TCGMarket.eu

eTCG.de Partner: FanTrade.de

Yu-Gi-Oh Karten Shop

Das Nationals Meta 2017

von Deckcreator16 am 19.05.2017 um 14:20 Uhr

Einmal pro Jahr kann jeder von uns an einer National in Europa teilnehmen. Für die meisten wird dies wohl die deutsche Meisterschaft sein, während andere die etwas kleineren, aber umliegenden österreichischen oder schweizerischen Meisterschaften besuchen werden. Und parallel gibt es in allerlei weiteren Ländern größere Turniere, bei denen wir sehnsüchtig die Decklisten abwarten, um das Meta zu bestimmen.

Und bevor man sich mühselig alle Infos suchen muss, versuch ich heute, in meinem Artikel dieses Meta schon korrekt zu erahnen, seine wichtigsten Strategien und Varianten aufzuzeigen sowie Konterkarten vorzustellen. Dabei möchte ich aber noch drauf hinweisen, dass diese Analyse stark davon abweichen kann, wie es nachher tatsächlich sein wird, falls etwa die Liste der verbotenen und limitierten Karten erscheint oder neue Kombos und Strategien von den Spielern entworfen werden. Aber kommen wir doch direkt zu dem ersten der 3 Top-Decks für dieses Format:
Zoodiak - Eine Ode an Chakanine


(ACHTUNG: Bevor weitergelesen wird: Der Artikel wurde schon vor dem Release der neuen Bannedliste am 18.05. geschrieben, weshalb all diese Aspekte nicht mehr beleuchtet werden konnten. Aber dies sollte kein Problem sein, da die neue Bannedliste erst dann gilt, wenn alle Nationals in Europa beendet wurden. )

Nachdem das Zoodiak-Deck doch stark durch die letzte Bannedliste beeinflusst wurde, feiert es seit dem Einzug von Maximum Crisis seinen Wiedereinzug als bestes Deck des Formats[1].
Zwar bleiben die langen Komboketten und das Aufzwingen von Fusionsersatz und Ältestes Wesen Norden erhalten, bloß brauch es nun nicht mehr so ein großes Setup an Kombo-Karten, da durch die größere Zahl an Xyz-Monstern zum simplen "Drüberlegen" die 1-Karten-Kombos wieder besser wurden. Dabei ist speziell Zoodiak-Chakanine zu erwähnen, die Zoodiak-Monster vom Friedhof wiederbeleben kann und damit erlaubt, eine größere Feldpräsenz aufzubauen. Zwar sind anschließend die beschworenen Karten negiert und dürfen nicht für Xyz-Beschwörung verwendet werden, aber kann man diese Einschränkungen je nach Build leicht umgehen und damit eine unterschiedliche Wirkung von Chakanine ermöglichen.

Hierbei erzeugt Chakanine einen weiteren Bonus, welcher von vielen übersehen wird: kontrolliert man mal keine Zoodiak-Rattpier oder hat eine im Friedhof, so kann man dank des neuen Zoodiak-Hammerkong in Kombination mit Chakanine über ein beliebiges Zoodiak-Maindeck-Monster ein Feld aus Zoodiak-Drachzack, Hammerkong und einer vom Deck auf die Hand gesuchten Ungeheuer-Krieger-Karte bekommen. Alternativ geht nun auch eine Kombo, welche das Zoodiak-Deck auch im OCG komplett ohne Ratten wieder hat auferstehen lassen und einem im TCG einen Zoodiak-Drachzack und zwei gesuchte Ungeheuer-Krieger beschert[2].

Neben der puren Variante zentriert um Norden, welcher auch mit von Chakanine wiederbelebten Monstern fusionieren darf, wird es vermutlich auch einige Versionen geben, die sich noch stärker auf das Spiel mit Raubpflanze Ragwurzskorpion und Raubpflanze Lilienkobra konzentrieren werden. Diese erlauben es nämlich, eine weniger konstante Variante von Geschwindigkeitsroid Terrorkreisel zu verwenden, um auch mit starken Fusionszauberkarten wie Brillante Fusion oder Schattenpuppen-Fusion zu spielen. Man geht also ein höheres Dead Draw Risiko ein, um ein noch größeres Feld aufbauen zu können.
Besonders Brillante Fusion möchte ich hier hervorheben, da man so anschließend sogar noch eine weitere Normalbeschwörung bekommt und man sich Künstlerzauberer Trick-Clown oder Märchenschweif - Schnee in den Friedhof legen kann, wovon speziell letztere den meisten laut in den Ohren klingeln sollte. So spielt man virtuell bis zu sechs Geschwindigkeitsroid Terrorkreisel, bekommt dafür aber auch zwei bis sechs weitere Karten, die man nicht aufziehen will[3].

