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Ruling 101 Teil I

von Deckcreator16 am 24.01.2018 um 19:31 Uhr
Wie kam ich zu diesem Artikelthema fragt ihr euch bestimmt jetzt. Im Grunde hat es damit begonnen das sich zum jetzigen Stand alle meine Themenideen nicht wirklich angeboten haben. Erst wollte ich einen Artikel über das kommende Format mit dem nächsten Hauptset machen. Doch da gerade zum jetzigen Stand neben den drei bekannten OCG-Importen sowie den F.A. TCG-Onlys noch nichts wirklich bekannt ist, machte ich mich auf die Suche nach einem anderen Thema. Ich hatte auch noch eine Idee bezüglich eines "Warum man Casual spielt"- oder "Warum man Competitive spielt"-Artikel. Doch habe ich dazu noch zu wenig Recherche betrieben und auch so fand ich das Thema eher ungeeignet. Auch dachte ich darüber nach eine Banned-List-Prediction zu machen, doch darauf habe ich im Moment weniger Lust. Und da schaute ich mal wieder in den Thread für Artikelwünsche. Aber auch hier gab es schon lange keine Wünsche mehr, weshalb ich etwas tiefer gewühlt habe. Denn Leider muss man sagen, dass es auf eTCG eine Zeit gab, wo wir kaum Artikelschreiber hatten. Weshalb natürlich viele Wünsche zu der Zeit untergegangen sind. Und beim durchwühlen fand ich folgenden Beitrag, den ich sehr interessant fand:

"24. August 2016
Zyrax Lord of D.:
Ich wollte fragen, ob man in naher Zukunft einen Artikel zu Timing verpassen ("When ...: you can ...") verfassen könnte und speziell darauf eingehen könnte, wie viel schwächer aktuelle Decks wären, wenn viele ihrer Karten ihr Timing verpassen könnten (Dark Destroyer, BAs etc.).
[...]
"

Parallel dazu fiel mir erneut auf, dass in letzter Zeit auch viele andere Rulings aufgekommen sind, dessen Wissen zwischen Sieg und Niederlage entscheiden können. Und selbst in unserer Online Liga kam es häufiger dazu, dass solche Fehler spielentscheidend wurden[1]. Daraufhin hab ich damit begonnen, diesen Artikel zu schreiben.
Mandatory/Optional und When/If
Bevor ich aber auf den Wunsch an sich eingehen kann, müssen wir erstmal klären, wovon wir überhaupt sprechen:

Es gibt Karten mit so genannten “Trigger Effects”, die nur dann aktiviert werden können, wenn ein bestimmter Auslöser aktiviert oder aufgerufen wird. Also zum Beispiel wenn eine Karte zerstört wird oder wenn eine Karte gezogen wird und noch viele weitere. Diese unterscheidet man zuerst danach, ob sie Mandatory Effects(also verpflichtend) oder Optional Effects(nicht verpflichtend) sind. Dabei wird der Unterschied aufgrund eines "you can" deutlich. Ich ziehe mal zwei Beispiele hervor:






Name: Babycerasaurus
Card Type: Monster
Attribute: Earth
Types: Dinosaur/Effect
Level: 2
ATK / DEF: 500 / 500
Effect:
If this card is destroyed by a card effect and sent to the Graveyard: Special Summon 1 Level 4 or lower Dinosaur-Type monster from your Deck.







Name: Chiwen, Light of the Yang Zing
Card Type: Monster
Attribute: Light
Types: Wyrm/Tuner/Effect
Level: 1
ATK / DEF: 0 / 0
Effect:
When this card you control is destroyed by battle or card effect and sent to your Graveyard: You can Special Summon 1 "Yang Zing" monster from your Deck, except "Chiwen, Light of the Yang Zing". When a "Yang Zing" monster(s) you control is destroyed by battle or card effect and sent to the Graveyard, while this card is in your Graveyard: You can Special Summon this card, and if you do, banish it when it leaves the field. You can only use 1 "Chiwen, Light of the Yang Zing" effect per turn, and only once that turn.





