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eTCGeschichten von der YCS Düsseldorf

von Deckcreator16 am 09.03.2019 um 16:40 Uhr
Kürzlich hatten wir die größte Yu-Gi-Oh Championship Series Europas in Düsseldorf gespielt gehabt, welche eine Gesamtspielerzahl von 2832 erreicht hatte. Unter diesen 2832 Spielern befanden sich neben mir noch viele andere Personen, die wir alle aus unserem geliebten Forum kennen. Deshalb habe ich mir diese Leute herausgepickt und ihnen einen Ort gegeben, um euch ihre Geschichten zu erzählen, die sie auf der YCS erlebt haben. Und glaubt mir: diese Geschichten sind echt Filmreif. Aufgrunddessen habe ich mir auch eine nette Kleinigkeit überlegt, wonach die jeweiligen Überschriften dieser Geschichten aus bekannten Filmen und Serien stammen, um den ganzen noch ein wenig mehr "Spice" zu geben.
Ob man ein Spiel gewinnt oder verliert ist egal. Wichtig ist, dass man seine Wette gewinnt.
Zitat von Charley Harper aus Two and a Half Men



Der erste der uns seine Geschichte von dem Event erzählen wird, ist der User Voltii, für den es seine "erstes Mal" auf einem großen Event ist:

Moin zusammen, ich wollte euch etwas über meine Erfahrungen auf meiner ersten YCS erzählen.
Aber vorher noch ein kleiner Einschub zu mir. Ich spiele Yugi selber schon sehr lange, im Prinzip bin ich damit aufgewaschen und spiele es seit dem es bei uns in Europa erschienen ist. Allerdings immer nur als Casual unter Freunden. Irgendwann 2009 habe ich dann aufgehört, weil alle meine Freunde damals aufgehört hatten und es auch mit der Schule stressiger wurde. Letztes Jahr im Oktober habe ich mich dann entschlossen nach knapp 1 1/2 Jahren Online spielen wieder im realen Leben einzusteigen. Dann ging es auch direkt im November mit einer Regio los und jetzt eben meine erste YCS. Entsprechend war das alles für mich etwas ganz neues und es lief entsprechend chaotisch ab.
Da ich so gut wie keine Erfahrung damit habe mehrere Stunden am Stück wirklich competitive Yugi zu spielen, hatte ich mir überlegt was ich denn für ein Deck spielen könnte. Es musste dabei relativ leicht zu spielen sein, aber dennoch in der Lage sein das eine oder andere Spiel für sich zu entscheiden. Das Wichtigste war aber, dass ich beim spielen damit Spaß habe. Also viel meine Wahl knapp drei Wochen vor dem Event auf Invoked. Jetzt war nur noch die Frage wie ich das Deck aufbaue. In den drei Wochen habe ich entsprechend diverse Varianten getestet und immer wieder verworfen. Dabei stand ich immer mit diversen Leuten in Kontakt und habe sie in die Planung mit einbezogen. Den größten Input gab es dabei von unseren eTCG Team-Internen in der dann knapp 1 1/2 Wochen vor dem Event das erste mal folgendes Spiel stattgefunden hat: "Zerreißen wir Voltii's Invoked-Deck". Die anderen schienen damit wirklich Spaß zu haben. Eine Woche vor dem Event habe ich dann in Hamburg auf den Locals einen letzten Testlauf gemacht. Der lief allerdings nicht wirklich erfolgreich. Deswegen habe ich 4 Tage vor dem Event nochmal eben meine gesamte Liste über den Haufen geworfen und es ging in die zweite Runde "Zerreißen wir Voltii's Invoked". Den besten Vorschlag hat dann aber Fallen Jester gebracht mit seiner Idee: Schmeiß doch alle schlechten Karten raus (aka Invoked) und pack dafür Salamangreat rein. Zum Glück habe ich das am Ende nicht gemacht.

Wirkliche Tests habe ich danach aber nicht mehr mit der Liste gemacht. Einfach weil ich nicht schon wieder Panik schieben wollte und die Liste nochmal komplett verwerfen wollte. Wenn man das jetzt so schreibt klingt das schon echt schlimm, ich hatte aber wirklich noch nie so viel Spaß beim Deckbauen. Auch wenn das jetzt komisch klingt.

Nebenbei ist dann fünf Tage vor Düsseldorf noch eine kleine Wette entstanden. Genauer gesagt sogar mehrere. Den Anstoß habe ich dabei geliefert, als ich scherzhaft meinte: Wenn ich Day 2 erreiche sollten sich eine menge Leute hinterfragen was sie in diesem Spiel machen. Unter anderem alle aus dem Team die es noch nicht geschafft haben. Dieser Satz ist dann wohl etwas ausserkontrolle geraten und schnell wurden diverse Meldungen laut, was den alles passiert sollte ich nun doch Tag 2 auf meiner ersten YCS erreichen. Deckcreator16 hat seine Wette zum Glück nur so geäußert und gemeint, das ich es sowieso schaffe wo jetzt alle darauf Wetten das ich es nicht schaffe. Und falls sich also schon jemand über den neuen Avatar von Lenant gewundert hat: Er ist ein Produkt dieser Wette. Und bevor ich es noch vergesse als Info an Pfannkuchen: freue ich mich schon auf das Foto von deinem 2B Cosplay.
Aber soviel zu Vorbereitung kommen wir nun zum Event bzw meiner Anreise. Donnerstag auf dem Weg nach Düsseldorf ist mir dann in der Bahn auch noch aufgefallen, das ich meine Matte vergessen hatte. Zum Glück war Chrona so nett mir noch eine mitzubringen. Als ich Freitag morgens im Hotel dann noch meine Deckliste soweit fertigschreiben wollte fiel mir dann auch noch auf, dass ich wohl meinen Link Aleister zu Hause vergessen hatte, als ich dort Abends vor der Anreise nochmal das Deck durchgegangen war, um wirklich sicher zu gehen das ich nichts vergessen hatte. Ziemlich ironisch, nicht?
Doch den habe ich mir dann zum Glück mit leichter Panik auch noch organisieren können. Anschließend ging es vom Hotel aus mit der Straßenbahn und dem Bus zur Location. Ich Idiot habe es dann tatsächlich auch noch geschafft bei der falschen Haltestelle auszusteigen und musste dann entsprechend noch knapp 35 Minuten zu Fuß laufen. Nebenbei hieß es dann hoffen, dass die Person, von der ich über Cardmarket noch schnell Summon Limit bestellt habe, auch Freitag noch rechtzeitig kommt und diese auch dabei hat. Düsseldorf hätte für mich defintiv entspannter losgehen können.

