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Die 10 besten Karten aus 2017!

von Leseleff am 15.01.2018 um 11:29 Uhr
Hallo alle zusammen! Seid ihr schon kräftig am zählen, wie oft ihr schon die falsche Jahreszahl in eure Unterlagen geschrieben habt?
Doch 2017 ist Geschichte, Donald Trump ist immer noch US-Präsident, Deutschland hat immer noch keine Regierung, und außerdem sind wieder viele starke Karten im Yu-Gi-Oh!-TCG erschienen.
Da das hier aber immer noch eTCG ist, will ich mich im Folgenden mal auf Letzteres beschränken. Denn als eine zweite Art von Jahresrückblick, haben mein Kollege Deckcreator16 und ich uns entschieden, euch die unserer Meinung nach zehn besten Karten des vergangenen Jahres zu präsentieren. Auf ein ganzes Jahr bezogen ist die Auswahl natürlich groß, weshalb es viele Karten nicht ins Ranking geschafft haben, was nicht heißt, dass sie nicht trotzdem absolut erstklassig sind. Auch ist das alles nur unsere persönliche Meinung, wie ihr immer bedenken müsst.
Aber genug gelabert. Jetzt präsentiere ich euch die Plätze 10-6, Deckcreator16 übernimmt dann für die Plätze 5-1!

- Leseleff -

Platz 10 – Aleister, der Beschwörer




Los geht’s mit einer Karte, bei der ich mich erst einmal vergewissern musste, dass sie auch wirklich erst dieses (bzw. letztes) Jahr herauskam. Aber es stimmt: Ende Februar erschien Fusion Enforcers in Europa und brachte Aleister, der Beschwörer mit sich, die gleichzeitig auch eine der letzten Karten war, über die ich ein Card Rating geschrieben habe.
Das zugehörige Themendeck, die Invoked-Karten, waren seitdem zwar nie wirklich als absolutes Top-Deck im Meta vertreten, aber trotzdem irgendwie immer da. Das ganze Jahr über war das Deckthema, dass nur ein einziges Main Deck-Monster beinhaltet, in seinen verschiedenen Varianten durchgehend irgendwo auf Platz 3-6 der besten Metadecks zu nennen, oft als eher auf Control ausgelegtes Gegengewicht zu den immer schnelleren Metadecks. Und das wird allen Anschein nach auch 2018 so bleiben.
Die erste wirklich wichtige Variante war das „Windwitch Invoked Artifacts“, das neben den Invoked-Karten noch auf Artefakte als Licht- und Windhexen als Wind-Engine setzte, um die beiden besten Fusionsmonster Beschworener Mechaba und Beschworener Raidjin zu beschwören. Die Hexen erfüllten dabei den Zweck, einen unzerstörbaren Kristallflügel-Synchrodrachen aufs Feld zu zaubern. Mich hat dieses aus drei Engines zusammengewürfelte Control-Deck immer an das alte „H.A.T.“-Deck erinnert.
Wichtiger Support erschien dann noch in Code of the Duelist mit Magiebuch des Wissens. Ab diesem Zeitpunkt, durch die Einführung von Master Rule 4, entstand dann eine Variante mit einer absurden, zweistelligen Menge an Handtraps, allen voran Geisteroger und Schneehase, Kauz & Schlossvogel und natürlich Ascheblüte und fröhlicher Frühling, mit denen die wichtigsten Fusionsmonster beschworen werden können, sowie eine Budget-Variante, die stattdessen auf Kaijus als Anti-Element setzte.
Und auch kommende Produkte halten noch ein bisschen was für Aleister und Co parat. So erschien im bislang OCG-exklusiven „Link Vrains Pack“ ein Link-Monster extra für das Thema. Die neuen Karten aus diesem Set werden, wie es momentan aussieht, auf die Sets Extreme Force und Flames of Destruction gesplittet ins TCG importiert. Ebenfalls in Flames of Destruction (welches wahrscheinlich etwa zur Jahresmitte das TCG erreichen wird) erscheinen mit den Elementsabers außerdem eine Reihe von Karten, die im Friedhof nach Belieben ihre Eigenschaft ändern können, was zumindest theoretisch sehr gut mit den Invoked-Karten harmonieren sollte.

