eTCG.de Partner: FanTrade.de

Yu-Gi-Oh Karten Shop

TCGMarket.eu

Top 10 DANE - Die besten Karten aus Dark Neostorm

von Leseleff am 03.05.2019 um 17:39 Uhr
Hallo alle zusammen! Seit gestern ist das neue Set Dark Neostorm im Handel erhältlich und hat folglich das Potenzial, das Metagame wie einen Sturm durcheinander zu Wirbeln!
Na gut, eher wie eine steife Brise ein bisschen die Haare durcheinander zu wirbeln, aber trotzdem: Es handelt sich doch um eines der stärkeren Sets in letzter Zeit. Deshalb ist es für mich natürlich höchste Zeit, euch in meiner traditionellen Top 10 die Highlights des Sets vorzustellen.
Also dann, nicht lang schnacken, mit Platz 10 anfangen:
Platz 10: Monstrosität des Weltvermächtnisses


So allmählich scheint sich die Weltvermächtnis-Saga ihrem Ende zu nähern. Tatsächlich kommt im neuen Set ein Thema, das alle bisherigen Einträge in sich vereint. Die Monster in diesem Thema haben alle die Stufe 9 und für sie wurde die Schnellzauberkarte Monstrosität des Weltvermächtnisses geschaffen.
Eine in der Tat monströse Karte, schließlich sollte man Karten, die mal eben zwei Monster vom Deck beschwören können, nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Das ganze funktioniert so: Man wählt ein Stufe-9-Monster das man kontrolliert, dann beschwört man zwei weitere Monster der Stufe 9 mit verschiedenen Namen vom Deck, solange sie weder in Typ noch Attribut mit dem Ziel übereinstimmen. Das ganze ohne weitere Konsequenzen als dass so beschworene Monster nicht angreifen können und in der End Phase zerstört werden.
Es gibt einen Grund, warum das so krass gut ist und dieser Grund heißt Wahrer König aller Katastrophen. Na gut, es gibt noch mehr, obwohl, eigentlich ist es doch hauptsächlich Wahrer König aller Katastrophen. Ihr habt euch gerade gefreut, dass die Kombo rund um Äußeres Wesen Azathoth nicht mehr funktioniert? Tja, also dieser Dude macht eigentlich genau das selbe und hindert den Gegner, sofern dieser kein Out hat, ebenfalls nahezu komplett am Spielen.
Doch nicht alle Decks können sie benutzen, oder? Nicht ganz, aber doch erstaunlich viele. Am besten kommt sie natürlich in Decks, die True King-Monster benutzen, etwa True King Dinosaur, da diese gewohnheitsmäßig Monster der Stufe 9 kontrollieren, deren Attribute und Typen nicht mit den besten Fremdzielen im Konflikt stehen.
Andererseits ist sie aber mit dem neuen Synchromonster Ib die Weltkelch-Justiziarin suchbar, die als Synchromaterial mit irgendeinem Monster der Stufe 4 Zinnoberfarbener Drachenmech oder Wolkenschloss bilden kann, wodurch die Voraussetzung erfüllt wäre. Decks mit Guardragon-Engine nutzen außerdem gerne Glühender Rotdrachen-Erzunterweltler Abyss, um diesen mittels Wachdrache Agarpain zu beschwören. Hinzu kommen Decks wie Nekroz, das mit Nekroz von Trishula über ein eigenes Stufe-9-Monster verfügt.
Gute Ziele, um sie mit Monstrosität des Weltvermächtnisses zu beschwören, sind zum Beispiel Donnerkönig, der Blitzschlag-Kaiju, der auf der Hand immerhin kein vollkommener Brick ist und mit Donner über einen schön nischigen Typ verfügt oder die neue Albtraumritterin Verkörperung Idlee, die, wenn es gut läuft, noch ein paar Link-Monster des Gegners mitnehmen kann. Am vielleicht besten ist aber Super Anti-Kaiju-Kriegsmaschine Mecha-Donner-König. Indem man deren Zerstörung in der End Phase einfach hinnimmt, kann man sie mit ihrem Effekt zurück aufs Feld holen und beschützt den Katastrophenkönig, den man mit den beiden anderen Stufe-9-Monstern gebaut hat, in gegnerischen Spielzug dann auch gleich noch vor feindlichen Kaiju-Übernahmen.
Platz 9: Geisterschwester und gruseliger Hartriegel


