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Die besten Karten aus 2019 - Plätze 12-10

von Leseleff am 14.12.2019 um 10:03 Uhr

Hallo alle zusammen und willkommen zurück! Ich bin’s wieder, Leseleff, und ich werde euch heute die Plätze 12-10 unseres großen Rankings der besten Karten des Jahres 2019 präsentieren (ob ihr es wollt oder nicht! Obwohl, theoretisch könnt ihr einfach aufhören, zu lesen. Aber bitte tut es nicht :( )
Bevor wir loslegen, hier jedoch noch mein (erneut auf freiwilliger Basis überspringbares) Off-Topic-Gelaber. Denn weil ich letztes Mal ja ein bisschen über meine positiven Eindrücke des vergangenen Jahres geschrieben habe, möchte ich jetzt ein paar Dinge ausdrücken, die mir weniger gefallen haben. (Ja, dramaturgisch wäre es anders herum sinnvoller gewesen, jedoch kam ich auf diese Idee erst zu spät). Von Umweltpolitik brauche ich gar nicht erst anfangen, was mir aber sehr stark missfallen hat, war die Art und Weise, wie Kritik an den weitreichenden Klimaprotesten geübt wurde. Und zwar vor allem mit einem Phänomen: Dem Whataboutism, auch bekannt als das beschissenste Argument seit dem Nazi-Vergleich. Das ganze funktioniert so: „Du willst etwas für den Planeten tun, aber du produzierst bestimmt 40% soviel Plastikmüll wie ich. Deshalb bist du als Klimaschützer (btw, Plastik und Klimawandel haben nur entfernt miteinander zu tun) genau so wenig ernst zu nehmen wie ich, der gar nichts macht!“ Liebe Klimaskeptiker: Seit doch wenigstens ehrlich genug, um zuzugeben, dass ihr entweder nicht an den ganzen Scheiß glaubt oder er euch zumindest nicht interessiert. Die Aktivisten selbst hätten sich übrigens meiner Meinung nach gerne etwas weniger auf den Klimawandel konzentrieren dürfen. Ich als angehender Biologe bin z.B. der Meinung, dass dieser eher ein kleineres der vielen menschengemachten Übel für die Umwelt ist.
Auch sehr enttäuscht hat mich, als der ADAC sich gegen ein Tempolimit auf Autobahnen ausgesprochen hat. Ich selbst habe keine starke Meinung für oder gegen das Tempolimit, aber die Tatsache, das eine Autopannenhilfe (!) sich dagegen ausspricht, zeigt meiner Meinung nach ziemlich deutlich, dass da etwas faul ist.
Um das „Gespräch“ dann langsam wieder in die Nähe von Yu-Gi-Oh! Zu rücken, auch gewisse Trends in der Fankultur haben mich sehr enttäuscht. Insbesondere die Reaktionen auf die letzte Staffel Game of Thrones, die selbst vor meinem engsten Freundeskreis nicht halt gemacht haben. Ich selbst schaue GoT nicht, daher habe ich keine Ahnung, wie schlecht die wirklich war. Aber eins weiß ich: Eine Petition mit dem Titel „Macht die 8. Staffel GoT neu, aber mit kompetenten Drehbuchautoren“ könnte wunderbar das Bild zu einem Lexikoneintrag mit dem Titel „Toxic Fandom“ sein.
Aber insgesamt würde ich das Jahr weiterhin eher positiv bewerten. Deshalb lasst uns, bevor ich mich weiter in Rage schreibe, endlich mit dem eigentlichen Artikel loslegen! Als kleiner Tipp vorweg: Ich habe mir die drei folgenden Platzierungen absichtlich ausgesucht, weil es alles Karten sind, die ich nicht in meinen sonstigen Top-10-Artikeln zu den Hauptsets behandelt habe. Ich habe jetzt also die Ehre, euch diese tollen (?) Karten jetzt zum allerersten Mal vorzustellen!
Platz 12: Topologik-Zeroboros