Platz 9 – Zeit-Pendelgraph




Ich weiß noch, als Master Rule 4 bekannt wurde und gefühlt das ganze Forum unter großem Hallo den Tod sämtlicher Pendeldecks verkündet hat.
Ich stand dem schon immer kritisch gegenüber, wie ich auch in meiner Top 10 des Sets Code of the Duelist anhand der Karte Oberster König Drache Glasflügel geschrieben habe. Und ich sollte recht behalten. Diverser Rückkehrer von der Banlist sei Dank (sogar Wirre Augen ist wieder auf 3!) sind die Pendelmagier derzeit wieder eines der besten Metadecks, wenn nicht gar das zweitstärkste Deck des Formats, gleich nach SPIORAL.
Das liegt jedoch weniger an Oberster König Drache Glasflügel, sondern eher an Karten wie Zeit-Pendelgraph, die im Juni in Pendulum Evolution erschien, dem Set, dass die Karten aus dem gleichnamigen OCG-Structure Deck ins TCG brachte.
Wir haben uns für die Fallenkarte als Stellvertreter für das Thema entschieden, weil sie die einzige Möglichkeit darstellt, auch im Zug des Gegners zu agieren. Sie kann dabei die Effekte von Doppeliris-Magier und Lilatoxin-Magier triggern und harmoniert zusätzlich mit Karten wie Pendelruf, denn indem auf diesem Weg die Zerstörung der eigenen Karte verhindert wird, kann man zusätzlich eine Karte auf dem Feld auf den Friedhof schicken (ohne zu zielen oder zu zerstören!), ebenso, wenn die gewählte Karte des Gegners immun ist. Das alles macht sie vielleicht zur wichtigsten Karte des Themas.
Und auch die Zukunft sieht überaus gut für die Pendelmagier aus. Denn es ist vielleicht das Deck, das am meisten von allen von Heavymetalfoes Electrum und Crystron Needlefiber, den wahrscheinlich stärksten Karten des Link Vrains Pack, profitiert und durch sie einen enormen Push kriegt. Zumindest Electrum wurde im TCG bereits für Extreme Force angekündigt, und dann kann Needlefiber auch nicht weit sein.

Platz 8 – Trickstar-Reinkarnationelke




Okay, die Elke-Witze spare ich mir jetzt mal, und auch sonst weiß ich nicht wirklich, was ich noch groß zu dieser Karte sagen, was nicht auch in der Top 10 zu Code of the Duelist nachzulesen wäre.
In diesem Set erschienen mit den Trickstars das bisher metarelevanteste wirklich neue Themendeck seit Einführung der Link-Mechanik, was mal wieder gezeigt hat, dass es eher die kleinen (was die Anzahl benötiger Main Deck-Karten angeht), konstanten Decks sind, die sich die Top-Spots erschleichen, statt der ach-so-brokenen Kombo-Decks (*hustWorldChalicehust*).
Des Weiteren war es das Trickstar-Deck, das neben den bereits erwähnten Invoked-Karten in diesem Jahr noch am ehesten das verkörpert hat, was man früher ein „Control“-Deck genannt hat. Wobei es den kleinen nicht so engelhaften Engeln eher darum geht, den Gegner für alles, was er macht, mit kleinen Burn-Häppchen zu bestrafen, bis diesem die Life Points ausgehen.
Klares Herzstück des Decks ist auch hier die Falle. Denn in einem Format, wo selbst Kauz & Schlossvogel Staple ist, kommt es einem natürlich gelegen, die ganze sorgsam zusammen gesuchte Hand des Gegners zu verbannen, vor allem, wenn wichtige Schlüsselkarten wie SPIORAL-Schnellreparatur, Nachbars Gras ist grüner oder Zünder-Hitze, der wahre Drachokrieger limitiert sind und man dem Gegner mit Trickstar Lycoris auch noch für jede neu gezogene Karte 200 Punkte Schaden reindrücken kann.
Und auch die Zukunft sieht für die Trickstars rosig aus. Denn da sie das Themendeck eines wichtigen Anime-Charakters sind, ist noch bis zum Ende der Vrains-Ära mit regelmäßigem Support zu rechnen, und auch im OCG sind bereits einige noch nicht im TCG erschienenen Karten im Umlauf. Während Trickstar Carobein die Probleme des Decks mit Monstern mit hoher ATK ein Stück weit löst, bewegt der übrige Support, wie das Link-4-Bossmonster Bellamadonna, Trickstar Foxywitch oder Trickstar Shakunage, das Deck weg von den Burn-Effekten und hin zu mehr Link-Plays. Mir soll’s recht sein…