Endlich bei der Location angekommen, war ich persönlich etwas überfordert. Ich bin aber einfach der Masse hinterhergelaufen. Vorort habe ich dann aber realtiv schnell die ersten Leute getroffen die ich von den Locals kenne und meine Anspannung ist realtiv schnell verflogen.
Bei den Händlern habe ich dann zum Glück noch einen Aleister bekommen und auch noch 3 Summon Limit so das ich ganz beruhigt meine Deckliste zuende schreiben konnte.
Freitag habe ich dann noch ein Sideevent mitgespielt und bin dort in der zweiten Runde gegen Guru Control rausgeflogen nachdem ich vorher Salamangreat besiegt habe. Im Laufe des Tages habe ich mich dann noch mit dem Verkäufer von Cardmarket getroffen und meine bestellten Summon Limit bekommen. Letztendlich hatte ich die dann jetzt doppelt, aber ich wollte vorher auf Nummer sicher gehen.
Zwischenzeitlich hat mir Chrona dann noch die Matte gegeben und ich habe einem Freund von Fallen Jester ein paar Karten geliehen. Auf die Matte bin ich dann auch während des Turniers ein paar mal angesprochen wurden. So eine Armageddonritter Matte aus dem Regional Qualifier 2008 sieht man auch nicht jedes mal.
Achja die Voranmeldung habe ich natürlich auch noch gemacht, die ich zwischenzeitlch schon fast wieder vergessen hatte, wäre ich nicht daran erinnert worden.

Samstag lief dann alles deutlich besser. Dieses mal bin ich bei der richtigen Haltestelle ausgestiegen und konnte ganz entspannt meine Runden spielen[1]. Es ging schließlich darum Tag 2 zu erreichen.
Runde 1 gab es dann direkt den ersten Dämpfer und ich habe 2:1 gegen Sky Striker verloren. Mit etwas mehr Tests in der Vorbereitung wäre mir vermutlich aufgefallen, das 2 Meltdown in einem Handtrap Invoked vlt etwas wenig sind, und ich so zwei Spiele ohne Aleister spielen durfte.
In der zweiten Runde gewann ich dann gegen jemanden mit Magician Girl mit Dunkler Magier Engine und Spiegelkraft, einem Deck welches man auf einer YCS eher nicht erwartet.
Runde 3 ging es gegen True Draco, welches ich durch das schlechte Matchup verloren hatte während ich in der vierten Runde gegen Crusadia Guardragon gewonnen habe, da mein Gegner einige Missplays gemacht hat.
In Runde 5 hatte ich dann mein persönliches Highlight-Match in Düsseldorf gehabt. Ich habe 2:1 gegen Paleo gewonnen. Mein Gegner (ein Belgier) war dabei aber mal so richtig gut drauf gewesen und wir hatten so unglaublich viel Spass und auch das Match war der Hammer gewesen.
Und auch in Runde 6 hat mich dann ein weiterer Belgier erwartet, welcher Crusadia Guardragon gespielt hat und welches ich gewonnen hatte. Dafür war Runde 7 allerdings weniger spaßig. Erstmal habe ich beide Spiele gegen Altergeist gebrickt und dazu sind dann noch Missplays bei mir entstanden, so das ich das Match am liebsten vergessen würde.
Da ich aber nun 4:3 Stand hieß es sich nochmal zusammen zu reißen und sich zu konzentrieren. Das Ziel Tag 2 war immerhin noch zu erreichen, wenn ich die letzten beiden Runden gewinnen würde.

In der achten Runde durfte ich dann gegen einen Spanier spielen, welcher sich auf Sky Striker verlassen. Spiel 1 ging dabei sehr lange, auch wenn mein Gegner am Ende die nerven verloren hat und zu agressiv gespielt hat. Das zweite Spiel war er dann komplett von der Rolle und extrem hektisch, was dazu führte das ich zwar relativ leicht gewann, aber keinen wirklichen Spass dabei hatte. Am Ende war er dann auch noch richtig salzig gewesen nach dem er verloren hatte und hat diverse Dinge in Spanisch gerufen, die ich nicht verstanden habe. Dabei packte er schnell seine Sachen und ist ohne sich zu verabschieden einfach abgehauen. In gewisserweise kann ich das nachvollziehen, weil für ihn überhaupt nichts mehr drin war, aber etwas Respekt sollte man seinem Gegner dann doch zeigen. Aus menschlicher Sicht war das damit das Negativ-Highlight des Tages.
In der neunten Runde 9 ging es dann nochmal um alles, doch konnte ich mich gegen Thunderdragon Danger mit Neoraum Connector Engine dank meines Sidedecks durchsetzen und damit Tag 2 erreichen. Entsprechend glücklich war ich am Ende dann auch. Vielleicht schon etwas nervig für die anderen, die nun unter ihrer verlorenen Wette leiden mussten, doch mir war das dann ziemlich egal gewesen.

