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YGO Storys - finstere Geheimnisse und wahre Treue

von Deckcreator16 am 14.05.2020 um 13:39 Uhr
Es ist schon etwas Zeit ins Land gegangen, seitdem ich euch das letzte Mal eine YGO Story gegeben habe. Dies liegt nicht nur am unendlichen Aufwand, eine solche zusammenzustellen, sondern auch durch die vielen Veränderungen im Spiel, die aus meiner Sicht meist interessanter sind. Nun, die aktuelle Lage führt dazu, dass etwas mehr Zeit für die Sachen zur Verfügung stehen, die sonst immer untergehen. Deshalb möchte ich euch heute zwei kurze YGO Storys erzählen, welche ein wenig die Hintergründe verschiedener Karten erläutern:
Das Geheimnis hinter den Sechs Samurai


Unsere Geschichte beginnt in Japan zu einer Zeit als das Land in viele kleine Reiche zersplittert war, die sich gegeneinander bekämpfen. Tenkabito Shien, zu dieser Zeit noch der Legendäre Sechs Samurai - Shi En genannt und Anführer der legendären Sechs Samurai, versuchte dieses zerstrittene Land zu einigen. Und dieser Versuch gelingt mit der Hilfe seiner Kameraden, woraufhin er als Warlord[1] das Land einigt.
Im Grunde wäre hiermit unsere Geschichte an sich schon beendet, doch wer mich besser kennt, weiß, dass das nicht alles ist. Denn es gibt ein Geheimnis über ihren Herrscher, von welchem das gemeine Volk nichts weiß.
Doch um das besser zu verstehen müssen wir die Zeit noch mal zurückspulen und einen Blick auf zwei andere Mitglieder der originalen legendären Sechs Samurai werfen:



Von all den Verbündeten Tenkabito Shien's war der Legendäre Sechs Samurai - Shinai derjenige Samurai, dem Shien am meisten vertraute. Er war bekannt als heroischer und unsterblicher Krieger, welcher jedem Schlachtfeld lebendig entkommen konnte. An der Seite Shinai's war seine Frau, die Legendäre Sechs Samurai - Mizuho. Doch auch wenn sein Titel ihn als unsterblichen Krieger beschreibt, verlor Shinai sein Leben auf dem Schlachtfeld und seine Seele geisterte von nun an in seiner Rüstung umher. Um die Trauer um den Tod ihres Mannes verkraften zu können, verließ sie die Sechs Samurai und schloss sich einer religiösen Vereinigung an.



Unterdessen wechselten auch die restlichen Legendären Sechs Samurai ihre Position und schufen Platz für eine neue Generation der Sechs Samurai. Der Legendäre Sechs Samurai - Kizan wurde zu einem Lehr- und Großmeister der Sechs Samurai und kümmerte sich um die Ausbildung der neuen Generation, während der Legendäre Sechs Samurai - Enishi zu einem der wichtigsten Berater Shien's auserkoren wurde.



Doch wir werfen noch mal einen Blick auf den jungen Mann, welcher an Tenkabito Shien's Seite in seiner Zeit als Herrscher stand. Kagemusha der blauen Flamme ist ein einfacher Soldat, der den Herrscher als Bodyguard und Double zur Seite steht[2]. Nach jahrelangem Training unter dem Großmeister der Samurai erlernte auch er die Fähigkeiten der Sechs Samurai. Doch Tenkabito Shien verbot es ihm, die Rolle eines echten Sechs Samurai anzunehmen, und wurde somit zum Kagemusha der Sechs Samurai. Denn der Shien konnte ihn und seine roten Haare nicht leiden, und wollte nicht, dass der Kagemusha ein Teil seiner wichtigsten Kampftruppe wird. Es schien fast so, als würde das rote Haar Erinnerungen in ihm wecken.



