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Vier Schafe müssen's sein

von Deckcreator16 am 02.09.2020 um 16:12 Uhr
Vor einiger Zeit kam ein Artikelwunsch bei mir an, wonach ich doch mal was über das Goat Format schreiben sollte. Darum habe ich mir schon länger vorgenommen gehabt, dem nachzukommen und entsprechend ein paar Worte zu hinterlassen. Doch nicht jeder hat sich mit dem Thema "Goat Format" auseinandergesetzt. Darum möchte ich heute einen kleinen Einblick in das Format geben, zugleich aber auch ein wenige auf die interessanten Kniffe und Eigenschaften hinweisen, die für das Format sprechen. Denn eines schon mal vorweg, ich denke, dass jeder mal in dieses Format reingeschnuppert haben sollte und es zumindest mal ausprobieren, um sein Fähigkeiten-Repertoir zu erweitern.
Die wichtigsten Fakten
Bevor es aber losgehen kann, was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff "Goat Format". Im Grunde bezeichnet es ein recht kurzes Format, welches im April 2005 begann und sein Ende im August 2005 fand, und umfasst alle Hauptsets die bis Cybernetic Revolution(welches selber nicht mehr enthalten war) erschienen sind, sowie aller Karten anderer TCG-Produkte, die bis zu diesem Zeitpunkt erschienen sind, und umfasst somit einen Kartenpool von exakt 1699 Karten[1]. Dabei kommt sein "Goat" vom englischen Kartennamen für Sündenbock, also Scapegoat, welche wiederum einen großen Einfluss in diesem Format besessen hat. Im Allgemeinen handelt es sich bei dem Format um ein solches mit einer viel geringeren Zahl an Aktionen pro Zug, bietet dafür aber einen hohen Options- und Interaktionsanteil, was es besonders gut als Lernhilfe für komplexeres Gameplay macht und zugleich die richtige Verwendung von Ressourcen lehrt. Neben dem Kartenpool unterscheidet sich natürlich auch die Liste der limitierten und verbotenen Karten vom modernen Spiel sowie gibt es größere Regelunterschiede zum aktuellen Kartenspiel. Für einen Überblick der entsprechenden Liste und des erlaubten Kartenpools verlinke ich euch den Goat 2005 Strategiethread in unserem Forum, während ich kurz auf die wichtigsten Regelunterschiede zu Sprechen komme:
1. Alles auf Anfang. Anders als im aktuellen Yu-Gi-Oh darf der startende Spieler ebenso eine sechste Karte ziehen. Zusätzlich dürfen beide Spieler nur einen Spielfeldzauber gemeinsam kontrollieren. Und auch das Nachprüfen der Hand oder Deckkarten nach der Verwendung einer Karte wie Adliger der Auslöschung ist ein Teil davon. Diese Regeln wurden vor einigen Jahren erst eingeführt und waren selbsterklärend nicht in dem Format verfügbar.
2. Fehlerhafte Rulings die zum Dauerzustand wurden. Früher war es so, dass das Spiel auf TCG-Seite von Upperdeck-Entertainment vertrieben wurde. Dazu zählte auch die Veröffentlichung von Rulings, welche im Laufe der Jahre dann offiziell oder inoffiziell für nichtig erklärt wurden, da diese doch teils stark zum OCG-Regelwerk abwichen. Dies führte unter anderem dazu, dass Zündeffekte von Monstern, welche im modernen TCG immer als Kettenglied eins angekündigt werden müssen, an Karten angekettet werden konnten, die direkt auf deren Beschwörung angewendet werden konnten. Aber auch permanente Fallenkarten waren stark geschwächt, da Effekte wie die von Unterdrückungsherrschaft nur aktiviert werden konnten, wenn diese schon offen auf dem Spielfeld lägen. Und auch beim Replay gab es Unterschiede: So verfiel nicht die Chance anzugreifen, wenn man auf ein Replay nicht mit demselben Monster weiterangreifen würde.
3. Errata, was ist das? Wer noch alte Kopien von zum Beispiel Sangan gelesen hat, wird gemerkt haben, dass sein Effekt heutzutage stark vom Original abweicht. Während man heute immer nach dem neusten Effekttext spielt, wird im Goat Format selbsterklärend mit den Karteneffekten gespielt, welche sie zu diesem Zeitpunkt gesessen haben. Dies gilt für gravierende Erratums wie bei Sangan, als auch für "Softe" Erratums wie bei Tal der Toten. Hier empfehle ich euch einen Blick auf diese Kartenpoolseite, wo ihr euch den Effekt jeder Karte angucken könnt, wie er zu dem Zeitpunkt geschrieben war. Wobei es natürlich auch hier erlaubt ist, mit Karten zu spielen, die inzwischen mit neuem Effekttext aufgelegt wurden[2] und voraussichtlich PSCT-Konform ist. Letzteres solltet ihr auch in diesem Format nicht unterschätzen, da es euch helfen kann, Effekte richtig anzuwenden, und unterschwellig noch mal aufzeigt, wie schön PSCT doch sein kann.
4. Regeln, die zwar früher anders waren, aber trotzdem nach modernen Standard gespielt werden. So war es zum Beispiel so dass man 2005 noch keine maximale Extra Deck-/Fusions Deck-Größe besaß, weshalb man rein theoretisch ein 156-Karten großes Fusionsdeck hätte spielen können. Da dies aber eher ungewöhnlich ist, hat man sich stillschweigend darauf geeinigt die moderne 15-Karten-Beschränkung zu übernehmen.