Platz 7 – Setzrotation




Weiter geht’s mit Platz 7 und gleichzeitig mit einem Schuldeingeständnis meinerseits. Warum zur Hölle war Setzrotation nicht in den Top 10 zu MACR enthalten? Nur für eine klitzekleine Erwähnung in den Honorable Mentions hat’s gereicht, und ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, warum.
Gut, zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass damals niemand geahnt hat, dass Destrudo, der Schatten des verschwundenen Drachen auf dem Weg war. Auch hatte zumindest ich damals Portal zum Chaos absolut nicht auf dem Schirm.
Fangen wir mir letzterem an. Denn indem man dem Gegner das Portal unterjubelt, während man selbst sich die Feldzauberkarte seiner Wahl aussucht, hindert man diesen faktisch daran, einen eigenen Feldzauber zu aktivieren, da seine Aktivierung ein Suchziel im Deck voraus setzt (Teilweise wurde als Out auf diesen Lock tatsächlich Anstürmender Gaia, zorniger Ritter gespielt).
Doch bevor diese fiese Tech entdeckt wurde, war Setzrotation nur eine nette Spielerei für Kozmo-Decks, die sich selbst Dragonische Darstellung und dem Gegner Kozmostadt gaben, um letztere später für den Sucheffekt mit Kozmo-Gleitflieger zu zerstören.
…Bis Destrudo kam. Dieser Badass hat eine ganz neue, und ziemlich dominante Engine aus dem Boden gestampft. Das ganze funktioniert folgendermaßen: Man aktiviert Drachenschlucht, schickt Destrudo in den Friedhof, beschwört ihn, baut Antiker Feendrache, der seinen Effekt aktiviert und den eigentlichen Ziel-Feldzauber auf die Hand sucht. Da man dann sowieso schon mindestens zwei verschiedene Feldzauber im Deck hatte, konnte man auch gleich noch Setzrotation als zusätzlichen Sucher spielen. Nun hatte man also Landformen, Setzrotation und Drachenschlucht, die allesamt direkt zur gewünschten Feldzauberkarte führten, was bedeutet, dass es quasi möglich ist, 12 Kopien der gleichen Karte im Deck zu spielen. Nimmt man den Umweg über Antiker Feendrache, erhält man 1000 Life Points und ein zusätzliches Link-Material (zwei, wenn man für den ersten Effekt des Feendrachen seine Battle Phase opfert) gratis dazu. Läuft…
Im OCG hat dieser Unsinn zunächst zu einem Aufleben des ABC-Decks geführt, welches im Machtvakuum nach Schlachtung des Zoodiac-Decks kurzzeitig die dominante Kraft war , was jedoch im TCG nie wirklich ankam, da Destrudo der Schatten des verschwundenen Drachen hierzulande zeitgleich mit SPIORAL-Doppelhelix erschien. Das Spyral-Deck, das ebenfalls die Destrudo-Engine nutzte, hat die erste Klasse-Deutschstunde dann schlicht überschattet.
Deckcreator16 und ich haben uns auch beraten, welche der beiden neuen Karten wir in die Top 10 aufnehmen wollen. Und obwohl Destrudo in Sachen Coolness von Artwork und Namen dem Zauber mehr als eine untote Nasenlänge voraus ist, haben wir uns aus verschiedenen Gründen doch für Setzrotation entschieden. Die Destrudo-Kombo ist in vielen Fällen nur win more, der mit Bedingungen (eine entbehrliche Handkarte und ein Monster der Stufe 6 oder niedriger auf dem Feld) und potenziellen Bricks verknüpft ist, während Setzrotation auch einfach nur ein zusätzliches Landformen sein kann, das zusätzlich den Gegner blockt. Und außerdem kann man mit Setzrotation immer noch Drachenschlucht suchen und dann zusätzlich die Destrudo-Kombo abziehen. Die Karte ist einfach generischer.
Doch im Gegensatz zu den anderen bisherigen Platzierungen hält die Zukunft wohl nicht sehr viel für Setzrotation bereit. Obgleich erst Mitte des Jahres erschienen, wurde sie im TCG bereits limitiert und so zum Win More degradiert, mit dem es sich beispielsweise nicht mehr lohnt, Portal zum Chaos zu spielen.
Im OCG ging man noch einen Schritt weiter, um den Feldzauber-Wahnsinn zu stoppen. Dort ist Setzrotation zwar nur semi-limitiert, jedoch ist zusätzlich Landformen limitiert und Antiker Feendrache wurde sogar verboten. Gut, mit letzterem wurde schon immer nur Unsinn gemacht, aber um eine Karte, die so vielen Decks hilft wie Landformen ist es einfach nur schade. Bleibt zu hoffen, dass man seitens Game Designer aus der Lektion gelernt hat und aufhört, zu starke Feldzauber zu entwerfen. Wobei, wenn man sich Temple of the Elemental Lords so anschaut…

