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Top 10 CHIM - Die besten Karten aus Chaos Impact

von Leseleff am 25.10.2019 um 10:55 Uhr

Hallo alle zusammen! Es ist wieder soweit, ein neues Hauptset steht in den Regalen und so viel sei im Vorweg verraten: Es wird wohl weder für Chaos im Metagame sorgen noch überhaupt einen besonders großen Impact haben. Aber es ist und bleibt ein Hauptset, deshalb ist es nun natürlich wieder an der Zeit für die traditionelle Top 10! Interessanterweise die erste überhaupt, die komplett ohne Zauber- und Fallenkarten ist.
Platz 10: Gizmek-Yata, die glänzende Vorhut


Los geht’s mit einer Karte, die ich persönlich sehr ins Herz geschlossen habe. Und ganz ehrlich: Der sieht schon verdammt cool aus, oder?
Und er kann sogar was, na ja, zumindest ein bisschen was. Man kann ihn als Spezialbeschwörung von seiner Hand beschwören, indem man ein als Normalbeschwörung beschworenes Monster als Tribut anbietet. Dann kann man noch eine zusätzliche Normalbeschwörung bekommen und, unter Umständen, 2000 LP erhalten. Letzteres ist nicht weiter von Bedeutung, aber spätestens seit Brillante Fusion sollten wir wissen, wie mächtig eine zweite Normalbeschwörung als Monstereffekt sein kann. Leider kommt sie daher mit einem heftigen Nebeneffekt, nämlich dass man nach der zweiten Normalbeschwörung auf Monster mit dem selben Typ wie das zusätzliche Monster beschränkt ist.
Das Deck, in dem ich aktuell am ernsthaftesten überlegen würde, den Blechvogel zu integrieren, ist gleichzeitig das, zu dem es dem Artwork nach sowieso am besten passt: Die Cyberdrachen, insbesondere eher auf Control und Xyz-Beschwörungen ausgelegte Builds. Das ganze funktionier folgendermaßen: Man beschwört Cyber Drachenmark als Normalbeschwörung, der daraufhin Cyber-Reparaturwerkstatt sucht. Anschließend beschwört man Gizmek-Yata, indem man Mark als Tribut anbietet. Jetzt hat man quasi einen Cyber Drache im Friedhof und kann die Werkstatt nutzen, um Cyber Drache Drei zu suchen. Diesen kann man nun mit der zusätzlichen Normalbeschwörung beschwören und seine Stufe auf 5 erhöhen und schon hat man das passende Xyz-Material für Cyber Drache Nova und damit Cyber Drache Unendlichkeit auf dem Feld.
Grundsätzlich ist eine Nutzung aber in jedem Deck möglich, das größtenteils nur auf einem Typen basiert und Monster mit Triggereffekten auf die eigene Normalbeschwörung und/oder Monster spielt, die einen Vorteil daraus ziehen, als Tribut angeboten zu werden.
Ein Beispiel dafür sind Helden. Elementarheld Stratos hat die Liste der verbotenen und limitierten Karten jüngst endgültig verlassen und harmoniert sehr gut mit Gizmek-Yata. Man kann ihn als Normalbeschwörung beschwören, etwas suchen und dann als Tribut für Gizmek nutzen, um z.B. das gesuchte Monster gleich als Normalbeschwörung zu beschwören. Oder Qliphort, deren Monster Qliphort-Helix und Qliphort-Träger ihre Effekte aktivieren, wenn sie als Tribut angeboten werden und die mit Qliphort-Kundschafter und Qliphort-Monolith ebenfalls potenzielles Material für Cyber Drache Unendlichkeit spielen. Des Weiteren kommen Zombie-Decks in Frage. Dort kann man durch das Als-Tribut-anbieten den Effekt von Goblinzombie triggern, damit Zombiemeister suchen und diesen sofort als zweite Normalbeschwörung beschwören.