Dafür lief der zweite Tag dann nicht mehr so gut. In der zehnten Runde habe ich dann gegen einen Lair of Darkness Going Second Build verloren, da ich First gehen musste und so zimelich mein halbes Maindeck tot gegen sein Deck war. Zudem habe ich dann auch noch so viele Missplays gemacht, sodass ich es gar nicht verdient hätte zu gewinnen.
Leider war ich deswegen ordentlich angefressen gewesen, wodrunter mein nächstes Spiel leider auch gelitten hat. Da dann auch noch gegen True Draco ran zu müssen hat es nicht besser gemacht. Tut mir etwas Leid für meinen Gegner, das ich da etwas tiltet war. Spass hatten wir aber am Ende trotzdem.
Runde 12 war dann nicht so klasse. Mein Gegner war 4 Minuten zu spät und hat direkt aufgegeben, weil er auf der Megaregio spielen wollte.
Anschließend ging es dann noch zu 2 Sideevents. Wo ich jeweils in der zweiten Runde rausgeflogen bin.
Immerhin gab es noch einen Headjudge Call, weil mein Gegner ein Ruling vom Judge nicht akzeptiert hat. Schön das auch mal mitgemacht zu haben. Trotz des mäßigen Erfolgs bei den Sideevents habe ich trotzdem eine menge Spaß bei den Spielen gehabt.

Meine erste YCS wird mir defintiv Positiv in Erinnerung bleiben, trotz oder gerade wegen meiner Startschwierigkeiten. Ich habe einen Haufen netter Leute getroffen(unter anderem auch viele der Team-Mitglieder) und eine menge Spaß gehabt.
Ich kann jedem nur ans Herz legen diese Erfahrung auch mal zu machen. Dabei ist es auch egal ob ihr ein highend Metadeck spielt oder einfach euer Lieblingsdeck. Hauptsache ihr fühlt euch damit wohl. Das wars dann auch von mir. Vlt trifft man sich ja auf dem einem oder anderem Event.
Die Gruppe ist wirklich am Arsch
Zitat von Dayle aus Walking Dead

ycs-duesseldorf-2019-entry

Bei dem Bild bin ich wohl nicht der einzige der sofort an Walking Dead gedacht hat, oder? Die nächsten Worte stammen von dem vielgehassten User Fallen Jester[2], welcher an diesem Wochenende nicht der YCS Düsseldorf sondern der YCS Düsseldorf 2 beiwohnen konnte:

So, zum ersten Mal bekommt ihr auch von mir etwas in Artikelform zu lesen. Ich für meinen Teil werde nämlich hier berichten, wie es mir als Düsseldorf 2 Spieler ging. Dafür braucht es natürlich erstmal den Grund, aus dem ich mich nicht vorangemeldet habe. Bei uns in der Gruppe ist es unangenehme Tradition freitags viel zu spät loszufahren und die Voranmeldung knapp zu verpassen. Das hat jedes Mal vollkommen unterschiedliche Gründe und zieht sich jetzt schon über eine längere Zeit, mit nur einer Ausnahme. An sich ja auch nicht schlimm. Zum einen teste ich gerne von Freitag auf Samstag noch ein wenig mein Deck und helfe zum anderen auch gerne den anderen, falls sie sich mal nicht sicher sind, wie die Liste am nächsten Tagen aussehen soll. Dementsprechend hat es uns noch nie wirklich gestört, dass wir uns konsequent am Samstagmorgen anmelden. Entsprechend sind wir auch zu Düsseldorf eine Viertelstunde nach Ende der Voranmeldung bei der Messe gewesen und dann auch direkt ins Hotel weitergefahren. Da wurden dann Decks getestet, Karten verliehen und zweifelhafte Entscheidungen für den nächsten Tag getroffen. (Cherries zu siden war zwar Müll, aber immerhin sind wir darauf gekommen, dass jeder Salamangreat spielen wird.) Ich behaupte dementsprechend mal, dass es eine gute Portion Glück war, dass ich trotzdem jedes Mirror gewonnen habe.

Irgendwann gegen vier Uhr morgens konnte man dann auch endlich schlafen und um punkt acht hieß es ab ins Auto, einkaufen und zur Location. Der Plan war sich früh anzumelden, damit wir am Ende nicht in einer überlangen Schlange festsitzen und uns unnötig stressen. Da wir so früh dran waren haben wir unsere Decklisten ausnahmsweise sogar vor Ort geschrieben. Zumindest ich drucke mir meistens zwei Listen mit den absolut feststehenden Karten, sowie eine fertige Liste aus, weil es mich einfach nervt die ganzen Kartennamen aufzuschreiben. Für dieses Wochenende hatte mein Drucker aber scheinbar andere Pläne und ich hatte nicht den Nerv, mich anderweitig darum zu kümmern. Entsprechend saßen wir gegen neun alle an einem Tisch, schrieben unsere Listen und organisierten uns mit den Leuten aus anderen Gruppen, von denen wir noch Karten bekamen. An dieser Stelle möchte ich übrigens auch erwähnen, wie unfassbar entspannt es ist, wenn man sich für ein Event mal nichts leihen muss. Ich habe es extrem genossen niemandem hinterherrennen, oder mich mit jemandem, um ein Playset Evenlys streiten zu müssen. Trotz diesem guten Grundgefühl fiel mir natürlich trotzdem auf, dass die Schlange zur Anmeldung schon jetzt lächerlich lang war. Irgendwann bekam ich dann die Nachricht, dass man scheinbar Probleme bekam alle angemeldeten Spieler unterzubringen. Etwa zu der Zeit haben wir dann auch überhaupt auf die Durchsagen geachtet, die man wo wir saßen, nur ziemlich schlecht verstehen konnte und Tatsache: „Registration is currently on hold“ schallte da etwas verzerrt durch die Halle. An der Stelle wurden schon einige nervös, ich merkwürdigerweise nicht. Wahrscheinlich schien mir die Idee, dass einige Spieler nicht die Chance bekommen würden teilzunehmen einfach etwas zu absurd. Dann bekam ich die nächste Nachricht, dass es eine Megaregional als Ersatz geben sollte. Tatsächlich hielt ich das zunächst für einen Scherz, bis ich dann von jemand anderem den Flyer zugeschickt bekam. Ernüchternd. Aber tatsächlich kaum mehr als das. Ich weiß nicht, ob es bei mir einfach nicht ankam, oder ich, solange irgendwie etwas passierte schon zufrieden war. Als wir uns dann aber beeilten in die Reihe zu kommen, machte sich in mir die Sorge breit, dass deutlich mehr als die 300 Leute die sich für die Regional anmelden konnten schon vor uns standen. Dann kann die Nachricht zur YCS 2 und ich konnte mich entspannen. Tatsächlich fand ich die Entwicklung von da an vor allem lustig. Es war eben mal etwas anderes! Wir standen also eine Weile in der Schlange, wanderten in Trippelschritten nach vorne und versuchten die Situation mit Humor zu nehmen.

