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Top 10 RATE: Die besten Karten aus Raging Tempest

von Leseleff am 08.02.2017 um 10:51 Uhr
Hallo alle zusammen! Morgen ist es endlich so weit, dann steht das neue Hauptset „Raging Tempest“ offiziell in den Regalen. Und wie es Tradition ist, gibt es einen Top-10-Artikel, wieder von mir und diesmal in einem Rutsch. Also gut, dann lasst uns mal keine weitere Zeit verlieren und mit Platz 10 loslegen!

Platz 10: Symphonischer Krieger Gita-a-arre




Platz 10 geht an eine Karte, die stellvertretend für eine Reihe von Karten steht, die schon eine gefühlte Ewigkeit im OCG Schimmel ansetzen und jetzt endlich mit mehr Verspätung als Guns ´n Roses zu einem Konzert ins TCG kommen.
Die Rede ist von dem Symphonic Warrior Support, dessen erste Karten in der OCG-Version von Secrets of Eternity (Das war im TCG das Set für Januar 2015!) enthalten waren.
„Frontmann“ des neuen Supports ist Symphonischer Krieger Gita-a-arre, der sogar richtig rocken kann! Dabei handelt es sich um ein Pendelmonster, das vor allem wegen seines Pendeleffekts interessant ist. Mit diesem kann es nämlich zum Preis von einer Handkarte einmal pro Spielzug einen seiner Bandkollegen vom Deck auf die Bühne holen. Somit nimmt die Gitarre eine Funktion ein, die in etwa mit einem permanenten Notfallteleport vergleichbar ist, indem sie zusätzliche Monster für Synchro- und Xyz-Plays zur Verfügung stellt. Symphonischer Krieger Bäs-s-se, Symphonischer Krieger Tr-r-rommel und Symphonischer Krieger Klavi-i-ier sind Empfänger der Stufe 1-3, wobei die Bässe besonders flexibel sind, weil sie ihre Stufe ändern können, wodurch sie bei ausreichend Handkarten auch für Ultimaya-Plays verwendet werden können.
Die höherstufigen, ebenfalls neuen Monster Symphonischer Krieger Synthes-s-s und Symphonischer Krieger Mik-k-ks sind hingegen exzellent für Xyz-Plays. Synthes ist Stufe 4, was eh mächtig ist, und kann wegen seines Typs zu Getrieberiese X überlagert werden. Miks hingegen taugt als Material für Cyber Drache Nova (=Infinity) und schenkt einem nach seiner Spezialbeschwörung (auch durch Guitaars) eine zusätzliche Normalbeschwörung, was ihn als Engine ähnlich wie Brillante Fusion wirken lässt. Gerade diese Kombination könnte auch fürs Competitive Play interessant sein.
Der Monstereffekt ist ebenfalls nett, auch wenn er weit seltener zum Einsatz kommen wird. Bei ihrer Normalbeschwörung kann die Gitarre einen Symphonischen Krieger vom Friedhof beschwören, was ihn ähnlich wie Fixsternritter Altair macht.
Insgesamt also keine Karte, die das Meta nicht revolutionieren wird, aber eine hochinteressante Engine, die viele Möglichkeiten für kreative Spieler eröffnet!

Platz 9: Fusionsrecyclinganlage




Sogar die Setnummer 000 hat es dieses Mal ins Ranking geschafft. Zurecht, denn bei Fusion Recycling Plant handelt es sich wahrscheinlich um die beste Sneak-Promokarte seit Wiedergeborener Tengu.
Auch wenn sie einen vollkommen anderen Effekt hat. Denn bei der Karte handelt es sich um eine Feldzauberkarte, die im Grunde ähnlich funktioniert wie schon Symphonic Warrior Guitaars eine Platzierung vor ihr. Doch während dieser in erster Linie Synchrodecks supportet, ist die Recyclinganlage ein wahrer Segen für Fusionsdecks. Denn zum Preis von einer Handkarte kann sie einem einmal pro Spielzug eine Polymerisation auf die Hand suchen. Außerdem kann sie einem in jeder End Phase ein Monster, das als Fusionsmaterial verwendet wurde, vom Friedhof auf die Hand geben.
Der größte Vorteil ist hier wie bei der Gitarre, dass der Effekt permanent ist, also jede Runde angewendet werden kann, was insbesondere einem eventuellen, Control-lastigen Fusionsdeck einen enorm langen Atem und eine zusätzliche Portion Konstanz verschaffen könnte.
Leider gibt es ein solches Deck momentan nicht. Die Invoked-Karten aus Fusion Enforcers setzen auf ihre eigene Fusionskarte „Eidolon summoning Magic“ und die Fluffals können erstens selbst genug recyclen und suchen, und zweitens bauen sie zu sehr auf OTK’s, um wirklich vom Feldzauber zu profitieren. Ich würde die Karte deshalb vielleicht mit Vorbereitung der Riten vergleichen. Früher kaum relevant und durch das Nekroz-Themendeck auf einmal unfair. Mit anderen Worten also eine Karte, die man im Auge behalten sollte!

