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Yu-Gi-Oh! nach der Apokalypse

von Deckcreator16 am 04.09.2019 um 19:30 Uhr
Letzte Woche erschienen endlich die lang ersehnten Gold Sarcophagus Tins. Und mit lang herbeigesehnten Reprints, wie denen der Gefahr- oder Albtraumritter-Monstern, folgten auch drei TCG-exklusive Promos, auch wenn dessen Exklusivität sich auf gerade mal zwei Wochen beschränken wird. Und ich muss ehrlich sein: seitdem damals so viel über Seemonster von Theseus geprahlt wurde, und auch die letztjährigen Tin Promos um ein vielfaches schlechter waren, als sie Promotet wurden, hatte ich die Promos für dieses Jahr schon frühzeitig abgeschrieben gehabt.
Doch wir wurden überrascht und alle drei Promos sind ungemein gut ausgefallen, und insbesondere das enthaltene Monster, was auch durch sein Kartenbild verdeutlicht wird, hat in den Leuten Reaktionen ausgelöst gehabt, die an eine "Apokalypse des aktuellen Yu-Gi-Ohs" erinnern würden. Und auch wenn ich schon vor zwei Wochen kurz auf die beiden prominentesten neuen Karten eingegangen bin, möchte ich heute noch ein wenig genauer auf die Auswirkungen schauen, die sich nach der "YGO-Apokalypse" am 29. August abzeichnen.
Wer lässt den Meteoriten vom Himmel fallen?

Bevor ich mir aber die Auswirkungen dieser Apokalypse anschauen kann, möchte ich erstmal ein paar Decks sammeln, die sich die neuen Karten besonders stark zu nutze machen werden. Denn auch wenn sich alle drei Promos, Nibiru, das Urwesen, Kein Dunkler Herrscher mehr und Dimensionsverschieber sich je nach Format in den verschiedensten Main- oder Side Decks wiederfinden werden, möchte ich doch primär erstmal nur von den Decks ausgehen, die diese sinnvoll in ihre Strategie einbinden können, ohne sich selber zu behindern.
Dabei steht an vorderster Front ganz klar Nibiru, das Urwesen, welcher zumindest in nächster Zeit den Platz im Side Deck einnehmen wird, den aktuell Der geflügelte Drache des Ra - Spherenmodus oder Superpolymerisation eingenommen haben. Denn ähnlich wie auch der Ra und die Fusionskarte liegt ihre primäre Aufgabe darin, die riesigen Negierboards zu zerstören oder abzuschwächen, sodass man anschließend leichter durch diese hindurchpreschen kann. Außerdem verbraucht Nibiru anders als Ra oder dessen kleinerer Bruder Lava-Golem nicht die Normalbeschwörung, und benötigt auch keine auf das Ziel abgestimmten Fusionsmonster, was schon sehr ansprechend genug ist. Zudem bietet das Monster eine Flexiblität, die weder Kaijus noch Ra oder der Golem erbringen können. Denn es ist egal ob man ihn auf ein, zwei, vier oder sogar sechs Monster des Gegners beschwört, in jedem Falle reisst er möglichst viele Karten mit sich. Und auch wenn fünf oder mehr beschworene Monster[1] zuerst einmal viel klingen mögen, so erfüllt diese Bedingung aktuell die Mehrheit aller Decks. Deswegen ist es auch kein wirkliches Wunder, dass sich die Reihen in den Side Decks mit diesen Gesteinsbrocken füllen werden.
Doch wir wollen ja nicht über (fast) alle Decks reden, weshalb ich noch ein Stückchen präziser werden will. Denn interessanter ist dann ja eher die Frage, welche Decks mutig genug sein könnten, diese Monströsität in ihr Main Deck zu packen. Und da wird die Auswahl schon sehr viel kleiner. So bleibt hier beispielsweise nur das Beschworen-Themendeck, welches nicht nur im allgemeinen gerne als zweiter Spieler starten will und sich deshalb über jede Karte freuen wird, die kurzen Prozess mit riesigen Boards machen kann, sondern auch da dass riesige Fels-Monster dem Attribut Licht angehört und deshalb Prima mit Aleister der Beschwörer zuerst in ein beliebiges Link zwei Monster weiterverarbeitet werden kann und anschließend über Beschwörung sich kinderleicht ein Beschworener Mechaba aufs Spielfeld verirrt. Zudem erlaubt es einem die erzeugte Spielmarke Spalten aufzubauen, in denen man relativ kostengünstig Mekk-Ritter beschwören kann.