Hier wird der Unterschied relativ schnell deutlich. Babycerasaurus ist ein Mandatory-Effekt, weil er kein "you can" enthält. Heißt solange man ein passendes Ziel im Deck hat, muss man ein Monster spezialbeschwören, wenn er zerstört wird. Ob man nun will, oder nicht. Bei Chiwen sieht es hingegen anders aus. Dieser besitzt nämlich ein "you can"(im deutschen wäre das "du kannst"), was ihn zu einem optionalen Effekt macht. Somit kann man ein Monster beschwören, muss das aber nicht, wenn man nicht will. So gesehen klingt es fast so, als wäre Chiwen um längen besser als Babycerasaurus, oder? Doch damit kommt ein Nachteil auf, den man im folgenden gut erläutert bekommt. Dafür muss ich aber noch eine dritte Karte einführen:



Name: Denglong, First of the Yang Zing
Card Type: Monster
Attribute: Light
Types: Wyrm/Synchro/Tuner/Effect
Level: 5
ATK / DEF: 0 / 2800
Effect:
1 Tuner + 1 or more non-Tuner monsters
If this card is Special Summoned: You can add 1 "Yang Zing" card from your Deck to your hand. Once per turn: You can send 1 Wyrm-Type monster from your Deck to the Graveyard; this card's Level becomes the sent monster's. If this face-up card leaves the field: You can Special Summon 1 "Yang Zing" monster from your Deck. You can only Special Summon "Denglong, First of the Yang Zing(s)" once per turn.




Denn die Optional Effects unterteilt man inzwischen in "If"(zu dt. "falls") und "When"(dt. "wenn")-Karten[2]. So hat Chiwen, Licht der Yang Zing einen "When"-Effekt, während es sich bei seinem "großen Bruder" Denglong, erster der Yang Zing um einen "If"-Effekt handelt. Der Unterschied ist dabei aber nur im Detail wirklich erkennbar. Ein "when"-Effekt ist nämlich ein Optionaler Effekt, dessen Auslöser die letzte Aktion in einem Effekt oder einer Kette darstellen darf.

Ein kurzes Beispiel, welches wir auch auf der Weltmeisterschaft 2017 zu sehen bekamen:
Auf der einen Seite des Spielfeldes liegt ein Meister-Peace, der wahre Drachoschlacht-König mit genügend Material im Friedhof. Auf der gegnerischen Seite liegt ein offener Chiwen, Licht der Yang Zing. Würde man diesen nun mit dem Effekt von Meister-Peace schießen, würde sich sein Effekt zum spezialbeschwören aktivieren, da nach dem Schuss nichts mehr passieren würde. Doch Marcello Barberi ist diesem Problem aus dem Weg gegangen, indem er eine einfache Zauberkarte, Topf der Gegensätzlichkeit, aktiviert hatte, und anschließend als Kettenglied zwei den Effekt von Meister-Peace angekettet hat. Nun steht also der Topf auf Kettenglied 1 und der Effekt von Meister-Peace auf Kettenglied 2. Da nun die Zerstörung des Chiwen innerhalb einer Kette passiert, wo die Zerstörung nicht die letzte Aktion darstellt, wird dieser durch seinen "when"-Effekt das Zeitfenster verpassen, indem er reagieren darf. Dies wird meist als “sein Timing verpassen” bezeichnet. Anders sieht es aber aus bei Mandatory-Effects sowie bei Optional Effects mit "If". Mandatory-Effects werden nämlich in jedem Falle triggern, solange ihre Bedingungen erfüllt sind. Und auch "If"-Effekte aktivieren sich, da sie nicht die Einschränkung besitzen, dass der Auslöser die letzte Aktion in der Kette/Effekt sein darf.

Ich erwähne auch nicht ohne Grund, dass es innerhalb des Effektes auch die letzte Aktion sein muss. Das erklärt sich durch "Simultaneous" und "Non-Simultaneous" Effects:
Simultaneous Effects und Non-Simultaneous Effects
Auch hier hole ich mir wieder zwei Beispiele:





Name: Metalfoes Volflame
Card Type: Monster
Attribute: Fire
Types: Psychic/Effect
Level: 7
ATK / DEF: 2400 / 2000
Pendulum Effect:
Once per turn: You can target 1 other face-up card you control; destroy it, and if you do, Set 1 "Metalfoes" Spell/Trap Card directly from your Deck.
Monster Effect:
Roasting red rockets boost its blazing, bright-blast burners to liquified lava levels. Vanquisher of the Vanisher!







Name: Interrupted Kaiju Slumber
Card Type: Spell
Types: Normal
Effect:
Destroy as many monsters on the field as possible, then Special Summon in Attack Position, 2 "Kaiju" monsters with different names from your Deck (1 on each side), but they cannot change their battle positions, and must attack, if able. During your Main Phase, except the turn this card was sent to the Graveyard: You can banish this card from your Graveyard; add 1 "Kaiju" monster from your Deck to your hand. You can only activate 1 "Interrupted Kaiju Slumber" per turn.