Platz 8: Kraftvoller Virus




Platz 8 geht an eine Karte, deren englischer Name „Full Force Virus“ durchaus wörtlich zu nehmen ist. Denn bei ihr handelt es sich um einen ziemlich guten Ersatz für den alten Kartenvernichtungsvirus, bevor dieser vor einiger Zeit mittels eines Erratums je nach sichtweise fairer gemacht oder vollkommen zerstückelt wurde.
Vor dieser Effektänderung konnte dieser alle Monster auf der gegnerischen Hand und Spielfeldseite mit 1500 oder mehr Angriffspunkten zerstören und einen zusätzlich noch drei Züge lang jede Karte sehen lassen, die der Gegner zieht, und darunter ebenfalls die Monster mit 1500 oder mehr Angriffspunkten zerstören, was nicht selten drei Runden lang die volle Kontrolle über das Duell bedeutete.
Und Full Force Virus verwandelt seine Opfer nicht etwa in mutierte Fledermäuse, sondern macht genau das gleiche wie der alte Virus, die einzigen Unterschiede sind die Werte der Monstern, die zerstört werden und des Monsters, das für die Aktivierung als Tribut angeboten werden muss.
So muss nun statt eines Finsternis-Monsters mit 1000 oder weniger ATK eines mit 2000 oder mehr DEF für die Aktivierung des Virus als Tribut angeboten werden. Diese sind erstens etwas seltener und zweitens fehlen Spitzenziele wie Sangan oder Schicksalsheld – Malicious. Dennoch ist auch der neue Virus nicht ohne Einsatzgebiete. Leicht zu aktivieren ist er etwa in Darklord- und Red-Eyes-Decks. Dazu kommen schnelle Normalbeschwörungen wie Grabwächters Spion und Schicksalsheld – Defender, Pendelmonster wie Buntäugiger Pendeldrache, D/D/D Vergessenskönig Abyss-Ragnarok und D/D Gelehrter Thomas und diverse Ziele vom Extra Deck, etwa König der wilden Kobolde und Überfallraptor – Kraftkauz.
Zerstört werden vom neuen Virus Monster mit 1500 oder weniger DEF. Dies ist gewissermaßen „mehr random“ als die Ziele des alten Virus. Was ich damit sagen will, ist, dass man starke Monster eher an den ATK als an den DEF erkennt und fast alle wirklich starken Monster früher 1500 oder mehr Angriffspunkte hatten, während die Verteidigungspunkte der aktuellen Monster sehr willkürlich verteilt sind. Schlüssel- und Bossmonster mit 0 DEF kommen genauso vor wie solche mit 3000 DEF. Soll heißen: Man kann nicht sicher sein, mit Full Force Virus alle wichtigen Monster zu treffen. Doch der wichtigste Effekt, der seine wahre Stärke ausmacht, nämlich die Einsicht in die gegnerische Hand und alle Karten, die die er zieht, bleibt erhalten. Und allein schon deshalb, und weil eigentlich alle Zoodiak-Monster in seinen „Zuständigkeitsbereich“ fallen, sollte man den Virus nicht unterschätzen!