Die Loli-Handtraps sind ganz schön tief gesunken… nur Platz 9 für den neuesten Zuwachs? Das ist tatsächlich die schlechteste Platzierung, die eine von ihnen je einräumen musste.
Und doch ist es ein Achtungserfolg für eine Karte, die im Grunde nur Life Points erhöht, wo doch schon seit Jahren das ungeschriebene Gesetz besteht, dass Karten, die nur etwas mit ATK und/oder LP und keinen Kartenvorteil machen, schlecht sind. Wie sie es trotzdem geschafft hat? Man braucht sich nicht allzu weit aus dem Fenster zu lehnen, um zu behaupten, Maxx „C“ sei eine der besten Monsterkarten aller Zeiten. Geisterschwester und gruseliger Hartriegel funktioniert nach dem gleichen Prinzip, nur dass sie, statt bei jeder Spezialbeschwörung eine Karte aufziehen zu lassen, einem LP in Höhe der ATK des Monster schenkt. Bei einem gut gelaunten Orcust-Spieler als Gegner können dabei schon mal 30.000 LP oder mehr heraus kommen. Doch warum schiebt sie all diesen Wombo-Kombos dann nicht hart den Riegel vor? (den habe ich mir selbst ausgedacht!) Nun, scheinbar stellen heutzutage selbst 30.000 LP kein Hindernis mehr dar. Was allerdings wohl mehr über das Spiel als über die Karte aussagt. Die wird sich als absolute Staple deshalb wohl nur in Decks etablieren, die irgendwie auf besondere Weise vom LP erhöhen profitieren.
Platz 8: Maßregelung


…Eine solche hat es auf Platz 8 geschafft, und es geht nicht um eine Regel die besagt, dass ein Bier auf dem Oktoberfest ab sofort maximal 10 Euro kosten darf. (Oh yes, the puns are strong with this one)
Man muss schon schwere Geschütze auffahren, um als Fallenkarte heutzutage noch ernst genommen zu werden. Maßregelung ist da keine Ausnahme. Kennt ihr noch Schnappstahl? Das ist diese überpowerte Ausrüstungszauberkarte, die nach 10 Jahren im „Verboten“-Segment der Banlist mal für ein Format limitiert wurde und danach sofort wieder verboten.
Na ja, Maßregelung macht das gleiche, nur als Fallenkarte. Okay, nicht ganz, weil das Monster seine Effekte nicht benutzen und nicht angreifen kann, aber als Link-Material oder Verteidigung in der Battle Phase taugt es trotzdem noch. Außerdem können sowohl das als auch der Status als Fallenkarte in diesem Fall sogar nützlich sein. Denn so kann man das gegnerische Monster in dessen Zug klauen, um so seine Plays zu unterbrechen (z.B. auf Himmelsjäger-Ass – Raye kann das schon weh tun).
Als effizientes und viele Immunitäten umgehendes Removal wird Gedankenkontrolle seit Beginn der Link-Ära immer wieder gerne gespielt und Maßregelung ist so gesehen das „Go 1st“-Äquivalent zu Gedankenkontrolle. Im OCG hat sie sich damit zur festen Größe in fallenlastigen Decks wie z.B. Altergeist entwickelt. Ähnliches ist auch hierzulande zu erwarten.
Platz 7: Psi-Reflektor


