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Vom Schiedsrichter werden und Schiedsrichter suchen

von Kylina am 02.01.2013 um 16:50 Uhr
Vergangene Woche bin ich auf 5 Schiedsrichter-Suchen von Läden & privaten Veranstaltern gestoßen. Gleichzeitig hatten an anderer Stelle gleich 3 Personen Fragen zum Schiedsrichter werden. Es ist wohl tatsächlich an der Zeit, dass jemand sich noch einmal ausführlich mit dem Thema befasst: Wo findet man Schiedsrichter, und wie kann man selber Schiedsrichter auf größeren Events sein? Im Folgenden findet ihr einen ausführlichen Bericht über die Anforderungen an Schiedsrichter, hilfreiche Quellen zum Lernen des Handwerkszeugs und die nächsten Turniere, auf denen man anfangen könnte.
 
Was sind die Anforderungen an Schiedsrichter?
Das, was andere von euch erwarten, unterscheidet sich je nach Perspektive, sowie dem Level der Veranstaltung. Auf dem wöchentlichen Ladenturnier mit 15 Spielern geht es doch deutlich entspannter zu als auf einer Regional oder einer Deutschen Meisterschaft. Das sollte zwar klar sein, aber ich erwähne es zur Sicherheit noch einmal: Der Veranstalter, die Spieler, aber auch ihr selbst habt Anforderungen an euch, die es zu erfüllen gibt.
 
Ladenbesitzer sind oftmals nicht allzu sehr in der Materie und haben weitere Aufgaben, um die sie sich kümmern müssen. Darum freuen sie sich, wenn der Schiedsrichter sich über den Turnierablauf eigenständig informiert (auf offiziellen Turnieren werden oft viele Informationen mitgeschickt) und sich möglichst selbstständig um das Turnier kümmert. Von der Pflege von Turnierthreads hier auf eTCG, über den Ablauf des Turniers vor Ort bis hin zum kleinen Danke- oder Fazit-Bericht nach einem erfolgten Turnier gibt es viel, das Ladenbesitzer gerne in andere Hände übergeben.

Aber Ladenbesitzer sind nur ein Teil der Gesamtheit der Turnierveranstalter. Auch private Turnierveranstalter gibt es, und auch KONAMI und AMIGO veranstalten Turniere. Ziel eines jeden Turnieres ist es, dass die Spieler und ggf. die Leser der Coverage ein tolles Turnier erleben und weiterhin mit Interesse das Spiel spielen (und natürlich Produkte kaufen). Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Schiedsrichter das richtige Auftreten haben: Sie sollten freundlich sein, unparteiisch, sich für das Event verantwortlich fühlen sowie ein kompetentes und sicheres Auftreten haben. Letzteres ist oft eine Frage der Turniererfahrung und eurem Willen, euch Feedback zu besorgen. Werden Informationen bereitgestellt, sollte es selbstverständlich sein, diese auch zu lesen, zu verstehen und notfalls noch mal nachzufragen. Selten freut es einen Turnierveranstalter oder -verantwortlichen weniger, als wenn Informationen, die vorher mehrfach genannt wurden, in einer stressigen Situation noch mal nachgefragt werden. Kleiner Tipp: Eigene Zusammenfassungen, Übersichten oder auch die Turnierinformationen kann man auch immer sich selber für den Fall der Fälle zusammenstellen und auf das Turnier mitnehmen. In einer Klemmmappe oder ordentlich abgelegt am Score Keeper Tisch macht das Ganze sogar noch einen professionellen Eindruck.
 
