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Die richtige Informationspolitik

von soulwarrior am 11.11.2010 um 21:36 Uhr
Das Thema der letzten Woche schlägt auch diese Woche noch Wellen. Genauer gesagt wird es wieder Wellen schlagen, wenn sich folgende Meldung erstmal richtig rum gesprochen hat:

Many of you will already have heard that there is a new policy document to be published soon, with a significant change to the card legality rule for European events. No matter which fragmented information you have received so far, I confirm that this new policy DOES NOT APPLY for the YCS. Duelists will still be able to play their SHONEN JUMP promo cards, if they have any. This will be announced on our website this week.

Quelle: YCS Milan Judge E-Mail von Falko Gorres [1]

OK, wir fassen kurz die Situation zusammen:

  1. Es steht eine Turnierrichtlinien-Änderung an, die u. a. den europäischen Markt (auf den wir uns hier konzentrieren wollen) betrifft.

  2. Diese Änderung wurde auf der europäischen Webseite zu diesem Zeitpunkt [2] noch nicht kommuniziert, sondern ist lediglich auf der amerikanischen Seite einsehbar – hier sollte man allerdings noch bemerken, dass es sich nicht um eine große Ankündigung auf der Hauptseite handelt, sondern man lediglich den tiefsten Winkeln der Seite diese Info entnehmen kann.

  3. Über einen – mehr oder weniger – offiziellen Kommunikations-Kanal wird nun eine Ausnahme zur neuen allgemeingültigen Regel kommuniziert, noch bevor diese neue allgemeingültige Regel auf der entsprechenden Webseite "offiziell gemacht" wurde. [3]


Die Tatsache, dass uns die deutsche Yu-Gi-Oh! Webseite dafür mit anderen äußerst spannenden News (Yu-Gi-Oh! nun auch in der Tschechischen Republik verfügbar) versorgt, lasse ich an der Stelle mal bewusst außen vor.

Bevor ich jetzt fortfahre, muss ich schon wieder mit Disclaimern um mich werfen:

  • Ich bin ein großer Fan von vielen Entwicklungen, die Konami gefördert hat. Die Yu-Gi-Oh! Championship Series auch in Europa verfügbar zu machen ist beispielsweise ein riesiger Schritt für den weltweiten Erfolg des Spiels und da kann man einfach nur applaudieren. Ein weiteres Beispiel wären die offiziellen Coverages, die wir mittlerweile haben – es freut mich sehr, dass wir auf diese Weise das Spiel unterstützen dürfen und die größeren Events noch mehr weniger erfahrenen Spielern näher bringen können, bzw. für die erfahrenen Spieler unvergessliche Berichterstattungen entwickeln können, an denen sie sich teilweise noch Jahre später erfreuen können!

  • Mir geht es nun wirklich nicht darum, Konami groß an den Pranger zu stellen. Oder anders gesagt: Ich bin kein großer Fan der aktuellen Informationspolitik, nur geht es mir nicht darum, sinnlos durch die Gegend zu kritisieren, sondern vielmehr sollen hier Anregungen gegeben werden, wie man die Bindung "Firma – Spieler" wieder etwas enger schnüren kann.

  • Ja, dieses Thema ist mal wieder "ganz weit weg vom Spiel". Andererseits betrifft es wirklich jeden einzelnen Spieler. Angefangen bei Josef Jungspund, der eigentlich noch nicht lesen kann, aber trotzdem schon ein riesiger Fan von Yu-Gi-Oh! ist, bis hin zu Finn Familienvater, der gemeinsam mit seinen 2 Söhnen Hubert und Fritz jeden Samstag die örtlichen Turniere besucht und abrockt. Darüber hinaus liegt mir dieses Thema persönlich sehr am Herzen, da ich wohl mit am meisten darüber weiß! [4]



Der Fluch des Web 2.0


Vor wenigen Tagen wurde ich erst daran erinnert, wie das vor rund 12 Jahren noch so war... damals kannte kein Mensch Google. Da gab man einen Suchbegriff ein, bevorzugt bei Altavista (das war damals meist auch für mich die "beste" Suchmaschine, was nun wirklich nicht heißt, dass sie gut war), und wühlte sich anschließend so 2 bis 3 Seiten durch die Suchergebnisse, um eine Seite zu finden, die zumindest ansatzweise die Informationen lieferte, die man eigentlich suchte.
Macht einfach mal einen kleinen Test und gebt bei Google "Coverage YCS Bochum" ein. Ihr werdet DIREKT ein paar relevante Ergebnisse finden und müsst nicht erst die Suchergebnisse weiter durchforsten.

