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Lasst das Puppentheater beginnen

von Deckcreator16 am 04.03.2020 um 18:15 Uhr
Vor nicht einmal einen Monat erschien das neueste Structure Deck: Shaddoll Showdown, welches nicht nur durch seine Vielzahl an interessanten Reprints attraktiv gewesen ist, sondern auch dem alten Schattenpuppen-Deck mit neuen Karten ganz neues Leben eingehaucht hat. Und das hat sogar dazu geführt, dass es auf Regional und YCS-Niveau wieder mitspielen kann.
Aufgrund dessen ist es nur selbstverständlich, dass ich euch heute einen kurzen Einblick in das Thema bieten möchte, sodass ihr nicht komplett überrascht zu eurer nächsten Regional oder Local gehen müsst. Aber genug drum herumgeschwafelt, ich will dann doch direkt mal zum Thema kommen:
Eine Packung neuer Püppchen


Mit dem Structure Deck hat man nicht nur Zugriff auf all die alten Schattenpuppen-Karten, die inzwischen gar nicht mehr so leicht zu bekommen waren, sondern primär auch neue Karten, die dem gesamten Deck einen komplett neuen Touch verliehen haben.
Die erste dieser neuen Karten wäre Ree Schattenpuppen Wendi, welche im Grunde eine powercreepte Version von Schattenpuppe Falco ist. Denn sie ist nicht nur ein Wind-Monster(was später relevant wird), sondern kann beim Senden zum Friedhof oder wenn sie geflippt wird, ein Schattenpuppen-Monster aus dem Deck spezialbeschwören. Dabei kann man sich beim Flipp zumindest noch aussuchen, ob das Monster in offene oder verdeckte Spezialbeschwörung beschworen werden soll, während man beim anderen Effekt nur die verdeckte Position zur Auswahl hat. Doch das ist eher weniger ein Problem, da man sich mit dieser Karte meist eh nur ein Monster gezielt aus dem Deck sucht, um es anschließend zu flippen, oder um es direkt für eine Fusionsbeschwörung zu verwenden.

Um diese direkt Flippbeschwören zu können, braucht es aber noch eine weitere, neue und sehr gute Karte: Resh Schattenpuppen Inkarnation dient in diesem Deck nicht nur als grinding-Maschinerie, sondern auch als Kombo-Fallenkarte. Denn ihr Effekt auf dem Spielfeld erlaubt es einem, ähnlich wie bei Schattenpuppe Falco, Schattenpuppen-Monster vom Friedhof in Verteidigungsposition wiederzubeleben. Dies besitzt gegenüber Falco aber den grandiosen Vorteil, dass man das Monster in offene oder verdeckte Verteidigungsposition recyclen darf, was unter anderem dafür sorgt, dass man auch Fusionsmonster so wiederbeleben kann, dass ihre "bei der Spezialbeschwörung"-Effekte triggern können. Gehen diese dann wieder zum Friedhof, weil sie beispielsweise weggelinkt oder sonst wie entsorgt wurden, können sie die Fallenkarte ein weiteres mal recyclen und so einen ähnlichen Loop erzeugen, den auch Cir, Malebranche des brennenden Abgrunds und Dante, Reisender des brennenden Abgrunds miteinander erzeugen.
Doch auch der Friedhofseffekt der Karte wird sehr interessant. Denn wenn man sie sowie eine weitere Schattenpuppen-Karte verbannt, kann man anschließend ein verdecktes Monster auf der eigenen Seite in die offene Verteidigungsposition bringen(also "flippen") oder ein offenes Monster verdecken. Dabei ist der erste Part schon ziemlich gut in Kombination mit Wendi, da man so gezielt ein Monster aus dem Deck beschwören kann, um anschließend dessen Effekt zu triggern. Der wohl bekannteste nutzen ist in folgender Kombo, welche ich (Stand heute, den 02.03.2020) eher nicht empfehlen würde, auszuführen:
Man beschwört auf irgend einen Weg El Schattenpuppen Konstrukt, und wirft dabei entweder Schattenpuppe Squamata oder Re Schattenpuppe Wendi ab. Nun triggert Konstrukt sowie das abgeworfene Monster, welches im Falle von Squamata halt Wendi in den Friedhof legt, um in einem neuen Kettenglied auf das gleiche Setup zu enden: Resh Schattenpuppen Inkarnation im Friedhof sowie eine verdeckt aus dem Deck spezialbeschworene Naelschattenpuppe Ariel [2]. Nun brauch man nur ein weiteres Monster Normal- oder Spezialbeschwören, um aus Konstrukt und dem zusätzlichen Monster Strickschaf linkbeschwören zu können. Je nach Situation kann man jetzt eine Schattenpuppen-Zauber oder -Fallenkarte mit Konstrukt auf die Hand nehmen, doch muss dabei die Fallenkarte unbedingt im Friedhof bleiben. Diese wird anschließend nämlich über ihren eigenen Effekt zusammen mit Konstrukt verbannt, um Ariel zu wählen, aufzudecken und dessen Flippeffekt auszulösen. Dieser beschwört dann Konstrukt von der verbannten Zone in eine Zone, auf die das Schaf zeigt. Da beide(Konstrukt und das Schaf) bei der Spezialbeschwörung triggern, kann man anschließend die Kette beliebig setzen, eine Karte vom Deck auf den Friedhof senden und (ein schon zum Aktivierungszeitpunkt im Friedhof liegendes) Monster der Stufe 4 oder niedriger vom Friedhof wiederbeleben.
Im Optimalfall nimmt man an diesem Punkt Schattenpuppe Squamata, da dieser nicht nur Finsternis ist, sondern im Folgezug den besten Schattenpuppen-Effekt auslösen kann. Denn selbst wenn man an diesem Punkt keine El-Schattenpuppen Fusion auf der Hand haben sollte, wäre es möglich diese über die vorhin beschworene Konstrukt in den Friedhof zu senden, Konstrukt wegzulinken, und diese auf die Hand zu nehmen. Im gegnerischen Zug kann man diese zuvor gesetzte Fusion dann aktivieren um aus Ariel und Squamata, eine El Schattenpuppe Winda oder das (gleich folgende) Fusionsmonster beschwören, und zugleich den Effekt von Squamata auslösen.
Doch warum rate ich von dieser Kombo (stand heute) ab? Das Problem liegt in dessen Anfälligkeit gegenüber Interruptions, insbesondere Handtraps. Ob nun Nibiru, das Urwesen, Effektverschleierin, D.D. Krähe, Aschenblüte und Freudiger Frühling oder viele weitere, es gibt immer wichtige Punkte, die der Gegner mit diesen Karten angreifen könnte, um einen den kompletten Spielzug zu beenden[3].