Auch dieses Jahr hat es ein tolles Topologik-Link-Monster es in das Ranking geschafft. Erschienen ist der Gude im August im Structure Deck: Rokket Revolt, aber wie die anderen Topologik-Monster ist er in eigentlich jedem Deck zu gebrauchen.
Und ganz so krebserregend wie sein Kollege aus dem letztjährigen Ranking ist er nicht, wenn auch nur knapp.
Mit mindestens zwei beliebigen Effektmonster beschworen besitzt er den Effekt, dass, wenn ein anderes Monster in eine Zone beschworen wird, auf die ein Link-Monster zeigt, alle Karten auf dem Spielfeld verbannt werden. Mit anderen Worten, er überreagiert ein bisschen und entfesselt eines der derzeit mächtigsten Board Wipes überhaupt. Theoretisch stellt er damit ein sogenanntes „Soft Lock“ dar, das dazu führt, dass der Gegner, wenn Zeroboros in eine Extra Monster Zone beschworen wurde und er sein Feld behalten will, höchstens ein Monster, dass vom Extra Deck beschworen wurde, kontrollieren kann. Oder sogar gar keins, sollte es einem gelungen sein, Zeroboros in die mittlere Main Monster Zone zu platzieren. Man selbst konnte unterdessen natürlich auch nichts in verlinkte Zonen beschwören, ohne seinen Effekt zu triggern und durch ihn verlinkte Extra Monster Zonen wurden sogar gänzlich unbrauchbar. Deshalb und weil es für den Gegner aufgrund der Tatsache, dass der Effekt nicht-optional ist und auch Zeroboros selbst betrifft, wodurch er leicht rauszulocken ist, hat man ihn eher nicht „einfach so“ beschworen. Stattdessen nutzte man ihn hauptsächlich, um unmittelbar danach absichtlich ein Monster in eine verlinkte Zone zu beschwören und somit den Board Wipe auszulösen (besonders gerne im gegnerischen Zug mit Karten wie Linkuriboh oder Gizmek-Oroshi).
Noch ein bisschen besser wurde er, als dann Ende Oktober I:P Maskerena erschien und die beiden dicke Freunde wurden. Denn damit machte man es dem Gegner noch schwerer, Zeroboros absichtlich zu triggern, indem man ihn erst dann durch Maskerena beschwor, wenn der Gegner bereits ein etabliertes Feld und im Idealfall einige Ressourcen darauf verschwendet hat. Des Weiteren stellt I:P Maskerena eine weitere, wenn auch kostenintensive, Möglichkeit dar, den Effekt von Zeroboros absichtlich im Zug des Gegners zu triggern.
So oder so räumt er dem Gegner idealerweise in dessen Zug das Feld frei und kehrt dann in der nächsten Standby Phase aufs eigene Feld zurück, wobei man praktischerweise auswählen kann, in welche Zone. Dabei hat jede ihre eigenen Vorteile. In der Mitte kann der Gegner (gut, man selbst auch) gar nicht vom Extra Deck beschwören, ohne den Effekt zu triggern, was dann allerdings wieder leicht rausgelockt werden kann. Ganz außen steht eine der beiden Extra Zonen weiter zur Verfügung. Die kann man mit einem anderen Monster blockieren. Dadurch hat man, zusätzlich zum Soft Lock, noch ein weiteres Monster. Sollte der Gegner dieses aber entsorgen können, kann auch er die zweite Extra Zone problemlos nutzen. Oder man platziert Zeroboros unter eine der Extra Zonen, wodurch jeder spielen kann wie er will und der Gegner auch nicht einfach einen Köder nutzen kann, um dein Feld zu verbannen.
Nicht zu unterstützen ist übrigens auch sein letzter (bzw. nach Kartentext erster) Effekt, durch den er 200 zusätzliche ATK für jede verbannte Karte erhält. Schon von der grundlegenden Mechanik her haben fast alle relevanten Decks in diesem Jahr sehr viel verbannt. Darüber hinaus waren Staples wie Topf der Begierden oder Topf der Extravaganz sehr beliebt. Dadurch kommt Topologik-Zeroboros ziemlich schnell auf schwindelerregend hohe ATK und war, da er ja praktischerweise auch noch das Feld säubert, im vergangenen Jahr einer der stärksten und häufigsten OTKs.
Platz 11: Hiita, die Feuerverzauberin in Flammen