Als wir in der Halle ankamen hatten wir uns aufgeteilt. Die zwei, die nicht mit mir unterwegs gewesen waren, kamen uns plötzlich von vorne aus der Schlange entgegen und sagten uns, dass wir zum Hilton müssen. Wir haben uns also beeilt zum Auto zu kommen. Als wir das Event verließen drängten sich immer noch Leute um den Eingang. Zu diesem Zeitpunkt machten wir uns Gedanken, wie viele Spieler wohl an der YCS 2 teilnehmen würden. Ich greife an dieser Stelle mal vor und sage es waren etwa sechzig zu wenig. Wir kamen am Ende überein, dass es wohl um die 700 werden würden. Ich halte auch immer noch ein wenig an dieser Vermutung fest. Tatsächlich hat nämlich niemand von uns darüber nachgedacht, dass irgendjemand lieber gar nicht teilnehmen würde, als zumindest im Hilton mitzumachen. Aber rückblickend werden es wohl nicht nur ein paar Spieler gewesen sein, die als sie hörten, dass die YCS 1 voll ist mit schlechter Laune ihre Sachen packten und sich lieber einen schönen Tag in Düsseldorf machten. Ich für meinen Teil war aber nach Düsseldorf gefahren, um zu spielen und solange ich das konnte war ich glücklich. Ein guter Teil dieser Einstellung rührte auch daher, dass ich endlich mal etwas anderes spielte, als meinen treuen GK-FTK, der zwar absolut okay ist, wenn man stumpf Spiele gewinnen will, aber doch relativ wenig mit Yu-Gi-Oh zu tun hat. Außerdem kann ich Solitär eben auch an meinem Heim-PC spielen. Tatsächlich fehlte mir aber die letzten Events immer eine gute Alternative. Das ist hier auch eigentlich nur erwähnenswert, weil es einen der Gründe liefert, aus denen ich mich so auf Düsseldorf gefreut hatte. Mit Salamangreat hatte ich endlich mal wieder ein Deck, das mir wirklich Spaß gemacht hat und das in meinen Augen gut und vor allem konstant genug für ein Majorevent war. (Als jemand der selbst mit Zoodiac ein komplettes Match bricken kann fasse ich Decks wie Spyral o.ä. auf größeren Events nicht an) Übrigens kam es als der größere Teil der Spieler mitbekam, dass sie ins Hilton mussten zu einigen sehr lustigen Szenen in denen Spieler mit dicken Rucksäcken über den Bahnhof sprinteten, elegant über die Zäune zur Straße sprangen und oft wenige hundert Meter später atemlos doch lieber entspannt gingen, anstatt zu laufen. Wie ihr alle wissen solltet bin ich absolut kein Freund von dem Klischee des Yu-Gi-Oh Spielers, der unsportlich ist und nie duscht, aber ich musste doch schmunzeln, als ich das gesehen habe. Vor allem, da Konami sogar extra eine Straßenbahn organisiert hatte, die die Spieler zum Hilton brachte. An der Stelle mein erstes Lob an die Organisation. Wir sind trotzdem lieber Auto gefahren, da es schlicht schneller ging und wir keine Lust hatten am Abend noch Bahn zu fahren. Am Hilton erwartete uns dann auch schon eine kleine Menschenmenge, die mit der Zeit immer weiter anschwoll. Der Staff kam an, es wurden einige Worte an die versammelten Spieler gerichtet und man amüsierte sich über die Düsseldorf Memes, oder schaute das erste Featured Match des YCS 1.

An dieser Stelle wurde die Zeit etwas lang und ich kann verstehen, dass einige Spieler sich darüber aufgeregt haben. Ich kann mir vorstellen, dass es wenn man schon um seine YCS „betrogen“ wird schnell für weiteren Ärger sorgt, wenn man dann auch noch wartet und wartet und wartet. Ich für meinen Teil habe mir Musik angemacht und gelesen. Ohnehin würde ich jedem empfehlen, der das nicht ohnehin tut eine gute Ablenkung mit aufs Event zu nehmen. Zumindest mir hilft es zwischen den Runden auch mal den Kopf frei zu machen. Ein Buch und etwas gute Musik anstatt der Runden mit den Freunden nachzubesprechen ist in meinen Augen auch mal ganz gut. Für mich ging die Zeit bis wir in das Hilton kamen also relativ gut um. Aber auch wenn der eine oder andere sich zu Tode gelangweilt hat, möchte ich hier eine Lanze für Konami brechen. Ich weiß nicht, wie der Saal im Hilton, in dem wir gespielt haben sonst aussieht, aber ich denke ich kann mir den Schuss ins Blaue erlauben, dass dort für gewöhnlich nicht Reihen kleiner Tische stehen. Soetwas dauert. Vor allem wenn man mit stark begrenztem Staff arbeitet. Also an dieser Stelle meinen Respekt an alle, die im Hilton mitgeholfen haben. Ich finde, dass ihr einen echt guten Job gemacht habt und man hat euch über das Event angemerkt, dass ihr wirklich mit dem Herz dabei wart. Ich denke da vor allem an die beiden netten Ansager, die einen an den Tischen 1-20 fast das Gehör gekostet haben. Ich habe mich gefühlt, wie bei einem Boxkampf.