Zu guter letzt stellt die Karte auch noch sehr guten Support für Spirit-Monster dar, die bekanntermaßen allesamt nicht als Spezialbeschwörung beschworen werden können. Eine mächtige Zwei-Karten-Kombination ergibt sich hier mit Aratama. Dieser kann bei Normalbeschwörung ein hochstufiges Spirit-Monster suchen. Dann beschwört man Gizmek-Yata, indem man Aratama als Tribut anbieten, und kann ihn mit der zweiten Normalbeschwörung gleich ebenfalls als Tribut anbieten um das gesuchte Ziel zu beschwören, wodurch man sogar die 2050 LP als Bonus erhält. Alle Spirit-Tributmonster sind ziemlich gut, etwa Dunkler Staubgeist und Fenghuang als Board Wipes, oder, wenn man noch ein Tribut mehr organisiert kriegt bzw. Kraft verbessern kontrolliert, kann man sogar Hino-Kagu-Tsuchi oder Yamata-Drache beschwören, deren Effekte zu den mächtigsten Monstereffekten überhaupt zählen.
Platz 9: Losgekettete Seele der Raserei


Als nächstes haben wir den Vertreter eines neuen Themendecks, eines garstigen kleinen Link-Themas namens „Losgekettet“. Deren Strategie dreht sich darum, Monster des Gegners als Material für die eigenen Link-Beschwörungen zu missbrauchen, wobei Losgekettete Seele der Raserei noch den besonderen Vorteil hat, dies als Quick Effect zu können.
Gegnerische Monster als Materialien für eigene Beschwörungen zu verwenden ist die wahrscheinlich beste Art von Removal. Zum Einen natürlich, weil man selbst noch einen zusätzlichen Vorteil in Form des beschworenen Monstern bekommt. Zum Anderen, weil kaum ein Monster dagegen immun ist, sofern es überhaupt als Material in Frage kommt.
Superpolymerisation ist gerade in aller Munde, aber auch jeder, der die Zeit erlebt hat, als Monarchen Meta waren, sollte wissen, wie unfassbar krass brutal [hier 10 weitere steigernder Adjektive einfügen] nervig eine Beschwörung mit gegnerischen Materialien als Quick-Effekt sein kann (Stichwort: Ehther Stormforth).
Prinzipiell ist Losgekettete Seele der Raserei demnach ziemlich gut, schauen wir uns also mal die Einschränkungen an, wobei es da eigentlich nur eine gibt, nämlich dass das Monster, das man aus ihr und dem gegnerischen Monster beschwört, FINSTERNIS sein muss. Das ist allerdings nicht das Problem, denn mit der themeneigenen Losgekettete Seele der Angst, Albtraumritter Einhorn, Dekodier-Sprecher, Drillingsfeuerstoß-Drache und, im Orcust-Matchup, Galatea, der Orcust-Automat, stehen eigentlich genug gute Ziele zur Verfügung.
Das Problem ist einfach, dass Losgekettete Seele der Raserei für seine eigene Beschwörung ein anderes Losgekettete Seele-Monster benötigt, wovon es für das Main Deck bislang nur eine Alternative, nämlich Losgekettete Seele des Unheils, gibt. Die hat zwar auch den Effekt, mit ihr selbst und einem Monster des Gegners eine Linkbeschwörung durchführen zu können, ist allerdings auch ein Stufe-8-Monster ohne eingebauten Effekt zur Selbstbeschwörung.
Mit den Karten, die das Thema jetzt hat ist das Deck als Engine kaum spielbar und als eigenes Thema ist es einfach zu sehr vom Gegner abhängig, deshalb gibt es erstmal nur Platz 9. Aber die Karten könnten schon bald deutlich an Relevanz gewinnen, nämlich wenn im nächsten Hauptset „The Abominable Unchained Soul“ erscheint. Mit dieser kann man nämlich nicht nur Losgekettete Seele der Raserei beschwören, sondern sie ist auch eine durchaus generisch einsetzbare Handtrap. Vielleicht sollte man das Deck, als Splash oder Pur, ja dann als Rogue-Deck auf dem Schirm haben.