Und auch wenn es erst in zwei Monaten relevant sein wird, so kann dieser Stein bald sogar von jedem Deck gesucht werden, welches auf Rang 4 kommt und damit über Granite Loyalist mögliche OTK-Versuche abwenden kann, indem man einfach vor dem Eintritt in die Battle Phase das komplette Spielfeld in die Luft sprengt.
Auch bei Kein Dunkler Herrscher mehr handelt es sich um eine sehr gute Karte, auch wenn ihr weniger Aufmerksamkeit als dem Meteoriten geschenkt wird. Dies liegt aber auch an ihrer Position im aktuellen Metagame. An sich handelt es sich ja um eine sehr starke Karte, die mit jedem Board, welches einzig aus Monstern besteht, interagieren kann. Dafür ist es für beispielsweise das Beschworen-Deck und jedem anderen auf OTK ausgelegten Deck eine eher schlechte Wahl, da sie mit ihrem Zusatzeffekt, dass der Gegner für den Rest dieses Spielzuges keinen Schaden mehr abbekommt. Denn wie der Name schon sagt wollen OTK-Decks eher die Lebenspunkte auf Null senken, anstatt nur das Board zu bereinigen.
Dafür eignet es sich aber Ideal für Decks, die mit themeneigenen Removal-Karten große Boards abräumen wollen, und dabei von den vielen Monsternegierenden Effekten unterbochen werden. In diese Kategorie fallen aktuell aber nur zwei Decks. Dabei wäre einmal das Wahre Dracho-Deck, welches nach der Aktivierung der Zauberkarte Stück für Stück über die themeneigenen Fallenkarten das gegnerische Board zerstören können und anschließend durch Karten wie Karte des Untergangs neue Ressourcen und Floodgates aufbauen kann, sowie auch das Himmelsjäger-Deck welches so nicht nur drei weitere Kopien von Himmelsjäger-Mecha - Witwenanker spielen kann, die nicht nur alle Monstereffekte annullieren kann(zum Preis des Klau-Effektes), sondern anschließend mit Himmelsjäger-Nachbrenner oder Himmelsjäger-Störwellen! das Bord aufräumt während konstant Kartenvorteil generiert wird. Und gerade weil es sich bei beiden Decks um solche handelt, die perfekt mit der Zauberkarte harmonieren, zugleich aber selber wenig bis gar nicht von Nibiru, das Urwesen betroffen ist, machen beide Decks zu einer voraussichtlich beliebten Deckwahl für die kommenden Monate[2].