Ich denke es ist offensichtlich, dass ich die YCS 2 und so seltsam es klingt auch die Organisation drum herum genossen habe. Sobald wir im Hilton waren ist die Zeit verflogen, man konnte sich endlich setzen, die neuen Sleeves noch mal richtig durchmischen, mit Leuten quatschen und ein wenig Karten tauschen, bis es losging. Rein von der Rettung des Wochenendes finde ich dementsprechend, dass Düsseldorf in seinem Scheitern doch ein voller Erfolg war. Man hat gesehen, dass Konami schnell reagieren kann und ich denke, dass zumindest ein Großteil der Spieler am Ende irgendwie doch halbwegs zufrieden mit dem Ausgang der Sache war. Das einzige, was mich tatsächlich etwas gestört hat ist, dass man auch für die YCS 2 Eintritt zahlen musste. Mein Problem ist nicht das Geld. Zwanzig Euro tun niemandem weh, der auf Major Events geht. Mir geht es viel mehr darum, dass es in meinen Augen eine nette Geste gegenüber den Spielern gewesen wäre. Viele haben sich eben doch geärgert und den Eintritt zu erlassen wäre ein Fingerzeig gewesen, dass man weiß, dass man Mist gebaut hat.

Schließen möchte ich noch mit meinen spielerischen Eindrücken des Wochenendes. Ich hatte mit Deckcreator16 am Sonntag eine Diskussion darüber, wie wir beide unser Event für deutlich einfacher als üblich hielten. Wir wissen beide immer noch nicht, woran es liegt, aber ich denke der Gedanke kam vielen Spielern. Trotzdem freue ich mich darüber 22. geworden zu sein. Für mich ein Zeichen, dass ich mit einem vernünftigen Deck gegebenenfalls auch mal etwas erreichen kann. Hier komme ich auch auf meinen Kommentar weiter oben zurück. Wären wir nämlich nur einige Spieler mehr gewesen, wären die Top 32 ausgespielt worden. Auch frustrierte es mich, wie wenig Spielraum für Bricks man in der YCS 2 hatte. Ich habe am Anfang erwähnt, dass ich Salamangreat mag, weil es (theoretisch) konstant ist. Trotzdem schaffte ich es beinahe jedes Game in den ersten vier Runden zu bricken. An der Stelle war ich dann auch ziemlich frustriert, was seinen Gipfel erreichte, als ich mit zwei absolut unspielbaren Händen von Sky Striker entsorgt wurde und am Sonntag wieder hochkam, als ich mit Set Spinny pass gegen Thunder Danger, das Majestys Fiend gesided und gezogen hatte ran durfte. Aber Yu-Gi-Oh ist eben doch ein Glücksspiel und wie oft gewinnt man selbst, weil man so viel besser zieht, als der Gegner.

Das soll es dann auch von mir gewesen sein. Ich für meinen Teil bin glücklich in Düsseldorf gewesen zu sein und die YCS 2 war, wenn vielleicht nicht das gewünschte, dann doch ein (hoffentlich) einzigartiges Erlebnis.
Ich bin weit über die Fähigkeit rationalen Denkens hinaus entsetzt.
Zitat aus Ghostbusters



Als nächstes folgt eine Geschichte von unserem User Lrandegger, welcher nicht nur als Mitglied von Team GYM[3] anwesend war, sondern auch seine Perspektive als "Rogue Spieler" aufzeigen möchte:

„Warum spielst du das? Das Deck ist nicht gut. Du siehst ja, dass in den letzten Top 32 genau 0 Altergeist vertreten waren. Spiel doch lieber ein starkes Deck, wie Sky Striker oder Danger Thunder.“
Leider sagt man mir das hin und wieder, und trotzallem habe ich mich nicht von meiner Deckwahl abbringen lassen. Und um das näher zu erläutern, muss ich etwas weiter auszuholen: momentan kann ich aufgrund meiner Ausbildung nicht so viel Zeit in das Spiel investieren, wie ich gern möchte. Deshalb mangelt es bei mir an vertieftem Verständnis für die besten Combo-Decks, die im Format herumlaufen. Und selbst wenn ich auch ein starkes Combo-Deck spielen würde, gibt es auf dem Turnier mindestens einen Spieler, der das Deck viel besser im Griff hat als ich. Und daher spiel ich das Deck nicht, weil ich Altergeist für das beste Deck der Welt halte. Ich bin mir durchaus bewusst, dass es inzwischen stärkere und stabilere Decks gibt. Altergeist ist aber aus allen Decks, die ich momentan wirklich im Griff habe, das beste. Zudem fahre ich (momentan) nicht in erster Linie auf Turniere, um diese zu gewinnen, sondern um mit meinen besten Freunden ein supertolles Wochenende zu verbringen, welches mir auch geglückt ist.

Nun, da ihr einen Einblick in meine Deckwahl erhalten habt, möchte ich zum Turnier an sich kommen. Mit Ausnahme von zwei Spielern hat es mein ganzes Team zu spät für die Anmeldung zur YCS Düsseldorf geschafft. Nach Frustration, Erleichterung und stundenlangem Herumstehen begann dann am frühen Nachmittag glücklicherweise für mich und meine verbliebenen Kameraden die YCS Düsseldorf 2 im Hilton Hotel.
Ich habe mein Deck gegen Salamangreat und zu einem gewissen Grad auch gegen Thunder gewappnet. Natürlich durfte ich während der ersten beiden Runden gegen keines der Decks spielen, auf die ich mich sehr gut vorbereitet habe. In der ersten Runde durfte ich gegen Dinos ran, und konnte dank meines eigenen Dinowrestler Pankratops und ein paar Called by the Grave, gefolgt von einem Altergeist Multifaker und der Standard-Altergeist-Action beide Spiele für mich gewinnen.

