wird, welches sogar zu einer Art Wissenschaft gemacht wird, gefolgt von noch fragwürdigeren „Card Games on Motorcycles” bis hin zu eXtremen „Card Games in Space”. Aber ok, die Japaner haben ja bekanntlich viel Fantasie.


[2]: Wir sehen: nicht nur bei Yu-Gi-Oh! scheint die Zukunft ein beliebtes Motiv zu sein, wenn den Machern die halbwegs realistischen Themen ausgehen.


[3]: Na, wem fällt etwas auf?