Auch dürfte zu erwarten sein, dass die zuletzt besonders beliebte Zoodiak-Metallfose-Variante weiterhin zu sehen sein wird. Diese hat mit Zoodiak-Chakanine und Zoodiak-Rammbock den besonderen Vorteil, dass man wiederbelebte Monster auch durch die Scales zerstören darf. Ist dies sogar der Rammbock, darf man anschließend ein anderes Zoodiak-Monster wiederbeleben, ohne unter den Restriktionen von Chakanine zu liegen, da Rammbock im Friedhof von der Effekt-Negation "resettet" ist. Leider kosten auch hier die Metallfoes-Karten einiges an Konstanz gegenüber den puren Builds.

Zusätzlich wird man wohl auch sehr viel Zoodiak Kaiju sehen, da diese gegen eine anderes Deck unter den Top 3 enorm stark ist. Ähnliches konnte man auch in Pittsburgh am letzten Wochenende sehen, wo unter anderem Platz 2 bis 4 mit Kaiju-Varianten gefüllt war.

Nun fragt man sich wohl, was man gegen die Zoodiaks anstellen kann. Die erste Option ist, die Beschwörungen oder Effekte (insbesondere diesen von Chakanine) zu unterbinden. Hier eignen sich Feierlicher Schlag und Ernste Warnung, aber auch Handtraps wie Geisteroger und Schneehase oder Fliegendes 'C', solange man drauf achtet, dass der Gegner keine Zoodiak-Speerfeuer mehr zur Verfügung hat. Zwar ist auch Dimensionsbarriere weiterhin sehr stark, doch eignet sie sich immer mehr nur noch für das Side Deck, da es inzwischen im Meta ein Deck gibt, welches sogar komplett auf ein Extra Deck verzichten kann.
Ansonsten lohnt es sich, auch die Sucher und insbesondere Ältestes Wesen Norden zu unterbinden. Da fällt einem unter anderem Fehler, Aschenblüte & Freudiger Frühling sowie Kauz & Schlossvogel ein. Hingegen verlor Vergeltendes "C" an Spielstärke, da nun durch Zoodiak-Chakanine nur noch selten mit einem Xyz-Monster fusioniert wird, welche eine Zoodiak-Rattpier als Material hat sondern meist eher mit Chakanine und einem wiederbelebten Xyz-Monster. Somit bleibt dieses 'C' nur noch gut gegen Metallfose-Varianten.
Dinosaurier - Möge die Flexiblität mit dir sein


Das zuletzt erschienene Structure Deck rund um Dinosaurier hat auch jetzt noch eine starke Präsenz im Meta, insbesondere auf kleineren Regionals und Locals. Aber auch für die Nationals ist es ein heißer Kandidat für die Tops.

Hierbei zeichnet sich das Deck insbesondere dadurch aus, dass es durch die in Maximum Crisis neu erschienene Karte Dragonische Darstellung eine Karte erhalten hat, welche die Konstanz des Decks mit einer Elementar-HELD Stratos ähnlichen Karte sowie einer Dinosaurier-eigenen Kopie von Verstärkung für die Armee nur noch weiter erhöht. Hierbei glänzt es insbesondere darin, dass alle "Baby-Dinosaurier", wovon sie ja seit dem Structure Deck bis zu 6 Kopien haben, bei der Zerstörung (egal wo) ihre Beschwörungseffekte aktivieren.