Platz 7: Windhexe – Eisglocke




Platz 7 geht wieder an eine Engine-bildende Karte. Windhexe - Eisglocke ist eine Art schwächerer Ersatz für Geschwindigkeitsroid Terrorkreisel. Kontrolliert man keine Monster, kann man sie als Spezialbeschwörung von der Hand beschwören. Anschließend kann man ein weiteres Windhexe-Monster vom Deck beschwören.
Dies würde theoretisch auch eine zweite Kopie ihrer selbst einschließen, jedoch verhindert ihre weitere Einschränkung, wonach man für den Rest des Spielzugs nur Wind-Monster der Stufe 5 oder höher beschwören kann, Rang-3-Plays, was sie weit weniger flexibel macht.
Aber dafür gibt es mit Windhexe – Glasglocke einen Empfänger der Stufe 4 als Ziel, was die Beschwörung eines Synchromonsters der Stufe 7 bedeutet. Hierfür kommen Glasflügel-Synchrodrache und Windhexe Winterglocke in Frage. Beides sind starke Monster, aber diese Auswahl ist doch relativ klein.
Jedoch geht die Kombo noch weiter. Windhexe – Glasglocke besitzt außerdem einen Effekt, mit dem man seiner Hand eine weitere Windhexe vom Deck hinzufügen kann, wenn man sie als Spezialbeschwörung beschwört. Ziel der Wahl ist hierbei Windhexe – Schneeglocke, ein Empfänger-Monster der Stufe 1. Diese kann man als Spezialbeschwörung beschwören, sollte man zwei Wind-Monster kontrollieren. Mit anderen Worten wird man dies zuerst machen, dann Eisglocke und Glasglocke zu einem Stufe-7-Synchromonster einstimmen und hat anschließend noch die Möglichkeit, mit diesem und Schneeglocke ein weiteres Synchromonster zu beschwören, das durch den Effekt von Schneeglocke nicht einmal durch Karteneffekte zerstört werden kann.
Natürlich ist das beste Ziel hierfür Kristallflügel-Synchrodrache, auch, wenn Sternenstaubdrache ebenfalls eine Option darstellt. Und im Prinzip ist es genau das, was Windhexe – Eisglocke darstellt: Ein unzerstörbarer Kristallflügel-Synchrodrache aus dem Nichts, ohne seine Normalbeschwörung zu verwenden. Das ist ein enorm starkes Monster mit 3000 ATK, dessen größte Schwäche, Removal-Zauberkarten wie Raigeki, außerdem ausgehebelt wurde. Jedoch braucht diese Engine Platz für drei verschiedene Monster im Main Deck. Ob man diesen Platz aufbringen kann und ob die Engine es wert ist, das muss jeder für sein Deck selbst entscheiden. Im OCG konnte ein Deck namens „Windwitch Invoked Artifacts“ aus den Windhexen, Artefakten und Invoked-Karten jedoch schon Top Spots erreichen.

Platz 6: Zoodiak Breitbulle




Um eines Vorweg zu nehmen: Nein, Breitbulle ist nicht der Stellvertreter für das ganze Zoodiak-Themendeck in diesem Ranking. Tatsächlich habe ich meine Regel, nur eine Karte pro Themendeck aufzunehmen, dieses Mal etwas gelockert. Aber auch nur, weil der Bulle auch ohne Rattpier und Co, tatsächlich sogar komplett ohne Main Deck-Zoodiak-Monster eine absolut sinnvolle und starke Karte. Sie ist nämlich nicht etwa ein berauschter Polizist, sondern ein generisches Rang-4-Monster und Support für jedes Ungeheuer-Krieger-Deck. Allein darum soll es in dieser Platzierung gehen, weshalb ich auf seinen Nutzen innerhalb des Zoodiak-Decks bzw. der Engine gar nicht weiter eingehen werde.
Sein Material sind zwei beliebige Stufe-4-Monster und er funktioniert ähnlich wie beispielsweise König der wilden Kobolde: Zum Preis von einem Xyz-Material kann man seiner Hand ein Monster vom Typ Ungeheuer-Krieger, das als Normalbeschwörung beschworen werden kann, vom Deck hinzuzufügen. Auf diese Weise können zum Beispiel Sternzeichen-Kundler Kaus, T.G. Kriegswolf, Coachsoldat Bellwolf und Bruderschaft der Feuerfaust – Bär gesucht werden.
Es gibt dabei ein paar Vorteile gegenüber Bruderschaft der Feuerfaust – Tigerkönig, der durch das Suchen von Feuerformation – Tenki indirekt ähnliches leisten kann. Zum einem das unspezifische Material, was ihn z.B. im Gegensatz zum Tigerkönig im Constellar-Deck spielbar macht, dann die Unabhängigkeit von Tenki, sollte diese limitiert werden und außerdem die Möglichkeit, auch höherstufige Monster wie Coachkapitän Bärmann oder Bestienkönig Barbados zu suchen. Zu guter Letzt kann man Breitbulle, nachdem dieser seinen Effekt genutzt hat, auch noch als Xyz-Material nutzen, um Zoodiak Drachzack darauf zu legen. Dieser stellt ein im Spielzug eines beliebigen Spielers zündbares Removal dar und kann somit zusätzlich auch zu einer soliden Verteidigung beitragen. Der einzige, aber deshalb nicht zu vernachlässigende Nachteil der beiden liegt im Übrigen darin, dass sie außerhalb ihres Themendecks keinerlei Angriffspunkte besitzen und somit leicht überrannt werden können.
Alles in Allem also ein bzw. zwei hochgenerische Xyz-Monster, die sicher auch nach der Zoodiak-Ära noch oft zu sehen sein werden!