Runde 2 spielte ich gegen Fluffal. Auch hier waren Called und die Hand- sowie normalen Traps sehr nützlich, sowie auch die Compulsory Evacutation Device die sich in meinem Side Deck befunden haben.
Danach folgten vier Salamangreat-Matches in Folge, wovon ich die ersten beiden schnell für mich gewinnen konnte, da mein Deck gut gegen Salamangreat vorbereitet war. Die Main Deck Ghost Reaper & Winter Cherries für den Salamangreat Sunlight Wolf, wie auch Evenly Matched waren in den ersten Spiel sehr wichtig, während für das zweite und dritte Spiel Compulsory und Fusion of Fire häufiger zum Einsatz kamen, um die gegnerische Strategie zu stören.
Mit einem Stand von 4-0 musste ich mich dann aber leider gegen Robin aus meinem Team geschlagen geben. Ich konnte alles stoppen, doch dann kam Will of the Salamangreat, um ihm noch ein weiteres Monster auf das Feld zu beschwören.

Und auch in der sechsten Runde durfte ich direkt nochmal gegen Salamangreat ran. Hier durfte ich in Game 1 beginnen, und die Standardmäßigen Altergeist-Interruptions wie Altergeist Silquitos und Solemn Strike ins Spiel bringen, welche ihn nicht ins Spiel haben kommen lassen. Dafür konnte er in Game 2 dank meinem Ghost Reaper keine Konterfalle setzen und auch keine Gazelle auf die Hand nehmen, weshalb ich danach mit Fusion of Fire sein Feld nehmen konnte, und seinen Folgezug über Multifaker stoppen durfte.
Mit einem Stand von 5-1 war ich damit garantiert am Tag 2 dabei gewesen!
In der siebten Runde musste ich aber auch gleich wieder gegen einen Spieler aus meinem Team ran. Diesmal nicht Robin, dafür aber Ralph. Auch hier war Will of the Salamangreat der Matchwinner und damit mein 5-2 besiegelt.
Anschließend durfte ich in der achten Runde gegen ein bekanntes Deck spielen, und zwar Chaos Danger Thunder. Im ersten Spiel hab ich die Dangers gezielt aus seiner Hand gesniped, weshalb er kein wirklich starkes Feld aufbauen konnte. In meinem Zug konnte ich dann mit Pankratops und Meluseek aufräumen, und im Folgezug mit meinen Fallen und einem Altergeist Multifaker ihn sehr gut in Schach halten. Das zweite Spiel durfte dann zwar mein Gegner beginnen, doch meine Traumhand mit Ghost Reaper & Wintercherries, Ghost Ogre & Snow Rabbit, A0sh Blossom & Joyous Spring, Rivalry of Warlords und Altergeist Multifaker liess keine wirklich guten Plays bei ihm zu. Die Rivalry konnte liegen bleiben, und ab diesem Punkt konnte ich das Spiel relativ locker gewinnen, da die Danger Decks nicht wirklich viel machen, wenn sie auf einen Kartentyp beschränkt werden.

Die neunte Runde spielte ich dann gegen Pure Thunder. Dies war eines der mühsamsten Matches, weil er nicht den „üblichen“ Danger Thunder Sekka Mix spielte wie jeder andere, sondern tatsächlich ohne Sekka's Light, dafür mit starken Karten wie The Melody of Awakening Dragon und Thunder Dragon Fusion. Thunder Dragon Fusion suchte dann Thunder Dragonduo, welcher Thunder Dragondark und Thunder Dragonhawk verbannt hat, und schon hatte er wieder ein paar starke Monster auf das Feld gebracht. Dies wäre Mit Sekka's Light (und dementsprechend ohne Thunder Dragon Fusion) nicht möglich gewesen. Nach langem hin und her hab ich dann tatsächlich gewonnen, unter anderem weil mein Altergeist Silquitos jeden Zug wieder nutzbar ist, während ihm irgendwann im Grind Game die Fusionszauber ausgehen mussten.
Im zweiten Spiel hatte er kurz vor dem Timeout dann sogar noch den guten alten Chaos Emperor Dragon – Envoy of the End einen Auftritt spendiert, auch wenn dieser tragischerweise von Meluseek weggelegt wurde.

So konnte ich an dem Wochenende immer noch als Endresultat ein 7-2, welches sich für mich als 21. Platz manifestierte, und mich damit leider knapp an den Top 16 vorbeirauschen lies. Doch ich konnte als Fazit aus diesem Wochenende ziehen, dass man selbst mit einem Deck, das die letzten YCSes genau 0 Top-Platzierungen gesehen hatte, immer noch gut abschneiden kann, wenn man dieses nur gut genug beherrscht und sich gut auf die jeweiligen Matchups vorbereitet hat.
Herausforderung bewältigt
Zitat von Barney Stinson aus How I met Your Mother



Endlich kommen wir zu dem Abschnitt an dem ich selber, Deckcreator16, nicht nur als "Moderator" Zugange bin, sondern wo ich von meiner eigenen kleinen Geschichte berichten darf.

Denn wie einige von euch sicher schon festgestellt haben, handelt es sich bei mir um einen Spieler, der gerne Competitive spielt und dabei mehr oder weniger erfolgreich nach Hause geht. So sieht man mich bei nahezu jeder Regional oder LLDS im Norden Deutschlands spielen und da auch gerne mal eine Spielmatte oder andere Preise abstauben. Aber auch einige größere Events habe ich jetzt schon hinter mir. So habe ich in den letzten 3 Jahren(Anfang 2017 bis Heute) schon zwei Deutsche Meisterschaften und zwei Europameisterschaften mitgespielt sowie mit dieser YCSs meine fünfte beendet. Und wie auch jeder andere, der diese Events anfährt habe ich ein klares Ziel vor Augen gehabt. Doch anders als die meisten Spieler mit dem klaren Ziel dort hinfahren, das ganze Event zu gewinnen, war mein Ziel einzig und alleine den zweiten Tag zu erreichen.