Kommen wir aber zum letzten Neuzugang der meiner Meinung nach angesprochen werden muss: El Schattenpuppen Apkallone. Dieses Monster kann bei seiner Spezialbeschwörung(also nicht nur bei einer Fusionsbeschwörung) eine offene Karte auf dem Spielfeld wählen, und annullieren. Und das hält so lange an, wie die gewählte Karte offen auf dem Feld liegt. Das ist schon enorm, da man so nicht nur Problemmonster outen kann, sondern auch im Mirror Match die gegnerische El Schattenpuppe Winda ausschalten kann und anfällig für Karteneffektzerstörung macht. Aber auch eine El-Schattenpuppen Fusion mit einer Re Schattenpuppe Wendi oder Nael Schattenpuppe Ariel auf der Hand kann dafür sorgen, dass das Deck nicht automatisch verloren hat, wenn Kaiserlicher Befehl oder eine andere Floodgate aufgeflippt wird. Und da, wie eben angesprochen, inzwischen Wendi und Ariel existieren(sowie rein theoretisch auch Qadschattenpuppe Keios ), ist es auch nicht unmöglich El Schattenpuppe Apkallone einzig mit Schattenpuppenmonstern aus dem Main Deck über Schattenpuppen Fusion zu bauen. Und auch wenn der Zweite Effekt von Apkallone nur noch wie ein Bonus erscheint, steckt in dem Effekt auch eine Menge Potenzial. Denn anders als bei den alten Verwandten kann man bei ihrem Abgang(indem man beispielsweise Schwerkraftbeherrscher aus ihr macht) keine Schattenpuppen-Zauber- oder -Fallenkarte vom Friedhof auf die Hand nehmen, dafür aber eine Schattenpuppenkarte vom Deck auf die Hand nehmen und anschließend eine Karte abwerfen. Dies triggert nicht nur vereinzelte Karten wie beispielsweise Gefahr!- oder Finstere Welt-Monster(falls man die überhaupt spielen sollte), sondern auch die Schattenpuppen-Monster. Es ist sogar möglich die frisch der Hand hinzugefügte Karte zum Friedhof zu senden, welches sie zu einem "Pseudo-Konstrukt" machen kann, um nicht nur jeden Schattenpuppen-Effekt aus dem Deck zu aktivieren, sondern auch essenzielle Karten wie Resh Schattenpuppen Inkarnation vom Deck in den Friedhof zu senden. Im Regelfall möchte man mit ihr aber eine Schattenpuppen-Fusionskarte der Hand hinzufügen und eine andere Karte, die bestmöglich dabei triggert, abwerfen. Einen entscheidenden Nachteil hat sie aber gegenüber ihre anderen Fusionsmonster-Verwandten: Ihre Effekte sind alle auf harte Einmal pro Spielzug-Effekte beschränkt, weshalb man sie schon recht klug anwenden muss, wenn man sie möglichst häufig verwenden möchte.
Was ein Puppenspieler sonst noch gebrauchen kann