Auf Platz hat es wohl mein persönlicher Favorit aus dem neuen Set geschafft. Denn dort erscheint erstmals seit einer Ewigkeit Support für eines meiner absoluten Lieblingsdecks, nämlich /Angriffsmodus, wobei es jedoch stets nur darum ging, Sternenstaubdrache/Angriffsmodus zu beschwören. Und verdammt mächtiger noch dazu!
Glanzstück davon ist zweifelsohne Psi-Reflektor. Dieser kleine Kerl kommt mit einem ganzen Haufen Effekte daher, die jedoch einen großen Gesamtablauf bilden. Wird er als Normal- oder Spezialbeschwörung beschworen, kann man seiner Hand eine Karte von seinem Deck hinzufügen, die in ihrem Kartentext Angriffsmodus aktivieren erwähnt. Als Ziel wählt man Angriffsungeheuer, das man anschließend für seinen eigenen Effekt abwirft um so Angriffsmodus aktivieren zu suchen. Dann kommt wieder Psi-Reflektor ins Spiel. Mit dessen zweiten Effekt kann man nun Angriffsmodus aktivieren in der Hand vorzeigen, um Angriffsungeheuer vom Friedhof zurück zu holen. Dessen Stufe muss man dann anschließend noch um maximal 4 erhöhen. Die logische Konsequenz wäre dann, eine Synchrobeschwörung durchzuführen, dann Angriffsmodus aktivieren setzen und im Zug des Gegners das /Angriffsmodus-Bossmonster der Wahl zu beschwören. Aus einer einzigen Karte! Was das für das entsprechende Themendeck bedeutet, brauche ich gar nicht weiter auszuführen. Neben dem offensichtlichen Vorteil ist dabei jedoch auch ganz entscheidend, dass die Beschwörungs-Engine dadurch deutlich in Größe reduziert werden kann, wodurch im Deck viel mehr Platz für kreative Techs (aka Handtraps) ist. Doch viel bedeutender wird der Einsatz der Karten als Engine sein. Jeweils eine Kopie von Angriffsungeheuer und Angriffsmodus aktivieren reichen für die genannte Kombo, und Sternenstaubdrache/Angriffsmodus ist eine immens starke Negation und taugt daher wunderbar als zusätzliches Accessoire für das Board von Welt. Und auch, wenn man ihn nicht direkt aus der Kombo heraus beschwören kann, so könnte sie Zombie-Decks den Zugriff auf Verdammniskaiser-Drache/Angriffsmodus erleichtern, einem der mächtigsten Swarming-Monster überhaupt.
Doch warum überhaupt so einen zusätzlichen Brick spielen? Auch ohne Angriffsmodus aktivieren tatsächlich zu aktivieren, ist Psi-Reflektor beinahe jedes beliebige Synchromonster der Stufe 6-9 oder ein Link-2-Monster aus einer Karte. Und Sternenstaubdrache, Beelze, der König der diabolischen Drachen, Ogerdrache der Leere oder F.A. Tagesanbruchs-Dragster stellen ebenfalls schicken Board-Schmuck dar. Oder, wenn man schon ein Monster der Stufe 5-8 kontrolliert, kann man die Kombo durchführen, Angriffsungeheuer auf die gewünschte Stufe anheben, Psi-Reflektor irgendwie weglinken und eine Xyz-Beschwörung durchführen. Die ungeliebte Fallenkarte kann man in all diesen Situationen entweder als Abwurfmaterial für ein Knightmare-Linkmonster oder so verwenden, oder man behält sie einfach in der Hand, damit mögliche weitere Kopien des Reflektors nutzbar bleiben.
Zu guter Letzt möchte ich noch die immens gute Suchbarkeit des Monsters hervor heben. Man kann es zum Beispiel mit dem ebenfalls neuen Angriffswachposten beschwören. Dieser wiederum ist durch Feuerformation – Tenki suchbar, wodurch man die Karte theoretisch 9x als Normalbeschwörung spielen kann. Darüber hinaus kann man ihn mit Notfallteleport und Einer für Einen sogar sehr komfortabel aus dem Deck als Spezialbeschwörung beschwören, was wohl ein weiterer Grund dafür sein wird, dass wir diese Karten nicht allzu schnell von der Banlist werden runter wandern sehen…
Platz 6: Cynet-Gewinnung