Auf den offiziellen Turnieren sind die Anforderungen umfangreicher. Anders herum kann es aber auch als Spieler nie schaden, sich etwas mehr Wissen anzueignen. Die offiziellen Dokumente von Konami, insbesondere die überall einheitlich auszuführenden Strafrichtlinien ("Penalty Guidelines") sowie die Dokumente zum Turnierablauf (Allgemeine Turnierrichtlinien und Yu-Gi-Oh! TCG Turnierrichtlinien) müssen gelernt und richtig angewendet werden. Ab und an kann es sein, dass Spielfehler wie zu spätes Erscheinen oder fehlerhafte/nicht lesbare/abgekürzte Decklisten zu Game und Match Losses führen. Diese muss der Schiedsrichter den Spielern geben und auch erklären (!) können. Es gibt noch andere Spielstrafen, die ein Game Loss oder höheres verlangen, jedoch erfolgen alle anderen Fälle immer in Rücksprache mit dem Head Judge.

Immer gut kommt es an, wenn jemand den Willen zeigt, zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Insbesondere, wenn diese Schiedsrichter auch etwas ihrer sonstigen Freizeit nutzen, um den örtlichen Laden zu unterstützen, sich aktuell zu halten, Sachen noch mal nachzulesen oder im Internet (wie hier auf eTCG im Regelfragen-Bereich) auch wirklich aktiv zu sein. Dumme Fragen gibt es selten, viel häufiger zeigen sie Interesse daran, etwas richtig machen zu wollen (es sei denn, die Infos wurden vorher bereits gegeben, siehe oben). Viele Head Judges und Turnierveranstalter geben auch gerne ihr Feedback zur eigenen Leistung und Verbesserungsvorschläge für das nächste Turnier, wenn man sie einfach danach fragt.
 
Auch von Spielerseite gibt es Anforderungen. Da die meisten Schiedsrichter auch Spieler sind, sollten die Punkte eigentlich klar sein. Dennoch erlebe ich immer wieder Schiedsrichter, die anderes beweisen.

Spieler erwarten, dass Schiedsrichter fair sind. Das heißt einerseits, dass sie nicht parteiisch sind. Andererseits heißt es aber auch, dass sie Strafen nachvollziehbar und immer nach gleichem Maßstab vergeben. Aber auch, dass sie unfaire Aktionen der Gegner verhindern beziehungsweise in Judge Calls entdecken, wird von ihnen erwartet. Gerade letzteres gestaltet sich oft schwierig. Es gibt leider einen Teil der Spieler, die absichtlich einmal etwas "vergessen" oder "übersehen", bis es ihrer Meinung nach reicht, damit der Gegner ein "Game Loss reingedrückt" bekommt. Sobald eine Situation danach aussieht, dass ein Game Loss unausweichlich ist, lohnt es sich daher IMMER, noch einmal 2 Fragen mehr zu stellen. Die erste ist meistens "Warum wurde der Fehler noch nicht vorher gemeldet?" und die zweite ist - zumindest bei mir - "Kennst du Fairplay?". Daraus folgt auch, dass Game Losses, die aus fehlerhaften Spielsituationen entstehen, möglichst vermieden werden sollten. Wie genau, das zeigen viele einzelne Themen in den Quellen, die ich weiter unten aufführen werde. Auf großen Turnieren gibt es aber auch immer noch andere Schiedsrichter, deren Ansicht man mit einbeziehen kann. Ebenso muss der jeweilige Head Judge hinzugeholt werden und dem Game Loss zustimmen, bevor es vergeben wird.
 
Daneben fordern Spieler, dass ein Schiedsrichter IMMER den Durchblick hat, was gerade passiert. Auf einem lokalen Turnier meist kein Problem. Auf einem größeren Turnier mit 100 Spielern ist das schon einmal nicht gewährleistet. Auf einem Event wie der DM oder einer YCS ist das unmöglich. ABER: Auf den großen Turnieren gibt es eigentlich immer einen klaren Verantwortlichen für alle möglichen Bereiche. An diesen kann man die Spieler weiterleiten, oder bei eigenen Fragen natürlich auch selber nachfragen.