Kommen wir aber endlich zu ein paar Karten, die sich Ideal mit den Schattenpuppenkarten mischen lassen. Und da steht an erster Stelle natürlich die Beschworen-Engine. Diese erfüllt dabei mehrere Eigenschaften: zuerst einmal gibt einem die Normalbeschwörung von Aleister der Beschwörer(welcher Dank Magische Schmelze und Landformen im Grunde auf sieben Kopien pro Deck erlaubt ist) nicht nur eine Fusionszauberkarte, mit der man auch Schattenpuppen-Fusionsmonster beschwören kann(wobei hier die Monster nur aus der Hand stammen dürfen), sondern hat man mit Aleister als 1000 ATK Normalbeschwörung auch jederzeit ein Grosalamander Almiraj, mit den man nicht nur indirekt +1 erzeugt hat, sondern auch Zugriff auf viele Monsterattribute(Feuer für Almiraj und Licht, falls man Almiraj in Sichere Wache weiterlinkt) bekommt. Außerdem kann er einem im Grind helfen, da er jeden Zug wieder normalbeschworen werden kann und ein neues Beschworen-Fusionsmonster beschwören kann. Ein letzter interessanter Vorteil liegt im Push-Effekt von Aleister. Mit ihm kann man nicht nur viel einfacher genug Schaden auf das Spielfeld bekommen, um einen OTK ausführen zu können, sondern sorgt er auch dafür, dass El Schattenpuppe Winda nicht so leicht im Kampf zerstört werden kann, da man Aleister auch im Damage Step abwerfen kann, und so recht einfach auf eine 3,2k Winda kommen kann. Und selbst wenn man mal "gebrickt hat" und nur Aleister als einziges Play besitzt, kann dieser über Sichere Wache zu einem 1-Karten-Mechaba werden, um einen etwas Zeit zu geben. Das sind unter anderem auch all die Gründe, warum die Beschworen-Engine inzwischen fast das zehnfache kostet, wie vor dem Structure Deck Release.

Eine weitere Gruppe an Karten beziehungsweise Engine findet auch jetzt wieder einen Platz im Schattenpuppen Deck. Die Rede ist hier im Speziellen von den Künstlerzauberer-Karten, ganz speziell Künstlerzauberer Schadensjongleur und Künstlerzauberer Trick Clown. Beides sind nicht nur Licht-Monster die gerne für allerlei Konstrukt-Kombos verwendet werden, sondern sind beide von Natur aus Floater, die anschließend auch noch Kartenvorteil erzeugen können und beim weitercombon helfen können. Doch auch gegen bestimmte Decks und Strategien ist insbesondere der Jongleur hilfreich. Dieser kann nämlich nicht nur Kampfschaden abwenden, was in Zeiten von Kalliberschwert-Drache und Konsorten ein Segen ist, sondern kann auch Effektschaden nicht nur annullieren, sondern die entsprechenden Karten anschließend auch noch zerstören. Das ist besonders dann hilfreich, wenn einem beispielsweise Helden-Decks mit Schicksals-HELD - Dystopia's Burneffekt Schwierigkeiten machen wollen. So schützt man sich nicht nur vor dem Effektschaden, sondern zerstört das Monster anschließend, weshalb ihm dann ein weiterer Extender fehlt, um sein Board weiter aufzubauen.

Aber auch andere alte Karten dürften jetzt wieder etwas mehr Play sehen. So macht im puren Schattenpuppen-Deck auch Der Mathematiker sowie Armageddonritter Sinn, da beide nicht nur die Schattenpuppe-Effekte vom Deck aus aktivieren können, sondern auch qualitativ hochwertige Normalbeschwörungen sind, die dem puren Deck fehlen. Sogar die Artefakt-Engine macht in diesem Deck wieder Sinn, da es gerade durch den aktuellen Fokus auf Winda eh einen etwas langsameren Spielstil bevorzugt, und die Artefaktkarten dies nicht nur unterstützen, sondern sogar Karten wie Blitzsturm auf Karten in der Backrow bestrafen können.

Und ganz besonders Handtraps finden einen idealen Platz in diesem Deck. Das liegt daran, dass die Spielstärksten Handtraps, als Beispiel Psi-Hüllentreiber Gamma oder Nibiru das Urwesen, meist entweder dem Licht- oder Finsternis-Attribut angehören, und so optimale Ziele für die besseren Schattenpuppen-Fusionsmonster darstellen, falls sie dann doch mal als "Bricks" auf der Hand herumliegen, oder offen beschworen wurden und nur noch als Futter für weitere Beschwörungen verwendet werden können.