Schonmal vorweg: Metalfose-Volflamme ist ein "Simultaneous Effect", während der Kaiju Schlummer ein "Non-Simultaneous Effect" ist. Wie vielleicht schon aufgefallen ist handelt es sich bei beiden Karten um Effekte, die zwei Aktionen innerhalb eines Effektes ausführen. Dabei ist der Simultaneous Effect daran erkennbar, das er ein "if you do"(dt. "falls du dies tust") enthält, während der Non Simultaneous ein "then"(dt. "dann") beinhaltet.

Nur wo wird das wieder wichtig? Erneut ziehe ich die Yang Zings als Beispiel an. Wenn der Effekt von zum Beispiel Metallfose-Volflamme benutzt wird, um Chiwen, Licht der Yang Zing zu zerstören, wird sein Effekt trotzdem ausgelöst, obwohl der Effekt von Volflamme anschließend eine neue Aktion ausführt. Doch diese wird durch das "if you do" verhindert und als ein ganzer Effekt interpretiert(sprich der Effekt von Volflamme zerstört und setzt eine Karte als eine zusammenhängende Aktion).
Anders sieht es aber beim Effekt von Unterbrochener Kaiju-Schlummer aus. Wenn dieser aktiviert wird, führt er (aufgrund des "then") zwei Aktionen innerhalb eines Effektes aus und sorgt damit für den Timingverlust, da der letzte Effekt eben nicht die Zerstörung sondern die Spezialbeschwörung der Kaijus ist.
Aber an diesem Punkt wird der Unterschied zu Denglong, Erster der Yang Zing entscheidend. Denn dieser trägt einen "if"-Effekt mit sich und kann somit sein Timing wie gesagt nicht verpassen. Und auch Babycerasaurus würde seinen Effekt bekommen, solange es noch Ziele im Deck gibt.
Powercreep als Wording
Bevor ich nun noch ein weiteres Regelelement dazu packe lass ich euch das zuvor gesagt erstmal verdauen. Denn jetzt ist bestimmt die Frage im Raum stehend, warum es solche komplizierten Effekte überhaupt gibt. Hier kann man im Prinzip wieder auf den Power Creep verweisen. Denn früher waren Effekte mit "when" und "can" oder Mandatory-Effekte allgegenwärtig. Einige schöne Beispiele sind hier klar die Apparate-Monster als auch Monster wie Peten, dunkler Clown oder Naturia Fels. Und auch die Monarchen sind bis heute mit Mandatory-Effects ausgestattet[3]. Selbst Sangan und Hexe vom schwarzen Wald, welche zu den ältesten Karten im Spiel gehören, sind Mandatory Effects.

Dies hat teilweise erheblich gestört. So mussten die Monarchen Karten zerstören, wenn sie es konnten, was nicht so toll ist wenn man zum Beispiel einen Zaborg, der Lichtmonarch tributbeschwören wollte, während er das einzige Monster auf dem Spielfeld wäre. Ähnliches war auch mit den Apparaten und Goblindbergh gewesen. Dieser hat nämlich einen Non-Simultaneous Effect, was dafür sorgte, dass die Apparate immer schön ihr Timing verpasst haben.

Doch gerade in der heutigen Zeit sind Mandatory-Effekte und speziell "When"/"Can"-Effekte ziemlich selten geworden. Sie wurden größtenteils von den "If"/"Can"-Effekten abgelöst, da diese viel einfacher zu verstehen sind und somit leichter für mehr Erfolg sorgen. Deswegen ist es auch schon eine Seltenheit geworden, dass sich die Leute noch mit solchen Effekten auskennen. Doch gerade wenn alte Karten plötzlich wieder mit neuen interagieren wird solch ein Wissen wieder sehr interessant.