Wobei hier von vielen die Ressource Verschiedosaurier außer acht gelassen wird, da er die große Flexiblität erbringt. Denn je nachdem, wie viele Dinosaurier-Monster man verbannen will, bekommt man andere Dinosaurier gespecialt, welche wiederum andere Vorteile mit sich führen. Nimmt man bspw. nur den Verschiedosaurier aus dem Friedhof, so kann man Aeolo holen, welcher einen leichten Zugriff auf Synchros der Stufe 5 und 9 bietet oder aber nur dafür geholt wird, für Wahrer König Agnimazud, der Verschwindende herzuhalten.
Verbannt man hingegen neben den Verschiedosaurier inklusive einem weiteren Dino, so kann man eines der beiden Babys aus dem Deck beschwören und ggf. sofort verwerten. Ansonsten ist es auch sehr stark von Vorteil, dass Monster, die auf diese Art beschworen wurden, in der End Phase zerstört werden. Denn so ist es möglich, über beispielsweise Petiteranodon einen Dogoran, der Kaiju der verrückten Flammen zum Schutz vor gegnerischen Kaijus oder andere große Monster zu bekommen. Wobei ein Tyranno Infinit mit 2000 ATK und aufwärts auch relativ nett als Schutz ist.
Und falls man auf das Risiko eingehen will, in der End Phase das beschworene Monster zu verlieren, kann man den Verschiedosaurier mit drei weiteren Dinosaurierern verbannen, um einen Tyranno Infinit mit 4000 und aufwärts zu bekommen, um zum OTK überzugehen, oder um sich einen Seelenfressender Oviraptor zu holen und etwas fehlendes zu suchen, um ihn abschließend für einen Abyss-Bewohner oder einen Evolzar Laggia/Evolzar Dolkka
zu verwerden.
Außerdem erfüllt das Dragonische Diagramm in Kombination mit Wahrer König Lithosgym, das Desaster die Funktion, schnell sehr viele Babys von der Hand zu zerstören und im Optimalfall sogar noch den Deckzerstörungseffekt zu bekommen, mit dem es ein leichtes gegen Zoodiak wird, wenn man den ersten Spielzug bekommt. Zudem bekommt man recht leicht zwei Monster der Stufe 9 aufs Feld, welche zu Phantomfestung Enterblathnir oder Wahrer König aller Katastrophen werden können. Letzterer kann dabei, ähnlich wie das OCG-Pendant Entity God Azzatoth, viel Kontrolle ausüben. Dabei ist das zweite Monster der Stufe 9 entweder eine über Jurassier Aelolo und zwei Stufe 4 Monster gebaute Trishula, Drache der Eisbarriere oder eine Kopie von Wahrer König Agnimazud, der Verschwindende.

Zudem bietet das Deck neben dem Tyranno Infinit auch noch Ultimativleiter-Tyranno, welcher ebenso mit seinen Werten nicht nur gut gegen Tower-artige Monster ist, sondern auch einen eingebauten Buch der Verfinsterung- und Multi-Angriffs-Bonus hat. Zudem kann er Monster in Verteidigung auch ohne Kampf zerstören, was ihn vor Monstern wie Zoodiak Schweifpeitsche beschützt. Da dieser auch noch über den Oviraptor suchbar ist, ähnlich wie es auch der Dinosaurier-Kaiju ist, eignet sich das Deck perfekt darin, Decks zu zerstören, die sich auf einzelne Monster verlassen. Zudem kann es schnell in seinen Aktionen von aggressiven Manövern auf defensive switchen, ohne dabei Nachteile zu erbringen.

Neben dieser Variante gibt es auch eine Version, in der man mit einer kleinen Yang Zing-Engine über eine Ein-Karten-Kombo bis zu zwei "Feierliches Urteil" verwenden kann[4]. Mit Ultimaya Tzolkin sowie Suanni, Feuer des Yang Zing lässt sich diese Kombo sogar erweitern.
Ein riesiges Problem dieser Engine ist zugleich auch ihr größter Vorteil: sie erhöht die Konstanz, da man auch mit einer unterdurchschnittlichen Hand aus einem einzelnen Seelenfressender Oviraptor etwas machen kann, zugleich aber die Konstanz wieder verschlechtert, da man mehr tote Karten spielen muss, wenn man sie nachzieht. Zwar gibt es vereinzelte Karten, die man mit möglichst wenig Schaden aufziehen kann (Neun Säulen von Yang Zing) oder für die man nur minimal umdenken muss, um sie wieder funktionstüchtig zu machen (Chiwen, Licht des Yang Zing), aber ist es allgemein nicht gut, wenn man zu viele Karten spielt, die man lediglich One-Offs sind und welche man nicht ziehen möchte.

Zudem gibt es neben der teuren Wahrer König-Variante auch noch eine Untergegangene Welt-Version, welche speziell von Spielern ausgewählt werden, die mit einem kleinen Geldbeutel spielen wollen. Speziell solche Decks sollte man nicht komplett außer Acht lassen, da man sie recht schnell auf beispielsweise der deutschen Meisterschaft in den ersten Runden zu Gesicht bekommen könnte. Diese konzentriert sich darauf, mit möglichst vielen normalen Monstern über Untergegangene Welt und Überleben des Stärkeren Baby-Dinosaurier aus dem Deck zu zerstören und das Feld mit massig Monstern zu fluten, während das eigene Feld durch Spielmarken verstopft wird. Hier ist die beste Strategie, möglichst viel auf den Spielfeldzauber loszugehen, da das Spiel sich komplett um diese Karte dreht.

