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Top 10 ROTD - Die interessantesten Karten aus Rise of the Duelist

von Leseleff am 08.08.2020 um 12:09 Uhr

Hallo alle zusammen! Seit Donnerstag ist es wieder soweit: Das neue Hauptset Rise of the Duelist ist im Handel erhältlich. Und das heißt, es ist wieder an der Zeit für einen heute mal gar nicht so traditionellen Top 10 Artikel von mir! Vielleicht ist einigen von euch schon aufgefallen, dass der Titel heute mal anders lautet. Grund dafür ist, dass ich ab diesem Artikel ein neues Konzept anwenden werde. Während ich mich früher semiobjektiv daran versucht habe, die besten Karten eines jeden neuen Sets ausfindig zu machen, schmeiße ich das Objektive ab jetzt endgültig über Bord und präsentiere euch stattdessen die neuen Karten, die ich persönlich am interessantesten finde.
Das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen bin ich selbst gar nicht mehr so sehr im Meta drinnen und war für die korrekte Bewertung vieler Karten in der Vergangenheit oft mehr oder weniger stark von vor allem Deckcreator16s Beratung abhängig. Zum anderen wurde es allmählich öde, die Top 10s nach altem Konzept zu schreiben, weil im modernen Yu-Gi-Oh! eben nur noch eine Handvoll von Strategien und Effekten wirklich relevant sind und sich die Top-Platzierungen zunehmend immer ähnlicher wurden. Als Biologe würde ich das einen Verlust in der ß-Diversität nennen und als ein Typ, der das ganze immerhin in seiner Freizeit macht vor allem langweilig. Und mal abgesehen davon: Ich bin mir sicher, dass sich weitestgehend gleiche Top-10-Rankings des besten Karten des Sets auf Youtube & Co zu Hauf finden lassen. Deshalb hoffe ich, dass mir und euch das neue Konzept wieder neue Freude an diesen Artikeln bereitet!
Platz 10: Gerümpelschlaf


Dann will ich meine neue Freiheit gleich mal ausnutzen, denn wenn es nach objektiver Stärke ginge, würde Gerümpelschlaf es sicher nie in irgendein Top 10-Ranking schaffen. Kinder, habt ihr euch mal gefragt, was dieses „FLIPP“ auf euren Schattenpuppen-Monstern bedeutet? Das sind ganz besondere Effekte, die nur aktiviert werden können, wenn verdeckte Monster aufgedeckt werden. Ja, richtig gehört, man kann Monster auch verdeckt setzen, auch wenn dies seit ungefähr 2010 niemand mehr ernsthaft gemacht hat. Während früher Karten wie Magier des Glaubens oder Ryko, Lichtverpflichteter Jäger als gut genug galten, um diese langsame Mechanik zu nutzen, ist das verdeckt setzen heute zur V1 der Yu-Gi-Oh!-Welt verkommen: Eine letztes verzweifeltes Aufbegehren, wenn jedem klar ist, dass es nichts mehr zu gewinnen gibt und das ohnehin von jeder dahergelaufenen Flak vereitelt werden kann. Gut, das ist jetzt alles etwas überspitzt ausgedrückt, schließlich gab es mit dem Unterterror-Thema erst vor kurzem ein einigermaßen relevantes Deck, das tatsächlich mit verdeckten Monstern und Flippeffekten gearbeitet hat. Doch die haben mit Letzter Kampf des Unterterrors ihre eigene, viel bessere Version der Karte, weshalb Gerümpelschlaf für das Competitive Play auch vollkommen wertlos ist, aber nichtsdestotrotz eine ziemlich interessante Karte.
Es ist eine permanente Fallenkarte, mit der man, sobald der Gegner ein Monster beschwört, alle verdeckten Monster, die man kontrolliert, in die offene Angriffsposition ändern kann. Auf diese Weise lassen sich sehr gezielt Flipp-Effekte im Zug des Gegners triggern, ohne dass dieser die Monster erst angreifen muss, was er, wenn wir mal ehrlich sind, eh nicht gemacht hätte. Und die Auswahl dabei ist durchaus brillant. Dunkle Katze mit weißem Schwanz etwa kann zwei Monster des Gegners und sich selbst auf die Hand zurückgeben, wenn sie auf diese Weise aufgedeckt wird. Schattenpuppe Igel kann eine Shaddoll-Zauber- oder Fallenkarte suchen, Verwandlungskrug einen bis zu fünf Karten ziehen lassen und Fossiler Pachycephalosaurier alle als Spezialbeschworenen Monster zerstören. Und dann gibt es noch die großen Flipp-Bossmonster, etwa Amaterasu, die das komplette Feld verbannen kann, und Topf des Verbotenen, der einem aus vier mächtigen Effekten wählen lässt, darunter ein Raigeki und ein Topf der Gier. Doch die muss man auch erstmal auf das Feld bekommen. Das ganze geht übrigens nicht bloß jeden Spielzug, sondern theoretisch sogar mehrmals pro Zug, auch wenn einem das für gewöhnlich nichts bringt. Es sei denn, man schafft es irgendwie, seine Monster zwischenzeitig wieder zuzudecken, zum Beispiel mit Buch der Verfinsterung. Heute sind das natürlich alles Spielereien und Gerümpelschlaf allein wird es sicher nicht schaffen, die unsäglich langsamen Flippeffekte wieder populär zu machen. Doch allein die Vorstellung, was für eine unglaubliche Bereicherung die Karte vor fünfzehn Jahren für das Spiel gewesen wäre macht sie für mich zu einer der interessantesten Karten des Sets. Und wer weiß, vielleicht können die Pinguine, die im Nachfolger Support bekommen, ja etwas damit anfangen.
Platz 9: Wynn die Windkanalisiererin