Und bevor ich mit dem Abschnitt abschließe, möchte ich noch ganz kurz auf den vermissten Bruder eingehen, den jeder zu übersehen scheint: Dimensionsverschieber. Und ja, mir ist natürlich klar dass er nur so übersehen wird, weil es nur eine minimale Handvoll an Decks gibt, die sich mit dieser Karte nicht selber ins Knie schiessen würden. Doch zumindest eines dieser Decks hat aus meiner Sicht eine gute Chance, im nächsten Format immer mal wieder zu sehen zu sein. Und dabei spreche ich nicht vom Deck rund um Gren Maju da Eiza, wobei auch dieses Deck auf den Verschieber im Side Deck vertraut um auch im zweiten Spielzug dabei sein zu können, sondern vom reinen Donnerdrachen-Deck. Denn dieses Deck ist nicht nur die erste Wahl von Spielern, die relativ viel in das Gefahr-Donnerdrachen-Deck investiert haben und sich über Nibiru's Release ärgern, sondern bietet zugleich auch viel Platz für Handtraps und machen es so zu einem kombolastigeren Control Deck. Und da man sich in dem Deck eh darüber freut, wenn eigene Karten verbannt werden, ist es kein Wunder dass sich die neue Handtrap hier drin Pudelwohl fühlen wird. Doch außerhalb vom Gren-Maju- oder Donnerdrachen-Deck wird es recht schnell sehr dünn. So kommt gerade noch Metaphysisch ins engere Roster, wobei sich dies wohl eher für Locals und maximal für Regionals und dessen equivalente anbieten dürfte. Wobei dieser Status ja nicht ewig bleiben muss. Schließlich könnten irgendwann ja alle Drachenherrscher wieder entbannt sein(ich persönlich hoffe nicht darauf) oder Decks die nur minimale Schäden aus der Karte erhalten würden, wie es damals beispielsweise das Zoodiak-Deck war, welches unter anderem im OCG zum "Makrokosmos-Turbo" mutiert war, und das jeweilige Problemdeck einen extremen Fokus auf den Friedhof besitzt.
Wie hoch sind die Opferzahlen?

Am interessantesten ist ja wohl die Frage, welche und wie viele Decks selbstverständlich oder auch (vorerst) vermutlich durch die neuen Karten den Löffel abgegeben haben. Und interessanterweise handelt es sich dabei um gar nicht so viele Decks, die komplett von diesen Karten ausgelöscht werden.
So wird für viele wohl das Gefahr-Donnerdrachen-Deck, welches zugleich einen großen Fokus auf die Wachdrachen-Engine besitzt, das Verlierertreppchen anführen. Und das ist auch kein Wunder. Zuerst einmal verliert das Deck nämlich sehr schnell durch Nibiru, das Urwesen, wenn dieser zum richtigen Zeitpunkt abgeworfen wird, da es nicht nur an den Effekte annullierenden Monstern, die die Wachdrachen bieten, gebunden ist, sondern auch, weil dieses Deck die meisten Extender aus dem vorher beschworenen Monstern ziehen muss. Werden diese aber frühzeitig genommen, so kann das Deck nicht mehr in beispielsweise einen Saryuja der Schädelschrecken gehen, und mit einem Ersatzplay aufzuwarten. Doch selbst wenn man es geschafft hat um Nibiru herum zu spielen, oder das Glück hatte, dass diese einen nicht betroffen haben, wird dem Deck spätestens durch Kein Dunkler Herrscher mehr das Licht ausgeknipst. Denn wie schon weiter oben erwähnt lebt das Deck von den Monstern, die durch die Wachdrachen ins Spiel gebracht werden. Und insbesondere wenn sich das deck auf Sekka's Licht verlässt, ist es dieser Zauberkarte komplett schutzlos ausgeliefert.
Interessanter finde ich aber die Schäden, die man bei den Cyberse-Decks, hier stellvertreten durch den Grosalamander- und dem Marinzessin-Archetype, erblicken kann. Zwar sind beide Themen komplett unangetastet von der Zauberkarte, dafür verlieren beide umso härter gegen Nibiru. Schließlich ist es fast unmöglich mit unter fünf Beschwörungen die Standardplays beider Decks durchzuziehen. Zudem können beide Decks zwar Fallenkarten ins Spiel bringen, die als Interruptions agieren, bloß benötigen die stärksten dieser Fallenkarten die Existenz der eigenen Themendeckmonster auf dem Spielfeld. So reicht es meist schon, wenn auf den Wechsel der Main Phase in die End Phase der Meteorit einschlägt, alle vorhandenen Monster auslöscht und die Fallenkarten als tote Backrow zurücklässt. Dies führt dazu, dass man häufiger nicht auf die besseren Fallenkarten ausweicht, sondern auf solche, mit denen man auch ohne Monster arbeiten kann, so wie es bei Grosalamander-Zorn gegenüber Grosalamander-Gebrüll wäre.
Wie geht es nun nach der Apokalypse weiter?