Die größte Schwäche des gesamten Dino-Archetyps liegt darin, dass es sehr stark auf den Friedhof angewiesen ist, um sich aufbauen zu können. So kann ein früh gezündeter Makrokosmos, Abyss-Bewohner oder Dimensionsriss das Aus für das Deck bedeuten. Ähnliches gilt auch für Maxx "C" oder Kaiserlicher Befehl. Hat es sich hingegen erst aufbauen können, so stellen diese Ressourcen kein Problem mehr dar. Ab da ist es dann empfehlenswert, effektannullierende Karten wie Verbotener Kelch oder Kräfte Rauben zu verwenden. Aber Achtung, sobald sie Ultimativleiter-Tyranno aufs Feld bekommen haben und man ihn nicht rechtzeitig entsorgt, wird man an seinen gewaltigen ATK von 3500 kleben bleiben.
Wahre Dracho - Das Meisterstück


Der neueste Ankömmling im Meta stellt zugleich auch eines der stärksten Decks des Formates dar. Hierbei dreht sich alles um die gute alte Tributbeschwörung. Doch anstatt Monster tributiert man hier primär permanente Zauber- und Fallenkarten. Dabei dreht es sich vor allem um Meister-Peace, der wahre Drachoschlacht-König, welcher sich sehr leicht gegen 2/3 aller Karten immun machen kann. Aufgrund dessen sind auch die Kaijus wieder viel beliebter im Main Deck geworden.

Wobei speziell in den puren Builds nicht der Meister-Peace die wirkliche Power darstellt, sondern die kleinen Wahre Drachos, welche Runde für Runde Kartenvorteil generieren, wenn man irgendwas macht. Und man muss halt etwas machen, um das zu unterbinden. Der Meister-Peace selber ist hier einfach nur ein Finisher bzw. ein Monster, welches man dann herausbringt, wenn der Gegner ausgeblutet ist. Doch speziell im Mirror Match wird man schnell sehen, dass der Meister-Peace häufig zuhause bleiben kann.
Zudem sind es insbesondere die Fallenkarten, welche einem den meisten Vorteil generieren können, da sie es erlauben, im gegnerischen Zug Tributbeschwörungen durchzuführen und gleichzeitig auch noch Monster zerstören können. So hat man eine fast jederzeit verfügbare Zerstörung eines Monsters, welche es einem anschließend erlaubt, noch mehr Ressourcen aufzubauen.

Ein anderer riesiger Vorteil liegt darin, dass sie allesamt Normalbeschwörungen benötien und aus dem Main Deck stammen, somit gut gegen die zuvor omnipotenten Dimensionsbarriere und Maxx "C" sind. Außerdem können sie dank einiger Eigenschaften dieses Decks auch mit Karte des Untergangs oder Topf der Gegensätzlichkeit in Kombination mit Topf der Begierden kombiniert werden, um noch mehr Vorteil zu generieren oder mit Floodgate-Karten zu einem Qli-ähnlichen Lock-Deck umgebaut werden.
Zudem werden auch sie vom Spielfeldzauber Dragonische Darstellung unterstützt, welche die Konstanz weiter vorantreibt und den permanenten Zauberkarten hilft, mehr Vorteil zu generieren.

Zu diesem Deck gibt es als außenstehender zwei wichtige Sachen zu wissen:
1. Sollte man seine Kaijus nicht für Meister-Peace, der wahre Drachoschlacht-König aufsparen. Zwar werden speziell die Decks, welche diese Karten als Engine spielen, sehr schnell das meisterliche Stück rausbringen, doch speziell gegen den puren Build ist es meist sinnvoller, die kleinen Wahre Drachos zu entsorgen, da sie mit der Zeit zu viel Vorteil generieren werden. Außerdem versucht der Wahre Dracho-Spieler immer, den Meister-Peace durch den Effekt einer Fallenkarte im gegnerischen Zug herauszubringen, um sich zumindest ein wenig vor Kaijus zu schützen, ähnlich wie man es vor kurzen noch mit ABC-Drachenbuster gemacht hat.
2. Der Spielfeldzauber des Decks zerstört, um seine Effekte zu bekommen. Somit ist es auch möglich, beispielsweise gegen eine offene Zoodiak-Drachzack mit Verbotener Kelch zu kontern und Vorteil zu generien. Dies geht folgendermaßen:
1. Man aktiviert den Spielfeldzauber.
2. Man nutzt dessen Effekt und sagt an, dass man eine Karte zerstören möchte (das Ziel wird erst beim Auflösen bestimmt).
3. Nun reagiert der Gegner mit seinem Drachzack und will die Spielfeldzauberkarte zerstören.
4. Man reagiert mit Verbotener Kelch. Wenn die Effekte nun auflösen, negiert der Kelch Drachzack und der Effekt von Dragonische Darstellung kann im Anschluss den noch auf dem Feld liegenden Verbotener Kelch zerstören, um sich eine fehlende Karte zu suchen.
Selbiges funktioniert auch mit jeder anderen Schnellzauberkarte oder jeder schon verdeckt liegenden Fallenkarte.