Ja, das Internet und speziell noch Google hat wirklich für eine Revolution in der Art, wie wir Informationen finden, gesorgt.
Wenn man allerdings von "Web 2.0" spricht, dann meint man nicht nur eine deutlich coolere Webseiten-Gestaltung, sondern auch eine neue Form der Kommunikation. Während Unternehmen nämlich "früher" [5] nur in eine Richtung mit Kunden kommuniziert haben, hat sich der Informationsfluss mittlerweile grundlegend verändert. Jetzt gibt man nicht nur eine Pressemitteilung heraus und hofft darauf, dass die möglichst viele Kunden erreicht, nein, jetzt gibt es auch Feedback. Also eine Rückmeldung vom Kunden zurück an die Firma. Damit wurde aus einer "1 zu n" Kommunikation (1 Unternehmen kommuniziert an viele Kunden) eine "n zu n" Kommunikation (1 Unternehmen kommuniziert an viele Kunden, die untereinenander weiter kommunizieren UND zurück an die Firma).

Ein sehr lebhaftes Beispiel ist unser geliebtes Forum. Zwar ist Konami dort nicht direkt präsent, doch unabhängig davon wird im Forum jede Menge über Konami und / oder Amigo geredet. Und das auch noch unabhängig davon, ob Konami und / oder Amigo das wollen. Diese neue Art der "Redefreiheit" zeichnet wie gesagt das Web 2.0 aus und sie bringt selbstverständlich auch eigene Herausforderungen mit sich.

"Früher" brauchte es ein Unternehmen nicht zu interessieren, WIE etwas kommuniziert wurde. Gut, wenn jetzt ein Turnier schlecht angekündigt worden wäre, wären wohl weniger Teilnehmer gekommen. Nicht der Knaller, aber auch kein Weltuntergang. Heute sieht das etwas anders aus. Wenn ich es nicht hin bekomme, Informationen vernünftig an meine Kunden zu kommunizieren UND auf deren Belange und Rückfragen einzugehen, so wird sich schnell eine Stimmung innerhalb des Kundenkreises verbreiten, die nicht durch die Bank hinweg positiv ist.
Um das zu vermeiden und die Meinung der Kunden, also in unserem Fall der Spielergemeinde, in eine gewisse Richtung zu lenken, setzt man auf den so genannten Community Manager. Oder man setzt alternativ darauf, dass die vorhandenen Mitarbeiter auch ein wenig im Bereich "Social Media" (damit sind interaktive Webseiten gemeint, auf denen Menschen miteinander in Kontakt treten – Beispiele sind eben Facebook, eTCG.de, Twitter, usw.) aktiv werden und sich mit den Kunden direkt austauschen.

Letzte Woche hatte ich das Beispiel gebracht, dass man durch einen Mangel an Kommunikation eine Lücke schafft, in die dann Leute springen, die nicht immer die richtige Bewertung der jeweiligen Situation abgeben. Ideal ist es, erst gar keinen Spielraum zu geben und von vorneherein alles offen anzukündigen und die Spieler wissen zu lassen, was man sich bei jeder wichtigen Entscheidung gedacht hat. So macht das auch der große Vorreiter in dieser Hinsicht (zumindest größtenteils), Magic the Gathering. Hier sei nur mal exemplarisch ein Suspension-Artikel verlinkt. Hier schweigt man sich nicht aus, warum ein Spieler nicht mehr in den Standings aufgelistet wird, hier kündigt man ganz offen an, DASS und WARUM ein Spieler suspendiert wurde.