Wäre dies jetzt ein schlechter Zombie-Film würden wir uns jetzt gegenseitig die Köpfe für die letzten Vorräte und Waffen einschlagen und uns irgendwo drin verbarrikadieren bis uns entweder die Zombies erwischen oder sich das Problem von selbst gelöst hat. Wenn man das aufs Spiel beziehen würde also die Reaktion, sein Kombo Deck in die Mülltonne zu werfen und das nächstbeste Control Deck zu kaufen, während man sich möglichst täglich darüber beschwert, dass die Tin-Promos allesamt auf die Liste der limitierten und verbotenen Karten gehören.
Der andere Weg stellt schafft hingegen schon etwas mehr Spannung: den Zombies den Kampf ansagen, das Köpfchen einschalten und den Auslöser beziehungsweise die Quelle zu suchen und zu eliminieren. Und nein, dass soll jetzt kein Aufruf zur Stürmung des nächstbesten Konami-Gebäudes darstellen, sondern viel eher Wege zu suchen, wie man die neuen Karten entweder umspielt oder komplett wirkungslos macht. Und da möchte ich doch direkt mal den Anfang machen:
konzentrieren wir uns erstmal auf Nibiru, da diese Karte aufgrund ihrer hohen Vertretung im Side Deck wohl der Kern- und Angelpunkt unserer Suche darstellen dürfte.
Dabei ist zu beachten dass sich Nibiru, anders als seine Verwandten wie die Kaiju's oder die Ra-Kugel die Monster nicht als Teil seiner "Beschwörungskosten" opfert, sondern dieser sich erstmal in der Hand vorzeigt und erst im Anschluss als Teil seines Effektes die Monster tributet. Dies sorgt dafür, dass er schnell und einfach von Monstereffekten annullierenden Karten ausgeschaltet werden kann. Und alleine im aktuellen Metagame haben wir zwei Karten, die möglichst generisch diese Bedinungen erfüllen können. Dies wäre unter anderem Psi-Hüllenpanzer Gamma, welcher mithilfe von Psi-Hüllenlord Lambda auch unter einem vollen Monsterboard beschworen werden kann, und anschließend den problematischen Thread für immer entsorgt, während man selber weitere Monster als Extender erhalten hat. Andererseits gibt es aber noch Apollousa, Bogen der Göttin, welche als Link 4 Monster, welches aus mindestens 2+ verschiedenen, Nicht-Spielmarken-Monstern gebaut werden muss, das wohl generischste Ziel darstellt. Denn jedes Kombo Deck der modernen Ära sollte in der Lage sein, mit Leichtigkeit vier Monster spezialbeschwören zu können, ohne vorher auf beispielsweise das Extradeck angewiesen zu sein. Anschließend verwendet man alle vier Monster um für die fünfte Beschwörung dieses Monster ins Spiel zu bringen. Dadurch hat man dann nicht nur ein riesigen 3200-ATK-Beatstick, welcher auch noch Monstereffekte annullieren kann, sondern sehr dezente Link-Pfeile hat, um das Feld anschließend weiter mit Monstern zu fluten. Einziger Knackpunkt: die Monster dürfen in den meisten Fällen nicht nur solche aus der Hand sein, sondern müssen möglichst aus anderen Quellen erzeugt werden. Denn wenn man von einer standardmäßigen fünf-Karten-Starthand ausgeht, müssten alleine schon vier davon in dieses Linkmonster investiert werden, und schlussendlich bleibt nur noch eine Karte übrig, um seine eigenen Kombos durchzuziehen.
Wobei dies wiederum auch nicht so schwer ist, wie es anfangs erscheinen mag. So bieten viele Pendelmonster einen Effekt in den Pendelskalen, um direkt ins Extra zu wandern und zeitgleich neue Karten zu suchen oder spezial zu beschwören. Oder man bedient sich einfach an den Gefahr-Monstern, die im Idealfall Karten abwerfen, die anschließend selber Beschwörungseffekte besitzen, während man nicht nur die Gefahrmonster selber spezialbeschwört sondern auch noch Karten nachzieht. Und auch sonst gibt es Decks, wie beispielsweise das Lunalicht-Deck( welche zufällig auch noch sehr stark mit dem Gefahr-Monstern harmonieren...) die vereinzelte Karten ohne Harte Einmal pro Spielzug Effekte besitzen, und damit über Loops weitere Monster erzeugen können.