Beispiele dafür gibt es reichlich: So sind beispielsweise die neuen Monarchen, Ehther der Himmelsmonarch und Erebus der Unterweltmonarch, sowie deren Knappen, Edea der Himmelsknappe und Eidos der Unterweltknappe, alles Monster mit dem neuen "If"/"Can"-Konstrukt, die damit die Tradition der Monarchen gebrochen haben, zugleich aber immer wieder für Konflikte mit den alten Monarchen sorgen. Oder man nehme auch Wiedergeborener Tengu, der damit das Tabu von Peten und Naturia Fels, bei einer Synchro- oder Tributbeschwörung ihre Effekte zu bekommen[4], gebrochen hat und eine "neue Welt" der Synchros ermöglichte. Aber auch Schattenpuppe, Brennender Abgrund als auch jedes andere Themendeck das seit Duelist Alliance erschienen ist, besitzt das "If"/"Can"-Konstrukt. Schaut man hingegen nach Themen vor dem Synchro-Zeitalter wird man dieses selten wenn nicht sogar überhaupt nicht auffinden. Somit stellte die Ära der Synchromonster den “Testlauf” dieses Konstruktes dar und spätestens seit dem erscheinen von den Pendelmonstern sieht man sie eigentlich ausschließlich.
SEGOC
Jetzt wo wir uns all dieses Wissen angeeignet haben, möchte ich noch auf einen Sonderfall eingehen, der inzwischen aber Gang und gebe und damit spielentscheidend geworden ist: SEGOC ist die Abkürzung für "Simultaneous Effect Go On Chain"(dt. Simultane Effekte gehen in eine Kette). Dies beschreibt den Fall, wenn mehrere Karten zur selben Zeit getriggert werden, und wie diese in eine Kette gesetzt werden müssen. Dabei haben bei der Ankett-Reihenfolge Mandatory Effects vorrang vor Optional Effects, und unter den jeweiligen Effektkategorien kann die Reihenfolge frei bestimmt werden. Hier wechseln sich beide Spieler immer wieder ab, wovon der Zugspieler vorrang hat.

Um das Beispiel ein wenig auf die Spitze treiben zu können packen wir nun auf jeder Seite des Spielfeldes je zwei Kopien von Babycerasaurus, Chiwen, Licht der Yang Zing und Denglong, Erster der Yang Zing(einer ist damit in der Extra Monster Zone). Anschließend aktiviert Spieler A, welcher der Zugspieler ist, Unterbrochener Kaiju-Schlummer und will damit alle Monster auf dem Feld zerstören. Dies geht auch durch weshalb alle Monster zerstört werden und je ein Kaiju auf jeder Spielfeldseite beschworen wird.

Zuerst sollte natürlich auffallen, dass die Chiwen, Licht der Yang Zing alle ihr Timing verpassen und somit nicht relevant für die nun folgende Kette sind. Anschließend hat Spieler A als Zugspieler Priorität und muss alle seine Mandatory-Effects aktivieren und anketten. Dies wären also die beiden Babycerasaurus, auch wenn er nur noch ein Ziel dafür im Deck hätte. Dabei kann er sich dann dank SEGOC entscheiden, welche der beiden Effekte er als Kettenglied eins und Kettenglied zwei setzen möchte, da beide die gleiche "Stufe" haben. Anschließend muss Spieler B alle seine Mandatory-Effects anketten, welche somit Kettenglied drei und vier ausmachen würden. Im nächsten Schritt ist wieder Spieler A am Zug welcher seine Optional Effects, die ihr Timing nicht verpassen, frei setzen kann. Somit kann er je einen Denglong, Erster der Yang Zing als Kettenglied fünf und sechs anketten, während im letzten Schritt der Spieler B seine Denglongs als Kettenglied sieben und acht verwenden kann. Nun löst sich die Kette rückwärts auf, weshalb erst die Effekte beider Denglongs von Spieler B ausgeführt werden, und anschließend die Denglongs von Spieler A. Anschließend folgt der Effekt von beiden Babycerasaurus die zu Spieler B gehören und im allerletzten Schritt folgen die beiden Babycerasaurus von Spieler A.

Nur wo bringt mir dieses Wissen nun etwas? Hier ist es hilfreich, wenn wir das Spielfeld um zwei weitere Karten erweitern: Spieler B bekommt Maxx “C” auf die Hand während Spieler A Ernste Warnung als gesetzte Karte bekommt.
Denn im letzten Schritt, wo Spieler B die Effekte seiner beiden Denglongs aktiviert, kann er stattdessen auch seine Denglongs “passen”, und in die letzte Stufe von SEGOC eintreten: jeder Spieler(erneut hat der Zugspieler Priorität) kann seine Schnelleffekte der Kette hinzufügen. So wäre also anschließend Spieler A wieder dran, und könnte Ernste Warnung aktivieren oder “passen”. Und falls er passen würde, könnte anschließend Spieler B passen oder seinen Maxx “C” aktivieren.