Aber ich möchte an dieser Stelle auch nochmal kurz auf Engines eingehen die aktuell eher weniger im Fokus stehen, gegebenenfalls aber in der Zukunft relevanter werden können. So würde ich beispielsweise ein Auge auf die "HELD-Engine" werfen, welche aktuell aus Elementar-HELD - Schattennebel, Visions-HELD - Vyon, der guten alten Polymerisation und einem beliebigen Elementar-HELD(bevorzugt Attribut Licht oder Finsternis) besteht. Denn Vyon kann bei seiner Normalbeschwörung Schattennebel zum Friedhof senden, um mit dessen Effekt ein entsprechendes HELD-Monster als Fusionsmaterial der Hand hinzuzufügen. Anschließend darf man den Zweiteffekt von Vyon verwenden, Schattennebel vom Friedhof verbannen, um Polymerisation der Hand hinzuzufügen. So kann man ab diesem Punkt auf allerlei Kombo-Plays gehen, und wird dabei, anders als mit Beschwörung, nicht auf die Beschwörung von anderen Themen-Fusionsmonstern oder einzig der Verwendung von Monstern auf der Hand, beschränkt. Diese Engine wird aktuell zwar noch von der Beschworen-Engine überschattet, sollte aber im Auge behalten werden, falls irgendwann Karten der Beschworen-Engine dem Bannhammer verfallen sollten.
Ansonsten konnten wir auf der YCS Utrecht auch einen Trend hin zur Trickstar-Engine wiedersehen, da Trickstar Lichtbühne eine ideale Karte ist, um Schattenpuppen- oder Backrowlastige Decks unter enormen Druck zu setzen, während man kostenfrei Materialien für größere Link- oder Fusionsplays bekommt.

Und auch auf die Donnerdrachen-Karten als Engine möchte ich kurz eingehen(wobei man hier wohl auch umgekehrt an die Sache herangehen könnte: Donnerdrachen als Haupt-Engine und die Schattenpuppen als zusätzliche Nebenengine integrieren). Denn diese besitzt bisher zwar nicht so viele sinnvolle Ziele, die man mittels einer Fusionsbeschwörung in den Friedhof senden kann/will, dafür synergiert es umso mehr mit Verlockung der Finsternis, welches einem in Zukunft dabei helfen kann, mehrere Monster auf das Spielfeld zu platzieren. Genauer werde ich dazu aber nochmal im letzte Abschnitt eingehen.
Was einem die Fäden abschneidet

Bevor wir aber dazu kommen, möchte ich kurz auf die Schwächen dieses Decks eingehen. Und dessen Kernproblematik liegt im aktuellen Bossmonster, El Schattenpuppe Winda. Denn Winda hat sich, wie damals zu Beginn der Schattenpuppen-Ära, zum aktuellen Dreh- und Angelpunkt des Decks weiterentwickelt, da die aktuellen Metadecks ziemlich stark von Winda's Floodgate-Effekt blockiert werden, und man so automatisch gegen Decks wie Spioral oder Lunalicht gewinnen kann. Problematischer wird es hingegen bei Decks, die eine natürliche Immunität dagegen besitzen, wie es bei vielen momentan gespielten Rogue Decks der Fall ist. Denn diese legen mit meist einer einzelnen Spezialbeschwörung Monster hin, die eine Winda mit Leichtigkeit überrennen oder anderweitig outen können, und haben meist noch den Vorteil, selber kaum bis gar nicht auf das Extradeck angewiesen zu sein. Das ist dahingehend wichtig, da man nach dem Verlust von einer El Schattenpuppe Winda im Regelfall noch genug Lebenspunkte übrig haben sollte, um mindestens einen weiteren Zug spielen zu können. Da man sich auch hier gezielt Schattenpuppen Fusion über ihren Effekt oder im Verlauf der "initialen Beschwörungskombo" Winda's ranholt, ist es besonders schädlich, wenn man diese anschließend nicht dafür benutzen kann, Karten vom Deck als Material anwenden zu dürfen. So brauch man nämlich, davon ausgehend, dass eine initiale Winda über zwei Monster und eine Schattenpuppen Fusion beschworen wurde, im Regelfall erneut zwei Monster sowie die recycelte Fusionszauberkarte um erneut ein Spielfeld aufbauen zu können. Dieses wird dann aber wieder unter dem Problem leiden, dass man keine Winda bauen kann beziehungsweise sollte, welche anschließend nur erneut dem Outs zum Opfer fallen dürfte. Das setzt einen enorm unter Druck, weshalb das Deck vom jetzigen Stand enorme Probleme mit Rogue Matchups hat, welche im aktuellen, recht diversen, Format eher zum Regelfall gehört.

