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Die besten Karten aus 2019 - Honorable Mentions

von Leseleff am 07.12.2019 um 18:05 Uhr
Hallo alle zusammen! Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu und damit nähert sich weiter der Tag, an dem die Erde von der Sonne verschlungen wird. Das ist zum Glück noch ein paar Millionen Jahre hin, also habt ihr genug Zeit, noch ein paar spannende Artikel auf eTCG zu lesen!
Und weil Deckcreator16, Voltii und ich dieses Jahr tatsächlich rechtzeitig mit der Planung angefangen haben, präsentieren wir euch dieses Jahr nicht einfach die Top 15 des Jahres in einem Rutsch, sondern machen es wie die großen Filmstudios und splitten das ganze in einen Haufen Fortsetzungen! Ab heute bis Weihnachten dürft ihr euch also als eine Art Adventskalender und Jahresrückblick in einem jeden Dienstag und Samstag auf eine neue Portion des großen Rankings freuen, wobei den Anfang ich mit den Honorable Mentions mache.

Doch weil das Leben, zumindest meins, ja nicht nur aus Yu-Gi-Oh! besteht, möchte ich euch noch kurz ein paar meiner privaten Eindrücke des Jahres mitteilen. Falls euch das nicht interessiert, springt einfach zum nächsten Abschnitt vor.
Ich habe das Jahr 2019 in mehrerer Hinsicht positiv erlebt. Am bedeutendsten ist für mich, dass es ein Jahr des politischen Erwachens war. Während in Hongkong um die Demokratie gerungen wird, hat halb Südamerika der Korruption den Kampf angesagt. Doch auch hier in Europa ist insbesondere die junge Bevölkerung aus dem politischen Schlaf erwacht. Mit Protesten gegen Artikel 13, Fridays for Future, Extinction Rebellion und dem Ok Boomer-Meme trugen sie ihren Unmut darüber auf die Straßen und ins Netz, dass zu einem erschreckend hohen Anteil Alte Männer über eine Zukunft entscheiden, die sie selbst kaum noch erleben werden. Das kann ich als Mensch unter 50 eigentlich nur begrüßen.
Um ein weniger kontroverses Interesse meinerseits anzuschneiden, mit viel Hoffnung habe ich auch die Entwicklungen im Kino dieses Jahr beobachtet. Mit Avengers: Endgame hat das im vergangenen Jahrzehnt überdominante Marvel-Universum wohl seinen Zenit erreicht, von nun an geht es scheinbar ohne viele der alten Gesichter und in deutlich geringerem Tempo weiter. Der Film brauchte länger als erwartet, um der erfolgreichste Film aller Zeiten zu werden, stattdessen hat ein anderes, meiner Meinung nach deutlich hochwertigeres, Werk das öffentliche Interesse in diesem Jahr dominiert. Joker hat Millionen von Comicfilm-Fans gezeigt, dass Filme auch ohne Raumschiffe, Helden und Stundenlange CGI-Fights funktionieren können. Des Weiteren war ich neulich an meiner Universität im Hörsaalkino, wo Bohemian Rhapsody gezeigt wurde und so viele junge Leute angezogen hat, dass außerplanmäßig noch ein zweiter Hörsaal besetzt wurde. All diese Umstände wecken in mir die Hoffnung auf ein wachsendes Interesse des Mainstreams an ungewöhnlicheren, mutigeren Filmen, die nicht Teil 12 ihrer jeweiligen Reihe sind.
Privat habe ich übrigens dieses Jahr meinen Bachelor bestanden, allerdings hat sich RTL leider noch nicht gemeldet, um mich in eine Villa mit 20 schönen Frauen zu stecken…
Um wieder zu Yu-Gi-Oh! zurückzukehren, auch hier empfand ich die Entwicklung am vergangenen Jahr als positiv (was nach FTK-Jahr 2018 allerdings jetzt auch nicht soo schwierig war), aber darüber werden ich und meine Kollegen euch ja in den nächsten Wochen noch genug erzählen. Also dann, los geht’s mit dem Artikel!
Gizmek-Oroshi, der Schlangotron-Himmelsschlitzer und Raus Hier!