Selten habe ich die Yu-Gi-Oh!-Community so vereint gesehen wie vor kurzem, als der Inhalt des Charmer-Structure Decks bekannt wurde. Denn alle waren sich einig, dass dieser Support ziemlich kacke war. Trotzdem macht es Sinn, dass jetzt als Import noch die letzte Irgendwie-Charmer-Karte ins TCG kommt. Doch Spoiler: Auch Wynn die Windkanalisiererin bringt dem Deck nüscht. Stattdessen ist sie ziemlich interessanter Support für ein ganzes Monsterattribut, nämlich Wind, und solche Karten stehen bei mir immer hoch im Kurs, weil sie in einer Vielzahl von Decks eingesetzt werden können.
Ihr Effekt erinnert im Grunde an Cynet-Gewinnung. Man kann sie zusammen mit einem anderen Wind-Monster abwerfen, um seiner Hand ein Wind-Monster mit 1500 oder weniger DEF von seinem Deck hinzuzufügen. Das Suchspektrum ist also ziemlich groß, schließt nostalgische Schlüsselkarten wie Elementarheld Stratos und Gladiatorungeheuer Bestiari ein, die Handtrap Kauz & Schlossvogel und mit Silpheed bzw. Garuda der Windgeist sogar Extender, die sofort live wären. Dafür kann man jedoch für den Rest des Spielzugs nur noch Effekte von Wind-Monstern benutzen, was erstaunlicherweise gar nicht so problematisch ist, da viele Decks sehr gut nur mit Wind-Monstern klarkommen. Das größere Problem ist, dass der Effekt von Wynn die Windkanalisiererin für sich erstmal Minus macht, da man zwei Karten gegen eine eintauscht. Mal ganz abgesehen davon, dass dies Aschenblüte & Freudiger Frühling auf sie extrem tödlich macht, es führt auch dazu, dass sie sich wohl nur in zwei Arten von Decks wird etablieren können. Das eine sind Decks, die Profit aus dem Abwerfen ihrer Karten schlagen, wodurch die Kosten relativiert werden, das andere sind Decks, die extrem starken Kartenvorteil mit dem Suchziel erreichen können. Deshalb hat sie meiner Meinung nach derzeit, wenn überhaupt, nur in zwei Decks einen Platz.
Das eine ist das Dracheneinheit-Deck, das irgendwie zu beiden Kategorien gehört. Es profitiert vom Abwerfen seiner Empfänger, verfügt aber mit Dracheneinheit Dux und Dracheneinheit Waffe Mistilteinn auch über sehr wertvolle Suchziele. Allerdings muss es dafür auf Krystron-Halqifibrax und Wachdrache Elpy verzichten und wird überhaupt spätestens nach dem Release des angekündigten Structure Decks so konstant und mächtig sein, dass es dankend auf eine durchwachsene Karte wie Wynn die Windkanalisiererin verzichten kann. Vielleicht wird diese sich als Übergangslösung etablieren bis das Structure kommt, nach dem neuen Support allerdings wohl höchstens, wenn Drachenschlucht wieder auf der Banlist landen sollte.
Das andere Deck, für das Wynn die Windkanalisiererin meiner Meinung nach am besten geeignet ist, sind die Geschwindigkeitsroid-Deck. Dieses ist schon von Haus aus darauf ausgelegt, ausschließlich Wind-Monster zu spielen, da auch viele themeninterne Karten diese Beschränkung haben. Es gehört eher zur zweiten Kategorie, denn Dreh- und Angelpunkt des Decks ist Geschwindigkeitsroid Terrorkreisel, der am besten auf ein leeres Feld abgeworfen wird, was dank seiner Limitierung aber bislang ziemlich unrealistisch war. Und genau hier kann unsere Wynn Abhilfe schaffen, weshalb ich in diesem Deck definitiv einen Platz für sie sehe. Vielleicht wird man es jetzt ja sogar ab und an mal sehen, schließlich kann es auch so schon relativ konstant auf Kosmischer Blasardrache oder 2-3 Kopien von Kristallflügel-Synchrodrache enden und bekommt in diesem Set sogar ziemlich guten neuen Support in Form von Geschwindigkeitsroid Block-n-Roll und Geschwindigkeitsroid AuTurbo. Insgesamt ist aber wohl zu sehr eine Glass Cannon, um wirklich relevant zu sein.
Eine dritte potenzielle Einsatzmöglichkeit von Wynn die Windkanalisiererin ist in Control-Decks als Sucherin für Windhexe – Eisglocke, um die Windwitch-Engine konstanter zu machen. Diese Möglichkeit leidet allerdings massiv unter dem Umstand, dass ein Windmonster statt einfach nur irgendeiner Karte abgeworfen werden muss, da solche Decks, wie auch solche, die vielleicht gerne Barrierestatue der Sturmwinde gesucht hätten, nur wenige Monster spielen werden.
Insgesamt ist sie daher eine Karte, die in sich zu schlecht bzw. zu eingeschränkt ist, als dass Metadecks sich wirklich für sie interessieren würden. Sie kann aber eine interessante Karte für Rogue- und Gimmick-Decks sein. Und weil es ja kein Geheimnis ist, dass ich für diese durchaus ein Herz habe, der, wenn auch niedrige, Platz in den Top 10.
Platz 8: Verbotener Tropfen