Und wo ich auch schon beim Lunalicht, beziehungsweise dem Deck bin, welches als "Rang 4 Turbo" bezeichnet werden kann, möchte ich direkt auf eine weitere Karte hinweisen. Diese ist nämlich Äußeres Wesen Azathot in Kombination mitÄußeres Wesen Nyarla welche im Prinzip in jedem Deck gespielt werden können, die mit Leichtigkeit vorher zwei Monster der Stufe 4 beschwören können, um sie anschließend zu Nyarla zu überlagern, welche wiederum direkt zu Azathot überlagert werden darf. Letztere Karte schützt einen anschließend nicht nur vor Nibiru, sondern hält einen für den Rest des Spielzuges von jedem anderen Monstereffekt, wie denen andere Handtrap-Monster, fern. Zwar verstopfe das XYZ-Monster anschließend die Extra Monster Zone, doch ist dies in einem Format mit so vielen generischen Link Monstern kein wirklich großes Risiko mehr.
Man kann es aber auch ohne die Benutzung von Monstereffekt-Annullierern versuchen. Wie wäre beispielsweise die Verwendung von Karten wie Nebelkönig, die es verbietet Monster als Tribut anzubieten? Oder in einenm Dino-Deck alle Monster durch Verschiedosaurier unberührt von Effekten zu machen. Denn da Nibiru als Karteneffekt als Tribut entrichtet, kann er nicht durch unberührbare Karten eingesetzt werden, und führt entweder dazu, dass der Gegner diesen nach dem vorzeigen zurück auf die Hand nehmen muss(wenn er auf diesem Wege absolut keine Karte anbieten konnte) sein eigenes Spielfeld vernichtet(da er so viele wie möglich anbieten muss, muss er falls möglich eigene Karten entsorgen). Hinterlistiger empfinde ich es hingegen zuerst einmal mit Karten wie Neo-Weltraum Aqua Dolphin zuerst einmal in die Hand zu schauen und, falls man aktuell nicht die Möglichkeit hat ihn abzuwerfen, einfach selber rechtzeitig zu stoppen. Wobei ich bei einem solchen unterfangen Karten wie Austausch oder Ins Grab hinabziehen (vorsicht, hiermit zieht der Gegner auch noch Karten und damit neue Nibiru's nach) effektiver empfinde, da sie nicht nur die Handkarten des Gegners verraten, sondern gezielt andere Handtraps klauen können, auch solche die keine Monster sind.
Doch was wir spätestens durch die Rückkehr des Nekroz-Decks bemerkt haben sollten, ist es noch viel effektiver wenn man Spezialbeschwörungen im allgemeinen unterbindet. Denn da Nibiru selber auch eine Spezialbeschwörung ist, kann es sinnig sein mit Karten wie Einbildungsunterweltler oder Pachycephalosaurus zu kontern. Letztere ist dabei nicht nur durch den kommenden Granite Loyalist suchbar, sondern auch über Blockdrache und damit in speziellen Brennender Abgrund-Varianten als auch in beispielsweise Edelsteinritter-Decks eine Erwähnung Wert.
Und besonders ein Monster ist in dem Sinne nicht ganz so restriktiv auf das eigene Spielfeld wie für Nibiru. Die Rede ist von El-Schattenpuppe Winda, die durch ihren Zusatzeffekt, das anschließend nur noch ein Monster spezialbeschworen werden darf einen selber minimaler hindert, als Nibiru. Denn letzterer muss für seine Beschwörung nicht nur sich selber erfolgreich beschwören können, sondern auch eine Spielmarke auf die gegnerische Spielfeldseite. Ist beides zusammen aber durch Winda nicht mehr möglich, so darf der Fels überhaupt nicht das Spielfeld betreten.