Aber auch unter den Metadecks wird es für das Deck im Moment immer schwerer. Während Spioral und Lunalicht weiterhin nur "Autowins" sind, wenn man selber den ersten Spielzug bekommt, sind sie, wenn man selber "Going Second" muss, fast unbrechbar wenn man sich nicht auf Karten wie Super Polymerisation verlassen kann. Und selbst dann ist es inzwischen nahezu Standard einen recht frühen Abyss-Bewohner zu beschwören und auch anzuwenden. Auch gegen Grosalamander hat sich das Matchup seit der YCS drastisch verschlechtert, da nun Verbotsschlange immer mehr und mehr Beachtung als universelles Out gegen Winda geschenkt wird. Das letztere auch noch durch nahezu jede Sucherkarte im Grosalamander-Deck zugreifbar ist, verschlechtert die Situation noch viel weiter.
Und auch das letzte größere Problem ist der aktuellen Bauweise geschuldet. Denn im Moment ist es Standard Acht bis neun Ausführungen von Fusionszauberkarten zu spielen, welches doch eine recht hohe Zahl für ein jedes Fusionsdeck darstellt. Schon im Allgemeinen leiden Fusionsdecks immer wieder unter dem konzeptionellen Problem, dass es "Puzzle Decks" sind.
Sie benötigen nämlich eine optimale Menge an Karten aus verschiedenen Kategorien auf ihrer Starthand, um nicht zu bricken. Im Falle des Schattenpuppen/Fusionsdecks sind es halt eine gute Mischung aus Fusionsmaterial-Monstern und Fusionskarten[4]. Hat man von einem dieser beiden Kategorien zu viel und vom anderen zu wenig beziehungsweise gar keine auf der Hand, hat man recht schnell keine Möglichkeit irgendwas Sicheres aufs Feld zu legen oder irgendwie ein etabliertes Board zu brechen. Und leider ist dieses Szenario beim aktuellen Deck kein Ausnahmefall, sondern tritt doch recht häufig auf.
Wie das Puppentheater weitergeht

Jetzt steht natürlich die Frage im Raum: warum sollte ich mich mit dem Deck beschäftigen, oder es mir sogar besorgen? Und da hat dieses Deck einen enormen Vorteil, dem jedes der aktuell competitive Viablen Decks fehlt: es ist das "neuste" Competitive Deck, welches jetzt und auch in näherer Zukunft Support bekommt. Das bedeutet, dass es nicht nur vergleichsweise unberührt von einer jeden möglichen Liste der limitierten und verbotenen Karten ist[5], sondern dass es sich die nächsten Monate jedes mal ein wenig mehr "weiterentwickeln" kann. Und gerade dieser "Blick in die Zukunft" schaut bisher sehr sehr rosig für das Deck aus.
So fängt diese Zukunft schon mit dem Release des Duel Overload-Sets, mit welcher Predaplant Verte Anaconda dem TCG zustoßen wird. Schon diese Karte alleine dürfte dafür sorgen, dass das Deck eine Umstrukturierung seiner Spielweise bekommen wird. Denn so ist man nicht mehr unbedingt darauf angewiesen mit zwei bis drei Fusionsmaterial-Monstern und zwei bis drei Fusionszauberkarten zu starten, sondern reichen schon zwei beliebige Effektmonster auf dem Spielfeld(beispielsweise durch eine Donnerdrachen- oder Trickstar-Engine) um zumindest nicht komplett ohne Fusionsbeschwörung dastehen zu müssen. Und wer aufmerksam im vorherigen Abschnitt aufgepasst hat, wird merken, dass dies ein sehr wichtiger Punkt für das Deck ist, da es so nicht mehr gezwungen ist Ein Viertel des Decks aus Fusionszauberkarten bestehen zu lassen.

Anschließend kommt eine weitere Woche später das offizielle Gültigkeitsdatum der Master Rule 2020. Dies sorgt dafür, dass die aktuell sehr anfälligen Konstrukt-Kombos, zumindest im aktuell beliebten Beschworen-Mix, nicht mehr so anfällig werden, da man schon recht früh in der Kombo über Beschwörung ein Beschworener Mechaba beschwören kann, der die nervigen Handtraps und Interrupts annullieren kann. Auch das sorgt für eine grundsätzliche Umstrukturierung des Decks, da man so nicht mehr so abhängig von El Schattenpuppe Winda ist und ähnlich wie schon damals zum Ende der Schattenpuppen-Ära, wieder mehr Fokus auf Kartenvorteil generierende Konstrukt-Kombos legen kann. Was wiederum zu einem Anstieg der Licht-Targets im Deck führt und damit zur Suche nach starken Licht-Monstern.
Zudem sorgt diese Umstellung natürlich auch dafür, dass man viel freier Fusionsbeschwörungen machen kann, und nicht unnötig viele Fusionsmonster "zwanghaft" weglinken muss. Was aber nicht bedeutet das Karten wie Schwerkraftbeherrscher plötzlich unnötig werden, da sie immer noch ideale Monster sind, um die Floating-Effekte der Schattenpuppen-Fusionsmonster auszulösen.