Platz 6 – Nachbars Gras ist grüner




Ja, das ist es immer. In Yu-Gi-Oh! allerdings erst seit Februar letzten Jahres, wo in Raging Tempest die gleichnamige Zauberkarte erschien.
Der Biologie sind verschiedene Innovationen im Bauplan von Lebewesen bekannt, die zu einer massiven Explosion der Artenzahl geführt haben, etwa Flügel bei Insekten oder Kieferknochen bei Wirbeltieren. Dieses sehr weit hergeholte Beispiel soll illustrieren, was Nachbars Gras ist grüner mit dem Spiel angestellt hat. Denn selten hat eine einzelne Karte allein eine so große Vielfalt an starken Decks hervor gebracht. Und mehr noch: Sogar an der Mentalität der Spieler hat sie, zusammen mit dem kurz zuvor erschienenem Topf der Begierden, etwas verändert. Denn auf einmal war es akzeptabel, mehr als 40 Karten im Main Deck zu spielen! Waas?! Ist es denn nicht Yugis drittes Gesetz, dass jeder, der über 40 Karten im Deck hat, ein Noob ist? Nicht mehr, Freunde, nicht mehr…
Denn auf einmal existierte zu jedem Deck, dass auch nur ansatzweise vom Friedhof profitiert, neben der der klassischen eine stark nach frisch gemähtem Gras duftende 60-Karten-Variante. Das Prinzip ist einfach: Man stopft sein Deck ordentlich voll, sodass man auf jeden Fall mehr Karten drin hat als der Gegner, dann aktiviert man Nachbars Gras ist grüner und schickt mal eben die obersten idealerweise 20 oder mehr Karten von seinem Deck auf den Friedhof, wodurch man durch die Auswahl des Rests seines Decks in der Regel mindestens drölftausend Effekte oder Spezialbeschwörungen machen kann, wenn nicht sogar mehr. Blöd war nur, wenn der Gegner, ohne selbst ein Gras-Deck zu spielen, ebenfalls 60 Karten im Deck hatte, um ebendies zu verhindern. Klingt bescheuert, ist aber tatsächlich passiert, zum Beispiel im Zoodiac Metalfoes Deck.
Und die Karte, beziehungsweise ihre später erfolgte Limitierung, hat noch mehr bewirkt. Denn in den entsprechenden Decks ist sie so unfassbar stark und wichtig, dass sie im Alleingang Opfer des linken Arms spielbar gemacht hat, weil das Opfern seiner gesamten Hand (nicht zwangsläufig der linken) offenbar ein akzeptabler Preis ist, um an sie zu kommen. Deshalb konnten die Gras-Decks, trotz Einschränkung auf der Banlist, weiter bestehen bleiben.
Am besten etabliert hat sich die Spielweise mit dem Riesendeck im Infernoid-, Lightsworn- und Paleozoic-Deck. Aber auch in anderen, stark auf den Friedhof angewiesenen Decks, wie etwa Zombies, Burning Abyss, Shaddoll oder Chaos, wird sie angewendet.
Fazit: Die Limitierung hat der Karte und ihren Decks einen Dämpfer versetzt, aber auch zukünftig kann hin und wieder mit ihnen gerechnet werden.
Platz 5: Meister-Peace, der wahre Drachoschlacht-König und Dragonische Darstellung