Weiterhin ist das Regelwissen ein Punkt, den Spieler nicht zu Unrecht fordern. Alle gängigen Mechaniken und die häufigsten Regelfragen sollte ein Schiedsrichter auf einem offiziellen Turnier auch abdecken können. Quellen hierfür sind zahlreich - wenn auch nicht immer offizieller Natur - vorhanden. Es ist nun einmal oft spielentscheidend, ob eine Regelfrage richtig oder falsch beantwortet wird. Selten ist es ein Problem, wenn man mal ein oder zwei Fragen kurz bei jemand anderem nachfrägt. Wenn es sich häuft, sollte das aber ein dicker Hinweis darauf sein, dass man an sich arbeiten sollte.
 
Zuletzt hat ein Schiedsrichter auch Anforderungen an sich selbst und auch die Turnierveranstalter. An sich selbst sollte immer die Anforderung sein, eine gute Performance abzugeben, indem man die oben aufgezählten Erwartungen soweit möglich erfüllt. Dazu sollten eigenständig Informationen gelesen, verstanden und angewendet werden können.
Von den Turnierveranstaltern sollte immer eine Wertschätzung der eigenen Leistungen ausgehen. Das muss nicht immer in Form von haufenweise Boostern sein, denn gerade kleine Ladenturniere können selten große Schiedsrichter-Vergütungen vergeben. Aber ein ehrliches "Danke" und das Gefühl, dass man auch als Person wichtig ist, sollten da sein. Wenn nicht, lasst den Veranstalter links liegen, sonst macht ihr euch nur selber kaputt. (Leider gibt es auch solche Veranstalter.) Auch die Verpflegung mit etwas zu essen und zu trinken sollte ab einer gewissen Spieler- und Rundenzahl selbstverständlich sein. Ist es aber leider nicht immer.

Auf den offiziellen Turnieren gibt es meistens eine mehr oder minder festgelegte Vergütung in Form von Sachmitteln. Wer die verfügbaren Informationen sorgfältig liest, wird das meistens auch genau aufgeführt vorfinden. Außerdem sollte die Vergütung niemals der Grund für das Schiedsrichtern sein, das ergibt nämlich nur extrem selten eine gute Leistung. Daher sage ich an der Stelle nicht mehr, als dass die Vergütung eigentlich immer weitaus mehr als die Anfahrtskosten deckt.
Auf einer YCS, DM oder EM werden zudem auch die Hotelzimmer (meist von Freitag bis Montag) vom Veranstalter gebucht und bezahlt.
 
Wo kann ich Rulings, Spielstrafen und anderes lernen?
Der eine oder andere ist vermutlich schon genervt davon, wie oft ich im ersten Teil hervorgehoben habe, dass Informationen selber gefunden, gelesen und gelernt werden sollten. Das ist Absicht, denn es ist das A&O, das jeder mitbringen sollte. Im Folgenden nun ein paar wirklich hilfreiche Quellen.
 
Mindest-Voraussetzungen für offizielle Groß-Events:
Es gibt Sachen, die MÜSSEN einfach auf einer YCS, EM oder DM sitzen. Auch davor sollten diese Quellen bereits verstanden und angewendet werden:


Wer aber wirklich viel lernen und vielleicht auch erreichen will, der sollte sich auch vor weiteren Quellen nicht scheuen. Da haben wir zunächst
 
Offizielle Quellen
Diese Quellen sind offiziell und daher auch oft empfohlen:
  • offizielle Konami-Sektion zum Gameplay: Hier sind auch die oben genannten Quellen zu Hause, man findet aber noch ein paar mehr hilfreiche Artikel.
  • Hinweise zum Ausfüllen einer Deckliste: Dass Angaben wie "Gale" oder "Hole" schon einmal zu Game Losses führen, kommt nicht von ungefähr und wird nicht einfach gemacht, weil man gerade Lust darauf hat. Hier sind die ausführlichen Anweisungen, leider aber nur auf Englisch.