Mit dem Beginn der Link-Ära hat auch ein neuer Monstertyp Einzug ins Spiel gefunden und, so viel kann man sagen, er hat einen besseren Start hingelegt als einst Psi, von Wyrm ganz zu schweigen. Tatsächlich hat der Cyberse-Typ jetzt schon mehr Vertreter als der bereits 9 Jahre länger erhältliche Psi-Typ und ein eigenes Metadeck (Salamangreat). Aber bislang hat es noch etwas an starkem Zauber- und Fallensupport gemangelt.
Cynet-Gewinnung ändert das, schließlich handelt es sich dabei um nicht weniger als die Verstärkung für die Armee des Typs. Zumindest in abgeschwächter Form, da man eine Karte abwerfen muss, sodass man rein rechnerisch statt Ausgleich Minus macht. Aber es gibt ausreichend Karten vom Cyberse-Typ, die man gerne im Friedhof hat. Und Ziele, die man gerne in der Hand hat, sowieso. Tatsächlich ist der Pool and brauchbaren Cyberse-Monstern so zahlreich, dass es mir zu mühselig gewesen wäre, alle hierfür noch einmal nachzulesen. Deshalb beschränke ich mich im Folgenden mal auf Karten, die mir spontan einfallen.
Zunächst einmal ist sie natürlich sehr geeignet, um wichtige Salamangreat-Kombopieces wie z.B. Grosalamander Gazelle, oder im Deck beliebte Techs wie z.B. Flammen-Bufferlo zu suchen. Dies kommt natürlich besonders jetzt gelegen, wo Debug-Käfer, der diesen Job bislang erledigt hat, limitiert wurde. (Böse Zungen behaupten gar, dass diese Limitierung nur vorgenommen würde, um die Secret Rare-Zauberkarte zu promoten…)
Ein weiteres exzellentes Ziel, das z.B. im Orcust-Deck spielbar ist, ist außerdem Formatschspringer, der mit seinem Effekt ein Knightmare-Monster kopieren kann, um eine billige Albtraumritter Meerjungfrau zu beschwören. Für diesen Zweck könnte man allerdings auch gleich Albtraumritter Beschädigerin Iblee spielen, die ebenfalls mittels Cynet-Gewinnung suchbar ist.
Übrigens, sollte Micro Coder jemals seinen Weg ins TCG finden, wird Cynet-Gewinnung auch das erste wirklich gute Ziel für dessen Sucheffekt sein.
Platz 5: Ib die Weltkelch-Justiziarin


Wisst ihr noch, als das letzte Mal ein Monster so viele Variationen in so kurzer Zeit bekommen hat wie Vom Weltkelch gekrönt? Ich auch nicht. Offenbar sind es schon so viele, dass man ihnen in der deutschen Version schon Berufsbezeichnungen geben muss, die kein Schwein kennt, um sie noch auseinander halten zu können.
Wie auch immer, Ib die Weltkelch-Justiziarin heißt die neueste Auflage von Konamis scheinbarer Lieblings-Waifu also und die hat so einiges auf dem Kasten.
Effekttechnisch tritt sie in etwa in die Fußstapfen von Denglong, Erster der Yang Zing, auch wenn sie diese nicht so ganz ausfüllen kann.
Wie ihr verbotener Kollege ist aber auch sie ein Synchromonster der Stufe 5 mit generischen Materialanforderungen. Wird sie als Synchrobeschwörung beschworen, sucht sie einem eine Weltvermächtnis-Karte auf die Hand, wobei der Durchschnitts-Spieler wohl zu Erbe des Weltvermächtnisses aka Wiedergeburt 2.0 greifen wird. Wird sie auf den Friedhof geschickt, kann sie außerdem ein Weltkelch-Monster aus dem Deck beschwören.
In den meisten Decks ist sie nur ein ziemlich guter Enhancer, der bei ihrem Ableben ein ziemlich süßes Vanilla vom Deck beschwört, das ungewollt aufgezogen nicht ganz nutzlos ist, weil es auch einen kleinen Handtrap-Effekt besitzt. Broken wird sie erst im Blue-Eyes Guardragon Deck. Z.B. mit Weiser mit blauen Augen und Schwarzer Drache Kollapschlange beschworen, sucht sie nicht Erbe des Weltvermächtnisses, sondern Weltvermächtnis-Wachdrache. Außerdem kann dieses Deck sämtliche Effekte von Weltkelch-Wachdrache effektiv nutzen. Volle Guardragon-Kombos werden deshalb in diesem Deck erschreckend einfach und effizient sein!
Platz 4: Gnomaterial


Habt ihr Bock auf Handtraps? Klar, immer doch. Schließlich sind normale Fallen ja sowas von 2012!
Es ist ungewöhnlich, dass eine TCG-exklusive Karte es so weit nach oben in die Top 10 schafft, erst recht, wenn es sich um eine Karte ohne Themenzugehörigkeit handelt.
Gnomaterial heißt also die neueste generische Handtrap und ähnlich wie Kollegen wie Effektverschleierin, Ascheblüte & Freudiger Frühling oder Maxx „C“ kann sie dem Gegner klug eingesetzt einen ganzen Zug vermasseln. Ihr Effekt funktioniert, indem man sie abwirft, wenn der Gegner ein Monster als Spezialbeschwörung beschwört. Dann kann man ein Monster des Gegners wählen, das dieser dann für den Rest des Zuges nicht mehr als Material für irgendeine Beschwörung verwenden kann.
Am effektivsten ist das, wenn man ein Monster als Ziel wählt, das in eine Extra Zone beschworen wird und eigentlich nur als Material für weitere Beschwörungen dient. Ein Fusionsmonster, das über Instantfusion beschworen wurde zum Beispiel oder ein Salamangreat-Linkmonster, das noch nicht über Grosalamander-Heiligtum für eine weitere Kopie seiner selbst verwendet wurde. Aber auch auf Monster in der Main Zone kann die Karte effektiv sein, z.B. bei Kombo-Startern wie Neoraum-Connector.
Die Sache hat aber einen großen Haken, nämlich die Einschränkung, wonach man den Effekt nur benutzen kann, wenn man keinerlei Karten kontrolliert, wodurch Gnomaterial faktisch nur im ersten Spielzug, wenn der Gegner anfängt, brauchbar ist. Ob ihre Stärke trotzdem reichen wird, um die Karte mit dem drolligen Artwork in Going 2nd Decks oder zumindest in Side Decks zu etablieren, wird sich zeigen. Ich persönlich habe dazu jedoch eher eine verhaltene Meinung.
Platz 3: Dingirsu, der Orcust des Abendsterns