Der Platz 5 geht an eine Doppel-Besetzung. Primär sind sie natürlich Platzhalter für das Wahre Dracho-Themendeck, doch erfüllen sie auch noch alleine eine Menge Eigenschaften.
Das was an Meister-Peace, der wahre Drachoschlacht-König, im Vergleich zu Dragonische Darstellung, wohl am meisten Aufmerksamkeit erregt hat, war die Tatsache dass er großen Einfluss auf den Aufbau gegnerischer Decks hatte. Denn plötzlich musste man durch seine Immunität nicht nur mehr als eine Kartentyp-Option in Form von Removals oder Kaijus spielen, sondern hat sein Schuss-Effekt weiter Druck auf den Gegner ausgeübt. Es gab im Funbereich auch Experimente damit, Meister-Peace als kleine Engine in Decks zu integrieren, die viele permanente Zauber- und Fallenkarten spielen. Als Beispiel wäre hier D/D/D genannt.
Aber speziell Meister-Peace ist ein Grund, weshalb sich Pendelmagier nach der Liste der verbotenen und Limitierten Karten, die Zoodiak ausgelöscht hatte, plötzlich behaupten konnte. Denn als eines der wenigen Decks hatte es drei von vier Möglichkeiten integriert, ein Problem für Wahre Dracho darzustellen. Ob nun Lila-Toxin-Magier der mit seinem ATK-erhöhenden Effekt schnell mal die 3000 ATK von Meister-Peace übersteigen lassen konnte, sein Schuss-Effekt der gegen fehlende Monster-Immunität hilft oder die Fallenkarte Zeit-Pendelgraf, die eine fehlende Fallen-Immunität bestraft. Und darin sind noch nichtmal Karten wie Schwarzzahn-Magier oder Beelze, der diabolische Drache eingerechnet.
Die andere Karte hingegen hat andere Auswirkungen auf unser Spiel gehabt. Nicht nur sorgte sie dafür, dass Decks, die gerne Insel der Feuerkönige gespielt hätten, es aber aufgrund des Negativ-Effekts nicht riskieren wollten, eine neue Option gefunden hatten, sondern hat es auch dazu beigetragen, dass Decks wie Wahre-König-Dinosaurier entstehen konnten. Zudem war es dieser Karte zu verdanken, dass Wahre Dracho-Zoodiak funktionieren konnte. Denn so hatte das Deck über Zoodiak-Rammbock viele weitere Optionen bekommen, falls es mal unterbrochen wurde. Als Ausgleich musste man hingegen etwas Konstanz(im Vergleich zu Purem Zoodiak) abgeben.
Aber insbesondere, dass unsere Effekte sich immer mehr dahin entwickeln, dass sie sich im Friedhof aktivieren, wenn sie zerstört oder einfach nur dahin gelegt werden, gibt der Karte einen großen Schub für die weitere Zukunft. Denn je mehr solcher Karten kommen, je mehr profitiert man aus dieser Karte. Und da Feldzauberkarten immer beliebter werden, ist es auch einfacher sie in Kombination von Landformen oder Setzrotation in die Decks zu integrieren.
Platz 4: SPIORAL - Doppelhelix


Diesen Platz erlangte ein Vertreter des SPIORAL Decks. Und das auch zurecht. Nicht nur konnte es seit Oktober große Aufmerksamkeit erregen, sondern ist sein Effekt auch dementsprechend stark. Schließlich wissen wir alle, wie stark ein “Spezialbeschwörung aus dem Deck”- oder “Such”-Effekt ist. Das ist zum Beispiel sehr entscheidend, wenn der Gegner einen Geisteroger und Schneehase auf den Effekt von SPIORAL - Doppelhelix wirft. Denn so zeigt der Helix auf keine Zone mehr und man kann sich nur noch ein SPIORAL-Monster vom Deck oder Friedhof auf die Hand nehmen. Aber je nach Situation kann man das noch anderweitig auszunutzen.
Interessant ist dieses Monster aber auch für zukünftige Decks. Denn wenn das TCG dem Trend von Japans Bannedliste folgt, so ist es eher unwahrscheinlich. dass der Doppelhelix einen Platz auf der Liste bekommt. So werden Engines bestehend aus SPIORAL-Muskelprotz und/oder SPIORAL - Resort in Kombination mit SPIORAL-Superagent ziemlich interessant. Denn so hat man nicht nur die Option schnell mal bis zu drei Karten zu zerstören, sondern kann zugleich ne Menge Schaden erzeugen. Und da die beiden Agenten-Monster die Stufe vier haben, integrieren sie sich perfekt in viele Decks, die so einen guten Zugriff auf Rang 4 Monster besitzen.
Platz 3: Zoodiak-Breitbulle