Unser erstes Paar passt nicht wirklich zusammen, sie waren halt die beiden Karten, die übrig blieben. Außerdem kompensiert Raus hier!] mit ihrem kurzem Namen ganz gut das ganze Schlangotron-Gedöns, sodass beides zusammen noch in eine Titelbox passt.
[[Gizmek-Oroshi, der Schlangotron-Himmelsschlitzer erschien Ende Juli in Rising Rampage und ist zunächst einmal ein generischer Extender der wertvollen Stufe 8 für eigentlich alle möglichen Decks. In einem bestimmten Deck zeigte er jedoch im vergangenen halben Jahr seine ganze Klasse: Das „Gren Maju OTK“ Deck, eines der derzeit wohl besten Rogue-Decks, dass immerhin einen zweiten Platz auf der YCS Portland erreichen konnte. Dessen Idee ist es, einen Haufen ohnehin schon guter Karten wie Topf der Begierden, oder Millionenfresser zu spielen, die dabei als „Kosten“ zufällig Karten verbannen, sodass Gren Maju Da Eiza einen lächerlich hohen ATK-Wert erreicht, mit dem er einfach über irgendein beliebiges Monster rennen und so das Spiel beenden kann. Und da kam unser Schlangi mit seiner Beschwörung + Removal für 11 Verbannte Karten (aka 4400 Gren Maju-Angriffspunkte) natürlich sehr gelegen.
Raus Hier! erschien auch in Rising Rampage (Hey, dann haben die beiden ja doch eine Gemeinsamkeit!) und lief bei vielen wohl etwas unter dem Radar. Und doch hat sie gelegentlich Play in verschiedenen Decks gesehen, denn einer der Trends 2019 war, dass wieder vermehrt Fallenkarten gespielt wurden. Okay, meist handelte es sich dabei um im Laufe der Kombo suchbare Feierliches Urteil-Verschnitte (Orcust-Crescendo und Grosalamander-Gebrüll), um Feierliches Urteil selbst, um Floodgates (Beschwörungslimit und Es kann nur einen geben) oder um Karten, die von der Hand aktiviert werden können (Unendliche Unbeständigkeit und Roter Neustart). Aber auch „echte“ Fallen erfuhren ein gewisses Wiederaufleben, vornehmlich in Kombination mit Fallentrick. Ein beliebtes Ziel dafür war z.B. Artefakt-Heiligtum, oder eben Raus Hier!. Deren Effekt erlaubt es übrigens, zwei vom Extra Deck beschworene Monster des Gegners wieder zurück ins Deck zu mischen. Simpel also, aber wirkungsvoll.
Fusionsschicksal und Marinzessin Marmorierter Stein


Als nächstes habe ich hier eine Karte, bei der ich mich ärgere, dass sie mir im Mai in meiner Top 10 Liste von Dark Neostorm auch nur eine honorable Mention wert war. Allerdings konnte ich da auch noch wirklich wissen, dass 2019 das Jahr der HELDen sein würde. Fusionsschicksal ist eine Fusionszauberkarte für das Unterthema der Schicksalshelden, mit dem man eines ihrer Fusionsmonster mit Materialien vom Deck beschwören kann. Wobei das Fusionsmonster weniger wichtig ist als die Tatsache, dass man es quasi für umsonst beschwören und dabei noch Karten wie Schicksals-HELD – Malicious vom Deck in den Friedhof schicken kann. So stellte die Karte im vergangenen Jahr den Anfang einer Welle großzügiger Helden-Geschenke seitens Konami dar, in die sich zusätzlich noch Visions-HELD Faris im Juli, Böser HELD Adusted Gold und Böser HELD Malicous im September, die vollständige Entlimitierung von Elementar-HELD Stratos und Schicksals-HELD Malicious sowie einige weitere großartige Karten wie Elemental Hero Sunriser und Elemental Hero Liquidman, die aktuell noch OCG-exklusiv sind, einreihen. Das alles hat dazu geführt, dass Helden sich inzwischen wieder ganz oben in der Rogue-Liga behaupten können.
Was die Marinzessinnen angeht, weiß ich nicht mehr wirklich, was ich noch zu denen sagen soll. Sie erschienen in Juli und Oktober in Rising Rampage und Chaos Impact und stellen ein weiteres durchaus solides Rogue-Deck dar, das strategisch auf Link-climbing und einen eher kleinen Monster-Core setzt. Wenn ihr mehr über die einzelnen Karten und Kombos erfahren wollt, empfehle ich euch, einfach bei meinen beiden Top 10s zu den jeweiligen Hauptsets vorbei zu schauen.
Cherubini, Schwarzer Engel des brennenden Abgrunds und Schwarz Glänzender Soldat – Soldat des Chaos