Weiter geht’s mit der wohl einzigen Karte dieses Rankings, die, wenn es um objektive Stärke ginge, wohl einen höheren Platz eingeheimst hätte. Denn so viel ist klar: Verbotener Tropfen ist ziemlich gut. Aber mal ehrlich, wir wurden in den letzten Jahren geradezu mit Zauber- und Fallenkarten bombardiert, die vor einigen Jahren absolutes Staple-Potenzial gehabt hätten, die nun aber daran kranken, dass ein durchschnittliches Deck heutzutage gerne mal an die 30 Monsterkarten beinhaltet, was natürlich wenig Platz für generische Zauber- und Fallenkarten lässt. Ob sie jetzt He, Trunade, Herold des Abgrunds, Schwerer Staubsturm, Raus hier! oder Maßregelung heißen, keine dieser Karten hat so viel Play gesehen wie man es von einer Karte ihrer Qualität erwarten würde. Und ich sehe keinen Grund, warum das bei Verbotener Tropfen groß anders sein sollte.
Der Grund, aus dem sie meiner Meinung nach keinen Preis für kreativen Design gewinnen würde und im Ranking nur aus Platz 8 landet, ist, dass sie bis auf ein paar kleine, feine Unterschiede doch sehr an Karten wie Unendliche Unbeständigkeit oder Verschwundener Wind erinnert. Denn was ich vorhin von den anderen jüngeren generischen Karten behauptet habe, trifft nicht auf Verbotener Tropfen zu: Vor einigen Jahren hätte sie nicht wirklich Staple-Potenzial gehabt, weil sie sehr zeitgemäß gestaltet ist. Es handelt sich um eine Schnellzauberkarte, was an sich schon einmal sehr vielversprechend ist, weil man diese sowohl im eigenen als auch (gesetzt) im gegnerischen Zug benutzen kann, und gerade auf dieser Karte kommt es hervorragend. Denn mit ihr kann man eine Anzahl Karten von Hand oder Feld auf den Friedhof schickeb, um daraufhin die ATK von ebenso vielen gegnerischen Monstern zu halbieren und ihre Effekte zu annullieren. Damit kann sie sowohl als Interruption im gegnerischen Zug dienen als auch helfen, Boards zu brechen. Sie kann dabei auch Antwort auf große Felder mit mehreren annullierenden Bossmonstern sein, allerdings ist mehr als eine Karte für sie zu opfern auch ein sehr großer, nicht zu unterschätzender Kostenfaktor, der durch die Tatsache, dass ihr Wording es sogar erlaubt, gerade aktivierte Zauberkarten als Kosten zu verwenden, nur wenig gemildert wird.
Doch noch etwas macht sie so zeitgemäß: Sie kann auch eine Art von Spell Speed 4-Effekt haben, da der Gegner keine Effekte von Karten als Reaktion auf ihre Aktivierung aktivieren kann, die mit einem Kartentyp, der für die Aktivierung auf den Friedhof geschickt wurde, übereinstimmt. Hier kommt der hohe Monstercount in den aktuellen Kombodecks der Karte zu Gute, denn dadurch wird man meist Monster für die Aktivierung auf den Friedhof schicken, was gleichzeitig auch der beste Kartentyp ist, um Verbotener Tropfen davor zu beschützen. Sollten die Kartentypen jedoch eines Tages wieder ausgeglichener vertreten sein, wird die Bedeutung dieses Effekts schwinden.
Doch warum habe die Karte jetzt in mein Ranking der „interessantesten“ Karten aufgenommen, wo es doch einige offensichtlich fürs Competitive Play relevante Karten nicht schaffen werden? Nun, zum einen sieht Verbotener Tropfen verdammt cool aus. Zum anderen ist sie ein „Verboten“-Schnellzauber und damit durch Verfluchte Hexe suchbar. Diese kann als generische Engine ähnlich den Traptrix-Monstern benutzt werden, um eine dieser Zauberkarten für zusätzlichen Schutz auf die Hand zu suchen. Im gegnerischen Zug kann sie sich dann gegen ein anderes Feen-Monster der Stufe 4 austauschen, z.B. Chaos-Valkyre oder Vorbild der Morgenröte.
Eine Karte für den Moment also, deren Hochphase wenn überhaupt nur kurz sein wird. Doch als bislang bestes Suchziel für Verfluchte Hexe könnte sie immer mal wieder im kleineren Maßstab auftauchen.
Platz 7: Überfallraptor – Arsenalfalke


In seiner unendlichen Weisheit hat Konami entschieden, dass in diesem Set die World Premier Cards einfach mal eine Runde aussetzen, um sie dann im nächsten Set wieder fortzusetzen. Stattdessen gibt es die doppelte Menge an OCG-Importen im Vergleich zu sonst und eine davon ist Überfallraptor – Arsenalfalke. Es handelt sich dabei um ein Xyz-Monster, das mit zwei beliebigen Monstern der Stufe 7 zu beschwören ist und mit seinem Effekt ein Material abhängen kann, um ein Geflügeltes Ungeheuer der Stufe 4 vom Deck zu beschwören. Das ist offensichtlich ziemlich gut und man kann es für allerlei Simorgh-Kombos rund um Nebeltal-Goldadler und Nebeltal-Donnervogel missbrauchen, aber darum soll es jetzt mal nicht gehen. Sein Nutzen für das Überfallraptor-Deck hält sich wiederum in Grenzen, weil dafür in der Regel zwei Rank-Up-Moves oder einer und Überfallraptor Letzter Kauz gebraucht werden, weshalb man ihn dort höchstens gelegentlich beschwören wird.
Aber er ist auch einfach eine gute generische Karte, denn ein beliebiges Monster vom Deck beschwören kann eigentlich jedes Deck gut gebrauchen. Vor allem zwei Ziele sind dabei außerhalb des eigenen Themas interessant. Zum einen natürlich Schwarzflügel – Zephyros die Elite, ein hervorragender Extender, der sich selbst vom Friedhof zurück beschwören kann, sobald er weggelinkt wurde. Zum anderen Heiliger Kranich, der uns bei der Beschwörung gleich eine Karte ziehen lässt. In Sachen Kartenvorteil sind beide also mehr oder weniger gleichwertig, welche Karte man nun bevorzugt hängt letztendlich wohl vom Deck ab.
Ebenso die Art und Weise, wie man den Falken überhaupt beschwört. Denn aktuell gibt es gar nicht so viele Decks, die gut auf Rang-7-Xyzs kommen und die Engine integrieren können. Am relevantesten sind wohl noch Nixenrüstung und Pendel. Dinos kommen über Overtex-Qoatlus vielleicht auch irgendwie drauf, aber ansonsten fallen mir spontan nur noch Harpyien ein, die sogar ganz direkt von der Spezialbeschwörung profitieren können, dafür jedoch einen heftigen Ziegelstein in Form von Spieldrache der Harpyien integrieren müssten. Ansonsten bin ich gerade überfragt, zumal mit Dinowrestler Pankratops das beste generische Stufe-7-Monster vor kurzem limitiert wurde.
Überfallraptor – Arsenalfalke hat übrigens auch noch ein paar weitere Effekte. Zum einen kann er für jedes Überfallraptor-Monster, das unter ihm liegt, einmal angreifen. Unter normalen Umständen also gar nicht, aber das hat bei Mecha-Phantomungeheuer Drachossak und Nummer 11: Großes Auge auch niemanden gestört. Und dann hat er aber noch einen ziemlich guten Effekt, mit dem er, sollte auf den Friedhof gelegt (aka weggelinkt) werden, solange er ein Überfallraptor-Monster als Xyz-Material besitzt, ein anderes Überfallraptor-Xyz-Monster vom Extra Deck beschwören kann. In den allermeisten Fällen dürfte dies Überfallraptor – Ultimativer Falke sein, ein extrem mächtiges Monster mit 3500 ATK, das immun gegen alle Karteneffekte ist. Doch diese Bedingung ist wie bereits erwähnt ziemlich schwer zu erfüllen und ehrlich gesagt fällt mir gerade keine Möglichkeit ein, dies mit einer relativ kleinen Engine generisch in irgendein Deck zu integrieren. Falls euch was einfällt, lasst es mich aber gerne im Diskussionsthread wissen.
Platz 6: Artillerie-Katapult-Schildkröte