Das ist ein großer Vorteil. Möglicherweise könnt ihr euch noch daran erinnern, wie es war, als Piyal auf der Europameisterschaft disqualifiziert wurde. Da hatte man im Forum direkt 8 Stücke Holz in das Feuer geworfen, so dass die Gerüchteküche auf Hochtouren operieren konnte. Die Spekulationen nahmen quasi kein Ende und irgendwie ging es im gesamten Coverage-Thread nur noch (schon wieder) um die Cheater-Diskussion.
Ein Artikel in der Coverage kann hier wahre Wunder wirken. Er zeigt allen Spielern, dass die Regeln des Spiels unter allen Umständen eingehalten werden. Er verhindert, dass dem Spieler Dinge nach gesagt werden, die er eben nicht gemacht hat. [6] Und im Bestfall sorgt man sogar dafür, dass alle mal sagen: "Alles klar, das ist also passiert", und dann geht's im Feedback-Thread der Coverage sogar mal wieder um die Coverage und nicht nur um irgendwelche Cheater-Gerüchte.

Zwar hört sich das jetzt alles so einfach an, doch ich kann euch versichern, dass es in der Praxis sehr viel schwieriger umzusetzen ist. Es ist nicht so, dass irgendjemand in einer großen Firma schnippt und dann geht eine News auf der Firmen-Homepage live. Häufig werden die Webseiten von einer anderen Firma gepflegt. Folglich ist der Kommunikationsweg also bedeutend länger und die Info muss erstmal in der Firma an die richtige Stelle (die Person, die Kontakt zu der Media-Agentur oder was auch immer hat) gebracht und dann noch auf der anderen Seite der Leitung, innerhalb der jeweiligen Firma, umgesetzt werden.
Gut, aber selbst wenn's mal wieder länger dauert, so ist es immer noch besser, ein wenig Wartezeit in Kauf zu nehmen und dann eine Ankündigung weltweit gleichzeitig online zu bringen. Und nicht auf EINER Webseite irgendeine Info zu verstecken, die dann über "dritte Kanäle" (damit sind unter anderem Fanseiten gemeint) Verbreitung finden. So gibt man die Kommunikation aus der Hand und verdeutlicht den Kunden / Spielern, dass diese sich woanders besser informieren können als auf der eigenen Webseite. Und das ist immer schlecht.

Jetzt haben wir aber viel erklärt und Hintergründe erläutert und was weiß ich nicht noch alles, doch viel interessanter wäre es mal, darauf einzugehen, was Konami jetzt genau tun kann, um diese Situation mal zu "fixen". Hier wäre mein Katalog mit Vorschlägen:

  1. Dafür sorgen, dass alle Versionen der Konami-Webseite immer auf dem gleichen Stand sind.

  2. Wichtige Neuigkeiten ALLE auf der Hauptseite ankündigen und nicht irgendwo auf einer Unterseite.

  3. JEDE wichtige Information ERST auf der Webseite ankündigen und DANN über andere Kanäle (Judge Mailing, etc.) publizieren.

  4. Für jeden wichtigen Markt einen Community Manager (diesen kann man gerne auch auf Freelancer-Basis anheuern) anstellen, der mit den wichtigsten Informationen versorgt wird und diese auch an die Spielergemeinde weiter kommunizieren kann. Dieser darf insbesondere auch Rückfragen der Spieler sammeln und beispielsweise in einem wöchentlichen Report in die Firma spielen, so dass man auf diese Fragen eingehen und dann eine Art "Wir gehen auf eure Fragen ein"-Antwortbogen als neues Feature auf der Homepage pflegen kann.

  5. Idealerweise noch einen Twitter- und sogar Facebook-Kanal hinzufügen, über die man zusätzlich mit den Kunden in einen Dialog übergehen kann. Wichtig: Dies sollte eine UNTERSTÜTZENDE Maßnahme sein und kein Ersatz für eine wenig aktualisierte Homepage. [7]


Das ist zwar noch nicht alles, was man machen kann, allerdings ist es ein äußerst solider Anfang. In manchen Firmen lässt sich so etwas nicht umsetzen, da es gegen die Unternehmenskultur verstößt, doch es ist im Sinne der Spielergemeinde und eine glückliche Spielergemeinde bedeutet auch ein glückliches Konami. Folglich lohnt sich dieser Invest und spielt die zusätzlichen Kosten auf verschiedene Arten wieder rein. Im Zweifel kann man immer noch ein 1 bis 2-monatiges Testprojekt starten und hinterher bewerten, ob sich die Sache ausgezahlt hat.