Platz 8: Dracho-Berserker der Tenyi


Die nächste Karte ist quasi der genau umgekehrte Fall. Zwar gehört sie formal einem Themendeck an, jedoch wird sie wohl ausschließlich generisch eingesetzt werden. Dracho-Berserker der Tenyi ist ein Synchromonster, Synchromonster brauchen Empfänger, und das Tenyi-Deck besitzt einen Empfänger. Und das war’s eigentlich auch schon an Synergie mit seinem eigenen Themendeck.
Beschworen werden kann das Stufe-8-Monster aus beliebigen Materialien und neben soliden 3000 ATK bringt es auch einige sehr mächtige Effekte mit. Einmal während des Spielzugs eines beliebigen Spielers, wenn ein Monster des Gegners seinen Effekt aktiviert, kann Dracho-Berserker der Tenyi dieses verbannen. „Leider“ wird der Effekt dabei nicht annulliert, wird also in den meisten Fällen trotzdem durchkommen, aber es ist trotzdem eine ziemlich gute Art von nicht-zielendem Removal, die den Gegner ordentlich unter Druck setzen kann.
Darüber hinaus kann er, wenn er ein Effektmonster durch Kampf zerstört (wobei Nichteffekt-Monster im Endboard aktuell quasi nichtexistent sind), seine ATK um dessen erhöhen und dann gleich noch einmal angreifen, was ihn zusätzlich zu einem fast so guten Beatstick wie Kalliberschwert-Drache macht.
Handelsübliche Decks werden derzeit allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach trotzdem eher zu Kalliberlade-Wilddrache greifen, aber sollte mal wieder ein Deck erscheinen, in dem Stufe-8-Synchros mehr als nur Kombo-Nebenprodukt sind, sollte man Dracho-Berserker der Tenyi definitiv im Hinterkopf haben.
Platz 7: Grosalamander Pyro-Phönix


Ach ja, die Grosalamander. Seit Kozmo wohl das Deck mit den meisten unterschiedlichen Spitznamen und auch im aktuellen Format noch eines der Top-Metadecks.
Auch in Chaos Impact ist wieder neuer Support vorhanden. Unter anderem das Bossmonster Grosalamander Pyro-Phönix, das hier auf Platz 7 gelandet ist.
Was macht der Bursche so? Fast schon beiläufig scheint er in seinem Effekttext zu erwähnen, dass man, wenn man ihn der Mechanik seines Decks folgend mit sich selbst als Material beschwört, mal eben alle Karten des Gegners zerstören kann. Ja, ganz Recht, ALLE. Also Raigeki und Harpyien-Flederwisch in einem. Darüber hinaus kann er übrigens auch noch dem Gegner eines seiner Link-Monster zurück geben und dabei einen Haufen Burn-Damage drücken, was aber außer für billige Siege à la Gagaga-Cowboy eher wenig relevant werden dürfte.
Warum also, bei einem im Grunde doch ziemlich guten Effekt und als Teil eines absoluten Top-Decks, nur Platz 7?
Nun, ich denke, der größte Feind von Grosalamander Pyro-Phönix ist sein eigenes Deck bzw. die ihm zugrunde liegende Mechanik der Link-Beschwörung mit sich selbst als Material. Denn die hat zur Folge, dass man jedes themeneigene Link-Monster gleich mindestens 2-, eher 3-mal spielen muss, wodurch der Platz im Extra Deck ziemlich limitiert ist. Folglich ist es eigentlich nur möglich, entweder Grosalamander Pyro-Phönix ODER klassisch Grosalamander Heißleo zu spielen. Der Trend scheint dabei jedoch, zumindest im OCG, eher zu letzterem zu gehen. Möglicherweise, weil die Beschwörung eines Link-4-Monsters dann doch etwas zu umständlich ist. Oder aber es hat damit zu tun, dass es beim Gegner, wenn man so weit ist, die Beschwörung eines solchen Monsters mit sich selbst als Material durch zu bekommen, meist eh nicht mehr viel zu zerstören gibt.