Platz 5: Seemonster des Theseus




Platz 5 geht an eine Karte, die bereits Wochen vor dem Release des neuen Sets für Furore gesorgt hat, als ein Konami-Mitarbeiter für RATE „eines der stärksten Monster des Jahres“, dessen Effekttext eine „große, blanke Fläche“ sei, angekündigt hat. Dieses solle einer enormen Vielfalt von Decks neue Möglichkeiten und Kombos eröffnen.
Als dann der Spoiler bekannt war, wurde dieses Monster als Seemonster von Theseus entlarvt. Aber wartet, ein Fusionsmonster ohne Effekt soll eines der stärksten Monster des Jahres sein?
Nun, das ist zugegebenermaßen wahrscheinlich etwas übertrieben, zumal das Jahr noch jung ist, aber zumindest in einem hatte der Konami-Mitarbeiter Recht: Seemonster von Theseus eröffnet tatsächlich vielen Decks neue Plays.
Als Fusionsmaterial verlangt es zwei Empfängermonster, was durchaus generisch und in vielen Decks machbar ist. Jedoch würde niemand jemals wirklich auf die Idee kommen, es mithilfe von Polymerisation zu beschwören, zumindest nicht, solange Instantfusion erlaubt ist. Denn da unser Seemonster die Stufe 5 hat, kann es zum vergleichsweise mickrigen Preis von 1000 Lebenspunkten mit dieser Zauberkarte einfach aus dem Extra Deck beschworen werden.
Auf diese Weise macht es im Prinzip das Gleiche wie Schwarzflügel – Gofu der Geisterschatten zwei Sets zuvor (Platz 10 der Top 10 TDIL): Einfachen Zugriff auf Ultimaya Tzol’kin für Jedermann bieten, der einfach und unkompliziert mächtige Drachenmonster wie Kristallflügel-Synchrodrache vom Extra Deck beschwören kann. Mithilfe des neuen Seemonsters und Instantfusion kann man Ultimaya in alle Decks integrieren, die Monster der Stufe 5 spielen. Und das sind so einige. Auch kann man mithilfe des Seemonsters Zinnoberfarbener Drachenmech oder Schweburg in quasi jedes Decks, sofern es Monster der Stufe 4 beinhaltet, integrieren.
Ich könnte jetzt diverse mögliche Einsatzgebiete in verschiedenen Decks nennen, aber das erspare ich euch mal. Stattdessen möchte ich noch erwähnen, dass Zukunftsfusion vor kurzem in Japan mit einem geringfügig abgeschwächten Effekttext neu aufgelegt und wieder erlaubt wurde, was möglicherweise bald auch auf uns im TCG zukommen könnte. Dann eröffnen sich noch ganz andere Kombomöglichkeiten mit Seeungeheuer des Theseus, die natürlich vor allem Karten wie Aufblühende Blumenzwiebel, Seuchenverbreitender Zombie und Jetsynchorn beinhalten.
Praktisch ist übrigens auch der Zombie-Typ des Seemonsters. Dieser erlaubt es beispielsweise, ihn mit Mezuki erneut vom Friedhof zu beschwören.