Weiter geht’s mit einer Karte, auf die ich erst im letzten Moment mithilfe der anderen CT-Mitglieder gekommen bin. Denn ganz ehrlich: Ich hatte die gesamte Serie von Legacy Support rund um Drachenmeister Gaia schon als uninteressant und nichtssagend abgetan. Und im Grunde tue ich das auch weiterhin, nur ist Artillerie-Katapult-Schildkröte auch in anderen Decks ziemlich brauchbar.
Mit ihrem Effekt kann sie ein Monster als Tribut anbieten, um einen Gaia, zorniger Ritter-Verschnitt oder ein Drache-Monster der Stufe 5 vom Deck zu beschwören. Das Tribut kann dabei auch sie selbst sein, weshalb sie im Grunde aus einer Normalbeschwörung jedes beliebige dieser Monster aufs Feld zaubern kann. Die Gaia-Varianten ignorieren wir jetzt mal und beschränken uns auf das Wesentliche: Drache-Monster der Stufe 5. Die Idee dahinter ist wohl, die neuen Drachenfluch-Upgrades Drachenfeuerfluch und Drachenfluch, der verfluchte Drache zu beschwören und zumindest ersterer scheint durchaus eine geeignete Wahl zu sein, da er Feldzauber zerstören und außerdem z.B. in Shaddoll-Decks El-Schattenpuppe Winda ohne eine Fusionszauberkarte beschwören kann. Doch es gibt noch wesentlich bessere Ziele. Bereits im Forum gelesen habe ich unheilvolle Stimmen über Finstereruptions-Drache, der wie ich selbst bis vor kurzem nicht wusste, mit seinem Effekt eine Art Drachenschlucht sein kann und zum Preis einer Handkarte ein Drachen-Monster vom Deck auf den Friedhof legen kann. Doch mindestens genauso interessant finde ich Buntäugiger Rollendrache, der als Schnelleffekt die Effekte von Monstern annullieren kann, die als Spezialbeschwörung vom Extra Deck beschworen worden sind. Damit ist er eine nicht perfekte, aber dafür sehr einfach aufs Feld zu befördernde Interruption.
Eine besondere Synergie verbindet Artillerie-Katapult-Schildkröte übrigens mit dem Priesterlich-Deck, wo sie sich sicher etablieren wird. In Kombination mit z.B. Priesterlicher Drache von Tefnuit kann sie diesen als Tribut anbieten, wobei sein Effekt getriggert wird. Damit kann man dann ein normales Drachen-Monster vom Deck sowie Priesterlicher Drache von Eset vom Deck beschwören. Letzterer kann dann mit seinem Effekt die Stufe des normalen Monsters annehmen, was sehr einfache Xyz-Beschwörungen des Rangs 7 oder 8 bedeutet.
Alles in allem ist Artillerie-Katapult-Schildkröte also eine sehr vielseitige Karte, die in Zukunft, je mehr Drache-Monster herausgebracht werden, eigentlich nur besser werden kann. Daher auch die relativ hohe Platzierung im Ranking!
Platz 5: Schreckenspelz Grausamer Wal


Wir betreten die zweite Hälfte des Rankings mit der einzigen wirklich themengebundenen Karte des Rankings. Nach dem Release von Schreckenspelz-Patchwork im OCG hatte das Fluffal-Deck seine „15 Minutes of fame“. Denn auf einmal war es gar nicht mehr kuschlig und konnte mit geradezu spielerischer Leichtigkeit OTKs drücken und gerne mal zwanzig- oder dreißigtausend Punkte theoretischen Schaden auf das Feld legen. Doch knapp vier Monate später kam Master Rule 4 im OCG an und dann hatte es sich ganz schnell ausgespielt.
Nun ist MR4 größtenteils wieder außer Kraft gesetzt und mehr noch, inzwischen könnte das Fluffal-Deck theoretisch sogar 6 Fusionsmonster beschwören, doch wo bleibt es? Scheinbar hat der Power Creep es überholt, weshalb jetzt neuer Support kommt, um dem entgegen zu wirken. Und er macht dabei, leider im Gegensatz zu dem ebenfalls in diesem Set enthaltenen Finsterlord-Support, keinen schlechten Job.
Die beste Karte und daher auch der Vertreter im Ranking ist Schreckenspelz Grausamer Wal. Dieser kann denkbar einfach mit einem „-enkobold“ und einem Kuscheltier-Monster beschworen werden und dann mit seinem Effekt erstmal eine Karte auf jeder Spielfeldseite zerstören. Das ist kein schlechter Effekt, der an Schrottdrache erinnert, dabei aber nicht zielt und außerdem einen Spielzeugspender auf dem eigenen Feld zerstören und triggern kann. Darüber hinaus hat er noch einen Schnelleffekt, mit dem er ein Schreckenspelz-Monster von Main- oder Extra Deck auf den Friedhof schicken kann, um die ATK eines Fusionsmonster bis zum Ende des Spielzugs um die Hälfte von dessen ATK zu erhöhen. Das klingt allerdings besser als es ist, denn vom Main Deck gibt es nur ein schlechtes Ziel (das darüber hinaus nichtmal ATK hat) und auch die Fusionsmonster haben allesamt keinen wirklichen Nutzen im Friedhof außer als Ziel für Schreckenspelz-Fusion zu dienen. Daher ist es tatsächlich die ATK-Erhöhung um bis zu 1500, die zählt, was die Monster immerhin etwas schwerer zu überrennen macht, was allerdings nie wirklich das Problem des Decks war. Aber beim größten Problem des Decks, nämlich dem schwachen 1st Turn, schafft der Wal trotzdem Abhilfe, nämlich durch die schlichte Tatsache, dass er Stufe 9 ist. Denn wenn man es schafft, zwei Kopien von ihm zu beschwören, was kein großes Kunststück ist, kann man diese zu Wahrer König aller Katastrophen überlagern, einem der besten Xyz-Monster überhaupt, das einen im Alleingang über einen Zug retten kann und damit Tür und Tor für einen OTK im dritten Zug öffnet.
Doch auch die anderen neuen Karten für das Thema sind größtenteils absolut brauchbar. Vor allem Sensenkobold könnte genauso hier stehen und würde es auch, wenn Schreckenspelz-Tiger als Material nicht spezifisch Scherenkobold verlangen würde. Denn mit dem Neu-enkobold kann man im gegnerischen Spielzug ein Fusionsmonster beschwören, indem man ihn selbst von der Hand und andere Monster von Hand und Feld als Material verwendet. Hier wäre die Zerstörungswut des Tigers natürlich nahezu broken, doch weil er ja nicht geht, muss man sich mit dem schwächeren Removal-Effekt von Schreckenspelz grausamer Wal zufrieden geben, der im ersten Zug nicht funktioniert und von dem man nach einem Wahrer König aller Katastophen-Play vielleicht gar keine Kopie mehr im Extra Deck hat.
Auch nicht schlecht ist Schreckenspelz-Reparatur, eine Art Wiedergeburt für das Deck, die jedoch einen (meiner Meinung nach) besseren Friedhofseffekt hat, mit dem ein Monster von der Hand als Spezialbeschwörung beschwören kann. Leider kann man nur einen von beiden Effekten pro Zug benutzen, was die Karte aber dennoch zu einem tadellosen Ziel für Kettenkobold und Törichte Begräbnisbeigaben macht, wenn die primären Ziele Schreckenspelz-Patchwork und Spielzeugspender warum auch immer nicht in Frage kommen, sowie zu einer Karte, die man effizient für Spielzeugspender abwerfen kann.
Als letzte brauchbare Karte kommt noch Kuscheltier Delfin, der allerdings eher im Bereich „Win More“ anzusiedeln ist und einen Spielzeugspender recyclen und nebenbei beispielsweise ein Play rund um Kuscheltier Flügel aufbauen kann. Darüber hinaus ist er vor allem deswegen interessant, weil er wie Kuscheltier Pinguin ein Wasser-Monster der Stufe 4 ist und daher zusammen mit diesem Bahamut-Hai und damit Krötellig umwerfend bauen kann.
Die letzte neue Karte ist Schreckenspelz-Krug, die ihrem Anspruch, Spielzeugspender zu ersetzen aber irgendwie nicht gerecht wird.
Platz 4: Einlösbarer Krug