Je nachdem wie sich das Metagame bis dahin entwickelt kann sich auch einiges mit Eternity Code verändern.
Entweder dadurch, dass man als weitere ansprechende Engines entweder auf die ABC-Karten oder auf die "Nemesis-Karten" setzen kann. Und auch Beschworen bekommt ein weiteres Fusionsmonster, um die Auswahl an Fusionsmonstern weiter zu stärken. Außerdem ist bisher noch nicht abzusehen wie sich das Plünderpatrouillen-Deck weiterentwickelt, doch das hat aufgrund von beispielsweise Weißbart, der Plünderpatrouillen-Ausguck große Chancen ebenso als Engine für dieses Deck herzuhalten.

Und aller spätestens mit dem darauf folgenden Hauptset Rise of the Duelist kommt wieder direkter Support für das Schattenpuppen-Thema, welches eine neue Fusions-Fallenkarte bekommt, die nicht nur das Material direkt aus dem Friedhof beziehen kann, sondern anschließend sogar noch Monster zerstören kann, die das gleiche Attribut wie das beschworene Fusionsmonster besitzen. Falls man auf diesem Wege Schattenpuppenmonster vom Friedhof verbannt, löst dies zwar keine Effekte aus, doch dafür können andere Engines, wie beispielsweise Donnerdrachen, diese auslösen. Heißt also, dass dem puren Deck ein enorm verbessertes Grind Potenzial geschenkt wird, welches es zu einem noch stärkeren Konkurrenten im Metagame machen dürfte. Und wer weiß wie lange die Supportwelle danach noch anhalten wird.
Fazit: lohnt es sich?
Hier muss ich ganz klar sagen: ja, absolut. Selbst wenn ihr mit dem Deck heute nichts anfangen könnt, weil es beispielsweise nicht euren Spielstil entspricht, empfehle ich jetzt schon die Structure Decks oder halt die neuen Karten zu ergattern, und zumindest beobachten, wie sich das Deck weiterentwickeln wird. Ansonsten ist es wie oben beschrieben schon jetzt ein sehr starkes Deck welches wir wohl noch sehr lange in unserem Metagame behalten dürfen. Und selbst falls euch keines dieser Versionen ansprechen sollten, sollte man nicht vergessen, dass man durch das Structure nicht nur eine gute Auswahl an Staples bekommt, sondern auch noch eine der stärksten Mill-Engines im gesamten TCG: der Schattenpuppen-Fusion und ihren Schlüsselkarten.

Doch damit will ich das heutige Thema auch schon zu einem Ende führen. Was haltet ihr vom Schattenpuppen-Thema? Habt ihr noch weitere Anwendungen für das Deck oder die Engine gefunden? Kennt ihr noch weitere Karten, um gegen dieses Deck direkt vorzugehen und die ihr anderen empfehlen wollt? Falls ja, dann schreibt es doch in den Diskussionsthread.




[1] Ich könnte vermutlich einen ganzen Artikel dafür verbraten euch all die alten Schattenpuppenkarten vorzustellen, was teilweise sogar notwendig ist, wenn ich bedenke wie viele Leute in den letzten Wochen mich nach den einzelnen Karteneffekten der alten Schattenpuppenkarten gefragt haben. Doch da ich den Artikel gerne für andere Dinge benutzen wollen würde, hier eine Kurzfassung der meiner Meinung nach wichtigsten alten Schattenpuppenkarten und dessen Interaktionen:

  • Schattenpuppe Ungeheuer: Der Kartenzieher des Decks. Bedenkt, dass er am Anfang meist nur zum "dumpen" verwendet wird, um eine Karte zu ziehen, im Mid und Late Game aber auch gerne wiederbelebt wird, um von seinem Flipp-Effekt zu profitieren.

  • Schattenpuppe Squamata: Die Mill-Maschinerie des Decks. Auch hier wird größtenteils der Mill-Effekt verwendet, falls der Gegner aber ein Monster setzt, stellt euch drauf ein, dass euer Monster nach einer Angriffsdeklaration sterben könnte/dürfte.

  • Schattenpuppe Drache: Er ist grundsätzlich nur dafür da Karten in der Backrow zu outen. Doch in Kombination mit den neuen Karten erhält er auch weitere Möglichkeiten, euch mit seinem Flippeffekt auf den Keks zu gehen.

  • Schattenpuppe Igel: Dies ist effektiv der Alles-Sucher des Decks. Wenn er durch einen Karteneffekt auf den Friedhof gelegt wird, kann er einem gezielt jedes Monster suchen, und wenn der Schattenpuppenspieler gebrickt hat, versucht er gerne mal Igel zu setzen, um an neue Schattenpuppen-Fusionszauberkarten zu kommen. Ein weiterer Grund keine Angriffe auf verdeckte Monster zu machen.