Platz 4: Verschwundener Wind




Weiter geht’s mit einer Fallenkarte, die meiner Meinung nach etwas unter dem Radar läuft. Dabei ist sie richtig gut.
Verschwundener Wind ist auf dem ersten Blick ein klassischer Effektnegierer, wie beispielsweise auch Durchbruchfähgkeit. Bei der Aktivierung kann man ein als Spezialbeschwörung beschworenes Monster auf dem Feld wählen, dessen Angriffspunkte halbiert und dessen Effekte annulliert werden. Das Spiel wird nach wie vor von Monstereffekten dominiert, deshalb ist solche zu annullieren immer noch ein sehr starker Effekt. Auch die ATK-Halbierung kann nützlich sein, zumal sie dauerhaft ist, um das Monster später zu überrennen und die Beschränkung auf Monster, die als Spezialbeschwörung beschworen wurden, tut auch kaum noch weh. Zwar gibt es immer noch einige Karten, wie zum Beispiel Goldener Apparat und Silberner Apparat, deren Effekte für gewöhnlich nach der Normalbeschwörung aktiviert werden, aber im Großen und Ganzen sind Spezialbeschwörungen so dominant, dass eine Beschränkung der Wirksamkeit auf solche nur wenig Unterschied macht.
Doch es geht noch weiter: Denn wie es der Trend ist, hat Verschwundener Wind auch noch einen Effekt, der vom Friedhof aus aktiviert werden kann. Beschwört der Gegner ein Monster als Spezialbeschwörung vom Extra Deck, kann man sie von dort aus erneut auf das Spielfeld setzen, was faktisch eine zweite Aktivierungsmöglichkeit bedeutet. Und da jedes aktuell mächtige Decks sehr stark auf das Extra Deck setzt, soll es auch an Möglichkeiten dafür nicht mangeln.
Insgesamt also eine unglaublich mächtige Fallenkarte, auch wenn sie nicht ganz das Niveau von Feierlicher Schlag oder Dimensionsbarriere (Platz 2 ihrer jeweiligen Set-Rankings) erreicht. Doch ich bin sicher: Ihre Zeit wird kommen, spätestens, sollte Feierlicher Schlag einmal von der Banlist eingeschränkt werden. Und auch jetzt schon sollte man sie für Decks, die häufig Karten abwerfen oder anderweitig auf den Friedhof schicken, etwa Infernoids, Lightsworns oder Fluffals, im Auge behalten. Wenn man so will, ist die Karte sogar suchbar. Schließlich gibt es seit neuesten eine Möglichkeit, Zauber- und Fallenkarten gezielt vom Deck auf den Friedhof zu schicken…

Platz 3: Törichte Begräbnisbeigaben




… heißt die gute nämlich. Wie findige Spieler sofort merken, ahmt diese in Namen und Artwork die bekannte Karte Törichtes Begräbnis nach. Doch nicht nur das. Auch der Effekt ist im Prinzip gleich, nur, dass er sich statt auf Monster auf Zauber- und Fallenkarten bezieht.
Das ist natürlich ein hochgenerischer Effekt, und, wenn ihr mich fragt, lange überfällig, seit der Trend klar hin zu Zauber- und Fallenkarten mit Friedhofseffekt geht. Erst vor kurzem erschien mit Paläozoischer Marrella eine Karte, die das gleiche nur für Fallenkarten macht, jedoch ist es ein wenig schade, dass diese durch die lange Zeitverzögerung, bis die ehemalige Korea-WPC ins TCG kam, schon so früh von der neuen Zauberkarte deklassiert wird.
Über den Effekt der Karte braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Sie schickt jede beliebige Zauber- und Fallenkarte vom Deck auf den Friedhof, wodurch man Karten, die einen Friedhofseffekt besitzen, faktisch suchen kann.
Die Anwendungsgebiete sind zahlreich. Zu generischen Karten wie Galaxiezyklon, Durchbruchfähigkeit und dem zuvor erwähnten verschwundenen Wind kommen diverse Themenanwendungen. Unterbrochener Kaiju-Schlummer, Pantheismus der Monarchen, Lunalicht-Parfüm, U.A. Strafbox oder Spielzeugspender sind beispielsweise Karten, die weitere Karten suchen können, wobei man beim Kaiju-Schlummer beachten muss, dass dieser erst eine Runde später vom Friedhof verbannt werden kann, um ihren zweiten Effekt zu aktivieren. Besonders für Spielzeugspender und die Strafbox empfiehlt sich eine Anwendung mit Törichte Begräbnisbeigaben. Der Spender wird sowieso 3x in jedem Fluffal-Deck gespielt und die Strafbox ist ein ausgesprochen wichtiger Sucher für das essenzielle U.A. Stadion und wird am liebsten direkt in den Friedhof geschickt, weil man sie nur ungern auf dem Feld kontrolliert.
Andere Karten, etwa Rückkehr der Drachenherrscher oder Maschinenengel-Ritual, bieten vom Friedhof aus Schutz und Übermut der Yokai bzw. Übermut der Gnome können auch vom Friedhof aus die Stufen von gegnerischen Monstern reduzieren, um Xyz-Beschwörungen zu verhindern.
Doch die vielleicht generischste Einsatzmöglichkeit der Begräbnisbeigaben ist in Kombination mit Metallfose-Fusion. Diese kann man vom Friedhof einfach wieder zurück ins Deck mischen, um eine Karte zu ziehen. So kann Törichte Begräbnisbeigaben als eine Art Ersatz für Emporkömmling Goblin genutzt werden: Einfach aktivieren, Metallfose-Fusion schicken und eine neue Karte ziehen. Man schenkt dem Gegner nicht einmal Lebenspunkte, dafür gibt es jedoch eine im Gegensatz zu Emporkömmling Goblin gewisse, vorhandene Deaddraw-Gefahr, da man mindestens eine Kopie von Metallfose-Fusion spielen muss und außerdem nur eine Kopie von Törichte Begräbnisbeigaben pro Spielzug aktiviert werden kann, weshalb weitere aufgezogene Kopien nutzlos sind.
Insgesamt schafft die neue Zauberkarte damit etwas, das heutzutage nur noch selten vorkommt: Sie ist eine Karte, die wohl noch bis in alle Ewigkeit immer wieder eine Option für diverse Decks darstellen wird.