Die Link VRAINS Packs aus dem OCG sind die vielleicht beste Produktreihe, die es jemals gegeben hat. Leider haben wir im TCG sie in dieser Form nie in Händen halten dürfen, stattdessen entschied man, die neuen Karten lieber auf alle möglichen Produkte weitläufig zu verteilen.
So auch in diesem Jahr, wo mit Cherubini, Schwarzer Engel des brennenden Abgrunds eine der letzten Karten aus dem Link VRAINS Pack 1 in Dark Neostorm erschien, aber auch Schwarz Glänzender Soldat – Soldat des Chaos aus dem VRAINS Pack 2 in Battles of Legend: Hero’s Revenge.
Cherubini ist auf den ersten Blick erst einmal ein ziemlich guter, generischer Extender, allerdings hat er im vergangenen Jahr kaum wirkliches Play gesehen. Deswegen gebe ich an dieser Stelle auch offiziell zu, dass ich ihn damals in meiner Top 10 für DANE nur wegen der coolen „The Dark Knight“-Überleitung auf Platz 1 gesetzt habe. Nichtsdestotrotz ist er eine Karte mit großen Potenzial, die sicher mehr gespielt worden wäre, wenn mit Geschwindigkeitsroid Terrorkreisel und Fremdenführerin aus der Unterwelt nicht die besten Stufe-3-Engines limitiert und damit faktisch unspielbar gewesen wären.
Der Glitzersoldat ist ebenfalls ein eher nischiges Link-Monster, das in Decks, die sein volles Potenzial entfalten können, aber auch sehr mächtig sein kann. Schon so besitzt er für ein generisches Link-3-Monster einen beeindruckenden ATK-Wert und gute Link-Pfeile, beschwört man ihn allerdings mit mindestens einem Monster der Stufe 7 oder höher als Material, kann er außerdem nicht angezielt oder durch Karteneffekte zerstört werden und erhält noch eine ganze Stange weiterer guter Effekte hinzu, die aktiviert werden können, wenn er ein Monster durch Kampf zerstört. Er schwillt dann also durchaus zu einer Avengers Level Threat heran, die dank Superpolymerisation und Dinowrestler Pankratops auch in ziemlich vielen Decks nutzbar ist. Sein größter Feind ist daher meiner Meinung nach das Kartenlimit von 15 Karten im Extra Deck, weshalb man sich zweimal überlegen muss, ob man einen dieser wertvollen Plätze für ein Monster opfert, das Bestandteil keiner wirklichen Kombo ist und auch nur in manchen Situationen wirklich sinnvoll beschworen werden kann.
Kalliberlade-Wilddrache und Ib die Weltkelch-Justiziarin


Das letzte Duo besteht aus zwei Synchromonstern. Das eine ist Kalliberlade-Wilddrache, ein Monster der Stufe 8, das ganz zu Beginn des Jahres in Savage Strike erschien und seitdem neben Psi-Hüllenlord Omega das Synchromonster der Wahl in Decks war, die ihn beschwören konnten. Denn mit seinem Effekt kann er sich mit einem Link-Monster vom Friedhof ausrüsten und dann nach Lust und Laune Karteneffekte annullieren, wodurch er zur gefürchteten Gruppe der „Negater“ gehört. Wobei, das Spiel dreht sich inzwischen um eigentlich nichts Anderes mehr, deshalb ist es schon komisch, dabei von „gefürchtet“ zu sprechen. Ich meine, fürchten sich denn Kendo-Kämpfer vor den Bambusschwertern?
Wie auch immer. Um einen Haufen Negater aufs Feld zu legen, braucht man Extender, und hier kommt die nächste Karte ins Spiel, die es von allen Honorable Mentions am knappsten nicht in die Top 15 geschafft hat. Die Rede ist von Ib die Weltkelch-Justiziarin, einem Synchro-Empfängermonster der Stufe 5, deren wichtigster Effekt es ist, eine „Weltvermächtnis“-Karte suchen zu können. Was schon ziemlich gut ist, wenn man bedenkt, dass dadurch dank Erbe des Weltvermächtnisses quasi Wiedergeburt suchbar ist. Aber wirklich gebrochen haben die Karte, wie viele andere auch, erst die Wachdrachen. Diese brachten mit Weltvermächtnis-Wachdrache nicht nur eine noch bessere, suchbare Wiedergeburt-Variante mit, sie konnten auch noch besonders sinnvoll davon Gebrauch machen, dass Ib bei ihrem Ableben (aka ihrer Verwendung als Linkmaterial) ein Weltkelch-Monster vom Deck beschwören kann. Denn weil Weltkelch-Wachdrache ein Drache der Stufe 4 oder niedriger ist, konnte er als Material für die „spaßigen“ Wachdrachen-Link-Plays benutzt werden.
Schlusswort
So, das war’s erstmal von mir. Vielen Dank für’s Lesen, ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen. Von mir lest ihr dann nächstes Wochenende für die Plätze 12-10 wieder, vorher ist allerdings noch Voltii mit den Plätzen 15-13 dran. Ratet doch bis dahin schonmal im Diskssionsthread, welche Karten dann wohl genannt werden!

- Leseleff -