Richtig interessant ist nun aber das, was Spieler A machen könnte. Denn wenn wir davon ausgehen, dass der Spieler A vom Maxx “C” weiß, kann er auch folgendes machen:
Er könnte seine Priorität für die Schnell-Effekte nicht verfallen lassen und die Ernste Warnung benutzen. Dadurch würde er dann nicht nur das auflösen vom letzten Denglong, Erster der Yang Zing in der Kette verhindern, sondern auch dafür sorgen, dass der Gegner keine Nicht-Konterfallenkarten mehr anketten kann. Denn nachdem die Konterfallenkarte erstmal aktiviert wurde, ist es nicht mehr möglich Karten mit einer geringeren Zaubergeschwindigkeit zu aktivieren. So kann man also auch die Aktivierung des Maxx “C”s verhindern.
Noch spannender wird es aber, wenn auch Spieler B von der Ernste Warnung bescheid weiß. So könnte er nämlich einfach die Effekte seiner Denglong “passen”, sodass dem Spieler A eine neue Wahl bleibt: Entweder er annulliert den Effekt von seinem letzten Denglong in der Kette durch seine eigene Warnung oder er lässt es durch und kassiert den Maxx “C”. [5]

Aber bevor ich SEGOC abzuschließen gedenke, möchte ich noch auf eine Ausnahme hinweisen. Denn Karten, deren Effekte innerhalb einer bestimmten Phase getriggert werden, werden alle als Kettenglied eins in jeweils eigene Ketten ausgeführt. Bekannte Beispiele sind hier die Battle Phase-Effekte der Gladiatorungeheuer oder auch die Lichtverpflichtet-Monster, welche alle in der End Phase ausgeführt werden. Hier sucht man sich dann nämlich einen der betroffenen Monster zuerst aus, setzt sie als Kettenglied eins und wenn vom Gegner bestätigt wurde, dass er “passt”, wird der Effekt aufgelöst, bevor der nächste Effekt in einer neuen Kette gestartet wird.
Wozu ist dieses Wissen nun gut?
Diese Frage ist wohl direkt die erste, die in den Raum geworfen wird. Natürlich ist das vorherige Beispiel mit den Denglongs, Babycerasauriern und Kaiju-Schlummer extrem gekünstelt um möglichst viele kleine Elemente zu zeigen[6], aber nehmen wir andere kurze Beispiele:
Dante, Reisender des brennenden Abgrunds aktiviert seinen Effekt, in welchem Cir, Grimmetatze des Brennenden Abgrunds abgehangen wird. Beim Millen wird noch ein Farfa, Grimmetatze des Brennenden Abgrunds und ein Teuflischer Nashornkrieger erwischt. Nun kann man die Effekte von den drei im Friedhof gelandeten Monstern frei auswählen und sich so vor Karten wie Cyber Drache Unendlichkeit zu schützen.
Auch wird es interessant wenn man Ehther der Himmelsmonarch als Tributbeschwörung beschwört, während Edea der Himmelsknappe als Tribut angeboten wurde. So kann man nämlich den Effekt von Edea als Kettenglied Zwei setzen, um das Timing von einem durch Ehther spezialbeschworenen Kuraz der Lichtmonarch nicht verpassen zu lassen.
Aber auch Beispiele mit Pendel-Magier, SPIORAL, Trickstar und vielen weiteren, mitunter modernen Decks, sind alle möglich.
Limitierung von SEGOC
Bevor ich nun aber zum Ende dieses Artikels komme, möchte ich noch eine letzte Sache hinzufügen, die häufig im Zusammenhang mit SEGOC vergessen wird, aber nicht unwichtig ist: Es ist nicht möglich zwei Optional Trigger zu verwenden, die beide von der Hand aktiviert werden und eine Spezialbeschwörung dieser durchführen. Beispiele aus älterer Zeit wären wohl Tragödia und Gorz, der Gesandte der Finsternis. Denn wenn man Schaden durch einen Kampf erhält ist es nicht möglich, Gorz und Tragoedia zu beschwören. Auch ist es nicht möglich beispielsweise zwei Gorz oder zwei Tragoedia zu verwenden.
Moderne Beispiele wären hier wohl eher Chaosjägerin, Geistertrick-Väterchen-Frost oder Astrograf-Zauberer. Denn bei den ersten beiden ist es nicht möglich mehrere Kopien innerhalb der selben Kette zu beschwören, auch wenn deren Bedingungen erfüllt sind. Und speziell beim Astrograf-Zauberer wird das Problem besonders gut verdeutlicht: es ist nicht möglich zwei eigene Kopien mithilfe der selben Kette zu beschwören. Was aber möglich ist, ist das jeder Spieler je einen Astrograf-Zauberer der Kette hinzufügt, da diese Limitierung nur auf jeden Spieler einzeln wirkt.
Ende der ersten Runde
Und? Seit ihr bis zum Ende mitgekommen? Es ist vermutlich sehr gut ersichtlich geworden, dass dieses Ruling nicht ganz einfach zu verstehen ist, aber einem sehr gut dabei helfen kann, die Kontrolle über das Spiel zu erlangen.
In zwei Wochen wird es dann voraussichtlich einen Artikel rund um Das Meta nach Extreme Force gehen, bevor ich dann zwei Wochen später, also kurz vor der YCS in Bochum, den zweiten Teil dieser Reihe liefern möchte.
Ansonsten interessiert es mich auch, ob ihr selber ein paar Artikel-Wünsche habt, auf die ich und meine Kollegen in nächster Zeit acht geben sollen. Denn es ist schöner wenn man im voraus weiß, welche Artikel ihr gerne lesen wollt, als wenn man sich was aus den Fingern saugen muss.