Was denkt ihr, wie sollte man die Kommunikation bei Yu-Gi-Oh! umkrempeln? Stimmt ihr mit meinen Vorschlägen überein oder setze ich hier auf den falschen Ansatz und man sollte das doch lieber "ganz anders" machen? Teilt eure Meinung im Feedback-Thread mit!


soul


Trends der Woche


Jubiläen



Heute (ich beziehe mich auf Freitag, an dem dieser Artikel wohl am häufigsten gelesen werden wird) ist ein ganz besonderer Feiertag, denn ich hab es jetzt schon ne ganze Weile mit meiner Freundin ausgehalten. Entsprechend sind Jahrestage mal klarer Trend der Woche!


Flohmärkte im dritten Stock



Am vergangenen Samstag war ich mal auf einem Trödelmarkt und half dabei auch jede Menge Zeugs an den Stand zu tragen. Dieser befand sich leider in der Aula einer Schule, die sich wiederum im dritten Stock befand! Jede Menge Kisten 3 Stockwerke hoch zu schleppen war nun nicht wirklich der Traum und entsprechend ist das klarer Anti-Trend der Woche!

Seltsam funktionierende Tastaturen



Mein neuer Laptop hat einen ganz besonderen Tick: Wenn ich schnell schreibe und auf die Leertaste tippe, registriert aus irgendeinem komischen Grund gleichzeitig auch die "Pfeil nach oben" Taste einen Anschlag. Folglich springe ich dann während des Tippens eine Zeile nach oben und bin sonstwo mitten im Text. Was für einen seltsam anmutenden Buchstaben-Salat sorgt. Heute ist das Problem mal noch nicht aufgetreten, daher hab ich als neue Vermutung, dass es mit meiner Anschlagshärte (die am frühen Abend noch weniger hart ist, wie ich gerade lerne) zu tun haben könnte...
Sollte jemand eine Ahnung haben, wie dieser seltsame Fehler zustande kommen kann, so freue ich mich natürlich über einen Tipp. Die Taste ist nicht verschmutzt und wurde auch schon mal raus gerissen und neu eingesetzt... eigentlich passt hier alles.





[1] Die ich zwar nicht beziehe, aber das Internet macht es ja mehr oder weniger möglich, ALLES mitzubekommen...


[2] Wir haben gerade den 11.11.2010 und es ist 21:30 Uhr. Nebenbei kann ich hier noch mal bemerken, dass diese Änderung keine Auswirkung auf den amerikanischen Markt hat, was die Sache noch ein Stück paradoxer macht.


[3] "offiziell gemacht" steht bewusst in Anführungszeichen, denn an und für sich IST die Info offiziell. Sie steht ja auf der amerikanischen Seite. Ich nehme da nur mal die Sichtweise von Rudi Random ein, der 10 Jahre ist, aus Grevenbroich kommt und Englisch nicht so toll beherrscht. Er hat von eTCG.de noch nie gehört und informiert sich über das Yu-Gi-Oh! TCG bevorzugt auf der deutschen offiziellen Yu-Gi-Oh! Webseite. FÜR IHN ist die neue Policy noch nicht "offiziell", er weiß noch gar nichts von ihr.


[4] Ich war selbst mal für die Kommunikation zwischen dem Vertreiber und der Community verantwortlich. Ich habe bei einer anderen Firma Community Management gemacht, was im Grunde dasselbe ist und ich werde wohl auch zukünftig wieder in diesen Bereich einsteigen.


[5] "Früher" heißt in diesem Zusammenhang: Bis vor ca. 7 Jahren. Ihr seht schon, wie schnell die Zeit im Web vergeht...
Diesen Effekt könnt ihr besonders gut beobachten, wenn ihr "mal kurz" auf Facebook geht und euch 2 Stunden später fragt, wo eigentlich eure Zeit hin ist.


[6] Wobei man eine solche Rufschädigung in Piyals Fall wahrscheinlich ausschließen kann...


[7] Will man beispielsweise alle freiwilligen Helfer mit aktuellen Infos versorgen, so sollte man entweder eine entsprechende Unterseite auf der offiziellen Homepage einrichten oder eine eigene Volunteer-Seite. Was weniger gut ist: Alle Volunteers in eine Facebook-Gruppe einladen und dann nur dort Diskussionen führen und Infos weitergeben.