Platz 2: Nachbars Gras ist grüner




Platz 2 geht ebenfalls an eine Zauberkarte, die meiner Ansicht nach ebenfalls einen Meilenstein darstellt. Nicht unbedingt in Sachen Stärke, aber insofern, als das sie ein radikales Umdenken in Sachen Anzahl der Karten im Main Deck herbeigeführt hat.
Einen ersten Schritt in diese Richtung kam mit Topf der Begierden, der das Deck bekanntermaßen mit enormer Geschwindigkeit tilgen kann.
Anfangs wurden mit diesem auch Decks mit 50 oder sogar mehr Karten im Main Deck gespielt, jedoch konnten sich längerfristig nur Decks aus maximal 45 Karten durchsetzen.
Die früher magische, ungeschriebene Regel von genau 40 karten und nicht einer mehr wurde also schon etwas gelockert, aber erst Nachbars Gras ist grüner hat es geschafft, Decks aus genau 60 Karten im Metagame zu etablieren.
Das ganze funktioniert folgendermaßen: Wenn man selbst mehr Karten im Deck hat als der Gegner, schickt man so viele oberste Karten auf den Friedhof, bis beide Spieler gleich auf sind. Gehen wir vom Fall aus, dass es der erste Spielzug ist, man selbst 60 bzw. (Starthand abgezogen) 55 Karten im Deck hat und der Gegner 40 bzw. 35. Nun kann man die obersten 20 Karten vom Deck auf den Friedhof legen. Sollte der Gegner schon einmal Topf der Begierden aktiviert haben, lässt sich diese Zahl noch erhöhen.
Es ist offensichtlich, dass diese Karte eine enorm gute Option für Decks darstellt, die aus dem Friedhof leben. Das Lichtverpflichtet-Deck kommt vielen sicher zuerst in den Sinn. Noch beliebter ist die neue Karte aber im Infernoid-Deck, das in diesem Set mit Leerenfestmahl noch weiteren, starken Support bekommt. Dieses leidet unter der Limitierung von Gedankengang und braucht folglich eine neue Karte, um massiv Monster in den Friedhof zu schaufeln und sie von dort aus zu beschwören. Auch besitzt dieses Deck nur wenig essentielle Schlüsselkarten, die man unbedingt auf der Hand braucht, deshalb kommt das Deck gut mit dem Konstanzverlust durch ein 60-Karten-Main Deck zurecht. In Japan ist ein solches, nach dem ursprünglich übersetzten Namen „Lawnmowing next door“ benanntes „Lawnmowing-Infernoid“-Deck aus 60 Karten neben diversen Zoodiak-Varianten, die natürlich eudominant sind, wie man es in der Biologie nennen würde, eines der beliebtesten.