Ansonsten bietet insbesondere das Mirror Match einiges an spielerischer Interaktion. Da jeder Effekt der Wahre Dracho Zauber- und Fallenkarten für beide Spieler gilt, können schnell riesige Kartenvorteile daraus erzeugt werden, gegnerische Karten zu zerstören, während man im Umkehrschluss darauf achten muss, nicht zu viele Karten zu verlieren. Zudem verteilen sich die ATK-Boni und der Schutz im Kampf von Dragonische Darstellung auf beider Spieler Monster, weshalb auch hier von beiden Spielern aufgepasst werden muss.

Die Varianten des Decks sind relativ vielfältig. Während der pure Build sich in die Handtrap-lose Karte des Untergangs-Version und die Handtrap-reiche Version ohne Karte des Untergangs untergliedert, lässt sich dieses Deck sehr gut mit bspw. Kozmo und/oder Metallfose mischen. Erstere vor allem, da dieses Deck von Setzrotation und der Kozmostadt profitiert, und letztere durch dessen permanente Falle Metallfose Kombination, welche beim Legen auf den Friedhof eine Scale sucht.
Hierbei leiden Mischungen mit Kozmo oder Metallfose aber meist darunter, schlechte Hände zu ziehen. Denn ein Schiff ohne Pilot oder Scales ohne pendelbeschwörbare Karten ist relativ sinnfrei.

Eine weitere Variation ist auch die Mischung mit Zoodiak, wobei beides Engines sind, die auch sehr klein gehalten werden können. Somit sollte man als Gegenspieler schnell herausfinden, worauf der Fokus gelegt wurde. Denn ist der Anteil Zoodiaks höher, so wird viel mehr Wert auf den ersten Spielzug gelegt und speziell die Schwachpunkte von Zoodiak stechen mehr hervor. Ist hingegen aber der Wahre Dracho-Anteil größer, so wird man schnell merken dass die Interaktion im Vordergrund steht und die Zoodiaks nur dafür da sind, überzählige Normalbeschwörungen zu verwenden und etwas Kartenvorteil zu generieren.
Der größte Vorteil der Kombination liegt aber darin, gegen jede Form von Board-Karte etwas zu haben: startet der Gegner mit Makrokosmos, Dimensionsriss, Maske der Beschränkung und ähnliches, was das Wahrer Dracho-Matchup verschlechtert, so kann der Zoodiak-Anteil helfen, wieder im Spiel zu sein. Umgekehrt helfen die Wahrer Dracho-Karten, wenn man Maxx "C" oder Dimensionsbarriere abbekommt.

An Antikarten gegen Wahrer Dracho eignen sich insbesondere Aschenblüte & Freudiger Frühling sowie Geisteroger und Schneehase, um den Spielfeldzauber zu kontern. Man könnte zwar meinen, dass Maske der Beschränkung oder Nebelkönig gut gegen dieses Deck wäre, doch reicht schon die passende permanente Zauber-/Fallenkarte inklusive dem Spielfeldzauber oder wahrer Dracho Apokalypse; um diese karten zu brechen. Wobei der Gegner diese Kartenkombinationen auch erstmal haben muss.
Makrokosmos und Dimensionsriss sind hingegen auch immer häufiger gegen diese Decks anzutreffen, da man sie im Mirror Match nicht nur selber tributieren kann, sondern diese auch den Gegner am Spielen hindern können. Allerdings ist Dimensionsriss weniger gut gegen Wahrer Dracho und besser gegen Dinosaurier, da eine auf den Friedhof gelegte permanente Zauberkarte direkt dafür sorgen würde, dass der Riss zerstört wird.
Doch neben all diesen Optionen ist es wohl das beste, dass Deck möglichst ausgewogen in seinen Removals zu bauen. So ist es beispielsweise sinnvoll, bei Monster- und Fallen-Immunität ein Zauberkarten-Out wie Verbotener Kelch oder Raigki zu spielen, während Fallenremovals die ganz normale Spiegelkraft darstellen könnte. An Monstern kann man im Notfall auch auf das Extra Deck zugreifen, solange man leicht Rang 3 oder 4 beschwören kann, um die Allrounder zu bekommen. Wobei hier speziell die Wahl eines Decks empfohlen ist, welches zwei oder drei eigene Removals für die Meister-Peace-Immunitäten haben sollte.
Aber ansonsten sind natürlich auch Kaijus eine sehr gute Antwort, auch wenn sie schlechtere Hände für den ersten Spielzug bedeuten.
Das breit gefächerte Rogue-Meta