Nachdem die letzten Sets Cybernetic Horizon, Soul Fusion und Savage Strike sich den Mechaniken Ritual, Fusion und Synchro gewidmet haben, ist es nur logisch, dass man sich nun den Xyz-Monstern widmet. Passend also, dass wir das Treppchen in diesem Ranking mit einer solchen schwarzen Karte beginnen.
Dingirsu, der Orcust des Abendsterns heißt der Gude und stellt eine Art „Nachklapp“ zum Orcust-Themendeck aus dem letzten Set dar.
Als Material verlangt er zwei Monster der Stufe 8, das ist aber im Grunde egal, weil man ihn auch beschwören kann, indem man ein Orcust-Link-Monster als Material verwendet, in erster Linie Galatea, der Orcust-Automat, die man quasi ständig kontrolliert.
Wird Dingirsu als Spezialbeschwörung beschworen (wohlgemerkt egal wie), kann man mit seinem Effekt entweder (aka First Turn) eines seiner verbannten Maschinen-Monster an ihn als Material anhängen oder (Second turn) ein Monster des Gegners auf den Friedhof legen. Außerdem kann man, wenn eine Karte auf dem eigenen Feld zerstört würde, ein Material abhängen, um dies zu verhindern.
Der Teufel liegt hier im Detail. Sein Removal-Effekt zerstört und zielt nicht, sein Schutzeffekt ist nicht auf einen Einsatz pro Spielzug beschränkt. Aber selbst das würde ihn nur zu einem netten, fairen Rang-8-Monster machen, was er in allen Decks außer seinem eigenen auch ist.
Was ihn zu einer so mächtigen, metadefinierenden Karte macht, ist die Tatsache, dass er, solange Orcustriertes Babel auf dem Feld liegt, mittels Orcust Beckenskelett im gegnerischen Spielzug als Spezialbeschwörung beschworen werden kann, wodurch sein Removal auch als Interruption dienen kann.
Aber wirklich broken macht ihn das immer noch nicht. Er ist einfach eines von vielen effizient ineinander greifenden Rädchen, die das Danger!-Orcust-Phantom Knight Deck wohl zum besten Deck des kommenden Formats machen.
Ein weiteres ist übrigens die Konterfalle Orcust-Crescendo, eine Art Feierliches Urteil auf Crack, die ebenso gut hier stehen könnte. Aber weil Dingirsu anders als die Falle auch sehr gut generisch einsetzbar ist, habe ich mich für ihn in der Top 10 entschieden.
Platz 2: Mystische Mine