  • Schattenpuppe Falco: Diese Karte sieht aktuell immer weniger Play. Dabei kann er sich mit seinem Karteneffekt selber wiederbeleben, während er anschließend als konstanter Grind-Holder Verwendung findet. Denn die meisten Spieler unterschätzen den kleinen Racker und zerstören ihn nicht durch Kampf, wenn er offen liegt, was einem das Grinden verbessert da man ihn so erneut wegfusionieren kann um ihn wieder "zurückzusetzen".

  • Schattenpuppen-Fusion: DIE Karte des Themendecks. Wichtig ist bei dieser Karte, dass man sie immer, und damit meine ich wirklich immer, mit Aschenblüte und Freudiger Frühling negieren kann. Das ist unter anderem ein Grund, warum sie teils sogar schlechter ist, als El-Schattenpuppen-Fusion, da man schnell durch Aschenblüte verliert, wenn man auf diese Karte angewiesen ist.

  • El-Schattenpuppen-Fusion: Der größte Vorteil dieser Karte liegt ganz klar darin, dass sie eine Schnellzauberkarte ist. So kann man sie nicht nur in der Battle Phase verwenden, falls man mit all seinen Materialien schon angegriffen hat, um einen weiteren Angriff zu machen, doch ist es auch sehr relevant, dass man mit ihr im gegnerischen Zug jederzeit eine Fusionsbeschwörung ausführen kann. Das hilft einem dahingehend, falls die einzige Winda, die man kontrolliert hat, annulliert oder zerstört wurde, und man so eine neue bauen kann, um den Gegner weiter aus dem Spiel zu nehmen.

  • El Schattenpuppe Winda: Früher eher als netter Bonus verwendet hat sich Winda inzwischen zu einer Karte entwickelt, die sehr gezielt die modernen Decks aus dem Spiel nehmen kann. Das liegt unter anderem daran, dass sie mit 2,2k Angriffspunkten relativ groß ist, was unter ihrem "jeder Spieler hat nur noch eine Spezialbeschwörung, solange ich liege"-Eigenschaft sehr wichtig wird. Das Ganze ist dann noch mit einer Klausel bestückt, wodurch sie nicht durch Karteneffekte zerstört werden kann, was sie zu einer sehr nervigen Karte für viele Decks macht, die erst mit der zweiten oder dritten Spezialbeschwörung eine Karte beschwören können, die Winda im Kampf zerstören kann oder sie mit einem anderen Effekt vom Spielfeld nehmen kann. Und selbst wenn man sie schlussendlich geoutet hat, und sie den Friedhof dabei "berührt", darf sie anschließend noch eine Schattenpuppen-Zauber- oder Fallenkarte recyclen, was im Regelfall eine Fusionszauberkarte sein wird, um eine neue Kopie zu beschwören, oder das neue Feld vom Gegner zu outen.

  • El Schattenpuppe Kontrukt: Konstrukt erfüllt hingegen die andere Seite, die Winda bisher nicht erfüllen konnte. Sie ist nicht nur ein sehr sehr großes Effektmonster, sondern kann bei ihrer Spezialbeschwörung ähnlich wie Squamata eine Karte zum Friedhof senden. Zudem besitzt sie noch einen Effekt, mit dem sie nahezu jedes Monster im Kampf outen kann, was unter anderem sehr hilfreich gegen Karten wie Apollousa, Bogen der Göttin sein kann, da diese nur den Effekt annullieren kann(zum Preis weiterer Angriffspunkte), nicht aber die Konstrukt dabei zerstört. Und auch hier gilt wieder: wenn Konstrukt einen Abgang macht, recycelt sie eine Schattenpuppen-Zauber- oder Fallenkarte. Das wird besonders dann interessant, wenn man sich eine frisch reingelegte Karte direkt wieder auf die Hand nehmen kann.


Alles in allem sollte man noch festhalten: Jede Schattenpuppenkarte aus dem Main Deck hat eine sehr harte Einmal pro Spielzug-Klausel, bei der man den Karteneffekt der genannten Karte nicht nur einmal pro Spielzug machen kann, sondern teilt sich das auch beim Flipp- und dem jeweils anderen Karteneffekt diese Einschränkung. Falls euer Gegner also beispielsweise mit Törichtes Begräbnis Schattenpuppen Igel in den Friedhof legt, um dessen Effekt zu verwenden, kann er für den Rest dieses Spielzugs dessen Flippeffekt nicht mehr anwenden.
Bei den Extradeckmonstern variiert es hingegen. Während alle alten Fusionsmonster bei ihrem Abgang auf den Friedhof eine Schattenpuppe-Zauber- oder Fallenkarte recyclen können, sind ihre jeweils anderen Effekte entweder Harte Einmal pro Spielzug Effekte(Im Falle aller alten, nur noch selten gespielten Fusionsmonster) oder triggern bei ihrer Beschwörung und das ohne eine Einmal pro Spielzug-Klausel. Letzteres war unter anderem ein Grund, warum Konstrukt erstmals verboten werden musste.