Es gibt noch vereinzelte weitere Regeln, doch darauf möchte ich heute nicht weiter eingehen da es eigentlich nur ein Einblick sein soll. Eine Auflistung könnt ihr beispielsweise hier wiederfinden.

Jetzt wo wir das grundsätzliche geklärt haben fragt ihr euch bestimmt welche Decks man im Goat Format spielen kann. Dabei muss ich zuvor aber noch kurz darauf hinweisen, dass es im Goat Format gerade einmal ein "echtes Themendeck" gab, und sonst nur Decks um eine gewisse Strategie herum erbaut wurden. Das wirkt Anfangs zwar etwas verwirrend, für die, die modernes Yu-Gi-Oh mit ihren zig millionen Themendecks gewohnt sind, doch wurde damals die Idee eines Themendecks gerade erst entworfen, was dem ganzen aber auch einen eigenen Reiz gibt.
Der chaotische Wolf im Schafspelz

Den Anfang macht dabei das Deck mit dem vermutlich jeder unwissende Neuling ins Goat Format einsteigt, und es als "das Goat Deck" bezeichnet. Denn wenn Neulinge ihren ersten Ausflug ins Goat-Format machen, fallen ihnen immer zuerst folgende Karten ein:
Sündenbock und Tausendäugiges Opfer in Kombination mit Metamorphose, Donnerdrache, Schwarz Glänzender Soldat - Gesandter des Anfangs und Chaos Hexer sowie Magier des Glaubens und allerlei verbotene Karten. Da die meisten zu Beginn keine Metamorphose besitzen, dafür aber vereinzelte Chaos-Karten und Recruiter(also Monster wie Mystische Tomate oder Glänzender Elf) rumfliegen haben, wird meist ein stark Chaoslastiges Deck mit Sündenbock(als ankettbare Verteidigung) erbaut. Dies führt meist dazu, dass also mit einem halbfertigen Hybriden der beiden wichtigsten Decks des Formats begonnen wird, was im Allgemeinen schon allerlei Schwächen aufweist(hohe Brick Rate/Death Draw Rate, geringe Synergien, etc.) und so einige Spieler auch schnell wieder aus dem Goat Format verscheucht. Darum benutze ich diesen Absatz um ein "echtes" Chaos-Deck vorzustellen:

Diese Deckliste ist wohl das generischste, was man als Chaos Deck zusammenbauen kann[3], und damit das echte Deck am meisten widerspiegelt. Dabei ist die Grundstrategie in zwei Teile aufgeteilt. Die Hauptstrategie geht dahin eine Kopie von Donnerdrache auf die Hand zu bekommen, um zwei weitere auf die Hand suchen zu können, oder mit Unheil verkündende Schlange und Nächtlicher Angreifer, um über die vielen starken Abwurfeffekte das Spiel zu dominieren(Blitzeinschlag, Windsturm der Phönixflügel) und/oder Kartenvorteil zu erwirtschaften(Großzügige Wohltäterin, Kartenzerstörung). Der zweite Teil des Decks versucht dann über starke Flipp-Effekte das Spiel im Griff zu halten, bis man genügend Licht- und Finsternis-Monster im Friedhof hat um die nach dem Deck benannten Chaos-Monstern Schwarz Glänzender Soldat - Gesandter des Anfangs oder Chaos Hexer das Spiel zu beenden. Dabei siedelt sich das Deck eher bei den Beatdown-Decks an, besitzt aber auch leichte Neigungen zum Control-Spielstil durch die guten Flippmonster. Leider bieten vielerlei Bricks/Death Draw-Karten das Risiko einen recht langsamen Spielstart zu bekommen und vom Gegner zu früh überrannt zu werden.
Im Allgemeinen ist dieses Deck trotz allem ideal um für den Goat-Anfänger ein Sprungbrett ins Format zu sein. Alleine schon, dass dieses Deck kein Extra Deck/Fusions Deck benötigt, macht es recht ansprechend, und auch alle anderen Karten sind entweder mehrfach reprintet worden, oder hat man aufgrund einer gesunden Staple-Sammlung eh schon bereitliegen. Meiner Ansicht nach sollte man sich bei dem Namen des Formats nicht irreführen lassen. Neben der "Trinity" Topf der Gier, Großzügige Wohltäterin und Verbrecher-Duo gibt es keine Karte, die man unbedingt spielen müsste, weshalb auch nicht in jedem Deck Sündenbock zwanghaft integriert werden muss.
Neben dem recht günstigen Preis bietet das Chaos-Deck auch alle wichtigen Interaktionen als auch Schwachstellen, die man im Goat Format erlernt oder erlernen muss, um seine Erfolge steigern zu können. So ist es beispielsweise unratsam zu viele Karten zu setzen, welche dann durch Schwerer Sturm verloren gehen würden, oder man nicht zu viele Monster in Angriffsposition kontrollieren sollte, die durch Karten wie Spiegelkraft das zeitliche segnen würden. Auch sollte man sich gut überlegen, wann man zum Finishing-Move mit Karten wie Schwarz Glänzender Soldat - Gesandter des Anfangs ansetzt, und wann es sogar sinnvoll sein kann, ihn noch für zwei oder drei weitere Züge auf der Hand zu behalten.
Das echte Schaf

Kommen wir aber zum namensgebenden Vertreter dieses Formats, dem Goat Control Deck. Und auch wenn im modernen Goat Format eine sehr viel höhere Auswahl an Decks gespielt wurden, war in dem kurzen Lebensabschnitt, welches das Format besaß, das Goat Control Deck das unangefochtene meistgespielte Deck des Formats, während das Chaos-Deck nur an zweiter Stelle einen Platz fand. Eine Beispielliste würde dabei wie folgt aussehen:

Die grundsätzliche Strategie liegt dabei darin, ein Monster der Stufe eins ins Spiel zu bringen, an vorderster Front explizit Sündenbock genannt, und dieses mittels Metamorphose in ein Tausendäugiges Opfer umzuwandeln. Dabei erfüllte das Opfer ähnlich viele Funktionen wie der frisch erschienene Rotäugiger Dunkler Dragoner. Sein Primär-Effekt liegt darin, dass man ein gegnerisches Monster auswählen kann, solange er keines ausgerüstet hat, und das gewählte Monster mit ihm auszurüsten und dessen Angriffs- und Verteidigungswerte zu übernehmen. Wird dabei ein verdecktes Monster "geklaut", bleiben seine Werte bei null. Interessanter ist da dann aber schon sein zweiter Effekt, welcher es beiden Spielern verbietet mit anderen Monstern, als dem Opfer selbst anzugreifen oder deren Position zu ändern. Heißt also auch, dass seine Existenz allerlei starke Flippeffekte aufhält und auch sonst das Überrennen verhindert. Er ist somit ein Floodgate als auch ein Removal in einer Karte. Damit man aber selber nicht zu stark von seinen Einschränkungen betroffen ist, integriert man meist noch Tsukuyomi, welche bei ihrer Normalbeschwörung ein offenes Monster in die verdeckte Verteidigungsposition ändern kann. Bedeutet man beschwört das Opfer im eigenen Spielzug, nutzt seinen Effekt und bleibt erstmal einen Spielzug auf dem Opfer sitzen. Im Folgezug, in welchem der Gegner voraussichtlich ein Monster gesetzt hat, um nicht mehr direkt angegriffen zu werden, beschwört man Tsukuyomi als Normalbeschwörung und verdeckt damit das eigene Tausendäugige Opfer. Nun hat man zwei Möglichkeiten zu reagieren: entweder man flippt das Opfer wieder auf und rüstet das nächste gegnerische Monster auf um weiter Druck auszuüben oder macht zuerst allerlei Aktionen mit Tsukuyomi und anderen Karten auf dem Spielfeld(beispielsweise Flippmonstern welche man zuvor schon gesetzt hatte), und flippt das Opfer anschließend wieder auf, um den Gegner unter dem Lock zu halten. Denn in jeder End Phase kehrt Tsukuyomi zurück auf die Hand, weshalb man diesen Move Zug um Zug wiederholen kann um langsam die Kontrolle über das Spiel zu erlangen.
Das mag jetzt erstmal danach klingen als würde das "beste Deck des Formats" einfach nur ein Wahrer Dracho-Deck mit Floodgates sein, doch da das Format anders als moderne Formate stark geprägt von vielen Removaln für Monster und auch Zauber- und Fallenkarten[4], weshalb ein solcher Lock auf den ersten Blick zwar ziemlich eklig ist, er einen alleine aber nur selten den Sieg bescheren wird. Der Rest vom Deck ist dann aber größtenteils eine Ansammlung der besten Karten im Format, als auch den besten Konterkarten des Formats um den anderen Decks gegenüber einen Vorteil zu haben. Durch die gute Integration von Tsukuyomi und Magier des Glaubens ist es auch ein leichtes diese mächtigen Staple-Zauberkarten, insbesondere Karten aus der "Trinity", wieder zu recyceln und erneut zu verwenden.
Was sonst so in der Herde herumläuft

Aber jetzt wo wir die großen zwei Decks angesprochen haben möchte ich noch auf viele kleine Decks hinweisen, die in dem Format gespielt werden können, aber immer wieder unter dem Radar fallen. Denn grundsätzlich wird das Spiel noch immer von den beiden oberen Decks dominiert, doch führt das moderne Denken aktiver dazu, dass auch den etwas weniger bekannten Decks mehr Beachtung geschenkt werden und selbige eine Weiterentwicklung erfahren. Zudem decken diese Decks die anderen Spielstile ab, weshalb jeder den Spielstil spielen kann, welchen er bevorzugt. Denn während das Chaos-Deck den stärksten Fokus auf Beatdown legt, und das Goat Control seinen Fokus im Control-Aspekt auslebt, werden auch Anti-Strategien, Burn-Varianten als auch OTK- und FTK-Varianten angeboten.
So gibt es beispielsweise das Dimensionsfusion-Deck, welches mehr oder minder einem Kombo-Deck nahe kommt. Eine Beispielliste sähe wie folgt aus:

Die Idee ist hierbei sich zu Beginn über Sündenbock ein wenig Zeit zu erkaufen, bevor man durch Gedankengang und Monstertor dicke Beatsticks mit mächtigen Effekten aufs Feld beschwört, um Druck auszuüben, während man fleißig Karten in den Friedhof wirft, um selbige für mächtige Chaos-Monster wieder zu verbannen und weiter Druck aufzubauen. Wem bis hier hin noch nicht genug Druck ausgeübt wurde, der kann dann sehen wie diese starken Monster anschließend über Dimensionsfusion oder Rückkehr aus einer anderen Dimension wieder zurück aufs Spielfeld platziert werden, um dem Gegner den endgültigen Todesstoß zu verpassen. Dieses Deck umgeht dabei viele Schwächen, die andere Decks in diesem Format aufweisen, weshalb beliebte Strategien nur wenig bis keine Auswirkungen auf das Deck haben und es als ein ideales Gegnerdeck darstellt, um sich auch gegen ungewöhnliche Strategien zu üben und anpassen zu können.