Auch hier ist wieder eine einzelne Karte der Platzhalter für ein ganzes Deck. Bloß erfüllt er noch viele weitere Funktionen:
Zuerst einmal war der Bulle das Herzstück der gefürchteten Fusionsersatz-Kombo, da durch seine Bedingung, ihn auch mit zwei Monstern alleine bauen zu können, diese Kombo erst zu ermöglichen. Dies kann nämlich neben ihm nur Zoodiak-Chakanine, welche gerade zur ersten Version noch nicht im TCG zur Verfügung stand.
Zudem sorgte er im OCG dafür, dass das Zoodiak-Deck trotz der Verbannung von Zoodiak-Drachzack immer noch mithalten konnte. Hier dann als reine Zoodiak-Version oder als Wahre Dracho-Zoodiak-Variante.
Aber auch sein Sucheffekt machte ihn sehr attraktiv. Ähnliche Karten wie König der wilden Kobolde und Getrieberiese X hatten schon seit ihrem Erscheinen einen riesigen Einfluss auf unser Spiel. Bei einigen hat es zwar länger gedauert(beispielsweise beim König bis zum erscheinen von Künstlerzauberer Trick Clown), doch darf man nicht außer acht lassen, dass wir seit dem Erscheinen von Feuerfaust immer häufiger Ungeheuer-Krieger-Themendecks bekommen haben. So ist beispielsweise Ungeheuer-Krieger eines der wenigen Decks, die ansich gesehen bis zu 6 generische Sucher spielen konnten.
Konnten aufgrund dessen, dass er und sein Kollege Zoodiak-Drachzack inzwischen beide im TCG und OCG auf null Kopien eingeschränkt wurden. Und auch hier findet sich meiner Meinung nach ein interessanter Gedankengang versteckt: Würde man die Wahl haben Zoodiak-Breitbulle oder Zoodiak-Drachzack auf eine Kopie anzuheben, so würde ich persönlich eher der Meinung sein, den Bullen zurückzugeben. Dies fördere nicht nur die Konstanz von Ungeheuer-Krieger-Decks sondern gäbe jedem Deck eine Möglichkeit, über Zoodiak-Sperrfeuer ohne große Anstrengung auf einen Link zwei zu kommen und so einen minimalen Push für alle Decks darzustellen, nach dem viele Decks kurz nach erscheinen der Link Monster geschrien haben. Gäbe man aber Zoodiak-Drachzack zurück, so Ende es viel einfacher in einem XYZ der nur einen Schuss im gegnerischen Zug machen kann, ohne dabei die Linkmechanik zu stärken.
Wobei man bedenken muss, dass für dieses Argument langsam aber sicher “der Zug abfährt”. Denn speziell durch das Link Vrains Pack kriegen zuvor stark von den alten Mechaniken abhängigen Decks genug Push um wieder auf ihren Powerleveln mitzuhalten.
Platz 2: Aschenblüte & Freudiger Frühling