Ich habe es schon ein wenig mit dem "Low Budget Dinosaurier" angedeutet, aber auch das eher Rogue-orientierte sollte nicht außer Acht gelassen werden. Speziell auf den Nationals, wo es keine Qualifikation gibt, werden in den ersten Runden meist sehr viele Decks zu sehen sein, welche häufiger ignoriert werden. Hier werde ich nur kurz auf einige Beispiele eingehen und das Wichtigste dazu erzählen:

Zefra:
Man hat es womöglich schon aus der Coverage von Pittsburgh mitbekommen, aber die Zefra-Decks waren sehr gut vertreten in den Feature Matches. Dessen Strategie basiert auf der Pendelbeschwörung, und da es ein Archetype aus mehreren Subtyps ist, haben sie jede Beschwörungsart im Deck integriert, die existiert. Hier hat sich durch Maximum Crisis neben einer eigenen Fallenkarte, welche die Zerstörung von gegnerischen Karten herantreibt, auch zwei weitere Sucherkarten dem Deck angeschlossen. Dabei springt speziell Zefraath ins Auge, welcher als Allrounder des Decks angesehen werden kann:
In der Pendelscale kann er seine eigene Scale anpassen, indem man sein Extra Deck mit Monstern füllt. Und als Monstereffekt hat er neben einer einschränkenden Beschwörungsart die Fähigkeit, die Anzahl der Pendelbeschwörungen zu verdoppeln. Außerdem erlaubt er es, wenn man ein Monster tributiert, anschließend ein Zefra-Monster aus dem Deck spezialzubeschwören
Somit sollte relativ schnell klar sein, dass man verhindert, dass der Gegner dieses Monster ins Spiel bringen kann.

Brennender Abgrund und Phantomritter:
Alle Format wieder ein bekanntes Gesicht. Hier sollte man hingegen insbesondere auf Kombinationen mit Zoodiak oder sogar Wahrer Dracho achten, die sich damit um einiges flexibler spielen lassen.
Zudem ist dem Deck auch noch die gute alte Terrorkreisel-Engine erhalten geblieben, weshalb es ein leichtes bleibt, sofort ein Rang 3 Monster zu beschwören.
Doch hat dieses Deck riesige Probleme mit Meister-Peace, der wahre Drachoschlacht-König sowie Abyss-Bewohner, welcher von den Top 3 relativ schnell rausgelegt werden kann.

Paleozoisch:
Auch dieses Deck ist nicht mehr wegzudenken. Seine größte Stärke liegt wohl darin, dass es dank Karte des Untergangs, Topf der Begierden und Nachbars Gras ist grüner eine ähnliche Konstanz besitzt, wie es das Wahrer Dracho Deck rund um Karte des Untergangs hat, mit dem einzigen Nachteil, ein erzwungenes 60-Karten-Deck zu sein.
Hierbei haben viele dem Deck den Todesstoß durch Aschenblüte & Freudiger Frühling gegeben, da sie im Alleingang das Gras aufhalten kann. Doch zeichnete sich dieses Deck seit jeher dadurch aus, dass es auch ohne das Gras relativ starke Spielzüge hinlegen kann. Nicht umsonst konnte es im Gegensatz zu Infernoid auf Opfer des linken Armes verzichten.
Viel mehr Probleme bereitet hier Wahrer Dracho, insbesondere Meister-Peace, der wahre Drachoschlacht-König. Dieser ist nämlich nach der Deklaration von Monster und Fallen gegen nahezu alles immun, was Paleozoisch zu bieten hat. Doch sollte es auch hier Möglichkeiten geben, indem man beispielsweise Verbotener Kelch maint und es so ermöglicht, einen immunen Meister-Peace wieder anfällig gegen alles zu machen. Ansonsten sind natürlich auch Kaijus eine Option, wieder Leben in die Urzeitsuppe zu bekommen.
Allerdings bestehen auch hier Probleme mit großen Beatsticks wie Tyranno Infinit, Ultimativleiter-Tyranno oder den restlichen Wahrer Dracho-Monstern. Auch stört die große Zahl an Abyss-Bewohnern in den Extra Decks der Spieler. Doch auch weiterhin eignet sich das Paleozoisch für einige Überraschungssiege, wie es auch kurz nach dem Release von Raging Tempest der Fall war. Und wenn die Präsenz von Zoodiak genauso erhalten bleibt, wie wir es in Pittsburgh gesehen haben, so sollte dies auch noch so bleiben. Denn während die beiden neuen Decks große Probleme für Paleozoisch bedeuten, desto leichter hat dieses es gegen das pure Zoodiak, indem es relativ leicht die Kombos durchbrechen kann.