Wer hingegen eher den Anti-Spielstil bevorzugt, für den gibt es das Antimeta-Krieger-Deck. Eine solche Liste könnte zum Beispiel so aussehen:

Dieses Deck konzentriert sich dabei auf zwei wichtige Elemente. Das erste Element ist die durch die damals semilimitierte Karte Verstärkung für die Armee, welche einem immer die jeweils nötige Krieger-Karte auf die Hand geben kann. Allgemein stellte die Krieger-Toolbox schon damals eine Vielzahl von Möglichkeiten bereit, um jeden möglichen Plan entgegenzuwirken. Ansonsten gibt es hier eine Kombo mit dem Abgrund-Soldat und einem jeden Wasser-Monsters im Deck, vorwiegend Unheil verkündende Schlange, da Abgrund-Soldat für den Abwurf eines Wasser-Monsters eine mögliche Problemkarte des Gegners auf die Hand zurückgeben kann, oder eine eigene, verbrauchte permanente Karte wie Ruf der Gejagten oder Voreiliges Begräbnis recyceln kann, um ihre Effekte auf andere Monster erneut anwenden zu können. Im Allgemeinen zeichnet es sich aber dadurch aus, dass es die Schwächen des Formates, vorwiegend Flippeffektmonster, profitieren und selbige aus dem Weg räumen kann.

Doch auch für Liebhaber von Decks wie Mystische Mine-Burn kommen nicht zu kurz. Denn gerade in frühen Zeiten wie hier eben 2005 waren Burn-Decks gut und stark vertreten gewesen. Und darum darf natürlich auch keine Burn-Variante in dieser Auflistung fehlen:

Dieses sogenannte Kräfte Rauben-Burn-Deck fokussiert sich dabei stark auf Fallenkarten sowie der Kombination aus Kräfte rauben und Großschild-Wache, welcher mit 2600 DEF und einem negierten Effekt zu einer schwer überwindbaren Wand wird. Und während sich der Gegner durch diesen Schild zu kämpfen versucht, was ihm stark erschwert wird, da seine Monster auch ihrer Effekte beraubt werden, wird er langsam aber sicher durch die Burn-Karten seine restlichen Lebenspunkte verlieren.

Doch das sind nicht alle Decks. Da es aber meiner Ansicht nach den Rahmen sprengen würde, nun alle anderen Decks vorzustellen, zähle ich zumindest noch die Namen von vielen auf, weshalb ihr euch darüber selbstständig oder in unserem Goat-Format-Strategiethread drüber informieren könnt. Das sind selbstredend auch nicht alle, aber die wohl wichtigsten Vertreter:

Deckname(Deutsch)Deckname(Englisch)/SpitznameSpielstil
GrabwächterGravekeeperAnti
MonarchMonarch/Soul ControlControl
Kreaturentausch-Recruiter-ChaosCreature-Swap-Recruiter-ChaosBeatdown
Ben-Kei-OTKBen-Kei-OTKOTK/Beatdown
Königstiger Wanghu-StunTiger-StunControl
Kräfte Rauben-BeatdownDrain BeatdownBeatdown
Rettungskatze-OTKRescue Cat OTKOTK/Beatdown
Magische Bibliothek des Königs-FTKLibrary-FTKFTK
ExodiaExodiaStun
Letzter Spielzug-FTKLast Turn FTKFTK
Maschine-BeatdownMachine BeatdownBeatdown
ZombieZombieControl
AufgegebenRelinquishedControl
SchlagninjaStrike NinjaBeatdown
Mein eigenes Schaf kurz mal vorgestellt

Jetzt habe ich so lange über die einzelnen Decks gequallert, da wird es wohl auch mal Zeit mein Deck und meine persönlichen Eindrücke vom Format zu schildern. Fangen wir daher beim Deck an. Wer mich etwas besser kennt, weiß das ich zwar ein Spieler bin, der sehr gerne Control-lastige Decks spielt, zugleich aber mit hart Control-zentrierten Decks nichts anfangen kann. Zugleich liegen mir aber auch stark kombo-orientierte Decks nur wenig bis gar nicht und fahre deshalb gerne immer so einen Mittelweg eines flexiblen Control-Decks mit minimalen Kombos. Darum wird es wenig überraschend sein, wenn man sich meine Deckliste anschaut, wie diese aussieht:

Der Kern des Decks basiert auf die altbekannte Goat-Control-Engine und fokussiert darum mit dem Tausendäugigen Opfer möglichst viel Schaden anzurichten. Zugleich halte ich die Anzahl an Fallenkarten sehr gering, da ich so weniger stark von Jinzo betroffen bin, und fokussiere mich stattdessen eher auf Schnellzauberkarten. Letzteres ist auch sehr interessant, um den gegnerischen Schwerer Sturm hervorzulocken, indem ich einfach Sündenbock und eine jederzeit aktivierbare Schnellzauber-/Fallenkarte setze und so die Gier des Gegners ausnutze, seinen Sturm zu aktivieren. Wenn er diesen aktiviert hat, werden selbsterklärend alle gesetzten Karten aktiviert um den Sturm "ins Leere laufen zu lassen".
Ansonsten habe ich mich an wichtigen Elementen des Anti-Krieger-Decks bedient und so die Krieger-Engine mit stark verkleinerter Zielanzahl von drei Krieger-Monstern integriert. Dies hilft mir dabei unschöne Problemmonster zu outen, ohne lange auf eine Antwort warten zu müssen, und verbessert so meine Flexibilität. Zudem neigen viele Spieler dazu, wenn man mit Verstärkung für die Armee ein Monster sucht, und anschließend ein anderes Monster setzt, dieses gesetzte Monster als das gesuchte zu interpretieren, was sie schnell dazu verführen kann, bestimmte Flippeffektmonster auszulösen. Zusätzlich habe ich noch den Abgrund-Soldat in mein Deck integriert, da ich die hohen ATK des Wassermonsters haben wollte und zugleich über Unheil verkündende Schlange mein Soft-Kombo-Potenzial zu verbessern. Insbesondere wenn auch noch der Tausendäugiges Opfer und Tsukuyomi-Lock aktiv ist, kann ich so nicht nur mehr Druck auf den gegnerischen Lebenspunkten ausüben, sondern zeitgleich eigene Ressourcen wiederherstellen oder gegnerische Backrow zurück auf die Hand geben. Zusätzlich habe ich mich entschieden neben Unheil verkündende Schlange auch noch nächtlicher Angreifer zu integrieren, was mir nicht nur größere Vorteile mit Großzügige Wohltäterin ermöglicht, sondern auch den möglichen Schaden von einem gegnerischen Verbrecher-Duo zu minimieren.