[1] Auch ich kann mich hier nicht rausnehmen. Wenn parallel noch zwei weitere Monitore an sind(also immer) und plötzlich irgendwelche Neuigkeiten kommen, oder wenn ich schon vier Schritte im voraus plane und dabei den ersten Schritt komplett übersehe, mach ich auch gerne mal einen Fehler.

[2] Dem gewieften Leser ist bestimmt aufgefallen, dass auch Babycerasaurus ein "If" im Effekt besitzt, und somit die Trennung "If" und "When" im Prinzip vor "can"/"non-can" kommen müsste. Aber da dies für spätere Rulings relevant wird, erkläre ich den "Stammbaum" so herum.

[3] Achtung. Ausgenommen die drei Monarchen die nach den "Original-Monarchen" erschienen sind. Kuraz der Lichtmonarch, Delg der finstere Monarch und Angmarl der Unterweltlermonarch sind alles Monster mit "when" und "can". Also sind sie nicht verpflichtend, aber können ihr Timing verpassen, was sie in der Hinsicht nicht besser machen.

[4] Tribut- sowie Synchrobeschwörungen sind im Prinzip auch Non-Simultaneous "Effects". Denn das "als Material verwendet werden" und "beschworen werden" sind beide als zwei Aktionen anzusehen. Und da der Auslöser beim "als Material verwendet werden" liegt, wird hier ganz fein säuberlich das Timing verpasst. Gleiches gilt natürlich auch für alle anderen Beschwörungsarten wie Fusions-, Ritual- oder Linkbeschwörungen.

[5] Und jetzt fragt sich bestimmt jeder, warum Maxx ‘C’ nicht schon auf die Aktivierung von Unterbrochener Kaiju-Schlummer gekommen war? In diesem Moment ist es natürlich erstmal dadurch geschehen dass ich ein künstliches Szenario erstellt habe. Andererseits kann man auch davon ausgehen, dass der Gegner dann seine optionalen Trigger nicht aktivieren würde, und könnte somit weniger Vorteil daraus ziehen.

[6] Wobei, so gekünstelt ist das Beispiel nun auch wieder nicht. Erst letztens auf einer Regional hatte ich ein ähnliches Szenario: Wir hatten ein Pendelmagier-Mirror-Match gehabt und waren in Game drei. Mein Gegner sowie auch ich hatten jeweils ein Lilatoxin-Magier und Doppeliris-Magier in den Pendelzonen. Nun hatte ich Wirre Augen gezogen und direkt in der Standby-Phase aktiviert, bevor mein Psi-Hüllenlord Omega zurück aufs Spielfeld gelegt wurde. Dabei aktivierten sich eine Menge Effekte in einer ähnlich komplexen Form wie oben beschrieben, die dafür sorgten dass nachher nichts mehr auf dem Spielfeld übrig geblieben war, bis auf den Astrograf-Zauberer den ich mir über Wirre Augen gesucht hatte, sowie dem gegnerischen Astrograf-Zauberer den er schon auf der Hand hatte und meinem Psi-Hüllenlord Omega der zurück aufs Spielfeld wanderte.

[7] Achtung. Das ist erst seit dem "abschaffen" des Earlier Triggers im TCG möglich. Somit war es damals als Monarchen im Jahre 2016 an der Spitze war so, dass man entweder den Effekt von Edea nicht aktivieren durfte, oder auf den Effekt von Kuraz verzichten musste.