So, da wären wir, die Karte, auf die ihr alle gewartet habt. Das heißt, in diesem Ranking, denn im wahren Leben sicher nicht.
Nach ihrem Leak lief Mystische Mine zunächst eine Weile ziemlich unter dem Radar, bis einige Turnierergebnisse aus dem OCG hier ankamen, seitdem ist der Hype real.
Denn auf einmal tauchte ein Feind auf, ganz anders als die inzwischen gewohnten FTKs, OTKs, Handtrap-Fluten und Unbreakable Boards. Wie mit abgetrenntem und wieder angetackertem Gesicht frisch aus Arkham Asylum ausgebrochen kam ein neues Deck zum Vorschein und konfrontierte uns mit all den Traumata unserer Vergangenheit: Verborgenes Geschütz, Gerechte Nachspeisen, Ojama-Trio und sogar Wellenbewegungskanone.
Warum der ganze Aufriss? Weil es sich bei Mystische Mine wahrscheinlich um nichts Geringeres handelt als das mächtigste Floodgate aller Zeiten.
Es bewirkt, dass der Spieler, der mehr Monster kontrolliert, weder Monstereffekte aktivieren noch angreifen kann. Ohne weitere Spezifikation, also werden Monstereffekte auf dem Feld, der Hand oder im Friedhof eingeschlossen. Mit anderen Worten, solange man mehr Monster kontrolliert als der Gegner, kann man absolut nichts machen. Im Grunde ist es damit die perfekte Definition von „Out or die“.
Die Strategie der „Mystic Mine Burn“ Decks besteht darin, den titelgebenden Feldzauber mittels Landformen und Metaversum, teilweise sogar Untergang des Landes zu suchen. Metaversum wiederum ist mittels Fallentrick und Lilith, Dame der Wehklage suchbar, weshalb Mystische Mine sehr konstant auf dem Feld zu haben ist. Ggf., durch Metaversum, kann sie sogar nach ihrer Zerstörung sofort im gegnerischen Zug ersetzt werden. Durch Ojama-Trio (suchbar auf die selbe Weise wie Metaversum) werden dem Gegner außerdem gegen seinen Willen Monster unter gejubelt, was den Feldzauber weiter befeuert und seine Zerstörung durch seinen eigenen End Phase-Effekt verhindert.
Am effektivsten ist die Mine, wenn man gar keine Monster kontrolliert, weil so jedes Monster des Gegners genügt, um ihre Bedingung zum eigenen Gunsten zu erfüllen. In den darauf spezialisierten Decks ist dies auch die Regel. Mit einem eigenen Monster kann sie den Gegner immer noch ordentlich einschränken, aber büßt schon einiges von ihrer Stärke ein. Der Gegner kann dann nämlich ein Monster beschwören, dann kurzzeitig Monstereffekte benutzen, um ein zweites zu beschwören, und dann Albtraumritter Phönix bauen, der das Floodgate entsorgt.
Auch, wenn „Dagegen gibt es Outs“ als Argument schon immer halbgar war, so ist es im Grunde nicht schwer, Mystische Mine loszuwerden. Mystischer Raum-Taifun oder einer seiner diversen Klone genügt schon. Das Problem ist, dass Mystic Mine Burn als Deck so komplett gegenteilig zu den etablierten Decks ist, dass es so gut wie keine Karten gibt, die gegen beides gut sind. Kaijus? Nutzlos. Vom Grab gerufen? Nutzlos. Beschwörungslimit? Nutzlos. Mystischer Raum Taifun taugt hingegen gegen die anderen Metadecks nicht allzu viel. Mit anderen Worten, wenn man Main Deck Hate gegen Mine Burn spielt, risikiert man damit ein schlechteres Match-Up gegen die etablierten Decks und umgekehrt.
Immerhin: Anders als z.B. Unterdrückungsherrschaft oder Kaiserlicher Befehl kann Mystische Mine nicht zur Board-Absicherung in Kombo-Decks genutzt werden. Das macht sie zur ultimativen Karte für alle, die das Metagame einfach nur brennen sehen wollen.

Warum sie es dann nicht auf den ersten Platz geschafft hat? Nun, ähnlich wie Batman, der Harvey Dents Morde auf sich nahm, damit Gotham City seinen „Weißen Ritter“ behalten kann, wollte ich sie nicht gewinnen lassen. (Und vielleicht ein bisschen, weil sie nicht generisch ist).
Und auch mein Platz 1 mag nicht das Monster sein, das das Spiel braucht, aber vielleicht ist er das Monster, das es verdient. Er ist kein Held. Er ist ein Kombo-Piece, ein degenerierter Extender, ein schwarzer Engel.
Platz 1: Cherubini, schwarzer Engel des brennenden Abgrunds