Ja, ihr habt richtig gehört. So niedrig wie das Ziel erscheint, ist es eigentlich auch. Und das ist jetzt auch kein solches "ich setze meine Ziele möglichst tief an damit ich nichts bereue"-Ding, sondern die nackte Realität. Denn trotz allem habe ich es seither bei keinem einzigen Event geschafft gehabt, den Tag 2 zu erreichen. Immer scheiterte es an exakt einen einzigen Punkt um das Main Event an einem Sonntag mitspielen zu dürfen. Dies wäre ja an sich nichtmal schlimm, würde ich a) nicht nach dem Motto spielen "Gehe niemals einen Schritt zurück. Werde bis zum nächsten mal einfach noch besser als du heute warst" und b) gäbe es nicht so viele Menschen um mich herum, die viel weniger engagiert ans Spiel herangehen und/oder die weniger lange als ich dabei sind. Denn es gibt einfach nichts frustrierenderes wenn man konstant übt und übt, die Ergebnisse aber effektiv einfach stagnieren, während die Spieler, mit denen man zu Events fährt und die im Regelfall auf den Regionals schlechter abschneiden und/oder die einfach außerhalb der großen Events sich absolut nie anstrengen weiterkommen, als man selber. So hatten wir beispielsweise zur YCS Bochum den Fall gehabt, dass einer unserer Spieler Trickstar gespielt hatte, und ich ihm einen Tag vor der YCS erstmal zeigen musste, wie denn die Droll und Lockbird-Kombo richtig funktioniert. Wie sich bestimmt schon einige denken können habe ich an diesem Event wieder mit nur einem fehlenden Punkt das Main Event am Tag 1 beendet, während der gute Freund mit Pauken und Trompeten am zweiten Tag hätte teilnehmen dürfen.

Da ich zu dem Zeitpunkt schon vier mal mit einem fehlenden Punkt am zweiten Tag vorbeigeschlittert bin, verbreitete sich unter meinen Bekanntenkreis natürlich schon die ersten Neckereien, welche ich vermutlich locker weggesteckt hätte, wäre ich nicht gleichzeitig durch den Punkt a) angetrieben. Denn wenn einen immer und immer wieder das gleiche Szenario verfolgt, dann macht man sich schon Gedanken.
Und trotz allem Riss diese Unglückssträhne nicht ab. Ich habe Leute getroffen, bei denen ich die komplette Karriere miterlebt habe, und die trotz allem viel schneller mein angestrebtes Ziel erreicht haben(und es anschließend noch viel weiter geschafft haben) als ich. Und spätestens als unser Dragon Duelist, einen Spieler den ich selber immer wieder unterstützt habe, wo ich nur konnte, bei der YCS in Mailand technisch gesehen den zweiten Tag erreicht hatte, wurden die eigenen Zweifel natürlich groß. Schließlich wünscht sich wohl keiner von uns, dass er für seine Arbeit und Zeit, die er in etwas steckt, auch rechtmäßig entlohnt zu bekommen. Und gerade wenn das Ziel nur so klein ist, wie dieses, ist es besonders bitter zu verkraften.

Doch schluss mit der Vorgeschichte und kommen wir zum Hauptteil, wobei ich euch diesen an dieser Stelle nur in der gekürzten Fassung präsentieren möchte, da dass meiste irrelevant ist. Wenn ihr den vollständigen Beitrag sehen wollt, dann schaut doch mal Himmelsjäger-Thread wo ich dann genauer auf alles eingehe. Und wie es sich für meine größeren Turniere gehört startete mein Turnier merkwürdig. Normalerweise ist dies entweder ein komisches Matchup, dass dann wegen einer Kleinigkeit verloren wird, oder ich bekomme die ersten drei bis vier Runden irgendwelche schwächeren Decks und/oder Gegner ab, wodurch ich anfangs ziemlich gut starte und dann kommt plötzlich irgend eine komische Tech oder Deckwahl um die Ecke und zerlegt mich auf irgend eine blöde Art und weise. Dieses mal aber startete das Turnier mit einem No Show, einem Gegner der nicht aufgetaucht ist. Dies ist an sich nichts schlechtes, doch wusste ich schon zu diesem Zeitpunkt, dass es mir bestimmt das Wochenende versauen wird. Denn solche "Early-Byes" sorgen schnell für ein komisches Tiebreak und damit für sehr merkwürdige Runden und Ergebnisse.

Anschließend ging es relativ gut für mich weiter, weshalb ich bis zur siebten Runde mit einem stabilen Ergebnis von 5:1 vorangehen konnte. Zwischen den Runden begann ich schon mit dem inneren Countdown zu starten. Denn bei dieser Anzahl an Runden würden es schlussendlich alle Spieler mit 18 Punkten weiterkommen. Da ich 5 Siege und damit 15 Punkte hinter mir hatte, waren von 4 verbliebenen Runden nur noch eine notwendig gewesen das Spiel zu gewinnen, um mit dem schlechtesten nur vorstellbaren Stand von 6:3 voranzukommen. Doch mir kam ein wenig der Flattermann, saß ich doch schon seit Runde 5 an den vordersten 100 Tischen, und damit auch ein exponentieller Anstieg an guten Spielern und guten Decks. Schlussendlich traf ich in Runde 7 auf einen alten Bekannten, mit dem ich zwar selber nie gespielt habe, aber schon häufiger einen Plausch gehalten hatte. Trotz allem, welches unter anderem der 6. verlorene Würfelwurf in Reihe werden sollte, konnte ich diese Runde auch holen und damit die notwendigen 18 Punkte erreichen, um den Tag 2 zu erreichen.