Und auch wenn es noch nicht für's TCG möglich ist, so kann man im OCG auch einfach eine Kopie des Steins oder der neuen Zauberkarte im Deck spielen um mit Crossout Designator eine aufgebesserte Version von Vom Grab herbeigerufen spielen zu können und sich so vor diesen Karten zu schützen.
Am wichtigsten ist es meiner Meinung nach aber eher die beiden neuen Karten durch die Decks selber zu umspielen. So habe ich erst kürzlich eine Kombo im Rakkete-Thread gepostet gehabt[3], mit der man allein über Linkspinne vor und nach dem Meteoriten-Einschlag weiterspielen kann. Doch auch sonst gab es weitere interaktive Wege, um um den riesigen Stein herum zu spielen. Nehmen wir beispielsweise ein Crusadia-Wachdrachen-Deck. Dieses Deck hat schon vor kurzen damit begonnen, die "Vertrauten"-Monster, sprich Ranryu und Jigabyte zu integrieren, da diese unter Crusadia Magius ohne weitere Einschränkungen beschworen werden können und wenigstens Ranryu ein Drachenmonster für Wachdrachenkombos darstellt. Dabei haben sich auch hier weitere Kombos ergeben, welche in diesem Falle alleine durch die Normalbeschwörung von Albtraumritterin Beschädigerin Iblee und einer Handkarte ermöglicht wird. Denn aus Iblee macht man einfach Albtraumritter Meerjungfrau, die als Kettenglied eins die Handkarte abwirft und anschließend eine weitere Iblee(wahlweise im Orcust-Deck auch einfach Albtraumritter Orcust) vom Deck beschwört. Unterdessen kettet sich aber die zuvor beschworene Iblee an und beschwört sich auf die gegnerische Seite um die Spezialbeschwörung von Nibiru zu verhindern. Ab diesem Zeitpunkt kann man dann aus der Meerjungfrau und der neuen Iblee dann im Falle des Crusadia-Decks einfach Aleister der Beschwörer des Wahnsinns machen, welcher nicht nur zwei Linkpfeile für Crusadia-Monster bietet, sondern auch als Hexermonster die Beschwörung von Ranryu und Jigabyte ermöglichen. Im Orcust-Deck, beziehungsweise einem Deck mit Orcust-Engine kann man anschließend die volle Orcust-Kombo durchziehen, ohne sich sorgen über gegnerische Nibiru's oder Psi-Hüllenpanzer Gamma machen zu müssen.
Und all diese Innovationen in diesem Absatz sind alle Erkenntnisse die man vor dem Release der Tin Promos und/oder während dem ersten Wochenende nach Release der Tins gemacht hat. Es würde wenig überraschen wenn wir im Laufe der nächsten Wochen, Monate oder gar Jahre noch viele andere Möglichkeiten entdecken um diese Promokarten außer Kraft zu setzen.
Und wie sieht es mit ignorieren aus?

Bevor ich aber jetzt langsam zum Ende kommen möchte, will ich abschließend noch darauf hinweisen, dass wir uns aktuell womöglich viel zu viel Panik wegen der neuen Karten machen. Denn alleine durch den Fakt dass sie "nur" auf drei Kopien beschränkt sind, und nicht effektiv gesucht werden können, um direkt Verwendung zu finden, machen sie effektiv schwächer, als sie es sind. So ist es beispielsweise so, dass wir zum jetzigen Stand, bis auf vereinzelte Ausnahmen, die neuen Promos nur im Side Deck antreffen werden. Dies bedeutet, dass zumindest eines der drei Spiele fast narrenfrei von den Karten sein werden und das altbekannte Kombo-Spiel wie gehabt vonstatten gehen kann. Und selbst wenn man diese im Main Deck betrachten will, beziehungsweise nur von den Spielen ausgeht, wo sie mit Garantie gespielt werden, wird einem spätestens bei der Wahrscheinlichkeitsrechnung wieder klar werden, wie "selten" diese doch eintreffen werden. So können wir aus dem Wissen aus meinem kürzlich veröffentlichten Statistik-Artikel erschließen, dass die Wahrscheinlichkeit unsere 3-Off Nibiru, das Urwesen aus einem 40-Karten Deck zumindest 1x auf unserer 5-Karten-Starthand zu ziehen, bei gerade mal 33,76% liegt. Das heißt selbst dann ist man nur in jedem dritten Spiel gefährdet diesen direkt im ersten Spielzug auf die Nase zu bekommen. Und auch wenn es für Kein Dunkler Herrscher mehr dadurch besser ausschaut, das man sie auch als 6. Karte nachziehen darf, kommen schlussendlich nur 39,43% zustande. Das ist zwar mit vier aus zehn Spielen relativ gesehen hoch, garantiert einen aber immer noch keinen Turniersieg.