Ja, wir lieben den brennenden Abgrund. Wie auch nicht, wo der Name des Themendecks doch so gut den aktuellen Zustand der Welt beschreibt? Und wir lieben das „Link Vrains Pack“. Dieses legendäre OCG-Set, wie auch sein Nachfolger, hat es nie in seiner Gänze ins TCG geschafft. Stattdessen wurde die zahlreichen Link-Monster für bestehende Themen, die allesamt zwischen „nice to have“ und „broken as hell“ lagen, auf alle möglichen anderen Produkte verstreut veröffentlicht. Tatsächlich kamen sogar die ersten Karten aus dem Link Vrains Pack 2 im TCG an, bevor es die letzten aus der ersten Ausgabe geschafft haben.
Doch mit Aromaseraphie Jasmin vor kurzem in Duel Power sowie Cherubini, schwarzer Engel des brennenden Abgrunds jetzt in Dark Neostorm sind zwei der letzten Karten aus dem Original, beide eher vom oberen Ende des beschriebenen Stärkebereichs, endlich hier erschienen.
Zur beschwören benötigt Cherubini, schwarzer Engel des brennenden Abgrunds, an ein Xyz-Monster erinnernd, zwei Monster der Stufe 3. Mit seinem Effekt kann er dann einmal pro Spielzug ein Monster der Stufe 3 vom Deck auf den Friedhof legen, um die ATK eines Burning Abyss Monsters um dessen ATK zu erhöhen. Außerdem können Monster, auf die er zeigt, nicht durch Karteneffekte zerstört werden und wenn er selbst zerstört würde, kann man stattdessen eine andere Karte, die man kontrolliert, auf den Friedhof schicken.
Sein unschätzbarer Wert für das eigene Thema ist offensichtlich. Das Deck ist darauf ausgelegt, möglichst schnell viele Monster der Stufe 3 zu beschwören, kann ihn also leicht aufs Feld holen. Er eröffnet zwei Extra-Zonen und ermöglicht dadurch endlich wieder eine Eröffnung mit zwei Kopien von Dante, Reisender des brennenden Abgrunds bzw. Beatrice, die ewige Dame, ohne dass die eigenen BA-Monster ständig durch ihre eigenen Effekten zerstört werden, weil das Link-Monster nicht zum Thema gehört. Außerdem kann er mit seinem Schutzeffekt Grimmetatzen auf dem Feld vor der Zerstörung aufgrund der Anwesenheit von Teuflischer Nashornkrieger beschützen und, was am wichtigsten ist, mit seinem Törichtes Begräbnis-Effekt jeden beliebigen Effekt im Thema triggern.
Worum es mir aber geht, ist seine generische Einsetzbarkeit. Erstaunlich viele der klassischen „1-Karte-Extra-Deck-Beschwörungen“ resultieren in zwei Monstern der Stufe 3, zum Beispiel Geschwindigkeitsroid Terrorkreisel und Geschwindigkeitsroid Taketomborg, Fremdenführerin aus der Unterwelt und Sangan sowie Raubpflanze Ragwurzskorpion und Raubpflanze Lilienkobra oder, für Exzentriker, zwei Kopien von Galaxiewurm. Lilienkobra und Sangan haben dabei sogar den Bonus, eine Handtrap bzw. Instantfusion oder Superpolymerisation suchen zu können. Hinzu kommen zahlreiche gute, generische Spezialbeschwörungen der Stufe 3. Allen voran natürlich Gefahr!? Wolpertinger? und Gefahr!? Tsuchinoko?, aber z.B. auch Kranichkran, der Ascheblüte & Freudiger Frühling oder Geisteroger & Schneehase vom Friedhof zurück holt, Gerümpel vorwärts, Psi-Radraser, Zauberschläger, Crusadia Arboria oder T.G. Kriegswolf, die alle die Beschwörung vereinfachen können.
Und dann steht einem die ganze Welt der Spielereien offen. Beispielkombo gefällig? Raubpflanze Ragwurzskorpion beschwört Lilienkobra, die sucht Instantfusion. Man verlinkt beide zu Cherubini. Der schickt Graff, Grimmetatze des brennenden Abgrunds vom Deck auf den Friedhof, indem er seine eigenen ATK erhöht. Graff holt Cir, Grimmetatze des brennenden Abgrunds vom Deck. Man verlinkt Cherubini und Cir zu Die Phantomritter der Rostigen Bardiche. Cir triggert und holt Cherubini zurück. Bardiche schickt Die Phantomritter des Uralten Schleiers vom Deck auf den Friedhof und setzt so Nebelklinge der Phantomritter. Schleier verbannt sich selbst und sucht Die Phantomritter der Leisen Stiefel, die sich selbst beschwören. Man aktiviert Instantfusion, beschwört irgendwas und verlinkt munter weiter. Zum Abschluss suchen die Leisen Stiefel einem dann noch die zweite Nebelklinge.