Platz 6: Versuchspanther


Neuer Support für alte Themen hat in den Hauptsets nun schon lange Tradition. Dieses Mal hat es unter Anderem die Gladiatorungeheuer erwischt. Ein echter Fanfavorit, was auch der Grund ist, warum ich sie relativ hoch eingeordnet habe, auch wenn Grosalamander Pyro-Phönix und die Losgekettet-Karten für das Meta relevanter sein könnten.
Und was das für Support ist! Retourkutsche des Gladiatorungeheuers ist eine verbesserte, such- und recyclebare Wiedergeburt ohne Once-per-turn-Klausel für das Thema, Zurückweisung der Gladiatoren ist wirksamer Schutz und Swarming-Instanz in einem und Gladiatorungeheuer Domitianus ein neues Bossmonster, das als Schnelleffekt ohne weitere Einschränkungen Monstereffekte (einschließlich Handtraps) annullieren kann und darüber hinaus auch noch fette 3500 ATK vorweisen kann.
Dennoch habe ich mich für Versuchspanther als „Repräsentant“ des Themas entschieden, weil das Link-Monster all das erst ermöglicht. Denn während Gladiatorungeheuer Dragases noch vergeblich versucht hat, die alte Battle Phase-zentrierte Spielweise zu bewahren, blickt Versuchspanther der neuen Identität seines Decks als Going-1st-Kombodeck, bei dem fast das ganze Spiel in der Main Phase 1 abläuft, ins Gesicht.
Mit mindestens einem Gladiatorungeheuer-Monster als Material beschworen, sucht er einem zunächst eine beliebige Gladiatorungeher-Karte auf die Hand. Beliebtestes Ziel, wenn es sich nicht bereits auf der Hand befindet, dürfte dann wohl Retourkutsche des Gladiatorungeheuers sein, das einem eines der Materialien wieder aufs Feld holt, das dann als Ziel für den zweiten Effekt des Panthers herhalten kann. Mit diesem kann er ähnlich seinem Gegenstück Versuchstiger, allerdings ohne sich selbst als Tribut zu verlangen, ein Gladiatorungeheuer gegen ein anderes austauschen und es dabei so behandeln, als wäre es durch den Effekt eines Gladiatorungeheuer-Monsters beschworen worden. Dann kann man über Gladiatorungeheuer Darius, Gladiatorungeheuer Augustus oder Gladiatorungeheuer Equeste, das Retourkutsche der Gladiatorungeheuer recycled, weitere Spezialbeschwörungen rausleiern. Das Resultat sind überaus schwer zu brechende Boards mit mindestens drei Interruptions, die sich vor der Konkurrenz keineswegs zu verstecken brauchen. Damit einher geht dann aber natürlich auch wie von anderen Kombodecks bekannt eine Schwäche gegenüber Handtraps und Kein Dunkler Herrscher mehr.
Ich muss ich ehrlich sagen: Ich weiß nicht so ganz, was ich von den neuen Gladiatoren-Karten halten soll. Ich mag das Deck, oder besser gesagt, mochte es. Damals in World Championship 2011 auf dem Nintendo DS war es eines der stärksten und spaßigsten Decks, die man spielen konnte, heute ist es ein weiteres All-Or-Nothing-Kombodeck. Alte Helden wie Gladiatorungeheuer Bestiari, Gladiatorungeheuer Laquari und Gladiatorungeheuer Darius sind 1-offs geworden, Gladiatorungeheuer Gyzarus und Gladiatorungeheuer Heraklinos Komboschmuck. Stattdessen sind Gladiatorungeheuer Andal mit Rettungskaninchen und Gladiatorungeheuer Augustus jetzt der Way to go. Es fühlt sich fast an wie damals mit dem Release des Monarchen-Structure Decks. Beides sind Decks, deren komplette Spielmechanik veraltet ist. Und jetzt, nach Anpassung an ihre jeweilige Zeit, sind sie höchstens noch ein Schatten ihrer selbst.