Die Jahre vergingen und Mizuho, nun die Hand der Sechs Samurai, erfuhr das schreckliche Geheimnis ihres Warlords. Ihr Mann starb nicht direkt im Krieg, sondern dadurch, dass er von Tenkabito Shien betrogen und in einem Hinterhalt umgebracht wurde. Denn Shinai war mit einer Entscheidung Shien's nicht einverstanden, und um seine Macht nicht zu verlieren, entledigte er sich seinem Freund. Sie schloss sich mit ihren ehemaligen Kameraden Großmeister der Sechs Samurai und Enishi, Shiens Kanzler zusammen und berichtete ihnen, was sie erfahren hat. Dies hörte Kagemusha der Sechs Samurai mit, doch anstatt seine Erkenntnisse bei seinem Herren zu melden schloss auch er sich kurzerhand dem Trio an. Gemeinsam stellten sie einen Plan zusammen, um Tenkabito Shien zu stürzen.
Kagemusha der Sechs Samurai schnappte sich die ehemalige Rüstung Shien's, welche er damals als Legendäre Sechs Samurai - Shi En trug, und zog sie sich über. Zusammen mit dem Großmeister und dem Kanzler gingen sie in den Saal des Shien, wo ihnen dieser aber schon in seiner Montur als Großer Shogun Shien erwartete. Es kam zu einer Patt-Situation, denn Shien in seiner Rüstung habe dieselbe Kampfkraft wie die drei Samurai. Mizhuo, welche sich unterdessen über einen Geheimgang den Shogun genähert hatte, versuchte ihn mit einem Hinterhalt zu töten. Leider erkannte dieser den Angriffsversuch rechtzeitig und es kam zu einer Konfrontations-Situation, bei welche er die Frau zu Boden stieß.
Dies machte Kagemusha wütend, und er bot sich plötzlich einen Zweikampf mit Shien. Die Kampfkraft beider war plötzlich ausgeglichen und beide gaben nun alles, weshalb weder Kizan noch Enishi eingreifen konnten. Doch eine Person gab es, die den Kagemusha bei seinem Kampf unterstützen konnte. Plötzlich erschien der Geist der Sechs Samurai und vereinigte sich mit dem Kagemusha. Gemeinsam waren sie in der Lage Großer Shogun Shien zu besiegen.



Für seine Taten gegenüber Shinai wurde Großer Shogun Shien nun ebenfalls zu einem Geist, welcher seine ehemalige Rüstung beherbergen sollte, während sein Platz vom Kagemusha eingenommen wurde, um dem Land weiterhin einen Führer zu geben. Er wurde auch zu einem perfekten Ebenbild des Shogun's mit Ausnahme von seinem roten Haar. Doch warum schloss sich Kagemusha überhaupt der rebellierenden Einheit der Samurai an? Das Geheimnis dafür lag nicht nur in seinen roten Haaren, sondern auch dem Musakani Magatama, welches Schatten der Sechs Samurai - Shien um den Hals hing. Denn hierbei handelte es sich um das gleiche Amulett, welches Der legendäre Samurai - Shinai um seinen Hals trug. Denn wie der neue Herrscher schon vorher erfahren musste, war er der Sohn Shinai's und Mizhuo's und er wurde vom Shien kurz nach dessen Geburt von seinen Eltern getrennt. Und das rote Haar, welches er von seinem Vater geerbt hatte, erinnerten den Shogun immer wieder an seinen Verrat.
Doch unter der Leitung des "neuen Shien" sollte sich alles ändern, und eine neue Generation der Sechs Samurai, den Geheimen Sechs Samurai, oder auch die Sechs Shinobi, ins Leben gerufen werden ...
Ein wirklich treuer Hund