Mit Extendern lässt sich das alles beliebig variieren. Außerdem gibt es noch zahlreiche weitere geeignete Ziele, um sie für Cherubinis Effekt auf den Friedhof zu schicken, auch wenn wir in den Genuss von Cherubini zusammen mit Löwenzahn-Löwe „leider“ nie kommen durften. Hat man z.B. Erbe des Weltvermächtnisses oder etwas Ähnliches zur Hand, kann man Schwachsinn mit Einzelfeuer-Blüte anfangen. Oder ohne den Umweg über Graff und Cir gleich Die Phantomritter des Uralten Schleiers schicken. Dann gibt es noch Schwarzflügel – Dampf der Mantel, der sich selbst gegen ein Tribut vom Friedhof zurückholen und dann beim Ableben eine Spielmarke beschwören kann. Und auch Orcust Beckenskelett oder Meeresarchivar können geeignete Ziele darstellen.
Insgesamt also ein Link-Monster der Extraklasse mit zahllosen Möglichkeiten und ein verdienter Platz 1!
Honorable Mentions:
Ich weiß, dass ich jedenfalls behaupte, dass es davon einen ganzen Haufen geben würde, aber gefühlt gibt es auch mit jedem Set mehr Karten, die ich am liebsten erwähnt hätte.
Zuerst genannt sei Fusionsschicksal, für die ich sogar schon einen kompletten Beitrag als Platz 10 verfasst habe, bis ich meine Meinung für die Rangliste doch noch einmal geändert habe. Es handelt sich dabei neben Xtra-HELD Cross Crusader um das Glanzstück einer neuen Welle von Schicksalshelden-Support, eine Fusionskarte, die Materialien vom Deck verwenden kann. Mit Schicksals-HELD – Dominance kommt dafür auch gleich das passende Fusionsmonster, der bei seiner von Fusionsschicksal vorgeschriebenen Zerstörung in der End Phase das Feld mit Schicksalshelden vom Friedhof fluten kann. Mit Wolkianaerosol kommt außerdem Wolkian-Support, den ich im Grunde nur erwähne, weil es eben Support für heckin’ Wolkians ist.
Außerdem bekommen die Mantrawichtel ihren wohl letzten Support. Schöpfaltar, der Mantrawichtel-Erfinder macht seine Erfindungen als Beatsticks tauglich, insgesamt bleibt dieser Support jedoch hinter dem davor zurück. Ähnliches gilt für die neuen Danger!-Karten. Gefahr! Spannung! Geheimnisse! ist zwar theoretisch enorm gut, verbietet aber das Spezialbeschwören von themenfremden Monstern für den Rest des Zuges und verfolgt somit das noble (aber wohl aussichtslose) Ziel, das Thema als eigenes Deck, nicht bloß als Plus-Maschine in anderen Decks zu etablieren. Außerdem erscheint als World Premier Card mit Saryujas Fesseln eine gegen Link-Decks gerichtete Fallenkarte, die bis zu vier Karten ziehen lässt.
An OCG-Importen interessant könnte noch Nixenrüstung Abyssalacia sein, ebenfalls eine der letzten Karten aus dem ersten Link Vrains Pack, die im TCG erscheint. Diese stellt im eigenen Thema einen mächtigen Sucher dar, ist aber auch generisch in allerhand Wasser-Decks einsetzbar, darüber hinaus ganz hübsch anzusehen und – Skandal! – sogar im TCG bauchfrei unterwegs. Zu ihr gesellen sich Nummer 5: Verhängnis-Schimärendrache, ein generisches Rang-5-Xyz, das dem Gegner faktisch die Draw Phase nimmt und Pendelhalt, ein eingeschränkter Topf der Gier für Pendeldecks.
Zu guter Letzt möchte ich aufgrund seines Dino-Bonusses auch noch Dinowrestler Giga-Spinosavate erwähnen, ein Stufe-8-Synchro für Dinos mit einem brachialen Beatdown-Effekt wie er im Buche steht.
Schlusswort:
So, das war’s erstmal wieder. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen. Was haltet ihr vom neuen Set? Hätte eure Top 10 anders ausgesehen? Und, um die Kommentare etwas aufzupeppen, habe ich mir ein Spielchen überlegt. Vervollständigt doch im Diskussionsthread folgenden Satz: „Ich habe so viel Bock auf Mystic Mine wie auf ________“. Viel Spaß und bis zum nächsten Mal!

- Leseleff -