Platz 5: Firewall-Drache Dunkle Flüssigkeit


Ah shit, here we go again, mag man sich denken, wenn man sieht, dass es WIEDER ein Firewall-Drache auf das Cover eines Hauptsets geschafft hat. Aber die unter euch, die jetzt PTBS-Flashbacks bekommen, können beruhigt sein, denn Firewall-Drache Dunkle Flüssigkeit hat nicht viel mit seinem „schwächeren“ Gegenstück gemein. Und außerdem, nachdem die Übersetzer ihre einmalige Gelegenheit auf einen „Feuerwand-Drachen“ verpasst haben, ist ihnen endlich ein richtig bescheuerter Name gelungen!
Zurück zum Effekt. Klar, das allererste Link-5-Monster kann in der Battle Phase bis zu 13000 ATK haben, aber solche 1-Monster-OTKs sind seit Kaliberschwert-Drache, Grosalamander Violette Chimäre und nicht zuletzt Nummer 39: Utopiadoppel ja nicht mehr wirklich etwas Neues. Und auch einen obligatorischen Negate als Schnelleffekt, für andere Monster, hat er auf Lager.
Das Ding ist, dass er dafür Zähler braucht. Und diese Zähler erhält er nur, wenn sich Ritual-, Fusions-, Synchro- oder Xyz-Monster vom Cyberse-Typ im Friedhof befinden (Link-Monster wurden in der Auswahl glücklicherweise ausgelassen), diese sehen derzeit allerdings nur wenig Play.
Das Grosalamander-Deck sollte dank Grosalamander Wunderhengst standardmäßig immerhin ein Xyz-Monster irgendwie im Friedhof haben, das Thema beinhaltet aber auch ein Fusions- und ein Ritualmonster, die üblicherweise jedoch nicht gespielt werden. Darüber hinaus ließe sich Frequenzweichen-Chimäre über Instantfusion relativ problemlos in jedes Deck integrieren. Das Problem dabei ist, dass Firewall-Drache Jägermeister als Bossmonster zwar stark ist, sich aber ohne weitere Änderungen nicht wirklich in bestehende Builds integrieren lässt. Und stark genug, dass sich solche Änderungen lohnen würden, ist er dann auch nicht, nicht zuletzt, weil Monster wie Apollousa, Bogen der Göttin und Kaliberschwert-Drache bei ähnlichen Effekten deutlich einfacher zu benutzen sind. Aber für Cyberse-Decks im Playmaker-Stil mag er durchaus eine Bereicherung sein.
Platz 4: Marinzessin Doktorfisch


Schon im letzten Ranking hat es das Marinzessin-Thema ja relativ hoch geschafft, und der neue Support macht es noch um ein Vielfaches besser.
Nicht ganz unschuldig daran ist Marinzessin Doktorfisch, mein Platz 4, weil sie für das Deck den perfekten Starter darstellt. Bei ihrer Normalbeschwörung schickt sie Marinzessin Seepferdchen vom Deck auf den Friedhof, dann beschwört man Marinzessin Blauschnegel, holt mit dieser Seepferdchen zurück, beschwört sie mit ihrem eigenen Effekt, beschwört Marinzessin Korallenanemone, beschwört eines der anderen Monster vom Friedhof, und beschwört Marinzessin Marmorierter Stein. Mit irgendeinem Extender kann man jetzt auch noch auf das neue Link-4-Bossmonster Marinzessin Wunderherz aufleveln. Die Strategie des Decks ist also immer noch recht… straightforward (ernsthaft, wie sagt man das auf Deutsch?). Nebenbei besitzt Marinzessin Doktorfisch übrigens auch noch einen Effekt, der ziemlich genau dem von Topf der Gegensätzlichkeit entspricht und aktiviert wird, wenn sie das Spielfeld verlässt.