Platz 1: Zoodiak Rattpier




Okay, hat irgendwer was anderes erwartet? Wie bereits angekündigt war Breitbulle nicht der Stellvertreter für das Zoodiak-Deck in diesem Ranking, folglich musste noch einer kommen.
Und welche Karte sollte das sonst sein als das Rattpier und auf welcher Platzierung, wenn nicht auf 1? Schließlich ist diese Engine so gut, dass im OCG bis zu 90% der Decklisten, die getoppt haben, sie spielen.
Doch was machen die Biester denn genau? Das Prinzip des Zoodiak-Decks ist, dass man die Xyz-Monster vom Extra Deck beschwören kann, indem man ein beliebiges Zoodiak-Monster auf dem Feld als Material verwende. Die Angriffspunkte des Xyz-Monsters entsprechen dann den addierten Grund-ATK seiner Materialien. Das bedeutet zum Einem, dass man sie beliebig weiterentwickeln kann, indem man auf ein Xyz-Monster einfach das Nächste legt, zum Anderen kann man tatsächlich Xyz-Monster aus nur einer Karte beschwören, indem sie einfach auf eines der Main Deck-Monster legt.
Die Ratte treibt das ganze dann noch auf die Spitze. Denn mit ihrem Effekt verleiht sie dem Xyz-Monster, unter dem sie liegt, sofern es den Typ Ungeheuer-Krieger hat, einen zusätzlichen Effekt, wodurch es durch Abhängen eines Materials eine weitere Kopie von Zodiak-Rattpier vom Deck beschwören kann, das natürlich auch wieder einfach so für eine Xyz-Beschwörung herhalten kann. Das ganze ohne „hard once per turn“, also eine einmal-pro-Spielzug-Einschränkung, die für jede Kopie gilt, weshalb man es theoretisch beliebig oft wiederholen kann.
Diese drei Eigenschaften ergeben im Zusammenspiel eine enorme Kombovielfalt. Im folgenden möchte ich deshalb nur eine typische Abfolge aufzählen:
Zuerst beschwört man Rattpier. Dieses nutzt man als Xyz-Material, um Zoodiak-Eberbogen zu beschwören (das eigentliche Bossmonster, das ironischerweise als erstes beschworen wird, nur als zusätzliches Xyz-Material dient und von allen Xyz-Monstern in der niedrigsten Seltenheit gedruckt wurde). Anschließend aktiviert man den durch Rattpier verliehenen, zusätzlichen Effekt, um ein Weiteres vom Deck zu beschwören. Anschließend beschwört man Zoodiak-Tigermörser, indem man Eberbogen als Material verwendet, hängt diesen ab und aktiviert den Effekt von Tigermörser, um das erste Zoodiak-Rattpier vom Friedhof als Xyz-Material daran anzuhängen. Nun kann man natürlich noch einmal den Zusatz-Effekt benutzen, um das dritte Rattpier vom Deck zu beschwören. Anschließend beschwört man auf Tigermörser als erstes Zoodiak-Breitbulle, der einem eine Karte auf die Hand sucht, und dann Zoodiak-Drachzack. Zum Schluss kann man noch die beiden übrig gebliebenen Rattpiere zu einem beliebigen Rang-4-Xyz-Monster überlagern. Besonders beliebt ist hierbei Daigusto-Emeral, der einem eine Karte ziehen lässt und zusätzlich noch zwei Rattpiere vom Friedhof ins Deck zurückmischen kann, wodurch die Engine sozusagen resettet wird und erneut benutzt werden kann. Aber auch Bruderschaft der Feuerfaust – Tigerkönig ist möglich, der über Feuerformation – Tenki eine weitere Karte suchen kann, oder weitere defensive Elemente zusätzlich zu Drachzack, etwa Fallenstellerin Rafflesia.
Unterm Strich hat man also Drachzack beschworen, der im Spielzug des Gegners eine seiner Karten zerstören kann, ein weiteres, beliebiges Rang-4-Monster und eine Karte gesucht. Und das alles aus einer einzigen Karte! Die, nebenbei bemerkt, auch auf hunderttausend Wegen suchbar ist. Zoodiak-Sperrrfeuer und M-X-Säbel-Beschwörer (Beschwörbar aus einer Karte z.B. mit Geschwindigkeitsroid Terrorkreisel) können das Rattpier als Spezialbeschwörung vom Deck beschwören, wofür nicht einmal unbedingt die Normalbeschwörung benötigt wird. Außerdem kann es mithilfe von Feuerformation – Tenki gesucht werden und die Möglichkeit, eines seiner drei Rattpiere einfach so zu ziehen, besteht natürlich auch.
Vielleicht ist das der wichtigste Grund dafür, dass die Engine im OCG so dominant ist, denn durch all diese Möglichkeit kann man in Decks, die stark auf Zoodiaks bauen und all diese Optionen nutzen, fast von einer absoluten Sicherheit sprechen, mit einer solchen Kombo zu starten.
Jedenfalls ist es ein etwas anderes „Tier 0“-Format, das da auf uns zukommt. Denn statt eines wirklichen Decks, das alles dominiert, ist es eher eine Engine, die etwa ein Viertel des Decks ausmacht, während die restlichen drei Viertel frei wählbar sind, weil die Zoodiaks eigentlich komplett unabhängig von allem anderen laufen. In Japan sind deshalb viele verschiedene Varianten, etwa Invoked Zoodiacs, Kaiju Zoodiacs, Artifact Zoodiacs und True King Zoodiacs beliebt.
Gleichzeitig ist es ein relativ mildes Tier 0-Format, weil nur selten ein Tier 0-Deck so leicht auszukontern war. Dimensionsbarriere und Artefakt-Sense zum Beispiel legen die Zoodiak-Engine komplett lahm und auch gegen Massenzerstörer wie Raigeki und Schwarzes Loch sind sie empfindlich.
Nichtsdestotrotz bleibt es eine Tier-0-Engine und dafür kann es nichts anderes geben als den ersten Platz!