Barrierenstatue und Monarchen:
Diese beiden Decks haben es nicht leicht. Während sie zuvor sehr gute Budget-Alternativen zu den Money-Decks darstellten, so macht ihnen das erscheinen von Wahrer Dracho enorm zu schaffen. Die gestiegene Zahl der Maske der Beschränkung in den Side Decks der Spieler zerstörrt vieles, was die Monarchen aufzubauen planen, während Barrierestatuen dahingehend viel verloren haben, dass sie einen nahezu Instant Los gegen dass komplett auf Normalbeschwörungen angewiesene Wahrer Dracho-Deck haben.
Zugleich haben aber beide die Möglichkeit, Teile der Wahrer-König-Engine zu integrieren und damit die meisten Probleme wieder wett zu machen, wobei dann hier wohl eher die philosophische Frage besteht, ob es dann noch Barrierestatue und Monarchen sind, oder doch eher Meister-Peace.

Metallfose:
Auch dieses Deck sollte man immer wieder erblicken können. Zwar meist in Kombination mit Zoodiak, Wahrer Dracho oder Kozmo, aber trotzdem sollte es nicht unterschätzt werden. Die Pendelmechanik in Kombination mit den starken Sucheigenschaften dieses Decks macht es zu einem gefährlichen Gegner. Zwar setzen dem Deck weiterhin Geisteroger und Schneehase sowie die neue Aschenblüte & Freudiger Frühling stark zu, und auch die vereinzelten Feierlicher Schlag machen es dem Deck nicht leichter, aber es ist nicht umsonst ein starkes Deck in der letzten Wintersaison gewesen.
Fazit: Eine sehr verschatelte National Season
Wie hoffentlich zur Geltung kam, bieten die diesjährige National Season einiges an Optionen, was den Deckbau angeht. Denn während man im letzten Jahr nur bei Kiri-Decks einige andere Engines hätte spielen können, sind die Metadecks dieses Jahr bis auf einzelne Ausnahmen nur Engines, welche man auch in anderen Decks integrieren kann.
Somit entsteht ein Effekt, der mehr verschiedene Decks entstehen lässt, zugleich aber aus einfacher Sicht doch alle identischer macht, und damit sicherlich sehr diskutierbar ist.

Trotz alledem freu ich mich schon auf die Nationals und deren Ergebnisse. Zudem sollte man bedenken, dass dies die letzte National außerhalb des Link-Formats ist. Falls es also Spieler gibt, welche wegen der neuen Mechanik aussteigen wollen, sollten diese sich ihre letzte Chance im alten System nicht entgehen lassen.

Stimmt ihr mir in einigen Punkten überein, oder seht ihr es komplett anders? Welches Deck ist euer Favorit für die meisten Siege? Oder habt ihr selber noch Aspekte zu ergänzen, die euch gefehlt haben? Schreibt es doch im Diskussionsthread.




[1] Es stimmt natürlich, dass Zoodiak trotz der Banliste immer noch zu den besten Decks gehört und auch weiterhin einige Tops erreichen konnte. Doch als Engine gab es nur noch wenige Decks, die sie sinnvoll integrieren konnten, und die aufgezwungene Fusionsersatz erhöhte die Dead Draw Rate stärker, als man denken konnte. Und auch als pures Deck war es durch die extrem langen Komboketten und der leichten Unterbrechbarkeit sehr viel anfälliger geworden. Somit war es als Deck für größere Events, wo man insbesondere Konstanz brauchte, nicht mehr die beste Wahl.