Mit Chaos Impact wird das Marinzessin-Deck als eigenes Thema wirklich spielbar. Neben dem Highlight, Doktorfisch, erscheint noch besagtes Bossmonster Marinzessin Wunderherz, der Feldzauber Marinzessin-Kampfozean, der dieses Bossmonster mit Ausrüstungs-Monstern für ihren Effekt ausstattet, Marinzessin Kristallherz, das die übrigen Link-Monster unter Einfluss des Feldzaubers zu unberührten Bossmonstern nach Machart von Apoqliphort-Türme macht und Marinzessin Meeresengel, die den Feldzauber suchen kann. Außerdem kommen noch Marinzessin Mandarine, ein Extender, ein paar eher unbrauchbare Fallenkarten und die ebenfalls eher irrelevante Marinzessin Kampffisch.
Platz 3: Schlägerdrache


Weniger hübsch betreten wir das Treppchen mit Schlägerdrache, faktisch gesehen ein Rakkete-Monster, ein Thema, das für mich ja zu den Top-Anwärtern auf das Thema mit den hässlichsten Artworks gehört.
Aber hier geht es ja nicht ums Aussehen. Spielerisch gesehen verstärkt er das Dragon Link-Deck, das vor dem Erscheinen von Chaos Impact für ordentlich Furore gesorgt hat und gute Chancen gehabt hätte, das nächste „Tier 0“-Deck zu werden, hätten die letzten beiden Banlists nicht rechtzeitig eingegriffen und Verdunklungs-Lindwurm, Weißer Drache Lindwurmstrahl, Schwarzer Drache Kollapschlange und vor allem Wachdrache Agarpain eingeschränkt.
Schlecht ist das Deck deswegen aber keineswegs und sollte nach CHIM als ein potenzieller Meta-Anwärter definitiv im Auge behalten werden.
In Decks mit geringem Anteil von Rakkete-Monstern dient Schlägerdrache dabei in erster Linie als Link-Pfeil. Hat man ein Link-Monster mit den typischen Unten links/unten rechts-Pfeilen, z.B. Priesterliches Siegel der himmlischen Sphären, kann man Schlägerdrache oder Wachdrache Elpy in dessen eine verlinkte Zone beschwören und dann den jeweils anderen in die Zone, auf die der erste zeigt. So hat man unter dem anderen Pfeil des Link-2-Monsters eine Zone geschaffen, auf die zwei Link-Monster zeigen, und in die Elpy Rotäugiger Finsterer Metalldrache beschwören kann.
Beschließt man jedoch, einige Rakkete-Monster in sein Deck zu integrieren, kann man noch viel mehr machen. So kann man beispielsweise den suchbaren Bootsektor-Start nutzen, um ins Spiel zu kommen, und anschließend den letzten Effekt von Schlägerdrache verwenden, um ihn selbst zu zerstören und zum Extender zu machen. Gespielt werden dann vor allem die Rakkete-Empfängermonster, um spielstarke Synchromonster wie Kallibrierlade-Wilddrache oder F.A. Tagesanbruchs-Dragster zu beschwören.
Platz 2: I:P Maskerena


Ein echtes Cutie haben wir dafür auf Platz 2. Auch zwei Jahre nach ihrem Release fallen Link-Monster nach wie vor durch ihre hohe Waifu-Dichte auf, wofür I:P Maskerena wieder ein tadelloses Beispiel ist. Konsequenterweise ist sie auch einer der Karten, die in der neuen und jetzt schon scherzhaft „Waifu Rare“ genannten Seltenheit Prismatic Secret Rare erscheint und dürfte in dieser Version wohl die teuerste Karte des Sets werden.
Aber hier geht es immer noch nicht ums Aussehen und auch spielerisch hat I:P Macarena (Viel Spaß mit dem Ohrwurm!) einiges zu bieten. Wobei, eigentlich nur eins, aber das ist dafür ziemlich gut.