Jetzt würden vermutlich einige Leute schreien. Wie könne denn bloß die stärkste Handtrap des Jahres nicht den ersten Platz erhalten. Der Grund liegt in dieser Sekunde auf der Hand: “Theseus” ist immer noch besser ;)
Um es etwas ernster zu betrachten schau ich mir ihre Auswirkungen über das ganze Jahr gerechnet an. Sie erschien mit Maximum Crisis anfang Mai, konnte sich aber durch das vorhandene Zoodiak-Format nicht wirklich durchsetzen. Gerade Zoodiak war dazu fähig, je nachdem wie man die Kombo aufgebaut hatte, alle Handtraps zu umgehen/möglichst gut auszuhebeln. So wurde auch Aschenblüte & Freudiger Frühling kurz nach seinem erscheinen höchstens im Side Deck verwendet, da sie gegen alle anderen Decks das Matchup verbesserte.
Als dann mitte September endlich die Liste der verbotenen und limitierten Karten erschienen ist, die das Zoodiak-Deck ausgelöscht hatte, konnte auch Aschenblüte & Freudiger Frühling ihren Siegeszug feiern. Da sie wie gesagt gegen alle Decks, außer Zoodiak, einem das Matchup verbessern konnte. Und so hatten auch die Folgedecks eine Menge Probleme mit der Karte bekommen.
Schlussendlich konnte sie also nur die letzten drei-einhalb Monate wirklich Einfluss auf das Spiel nehmen. Warum hat sie also eine höhere Wertung als zum Beispiel der Zoodiak-Pendant bekommen? Auch hier ziehe ich wieder das Zukunfts-Argument in Betracht. Denn anders als die Zoodiak-Monster, welche wohl erstmal das Spiel von der Ersatzbank betrachten dürfen, “blüht” der Aschenblüte eine großartige Zukunft. Wie gesagt sind alle vergangenen Decks, gegenwärtigen Decks und vermutlich auch alle zukünftigen Decks stark von den Auswirkungen der Handtrap betroffen.
Wenn sie also so stark ist werden viele bestimmt vermuten, dass es sinnvoll wäre, die Karte auf die Liste der verbotenen und limitierten Karten zu setzen. Ich persönlich halte das aus mehreren Gründen nicht für gut. Würde man sie nämlich auf eine oder zwei Kopien reduzieren, so würde sie immer häufiger zu einer “Lucker”-Karte degradiert werden. Setze man sie hingegen auf null, so stärkt man wieder alle Decks, die nur darauf setzen im ersten Zug riesige Boards aufzubauen oder einen FTK auszuführen. Gerade das FTK-Argument sollte man hier besonders beleuchten. Denn nicht nur kann man den aktuellen Trickstar-Handloop aufhalten, sondern kann auch den zukünftigen Plant-FTK verhindern.
Somit kann ich als einzigstes sagen, dass die Karte möglichst schnell einen Reprint in einer geringen Rarität bekommt, um sie so auch den Spielern zur Verfügung zu stellen, die mit einem kleineren Taschengeld an das Spiel herangehen. Ich hätte es damals auch interessant gefunden, sie auf dem Level einer Super Rare in Maximum Crisis zu sehen.
Schlussendlich schaffte es Aschenblüte & Freudiger Frühling eben nur auf den zweiten Platz, weil sie, wie auch bei jeder anderen Handtrap, immer nur so gut ist wie die Ziele, die sie aufhalten kann. Und gerade das Zoodiak-Format hat gezeigt, wie wenig man sie dieses Jahr effektiv nutzen konnte.
Platz 1: Firewall-Drache


Wie was wo? Wo ist denn Theseus? Ja, leider hat es die beste Karte 2017 nicht mehr in diese Top-Platzierung geschafft(was aber nicht heißt sie könnte nicht zu einer guten Karte in zum Beispiel 2018 werden. Eine gute Chance ist hier ja schon Crystron Needlefiber, welcher somit ganz leicht in jedem Deck beschwörbar wäre, indem man Instantfusion verwenden könnte). Hingegen haben ich und Leseleff uns für eine andere Karte entschieden.
Hierbei sollte recht schnell klar sein, warum wir uns für dieses Monster entschieden haben. Zuerst einmal war er für die Dominanz des “ersten” SPIORAL-Decks zuständig, erschuf gefühlt mehrere Millionen FTK- und OTK-Loops und zeigte alles auf, was die Spielerschaft an negativen Argumenten für die neuen Master Rules finden konnten.
Zwar hatte er bisher neben SPIORAL noch wenig Einfluss auf das Metagame direkt gehabt, doch sorgte er schon rein durch seine Existenz dafür, neue und bessere Loops zu entwerfen. Zudem wird es immer häufiger so werden, dass jedes neue Deck, dass sich auf die Linkmechanik konzentriert, versucht, diesen ähnlich einer Staple in mindestens einer Kopie in jedem Extradeck unterzubringen.
Auch sorgt er für die große Furcht, die viele Spieler beim Schleifgolem verspüren. Zwar fehlt uns hier im TCG stand jetzt immer noch der Security Guard Dragon, mit dem es ein leichtes wird zwei oder mehr Kopien der Firewall ins Spiel zu bringen und kreuz-zu-linken, doch hat schon die Möglichkeit eines plötzlichen Releases den Kartenpreis des Golems fest in der Hand.
Ein anderer Punkt lässt einen in Hinblick auf die Zukunft erschaudern. Denn neben SPIORAL hatte es auch eine etwas skurrile Version von Dinosaurier geschafft, in Amerika etwas zu erreichen. Diese versuchte, über Firewall-Drache und der fehlenden harten Once-Per-Turn-Beschriftung von Grandsoil der Elementarherrscher den Gegner Hand- und Decktod zu loopen. Und genau hier wird es interessant: Anstatt das Problem-Monster Firewall-Drache zu entsorgen entschied man sich dafür, Grandsoil aus dem Spiel zu nehmen.
Dies entstand dadurch, dass Firewall-Drache die Protagonisten-Karte des Animes ist. Und ähnlich wie auch schon bei Karten wie Schwarzer Rosendrache oder Antiker Feendrache(Ich nehme jetzt nur mal die Schlüssel-Karten von 5Ds, da sie den wohl größten Einfluss auf unser Spiel bisher hatten), sorgt ein solcher Status dafür, diese Monster “Bannedlistsicher” zu machen. Somit ist davon auszugehen, dass auch bis zum Ende der “Vrains”-Ära einige andere Karten ihr “Leben” lassen müssen, nur damit diese Karte zumindest auf eine Kopie beschränkt im Spiel erhalten bleiben darf.
Abschließend möchte ich aber noch einen minimalen Punkt einstreuen: Ich und Leseleff haben uns bei ihm auch deswegen für den Platz 1 entschieden, weil er als Boss-Karte des Protagonisten der Link-Ära genau das Symbol für den Anbruch der Link-Monster darstellt und vermutlich noch sehr prägend für unser Spiel werden dürfte.