Die nächste YGO Story ist etwas anders, beziehungsweise benötigt eine etwas andere Erzählweise. Denn bei der Geschichte von Marron, außergewöhnlicher Hund handelt es sich um eine ganz besondere Hintergrundgeschichte. Fangen wir einfach mal mit der groben Randgeschichte an, die der Master Guide (1) dazu zu erwähnen hat. Demnach lebte Marron in einer wohlhabenden Familie und es mangelte ihm an nichts. Er bekam eine verwöhnte und selbstsüchtige Persönlichkeit, und lief eines Tages von Zuhause weg. Schnell musste er feststellen, dass die Welt außerhalb grausam und voller böser Wesen ist. Hier wurde er von der Dunkelheit korrumpiert und wurde zum Verrückten Hund der Finsternis.
Währenddessen machte sich auch sein Herrchen auf die Suche nach ihm. Schlussendlich konnte er diesen in seiner Neuen, grotesken Form auffinden, und auch wenn er inzwischen nicht mehr wie sein geliebter Hund ausschauen mag, so wusste er, dass es sein geliebter Hund Marron ist. So nahm er ihn trotz seiner neuen Gestalt wieder bei sich auf, und langsam aber sicher wurde sein Hund wieder normal. Bloß sollte die neue Verbindung nicht auf ewig halten. Marron's Herrchen sollte kurz darauf an einer unbekannten Krankheit sterben. Doch Marron, der nun zu einem sehr treuen Hund geworden ist, sollte an den letzten Worten festhalten, die ihm sein Herrchen gesagt hatte "Bitte bleibe hier. Ich werde bald wieder zurück sein. ". So kam er immer zu seinem Platz zurück und selbst 1000 sollte er als Schädelhund Marron immer zu seinem Platz zurückkehren und auf sein Herrchen warten...

Im Grunde könnte ich hier jetzt aufhören, doch ich möchte noch auf einen sehr wichtigen Teil der Trivia eingehen, die sehr schwer wiederzuerkennen ist, wenn man sich nicht so sehr mit der japanischen Kultur auskennt. Denn diese Geschichte von Marron, außergewöhnlicher Hund basiert auf der Geschichte eines echten Hundes, der selbst Heute noch ein wichtiges Symbol in der japanischen Kultur darstellen soll. Die Rede ist von dem Akita-Hund "Hachiko". Dieser wurde im Jahre 1923 in Ōdate(in der Präfektur Akita) geboren und 1924 vom Uni-Professor Hidesaburō Ueno, welcher an der Kaiserlichen Universität Tokio gelehrt hat, als sein Haustier mit nach Shibuya(Tokio) mitgenommen.
Von da an entwickelte sich für den Hund ein tägliches Ritual, nach welchem der Hund selbstständig zum Bahnhof nach Shibuya ging, um dort sein Herrchen abzuholen und gemeinsam nach Hause zu gehen. Dieses Ritual hielt ein Jahr lang ungehindert an, bis sein Herrchen 1925 während einer Vorlesung an einer Hirnblutung verstarb. Doch dies hielt Hachiko nicht auf, und so führte er dieses Ritual zehn weitere Jahre aus, um täglich auf sein nie zurückkehrendes Herrchen am Bahnhof Shibuya zu warten, bis auch der Hund irgendwann an mehreren Krankheiten, unter anderem starker Filariose als auch Lungen- und Herzkrebs, verstarb.
Noch heute ist Hachiko ein Inbegriff für "Absolute Treue" in Japan[3] und er bekam eine eigene Statue spendiert, die auch heute noch am Bahnhof in Shibuya steht. Und zwar an der gleichen Stelle wo er immer auf sein Herrchen gewartet hat.