Zunächst einmal ist sie ein generisches Link-Monster mit den typischen unten rechts/unten links Pfeilen, das einfach nur zwei Nicht-Link-Monster als Material benötigt, also in jedem Deck eigentlich ziemlich problemlos beschworen werden kann. Und dann hat sie noch einen Effekt, der an Formelsynchron erinnert und mit dem sie im gegnerischen Spielzug eine Linkbeschwörung mit sich selbst als Material durchführen kann. Mit nur einem weiteren Material kann sie somit zur Interruption im gegnerischen Zug werden, indem Albtraumritter Einhorn beschworen wird, dessen Effekt bei seiner Linkbeschwörung triggert. Das Einhorn ist ohnehin schon Staple in den meisten Decks und wird durch die kleine, hübsche Ergänzung von I:P Maskerena noch ungleich stärker und in dieser Kombination wohl tatsächlich Einzug in die meisten Decks finden.
Daneben hat Maskerena übrigens auch noch einen Effekt, der das Monster, das mit ihr als Linkmaterial beschworen wird, davor bewahrt, durch gegnerische Karteneffekte zerstört zu werden. So kann man zum Beispiel Apollousa, Bogen der Göttin noch furchterregender machen. Und auch der gute, alte Dekodier-Sprecher kann so zu einem ziemlich schwer zu überwindendem Monster werden.
Platz 1: Sternenvasall Seyfert


Es ist nun also an der Zeit, den ersten Platz zu verkünden. Und, nach unserem kleinen Ausflug zu den generischen Karten, wenden wir uns damit wieder dem Dragon Link-Deck zu und der Karte, die dieses um sich herum aufbaut: Sternenvasall Seyfert.
Dieser hat einen Effekt, mit dem man Drachen-Monster von Hand oder Feld auf den Friedhof schicken kann, um seiner Hand dann ein Drachen-Monster hinzu zu fügen, dessen Stufe der zusammen addierten Stufe der gesendeten Monster entspricht. Eine Einsatzmöglichkeit dieses Effekts ist zum Beispiel, ihn selbst vom Feld auf den Friedhof zu schicken, um seiner Hand Schwarzer Drache Kollapschlange hinzuzufügen, der anschließend sofort mit Seyfert als Material beschworen werden kann und dann für allerlei Wachdrachen-Plays zur Verfügung steht. Wenn man einen anderen Drachen der Stufe 4 zur Hand hat, kann man allerdings auch einen der zahlreichen guten Stufe-8-Drachen suchen.
Außerdem kann er, wenn er im Friedhof liegt, sich von dort verbannen, um der Hand eins dieser Drachen-Monster vom Friedhof hinzu zu fügen. Man kann dies nutzen, indem man beispielsweise Chaosdrache Levianier oder Chaos-Imperatordrache, Gesandter des Endes mit Drachenschrein, Drachenschlucht oder Inzahlungnahme auf den Friedhof befördert und anschließend gegen Ende der Kombo zurück auf die Hand holt, von wo aus man sie beschwören kann, um seinem Board um ein mächtiges Rang-8-Xyz-Monster wie Nummer 38: Hoffnungsvorbote Drachentitanengalaxie zu ergänzen.
Seyfert ist zweifellos das Herzstück des Dragon Link Decks, aber auch für andere Decks sollte man ihn im Auge behalten. Beispielsweise kann er im Blauäugig-Deck Blauäugiger alternativer Drache live machen, indem man mit seinem ersten Effekt entweder diesen oder den normalen Blauäugiger weißer Drache, welchen man halt gerade zur Hand hat, abwirft, um den anderen zu suchen. Dann muss man Seyfert noch irgendwie in den Friedhof bekommen (im zweifelsfall verarbeitet man ihn halt zu Wachdrache Elpy o.Ä.) und kann ihn dann von dort verbannen, um das abgeworfene Monster zurück auf die Hand zu befördern. Im Dragunity-Deck kann er außerdem theoretisch sich selbst und Dracheneinheit Phalanx, Dracheneinheit Kuse oder Dracheneinheit Aklys auf den Friedhof schicken, um Dracheneinheit Waffe Mistilteinn zu suchen und im Guru-Control-Deck könnte er theoretisch benutzt werden, um Unterterror Guru zu suchen.