 
Nicht-Offizielle Quellen
Nicht-offizielle Quellen bedienen meist die Punkte, die momentan leider (noch?) nicht von offiziellen Quellen abgedeckt werden können:
  • Englisches Yugioh-Wiki: Immer gut zum Nachschlagen von Karten. Vorsicht ist geboten bei den Rulings!: Zum einen ist ein Wiki ein Ort, an dem prinzipiell jeder mitarbeiten kann, weswegen es schon einmal Fehler geben kann. Zum anderen sind nicht alle Rulings noch aktuell. Im Großen und Ganzen sollten die Rulings aber stimmen.
  • Android-App “Yu-Gi-Oh! Rules" von yugidad: Einfach im unter Google Play suchen und downloaden. Die App enthält alle in Amerika erschienen Karten in der aktuellsten Textversion, sowie auch einige Rulings, die zu den Karten gegeben wurden. Super zum Übersetzen oder wenn jemand mal mit einer Karte spielt, deren alte Textversion missverständlich ist. Die Rulings sind mit Vorsicht und eigenem Denken zu beachten, denn teilweise sind sie veraltet (siehe englisches Yugioh-Wiki)
  • Extended Game Mechanics: Hier sind alle Spielmechaniken zusammengefasst. Wann kann man wie auf etwas reagieren? Wann ist das Timing verpasst? Von Grundsätzlichem bis hin zu komplexen Situationen ist hier fast alles abgedeckt, und praktische Beispiele machen alles verständlich. Wer das hier versteht, ist einen riesigen Sprung weiter. Allerdings ist das Dokument nicht mehr ganz auf dem aktuellen Stand. Insbesondere die Regel, dass auf eine Besschwörung keine Zündeffekte mehr aktiviert werden können („Prio-Regel“), hat hier noch keine Beachtung gefunden.
  • Liste häufiger Regelfragen u.ä.: Hier auf eTCG haben sich einige Personen bereits die Mühe gemacht, die wichtigen Fragen zu beantworten, sodass sie jeder versteht. In meinen Augen sehr hilfreich, leider übersehen ihn viele.
  • Der eTCG Regelfragen-Bereich: Im eTCG-Regelfragen-Bereich sind viele zurzeit aktive Schiedsrichter zugegen. Egal, ob du eigene Fragen stellst, einfach nur die aktuellen Regelfragen mitbekommen willst oder selber beantwortest - hier kann man viel lernen.
  • Wenn man sich ein paar Quellen mal durchgelesen hat, will man natürlich auch wissen, ob das Gelernte ausreicht. "Bazils School of Judging" war früher einmal ein super Selbsttest, der leider technisch nicht mehr funktioniert, aber inhaltlich immer noch interessant ist. Alternativ gibt es hier noch einen inoffiziellen Regelfragen-Test, der die Regelfragen zusammenfasst, die wir auf einem unserer inoffiziellen Turniere hatten.

Daneben gibt es natürlich noch andere nicht-offizielle Quellen, zum Beispiel etliche andere, anderssprachige Foren. Aber mit dem oben stehenden sollte man alles Wichtige erfahren können.
 
 
Wo und wie kann man das Schiedsrichtern anfangen?
Meistens erhalte ich eine solche Frage, wie sie oben gestellt ist. Die Antwort ist dann häufig von mir, dass man im lokalen Laden starten kann. Die haben selten genug Helfer und freuen sich daher über jeden, der engagiert dabei ist. Zudem macht es einen guten Eindruck auf die Organisatoren größerer Turniere, wenn man wirklich regelmäßig aktiv etwas macht.
 
Mir ist bewusst, dass das meist nicht die eigentliche Frage dahinter beantwortet, sondern nur die, die mir gestellt wurde. Die eigentliche Frage ist meistens eher: "Wie werde ich Schiedsrichter auf den großen Events?" Das lässt sich nicht pauschal beantworten, denn die möglichen Events sind zahlreich, wenn man nur die Augen aufhält.

Zur Kontaktaufnahme empfehlen sich der Threadersteller und/oder der jeweilige Head Judge bei inoffiziellen Turnieren. Bei offiziellen Turnieren würde ich immer den Turnierveranstalter kontaktieren. Fügt bei solchen Anfragen am besten schon einmal 1-2 Sätze zu eurer Erfahrung und dem Grund des Interesses an, damit die Ansprechpartner sehen, dass ihr euch wirklich Gedanken macht.
 