[2] Was braucht man für diese Kombo? Ein Zoodiak - Rammbock oder, falls man Rammbock irgendwie in den Friedhof bekommt oder hat, ein beliebiges Zoodiak-Monster, sowie eine Karte, welche eine Zerstörung erzwingen kann. Im TCG könnte diesen Platz Zoodiak-Speerfeuer oder eine Spielfeldzauberkarte sein, auf welche ich in einem anderen Abschnitt zu sprechen kommen werde.
1. Normalbeschwöre Zoodiak - Rammbock und beschwöre damit ein "Opferlamm"-Zoodiak-Xyz, auf welches dann Zoodiak - Breitbulle folgt. Suche dir eine beliebige Karte mit dem Effekt vom Breitbulle. Hänge hierfür Zoodiak - Rammbock ab.
2. Überlagere Breitbulle zu Zoodiak - Chakanine und nutze ihren Effekt und spezialbeschwöre Rammbock. Dabei muss nun ein Breitbulle im Friedhof liegen.
3. Nun aktiviert man einen Effekt, der den Rammbock zerstört und belebt anschließend Zoodiak - Breitbulle wieder. Anschließend überlagert man Chakanine zu Zoodiak Tigermörser und nutzt ihren Effekt, um den Bullen ein Material zu geben. Dieser kann anschließend eine weitere Karte suchen.
4. Anschließend kann man im TCG auf Tigermörser und/oder Breitbullen einen Zoodiak Drachzack beschwören, während das andere Monster zum Beispiel zu Zoodiak Hammerkong umgebaut werden kann, wenn dieser noch nicht als Opferlamm verwendet wurde.

[3] Neben dem einen Geschwindigkeitsroid Taketomborg hat man so auch noch ein bis zwei Raubpflanze - Lillienkobra im Deck. Hierbei kommt die Entscheidung der doppelten Pflanze daher, dass man anders als bei den Geschwindigkeitsroids mit aufgezogenen Kobras überhaupt nichts mehr weiter anfangen kann, als sie abzuwerfen. Taketomborg kann sich zumindest noch spezialbeschwören, wenn man ihn aufgezogen hat und ein WIND Monster kontrolliert. Zudem werden alle weiteren Kopien des Skorpions wirkungslos, wenn die eine Kobra aufgezogen wurde. Deshalb sollte es verständlich sein, dass einige zwei Stück spielen.
Rechnet man anschließend noch einen Performage Trick Clown, eine Märchenschweif - Schnee und bis zu zwei Edelsteinritter Garnet hinzu, so kommt man auf die bis zu sieben toten Karten. Wobei man im Optimalfall wohl einen Mittelweg zwischen zwei und fünf wählen wird.

[4] Was benötigt man dafür:
Nur einen Seelenfressender Oviraptor auf der Hand und eine Normalbeschwörung.
1. Normalbeschwöre Seelenfressender Oviraptor und suche dir Verschiedosaurier auf die Hand oder lege diesen in den Friedhof.
2. Aktiviere den Effekt des Verschiedosaurier und beschwöre einen Jurassier Aeolo aus dem Deck. Dieser wird mit Seelenfressender Oviraptor zu Denglong, Erster der Yang Zing synchronisiert.
3. Mit der Beschwörung Denglongs darf man sich eine Yang Zing-Karte aus dem Deck suchen. Hier entscheidet man sich für Neun Säulen von Yang Zing und nutzt danach den zweiten Effekt von Denglong, Erster der Yang Zing, um einen Chiwen, Licht des Yang Zing in den Friedhof zu legen.
4. Wenn der Gegner dann versucht, die Konterfallenkarte herauszulocken, benutzt man sie, um Denglong zu zerstören. Nun aktiviert man den dritten Effekt von Denglong sowie Chiwen im Friedhof. Chiwen beschwört sich als Spezialbeschwörung, und Denglong beschwört Bian, Erde des Yang Zing. Anschließend kann man zu jedem Zeitpunkt im gegnerischen Spielzug eine Schnellsynchrobeschwörung durch den Effekt von Bian machen. Da beide zusammen Stufe 4 ergeben, ist es somit möglich, Herold des Bogenlichts zu beschwören. Nun hat man nicht nur ein zweites Feierliches Urteil, sondern kann auch noch dafür sorgen, dass eine Vielzahl der Karten verbannt werden, wenn der Gegner sie verwendet.