Honorable Mentions:


Die gibt es natürlich auch wieder, auch wenn ich dieses Mal ausnahmsweise nicht behaupten werde, es seien so wahnsinnig viele, denn um ehrlich zu sein hatte ich in diesem Set schon Schwierigkeiten, überhaupt eine Top 10 zu füllen.
Wie auch immer. Besonders angetan hat es mir, wie sich manche vielleicht aufgrund meines Avatars im Forum denken können, z.B. Luna, der Finsternisgeist. Deren Effekt ist zwar mehr als belanglos, aber sie ist ein ganz brauchbarer Extender und „Ersatz“ für Weißer Drache Lindwurmstrahl insofern, als das sie ein Stufe-4-Monster ist, das einfach durch Verbannen eines Finsternis-Monsters vom Friedhof beschworen werden kann. Als solcher z.B. brauchbar in Schwarzflügel-Decks, wo sie eine ganz nette Synergie mit Schwarzflügel – Auster der Südwind hat. Aromagisterin Majoran hat es mir ähnlich angetan und ist Teil einer neuen Welle von Aroma-Support.
Dann gibt es da noch Friedliches Begräbnis, ein Törichtes Begräbnis als Fallenkarte, das leider mit einer Einschränkung à la Sangan viel zu langsam ist, und Dracho-Meister der Tenyi, ein sehr generisches Link-3-Monster mit perfekten Pfeilen und soliden ATK, das quasi nicht durch Kampf zerstört werden kann und, sollte man in seinem Deck normale Monster spielen oder einen kleinen Umweg über LANphorhynchus gehen, auch Monster des Gegners zerstören kann. Dann gibt es noch ein paar Fallen, die es hauptsächlich nicht ins Ranking geschafft haben, weil es halt Fallen sind. Wiederaufbau der Welt zum Beispiel hat nicht nur einen schönen, poetischen Namen, sondern kann auch ein Weltvermächtnis-Monster ohne wirkliche Einschränkungen vom Deck beschwören. Brutale Bestienschlacht hingegen ist eine Art schlechtere Rivalität der Kriegsherren für Arten von Extra Deck-Beschwörungsarten, die extrem nischig theoretisch auch als Draw-Engine benutzt werden kann. Ebenso nischig ist darüber hinaus Der mit den Bestien tanzt mit der man, wenn der Gegner einen direkt mit mindestes 8000 ATK auf dem Feld angreift, drei Monster als Spezialbeschwörung beschwören kann.
Zu guter letzt möchte ich noch einmal kurz darauf hinweisen, was inzwischen so für Karten rauskommen, ohne dass es (zurecht) irgendjemanden interessiert, die aber vor 10 Jahren absolutes Staple-Potenzial gehabt hätten. Geistergewirr z.B. ist der erste normale Zauber, der ohne Abwurfkosten oder Ähnliches ein frei wählbares Monster des Gegners vom Feld nehmen kann (wenn auch nur bis zur End Phase) und Geleekanone ist eine Battle Trap, die dem guten alten Dimensionsgefängnis im Grunde in nichts nachsteht.
Schlusswort:
So, das war’s erstmal wieder. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen. Was haltet ihr vom neuen Set? Würde eure Top 10 anders aussehen? Und wie glaubt ihr, wird sich das Dragon Link-Deck bewähren? Lasst es mich im Diskussionsthread wissen!
Und auch dieses Mal gibt es wieder einen Satz zum Vervollständigen: „Wenn mein Gegner im kommenden Format Dragon Link spielt, plane ich die Zeit, während er seine Kombo durchführt, totzuschlagen, indem ich ___________ .“
Viel Spaß und bis zum nächsten Mal!

- Leseleff -