[2] Ja, bei Ariel handelt es sich auch um eine neue Karte, doch ich möchte sie nicht direkt betrachten, sondern nur ihren Nutzen innerhalb dieser Kombo verwenden. Wobei man ihr Attribut für eine mögliche El Schattenpuppen Anoyatyllis im Mirror Match nicht unterschätzen sollte. Und ein "D.D. Crow"-Effekt beim senden in den Friedhof ist auch nicht schlecht, wenn gefühlt 80% des Formats auf seinen Friedhof angewiesen ist.

[3] Jetzt wo ich von der bekanntesten Kombo abrate, sollte ich euch ja eigentlich ein paar Kombos vorstellen, die ich empfehlen würde. Da ich aber keinen endlos langen Kombo Guide schreiben möchte, verlinke ich euch einige und gebe zumindest noch vereinzelte Interaktions-Empfehlungen:
Winda-Caliga-Kombo(in unserem Forum)
Die etwas andere Konstrukt-Kombo vom Top 16 platzierten von der YCS Utrecht(Kombo ab etwa 8min 30sec)

Ansonsten kann ich nur empfehlen möglichst rasch auf Winda zu gehen, und im Optimalfall die Falle sowie eine weitere Schattenpuppe Karte im Friedhof zu bekommen, und Schattenpuppe Drache oder Schattenpuppe Squamata gesetzt auf das Spielfeld zu bekommen. Denn so umgeht man nicht nur Karten wie Nibiru oder Effektverschleierin, sondern verbraucht nicht unnötig Ressourcen. Wenn der Gegner nur ein Monster Normal oder Spezialbeschwört(optimalerweise Spezialbeschwört), welches El Schattenpuppe Winda outen kann, kann man den Verbannungseffekt der Fallenkarte im Friedhof aktivieren, um das Schattenpuppenmonster aufzuflippen und damit das gegnerische Monster zu entsorgen. Wenn der Gegner sogar noch in die Battle Phase gegangen ist, um Winda zu outen, kann man das auch ganz bequem auf die Angriffsdeklaration machen, und ihm so auch noch die Battle Phase nehmen.


[4] Ich persönlich denke sogar, dass es bei Schattenpuppen drei Kategorien sind, die es benötigt, um erfolgreich mehrere Züge überleben zu können, und zwar eine gesunde Mischung an Handtraps.
Im Allgemeinen kann man das gleiche Konzept auf viele andere Decks anwenden, die wir aktuell haben. So findet es meiner Ansicht nach auch im Altergeist eine Anwendung, welches auch schnell mal verliert, wenn es keine gesunde Mischung aus (Altergeist)-Monstern, Fallenkarten und Handtraps besitzt. Dem gegenüber kann man beispielsweise Paleozoisch stellen, welches meiner Ansicht nach schon dadurch konstanter ist, dass es keine Handtraps spielt/spielen kann, und somit nur aus 2 "Pools", Monstern und Paleozoisch-Monstern sowie halt Fallenkarten, besteht. Dafür bietet das Altergeist-Deck gegenüber dem Paleozoisch aber auch ein höheres Ceiling und stärkere Powerplays, was es für viele Spieler weiterhin eine bessere Wahl darstellt.
Aber nehmt diese "Pool-Denkweise" mal als Eigenschaft, um eure eigenen Decks zu bewerten. Auf dem Weg findet man sehr schnell mögliche Deckbau-Fehler und kann diese besser ausgleichen und konstanter bekommen.

[5] Da mich spätestens beim Release der nächsten Liste jemand an die Wand nageln würde, wenn nur eine Karte mit Fusions-Thematik auf der Liste landen würde, möchte ich hinzufügen, dass dies natürlich "in general" gelten wird. Sprich, es kann beispielsweise Karten erwischen die nicht kürzlich reprintet wurden aber in aktuellen Builds gerne integriert werden, wie beispielsweise die Beschworen-Engine. Hingegen ist es super unwahrscheinlich(aber natürlich nicht unmöglich) das auch Karten die direkt Teil des Structures sind, wie beispielsweise El Schattenpuppe Winda, auf der Liste wandern könnten. Trotz allem behaupte ich mal, dass das Deck, wenn es überhaupt gehittet werden sollte, in nächster Zeit solche Hits abbekommen dürfte, womit es zwar geschwächt, aber nicht komplett zerstört wird.