Weiter geht’s mit einer Fallenkarte. Fast schon einer Über-Fallenkarte, deren Effekt für einen durchgehenden Nachschub an Fallenkarten sorgt.
Einlösbarer Krug ist permanent und kann mit ihrem Effekt einmal pro Spielzug eine Falle vom Friedhof verbannen, um der Hand dafür eine andere Falle mit einem anderen Namen, ebenfalls vom Friedhof, hinzuzufügen. Ihr merkt schon, dass man, damit sich diese Karte lohnt, sehr viele Fallenkarten spielen muss. Doch dafür wird man belohnt, da man in jedem seiner eigenen Züge einen frischen Nachschub von bis zu zwei alten Fallen bekommt, weil man den Effekt schließlich auch im Zug des Gegners benutzen kann. Allerdings muss man dafür auch erstmal vier Fallen, bestenfalls mit verschiedenen Namen, in den Friedhof bekommen, was nur wenige Decks wirklich durchziehen können. Doch ein paar kommen schon in den Sinn: Altergeist, Paleozoic, True Draco, Counter Fairy, Chain Burn und -Beat sowie Hope for Escape Exodia. Zugegeben, dass sind jetzt alles keine Fanfavoriten, aber in Zeiten von OTKs und Unbreakable Boards, wo das typische Deck aus 30 Monstern, 8 Zaubern und 2 Fallen besteht, ist mir jeder Anblick einer magentafarbenen Karte recht und um sie relevant zu halten müssen eben extreme Maßnahmen ergriffen werden.
Ist die Karte also metarelevant? Wohl eher nicht. Aber es ist eine „tolle“ und definitiv interessante Karte für alle Trolls und solche, die es werden wollen.
Platz 3: Gefallener von Albaz


Die vielleicht stärkste und meiner Meinung nach definitiv stilvollste Art von Removal ist, sich Monster des Gegners für die Beschwörung von eigenen Monstern „auszuleihen“. Deshalb sind Karten, die das können immer ziemlich gefragt. Sturmkraft der Monarchen etwa ist nie weit, wenn ein neues Deck Gebrauch von Tributbeschwörungen macht, und Superpolymerisation ist, seit sie wieder erlaubt ist, auch eine sehr gern genommene Konterkarte. Auch Karten, mit denen man temporär die Kontrolle über gegnerische Monster übernehmen kann, etwa Überläufer, Gehirnkontrolle und Gedankenkontrolle wurden bevorzugt auf diese Weise missbraucht, was dazu geführt hat, dass eines dieser Beispiele inzwischen verboten ist, ein anderes limitiert und das dritte mit einem Erratum unbrauchbar gemacht wurde.
Nun kommt mit Gefallener von Albaz also eine neue solche Karte um die Ecke, die irgendwie zum Dogmatika-Thema gehört aber irgendwie auch nicht und deren Effekt doch sehr an Superpolymerisation erinnert. Wird er als Normal- oder Spezialbeschwörung beschworen, kann man zum Preis einer Handkarte ein Fusionsmonster beschwören, indem man ihn selbst und beliebig viele Monster des Gegners als Material verwendet. Doch in seiner Ähnlichkeit zu Superpolymerisation liegt wohl auch seine größte Schwäche. Denn warum sollte man ihn, der schließlich anfällig für Effektverschleierin und Konsorten ist, spielen statt des Schnellzaubers den man auch im Zug des Gegners aktivieren und der den zusätzlichen Schutz durch Spell Speed 4 hat? Tatsächlich hält das Monster den Vergleich im aktuellen Format nicht wirklich stand, aber ein paar Vorteile hat er schon. Zum Quick Effect kann er durch sein Wording auch werden, indem er zum Beispiel mit Dogmatika-Begegnung (suchbar mit Dogmatika Ecclesia, die Waifu) oder einem guten alten Ruf der Gejagten im Zug des Gegners beschworen wird. Auch ist Superpolymerisation wertlos, wenn der Gegner kein passendes Fusionsmaterial hat, Gefallener von Albaz hingegen kann immer noch für Link-Beschwörungen oder Ähnliches benutzt werden.
Doch sein wesentlicher Vorteil ist sein Typ. Denn wie jeder sofort sehen kann ist er ein Drache, was ihm Zugriff auf den besten Support-Pool im Spiel verschafft, allen voran die Möglichkeit, ihn mit Wachdrache Elpy vom Deck zu beschwören. Aber auch der Umstand, dass er selbst ebenfalls zum Material gehört, hat seine Vorteile. Mit Titaniklad der Aschendrache kommt zum Beispiel gleich ein passendes Fusionsmonster mit dazu, das nur den Gefallenen und ein Monster mit 2500 oder mehr ATK als Material erfordert, mit anderen Worten also fast jedes Bossmonster des Gegners. Daneben kommt Hungergift-Fusionsdrache als Ziel in Frage und auch Raubpflanze Triphoyoverutum ist mit einem selbst gestellten Ziel deutlich realistischer zu beschwören und ein sehr mächtiges Monster. Dazu gibt es noch speziellere Ziele. Wenn der Gegner zum Beispiel zufällig ein Schattenpuppen-Deck spielt kann man El-Schattenpuppe Winda beschwören, oder, sollte er vier Drachen kontrollieren, kann man den echten Pro Gamer Move auspacken und Fünfköpfiger Drache beschwören (Wenn dieses Szenario doch nur so unrealistisch wäre, wie es klingt…)
Alles in Allem kann man sagen, dass die Zeit für Gefallener von Albaz wohl noch nicht gekommen ist, aber ich spüre einfach, dass er irgendwann mal relevant wird. Sei es, weil ein wirklich gutes Fusionsmonster spezifisch für ihn herauskommt, oder schlicht weil Superpolymerisation irgendwann wieder auf der Liste landet.
Platz 2: Chaosherrscher, der chaotische magische Drache