Nun aber noch meine Eindrücke von dem Format. Und an sich verbindet sich dieses mit meinen einleitenden Worten: Ich empfehle es jedem einmal, sich ins Format gewagt zu haben und daraus etwas mitzunehmen. Alleine dass man viele moderne Spielstile mit den einzelnen Decks, oder eine Kombination der einzelnen Decks, spielen kann, ist schon ein wichtiger Punkt um neue Dinge außerhalb des bekannten Settings zu lernen. Denn während es heute zwar um ein vielfaches komplizierter geworden ist, als damals 2005, kann man im Goat Format Skills schärfen, die man sonst nur selten im modernen TCG aktiv benötigt, aber passiv große Verwendung wiederfindet.
Andererseits würde ich aber vom Goat Format als einziges Format abraten wollen. Das Format ist zwar nicht gesolved, wie es manch andere vergangene Formate wären, doch merkt man an sich schon, dass es sich nicht mehr allzu stark weiterentwickeln kann. Ja, auch heute werden noch vereinzelte neue Decks und auch Techs wiederentdeckt oder neu erfunden, doch im gesamten findet auch dieses Format irgendwo sein Maximum, was unter anderem am limitierten Kartenpool liegt. Außerdem gibt es einen sehr störenden Faktor im Format, nämlich die "Trinity". Man merkt schon einen großen Unterschied, ob einer von beiden eine oder mehrere Karten aus den drei mächtigsten Zauberkarten resolven konnte, während der andere Spieler dazu nicht in der Lage ist und dann einfach vom schieren Kartenvorteil überrannt wird, die diese Karten erzeugen. Man könnte zwar denken diese drei Karten unter Freunden aus dem Deck zu verbieten, leider führt das zumindest bei Topf der Gier und Großzügige Wohltäterin zu einer kompletten Deformation des Formates, da beides sehr wichtige Ziele für unter anderem Magier des Glaubens sind. Ohne diese Karte wäre es eine Frage, ob sich Magier des Glaubens überhaupt noch im Deck lohnen würde und sorgt im Alleingang für eine riesige Kette an Änderungs-Entscheidungen, welche auf viele im Format verfügbaren Decks einen großen Einfluss hätte und somit das komplette Format verfälschen würde.
Im allgemeinen ist es aber ein grandioses Format die eigenen rohen Fähigkeiten weiter zu schleifen und so sein Denken und handeln zu verbessern.
Nun etwas Lust aufs Schäfchen zählen?
Und damit wären wir schon wieder am Ende angekommen. Habt ihr euch schonmal an dem Goat Format versucht gehabt, oder seit ihr jetzt erst auf dem Geschmack gekommen? Was sind Dinge, die euch an dem Format stören oder die ihr gerne noch genauer hervorgehoben sehen wollt? Wann und mit welchem Deck spielt ihr immer und viel wichtiger: warum spielt ihr euer Deck so wie ihr es spielt?
Schreibt doch was dazu in den Diskussionsthread.




[1] Und da die Frage vermutlich aufkommen wird: die Karte Exarion Universum war damals die Sneak Promo zum Hauptset Cybernetic Revolution, welche das Goat Format mit seinem enthaltenen Support schlagartig beendet hatte. Es ist bis heute ein riesiger Streit ob ebenjene Promo-Karte im Goat Format erlaubt sein sollte, oder nicht. Wenn ihr also mit dem Format beginnt, beachtet, dass ihr euch vorher mit eurem Gegner diesbezüglich abstimmen müsst. Zudem ist die gleiche Karte auf beispielsweise Duelingbook im Goat Format Modus verboten. Die im Artikel erwähnte Kartenanzahl ist dabei auch ohne ihm kalkuliert.

[2] Es sei noch erwähnt, dass es sich beim Goat Format um ein "Format von Fans für Fans" handelt, und Konami selbsterklärend keine Regelungen dafür bereitgelegt hat. Darum gibt es vereinzelte Gruppen die auch die Verwendung von japanischen Karten/OCG-Karten erlauben, da diese einen eigenen Flair besitzen. Hier gilt ähnlich wie bei der Kartenpool-Frage die vorherige Klärung mit euren Gegnern.

[3] Es sei vielleicht noch erwähnt, dass Emporkömmling Goblin, auch wenn sie auf zwei Kopien in dem Format beschränkt war, nur selten zu den gespielten Karten gezählt hat. Das lag einfach daran, dass man ebenso eine Karte integrieren konnte, die aktiv etwas macht, und so sein Deck nicht unnötig ausdünnt. Falls ihr aber in diesem Artikel weitere Emporkömmlinge erspäht, möchte ich darauf hinweisen, dass diese häufig mit anderen Karten aufgefüllt werden, und hier eher als Deck Skelett vorgestellt wurden. Wobei ich persönlich im Chaos-Deck diese Zauberkarte spielen würde, da es im Allgemeinen schon eine hohe Brick Rate/Death Draw Rate besitzt, die ich gerne etwas senken würde.

[4] Im modernen Yugioh sieht es ja meist so aus, dass wir an Removal-Karten vorwiegend Monster-Removals spielen, während Zauber- und Fallenkarten-Removals eher im Side Deck angesiedelt werden. Und selbst wenn Removals gespielt werden, dann sind diese meist an unser Extra Deck gekoppelt, weshalb ein starkes Floodgate wie Beschwörungslimit oder Mystische Mine einem dieses verwehrt. Dies sorgt dafür, dass moderne Floodgates als zu stark und damit als unfair interpretiert werden, wobei der eigentliche Fehler eher darin liegt, dass wir nicht mehr well arounded abgesichert sind.