Doch wer dachte, dass hiermit die Geschichte von Marron, der außergewöhnliche Hund ein Ende haben würde, der irrt sich. Denn im YGO-Universum geht die Geschichte sogar noch weiter:

So fand Schädelhund Marron nach Jahrtausenden einen Platz an der Seite von Wichtprinz(An der Stelle möchte ich noch hinzufügen, dass es unbekannt ist, ob Wichtprinz das echte Herrchen ist, oder er einfach nur ein anderes Herrchen gefunden hat, dass ihn genauso sehr lieb hat). Und auch wenn sein Leben als Knöcherne Wiedergeburt etwas anders ist, als vor seinem Tod, so erscheint es mir doch, als wäre er nun ein sehr glücklicher Hund.
Was wollt ihr sonst noch lesen?
Und damit will ich den heutigen Artikel auch schon abschließen. Was haltet ihr von diesen beiden Geschichten? Hab ich Aspekte außer Acht gelassen, auf die ich mehr Wert hätte legen sollen? Hättet ihr euch eher einige andere Geschichten an dieser Stelle gewünscht?
Und um genau darauf noch mal einzugehen: Gerade jetzt, wo es Sinn macht, auch über mehr Off-Topic-Dinge zu schreiben, möchte ich noch mal an euch appellieren, entweder im unten verlinkten Diskussionsthread oder auch im Artikel-Vorschläge-Thread zu posten. Wie immer würde ich nicht nur Dinge schreiben, die ich interessant finde, sondern auch Dinge, die ihr unbedingt lesen wollt. Zudem verstärkt das auch unsere Motivation, das auszuformulieren, da wir wissen, dass ihr daran großes Interesse habt.
Doch damit verabschiede ich mich für heute und man liest spätestens in zwei Wochen wieder voneinander.




[1] An dieser Stelle noch kurz eine Erklärung, warum ich den Begriff "Warlord" statt "Kriegsherr" verwende. Denn während im englischen "Warlord" mehrere Bedeutungen hat, wird der Begriff im deutschen klar von "Kriegsherr" und "Warlord" getrennt. Der Duden beschreibt unter "Kriegsherr" einen "obersten militärischen Führer", während man unter Warlord die Beschreibung "Anführer eines Stammes, einer Volksgruppe, die(meist bei bürgerkriegsähnlichen Konflikten) in einem begrenzten Gebiet die militärische und politische Macht übernommen hat" beschreibt. Da ein Kriegsherr eher während des laufenden Krieges existiert, und ein Warlord, nachdem der Krieg geendet hat, habe ich mich für den Warlord entschieden.

[2] Zur kurzen Erläuterung: Kagemusha bedeutet im übertragenen Sinne Körperdouble. Außerdem hat sich hier ein interessanter Übersetzungsfehler eingeschlichen. Denn wenn man Kagemusha der blauen Flamme's japanischen Namen normal übersetzen würde("Shien no Kagemusha"), hieße er "Shien's Körperdouble". Denn Shien' bezieht sich nicht auf dessen eindeutige Übersetzung "lilane Flamme"(wo man einen weiteren Übersetzungsfehler gemacht hat), sondern auf die später eingeführte Karte Tenkabito Shien.

[3] Es ist selbsterklärend dass diese Geschichte nicht nur im Yu-Gi-Oh! Universum aufgegriffen wurde. So gibt es nicht nur eine japanische Verfilmung(1987: Hachikō Monogatari), sondern auch eine amerikanische Version der Geschichte(2009: Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft). Zudem mag der ein oder andere aus Futurama die Folge "Jurassic Bark" kennen, in welcher Fry's Hund Seymour selbst 12 Jahre nach dessen verschwinden noch täglich zur Pizzeria geht und auf ihn wartet. Aber auch in One Piece(der Hund Chouchou der immer wieder zum Laden seines verstorbenen Herrchens zurückkehrt) oder dem Pokemon-Anime(Staffel 5, wo ein Vulnona 200 Jahre auf die Rückkehr seines Herrchens wartet) konnte man ähnliches wiedersehen. Es gibt noch Hunderte und Abertausend andere Anspielungen(achtet z. B. mal in Animes/Mangas darauf, was für Hunde häufiger mal die Hauptcharaktere besitzen. Meist handelt es sich um Akita-Hunde) und Adaptionen dieser Geschichte in den verschiedensten Medien.