Honorable Mentions:


Bei RATE handelt es sich wahrscheinlich um das beste Set seit „Breakers of Shadow“, entsprechend konnten es wieder einige durchaus mächtige oder interessante Karten nicht in das Ranking schaffen. So zum Beispiel Leerenfestmahl, mit der Infernoid-Spieler bis zu 3 Monster direkt vom Deck beschwören können und die ich bereits im Abschnitt zu Lawnmowing next door erwähnt hat.
Ich als bekennender Dino-Fanatiker habe mich außerdem natürlich besonders über Verschiedosaurier gefreut, mit dem der bislang eher unbedeutende Monstertyp nach Jahren endlich mal wieder guten Support bekommt, jedoch habe ich da so einen Verdacht, dass die Dinos ihre artikelschreiberische Würdigung schon noch bekommen werden, wenn im April das entsprechende Structure Deck erscheint.
Andere Themendecks, die in diesem Set guten Support erhalten sind das (als Fundeck durchaus spaßige) Totenkopfdiener-Deck mit Wichtprinzessin, die auch generisch einsetzbar ist, weil sie eine ATK-reduzierende Handtrap ist, ähnlich wie ein für jedes Deck einsetzbarer Aufrichtig und das Lichtverpflichtet-Themendeck, das als OCG-Import diejenige Supportkarte nachgereicht bekommt, die nicht zur YCS-Promo erklärt wurde. Lichtverpflichtetes Urteil ist eine Fallenkarte, die, wenn sie durch den Effekt eines „Lichtverpflichtet“-Monsters auf den Friedhof geschickt wird, das Bossmonster Urteilsdrache suchen kann.
Zu guter Letzt erscheint mit Wahrer König Lithosagym, das Desaster ein weiterer Vertreter der „Wahrer König“-Serie. Dieser ist wie die anderen extrem mächtig und kann unter Anderem Karten vom Extra Deck des Gegners aus dem Spiel entfernen. Besonders mit den bald erscheinenden, neuen Dino-Karten kann dieser eine enorme Menge Mist anstellen.

Schlusswort:


So, das war’s. Bitte bedenkt, dass dies eine rein subjektive Liste ist und ich natürlich nicht jede interessante Karte erwähnt habe.
Wie findet ihr das neue Set? Seid ihr wie ich der Meinung, dass es das Stärkste seit BOSH ist? Was sind eure Lieblingskarten? Seid ihr mit meiner Auswahl zufrieden oder hättet ihr euch ein paar andere Karten in den Top 10 gewünscht? Lasst mich eure Meinung im Diskussionsthread wissen! Ansonsten bis zum nächsten Mal!

- Leseleff -