Weiter geht’s mit meiner wohl persönlichen Lieblingskarte des neuen Sets. Doch das sehe nicht nur ich so: Auch von seiner Spielstärke her ist Chaosherrscher, der chaotische magische Drache zweifelsfrei eine der besten Karten des Sets.
Ihr erinnert euch wahrscheinlich noch daran, dass Dante, Reisender des brennenden Abgrunds und Minerva, die erhabene Lichtverpflichtete einmal in entsprechenden Decks ziemlich beliebt waren, einfach, weil sie die drei obersten Karten vom Deck auf den Friedhof schicken konnten. Nun, dieser Kamerad macht bei ähnlich einfachen Beschwörungsbedingungen das gleiche, nur sehr, sehr viel besser. Zum einem sind es nicht drei, sondern vier oder fünf Karten. Außerdem kann man, wenn man Licht- oder Finsternis-Monster aufdeckt, eines davon sogar behalten! Topf der Gegensätzlichkeit war zum Zeitpunkt seines Release eine der mächtigsten Zauberkarten überhaupt und machte im Grunde das Gleiche, bloß mit drei Karten und einem Haufen Einschränkungen, die beim Chaosherrscher völlig fehlen (gut, mal abgesehen von der Tatsache, dass es Licht- und Finsternis-Monster sein müssen). In Chaos-Decks kann man sich dann einfach eine der wenigen Karten aussuchen, die man lieber auf der Hand statt im Friedhof sehen will, zum Beispiel Weißer Drache Lindwurmstrahl oder Fremdenführerin aus der Unterwelt. Aber dank seiner generischen Beschwörung und der Tatsache, dass im Falle eines „Misserfolgs“ einfach alle Karten im Friedhof landen ist er nicht einmal an solche Decks gebunden. Durch die Ausgrabe-Mechanik kann er zum Beispiel auch die Effekte von Sylvan-Monstern triggern und wenn man sein Deck nur genug mit Handtraps wie Nibiru, das Urwesen, Effektverschleierin und D.D. Krähe vollstopft stehen die Chancen, trotzdem für den vollen Nutzen ein Licht- oder Finsternis-Monster zu finden, gar nicht so schlecht.
Wo wir gerade vom vollen Nutzen sprechen: Auch sein zweiter Effekt hat es in sich. Mit diesem kann er sich nämlich selbst vom Friedhof zurückholen, indem er ein Licht- und ein anderes Finsternis-Monster von dort verbannt, was nach der erfolgreichen Ausführung seines ersten Effekts eigentlich kein großes Kunststück mehr sein sollte. Und, was ich selbst gar nicht glauben konnte, als ich es eben nochmal nachgeschaut habe: Das geht sogar in dem Spielzug, in dem er auf den Friedhof geschickt wurde! Damit kann man einiges an Schabernack anstellen. Zum Beispiel Chaos Ruler beschwören, seinen Effekt benutzen, mit etwas Glück und falls man ihn nicht schon hat irgendeinen Extender der Stufe 8 finden (Z.B. Chaos-Imperatordrache, Gesandter des Endes, Chaosdrache Levianier, Lichtstrahl-Gerfried oder Urteilsdrache), dann Chaos Ruler dank der drölf Friedhofs-Effekte, die man mit seinem ersten Effekt getriggert hat als Linkmaterial verwenden, und ihn anschließend wieder als Spezialbeschwörung vom Friedhof beschwören, um ihn anschließend zusammen mit dem Extender unter ein mächtiges Rang-8-Xyz-Monster zu legen, was sogar seine Einschränkung, dass er nach Benutzung seines zweiten Effekt verbannt wird, würde er das Spiel verlassen, umgeht.
Damit ist das generische Stufe-8-Synchro ein wahrer Segen für eigentlich alle Licht- und Finsternis-Decks mit Empfängern. Er ist sicherlich eine der besten und interessantesten Karten des Sets und, um das zum Schluss auch noch einmal zu würdigen: Er sieht auch verdammt cool aus.
Platz 1: Talent der drei Taktiken