Als nächstes haben wir ein weiteres Link-Monster, wenn auch eines, dass zumindest auf dem ersten Blick deutlich unscheinbarer wirkt.
Hiita, die Feuerverzauberin in Flammen erschien gleich Anfang des Jahres in Savage Strike und stellte den Beginn einer Reihe von Link-Neuauflagen der „Verzauberin“-Karten dar. Es folgten Wynn, die Windverzauberin in grün in Rising Rampage und Aussa the Earth Charmer, Aloft, die bislang noch OCG-exklusiv ist und dort in Ignition Assault erschien.
Allein gemein ist, dass sie 1850 ATK haben und mit zwei beliebigen Materialien beschworen werden können (wovon jedoch eines ihrem jeweiligen Attribut angehören muss). Außerdem können sie einmal pro Spielzug ein Monster ihres jeweiligen Attributs vom gegnerischen Friedhof als Spezialbeschwörung auf ihr eigenes Feld beschwören und, wenn sie durch den Gegner zerstört werden, ein Monster des jeweiligen Attributs mit 1500 oder weniger DEF vom Deck suchen.
Während Wynn, die Windverzauberin in grün hier im TCG nicht viel mehr ist als Ordnerschmuck, war Hiita im vergangenen eines der meistgespielten Link-Monster. Der Grund dafür ist simpel, nämlich das Feuer-Monster sehr viel relevanter waren als Wind-Monster, was zum einem natürlich ihre Beschwörbarkeit in diversen Decks gewährleistete, zum Anderen die Wahrscheinlichkeit wesentlich erhöhte, dass der Gegner ein passendes Monster im Friedhof hat, sodass Hiita ihr volles Potenzial entfalten konnte.
Letzteres gewährleisteten vor allem Ascheblüte & Freudiger Frühling sowie Albtraumritter Phönix, zwei Feuer-Monster, die in nahezu jedem Deck gespielt wurden. Und da der Gegner bekanntermaßen immer mindestens eine Ascheblüte auf der Hand hält und einem damit jede verdammte Aktion, die man irgendwie machen will, blockiert, hat er ziemlich zuverlässig auch mindestens eine Kopie im Friedhof, womit Hiita, der Feuerverzauberin in Flammen fast schon als generischer Extender angesehen werden kann.
Hinzu kamen das Grosalamander-Deck, eines der im letzten Jahr dominantesten Metadecks, das vollständig aus Feuer-Monstern besteht, sowie das Himmelsjäger-Deck, ebenfalls eines der wichtigsten Metadecks, deren wichtigstes Schlüsselmonster Himmelsjäger-Ass – Kagari ebenfalls dem Feuer-Attribut angehört. Folglich konnten diese Decks Hiita mühelos beschwören, aber auch gegen diese Decks war die Wahrscheinlichkeit sehr viel höher, dass sie ein Ziel im Friedhof hatten. Oder auch gerne mal eines auf dem Feld, das man sich mit Gedankenkontrolle „ausborgen“ konnte, um Hiita zu beschwören, um es danach gleich wieder vom Friedhof auf eigene Feld zu holen.
Platz 10: Nummer 39: Utopiadoppel


Kommen wir zu einem der unschöneren Trends des vergangenen Jahres, wobei dieser eigentlich auch schon letztes Jahr mit Kalliberschwert-Drache angefangen hat. Die Rede ist von, um mir mal kurz Deckcreator16s Worte aus einem Post von neulich auszuleihen, „One Punch Man“-Monstern. OTKs sind für Yugi-Spieler inzwischen ja ohnehin schon so alltäglich wie Brexit-Aufschübe für EU-Abgeordnete oder Morddrohungen für auch nur ansatzweise linke Personen des öffentlichen Lebens. Neu ist allerdings, dass diese gerne mal von einem einzigen Monster ausgehen. Das bislang dreisteste Beispiel dafür ist wohl Nummer 39: Utopiadoppel, die im April in Duel Power, einem der Highlight-Produkte des Jahres, erschien und faktisch gesehen jedem dahergelaufenen Rogue-Deck einen billigen OTK in die Hand drückte.
Mit zwei beliebigen Stufe-4-Monstern beschworen kann sie mit ihrem Effekt Doppelt oder nichts! der Hand hinzufügen und sich anschließend selbst als Xyz-Material verwenden, um die normale Nummer 39: Utopia vom Extra Deck zu beschwören und darüber hinaus ihre ATK zu verdoppeln. Greift man jetzt mit dieser an, kann sie ihren Effekt benutzen, um ihren eigenen Angriff zu annullieren. Jetzt kommt Doppelt oder nichts! ins Spiel, verdoppelt ihre ATK noch einmal (auf 10.000) und gibt ihr einen zweiten Angriff. Zwar kann die Utopia, nachdem sie mittels Utopiadoppel beschworen wurde, nicht mehr direkt angreifen, aber trotzdem bedeutet dies, sofern der Gegner ein Monster mit 2000 oder weniger ATK kontrolliert, selbst bei vollen Start-LP den Sieg.
Da Metadecks derlei Spielereien eigentlich nicht nötig haben, haben wie gesagt vor allem Rogue-Decks von dieser neuen Win Condition profitiert. Was an sich ja was Schönes wäre. Nur leider wirft Nummer 39: Utopiadoppel zumindest bei mir irgendwie die Frage auf, warum ich eigentlich überhaupt noch ein bestimmtes Themendeck mit den zugehörigen Karten spielen sollte, wenn es ein scheiß Blech-Goldfisch eigentlich genau so tun würde…
Schlusswort
So, das war’s erstmal wieder. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen. Falls ja (und auch falls nicht), lasst doch eure Meinung im Diskussionsthread und ratet fleißig weiter, was uns auf den Plätzen 9-7 erwarten könnte! Für mich war’s das dann leider auch schon für dieses Jahr, die restlichen Parts übernehmen Voltii und Deckcreator16. Deswegen wünsche ich euch jetzt schon Frohe Feiertage und einen guten Start ins Jahr 2020! Wir hören dann hoffentlich zu Ignition Assault wieder voneinander.

- Leseleff -