Honorable Mentions


Nein, Seeungeheuer von Theseus hat es nicht einmal in die Top 10 geschafft, genau wie viele andere Karten. Deshalb möchte ich, Leseleff, euch wie immer zum Schluss noch ein paar Karten präsentieren, die es nicht ins Ranking geschafft haben, obwohl wir sie in Betracht gezogen haben.
Für mich als Dino-Fanatiker war es zum Beispiel ein schwerer Schlag, als wir uns entschieden haben, keine der fantastischen Dino-Supportkarten aus RATE und dem Structure Deck: Dinomasher’s Fury aufzunehmen, obwohl wir mit Seelenfressender Oviraptor und Verschiedosaurier großartige Karten zur Auswahl gehabt hätten und das True King Dino Deck uns mit seinen ausschweifenden Kombos einen kleinen Vorgeschmack auf das geliefert hat, was uns zu Beginn der Link-Ära zu erwarten hatte.
Auch müssen es komische Zeiten sein, wenn Nummer 41: Bagooska, der schrecklich müde Tapir es nicht in die Top 10 schafft. Ich kann mich noch gut erinnern, wie Anfang 2014, kurz, nachdem ich mich hier im Forum angemeldet habe, mit Nummer 101: Lautlose Ehre ARK und Übelschar-Exzitonenritter zwei Rang-4-Xyz-Monster von bis dato ungesehener Stärke erschienen und fortan absolut Formatbestimmend waren. 2017 gab es mit Nummer 41 und Tornadodrache zwei Karten, die diese in Sachen Stärke und Vielseitigkeit noch übertrafen, und doch hat keine von beiden ihren Weg in die Top 10 gefunden.
So auch Ausgeglichener Zweikampf, das Massenremoval, das allen Anschein nach einen Vorboten für eine neue Generation von Fallenkarten darstellt, die man von der Hand aktivieren kann, wenn man keine Karten kontrolliert, und das einen Hype ausgelöst hat, der seinesgleichen sucht. Diesem konnte die Karte, jedenfalls unserer Meinung nach, aber bisher nicht gerecht werden.
Zu guter Letzt waren wir auch am überlegen, Dekodier-Sprecher ins Ranking aufzunehmen, die wohl meistgespielte neue Karte aus einem Starterdeck seit Jahren. Jedoch wird dieser wohl auf lange Sicht das gleiche Schicksal erleiden wie Nummer 39: Utopia, bevor Nummer S39: Utopia der Blitz ihn wieder spielbar gemacht hat: Es wird bessere Karten geben, die in den gleichen Situationen beschworen werden können und ihn dann aus den Extra Decks verdrängen. Mit Traffic Ghost, Zefra Metaltron und Topologic Trisbaena sind dafür auch schon ein paar heiße Kandidaten unterwegs. Aus ähnlichen Gründen musste auch Kalibrierlade-Drache auf seinen Platz im Ranking verzichten.
Schlusswort
Nachdem wir jetzt den Blick über die Karten des vergangenen Jahres geschweift haben lassen wird es ja schon echt interessant abzuwarten, welche Karten wir womöglich in den Top 10 fürs nächste Jahr sehen werden. Aber zuerst einmal würde uns beiden wohl interessieren wie eure persönlichen Top 10 des Jahres 2017 aussehen. Schreibt diese doch im altbekannten Diskussionsthread.

Deckcreator16