Schiedsrichtern auf größeren nicht-offiziellen Turnieren:
Wenn es keinen guten Laden in der Gegend gibt, oder die dortigen Turniere sich zeitlich nicht mit den eigenen Terminplan übereinstimmen lassen, sind private Turniere und nicht-offizielle, größere Ladenturniere perfekt, um einen Einstieg zu finden. Solche Turniere sind meistens 2-4 Schiedsrichter stark, sodass der jeweilige Head Judge auch noch die Zeit und den Überblick hat, um Neulingen alles zu erklären und ihnen über die Schulter zu gucken, um direkt auch etwas hilfreiches Feedback zu geben. Ob Destiny Duel(men) Series in Dülmen, die Kölner Turnierserien, den Raiders Cup vom Wirth Mainz, die Börsenturniere in Dreieich, das HDK... - es gibt auch etliche Turnierserien, die regelmäßig stattfinden. Eine generelle Anfrage an die jeweiligen Organisatoren ist da schon einmal nicht schädlich, sodass man beim nächsten Event gegebenenfalls auch gleich beachtet wird. Teilweise suchen solche Turniere auch direkt im Turnierthread Schiedsrichter. Und teilweise freuen sich die Veranstalter auch sehr, wenn ihr den ersten Schritt macht.
 
Offizielle Turniere, die von Läden veranstaltet werden:
Unter diese Kategorie fallen Veranstaltungen wie die Metropolitan Masters, YCS Trials oder Regionals. Von der Größe her unterscheiden sich diese Turniere schon einmal sehr, sodass auch der Schiedsrichter-Bedarf unterschiedlich ist. Außerdem gibt es Läden, die sich der Bewerbung auf Plattformen wie eTCG nicht ganz bewusst sind. Daher lohnt sich hier immer ein Blick auf die vollständigen Veranstalter-Listen auf der Premier Event-Seiten von AMIGO, die bei den jeweiligen Turnierarten zu finden sind. In der Liste steht auch immer eine Kontaktmöglichkeit. Ob tatsächlich Schiedsrichter gesucht werden, ist von Laden zu Laden unterschiedlich. Prinzipiell ist es hier von Vorteil, möglichst schon ein paar Wochen vor dem Turnier anzufragen, dann sind die Chancen ganz gut.
 
Yu-Gi-Oh! Championship Series (YCS) und Europameisterschaft:
Konami ist der Turnierorganisator für die Yu-Gi-Oh! Championship Series (YCS) und die Europameisterschaft. Für beide Turnierformate werden die Schiedsrichter-Aufrufe ("Judge Calls") im nicht-öffentlichen Konami Schiedsrichter-Forum angekündigt.
Beachtet: Ihr müsst den Regelfragen-Test von Konami (RC-1) erfolgreich absolviert haben, und die darauffolgende Mail beantwortet haben, um als Schiedsrichter registriert zu sein. Erst dann ist ein Anmelden im Schiedsrichter-Forum sowie eine erfolgreiche Bewerbung möglich. Das Procedere dauert 1-3 Wochen, und startet hier.

Seid euch in jeden Fall bewusst, dass die Anforderungen an solch ein Turnier nicht ohne sind. Arbeiten von morgens um 7 bis abends um 10 ist üblich, daher müssen Bewerber mindestens 18 Jahre alt sein. Fließendes Englisch ist muss, damit ihr die Anweisungen eurer Teamleiter und der Organisatoren auch versteht und Spielerfragen überhaupt beantworten könnt. Außerdem erfolgt die Anreise in Eigenregie, also checkt vor einer Bewerbung, ob ihr eine sinnvolle und kostenmäßig sinnvolle Verbindung zum Turnierort habt. Ihr erhaltet pauschal 2-3 Displays, die die Fahrtkosten decken sollen, je nachdem, ob das Turnier im eigenen Land ist oder nicht. Der Judge Call der YCS Bochum 2013 ist mittlerweile vorüber. Wer aber generell Interesse hat, der sollte jetzt bereits die nötigen Schritte vornehmen, um für die nächsten Events vorbereitet zu sein.
 