Doch an dieser Stelle sollte unsere kleine Geschichte nicht zu Ende sein. Denn auch die letzten beiden Runden gingen ganz akzeptabel weiter und ich konnte mit einem 7:2 Stand um 23:30 die Halle verlassen. So erleichtert hatte ich schon lange kein Turnier mehr verlassen, wusste ich dass damit endlich die Sprüche, wonach ich der Typ Spieler wäre der bei jeder Regional oder LLDS immer vorne mitspiele, auf den großen Events aber kein grün sehe, ein Ende finden sollten. Als wir dann am nächsten Tag in der Halle ankamen hatten wir es gerade mal 9:10 und da der Rest meiner Gruppe sich Richtung Side Events bewegte(denn von denen, mit denen ich das Auto geteilt hatte, war ich der einzige diesmal, der den zweiten Tag erreicht hatte), habe ich mich schonmal zu meinen Platz gesetzt und einfach nur die Atmosphäre genossen. Und ich musste ehrlich gesagt sagen, dass mir das beinahe am meisten Freude an dem Event gemacht hatte. Anders als zu jedem anderen Zeitpunkt bei einer YCS war es fast totenstill in der Halle. Die Leute wirkten auch nicht gehetzt oder gestresst, sondern hatten teils sogar einen verschlafenen Eindruck gemacht. Und auch wenn sich das Feld langsam füllte hat dieses Feeling sehr lange in der leeren Halle angehalten gehabt. Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, es einfach mal genauso zu machen und das ganze Szenario einfach nur zu genießen. Doch kurz bevor es dann endlich los ging, wurde mir erst klar: ich bin aktuell ja "on the Bubble". Vor lauter Freude und Erleichterung hatte ich ganz vergessen, dass ich bisher zwar meinen persönlichen Fluch gebrochen hatte, mich aber schon das nächste Ziel erwarten sollte.

Unerwarteterweise sollte das Turnier gut für mich weitergehen, und erst in der finalen Runde musste ich meine persönliche Niederlage gegen Karte des Untergangs erfahren. An dieser Stelle machte ich mal eben "Quick Math" und konnte ermitteln dass zwischen 5 und 10 Spielern mit einem 9:3-Stand die Tops erreichen sollten. Da ab dem Tag 2 die YCS 1 und YCS 2 in der selben Halle stattfanden stand ich also kurz vor der Bekanntgabe mit Fallen Jester zusammen nahe der Standing-Wände und wir unterhielten uns über allerlei Sachen. Ich scherzte an dieser Stelle schon darüber, dass jetzt nur noch irgendwas wie der Platz 17 bei ihm oder der Platz 65 bei mir fehlen würde, um das ganze richtig abzurunden. Irgendwann wurden dann auch endlich die schlussendlichen Ergebnisse nach der 12. Runde aufgehangen und ich versuchte mich der riesigen Traube zu nähern, die sich vor der Standing-Wand aufgebaut hatte. Und als ich dann das Ergebnis sehen durfte, traf mich der Schlag: Ich hatte tatsächlich den 65. Platz gemacht gehabt.

Auch wenn man jetzt denken mag ich müsste total niedergeschlagen sein, konnte meine gute Laune, die ich seit dem gestrigen Tage aufgebaut hatte, auch von diesem Ergebnis nicht zerstört werden. Irgendwie fand ich es viel urkomischer dass ich mich kurz vorher noch lustig da drüber gemacht hatte. Damit sollte dann auch das Event für mich zu ende gegangen sein. Anschließend wollte ich keine der Side Events mehr beginnen und habe viel eher die Zeit genutzt ein wenig bei unserem Dragon Duelist rumzuhängen und mich parallel mit allerlei Leuten zu unterhalten, denen ich dabei über den Weg gelaufen bin. Interessanterweise hatten die anderen Leute die getroffen hatte, mir das größte Beileid für das Ergebnis gewünscht während es mich nicht wirklich gestört hatte.

Denn um ehrlich zu sein denke ich nicht, dass ich schon bereit dafür bin, eine YCS zu toppen. Allgemein denke ich sogar, es wäre besser sich eher langsam an sowas heranzutasten und langsam aber sicher eine größere Bekanntheit zu erreichen, als plötzlich diese typische Eintagsfliege zu werden, die einmal was erreicht und dann nie wieder gesehen wird. Zwar kennen mich einige Spieler im Norden Deutschlands, doch dafür bin ich auf allen anderen Ebenen ein unbeschriebenes Blatt. Deshalb müsste das Zitat wohl auch viel eher heißen "Herausforderung bewältigt! Herausforderung angenommen!?", schließlich habe ich jetzt die eine Stufe endlich überschritten und zugleich die nächste Grenze erblicken dürfen. Wobei ich aber sagen muss, dass mir dieses Ergebnis seelisch sehr gut gekommen ist, da man eben doch sehen kann, das Vorbereitung und Übung schlussendlich doch belohnt werden.
Eure eTCGeschichten von der YCS Düsseldorf
Nachdem wir euch nun einige Geschichten erzählt haben, wird es denke ich Zeit den Ball an euch weiter zu reichen. Denn ich denke viele von euch haben weitere Geschichten auf dieser YCS erlebt, und es wäre echt genial von euch wenn ihr diese Geschichten mit uns teilt. Und dabei ist es egal ob ihr Geschichten aus Sicht der Spieler, der Judges (sofern diese denn davon berichten dürfen) oder gar aus Sicht des Staff-Teams berichten könnt.




[1] für den ausführlichen Turnierverlauf empfehle ich euch im Invoked-Thread vorbeizuschauen.

[2] Auch wenn Fallen Jester keine große Beliebtheit im Forum besitzt, einfach weil er gerne mal etwas "direkter" ist, kann ich nur jedem empfehlen, sich mit ihm mal im realen Leben zu unterhalten. Dort ist er nämlich ein sehr freundlicher Mensch, und seine direkte Art zeigt sich weniger provokativ.

[3] Zwar ist das Team nicht so überdominant bekannt wie zum Beispiel E-Man oder CCG, doch handelt es sich bei Team GYM um eines der größten Teams aus der Schweiz, und sind auch international durch vereinzelte Tops bekannt. Sie haben nicht nur Ihre eigene Website sondern auch einen Facebook- und Youtube-Auftritt. Und nein, ich wurde nicht von ihnen darum gebeten auf sie aufmerksam zu machen. Ich denke allgemein dass ihr Content auf ihren Social Media-Accounts ganz nützlich ist, um auch das eigene Spiel zu verbessern