Und der erste Platz geht an eine normale Zauberkarte, die, als sie für das OCG angekündigt wurde, schon für einigen Hype gesorgt hat. Inzwischen ist fraglich, ob sie dem wirklich gerecht wird, aber interessant ist sie allemal, wie eigentlich alle Karten, die einen zwischen mehreren Effekten aussuchen lassen. In vielerlei Hinsicht ähnelt sie dabei einem besseren Topf des Verbotenen, indem sie einen an einen gewissen Gamestate geheftet aus verschiedenen Klassikern des fragwürdigen Kartendesigns auswählen lässt. Im Falle von Talent der drei Taktiken sind das Topf der Gier, Starker Wachposten und Überläufer. Die Bedingung dabei ist, dass der Gegner in der laufenden Main Phase schon einen Monstereffekt aktiviert hat, was vor ein paar Jahren noch lächerlich spezifisch gewesen wäre. In diesem Sinne gibt es eine weitere Karte, an die mich Talent der drei Taktiken erinnert, auch wenn diese bei weitem nicht so broken ist: Letzter Wille. Mit der konnte man ein beliebiges Monster mit 1500 oder weniger ATK vom Deck beschwören, falls in der laufenden Main Phase ein Monster auf den Friedhof gelegt wurde. Zu der Zeit, als Letzter Wille noch erlaubt war das tatsächlich kritisch, weil Monster fast ausschließlich in der Battle Phase oder der gegnerischen Main Phase das Feld verlassen haben und ironischerweise Tributbeschwörungen sowohl die beste Möglichkeit waren, die Bedingung zu erfüllen als auch das Beste, was man mit einem spezialbeschworenen schwachen Monster machen konnte. Das war natürlich problematisch, da man ja nur eine Normalbeschwörung hatte. Heutzutage wäre die Bedingung von Letzter Wille jedoch vor allem dank Linkbeschwörungen quasi dauerhaft erfüllt, was die Karte meiner Meinung nach auch zusammen mit Verbrecher-Duo, Freundliche Wohltat und Qual der Wahl zu einer der besten Zauberkarten überhaupt macht.
Ähnlich ist es mit Talent der drei Taktiken, denn Monstereffekte im Zug des Gegners aktivieren ist kein großes Kunststück mehr. Zum Beispiel besagt Murphys Yu-Gi-Oh!-Gesetz, dass der Gegner absolut immer, unter allen Umständen, Ascheblüte & Freudiger Frühling auf der Hand hat, die darüber hinaus auch (zumindest bisher) eher gegen Anfang der Kombo eingesetzt wurde. Talent der drei Taktiken hat dabei den besonderen Vorteil dass sie, anders als fast alle anderen derzeit verbreiteten Konterkarten im ersten und zweiten Spielzug fast gleich nützlich ist. Im zweiten etwas mehr, weil dort neben Handtraps auch Negates auf dem Feld dazu beitragen können, sie live zu machen und weil dann auch der Überläufer-Effekt theoretisch nützlich sein kann. Das macht sie meiner Meinung nach zu einer guten Karte, um sie zunächst im Main Deck zu spielen und dann später gegen etwas spezifischere Konterkarten rauszusiden. Denn so stark die drei Effekte auch sind, spielentscheidend wird in der Regel keiner davon sein, was zum Beispiel bei Ausgeglichener Zweikampf ganz anders sein kann.
Der Überläufer-Effekt ist dabei übrigens wie bereits angedeutet der mit Abstand schlechteste. Meist wird man auf die anderen beiden zurückgreifen, wobei die genaue Wahl wohl situationsabhängig sein wird. Hat man nach der gegnerischen Interruption noch ein Back-Up-Play parat, wird man wohl am ehesten den Starker Wachposten-Effekt benutzen, um weitere Handtraps zu vereiteln oder, im ersten Zug, sein Board an die Hand des Gegners anpassen. Hat man hingegen kein Play mehr, wird man hingegen wohl eher zum Topf der Gier-Effekt greifen, um seine Hand hoffentlich aufzubessern.
Ob die Karte damit die beste des Sets ist, darüber lässt sich diskutieren. Aber neben ihrer offensichtlich vorhandenen Spielbarkeit ist sie einfach eine hochinteressante Karte, die es so vorher noch nie gegeben hat. Und das macht sie meiner Meinung nach zu einem verdienten Platz 1!
Honorable Mentions:


Die werde ich fortan in zwei Abschnitte gliedern, wobei im ersten ganz klassisch Karten genannt werden, die die Top 10 knapp verpasst haben.
Kurz am Rande erwähnt habe ich ja den Finsterlord-Support. Das Deck zählt aufgrund der herrlich Emo-mäßigen Artworks zu meinen persönlichen Favoriten, deshalb schmerzt es umso mehr, zuzugeben, dass er ziemlich enttäuschend ist. Am besten ist wohl noch Nachgiebiger Finsterlord, die immerhin ein Finsterlord-Monster suchen kann, aber dennoch absolut unnötig übereingeschränkt ist, da sie auch dem Gegner ein Monster gibt und man darüber hinaus für den Rest des Zuges nur noch die Effekte von Feen-Monstern aktivieren kann. Deutlich besser fällt da der ebenfalls bereits am Rande erwähnte Speedroid-Support aus, wobei besonders Geschwindigkeitsroid Auturbo als ergänzender Extender zu Geschwindigkeitsroid Taketomborg und besserer Stufe-3-Empfänger als Geschwindigkeitsroid Dreiäugiger Würfel ins Auge fällt.
Mehr eine Engine als ein richtiges Themendeck sind die Hände, die im glorreichen 2014er H.A.T-Format ihre Blütezeit hatten. Sie erhalten Donnerhand hinzu, die, wenn eine von ihnen zerstört wird, sich selbst von Hand oder Friedhof beschwören und eine zusätzliche Karte zerstören kann. Doch so nostalgisch sie heute erscheinen mag, die Engine mit ihrer Inanspruchnahme der Normalbeschwörung und auf der auf Zerstörung durch den Gegner basierten Mechanik wurde vom Zahn der Zeit überholt. Ebenso auf ein langsameres Format angewiesen ist wohl Seleglare der leuchtende Monddrache, eine wie ich finde hochinteressante Karte, die viele von euch vielleicht nicht auf dem Schirm haben. Er kann, obwohl er Stufe 6 ist, ohne Tribut beschworen werden, indem man seine ATK auf 1500 reduziert. Als Schnelleffekt kann er dann sich selbst auf die Hand zurückgeben, um die Kontrolle über ein Monster mit weniger ATK als er zu übernehmen.
Dann kommen mit D/D-Hund und D/D-Übel noch zwei Pendelmonster, die jeweils interessante Anti-Karten darstellen. D/D-Hund , der die Effekte von Fusions-, Synchro-, oder Xyz-Monstern annullieren kann, für Pendeldecks, weil nur diese ihn effektiv suchen und beschwören können. D/D-Übel hingegen gegen Pendeldecks, da er die Effekte von Pendelmonstern annullieren kann. Für Pendeldecks kommt außerdem noch endlich Künstlerkumpel Buntäugige Metallklaue ins TCG, ein Bossmonster mit saftigen 3000 ATK, das gegen alle Karteneffekte immun ist. Damit er diesen Effekt auch bekommt muss man ihn jedoch ganz old school mit Polymerisation beschwören, weshalb Decks, die ihn nutzen wollen, dafür Karten wie Fusionsersatz und König des Sumpfes integrieren müssten, was sich meist nicht lohnen dürfte. Vielleicht kann sich aber eine Kopie von Fusionsersatz zusammen mit Raubpflanze Verte-Anakonda etablieren.
Und auch an Zauber- und Fallenkarten hat das neue Set noch ein bisschen was zu bieten. Als eine der ersten Karten wurde beispielsweise Wut von Kairyu-Shin bekannt, ein Sucher für Reißender Tribut. Auch ganz nett ist aber Himmlischer Drachenkreis, mit dem man ein Wyrm-Monster als Tribut anbieten kann, um ein anderes vom Deck zu suchen. Die beste Einsatzmöglichkeit dafür ist wohl, True Kings zu suchen, aber für Tenyi-Spieler, für deren Deck die Karte eigentlich gedacht ist, bietet sie noch mehr, nämlich einen Such-Effekt vom Friedhof.
Competitive Mentions:


In diesem Abschnitt werde ich fortan die Sets für das Competitive Play einordnen und noch auf die Karten eingehen, die es, wenn es um objektive Stärke gehen würde, ins Ranking hätten schaffen müssen. Ich denke, das Set wird sehr relevant für das Meta sein, mehr vielleicht als irgendein Hauptset seit Dark Neostorm. Mit Verbotener Tropfen und Talent der drei Taktiken sind zwei potenziell sehr einflussreiche Einzelkarten enthalten, darüber hinaus werden zwei Themendecks eingeführt, die sich im OCG bereits als metarelevant erwiesen haben. Zum einen ist das das Dogmatika-Deck, ein eher monsterarmes Deck mit einem kleinen Core und folglich viel Platz für Engines und Staples, das sich gegen Beschwörungen vom Extra Deck richtet. Relevant wird es vor allem aber selbst als Engine bestehend aus Dogmatika Ecclesia, die Tugendhafte und Dogmatika Fleurdelis, die Ritterliche sein. Das zweite sind die Flammedlen Ritter, ein Kombo-Deck, das im OCG vor allem durch beispielhaften Abuse von Linkreuz zu einem der meistgespielten Decks wurde nach dessen im TCG (noch?) nicht vorgenommenen Verbot schnell wieder irrelevant wurde. Beinahe ins Ranking geschafft hätte es von diesem Thema Flammedle Waffen – Durendal, ein Ausrüstungszauber, der auch als Sucher fungiert und dabei auch mehr oder weniger generische Extender wie Superquantum Rote Schicht, Flammedler Ritter Renaud oder Verstärkungskrieger suchen kann.
Ein weiteres potenziell Metarelevantes Deck, das einen großen Push erhält, ist Dragon Link. Dieses profitiert natürlich von Chaosherrscher, der chaotische magische Drache, aber auch von Artillerie-Katapult-Schildkröte und vor allem von Buntäugiger Revolutionsdrache. Dabei handelt es sich um ein Pendelmonster der Stufe 12, das einen Haufen Effekte besitzt und für den Arc-V-Manga wohl eine ähnliche Rolle einnimmt wie Quasarschnuppen-Drache für den 5D’s-Anime. Blöd nur, dass er lediglich als Verstärkung für die Armee-Verschnitt benutzt wird, da einer seiner Effekte ist, zum Preis von 500 LP ein Drachen-Pendelmonster zu suchen. Das kann zum Beispiel ein Amorphage-Monster sein, das, sofern man z.B. über Wachdrache Elpy Amorphage Goliath beschworen hat, zum mächtigen Floodgate werden kann. Oder aber Chaos-Imperator, der Drache des Armageddon. Dieser kann sich mit seinem Pendeleffekt selbst zerstören, um ein verbanntes Monster zu recyclen, und sich dann auf die gleiche Weise wie der gute alte Chaos-Imperatordrache, Gesandter des Endes vom Extra Deck beschwören und stellt damit einen großartigen Extender dar. Sogar das Steinbefreier-Deck erhält neuen Support in Form der eher mittelmäßigen Sucherkarte Steinbefreier-Freunde sowie Lieferant von Koa’ki Meiru, ein Fels-Monster, das sich selbst als Spezialbeschwörung beschwören kann, wenn ein anderes Fels-Monster auf den Friedhof gelegt wird, und bei seiner Spezialbeschwörung (auch durch die Steinbefreier-Monster) zusätzlich Wächter von Koa’ki Meiru suchen kann. Das letzte, wenn auch weit weniger, relevante Thema, das Support erhält, sind die Schattenpuppen. Diese bekommen mit Schattenpuppe Schisma eine Art Wunderfusion in Fallenform, die zusätzlich Removal sein kann.
Auch ein paar generische Karten gibt es, die für Competitive Play bedeutend werden könnten. Der neue Gizmek, Gizmek Okami, der gefürchtete Sintflut-Drache kann sich selbst als Spezialbeschwörung beschwören, wenn zwei oder mehr vom Extra Deck beschworene Monster auf dem Feld liegen, und dann alle zerstören. Dann gibt es noch Blizzard, einen Schnellzauber, der faktisch Permanente und Spielfeldzauber sowie Normale und Schnellzauber mit hartem Once per Turn (sprich alle relevanten Neuerscheinungen der letzten Jahre) annullieren kann, und Gefängnis des Eisdrachen, eine Falle, die unterm Strich ein Monster von Feld und Friedhof des Gegners verbannen kann.
Schlusswort:
So, das war’s erstmal wieder. Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen. Seid ihr mit meinem neuen Konzept einverstanden? Was sind eure Lieblingskarten aus dem neuen Set und wie ordnet ihr es für das Meta ein? Lasst es mich gerne im Diskussionsthread wissen!

- Leseleff -