Deutsche Meisterschaft
Die Deutsche Meisterschaft wird von AMIGO veranstaltet. Wie auch bei den Events von Konami ist das Wochenende sehr arbeitsreich, darum müsst ihr 18 sein. Die erste Anmeldung als genereller Helfer bei AMIGO ist etwas komplex. Wenn man aber erst einmal dabei ist, ist das Meiste schnell erledigt. Den genauen Prozess, ein paar Infos zur Vergütung und was man sonst noch wissen sollte, habe ich vergangenes Jahr in einem Artikel rund um das "Schiedsrichtern auf der Yugioh DM" auf einem anderen Portal zusammengefasst. Bis auf den Veranstaltungsort sollten die Daten noch gültig sein.
Großer Pluspunkt von AMIGO: Man kann jederzeit Fragen stellen und kriegt die Antworten dazu auch recht flott. Hier auf eTCG kann man dem Account Time Walk sowohl große als auch kleine Fragen rund ums Helfen auf Turnieren stellen. Wer lieber eine E-Mail schreibt, der erreicht unter OrganizedPlay@AMIGO-spiele.de die richtigen Ansprechpartner. Oder man kontaktiert Sebastian Matthies von der AMIGO Spiel- und Freizeit GmbH, der für die Schiedsrichter-Auswahl zuständig ist, unter dem Account „AMIGO Sebastian“ direkt über Facebook. Für ein paar weitere Infos in unten stehendem Artikel hatte ich Sebastian übrigens selber über Facebook kontaktiert.
 
Der Schiedsrichter-Aufruf für die DM dieses Jahr ist bereits gestartet, und noch bis Anfang Februar ist eine Bewerbung möglich. Kleiner Tipp: Fragt nicht gleich nach der Vergütung oder ob ihr was umsonst kriegt. Das kommt – wie auch beim Bewerbungsgespräch um andere Jobs – ziemlich schlecht an. Sebastian Matthies empfiehlt für die Bewerbung: „Seid ehrlich – auch wenn ihr noch nie bei einem Event als Helfer dabei wart, scheidet ihr damit nicht automatisch aus.“
Gut kommt bei ihm an, wenn die Helfer ihre Aufgaben gewissenhaft und selbstständig erledigen, die Aufgaben also „alle in fähigen Händen zu wissen“. Auch Positionen, die etwas weniger Erfahrung im Schiedsrichtern erfordern, werden vergeben. Dabei sind diese Aufgaben natürlich nicht weniger wichtig für das Event. Wie Yami-Silver, selber überzeugter Nicht-Schiedsrichter, so schön sagt: „Wenn wir Staffler die Registrierung nicht machen würden, hättet ihr Schiedsrichter keinen Job.“
 
Fazit: Was erwartet mich?
Egal, welches Event: Hilft man regelmäßig und befolgt oben stehende Tipps, macht man sich schnell zu einer unschätzbaren Hilfe sowohl für den Veranstalter als auch die Spieler. Schiedsrichtersein ist übrigens auch kein Karriereweg, der nichts anderes mehr zulässt: Ich kenne auch Turniere, auf denen es ein Team von Schiedsrichtern gibt, die abwechselnd auch mal gerne Spieler sind; man muss sich also nicht für eine der beiden Seiten entscheiden. Je nach Turnier unterschiedlich sind die Anforderungen und die Menge der Arbeit. Dafür variiert aber auch die Menge der Vergütung und die Anzahl der netten Leute, die man kennen lernen darf.
 
Jetzt seid ihr gefragt: Seid ihr Schiedsrichter oder wollt es in Zukunft sein? Was sind eure Erfahrungen beziehungsweise Erwartungen? Ich freue mich auf euer Feedback im Diskussionsthread.