Somit wird, auch wenn es etwas stumpf klingen mag, weiterhin viele Spiele geben, die man einfach dadurch gewinnt, dass man auf die Existenz der Promokarten pfeift und einfach nur hofft dass diese nicht zuschlagen werden.
Zudem führen insbesondere die beiden neuen Karten zu einem Jojo-Effekt, den wir auch schon vorher bei Mystische Mine erblicken konnten: in dem Moment wo alle Leute damit rechnen durch diese Karten zu verlieren, bereiten sich alle darauf überproportional vor und man sieht keinen Erfolg mehr mit diesen Karten. Dadurch werden sie wieder aus den Decks genommen und langsam aber sicher verschwinden auch wieder die Anti-Strategien gegenüber diesen Karten aus den Main- und/oder Side Decks. Und in dem Moment wo die Leute wieder mehr oder weniger unvorbereitet auf diese Karten sind, ist der richtige Moment gekommen um sie wieder in die Decks zu packen um erneut durch sie zu profitieren.
Und gerade der letzte Punkt ist für mich auch ein wichtiger Gedanke, den man für die YCS Ghent beachten muss, und bei dem man die richtige Prediction verwenden muss.

Doch jetzt wo ich so viel zu dem Thema zu Papier gebracht habe, möchte ich eure Meinung zu dem Thema wissen. Welche Decks sind eurer Meinung nach enorm durch die neuen Karten gepusht oder gar geschwächt worden? Was sind eure favorisierten Karten und/oder Kombos gegen die Promos? Habt ihr vielleicht schon selber neue Wege gefunden um diese Karten herumzuspielen? Oder schließt ihr euch der Meinung an, dass man sich einfach nur zu verrückt durch die Promos macht, und der beste Weg der ist, sie einfach zu ignorieren? Schreibt doch was dazu in den Diskussionsthread.




[1] Bevor Verwirrung aufkommt: anders als beispielsweise Beschwörungslimit zählt Nibiru nicht die Anzahl Beschwörungen, sondern die Anzahl an Monster die beschworen wurden. Deshalb zählen zwei durch Rettunskaninchen beschworene Monster eben auch als zwei beschworene Monster, und nicht nur eine Beschwörung. Und besonders bei einer Pendelbeschwörung wird es interessant, da so nicht nur eine Pendelbeschwörung erfolgt ist, sondern bis zu sechs Monster gleichzeitig beschworen werden können und diese Beschwörung alleine dafür ausreichen kann, um die Bedingungen für Nibiru zu erfüllen.

[2] Wobei hier natürlich auch noch das Detail einfließt, dass von beiden Decks durch die Gold Sarcophagus Tin, dem Fist of the Gadgets und/oder dem neusten Battles of Legend-Ableger alle teuren Karten reprintet wurden, und sie auch bei kleinerem Budget eine ideale Deckwahl darstellen.

[3] Um die Leute, die diesen Post schon gelesen haben nicht endlos zu langweilen, und mir zugleich etwas Schreibarbeit zu ersparen verlinke ich diesen Beitrag an dieser Stelle einfach nur.